Debate com o partido Die Linke (A Equerdaq) da Alemanha

No contecto so ökumenischer Kirchentag de maio na Alemanha com o tema “Solidariedade e Justiça em tempos de Pandemia” participei de um debate como a Vice-presidente do partido Die Linke Petra Pau. Transcrevo as perguntas feitas por ela e minhas respostas. Tivemos ampla convergência de visões.

Questões levantadas por Petra Pau

.Wir leben im 21. Jahrhundert, einem historisch besonderen:Meine Negativthese ist: Die Menschheit ist rasant auf dem Weg, sich selbst und überhaupt alles Leben zu vernichten.

Meine Positive these: Erstmals gibt es mit der Solaroption und der Digitalisierung zwei Produktivkräfte, die im Marx`schen Sinne über den Kapitalismus hinaus weisen.Meine Frage ist: Teilen Sie meine Negativthese und was ist dagegen zu tun?

Minha resposta para a pergunta negativa

Zu erst, begrüße icj

ganz herzlich die Vizepräsidentin des Bundestags DIE LINKE, Petra Pau nd und auch Dr. Cornelia Hildebrandt, die die Vermittlung möglich gemacht hat, und alle aus Ihrer Fraktion DER LINKE und die, die uns vielleicht in dieser LIVE begleiten werden.

Zu Ihrer ersten Frage, nämlich Ihrer negativen These, dass die Menschheit auf dem Weg in ihre eigene Zerstörung ist, würde ich Folgendes sagen.

Um eine fundierte Antwort zu geben, würde ich sagen, dass wir zunächst einmal den Kontext betrachten müssen, in dem das Coronavirus aufgetreten ist. Jeder ist besorgt über Wissenschaft, Impfstoffe und Einschränkungen. Das ist richtig und notwendig.

Aber wir müssen sagen, dass das Virus die Frucht des Anthropozene ist. Das heißt, seine Hauptursache ist die uneingeschränkte Ausplünderung der Ressourcen der Natur durch den Kapitalismus. Sie ist zerstörerisch in die Natur eingedrungen und hat den Lebensraum für eine Reihe von Viren wie Ebola, Zika, Chikungunya und jetzt Covid-19 zerstört.

 Ich verstehe das Eindringen des Virus als eine Art Gegenangriff der Erde auf die Menschheit. Die Erde hat ihre Grenze erreicht. Sie verfügt über begrenzte Ressourcen, die ein unbegrenztes Wachstums-/Entwicklungsprojekt nicht zulassen. Dies ist die DNA des Kapitalismus.

Ich mache mir die Worte des großen französischen Naturforschers Jacob Monod zu eigen:

Wir sind zu sinnlosem und wahnsinnigem Verhalten fähig. Von nun an können wir alles, wirklich alles, fürchten, einschließlich der Auslöschung der menschlichen Rasse. Es wäre der gerechte Preis für unsere Torheiten und unsere Grausamkeiten“.

Hier ist meine Antwort: Entweder wir ändern unsere Beziehung zur Natur, nicht mehr aggressiv und zerstörerisch für das ökologische Gleichgewicht, zu einer Beziehung des Respekts für ihre Grenzen und der Sorge um die Erhaltung ihrer Vitalität, oder wir werden keine Zukunft haben.

Das Schicksal der Erde und der Menschheit liegt in unseren Händen. Wir haben keine andere Alternative: Entweder wir ändern das Paradigma, dessen Zentrum das Leben und nicht der Profit ist, und Wissenschaft und Technologie, um dem Leben und nicht dem Markt zu dienen, oder wir werden uns in den Zug derer einreihen, die auf ihr eigenes Grab zusteuern.

Resposta para a pergunta positiva

In Bezug auf Ihre zweite These, die positive, möchte ich  ehrlich Ihnem sagen, dass ich sie nicht so positiv finde.

Natürlich ist es wichtig, durch  alternative Energien wie Solar, Wind, Geothermie und andere das Kohlendioxid zu reduzieren. Auch neue Technologien wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz die Arbetiswelt total verändern werden können.

Aber diese Lösungen befinden sich immer noch innerhalb des vorherrschenden Paradigmas, das  die Coronavirus-Katastrophe ermöglichte.

Sie verändern aber  nicht das Verhältnis des Menschen zur Natur. Hierin liegt das ganze Problem. Die Gründer des modernen Paradigmas, wie  Descartes und Francis Bacon, bechteteten den Menschen als Herren und Meister der Natur und nicht als Teil von ihr und auch nicht als di Hüter  ihrer Integrität  und Lebensfähigkeit. Ich vermute, dass  die kapitalistisch Unersättlichkeit an den natürlichen Ressourcen fortfahren wird mit den gefährlichen Auswirkungen, die wir kennen. Eine notwendige Wende müssen wir schaffen, wenn wir eine Zukunft haben wollen.

Ich befürchte was die Eigentümer der Finanzwelt, die großen Vermögen und Megakonzerne planen: der Menschheit eine Art kybernetischen Despotismus aufzuerlegen.

Mit künstlicher Intelligenz und ihren Milliarden von Algorithmen können sie jeden Menschen und die gesamte Menschheit kontrollieren, um ihr Vermögen und ihre Privilegien zu sichern.

Sie bilden die 0,1 % der Menschheit. Der Rest lebt am Ramde und würde als Untermenschen betrachtet werden.

Das heißt, wir hätten nichts von den Lektionen gelernt, die Covid-19 uns beibringen wollte. Wir können nicht zur früheren Normalität zurückkehren, denn das wäre zu pervers, mit zwei Ungerechtigkeiten: eine ökologische, die die Ökosysteme ausplündert, und eine soziale, die Millionen und Abermillionen von armen und miserablen Menschen schafft.

Das gemeinsame Schicksal ruft uns zu einem Neuanfang und nicht zu einer Wiederholung der Vergangenheit. Wenn wir es verlängern wollen, werden wir, wie gesagt, mit dem Schlimmsten rechnen müssen. Wie der Papst Franziskus mit Rechrt sagte: Diesmal retten wir uns alle zusammen oder keiner wird gerettet.

Zum Schluss: wie sehen Sie die Zukunft?

Es scheint, dass meine Position hoffnungslos ist. Im Gegenteil: Ich nähre viel Zuversicht und Hoffnung.

Wenn wir uns die Geschichte der menschlichen Evolution anschauen, sehen wir, dass sie durch viele gefährliche Krisen gegangen ist. Aber es hat sich immer gehalten. Die gegenwärtige paradigmatische Krise ist vielleicht die gefährlichste, aber wir glauben, dass sie nicht die letzte und auch nicht die endgültige sein wird.

Wir nähren nicht die Skepsis des alten Martin Heidegger, der schrieb: “Nur noch ein Gott kann uns retten.

Ich glaube eher an den Vers von Hölderin: Wo die Gefahr groß ist, ist die Chance auf Rettung noch größer.

Deshalb hege und pflege ich die Hoffnung, dass wir durch diese gegenwärtige Krise mit Schmerzen und strenger Belehrung gehen werden.

Eines Tages wurden wir im Herzen der großen roten Sterne geboren. Wenn wir Söhne und Töchter der Sterne sind, ist das ein Zeichen dafür, dass wir auf dieser Welt sind, um zu leuchten und nicht durch den Cvid-19 zu sterben. Und wir werden glänzen. Außerdem glaube ich an die Worte der jüdisch-christlichen Schrift, die uns Gott als “den großen Liebhaber des Lebens” vorstellt. Wenn Gott so ist, wird er nicht zulassen, dass wir wegen eines gefährlichen und unsichtbaren Virus so elendig verschwinden.

Wir werden leben und leuchten.

Vielen, vielen Dank

Prof.Dr.Dr.Leonardo Boff

Consumare il mondo o salvaguardare il mondo? Paradigmi opposti. Un testo di Leonardo Boff

La pandemia ci mette, sempre più, davanti ai limiti del nostro paradigma capitalistico. In queste breve, intenso, testo, che pubblichiamo per gentile concessione dell’autore, il teologo brasiliano Leonardo Boff ci offre spunti per un diverso paradigma
etico-sociale.

Leonardo Boff

“Consumare il mondo” o “salvaguardare il mondo” sono una metafora, frequente in bocca ai leader indigeni, che mettono in discussione il paradigma della nostra civiltà, la cui violenza li ha quasi fatti scomparire. Ora è stato messo sotto scacco dal Covid-19. Il virus ha colpito come un fulmine il paradigma del “consumare il mondo”, ovvero sfruttare senza limiti tutto ciò che esiste in natura in un’ottica di crescita / arricchimento senza fine. Il virus ha distrutto i mantra che lo sostengono: centralità del profitto, raggiunto attraverso la concorrenza, la più agguerrita possibile, accumulato privatamente, a scapito delle risorse naturali. Se obbediamo a questi mantra, saremmo sicuramente sulla strada sbagliata. Ciò che ci salva è ciò che è nascosto e invisibile nel paradigma del “consumare il mondo”: la vita, la solidarietà, l’interdipendenza tra tutti, la cura della natura e l’uno dell’altro. È il paradigma imperativo della “salvaguardia del mondo”.

Il paradigma del “consumare il mondo” è molto antico. Proviene dall’Atene del V secolo a.C., quando lo spirito critico irruppe e ci fece percepire la dinamica intrinseca dello spirito, che è la rottura di ogni limite e la ricerca dell’infinito. Tale scopo era pensato dai grandi filosofi, dagli artisti, compare anche nelle tragedie di Sofocle, Eschilo ed Euripide ed è praticato dai politici. Non è più il medén ágan del tempio di Delfi: “niente di troppo”.

Questo progetto di “mangiarsi il mondo” ha preso forma nella stessa Grecia con la creazione dell’impero di Alessandro Magno (356-323), che all’età di 23 anni fondò un
impero che si estendeva dall’Adriatico al fiume Indo in India.

Questo “consumare il mondo” si è approfondito nel vasto Impero Romano, rafforzato nella moderna era coloniale e industriale e culminato nel mondo contemporaneo con la globalizzazione della tecno-scienza occidentale, espansa in tutti gli angoli del pianeta. È l’impero senza limiti, tradotto nello scopo (illusorio) del capitalismo / neoliberismo con la crescita illimitata verso il futuro. Basta prendere come esempio, di questa ricerca di crescita illimitata, il fatto che nell’ultima generazione sono state bruciate più risorse energetiche che in tutte le precedenti generazioni dell’umanità. Non c’è luogo che non sia stato sfruttato per l’accumulo di merci.

Ma ecco, è emerso un limite insormontabile: la Terra, limitata come pianeta, piccola e
sovrappopolata, con beni e servizi limitati, non può sostenere un progetto illimitato. Tutto ha dei limiti. Il 22 settembre 2020, le scienze della Terra e della vita lo hanno identificato come l’Earth Overshoot Day, ovvero il limite dei beni e dei servizi naturali rinnovabili, fondamentali per mantenere la vita. Si sono esauriti. Il consumismo, non accettando limiti, porta alla violenza, togliendo alla Madre Terra ciò che non può più dare. Stiamo consumando l’equivalente di una Terra e mezzo. Le conseguenze di questa estorsione si manifestano nella reazione dell’esausta Madre Terra: aumento del riscaldamento globale, erosione della biodiversità (circa centomila specie eliminate ogni anno e un milione in pericolo), perdita di fertilità del suolo e crescente desertificazione, tra altri fenomeni estremi.

Attraversare alcuni dei nove confini planetari (cambiamento climatico, estinzione di specie, acidificazione degli oceani e altri) può causare un effetto sistemico, facendo crollare i nove e inducendo così il collasso della nostra civiltà. L’emergere del Covid-19 ha messo in ginocchio tutti i poteri militaristici, rendendo inutili e ridicole le armi di distruzione di massa. La gamma di virus precedentemente annunciata, se non modifichiamo il nostro rapporto distruttivo con la natura, potrebbe sacrificare diversi milioni di persone e assottigliare la biosfera, essenziale per tutte le forme di vita.

Oggi l’umanità è presa dal terrore metafisico di fronte ai limiti insormontabili e alla
possibilità della fine della specie. Il Great Reset del sistema capitalista è illusorio. La Terra lo farà fallire.

È in questo drammatico contesto che emerge l’altro paradigma, quello della “salvaguardia del mondo”. È stato allevato in particolare da leader indigeni come Ailton Krenak, Davi Kopenawa Yanomani, Sônia Guajajara, Renata Machado Tupinambá, Cristine Takuá, Raoni Metuktire e altri. Per tutti loro c’è una profonda comunione con la natura, di cui si sentono parte. Non hanno bisogno di pensare alla Terra come alla Grande Madre, Pachamama e Tonantzin perché la sentono così. Proteggono naturalmente il mondo perché è un’estensione del proprio corpo.

L’ecologia del profondo e dell’integrale, come si riflette nella Carta della Terra (2000), nelle Encicliche di Papa Francesco Laudato SI: come prendersi cura della nostra casa comune (2015) e Fratelli tutti (2020), e il programma “Pace, Giustizia e Preservazione del Creato” del Consiglio Ecumenico delle Chiese, tra gli altri gruppi, hanno assunto la “salvaguardia del mondo”. Lo scopo comune è quello di garantire le condizioni fisico chimico-ecologiche che sostengono e perpetuano la vita in tutte le sue forme, in particolare la vita umana. Siamo già nella sesta estinzione di massa e l’Antropocene la sta intensificando. Se non leggiamo emotivamente, con il cuore, i dati della scienza sulle minacce che pesano sulla nostra sopravvivenza, difficilmente ci impegneremo a salvaguardare il mondo.

Papa Francesco ha seriamente ammonito nella Fratelli tutti: “O ci salviamo insieme o nessuno si salva” (n. 32). È un avvertimento quasi disperato se non si vuole “gonfiare il corteo di chi va alla propria tomba” (Z. Bauman). Facciamo il salto della fede e crediamo in ciò che dice il Libro della Sapienza: “Dio è l’amante appassionato della vita” (11,26). Se è così, non ci permetterà di scomparire così miseramente dalla faccia della Terra. Lo crediamo e lo speriamo.

Leonardo Boff ha scritto: Cuidar la Tierra-Proteger la vida, cómo evitar el fin del mundo, Record 2010; Covid-19, la Madre Tierra contraataca a la Humanidad: advertencias de la pandemia, Vozes 2020.

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti).

Este Brasil faz mal à saúde

Publicamos este interessante artigo da Dra.Inez Padula Anderson “Esse Brasil faz mal à saúde”. Ela mostra como a saúde não é uma questão meramente individual. O ser humano vive dentro de uma teia de relações. A saúde depende em muito da qualidade destas relações. Atualmente nosso país vem atravessado por uma onda de ódio, de mentiras, de calúnias e ofensas a pessoas e a instituições. Tais atitudes são doentias em si mesmas e irradiam doenças que atingem o corpo, a mente, o espírito  e atmosfera social dentro da qual todos vivemos. Infelizmente somos (des)governados por uma autoridade suprema que revela forte pulsão de morte. Faz apologia das torturas e dos ditadores mais cruéis. Não elaborou nenhum projeto governamental de enfrentamento ao terrível Covid-19 que já fez mais de 400 mil vítimas. Antes, por palavras e atos fez-se aliado ao vírus.Raramente e de forma meramente  formal mostrou empatia para com as famílias enlutadas. A alma do Brasil está doente e adoece todo seu corpo social. Eu mesmo escrevi no meu blog/site um artigo na mesma linha da Dra.Inez: ”A lição do Covid-19: adoecemos a Terra e a Terra nos adoece”. A Mãe Terra inteira toda está doente porque lhe fizemos tantas agressões que acabou adoecendo. E como somos filhos e filhas da Mãe Terra ou melhor, somos a própria Terra que sente, pensa, ama e cuida, ela acabou nos adoecendo também. A demonstração disso é a intrusão do Covid-19. Só restabelecendo o pacto natural de amor e de cuidado para com ela e entre todos nós, poderemos vencer esta doença que nos ameaça a todos.

Leonardo Boff


Este Brasil Faz Mal à Saúde

Todas e todos sabemos que, além dos aspectos biológicos, fatores sociais, ambientais, psicológicos têm alto impacto nas condições de saúde das pessoas, das famílias e das comunidades.

Muitas vezes, ou talvez grande parte das vezes, não refletimos sobre isso na nossa vida em sociedade e seguimos, no ritmo frenético do cotidiano, sem questionar como estamos vivendo, o que acontece e o que está sendo feito relativamente a estes aspectos.

Naturalmente, cada pessoa, sua família, têm ou deveriam ter responsabilidade e condições de cuidar da sua saúde da melhor maneira possível.

Mas, quando falamos da saúde da população, dos grandes, dos macro-fatores que afetam a saúde de todos nós, ao fim e ao cabo, quem seriam os maiores responsáveis para cuidar destes aspectos?

As políticas públicas, os governos, os políticos, os empresários da saúde e da educação, os grandes empresários da comunicação e marketing, os grandes produtores de alimentos, os que detém maior poder de compra (não importa de que ramo) são os maiores e centrais atores que podem transformar as condições que nos circundam a todos e todas, em meio de cultivo de saúde ou de doença.

Estamos acostumados a pensar que a saúde é um bem, uma característica individual, que depende somente de a pessoa cuidar bem ou mal da sua saúde, e há quem ganhe (muito) com esta falsa premissa.

Infelizmente, a saúde não tem e nunca terá uma origem individual, uma vez que, apesar de se manifestar no individuo, a saúde e a doença serão sempre o resultado de aspectos de cunho individual, familiar, mas, fortemente, simultaneamente, de fatores sócio-ambientais e culturais. Sabemos que ela depende da água que bebemos, da comida que comemos, do ar que respiramos. Mas muitos se esquecem de alguns aspectos fundamentais que têm igual ou maior força na capacidade de nos adoecer ou nos manter saudáveis: a carga de estresse que vivemos, as condições de trabalho, as condições do tráfego, a presença ou ausência de espaço e tempo para o ócio, para o contato com a natureza, para a prática de atividades físicas, para o lazer e para a arte, para o tempo que temos para amar e ser amados, para dar e receber afeto, para cuidar do outro (o cuidado é essencial para nos concebermos como humanos), do reconhecimento e pertencimento a uma coletividade, de podermos nos identificar com uma cultura que nos orgulhe, enfim do tempo que passamos vivendo, ou simplesmente sobrevivendo.

O Brasil, esta bela e rica terra abençoada, que nos têm dado tantas possibilidades de ter saúde, nunca foi uma nação onde, de modo geral, os governantes, os políticos e detentores do poder, cuidaram bem do seu povo, ao contrário. Ao longo dos seus mais de 500 anos de história, salvo períodos espasmódicos, temos sido governados, direta e indiretamente, por representantes que mantém políticas que, cada vez mais, cuidam dos seus interesses individuais e corporativos, e que fazem e continuarão fazendo isso, sem remorso, sem quaisquer questionamentos de ordem ética. Estamos uma nação sem educação, sem amor-próprio; aporofóbica, racista e preconceituosa. Talvez o símbolo mais nefasto desta trajetória, e para o qual precisamos ter plena consciência – é que somos um povo que – em pleno século XXI – escolheu para presidente um homem que faz a apologia da morte, da tortura, do extermínio e age em conformidade com estes princípios.

Estou aqui me perguntando por que estou escrevendo tudo isso? Para quem? Quem sou eu? Penso que sou uma pessoa que tem sofrido, como tantos e tantas brasileiras e brasileiros, a tristeza de ver, especialmente nos últimos 3 anos, um país sendo despedaçado, de forma consciente e determinada por políticas públicas que não interessam ao povo brasileiro, exceto aquela parcela de sempre, que detém o poder e os benefícios deste modo de produção.

Sei que para enfrentar estes desafios não há solução mágica. Tenho somente convicção que não dependerá somente de uma pessoa, de um político… Dependerá de todas e todos, cada um de nós assumirmos alguma atitude que contribua para a reversão deste quadro.

Se o que escrevi contribuir para a reflexão, e quem sabe para alguma ação no sentido contrário a esta tragédia que estamos mergulhados, terá compensado.

Maria Inez Padula Anderson, mãe, avó, médica de família e comunidade, professora da Universidade do Estado do Rio de Janeiro, mestrado e doutorado em saúde coletiva e, atualmente, diretora cientifica da Sociedade Brasileira de Medicina de Família e Comunidade

Die schmerzhafte Geburt von Mutter Erde: eine Biozivilisation

Leonardo Boff

Der von Präsident Joe Biden einberufene Klimagipfel ist ein Alarmsignal. Wenn wir die Erwärmung nicht bis zur Grenze von 1,5 Grad stoppen, werden wir eine gefährliche Ausrottung der Artenvielfalt und Millionen von Klima-Migranten erleben, die, da sie sich nicht an die Veränderungen anpassen können und ihre Lebensgrundlage verlieren, sich gezwungen sehen, ihre geliebte Heimat zu verlassen und die Grenzen anderer Länder zu durchbrechen, was zu ernsthaften gesellschaftspolitischen Problemen führt.

CO2 verbleibt etwa 120 Jahre in der Atmosphäre. Wir sind uns seiner toxischen Wirkung auf  lebende Systeme erst spät bewusst geworden. In den letzten Jahren hat sich etwas Beängstigendes ereignet: das schnelle Auftauen des Permafrosts – jenes gefrorenen Teils, der sich von Kanada über Russland erstreckt. Hinzu kommt das schnelle Schmelzen der Polkappen und Grönlands. Dieses Phänomen verschärft die globale Erwärmung, denn Methan ist 25 mal so schädlich wie CO2. Jedes Rind gibt durch Wiederkäuen und Blähungen jährlich zwischen 80-100 kg Methan an die Atmosphäre ab. Stellen Sie sich vor, was eine solche Menge bei allen Rinderherden der Welt bedeutet. Allein in Brasilien ist die Zahl der Rinder größer als unsere Bevölkerung.

Egal was wir tun, aufgrund der übermäßigen Anhäufung von Treibhausgasen in der Atmosphäre werden wir keine Möglichkeit haben, extreme Auswirkungen zu vermeiden. Sie werden kommen: Taifune, lang anhaltende Dürren, extrem heiße Sommer und übermäßiger Schneefall, Erosion der Artenvielfalt und Verlust der Bodenfruchtbarkeit u. a.  Was wir tun können und müssen, ist, uns auf ihren Einbruch vorzubereiten und so die katastrophalen Auswirkungen abzumildern.

Niemand auf dem Klimagipfel hatte den Mut, auf die eigentlichen Ursachen unserer Erderwärmung hinzuweisen: unsere kapitalistische Produktionsweise, in deren DNA das unbegrenzte Wachstum steckt, das den unbegrenzten Abbau natürlicher Ressourcen bis zu dem Punkt fordert, an dem die Nachhaltigkeit des Planeten stark geschwächt wird. Eine endliche Erde kann kein unendliches Projekt vertragen. Hier liegt die Ursache, neben anderen kleineren, der globalen Erwärmung. Jeder weiß, dass hier die eigentliche Frage liegt. Warum prangert sie niemand an? Weil sie direkt antisystemisch ist, weil sie den Kern des modernen techno-wissenschaftlichen Paradigmas der unbegrenzten Entwicklung/des unbegrenzten Wachstums trifft, dem Staaten und Konzerne sich verpflichtet fühlen.

Sie wären gezwungen, etwas zu ändern, was ihrer Logik widersprechen würde. Aber das wollen sie nicht, denn der Profit steht über dem Leben. Nur der argentinische Präsident Alberto Fernández hatte den Mut, anzuprangern: “Umweltverschmutzung ist der Weg zum Selbstmord.“ Seine Aussage deckt sich mit der Aussage der amerikanischen Akademie der Wissenschaften, die vor einigen Jahren eine Erklärung abgab, die mehr oder weniger in diese Richtung ging: Wenn wir nicht aufpassen, kann die Erwärmung einen “abrupten Sprung” (ein so verwendeter Ausdruck) machen, bis sie in kurzer Zeit etwa 4 Grad Celsius erreicht; bei dieser Hitze, so heißt es, werden sich die Arten kaum anpassen und Millionen werden verschwinden, darunter Millionen und Abermillionen von Menschen.

Praktisch alle bedauern, dass die “Entscheidungsträger” in Politik und Wirtschaft einen gravierenden Mangel an Bewusstsein für die Risiken zeigen, die auf unserem Gemeinsamen Haus lasten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass etwas Ähnliches wie bei Covid-19 passieren wird.

Trotz der Warnung von Virenexperten, dass wir kurz vor dem Eindringen eines schweren Virus stehen, bereiten sich nur sehr wenige auf diese Eventualität vor. Deshalb ist ein Sprung auf eine neue Ebene des kollektiven Bewusstseins, die es uns erlauben würde, eine neue Normalität einzuweihen, die sich von der bisherigen, für die Menschheit und die Natur perversen, unterscheidet, nicht absehbar. Wir fragen uns: Haben wir die Lektionen gelernt, die Mutter Erde durch den Gegenangriff auf die Menschheit durch Covid-19 geschickt hat? In Anbetracht der weit verbreiteten Sorglosigkeit scheint es, dass wir in der Illusion einer Rückkehr zur alten, ungerechten Normalität verharren.

Die Rede unseres Präsidenten Jair Bolsonaro auf dem Gipfel im Weißen Haus war eine reine Gefälligkeit. Er gab eine klare Demonstration, dass er ein legitimer Vertreter der Post-Wahrheit sei, weil er die alte chinesische Weisheit ausführte: “Schau nicht auf den sprechenden Mund eines Politikers, sondern auf seine handelnden Hände.“ Der Mund widersprach völlig dem, was die Hände tun. Der Mund spricht Versprechungen aus, die praktisch nicht realisierbar sind, und die Hände praktizieren durch ihren Anti-Umweltminister die systematische Verwüstung der Wälder und die Demontage der Einrichtungen, die die Ökosysteme erhalten.

So wie der “Ungenannte” Bolsonaro mit Covid-19 verbündet ist, so ist der Umweltminister mit den Holzfällern verbündet, die illegal und kriminell als die Hauptschuldigen für die 357,61 km2 abgeholzten Waldes erscheinen, die schlimmsten der letzten Jahre. Die Hände leugnen, was der Mund sagt.

Trotz aller Sorgen glauben und hoffen wir, dass die Menschheit aus dem Leid und hoffentlich auch aus der Liebe lernen wird: Entweder werden wir uns ändern, oder, um es mit den Worten Sigmunt Baumans zu sagen, die er eine Woche vor seinem Tod sprach, wir werden uns der Prozession derer anschließen, die sich auf dem Weg in ihr eigenes Grab befindet.

Die Menschheits- und Naturgeschichte ist nie linear; sie kennt Brüche und Sprünge nach oben. Sie lädt uns dazu ein, uns neu zu erfinden. Bloße Verbesserungen und das Anlegen von Verbänden über die Wunden des verwundeten Körpers von Mutter Erde sind nicht genug. Wir sind zu einem Neuanfang gezwungen. Nach der Erd-Charta und der Enzyklika von Papst Franziskus “Über die Sorge für unser Gemeinsames Haus” (Laudato Si’ e a Fratelli tutti) “sitzen wir alle in einem Boot: entweder wir retten uns alle oder niemand wird gerettet” (Nr. 35; 54; 137).

Die Erde ist durch 15 große Dezimierungen gegangen, aber das Leben hat immer überlebt. Es wird sich auch jetzt nicht selbst zerstören. Wir stehen vor einer schwierigen Lehre für die gesamte Menschheit, denn wir haben keine andere Wahl als diese: entweder zu leben oder unterzugehen. Freud selbst sehnte sich, obwohl skeptisch, nach dem Triumph des Lebenstriebes über den Todestrieb. Das Leben ist zu mehr Leben und sogar zu ewigem Leben berufen.

In dieser Hoffnung habe ich gerade ein Buch veröffentlicht, mehr optimistisch als pessimistisch, aber von einem machbaren Realismus, der einen vielversprechenden Horizont garantieren soll: “Die schmerzhafte Geburt der Mutter Erde: eine Gesellschaft der Geschwisterlichkeit ohne Grenzen und der sozialen Freundschaft“.

Es ist eine Utopie? Ja, aber eine notwendige, damit wir gehen können. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass das Utopische zum Realen gehört, das nicht nur aus Daten besteht, die schon immer gemacht wurden, sondern auch aus verborgenen Potenzialen, die darauf warten, zum Ausbruch gebracht zu werden und einen neuen Fußabdruck auf dem Boden der Geschichte zu ermöglichen. Es ist nicht gut, auf Fußabdrücke zu treten, die von anderen gemacht wurden. Wir müssen unsere eigenen Fußabdrücke schaffen. Neue Musik, neue Ohren. Neue Krisen, neue Antworten. Wir haben immer noch eine Zukunft, gestärkt durch den Einen, der angekündigt hat, dass er “der leidenschaftliche Liebhaber des Lebens” ist (Weisheit 11,26). Er wird uns helfen, eine schmerzhafte, aber wahre und glückliche Überfahrt zu machen. So glauben wir und so hoffen wir.

Leonardo Boff, Ökotheologe und Schriftsteller.