Menschenmengen auf der Straße – Wie sind sie zu interpretieren?

 

 Ein Geist des Massenaufstands weht über die Welt und besetzt die einzigen Orte, die den Leuten noch bleiben: die Straßen und die Plätze. Die Bewegung hat gerade erst ihren Anfang genommen, zuerst in Nordafrika, dann in Spanien mit den « Entrüsteten » und in England und in den USA mit den « Occupies » sowie in Brasilien mit den jungen Menschen und anderen sozialen Bewegungen. Niemand schwenkt die klassischen Fahnen des Sozialismus, der Linken, einer Befreiungs- oder einer Revolutionspartei. All diese Optionen sind entweder ausgespielt oder üben nicht genügend Anziehungskraft aus, um die Massen zu bewegen. Das sind jetzt die Themen des täglichen Lebens der Bürger/innen: partizipative Demokratie, Transparenz der öffentlichen Angelegenheiten, klare Zurückweisung jeglicher Art von Korruption, eine mögliche und notwendige neue Welt. Niemand fühlt sich von den politischen Mächten vertreten, die eine Welt der Palastpolitik hervorgebracht haben, indem sie mit dem Rücken zum Volk oder direkt die Bürger/innen manipulieren.

Für jeden Analytiker stellt es eine Herausforderung dar, dieses Phänomen zu interpretieren. Dazu bedarf es nicht nur der reinen Vernunft; es braucht einen holistischen Vernunftansatz, der andere Formen der Intelligenz miteinbezieht, arationale, emotionale und archetypische Problemstellungen, die aus dem historischen Prozess direkt hervorgehen, wenn nicht sogar aus der Kosmogenese. Auf diese Weise hätten wir einen mehr oder weniger vollständigen Rahmen, welcher der Einzigartigkeit dieses Phänomens gerecht werden könnte.

Zunächst müssen wir feststellen, dass dies das erste größere Ereignis ist, ein Resultat der neuen Ära in der menschlichen Kommunikation, die völlig offen ist, eine Demokratie in der Stunde Null, die sich über die sozialen Netzwerke zum Ausdruck bringt. Jeder kann aus der Anonymität heraustreten und seine Meinung kund tun, Gesprächspartner finden, Gruppen und Versammlungen organisieren, ein Programm entwerfen und auf die Straße gehen. Auf ein Mal bilden sich Netzwerke von Netzwerken, die Tausende mobilisieren, über Grenzen von Raum und Zeit hinaus. Dieses Phänomen muss mit Präzision analysiert werden, denn es könnte einen Sprung in der Zivilisation darstellen, welcher der Geschichte eine neue Richtung verleiht, nicht nur einem einzigen Land, sondern der ganzen Menschheit. Die Demonstrationen in Brasilien haben Solidaritätsbekundungen in etlichen anderen Städten der Welt, vor allem in Europa, hervorgerufen. Brasilien besteht plötzlich nicht mehr nur aus Brasilianern. Es handelt sich um einen Teil der Menschheit, der sich als eine Spezies versteht, die gemeinsam in dem einen selben Haus lebt und sich betroffen von kollektiven und universellen Angelegenheiten fühlt.

Warum sind diese Massenbewegungen gerade jetzt in Brasilien ausgebrochen? Dafür gibt es viele Gründe. Ich gehe hier nur auf einen dieser Gründe ein und komme auf die anderen ein andermal zurück.

Mein Gefühl für die Welt sagt mir als erstes, dass es sich um einen Sättigungseffekt handelt: Die Menschen haben die in Brasilien ausgeübte Politik satt, selbst die der Führungsspitze der Arbeiterpartei PT (abgesehen von der Kommunalpolitik, die sich die alte populäre Inbrunst bewahrt hat). Die Menschen haben von Programmen profitiert wie die « bolsa familia » (Familienwohlfahrt), vom « Licht für alle », « mein Haus meines Lebens », « credito consignado » (leichterer Zugang zu Verbraucherkrediten, und sie sind in die Konsumgesellschaft eingetreten. Und nun? Der kubanische Dichter Ricardo Retamar drückt es treffend aus: « Der Mensch hat zwei Arten von Hunger: einen Hunger nach Brot, der unstillbar ist, und einen anderen nach Schönheit, der unstillbar ist. »  Schönheit ist hier zu verstehen als Bildung, Kultur, Anerkennung der Menschenwürde und der Rechte des einzelnen und der Gesellschaft, einen Mindestgrad an Gesundheit und weniger unmenschliche Fortbewegungsmittel.

Dieser zweite Hunger wurde nicht ausreichend von der politischen Macht, weder von der PT noch von anderen Parteien, gestillt. Wem es gelingen konnte, seinen ersten Hunger zu stillen, dem ist daran gelegen, dass auch die anderen Arten von Hunger berücksichtigt werden, nicht zuletzt der Hunger nach Kultur und Partizipation. Es gibt ein wachsendes Bewusstsein für das tiefgreifende soziale Ungleichgewicht, das für die brasilianische Gesellschaft eine große Stigmatisierung darstellt. Dieses Phänomen wird umso unerträglicher, je mehr die Bürgerschaft und die reale Demokratie sich dessen bewusst werden.

 

In Gesellschaften, in denen die soziale Schere so weit auseinander klafft wie in der unseren, besteht die Demokratie nur formal und wird im Akt des Wählens ausgeübt (was im Grunde genommen in der Möglichkeit besteht, alle vier Jahre seinen neuen Diktator zu wählen, da der Kandidat, wenn er erst einmal gewählt ist, mit dem Rücken zum Volk regiert und eine Palastpolitik praktiziert). Sie zeigt sich als eine kollektive Farce. Diese Farce wurde nun demaskiert. Die Massen wollen an den Entscheidungen über Großprojekte, die sie betreffen, beteiligt werden, doch bis jetzt werden sie nicht einmal dazu befragt. Ganz zu schweigen von der indigenen Bevölkerung, deren Land für die Agro-Industrie oder für Wasserstaudamm-Projekte beschlagnahmt wurde.

Das Phänomen der Menschenmengen auf der Straße erinnert mich an das Stück von Chico Buarque de Hollanda und Paulo Pontes Bridges von 1975: « Der Wassertropfen ». Jetzt haben wir den letzten Tropfen erreicht, der das Fass zum Überlaufen bringt. Die Autoren müssen irgendwie eine Intuition für das aktuelle Phänomen gehabt haben, als sie im Vorwort ihres Buchs schrieben: « Wichtig ist, dass das brasilianische Leben wieder der Tribüne der brasilianischen Öffentlichkeit zurückgegeben werden kann … Unsere Tragödie ist die Tragödie des brasilianischen Lebens. » Nun wird diese Tragödie durch die schreienden Menschenmengen auf der Straße angeprangert. Das Brasilien, wie wir es heute haben, ist nicht für uns. Es schließt uns vom Sozialpakt aus, dessen Löwenanteil immer den Eliten zukommt. Die Menschen wollen ein brasilianisches Brasilien, in dem das Volk ernst genommen wird und in dem sie bei der Neugründung des Landes beitragen können, das auf anderen, eher demokratisch-partizipativen und ethischen Grundlagen basiert und weniger auf schlechten Formen sozialer Beziehungen.

 

Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Schrei nicht gehört, verstanden und befolgt wird. Von nun an ist eine andere Politik möglich.

Übersetzt von Bettina Gold-Harnack

Zeichen des Geistes in der Welt

 

 Seit einiger Zeit hat sich eine richtige Theologie um die „Zeichen der Zeit“ entwickelt, so als könne man mithilfe dieser Wahrnehmung einen göttlichen Plan für die Geschichte der Menschheit erkennen. Dieses Vorgehen ist jedoch riskant, denn um die Zeichen zu erkennen, muss man zuerst die Zeit erkennen. Und die heutige ist komplex, wenn nicht widersprüchlich. Was für die Einen ein Zeichen des Geistes ist, kann für andere ein Gegenzeichen sein.

 

 Es gibt jedoch gewisse Ereignisse, die von allen ernst genommen werden müssen, tragen sie doch eine Offenkundigkeit in sich selbst. Wegen ihrer hohen Sinndichte werden wir hier auf einige von ihnen eingehen.

 

 Beim ersten geht es zweifellos um den Prozess der Planetisierung. Dieser stellt über die Tatsache hinaus, ökonomisch und politisch unleugbar zu sein, ein historisch-anthropologisches Phänomen dar: Die Menschheit entdeckt sich selbst als Spezies, die im selben und einzigartigen Haus, dem Planeten Erde, lebt und ein gemeinsames Schicksal teilt. Dieser nimmt vorweg, was bereits Pierre Teilhard de Chardin in seinem Kirchenexil in China im Jahr 1933 sagte: Wir befinden uns im Vorzimmer einer neuen Phase der Menschheit: der Phase der Noosphäre, d. h. der Einklang des Geistes mit dem Herzen, welche sich mit der Geschichte der Erde zu einer einzigen Geschichte vereinen. Jener Geist sucht immer die Einheit, die Versöhnung und den Einklang in der Verschiedenheit.

Ein weiteres wichtiges Zeichen wird durch die Weltsozialforen gesetzt, die seit dem Jahr 2000 in Porto Alegre (Brasilien) ihren Ausgang nahmen. Zum ersten Mal in der modernen Geschichte gelang es den Armen der Welt, als Gegengewicht zum Treffen der Reichen in der schweizerischen Stadt Davos, so viel Energie und Ausdruckskraft zu bündeln, dass sie Tausende vereinten, um ihre Erfahrungen des Widerstands und der Befreiung zu demonstrieren und den gemeinsamen Traum zu nähren, dass eine andere Welt möglich und nötig ist. Hier sieht man die Saat des neuen Paradigmas der Menschheit aufgehen, die in der Lage ist, auf eine andere Weise die Produktion, den Konsum, den Naturschutz und die Einbeziehung aller in einem gemeinsamen Projekt, das die Zukunft des Lebens gewährleistet, zu organisieren.

Mit dem Arabischen Frühling hat der Geist auch ein Zeichen in der Welt gesetzt. Er hat ganz Nordafrika angesteckt und steht unter dem Zeichen der Suche nach Freiheit, nach Achtung der Menschenrechte und der Integration der Frauen, als gleichberechtigte Mitglieder an gesellschaftlichen Prozessen. Diktatoren wurden gestürzt, Demokratien ausprobiert, der religiöse Aspekt wird im Neuaufbau der Gesellschaft mehr und mehr geschätzt, wobei die fundamentalistischen Ansätze eine sekundäre Rolle spielen. Diese historischen Fakten müssen interpretiert werden, und zwar über die weltliche und soziopolitische Lesart hinaus als ein Aufleuchten des Geistes der Freiheit und der Kreativität.

Wer könnte leugnen, dass, nach biblisch-theologischer Lesart, die Krise von 2008, die hauptsächlich das wirtschaftliche und finanzielle Machtzentrum der Welt getroffen hat, in dem sich die großen wirtschaftlichen Konglomerate befinden, die von Spekulationen leben und damit zur Destabilisierung anderer Länder beitragen, was deren Bevölkerung zur Verzweiflung treibt, auch ein solches Zeichen des Geistes ist? Es ist ein Warnzeichen, dass die Bosheit ihre Grenzen hat und dass Gottes strenges Strafgericht über sie kommen kann: ihre komplette Vernichtung.

Als Gegengewicht zu diesem vorigen negativen Zeichen gibt es eine positive Bewegung der Opfer, die sich in Europa als die „Indignados (Empörten)“ in Spanien und England und als „Occupy Wall Street“ in den USA zusammengeschlossen haben.  An ihnen lässt sich eine Energie für den Protest und die Suche nach neuen Formen der Demokratie und der Produktionsweise ablesen, deren Ursprungsquelle, in der Lesart des Glaubens, der Geist ist.

Ein weiteres Zeichen des Geistes in der Welt hat Gestalt angenommen in einem steigenden ökologischen Bewusstsein einer wachsenden Zahl von Menschen auf der ganzen Welt. Die Tatsachen lassen sich nicht leugnen: Wir sind an das Limit der Erde gestoßen, die Ökosysteme sind mehr und mehr erschöpft, die Tage der fossilen Energieträger, des geheimen Motors unseres gesamten Industrieprozesses, sind gezählt, und die globale Erwärmung, die sich nicht stoppen lässt, könnte in wenigen Jahrzehnten die gesamte biologische Artenvielfalt bedrohen.

Wir sind die Hauptverantwortlichen für dieses ökologische Chaos. Wir brauchen dringend ein anderes Zivilisations-Paradigma, das auf einer Linie ist mit den Visionen, die die Menschheit bereits mit dem „Guten Leben“ und dem „Guten Leben mit“ (sumak kawsay) der Andenvölker ausprobiert haben, wie auch mit dem „Glücksindex“ von Butan, dem Ökosozialismus, der solidarischen und biozentrierten Ökonomie, einer richtig verstandenen Grünen Wirtschaft oder mit Projekten, deren Hauptmerkmal auf dem Leben liegt, der Menschheit und der lebendigen Erde.

Schließlich ist der Aufstieg der feministischen und der öko-feministischen Bewegung ein starkes Zeichen des Heiligen Geistes in der Welt. Die Frauen haben nicht nur die weltliche Herrschaft der Männer über die Frauen (Gender-Frage) verurteilt, sondern vor allem die ganze patriarchalische Kultur. Das Eindringen der Frauen in alle Domänen der menschlichen Aktivität, in die Arbeitswelt, in die Zentren des Wissens, in die Domäne der Politik und der Künste, vor allem aber mit einer tiefen Reflexion über die Stellung der Frau und über die ganze Realität, müssen als ein gewaltiger Blitz des Geistes in der Geschichte erachtet werden.

Das Leben auf der Erde ist bedroht. Der Frau ist das Leben eigen, denn sie bringt es seit jeher hervor und sorgt für es. Ich glaube, das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Frauen sein, die zusammen mit den Männern mehr und mehr kollektive Verantwortung übernehmen werden. Durch sie werden Werte wie Achtsamkeit, Kooperation, Solidarität, Mitgefühl und bedingungslose Liebe die Grundlage einer neuen zu testenden planetarischen Zivilisation.

Übersetzt von Bettina Gold-Hartnack

 

 

Primeras impresiones sobre la encíclica Lumen Fidei

La Encíclica Lumen Fidei viene con la autoría del Papa Francisco, pero es sabido que fue escrita por el Papa anterior, ahora emérito, Benedicto XVI. Confiesa claramente el Papa Francisco: «Asumo tu precioso trabajo,  limitándome a añadir al texto alguna contribución». Y así debe ser, de lo contrario, no tendría la nota del magisterio papal. Sería simplemente un texto teológico de alguien que un día fue el Papa.

Benedicto XVI quería escribir una trilogía sobre las virtudes cardinales. Escribió sobre la esperanza y el amor. Pero le faltaba la fe, lo que hace ahora con los pequeños complementos  del Papa Francisco.

La Encíclica no trae ninguna novedad sensacional que llame la atención de la comunidad teológica, del conjunto de los fieles o del público en general. Es un texto de alta teología, con un estilo recargado y lleno de citas bíblicas y de los Santos Padres. Curiosamente cita autores de la cultura occidental como Dante, Buber, Dostoievski, Nietzsche, Wittgenstein, Romano Guardini y al poeta Thomas Eliot. Se puede ver claramente la mano del Papa Benedicto XVI, sobre todo en discusiones refinadas de difícil compresión hasta para los teólogos, manejando  expresiones griegas y hebreas, como suele hacer un doctor y maestro.
El texto va dirigido a la Iglesia. Habla de la luz de la fe a quienes ya están dentro del mundo iluminado por la fe. En este sentido es una reflexión intrasistémica.

Tiene una dicción típicamente occidental y europea. En el texto solo hablan  autoridades europeas. No se toma en consideración el magisterio de las iglesias  continentales, con sus tradiciones, teologías, santos y testigos de la fe. Cabe señalar este solipsismo, pues en Europa sólo vive el 24% de los católicos, el resto está fuera, el 62% de ellos en el llamado Tercer Mundo y Cuarto Mundo. Puedo imaginar a un católico sudcoreano,  indio, angolano, mozambiqueño  o incluso andino leyendo esta encíclica. Posiblemente todos ellos entenderán muy poco de lo que está escrito allí, ni se encuentran reflejados en ese tipo de argumentación.
El hilo conductor de la argumentación teológica es típico del pensamiento de Joseph Ratzinger como teólogo: la preponderancia del tema de la verdad, diría, casi obsesiva. En nombre de esa verdad, se contrapone frontalmente a la modernidad. Tiene dificultad para aceptar uno de los temas más caros al pensamiento moderno: la autonomía del sujeto y su uso a la luz de la razón. J. Ratzinger la ve como una forma de sustituir la luz de la fe.

No muestra esa actitud tan recomendado por el Concilio Vaticano II que sería: en enfrentamientos con las tendencias culturales, filosófica e ideológicas contemporáneas, cabe principalmente identificar las pepitas de verdad que hay en ellas, y desde ahí  organizar el diálogo, la crítica y la complementariedad. Es blasfemar contra el Espíritu Santo imaginar que los modernos sólo han pensado mentiras y falsedades.

Para Ratzinger el propio amor debe someterse a la verdad, sin la cual no se superaría el aislamiento de «yo» (n.27). Sin embargo, sabemos que el amor tiene sus propias razones y obedece a una lógica distinta, diferente, sin ser contraria a la verdad. El amor  puede no ver con claridad, pero ve con más profundidad la realidad. Ya San Agustín siguiendo a Platón decía que sólo comprendemos verdaderamente  lo que amamos. Para Ratzinger, «el amor es la experiencia de la verdad» (n.27) y «sin la verdad, la fe no salva» (n.24).

Esta declaración es problemática en términos teológicos, pues toda la Tradición, especialmente los Concilios han afirmado que sólo salva «aquella  verdad informada por la caridad» (fides  caritate informata). Sin el amor, la verdad es insuficiente para alcanzar la salvación. En un lenguaje pedestre diría: lo que salva no son las prédicas verdaderas sino las prácticas efectivas.
Todo documento del Magisterio está hecho por muchas manos, tratando de contemplar las distintas tendencias teológicas aceptables. Al final, el Papa da su forma y lo avala. Esto también se aplica a este documento.

En su parte final, probablemente, de mano de Papa Francisco, hay una apertura notable, de sentido pastoral, que se compagina mal con las partes anteriores, fuertemente doctrinales. En ellas se afirma enfáticamente que la luz de la fe ilumina todas las dimensiones de la vida humana. En la parte final la actitud es más modesta: «La fe no es una luz que disipa todas nuestras tinieblas, sino una lámpara que guía nuestros pasos en la noche y eso basta para el camino» (n.57). Con precisión teológica afirma que «la profesión de fe no es asentimiento a un conjunto de verdades abstractas, sino hacer que la vida entre en plena comunión con el Dios vivo» (45).

La parte más rica, en mi opinión, es el n. 45 cuando se explica el Credo. Ahí se convierte en una afirmación que desborda la teología y tangencia la filosofía: «el fiel afirma que el centro del ser, el corazón más profundo de todas las cosas es la comunión divina» (n.45). Y completa: «El Dios-comunión es capaz de abrazar la historia del hombre e introducirlo en su dinamismo de comunión» (n. 45).

Pero se constata en la Encíclica una dolorosa laguna que le quita gran parte de su relevancia: no aborda la crisis de fe del ser humano hoy, sus dudas, sus preguntas que ni la fe puede responder: ¿Dónde estaba Dios en el tsunami que diezmó miles de vidas o en Fukushima? ¿Cómo creer después de las masacres de miles de indios a manos de los cristianos a lo largo de nuestra historia, de los miles de torturados y asesinados por las dictaduras militares de los años 70 a 80? ¿Cómo tener todavía fe después de los millones de muertos en los campos de exterminio nazis? La encíclica no ofrece ningún elemento  para responder a estas preguntas. Creer es siempre creer a pesar de… La fe no elimina las dudas y angustias de un Jesús que grita en la cruz: “Padre, ¿por qué me has abandonado?” La fe tiene que pasar por este infierno y transformarse en  esperanza de que para todo hay un sentido, pero escondido en Dios. ¿Cuándo se revelará?

Traducción de Maria Jose Gavito Milano

Una energia vulcanica ha fatto irruzione per le strade del Brasile

Tenterò di svolgere una riflessione non convenzionale  sulle dimostrazioni variegate avvenute nel mese di giugno di quest’ anno. È di natura antropologico-filosofica.

È cosa nota nella riflessione antropologica e psicanalitica che detta legge nell’essere umano un’energia vulcanica difficilmente controllabile dalla ragione.  Alcuni la chiamano «libido», altri «élan vital», altri «principio speranza». Abbiamo a che fare con una energia di costruzione e di distruzione, con un caos originario che può essere caotico e creativo. Tutto il lavoro della cultura, delle leggi, della religione e dell’etica è creare una valvola di sicurezza perché questa energia possa defluire e essere regolata affinché  il suo lato costruttivo prevalga sul lato distruttivo. L’equilibrio è fragile. A qualsiasi momento e in qualsiasi situazione questa energia sta lì presente gorgogliando e tentando di irrompere e fare il suo corso storico. La cultura, la religione, l’etica e si costruiscono  uno schema esistenziale dove questa energia trova una certa stabilità e equilibrio.

Ma ogni cambiamento partecipa della implenitudine e  della vulnerabilità di tutto quello che esiste. Lentamente la sua capacità di regolazione si indebolisce fino a «incancrenirsi». Dunque, per un momento, le barriere del fiume  cedono, i margini sono superati  e le acque cercano un nuovo letto.

Grandi analisti di dinamica delle trasformazioni come Toynbee, Jung  e Freud tra gli altri si sono soffermati su questo fenomeno. Istruttiva è l’analisi fornita da Freud nel 1930, in piena crisi economico-finanziaria mondiale, come quella di oggi, col suo famoso scritto «Il malessere della cultura» (Das Hunbehagen in der Kultur). Lui ha abbandonato il rigore scientifico che ha adottava per la psicanalisi, e,  tra le perplessità dei suoi seguaci, ha abbordato temi culturali con acuto senso di osservazione.

In questo scritto Freud dimostra la forza vulcanica di questa energia vitale e i limiti della ragione  nel volerla contenere. Dice esplicitamente che si tratta di confronto di uno scontro  «due forze celesti»: la forza della vita (eros) e la forza della morte (tànatos). Il libro termina con una non conclusione: «L’eterno Eros deve impiegare un grande sforzo per affermarsi in faccia il suo nemico pure immortale (Tanatos); ma chi può prevedere il successo di questo combattimento? Con questa aporia conclude la sua riflessione.

Applichiamo questa comprensione al fenomeno delle  strade in  Brasile.  Una risistemazione politico-sociale è avvenuta attraverso il PT, con grande fatica, contro una tradizione elitista e antipopolare di durata secolare. Il PT significava la cristallizzazione del potere sociale accumulato nelle basi, trasformato adesso in potere politico. Ha conquistato il luogo centrale delle decisioni dei destini del paese. Si presentava come una risposta alla domanda che per decine d’anni si era discussa nei gruppi  e  muoveva menti e cuori: “quale Brasile vogliamo che sia liberatore rispetto alle grandi maggioranze storicamente condannati e offese”?

Una volta al potere, il TP ha provveduto alle principali urgenze popolari da sempre negate o insufficientemente soddisfatte. Finalmente la dignità dei condannati a essere non-cittadini è stata riscattata: hanno potuto mangiare, avere un minimo di educazione, di salute di benefici di modernità come luce elettrica, accesso alla casa e al sistema bancario. Una popolazione di emarginati  grande come l’Argentina è stata inclusa nella società contemporanea. Un fatto di magnitudine storica. La diseguaglianza sociale, la nostra piaga maggiore, è diminuita  del 17%.

Ma questo progetto di inclusione ha raggiunto dopo 10 anni il suo limite estremo. L’illusione del PT è stata quella di credersi come l’incarnazione del Brasile  che noi volevamo. Ha abbandonato il lavoro nelle basi e ha perso l’organicità con i movimenti sociali organizzati che l’avevano creato. Nelle basi non si discuteva più di politica né si sognava la costruzione di un Brasile ancora migliore.

Il popolo, una volta svegliato, vuole di più. Non basta uscire dalla miseria della povertà. Postula un altro Brasile dove non ci siano contraddizioni scandalose come l’attività politica mossa  da interessi, accordi e affari, come la corruzione, frutto della relazione incestuosa tra potere pubblico e interessi privati dei potenti. I privilegi delle élites  dominanti contano più che i diritti dei cittadini. Per loro sono fatti i principali investimenti lasciando le briciole avanzate per le necessità della popolazione. Da questo si spiega la cattiva qualità del trasporto collettivo in città  gonfie perché non si fa nessuna riforma agraria,  la salute precaria, l’educazione squalificata. Inoltre aumenta la burocrazia stupida, complicata, fatta per non andare incontro alla domanda del popolo.

Le vie sono state occupate dall’energia di indignazione. Non si tratta di qualche centesimo ma di rispetto e di diritti negati. La stessa distruzione di beni pubblici sono gesti di negazione di un mondo che nega le persone. Voglio dire, i cambiamenti storici-sociali già non funzionavano più. Si rifiuta tutto: il potere pubblico, i partiti, qualsiasi sigla di organizzazione. Quello che resta lì deve cambiare. È una società in uno stato nascente la cui centralità deve essere la cosa pubblica, di tutti.

Non intendere  questa irruzione vuol dire negarsi alla realtà, non fare i cambiamenti voluti e  permettere che l’energia del negativo trionfi. Abbiamo bisogno di molto impegno perché l’eterno Eros garantisca che il fiume sociale possa trovare un nuovo alveo.

Traduzione di Romano Baraglia – romanobaraglia@gmail.com