„In seinem Land scheint das Leben nichts wert zu sein: Man tötet schon wegen eines Handys.“

Leonardo Boff

       Dieser Satz stammt nicht von mir. Er geht auf einen der größten Humanisten unseres Kontinents zurück: den ehemaligen uruguayischen Präsidenten Pepe Mujica. Nach einem langen Gespräch über das Schicksal unserer Länder – der Welt und des Kapitalismus (der sich in eine Kultur verwandelt hat, die uns alle umgibt) – gestand er an einer Stelle: „In Brasilien scheint das Leben nichts wert zu sein; die Menschen töten für ein Mobiltelefon. In Uruguay – einem ‚winzigen‘ kleinen Land – erfährt früher oder später jeder davon, wenn ein ähnliches Verbrechen geschieht.“ In seinem Land jedoch bleibt der Fall schlichtweg ungeklärt – weil das Opfer schwarz ist.

Am Ende umarmten wir uns, und die Harmonie in unserem Gespräch war so tief, dass er zu mir sagte: „Wir sind Geistesverwandte.“ Überrascht verstummte ich, um nicht in Tränen auszubrechen, und – mit vor Emotionen belegter Stimme – sagte ich ihm schlicht: „Es gibt zwei Menschen auf dieser Welt, die ich bewundere: Papst Franziskus und Sie, Pepe Mujica.“ Er umarmte mich fest, und ich sah, wie eine verstohlene Träne aus seinen müden Augen rann.

       Er sagte die Wahrheit. Ein Bekannter aus einer marginalisierten Gemeinschaft im Großraum Rio erzählte mir: „Ich sprach mit einem Militärpolizisten, der früher regelmäßig auf unserem kleinen öffentlichen Platz verkehrte, und er sagte zu mir: ‚Mensch, ich bin jetzt schon seit zwei Stunden hier und habe immer noch keinen einzigen jungen Schwarzen  getötet.‘“ Viele junge schwarze Männer im Alter zwischen 15 und 18 Jahren werden getötet – durch Kopfschüsse –, gestützt auf die Behauptung: Entweder sind sie in den Drogenhandel verwickelt, oder sie stehen kurz davor, sich ihm anzuschließen. Und so findet die „Auslese“ statt (ein Begriff, der von einem inhaftierten ehemaligen Gouverneur geprägt wurde).

In der heutigen Welt scheint das Leben wahrlich wertlos zu sein. Man muss nur auf das Gemetzel und den Völkermord blicken, die unter Netanjahus Befehl im Gazastreifen verübt werden – auf die Ermordung von Kindern im Sudan –, ganz zu schweigen von den Tausenden, die in der Ukraine und im Iran inmitten der Bombardements getötet wurden: auf der einen Seite durch die Russen und auf der anderen durch die Amerikaner und Israelis, die dabei sogar Künstliche Intelligenz einsetzen.

Der Leiter des UN-Büros für humanitäre Angelegenheiten erklärt: „Die Kosten für 14 Tage Krieg würden 87 Millionen Menschenleben retten“ (O Globo, 22. April 2026, S. 19). Warum entscheiden wir uns nicht für das Leben, sondern ziehen stattdessen den Tod vor? Dies ist das Rätsel unserer condition humaine – ein Rätsel, das sich als grausam und gnadenlos erweist.

Ich habe etwas Erschreckendes gelesen, das bereits in Betrieb ist und bis 2027 fertiggestellt sein wird: eine Super-Künstliche Intelligenz, die Billionen von Algorithmen verwaltet, die aus der ganzen Welt zusammengetragen wurden. Sie ist nicht mehr von menschlichen Entscheidungen abhängig. Sie könnte sich letztlich dazu entschließen, jegliches menschliche Leben auszulöschen. Prof. HOC, einer unserer seriösesten Geopolitiker, hat ihre Funktionsweise auf seinem YouTube-Kanal detailliert beschrieben: „Der Kampf, der über die Zukunft der Menschheit entscheiden könnte: Anthropic IA und die amerikanische Regierung“ (geben Sie einfach diesen Titel bei Google ein).

       In diesem bedrohlichen Kontext geziemt es uns, – solange noch Zeit ist – über die Vortrefflichkeit des Lebens nachzusinnen. Die althergebrachten Antworten lauten, dass sie von Gott herrührt oder von etwas Geheimnisvollem, das uns unzugänglich ist.

Doch unsere Sichtweise änderte sich radikal, als James Watson und Francis Crick im Jahr 1953 die Struktur eines Desoxyribonukleinsäure-Moleküls (DNA) entschlüsselten, das die Bauanleitung für die Entstehung des Menschen enthält. Das DNA-Molekül besteht aus zahlreichen Kopien einer einzigen Grundeinheit – dem Nukleotid –, das in vier Formen vorkommt: Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C).

Dieses aus vier Buchstaben bestehende Alphabet entfaltete sich zu einem weiteren Alphabet aus zwanzig Buchstaben – den Proteinen. Gemeinsam bilden sie den genetischen Code, der sich in Form einer Doppelhelix-Struktur – zweier molekularer Stränge – manifestiert. Dieser Code ist bei allen Lebewesen identisch. Deshalb sind wir alle miteinander verwandt. Den Wissenschaftlern Watson und Crick zufolge ist „das Leben nichts weiter als eine immense Anordnung koordinierter chemischer Reaktionen; das ‚Geheimnis‘ dieser Koordination liegt in einem komplexen und atemberaubenden Satz von Anweisungen, die chemisch in unserer DNA eingeschrieben sind“ (vgl. *DNA: The Secret of Life*, Companhia das Letras, 2005, S. 424). Doch es ist weit mehr als das: Für andere Kosmologen bewirkte eine liebevolle und mächtige Hintergrundenergie, dass alle Elemente zusammenfanden, um genau diesen Satz von Anweisungen zu bilden – Jemand, der als die Quelle allen Lebens hervortritt. Wer ist Er?

Somit wurde das Leben in den globalen Prozess der Evolution integriert. Nach der gewaltigen Explosion des Urknalls vor 13,7 Milliarden Jahren dehnten sich die freigesetzte Energie und Materie aus, verdichteten sich und gewannen an Komplexität, wobei sie im Zuge ihrer Entwicklung neue Ordnungen schufen. Sobald ein hohes Maß an materieller Komplexität erreicht war, entstand das Leben als kosmischer Imperativ (vgl. Joël de Rosnay, *A aventura da vida*, Vozes 1992).

Das Leben stellt somit eine Möglichkeit dar, die in primordialen Energien und Urmaterie angelegt ist. Materie ist nicht „materiell“, sondern vielmehr ein hochgradig interaktives Feld kondensierter Energien. Dies ist die Auffassung prominenter Persönlichkeiten aus Quantenphysik, Biologie und Kosmologie.

Das Leben existiert seit 3,8 Milliarden Jahren. Es ist die urzeitliche – und ursprüngliche – Eva aller Lebewesen. Wir Menschen sind ein Unterkapitel jenes grundlegenden Kapitels, das das Leben selbst ist. Wir sind jener Teil der Erde, der eines Tages – inmitten extremer Komplexität – begann zu fühlen, zu denken, zu lieben und zu verehren. So entstand der Mensch.

Schließlich wage ich es, zu wiederholen, was ich bereits in einem früheren Artikel geschrieben habe: Verschiedenen Biologen und Kosmologen zufolge wäre das Universum ohne Leben unvollständig. Sobald ein bestimmtes Maß an Komplexität erreicht ist, entsteht Leben – überall im Universum – als ein kosmischer Imperativ. Dies ist die These von Christian de Duve – einem Nobelpreisträger der Biologie – sowie des indischen Quantenphysikers Amit Goswami.

Deshalb müssen wir unsere Sicht auf das Universum erweitern und es nicht als etwas Lebloses betrachten, sondern als etwas, das voller Leben ist – auf Billionen von Planeten in mehreren Milliarden Galaxien. Unsere Milchstraße ist der Träger dieses kostbaren Juwels, das das Leben ist. In uns hat es sich widergespiegelt und ist bewusst geworden, mit der Fähigkeit, der Geschichte eine Richtung zu geben.

Doch gerade jetzt haben wir in unserer unverantwortlichen Kühnheit eine künstliche Superintelligenz geschaffen, die uns vernichten könnte. Wir hegen die Hoffnung, dass das Leben immer triumphieren wird, so wie es alle fünfzehn großen Massensterben der Vergangenheit überstanden hat.

Leonardo Boff schreibt für die Zeitschrift LIBERTA des ICL (https:// www.revistaliberta.com.br); gemeinsam mit dem Kosmologen M. Hathaway verfasste er das Werk „Das Tao der Befreiung“, das 2010 in den USA mit der Goldmedaille für neue Wissenschaft und Kosmologie ausgezeichnet wurde; vgl. auch „Ethik des Lebens“, Record 2006.

(https://www.leonardoboff.org).

Raíces del feminicidio: el desmontaje del matriarcado por el patriarcado

                      Leonardo Boff

         Hubo una época en la que no se aceptaba la existencia histórica del matriarcado debido a la insuficiencia de datos. Las investigaciones arqueológicas, los estudios de Bachofen,Engels de Neuman de la psicología profunda y otros campos confirmaron el hecho de que realmente existió, hace unos 20 años, una fase matriarcal de la humanidad.

         Primeramente, fue identificada en la cuenca del Mediterráneo y luego en casi todas las partes del mundo. Se descubrieron figuras femeninas de la divinidad, las grandes madres de mil pechos, simbolizando la fecundidad de la mujer.

         Estas sociedades eran profundamente ecológicas, integradas en la naturaleza, pacíficas, espirituales e inclusivas de todos y todas.

         Pero los tiempos cambiaron y con ellos las relaciones entre hombres y mujeres. Probablemente el desarrollo de instrumentos y de tecnologías más efectivas para dominar la naturaleza y conseguir alimentos, exigiendo mayor fuerza física, permitió a los hombres ganar lentamente más protagonismo. Ellos se valieron de estas ventajas y elaboraron estrategias para desplazar al matriarcado. Introdujeron el dominio del hombre sobre la mujer y ocuparon todos los espacios públicos.

         Se produjo una verdadera lucha de los sexos, una lucha de género que aún no ha terminado, pues continúa hasta nuestros días. Pongamos un ejemplo.

         Es emblemática la forma en que fue reelaborado el pecado de Adán y Eva. En él se revela todo el esfuerzo de desmontaje del matriarcado por parte del patriarcado. Esta visión fue profundizada a partir de 1986, cuando se creó la Internationale Akademie HAGIA, dedicada a la investigación crítica y a las experiencias del matriarcado. Su fundadora, Heide Göttner-Abendroth, resumió las investigaciones en dos volúmenes: Das Matriarchat I y II (Stuttgart, 1988 y 1991).

         Para nuestra reflexión son fundamentales los estudios multidisciplinarios de dos destacadas teólogas feministas, Riane Eisler (Sex Myth  and Poilitics of the Body: New Paths to Power and Love, Harper San Francisco 1955)  y Françoise Gange(Les dieux menteurs, Paris, Editions Indigo-Côtes Femmes, 1997). Ellas, de manera refinada, utilizando la lingüística, el estructuralismo y otras ciencias afines, mostraron que bajo el actual relato patriarcal subyace un relato matriarcal anterior. Este fue borrado y reescrito para justificar el poder patriarcal sobre la mujer. Seguiremos su argumentación.

         Los ritos y símbolos sagrados del matriarcado son diabolizados y retroproyectados a los orígenes bajo la forma de un relato primordial fundado en el designio del Creador.

         El actual relato del pecado de los orígenes pone en cuestión cuatro símbolos fundamentales de la religión de las grandes diosas-madres.

         El primer símbolo atacado fue la propia mujer (Libro del Génesis 3,16), que en la cultura matriarcal estaba dotada de un sexo sagrado, generador de vida. Como tal, simbolizaba a la Gran Madre, la Divinidad Suprema.

         En segundo lugar, se deconstruyó el símbolo de la serpiente, considerada el principal atributo de la Diosa-Madre. Ella representaba la sabiduría divina que se renovaba constantemente, como la piel de la serpiente.

         En tercer lugar, se desfiguró el árbol de la vida, siempre considerado uno de los principales símbolos vitales. Uniéndo el cielo con la Tierra, el árbol renueva continuamente la vida, como fruto supremo de la divinidad y del universo. Génesis 3,6 reconoce explícitamente que “el árbol era bueno para comer, agradable a los ojos y deseable para alcanzar sabiduría”. Pero sobre él cae la prohibición: ni siquiera puede tocarse, pues puede producir la muerte.

         En quarto lugar, se destruyó la relación hombre-mujer, que originariamente constituía el corazón de la experiencia de lo sagrado. La sexualidad era sagrada porque posibilitaba el acceso al éxtasis y al saber místico.

         El actual relato del pecado de los orígenes invirtió totalmente el sentido profundo y verdadero de esos símbolos. Los desacralizó, los diabolizó y los transformó de bendición en maldición.

         La mujer será eternamente maldita, convertida en un ser inferior: “el hombre te dominará” (Gn 3,16). El poder de la mujer de dar vida fue transformado en una maldición: “multiplicaré los sufrimientos de tus embarazos” (Gn 3,16).

 Como se desprende, la inversión fue total y tuvo consecuencias altamente negativas para el imaginario posterior, controlado por los hombres.

         La serpiente es maldita (Gn 3,14) y convertida en símbolo del demonio tentador. El símbolo principal de la mujer fue transformado en su enemigo mortal: “pondré enemistad entre ti y la mujer” (Gn 3,15).

         El árbol de la vida y de la sabiduría, en la lectura patriarcal actual, aparece bajo el signo de la prohibición (Gn 3,3). Antes, en la cultura matriarcal, comer del árbol de la vida era impregnarse de sabiduría. Ahora, comer de él significa un peligro mortal anunciado por Dios mismo: “no comáis del fruto del árbol que está en medio del jardín, ni siquiera lo toquéis, porque moriréis” (Gn 3,3).

         El amor sagrado entre el hombre y la mujer aparece distorsionado: “con dolor darás a luz a tus hijos; tu deseo te arrastrará hacia tu marido y él te dominará” (Gn 3,16).

         A partir de entonces se volvió imposible una lectura positiva de la sexualidad, del cuerpo y de la feminidad. Aquí está la justificación histórico-social del crimen del feminicidio en Brasil y en el mundo. Según la ONU, 140 mujeres son víctimas de feminicidio por día en el mundo. En América Latina y el Caribe, 11; en Brasil, 4 diarias.

         Aquí se muestra lo que ocurrió con la deconstrucción total del relato anterior, femenino y sagrado. El relato original de los orígenes fue reescrito de tal manera que contaminó todas las significaciones posteriores. Todos somos, en mayor o menor medida, rehenes del relato adámico, antifeminista y culpabilizador.

         El trabajo de las teólogas Riane Eisler y Françoise Gange pretende ser intencionalmente liberador: mostrar el carácter construido del actual relato dominante, centrado en la dominación, el pecado y la muerte; y proponer una alternativa más originaria y positiva, en la que aparece una nueva relación con la vida, con el poder, con lo sagrado y con la sexualidad. E impedir el feminicidio.

         Esta interpretación no pretende restaurar una situación pasada, sino encontrar un mayor punto de equilibrio entre los valores masculinos y femeninos para los tiempos actuales.

         Estamos asistiendo a un cambio de paradigma en las relaciones masculino/femenino. Este debe consolidarse con un pensamiento profundo e integrador que posibilite una felicidad personal y colectiva mayor que aquella débilmente alcanzada bajo el régimen patriarcal. Eso es lo que las feministas, políticas, antropólogas, filósofas y teólogas de Brasil y del mundo están haciendo con notable creatividad.

Leonardo Boff escribe para la revista LIBERTA del Instituto Conhecimento Liberta. También escribió junto a Rose Marie Muraro Femenino y Masculino: una nueva conciencia para el encuentro de las diferencias (Editora Vozes, 2012).

Raízes do feminicídio: o desmonte do matriarcado pelo o patriarcado

Leonardo Boff

Houve uma época em que não se aceitava a existência histórica do matriarcado por insuficiência de dados. As pesquisas arqueológicas, os estudos da psicologia do profundo e outros confirmaram o fato de que realmente existiu,há 20 anos, uma fase matriarcal da humanidade.

Primeiramente, foi identificada na bacia do Mediterrâneo e depois em quase todas as partes do mundo. Descobriram-se figuras femininas da divindade, as grandes mães de mil seios, simbolizando a fecundidade da mulher.

Essas sociedades eram profundamente ecológicas, integradas na natureza, pacíficas e inclusivas de todos.

Mas os tempos mudaram e com eles as relações entre homens e mulheres. Provavelmente o desenvolvimento de instrumentos e de tecnologias mais efetivas no domínio da natureza e na consecução dos alimentos, exigindo mais força física, permitiram aos homens, ganharem, lentamente, mais proeminência. Eles se valeram destas vantagens e elaboraram  estratégias para desbancarem o matriarcado.Introduziram o domínio do homem sobre a mulher e a ocupação deles de todos os espaços públicos.

Deu-se uma verdadeira luta dos sexos, luta de gênero que não terminou ainda, pois  continua até os dias de hoje. Exemplifiquemos.

É emblemática a  forma como foi retrabalhado  o pecado de Adão e Eva. Nele se revela todo esforço  de desmonte do matriarcado por parte do patriarcado.Essa visão foi aprofundada a partir de 1986 quando se criou a Internationale Akademie HAGIA, dedicada à  pesquisa crítica e às experiências do matriarcado. A fundadora Heide Göttner-Abendroht resumiu as pesquisas em dois volumes Das Matriarcat I e II (Stuttgart 1988 e 1991).

Para a nossa reflexão é fundamental os estudos multidisiplinares de duas eruditas teólogas feministas, Riane Eisler (Sex Myth  and Poilitics of the Body: New Paths to Power and Love, Harper San Francisco 1955) e Françoise Gange (Les dieux menteurs, Paris, Editions Indigo-Côtes Femmes, 1997). Elas, de forma refinada, usando a linguística, o estruturalismo e outras ciências afins, mostraram que ao atual  relato patriarcal subjaz um relato matriarcal anterior.Ele foi apagado e reescrito para justificar o poder patriarcal sobre a mulher. Seguiremos sua argumentação.

Os ritos e símbolos sagrados do matriarcado são diabolizados e retro-projetados às origens na forma de um relato primordial e divino.

O atual relato do pecado das origens coloca em xeque quatro símbolos fundamentais da religião das grandes deusas-mães.

O primeiro símbolo a ser atacado foi a própria mulher (Livro do Gênesis 3,16) que na cultura matriarcal era dotada do  sexo sagrado, gerador de vida. Como tal ela simbolizava a Grande-Mãe, a Suprema Divindade.

Em segundo lugar, desconstrui-se o símbolo da serpente, considerado o atributo principal da Deusa-Mãe. Ela representava a sabedoria divina que se renovava sempre como a pele da serpente.       

Em terceiro lugar, desfigurou-se a árvore da vida, sempre tida como um dos símbolos principais da vida. Ligando o céu com a Terra, a árvore continuamente renova a vida, como fruto melhor da divindade e do universo. O Gênesis 3,6 reconhece explicitamente que “a árvore era boa para se comer, uma alegria para os olhos e desejável para se agir com sabedoria”. Mas sobre ela cai o interdito,nem se pode tocá-la,pode produzir a morte.

Em quarto lugar, destruí-se a relação homem-mulher que originariamente constituía o coração da experiência do sagrado. A sexualidade era sagrada pois possibilitava o acesso ao êxtase e ao saber místico.

O atual relato do pecado das origens inverteu totalmente o sentido profundo e verdadeiro desses símbolos.Dessacralizou-os,diabolizou-os e os transformou de bênção em maldição.

A mulher será eternamente maldita, feita um ser inferior:“o homem a dominará” (Gen 3,16). O poder da mulher de dar a vida foi transformado numa maldição:”multiplicarei o sofrimento da gravidez”(Gn 3,16). Como se depreende, a inversão foi total e com consequências altamente negativas para o imaginário posterior, controlado pelos homens.

A serpente é maldita (Gn 3,14) e feita símbolo do demônio tentador. O símbolo principal da mulher foi transformado em seu inimigo fidagal:”porei inimizade entre ti e a mulher”Gn 3,15).

A árvore da vida e da sabedoria, na atual leitura patriarcal, vem sob o signo do interdito ( Gn. 3,3). Antes, na cultura matriarcal, comer da árvore da vida era se imbuir de sabedoria. Agora comer dela significa um perigo mortal anunciado por Deus mesmo:”não comais do fruto da árvore do meio do jardim, sequer a toquei, do contrário morrereis *(Gn 3,3).

O amor sagrado entre o homem e a mulher vem distorcido:”entre dores darás à luz  os filhos; a paixão arrastar-te-á para o marido e ele  te dominará”(Gn 3,16). 

A partir de então se tornou impossível uma leitura positiva da sexualidade, do corpo e da feminilidade. Aqui está a justificativa histórico-social do crime do feminicídio no Brasil e no mundo. Segundo a ONU: 140 mulheres são vítimas de feminicídio por dia no mundo. Na América Latina e Caribe,11, no Brasil 4 diárias.

Aqui se mostra o que se operou com a desconstrução total do relato anterior, feminino e sacral. Reescreveu-se o relato original das origens de forma a contaminar todas as significações posteriores. Todos somos, bem ou mal, reféns do relato adâmico, antifeminista e culpabilizador.

O trabalho das teólogas Riane Eisler e Françoise Gange pretende ser intencionalmente libertador:  mostrar o caráter construído do atual relato dominante, centrado sobre a dominação, o pecado e a morte; e propor uma alternativa mais originária e positiva na qual aparece uma relação nova com a vida, com o poder, com o sagrado e com a sexualidade.E impossibilitar o feminicídio.

Essa interpretação não visa repristinação uma situação passada mas encontrar um ponto de equilíbrio maior entre os valores masculinos e femininos, para os tempos atuais.

Estamos assistindo a uma mudança de paradigma nas relações masculino/feminino. Ela deve ser consolidada com um pensamento profundo e integrador que possibilite uma felicidade pessoal e coletiva maior do que aquela debilmente alcançada sob o regime patriarcal. É o que as feministas, políticas, antropólogas, filósofas e teólogas do Brasil e do mundo estão fazendo com expressiva criatividade.

Leonardo Boff escreve para a revista LIBERTA do Instituto Conhecimento Liberta (ICL:https://www.revistaliberta.com.br); escreveu também com Rose Marie Muraro,   Feminino e Masculino: uma nova consciência para o encontro das diferenças, Editora Vozes 2012 (https://www.leonardoboff.org)

“En su país la vida parece no valer nada: se mata por un celular”

Leonardo Boff

            Esa frase no es mía. Es de uno de los mayores humanistas de nuestro continente, el expresidente uruguayo José Mujica. Después de un largo diálogo sobre el destino de nuestros países, del mundo, del capitalismo transformado en una cultura que nos envuelve a todos, en cierto momento confesó:“En Brasil la vida parece no valer nada: se mata por un celular. En Uruguay, cuando hay un crimen semejante, siendo un país ‘chiquitito’, todos llegan a saberlo”. En su país queda así, sin investigación, pues se trata de un negro.

            Al final nos abrazamos, y tal fue la sintonía en nuestras palabras que me dijo: “somos almas hermanas”. Yo, sorprendido, guardé silencio para no llorar y, con la voz entrecortada, apenas le dije: “ia .Hay dos personas que yo admiro enormemente:el Papa Francisco y Usted,Mujica.” Él me abrazó fuertemente y vi que una lágrima furtiva corría por sus cansados ojos.

            Decía la verdad. Una conocida de una comunidad periférica del Gran Río me contó: “hablé con un policía militar que iba y venía por nuestra placita y me dijo: ‘caramba, estoy aquí desde hace dos horas y todavía no maté a ningún joven negro’”. Muchos jóvenes negros entre 15 y 18 años son asesinados con un tiro en la cabeza con esta justificación: o pertenecen al narcotráfico o van a entrar en él. Entonces se procede al “abate” (expresión de un exgobernador hoy preso /eliminación, ejecución)

            En el mundo actual parece, efectivamente, que la vida no vale nada. Véase la matanza y el genocidio cometidos bajo el mando de Benjamin Netanyahu en la Franja de Gaza. Los asesinatos de niños en Sudán, sin hablar de los miles de muertos en Ucrania y en Irán bajo los bombardeos, por un lado de los rusos y, por otro, de los norteamericanos y los israelíes, incluso utilizando Inteligencia Artificial.

            El jefe de la Oficina de la ONU para Asuntos Humanitarios afirma: “los gastos de 14 días de guerra salvarían 87 millones de vidas” (O Globo, 22/4/26, p.19). ¿Por qué no decidimos por la vida y preferimos la muerte? Ese es el misterio de nuestra condición humana, que se muestra cruel y sin piedad.

            Leo algo aterrador que ya está en funcionamiento y se completará hacia 2027: una superinteligencia artificial que maneja trillones de algoritmos, acumulados de todo el mundo. Ya no depende de decisiones humanas. Puede, eventualmente, tomar la decisión de eliminar toda la vida humana. El profesor HOC, uno de nuestros más serios analistas geopolíticos, describió en detalle su funcionamiento en su YouTube: “La disputa que puede decidir el futuro de la humanidad: Anthropic y el gobierno estadounidense” (basta entrar en Google y escribir este título)

            En este contexto amenazador conviene reflexionar, aún a tiempo, sobre la excelencia de la vida. Las respuestas consagradas dicen que proviene de Dios o de algo misterioso, inaccesible para nosotros.

            Pero nuestra visión cambió radicalmente cuando en 1953 James Watson y Francis Crick descifraron la estructura de la molécula de ácido desoxirribonucleico (DNA), que contiene el manual de instrucciones de la creación humana. La molécula de DNA consiste en múltiples copias de una unidad básica, el nucleótido, que se presenta en cuatro formas: adenina (A), timina (T), guanina (G) y citosina (C).

            Ese alfabeto de cuatro letras se despliega en otro alfabeto de veinte letras que son las proteínas. Forman el código genético que se presenta en una estructura de doble hélice o de dos cadenas moleculares. Es el mismo en todos los seres vivos. Por eso somos todos parientes. Para los científicos Watson y Crick: “la vida no es más que una vasta gama de reacciones químicas coordinadas; el ‘secreto’ de esta coordinación es un complejo y fascinante conjunto de instrucciones inscritas químicamente en nuestro DNA” (cf. DNA: el secreto de la vida, Companhia das Letras, 2005, p. 424). Pero es mucho más: para otros cosmólogos, una energía de fondo, amorosa y poderosa, hizo converger todos los elementos para formar este conjunto de instrucciones: alguien que aparece como la fuente de toda la vida. ¿Quién es? Este es el misterio decifrado por las religiones.

            Así, la vida fue insertada en el proceso global de la evolución. Después de la gran explosión del Big Bang, hace 13.700 millones de años, la energía y la materia liberadas se fueron expandiendo, densificando, complejizando y creando nuevas formas de organización. Al alcanzar un alto nivel de complejidad, irrumpió la vida como un imperativo cósmico. (cf.Joël de Rosnay, La aventura de la vida, Vozes 1992)

            La vida representa, entonces, una posibilidad presente en las energías originarias y en la materia primordial. La materia no es “material”, sino un campo altamente interactivo de energías condensadas, como sostienen destacados físicos cuánticos, biólogos y cosmólogos.

            La vida existe desde hace 3.800 millones de años. Ella es la Eva originaria de todos los seres vivos. Nosotros, los humanos, somos un subcapítulo del capítulo fundamental que es la propia vida. Somos aquella porción de la Tierra que un día, bajo extrema complejidad, comenzó a sentir, pensar, amar y venerar. Así surgió el ser humano.Somos Tierra.

            Por último, me atrevo a repetir lo que escribí en un artículo anterior. Según varios biólogos y cosmólogos, “el Universo sería incompleto sin la vida”. Siempre que se alcanza cierto nivel de complejidad, la vida surge como un imperativo cósmico, en cualquier parte del universo. Es la tesis de Christian de Duve, premio Nobel de biología, y del físico cuántico, de la India Amit Goswami.

            Por lo tanto, debemos enriquecer nuestra visión del universo, no como algo muerto, sino lleno de vida en trillones de planetas dentro de miles de millones de galaxias. Nuestra Vía Láctea, de tamaño medio, es portadora de esta joya preciosa que es la vida. En nosotros, la vida se hizo reflexiva y consciente, con la capacidad de dar rumbo a la historia.

            Pero en este momento, dada nuestra osadía irresponsable, hemos creado una superinteligencia artificial que puede destruirnos. Sin embargo, alimentamos la esperanza de que la vida siempre triunfará, como logró sobrevivir a las quinze grandes extinciones del pasado.

Leonardo Boff escribe para la revista del ICL LIBERTA (https://www.revistaliberta.com.br); escribió junto con el cosmólogo M. Hathaway El Tao de la Liberación, premiado en 2010 en Estados Unidos con la medalla de oro en nueva ciencia y cosmología; cf. también Ética de la vida, Record, 2006 (https://www.leonardoboff.org).