Papst Franziskus spricht mit einem Nicht-Gläubigen von Mensch zu Mensch

 

 

Franziskus, Bischof von Rom, hat sich aller Titel und Machtsymbole entledigt, die nur dazu dienen, Menschen voneinander abzugrenzen, und hat einen offenen Brief in der größten Zeitung Roms, „La Repubblica“, veröffentlicht, um dem ehemaligen Chefredakteur und berühmten Intellektuellen und Nicht-Gläubigen, Eugenio Scalfari, zu antworten. Dieser hatte öffentlich Fragen an den Bischof von Rom gestellt. Franziskus beging damit eine Tat von außergewöhnlicher Wichtigkeit, nicht nur, weil es in einer noch nie da gewesenen Art und Weise geschah, sondern vor allem, weil er seine Antworten gab wie jemand, der in Offenheit von Mensch zu Mensch spricht und sich mit seinem Gesprächspartner auf Augenhöhe begibt.

 

Franziskus, der sich bekannterweise lieber Bischof von Rom nennen lässt als Papst, antwortete Eugenio Scalfari wirklich auf herzliche Weise mit warmherziger Intelligenz und freundschaftlichem Herzen, nicht mit kalten Doktrinen. Heutzutage geht es der Philosophie darum, die emotionale Intelligenz aufzuwerten, die die intellektuelle Intelligenz bereichert und erweitert, die sich direkt an den anderen wendet, ihn in der Tiefe anspricht, ohne sich hinter Doktrinen, Dogmen oder Institutionen zu verstecken.

 

In diesem Sinne handelt Franziskus, für den es nicht maßgeblich ist, ob Scalfari gläubig ist oder nicht, denn jeder hat seine persönliche Geschichte und seinen existenziellen Weg, der respektiert werden muss. Was zählt, ist die Fähigkeit der beiden, dem anderen in Offenheit zuzuhören. Um es mit den Worten des großen spanischen Poeten Antonio Machado auszudrücken: „Deine Wahrheit? Nein, DIE Wahrheit. Lass uns sie gemeinsam suchen. Die Deine kannst du für dich behalten.“ Wichtiger als das eigene Wissen ist es, niemals die Lernfähigkeit zu verlieren. Dies ist der Sinn des Dialogs.

 

In seinem Brief zeigt Franziskus, dass wir eine vollständigere und weitere Wahrheit suchen, eine, die wir noch nicht besitzen. Um sie zu finden, reicht es nicht, die Dogmen allein zu betrachten oder die abstrakt formulierten Doktrinen. Es besteht Konsens darüber, dass noch nicht alle Antworten gefunden sind und dass alles vom Mysterium umgeben ist. Bei dieser Suche befinden wir uns alle auf demselben Niveau: Glaubende und Nicht-Glaubende, selbst die Kirchentreuen. Alle haben ein Recht darauf, ihre Sichtweise auszudrücken.

 

Wir alle leben in einem schrecklichen Widerspruch, der Glaubende und Atheisten umtreibt: Warum lässt Gott die großen Ungerechtigkeiten in dieser Welt zu? Dies ist die Frage, die Papst Benedikt XVI bestürzt beim Besuch des Vernichtungslagers Auschwitz stellte. Für einen Moment legte er seine Papstrolle ab und sprach wie ein Mensch mit offenem Herzen: „Gott, wo warst du, als diese Gräueltaten stattfanden? Warum hast du dazu geschwiegen?“

 

Wir Christen müssen zugeben, dass es keine Antwort darauf gibt und dass diese Frage offen bleibt. Wir können nur Trost in der Vorstellung finden, dass Gott unseren Verstand übersteigt. Die intellektuelle Intelligenz schweigt dazu, da sie nicht auf alles eine Antwort hat. Die Genesis befindet sich, laut dem Philosophen Ernst Bloch, nicht an ihrem Beginn, sondern an ihrem Ende. Aus der Sicht von Glaubenden wird alles einmal gut ausgehen. Erst am Ende wird uns gewissermaßen der Sinn unserer Existenz aufgehen. Erst dann werden wir sagen können „Es ist gut“ und das endgültige „Amen“ aussprechen können. Doch solange wir leben, ist nicht alles gut.

 

Wahrheiten? Absolute und relative Wahrheiten? Ich ziehe es vor, zu antworten wie der große Poet, Mystiker und  Bischof Don Pedro Casaldáliga im tiefen Amazonien: „Das Absolute? Nur Gott und der Hunger.“

 

Ich bin sehr zuversichtlich, dass Franziskus mit seinem Dialog Großes für das Wohl der Menschheit erreichen kann. Er begann, weitreichende Reformen des Papsttums durchzuführen, und bald wird die Kurie reformiert werden. Bei mehreren Gelegenheiten verdeutlichte er, dass alle Themen diskutiert werden können, was noch vor einiger Zeit undenkbar gewesen wäre. Themen wie der Zölibat der Priester, das Priesteramt für Frauen, die Sexualmoral und das Phänomen der Homosexualität durften bis vor kurzem von Theologen und Bischöfen nicht angesprochen werden.

 

Mir scheint, dies ist der erste Papst, der keine monarchische und absolutistische Regierung möchte, keine „Macht“, wie Scalfari sagte. Stattdessen möchte er dem Evangelium so nah wie möglich sein, das für die Prinzipien der Barmherzigkeit und des Mitgefühls steht, indem für ihn der Referenzpunkt die Menschheit ist.

 

Gewiss könnte dieser Dialog mit den Nicht-Gläubigen wirklich ein neues Fenster zu einer Ethik der Moderne erweitern und öffnen, die nicht nur der Technologie Rechnung trägt, sondern auch der Wissenschaft und der Politik, und die auch dazu führen könnte, die Ausgrenzung zu überwinden, die ein typisches Verhaltensmerkmal der katholischen Kirche darstellt, mit anderen Worten, die Arroganz, die sich in der Annahme verbirgt, die einzige wahrhafte Erbin der Botschaft Jesu zu sein. Es ist immer wieder gut, sich in Erinnerung zu rufen, dass Gott seinen Sohn in die ganze Welt gesandt hat und nicht nur zu den Getauften. Er erleuchtet alle Geborenen, nicht nur die Glaubenden, wie der Hl. Johannes im Prolog seines Evangeliums bekräftigt.

 

In diesem Sinne habe ich Papst Franziskus in einem Brief vorgeschlagen, ein ökumenisches Konzil der ganzen Christenheit, aller Kirchen, einzuberufen, einschließlich Atheisten, die durch ihre Weisheit und ihre Ethik dazu beitragen können, die Gefahren, die unserem Planeten drohen, zu analysieren und ihnen zu begegnen. Und zuallererst die Frauen, Erzeugerinnen des Lebens, denn das Leben selbst ist gefährdet.

 

Das Christentum hat sich als ein abendländisches Phänomen gezeigt und muss jetzt seinen Platz in der neuen Phase der Menschheit, der planetarischen Phase, finden. Nur so wird es für alle und jeden da sein.

 

Bei Franziskus, so wie er sich schon in Argentinien gezeigt hat, kann ich absolut keine Eroberungsabsicht oder Ansätze zur Proselytenmacherei erkennen, sondern, wie Scalfari bekräftigt, den Willen, Zeuge der Botschaft Jesu und Weggefährte für die anderen zu sein. Bevor das Christentum eine Institution wurde, war es eine Bewegung, die Bewegung Jesu und der Apostel. In dieser Perspektive ist es wichtiger, die Erfahrung der Dimension der Menschenwürde, der Ethik und der Grundrechte zu machen, als einfach einer Kirche beizutreten. Dies ist der Fall für Eugenio Scalfari. Es ist wichtiger, die Dimension des Lichtes als die der Dunkelheit der Geschichte zu betrachten, wie Brüder und Schwestern im einen, gemeinsamen Haus zu leben, der Mutter Erde, die Entscheidungen eines jeden zu respektieren unter dem großen Regenbogen, der das Symbol der Transzendenz des menschlichen Wesens ist.

 

Der lange Winter der Kirche ist vorbei. Wir erwarten einen sonnigen Frühling voller Blumen und Früchte, wo es sich lohnt, Mensch und Christ zu sein. 

 

 

 

(Telefon-Interview durchgeführt von Vera Schiavazzi von Romano Canavese, Turin, am 15. September 2013)

übersetzt von Bettina Gold-Hartnack


 

 

 

Carta Pública ao Papa Francisco:uma Assembléia pela vida na Terra

O Papa Francisco é atento aos sinais dos tempos e sabe reagir a eles seja com gestos inovadores seja com palavras que lhe  brotam do coração. Há uma urgência sentida por muitos cristãos e não cristãos: temos que nos preocupar com o futuro da vida, pois as bases que a sustentam estão sendo destruidas. Pede-se ao Papa que convoque, junto com outros lideres religiosos, uma Assembléia, uma espécie de Concilio Ecumênico para empenhar as Igrejas e religiões, a partir de sua reserva de espiritualidade e de valores morais, na defesa e promoção da vida, da Mãe Terra, dos ecossistemas e especialmente daquelas mais ameaçadas que são a dos pobres e marginalizados. Pedimos que mais e mais pessoas subscrevam esta carta  e a passem adiante para que ganhe força e peso e possa impressionar o Papa Francisco para que, iluminado pelo Espírito, tome este decisão. Não temos muito tempo. Lboff

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Caríssimo Papa Francisco,

Nós, cristãos abaixo-assinados, assim como pessoas de outras religiões e pessoas de boa vontade, lhe enviamos essa carta pública com um pedido muito especial. Gostaríamos de que o senhor convocasse um evento global, como uma Assembleia, para a defesa da vida na Terra.

Hoje a vida está ferida de morte pela fome (900 milhões de pessoas no mundo), pela sede (1,2 bilhões não tem água limpa para beber todos os dias e os 2,4 bilhões que não têm saneamento básico), pelas guerras, pela destruição do meio ambiente (solos, água, biodiversidade, ar) e, sobretudo, paira sobre a humanidade e todas as formas de vida a ameaça assombrosa das mudanças climáticas. Como diz o Documento de Aparecida, estamos atravessando não apenas uma época de mudanças, mas uma mudança de época (DAp 44). Uma sociedade consumista e predadora como a atual não é futuro para o conjunto da humanidade.

Quando Deus criou o mundo ele entregou a Terra aos homens e mulheres para que nós “a cultivássemos e guardássemos” (Gen. 2,15). Após o dilúvio, quando Noé saiu da Arca com seus familiares e todos os animais que nela estavam, Deus fez com eles uma aliança primordial, dizendo-lhe que “de minha parte, vou estabelecer minha aliança convosco e com vossa descendência, com todos os seres vivos que estão convosco, aves, animais domésticos e selvagens, enfim, com todos os animais da Terra que convosco saíram da arca (Gen. 9, 9-10). O próprio apóstolo Paulo nos diz que “também a própria criação espera ser libertada da escravidão da corrupção, em vista da liberdade que é a glória dos filhos de Deus” (Rom. 8, 21). Portanto, Deus ama tudo que criou e nos deu o mandamento de cuidar de sua criação.

Os povos tradicionais e originários e, ultimamente, os cientistas têm denunciado que todas as formas de vida correm risco na face da Terra. Porém, não existe uma resposta à altura do desafio desse momento da história por parte do mundo político e econômico. Como o Senhor já disse, não podemos aceitar passivamente a globalização da indiferença.

O Senhor tem autoridade moral e espiritual perante toda a humanidade para convocá-la a este urgente debate e ainda mais urgentes ações. Fazemos-lhe este pedido como uma forma de contribuir com a efetivação de seus gestos, os quais nos interpelam a uma postura de cuidado e proteção da vida ameaçada. Gestos estes expressos em sua ida a Lampedusa, na Jornada Mundial da Juventude no Brasil, a visita aos imigrantes na Itália, o jejum contra as guerras. Caso o Senhor convoque uma assembleia para defender a vida em sua plenitude, não só para ouvir os especialistas, mas também os povos originários impactados pela destruição de seu ambiente, os afetados e refugiados pelas mudanças climáticas, as vítimas da fome e da sede, certamente grande parte da humanidade atenderá de pronto a este pedido.

É o que nós abaixo-assinados também esperamos.Com respeito e um abraço fraterno, no espírito de São Francisco de Assis, em comunhão com todas as formas de vida e toda a humanidade, confirmamos nosso pedido.    

 Brasília-DF, 16 de setembro de 2013

Papa Francesco parla con un non credente da uomo a uomo

Francesco, vescovo di Roma, si è spogliato di tutti i titoli e simboli di potere che non fanno altro che allontanare le persone le une dalle altre ed ha pubblicato una lettera nel principale giornale di Roma, La Repubblica, rispondendo al suo ex-direttore e “decano” intellettuale Eugenio Scalfari, non credente. Lui aveva sollevato pubblicamente alcune domande al Vescovo di Roma. Francesco ha compiuto un atto di straordinaria importanza, non solo perché l’ha fatto in un modo senza precedenti, ma soprattutto perché ha parlato come un uomo che parla ad un altro uomo in un contesto di dialogo aperto, collocandosi allo stesso livello del suo interlocutore.

Infatti, Francesco, che, come sappiamo, preferisce chiamarsi Vescovo di Roma e non Papa, ha risposto a Eugenio Scalfari cordialmente, con l’intelligenza calorosa del cuore, più che con la fredda intelligenza delle dottrine. Attualmente, in filosofia, si cerca di riscattare l’”intelligenza sensibile “che arricchisce ed amplia l'”intelligenza intellettuale”, perché parla direttamente agli altri, alla loro profondità, senza nascondersi dietro dottrine, dogmi o istituzioni.

In questo senso, per Francesco non è rilevante che Scalfari sia o non sia credente, ognuno ha la sua storia personale e il suo percorso esistenziale che devono essere rispettati. Ciò che è rilevante è la capacità di entrambi di essere aperti ad ascoltare l’altro. Per dirla come il grande poeta spagnolo Antonio Machado: “La tua verità? No, la Verità, e vieni con me a cercarla. La tua, tientela”. Più importante che sapere, è non perdere mai la capacità di imparare. Questo è ciò che significa il dialogo.

Con la sua lettera, Francesco ha dimostrato che tutti cerchiamo una verità più piena e più ampia, una verità che non abbiamo ancora. Per scoprirla, non servono i dogmi presi da loro stessi, né le dottrine formulate in astratto. Il presupposto comune è che ci sono ancora risposte da ricercare e che tutto è avvolto nel mistero. Questa ricerca colloca tutti allo stesso livello, credenti e non credenti, anche i fedeli delle diverse Chiese. Ognuno ha il diritto di esprimere la sua visione delle cose.
Viviamo tutti in una contraddizione terribile che circonda credenti e atei: Perché Dio permette le grandi ingiustizie di questo mondo? E’ la domanda di profondo sconforto che ha fatto Papa Benedetto XVI quando ha visitato il campo di sterminio nazista di Auschwitz. Si sottrasse per un momento il suo ruolo di Papa e parlò solo come un uomo, con il cuore aperto: “Dio, dove eri quando queste atrocità sono accadute? Perché taci?”.

Tutti noi cristiani dobbiamo ammettere che non c’è una risposta e che la questione rimane aperta. Solo ci conforta l’idea che Dio può essere ciò che la nostra ragione non capisce. L’intelligenza intellettuale da sola ammutolisce, perché non ha una risposta per tutto. La Genesi, come diceva il filosofo Ernst Bloch, non è all’inizio ma alla fine. Le cose, così pensano i credenti, si sviluppano verso un lieto fine. Solo alla fine, in qualche modo, ci sarà dato di capire il senso dell’esistenza. Allora noi potremo finalmente dire: “e tutto è buono” e dare “l’Amen” definitivo. Ma mentre viviamo non tutto è buono.
Verità assolute e verità relative? Preferisco rispondere come il grande poeta, mistico e pastore, il vescovo Don Pedro Casaldáliga, lì nella Amazzonia profonda: “L’assoluto? Solo Dio e la fame”.

Nutro grande fiducia che Francesco, con il suo dialogo, potrà realizzare grandi cose per il bene dell’umanità. Ha cominciato a fare una grande riforma del papato. Presto ci sarà la riforma della Curia romana. Attraverso diversi discorsi ha detto che tutti i problemi possono essere discussi, cosa impensabile tempo fa. Questioni come il celibato sacerdotale, il sacerdozio delle donne, la morale sessuale ed il riconoscimento degli omosessuali, fino a poco tempo non potevano essere sollevate da teologi e vescovi.

Penso che questo sia il primo Papa a non volere un governo monarchico e assolutista, il “potere”, come ha detto Scalfari. Invece, vuole essere più vicino al Vangelo che presenta i principi di misericordia e di compassione, avendo come centro di riferimento l’umanità.

Sicuramente il suo dialogo con i non credenti potrà veramente espandersi ed aprire una nuova finestra con l’etica della modernità che considera non solo la tecnologia, ma la scienza e la politica, e può anche portarci a superare l’esclusione dal comportamento della Chiesa cattolica, in altre parole, l’arroganza di concepirsi come l’unica vera erede del messaggio di Gesù’. E’ sempre bene ricordare che Dio ha mandato suo Figlio al mondo, e non solo ai battezzati. Egli illumina ogni persona che viene nel mondo, non solo i credenti, come ricorda san Giovanni nel prologo del suo Vangelo.

In questo senso, in una lettera al Papa Francesco, ho suggerito personalmente un Concilio Ecumenico di tutta la cristianità, di tutte le chiese, tra cui anche la presenza di atei che possono, per la loro saggezza ed etica, aiutare ad analizzare le minacce che affliggono il pianeta e come affrontarle. E prima di tutti le donne, generatrici di vita, perché la vita stessa è minacciata.

Il Cristianesimo è presentato come un fenomeno occidentale e deve trovare il suo posto entro la nuova fase dell’umanità, la fase planetaria. Solo allora sarà per tutte e per tutti.

In Francesco, come egli già aveva dimostrato in Argentina, non vedo alcuna volontà di conquistare e fare proselitismo, ma, come riaffermato a Scalfari, disponibilità a testimoniare e camminare un pezzo di strada insieme agli altri. Il Cristianesimo prima che una istituzione è un movimento, il movimento di Gesù e degli Apostoli. In questa comprensione, sperimentare la dimensione della dignità umana, dell’etica e dei diritti fondamentali è più importante che semplicemente appartenere ad una Chiesa. Questo è il caso di Eugenio Scalfari. E’ più importante guardare la dimensione della luce della storia, che la dimensione delle ombre, vivere come fratelli e sorelle nella stessa casa comune, la Madre Terra, rispettando le scelte di ciascuno, sotto il grande arcobaleno, simbolo della trascendenza dell’essere umano.

Il lungo inverno della Chiesa è finito. Aspettiamo una primavera solare, piena di fiori e di frutti, nella quale valga la pena di essere umani nella forma cristiana di questa parola.

(Intervista rilasciata per telefono a Vera Schiavazzi, di Romano Canavese, Torino, il 15 settembre scorso).

El Papa Francisco habla con un no creyente de hombre a hombre

Francisco, obispo de Roma, se despojó de todos los títulos y símbolos de poder que no hacen otra cosa que distanciar a unas personas de otras y publicó una carta en el principal periódico de Roma, La Repubblica, respondiendo a su ex-director y conocido intelectual no creyente Eugenio Scalfari. Éste había planteado públicamente algunas preguntas al obispo de Roma. Francisco realizó un acto de extraordinaria importancia, no solo porque lo hizo de una forma sin precedentes sino principalmente porque se mostró como un hombre que habla a otro hombre en un contexto de diálogo abierto, colocándose al mismo nivel que su interlocutor.

Efectivamente Francisco, que como sabemos prefiere llamarse obispo de Roma y no Papa, respondió a Eugenio Scalfari de un modo cordial, con la inteligencia cálida del corazón antes que con la inteligencia fría de las doctrinas. Actualmente, en filosofía, se procura rescatar la “inteligencia sensible” que enriquece y alarga la “inteligencia intelectual”, pues aquella habla directamente al otro, a su profundidad. No se esconde detrás de doctrinas, dogmas e instituciones.

En este sentido, para Francisco no es relevante que Scalfari se confiese creyente o no, pues cada uno posee su historia personal y su trayectoria existencial que deben ser respetadas. Lo que es relevante es la capacidad de ambos de estar abiertos a la escucha mutua. Para decirlo en el lenguaje del gran poeta español Antonio Machado: «¿Tu verdad? No, la Verdad. Y ven conmigo a buscarla. La tuya, guárdatela». Más importante que saber es no perder nunca la capacidad de aprender. Este es el sentido del diálogo.

Con su carta, Francisco mostró que todos buscamos una verdad más plena y más amplia, una verdad que todavía no tenemos. Para encontrarla no sirven los dogmas tomados en sí mismos, ni las doctrinas formuladas en abstracto). La presuposición general es que existen todavía respuestas a buscar y que todo está rodeado de misterio. Esta búsqueda coloca sobre el mismo terreno a todos, creyentes y no creyentes, también a los fieles de las distintas Iglesias. Cada cual tiene derecho a expresar su visión de las cosas.

Todos vivimos una contradicción terrible que envuelve a creyentes y a ateos: ¿por qué Dios permite las grandes injusticias de este mundo? Es la pregunta que con profundo abatimiento hizo el Papa Benedicto XVI cuando visitó el campo de exterminio nazi de Auschwitz. Se desprendió, por un momento, de su papel de Papa y habló solamente como un hombre con el corazón abierto: “Dios, ¿dónde estabas cuando sucedieron estas atrocidades? ¿Por qué te callaste?”

Todos nosotros cristianos debemos admitir que no hay una respuesta y que la pregunta sigue abierta. Nos consuela solo la idea de que Dios puede ser aquello que nuestra razón no comprende. La inteligencia intelectual sola se calla porque no tiene una respuesta para todo. El Génesis, como decía el filósofo Ernst Bloch, no se encuentra al principio sino al final. Las cosas, así piensan los creyentes, se desarrollan en dirección a un desenlace feliz. Solamente al final, de alguna manera, nos será dado comprender el sentido de la existencia. Únicamente al fin podremos decir: “y todo es bueno” y podremos dar el “Amén” definitivo. Pero mientras vivimos no todo es bueno

¿Verdades absolutas y verdades relativas? Prefiero responder con el gran poeta, místico y pastor, el obispo don Pedro Casaldáliga, allá en la Amazonia profunda: “¿Lo absoluto? Sólo Dios y el hambre”.

Tengo una gran confianza en que Francisco con su diálogo podrá conseguir grandes cosas para el bien de la humanidad. Empezó haciendo una importante reforma del papado. Dentro de poco hará la reforma de la Curia romana. A través de varios discursos ha señalado que todos los temas pueden ser discutidos, una afirmación impensable tiempo atrás. Temas como el celibato de los curas, el sacerdocio de la mujer, la moral sexual y la existencia de los homoafectivos hasta fechas recientes no podían ser planteados por teólogos y obispos.

Creo que este Papa es el primero en no querer un gobierno monárquico y absolutista, el “poder” como decía Scalfari. Al contrario, quiere estar lo más cerca posible del Evangelio que presenta los principios de la misericordia y de la compasión, teniendo como centro de referencia a la humanidad.

Seguramente su diálogo con los no creyentes puede verdaderamente ampliarse y abrir una ventana nueva a la modernidad ética que no considera solamente la tecnología, la ciencia y la política, y puede también llevar a superar un comportamiento de exclusión típico de la Iglesia Católica, en otras palabras, la arrogancia de entenderse como la única heredera verdadera del mensaje de Jesús. Siempre es bueno recordar que Dios envió a su Hijo al mundo y no solo a los bautizados. Él ilumina a cada persona que viene a este mundo, no solo a los creyentes, como recuerda san Juan en el prólogo de su evangelio.

En este sentido, en carta al Papa Francisco he sugerido personalmente un Concilio Ecuménico de toda la cristiandad, de todas las Iglesias, incluyendo incluso la presencia de ateos que puedan, por su sabiduría y ética, ayudar a analizar las amenazas que pesan sobre el planeta y cómo enfrentarlas. Y en primer lugar las mujeres, generadoras de vida, pues la vida misma está siendo amenazada.

El cristianismo se presenta como un fenómeno occidental y debe encontrar su lugar en el interior de la nueva fase de la humanidad, la fase planetaria. Solamente así será para todos y de todos.

En Francisco, como ya lo había mostrado en Argentina, no veo voluntad de conquistar y hacer proselitismo, sino, como lo reafirmó a Scalfari, la disposición de testimoniar y andar un trecho del camino junto con otros. El cristianismo antes que institución es un movimiento, el movimiento de Jesús y de los Apóstoles. En esta comprensión, vivir la dimensión de la dignidad humana, de la ética y de los derechos fundamentales es más importante que afiliarse simplemente a una Iglesia. Este es el caso de Eugenio Scalfari. Es importante mirar más la dimensión de luz de la historia que la dimensión de sombras, vivir como hermanos y hermanas en la misma Casa Común, la Madre Tierra, respetando las opciones de cada uno, bajo el gran arco-iris, símbolo de la transcendencia del ser humano.

El largo invierno eclesial terminó. Esperamos una primavera solar, llena de flores y de frutos, en la cual también vale la pena ser humano en la forma cristiana de esta palabra.

(Entrevista dada por teléfono a Vera Schiavazzi, de Romano Canavese, Turín, el 15 de septiembre último).

Traducción de Mª José Gavito