Die Unersättlichkeit des Kapitalismus brachte uns Covid-19

Ich habe die These vertreten, dass Covid-19 ein Gegenangriff von Mutter Erde gegen das System des Kapitals und dessen politischen Ausdruck, den Neoliberalismus, ist. Er hat die militaristischen Mächte, die mit ihren Massenvernichtungswaffen das Leben auf dem Planeten vernichten könnten, in die Knie gezwungen, gedemütigt. Wenn der Krieg gegen den Planeten weitergeht, will dieser uns vielleicht nicht mehr. Ein tödlicheres Virus, das gegen jeden Impfstoff immun ist, könnte einen großen Teil der menschlichen Spezies zu seinem Ende führen.

Eine solche Eventualität ist nicht unmöglich, weil dieses für Natur und Menschen Tod bringende System laut den Worten von Papst Franziskus eine selbstmörderische Tendenz hat. Es würde eher den Tod riskieren, als auf seine Gefräßigkeit zu verzichten.

Die folgende Kurzgeschichte von Leo Tolstoi (1828-1910), die er den Bauern seines Hofes Isnaya Poliana unter dem Titel “Wie viel Erde braucht der Mensch” erzählt, mag uns zum Nachdenken anregen.

“Es war einmal ein Bauer, der ein Stück Land bearbeitete, das nicht sehr fruchtbar war. Er arbeitete hart, aber ohne reiche Ernte. Er beneidete seine Nachbarn, die größeres Land und üppigere Ernten hatten. Er ärgerte sich sehr über die hohen Steuern, die er für das kleine Land und den mageren Verdienst noch zu zahlen hatte.

Eines Tages dachte er viel nach und beschloss: “Ich werde mit meiner Gefährtin weit weg von hier gehen, um besseres Land zu suchen.  Er erfuhr, dass es viele Meilen von seinem Zuhause entfernt Zigeuner gab, die Land sehr billig und sogar zu lächerlich niedrigen Preisen verkauften, wenn sie jemanden sahen, der bedürftiger und arbeitswilliger war.

Dieser Bauer, begierig darauf, mehr und mehr Land zu besitzen, um es zu bewirtschaften und reich zu werden, dachte: “Ich werde einen Pakt mit dem Teufel schließen. Dieser wird mir Glück bringen”, sagte er zu seiner Frau, die die Nase rümpfte. Sie warnte ihn:

“Mein Mann, hüte dich vor dem Teufel, es bringt nie etwas Gutes, einen Pakt mit ihm zu schließen.

Doch auf Drängen ihres Mannes beschloss sie, ihn bei der Verwirklichung seines ehrgeizigen Projekts zu begleiten. Damit machten sie sich auf den Weg, wobei sie nur wenige Habseligkeiten mitnahmen.

Als sie bei den Zigeunern ankamen, war der Teufel schon da, schön herausgeputzt und machte den Eindruck eines einflussreichen Landhändlers. Der Bauer und seine Frau begrüßten die Zigeuner höflich. Als sie gerade ihren Wunsch äußern wollten, Land zu erwerben, trat der Teufel kurzerhand vor und sagte:

“Guter Herr, ich sehe, dass Sie einen langen Weg hinter sich haben und von dem großen Wunsch ergriffen sind, gutes Land zu besitzen, um es zu bepflanzen und ein Vermögen zu machen. Ich habe einen ausgezeichneten Vorschlag für Sie. Das Land ist billig und erschwinglich für Sie. Ich mache Ihnen folgenden Vorschlag: Sie lassen einen angemessenen Geldbetrag in einer Tasche hier neben mir liegen. Wenn Sie einen ganzen Tag lang, vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang, durch das Gebiet wandern und zurück sind, bevor die Sonne untergeht, gehört das ganze Land, das Sie durchwandern, Ihnen. Andernfalls verlieren Sie das Geld im Beutel.

Die Augen des Bauern leuchteten vor Rührung und er sagte:

“Ich finde, das ist ein ausgezeichneter Vorschlag. Ich habe starke Beine und nehme den Vorschlag an. Morgen früh, bei Sonnenaufgang, werde ich laufen, und das ganze Gebiet, das meine Beine erreichen können, wird mein sein.

 Der Teufel, bösartig wie immer, lächelte breit.

In der Tat, sehr früh am Morgen, sobald die Sonne über den Horizont schien, begann der Bauer zu laufen. Er sprang über Zäune, überquerte Bäche und hielt, noch nicht zufrieden, nicht einmal an, um sich auszuruhen. Er sah vor sich eine lachende grüne Ebene und dachte sofort: “Hier werde ich Weizen in Hülle und Fülle pflanzen. Als er nach links schaute, tat sich ein sehr flaches Tal auf, und er dachte: “Hier kann ich eine ganze Plantage mit Leinen für feine Kleider anlegen.

 Etwas atemlos stieg er einen kleinen Hügel hinauf, und siehe da, am Fuße erschien ein Feld mit unberührtem Land. Da dachte er: “Dieses Land will ich auch haben. Dort werde ich Rinder und Schafe züchten und meinen Esel mit Geld füllen.

Und so reiste er viele Kilometer, nicht zufrieden mit dem, was er erobert hatte, denn die Orte, die er sah, waren attraktiv und fruchtbar und nährten sein unbändiges Verlangen, sie ebenfalls zu besitzen.

Plötzlich schaute er zum Himmel hinauf und erkannte, dass die Sonne hinter dem Berg unterging. Er sagte zu sich selbst:

“Wir haben keine Zeit zu verlieren. Ich muss schnell zurück, sonst verliere ich das ganze Land, das ich durchquert habe, und das Geld obendrein. Ein Tag des Schmerzes, ein Leben der Liebe”, dachte er, wie sein Großvater zu sagen pflegte.

Er begann mit einer Geschwindigkeit zu rennen, die zu schnell für seine müden Beine war, aber er musste rennen, ohne die Grenzen seiner angespannten Muskeln zu bemerken. Er zog sogar sein Hemd aus und ließ die Tasche mit etwas Essen darin fallen. Er schaute immer wieder auf den Stand der Sonne, die sich bereits dem Horizont näherte, riesig und rot wie Blut. Aber sie war noch nicht ganz untergegangen.  Obwohl er sehr müde war, lief er immer weiter und konnte seine Beine vor lauter Anstrengung nicht mehr spüren. Traurig dachte er: “Vielleicht bin ich zu weit gelaufen und könnte alles verlieren. Aber ich will weitermachen”.

Doch als er den Teufel feierlich in der Ferne stehen sah, mit seinem Geldsack neben sich, fasste er wieder Mut und war sicher, dass er ankommen würde, bevor die Sonne unterging. Er sammelte alle Energie, die er hatte, und unternahm eine letzte Anstrengung. Er rannte, ohne an die Grenzen seiner Beine zu denken, als ob er fliegen würde. Nicht weit von der Ziellinie entfernt, warf er sich nach vorne und verlor dabei fast das Gleichgewicht.

Dann brach er erschöpft und ohne jede Kraft auf dem Boden zusammen. Und er starb. Sein Mund blutete und sein ganzer Körper war mit Kratzern und Schweiß bedeckt.

Bösartig wie er war, lächelte der Teufel nur. Gleichgültig gegenüber dem toten Mann und gierig betrachtete er den Beutel mit Geld. Er machte sich sogar die Mühe, ein Grab von der Größe des Bauern zu machen und vergrub ihn darin. Es waren nur sechs Ellen Erde, der kleinste Teil, der ihm von all dem Land, das er durchwanderte, passte. Er brauchte nicht mehr als das. Die Frau sah dem Ganzen wie versteinert zu und weinte sehr.”

In dieser Erzählung klingen die Worte von João Cabral de Melo Neto (1920-1999) in seinem Werk Morte e Vida Severina (1995) nach. Bei der Beerdigung des Bauern sagt der Dichter: “Dieses Grab, in dem du liegst, gemessen nach Zentimetern, ist der kleinste Schein, den du im Leben genommen hast; es ist dein Anteil an diesem Latifundium”.

Von all den attraktiven Grundstücken, die er sah und besitzen wollte, blieben dem eifrigen Bauern am Ende nur die sechs Ellen für sein Grab.

Ist das nicht das Schicksal des Kapitalismus und des Neoliberalismus?

Leonardo Boff Autor von: Covid-19: Mother Earth Strikes Back at Humanity: Warnings from the Pandemic, Vozes 2020. 

Übersetzt von Bettina Goldharnackt

Palavra de agradecimento e comunhão depois de uma ameaça de infarto cardíaco: Dom Marcelo Barros, irmão universal

Publicamos aqui o testemuimho comovente de monje beneditino,peregrino pelas comunidades do Brasil e do mundo e um dos mentores de excelentes lives sobre temas bíblicos e espirituais.. É teólogo, foi assessor de Dom Hedler Câmara e um dos importantes teólogos da libertação. Um homem verdadeiramente espiritual que sabe ver so sinais do amor de Deus no cotidiano da vida e no encontro com os irmãos e irmãs. É também autor de muitos livros, de extraordinária qualidade sobre vida espiritua, sobre relação fé e política e comentários bíblicos. Publicamos aqui este seu testemunho depois de sofrer um infarto do mio cárdio e como sobreviveu. Sempre sentindo-se na palma da mão de Deus que o deixou entre nós para cumprir uma missão de ânimo e de esperança em todos que o seguem seja nas lives, seja nas conferências, seja lendo seus livros. Ao amigo-irmão vão aqui os votos meus e de Márcia que muito o admira para que volte logo à sua missão peregrina. LBoff

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“E depois de ter criado o humano,
 Deus viu tudo quanto tinha feito, e eis que era muito bom. 
Houve uma tarde e a manhã. Foi o sexto dia” (Gn 1, 31).

Queridos irmãos e irmãs, 

Neste sexto dia, depois do infarto, recebi alta e acabo de chegar em casa. Quando vejo no relatório clínico, “infarto agudo do miocárdio”, ainda tenho dificuldade de aceitar que aquela dor sufocante era isso. De todo modo, ela não me venceu. Não me impediu de esperar o amanhecer, andar duas quadras da minha casa até encontrar um taxi e ir sozinho ao hospital onde fui imediatamente muito bem socorrido e diagnosticado quase pela cara. 

Nestes dias me lembrava de um dos livros do Saint Exupery que conta uma pane que, em seu avião do Correio Aéreo Francês, ele sofreu no meio da Cordilheira dos Andes e teve consciência de iria morrer ali no meio da neve e do vazio. Neste momento, compreendeu que o náufrago não era apenas ele e sim todas as pessoas queridas e por elas tentou andar com a perna quebrada e desmaiou. Foi socorrido por alguém que ele nunca soube quem foi, o que o fazia ver o seu salvador em todo ser humano que encontrava. 
Louvado és Tu, Pai, Mãe de Amor, 

Antes de tudo pelo irmão infarto que me deu uma queda imensa, desarrumou a casa, mas parece que não quis acabar com minha vida como teria podido. Obrigado pelo aviso agressivo e violento, mas aviso de vida. 

Louvado sejas pela Medicina Contemporânea. 
Sei que anda de mãos dadas com a indústria e o comércio. Sei que não é holística e sua arrogância dificulta o diálogo com as sabedorias ancestrais e a medicina popular. Sei que fui olhado e analisado como uma máquina que apresenta defeito e precisa de recauchutamento. No entanto, muito obrigado por me salvar a vida de forma que talvez há algumas décadas não tivesse sido possível. 

Louvado sejas pelos médicos e enfermeiras/as que cuidaram de mim noite e dia, pelos trabalhadores que servem nos hospitais e principalmente naquele ambiente inóspito e quase cruel da UTI. Ilumina-os e fortalece-os/as no caminho da humanização. 
Lembra, meu Deus, que cada vez que furavam meu braço e procuravam veias que não encontravam, eu pensava em um terreno esburacado no qual, em cada um destes furos, quero plantar uma flor e cada flor deste terreno simbólico terá o nome de uma das pessoas que fazem parte de minha vida.

Lembra que na sexta à noite, o médico de plantão da UTI veio até o meu leito, me viu cheio de fios e controles. E me disse: Estou espantado em ver como o senhor é uma pessoa recomendada. 

E desde o limiar da consciência ainda que na névoa provocada pelos medicamentos, respondi: 
– Cada pessoa aqui, doutor, é muito recomentada. Em cada um desses leitos, se o senhor olhar bem, o senhor vai ver de pé e segurando na mão do outro, uma mãe ou pai, um filho ou filha, um/a amigo querido/a… Sempre recomendando quem está doente. 
Ele me respondeu: – É verdade. 
E não o vi mais depois disso. 

Quando eu estava ali uma hora na maca nu e em uma temperatura muito baixa, não sei quantos graus eram, e com tanta gente na sala que iam e voltavam sem me dirigir a palavra, e eu de repente me senti como se fosse ali uma coisa, um pacote, menos que um animal se esvaindo… Tu, meu Pai, me fizeste recordar dos milhões de brasileiros que sofrem muito mais do que eu, em situação de pobreza muito maior e a comunhão com esses irmãos e irmãs não digo que me fez sentir feliz de estar ali (isso seria demais), mas me fez aceitar e rir da minha própria autocentralidade. Que importava tudo aquilo, se eu estava ali para que me colocassem em condições mínimas para voltar à missão com as pessoas que amo e ainda dar muito trabalho por aí?  

Desculpa meu Deus, esta presunção de me achar necessário e pensar que farei falta. Todo mundo que se vai faz falta. Mas, permite que eu ainda pense um pouco assim para me cuidar mais. 

Lembro-me que ainda estava sob o efeito da anestesia e um dos médicos me disse umas coisas das quais não me lembro, mas me recordo sim de ouvi-lo dizer: 
– Cuidado com as emoções!
E parece que eu respondi:
– Quais? as minhas ou as dos outros? 
E acho que ele riu. 

Por falar em emoção, quero terminar esta comunicação dizendo que vou ser obrigado a voltar as coisas devagar. Sinto-me como uma casa na qual a eletricidade está funcionando com uma só fase. Vocês sabem isso como é. Mas, quero de todo modo garantir que amo muito, muito, a todos/as vocês que fazem parte da minha vida e da minha missão. E a aqueles e a aquelas, aos/às quais por acaso, essas minhas palavras possam não parecer ainda totalmente verdadeiras, saibam que quero fazer tudo para que se tornem verdade e testemunho de amor. 

Obrigado por essa rede de comunhão e abraço carinhoso do irmão

Marcelo Barros

Water: source of life or source of profit? Against the privatization of water

                                        Leonardo Boff

Today there are two major issues that affect all of humanity: global warming and the growing scarcity of drinking water. Both require profound changes in the way we live, because they can produce a collapse of our civilization and deeply affect the system of life.

Let’s focus on the issue of water, which is coveted by big corporations in order to privatize it and make huge profits. It can be a reason for wars as well as a reason for social solidarity and cooperation among peoples. It has already been said that if the wars of the 20th century were over oil, the wars of the 21st century will be over drinking water. Nevertheless, it can be a central reference for a new world social pact between peoples and governments for the survival of all.

Let us consider the basic facts about water. It is extremely abundant and at the same time scarce.

There are about one billion, 360 million cubic kilometers of water on Earth. If we were to take all this water that is in the oceans, lakes, rivers, aquifers and polar ice caps and distribute it equally over a flat land surface, the whole earth would be submerged in water three kilometers deep. 97% is salt water and 3% is fresh water. But only 0.7% of this is directly accessible for human use. Of this 0.7 percent, 70 percent goes to agriculture, 22 percent to industry, and the rest for human and animal use.

The renewal of water is on the order of 43,000 cubic km per year, while total consumption is estimated at 6,000 cubic km per year. There is, therefore, an overabundance of water, but it is unevenly distributed: 60% is found in only 9 countries, while 80 others face scarcity. Just under a billion people consume 86% of the existing water, while for 1.4 billion it is insufficient (by 2020 it will be 3 billion), and for 2 billion it is untreated, which generates 85% of the observable diseases. It is assumed that by 2032 about 5 billion people will be affected by the water crisis.

The problem is not the scarcity of water, but its poor management and distribution to meet the demands of humans and other living beings.

Brazil is the natural water power, with 13% of all fresh water on the planet, amounting to 5.4 trillion cubic meters. Despite the abundance, 46% of it is wasted, which would be enough to supply the whole of France, Belgium, Switzerland, and Northern Italy.

Because it is scarce, fresh water has become an asset of high economic value. As we have moved from a market economy to a market society, everything becomes a commodity. Because of this “great transformation” (Karl Polaniy) there is now an unrestrained global race to privatize water and make big profits. This is how multinational companies such as the French Vivendi and Suez-Lyonnaise, the German RWE, the English Thames Water, and the American Bechtel, among others, have emerged. A water market involving more than 100 billion dollars was created. Nestlé and Coca-Cola have a strong presence here, seeking to buy sources everywhere in the world.

The great debate today is in these terms: Is water a source of life or a source of profit? Is water a natural, vital, common, and irreplaceable good or an economic good to be treated as a water resource and a commodity?

It is important to recognize that water is not an economic good like any other. It is so closely linked to life that it must be understood as something vital and sacred. Life cannot be turned into a commodity. It is one of the most excellent goods in the process of evolution and one of the greatest divine gifts. Moreover, water is linked to other cultural, symbolic, and spiritual dimensions that make it precious and charged with values that are priceless in themselves.

To understand the richness of water that transcends its economic dimension, we need to break with the dictatorship of the instrumental-analytical and utilitarian reason imposed on society as a whole. The latter sees water as a mere water resource with which one can do business. It only serves purposes and utilities. But the human being has other exercises of his reason. There is a more ancestral, sensitive, emotional, cordial, and spiritual reason, which goes beyond purposes and utilities, and is linked to the meaning of life, to values, to the symbolic, ethical, and spiritual character of water.

From this perspective, water appears as a natural common good, as the source and niche from which life on Earth emerged 3.8 billion years ago. Water is a global public common good.  It is the heritage of the biosphere and vital to all life forms. Life cannot exist without water.

Obviously, the dimensions of water as a source of life and as a water resource need not be mutually exclusive, but must be correctly related. Fundamentally, water belongs to the right to life. The UN declared on July 28, 2010 that clean and safe water and sanitation is a fundamental human right.

But it does demand a complex structure of collection, conservation, treatment, and distribution, which implies an undeniable economic dimension. This, however, should not prevail over the other, the right, but should make water accessible to all.

Everyone should be guaranteed at least 50 liters of safe drinking water free of charge. It is up to the public authorities, together with organized society, to create public funding to cover the costs necessary to guarantee this right for everyone. The tariffs for the services must contemplate the various uses of water, whether domestic, industrial, agricultural or recreational. For industrial and agricultural uses, of course, water is subject to price.

The predominant market vision distorts the straight relationship between water as a source of life and water as a water resource. This is fundamentally due to the exacerbation of private property that causes water to be treated without a sense of sharing and consideration of the demands of others and of the whole community of life. The principle of social solidarity and community of interest and respect for watersheds that transcend the limits of nations is still very weak, as it occurs, for example, between Turkey on one side and Syria and Iraq on the other, or between Israel on one side and Jordan and Palestine on the other, or even between the US and Mexico around the Rio Grande and Colorado rivers.

To discuss all these vital issues, the World Alternative Water Forum was created in 2003 in Florence, Italy. There, the creation of a World Water Authority was proposed.  It would be a public, cooperative and plural government body to deal with water at the level of large international water basins and its more equitable distribution according to regional demands.

At the same time, an international articulation was formed in view of a World Water Contract, which, since a world social contract does not exist, could be built around what effectively unites us all, which is water, on which the lives of people and other living beings depend. Similarly, now with the intrusion of Covid-19, a world contract to safeguard human life beyond any sovereignty, seen as something outdated, from another historical time, is urgently needed.

An important role is to put pressure on governments and companies so that water is not taken to the markets or considered a commodity. It is important to encourage public-private cooperation in order to prevent so many people from dying as a result of a lack of water or as a result of mistreated water.

Every day 6,000 children die of thirst and about 18 million boys/girls miss school because they are forced to fetch water 5-10 km away

It is very important to preserve standing forests and reforest as much as possible, as they guarantee the permanence of water, feed the aquifers, and mitigate global warming by sequestering carbon dioxide and producing vital oxygen.

Zero world hunger, as advocated for years by the UN Millennium Goals, must include zero thirst, because water is food and nothing can live and be consumed without water.

Finally, water is life, the generator of life, and one of the most powerful symbols of eternal life, since God appears as alive, the generator of all life, and the infinite source of life.

Leonardo Boff, ecotheologist and wrote The painful birth of mother Earth: a society of fraternity without borders and social friendship, Vozes , 2021.

Agua: ¿fuente de vida o fuente de lucro? Contra la privatización del agua

Hoy hay dos cuestiones principales que afectan a toda la humanidad: el calentamiento global y la creciente escasez de agua potable. Ambas obligan a profundos cambios en nuestro modo de vivir, pues pueden producir un colapso de nuestra civilización y afectar profundamente el sistema-vida. 

Atengámonos a la cuestión del agua, codiciada por las grandes corporaciones para privatizarla y lucrarse enormemente. Ella puede ser tanto motivo de guerras como de solidaridad social y cooperación entre los pueblos. Ya se ha dicho que las guerras del siglo XX eran por petróleo y las del siglo XXI serán por agua potable. No obstante, ella puede ser referencia central para un nuevo pacto social mundial entre los pueblos y los gobiernos con vistas a la supervivencia de todos.

Consideremos los datos básicos acerca del agua. Ella es extremadamente abundante y al mismo tiempo escasa. Existen cerca de 1.360.000.000 km3 cúbicos de agua en la Tierra. Si tomáramos toda esa agua que está en los océanos, lagos, ríos, acuíferos y cascos polares y la distribuyésemos equitativamente sobre una superficie terrestre plana, toda la Tierra quedaría sumergida bajo el agua a tres km de profundidad. El 97% es agua salada y el 3% es agua dulce. Pero solamente el 0,7% de esta es directamente accesible al uso humano. De este 0,7, el 70% va para la agricultura, el 22% para la industria y lo que queda para el uso humano y animal.

La renovación de las aguas es del orden de 43.000 km3 al año, mientras que el consumo total está estimado en 6.000 km³ al año. Hay por lo tanto superabundancia de agua, pero desigualmente distribuida: el 60% se encuentra en solo 9 países, mientras otros 80 enfrentan escasez. Poco menos de mil millones de personas consumen el 86% del agua existente mientras que para 1,400 millones es insuficiente (en 2020 serán tres mil millones) y para dos mil millones no es tratada lo que genera un 85% de las enfermedades comprobables. Se presume que en 2032 cerca de 5.000 millones de personas se verán afectadas por la crisis del agua. 

El problema no es la escasez de agua sino su mala gestión y distribución para atender las demandas humanas y de los demás seres vivos. Brasil es la potencia natural de las aguas, con el 13% de toda el agua dulce del planeta, con un total de 5,4 billones de metros cúbicos. A pesar de la abundancia, se desperdicia el 46% de ella, lo que daría para abastecer a toda Francia, Bélgica, Suiza y el Norte de Italia. Carecemos aún de una cultura del agua.

Por ser escasa, el agua dulce se ha convertido en un bien de alto valor económico. Como hemos pasado de una economía de mercado a una sociedad de mercado, todo se transforma en mercancía. En función de esta “gran transformación” (Karl Polanyi), hoy en día hay una carrera mundial desenfrenada para privatizar el agua y obtener grandes lucro 

Así han surgido empresas multinacionales como las francesas Vivendi y Suez-Lyonnaise, la alemana RWE, la inglesa Thames Water y la americana Bechtel, entre otras. Se ha creado un mercado de las aguas de más de 100.000 millones de dólares. Ahí están fuertemente presentes Nestlé y Coca-Cola, buscando comprar fuentes por todas partes del mundo.

El gran debate hoy se presenta en estos términos: ¿el agua es fuente de vida o fuente de lucro? ¿El agua es un bien natural, vital, común e insustituible o un bien económico a ser tratado como recurso hídrico y como mercancía?

Para empezar es importante reconocer que el agua no es un bien económico como cualquier otro. Ella está tan ligada a la vida que debe ser entendida como algo vital y sagrado. La vida no puede ser transformada en mercancía. Es uno de los bienes más excelentes del proceso evolutivo y unos de los mayores dones divinos. Además, el agua está ligada a otras dimensiones culturales, simbólicas y espirituales que la hacen preciosa y cargada de valores que en sí no tienen precio. 

Para entender la riqueza del agua que transciende su dimensión económica, necesitamos romper con la dictadura de la razón instrumental-analítica y utilitarista, impuesta a toda la sociedad. Esta ve el agua como mero recurso hídrico con el cual se puede hacer negocios. Atiende solo a finalidades y utilidades. Pero el ser humano tiene otros ejercicios de su razón. Existe la razón más ancestral, sensible, emocional, cordial y espiritual. Este tipo de razón va más allá de finalidades y utilidades. Esta razón está ligada al sentido de la vida, a los valores, al carácter simbólico ético y espiritual del agua.

En esta perspectiva, el agua se considera un bien común natural, como fuente y nicho donde hace 3,800 millones de años surgió la vida en la Tierra. El agua es un bien común público mundial. Es patrimonio de la biosfera y vital para todas las formas de vida. No existe vida sin agua.

Obviamente, las dimensiones del agua como fuente de vida y como recurso hídrico no necesitan excluirse, pero deben ser rectamente relacionadas. Fundamentalmente el agua pertenece al derecho a la vida. 

La ONU declaró el día 28 de julio de 2010 que el agua limpia y segura, así como el saneamiento básico, constituye un derecho humano fundamental.

Pero ella demanda, sí, una compleja estructura de captación, conservación, tratamiento y distribución, lo que implica una innegable dimensión económica. Esta, sin embargo, no debe prevalecer sobre la otra, la del derecho, sino que debe hacer el agua accesible a todos. Se debe garantizar a todos gratuitamente por lo menos 50 litros de agua potable y sana al día. Cabe al poder público junto con la sociedad organizada crear la financiación pública para cubrir los costos necesarios para garantizar ese derecho de todos. Las tarifas para los servicios deben contemplar los diversos usos del agua, ya sea doméstico, industrial, agrícola o recreativo. Para los usos en la industria y en la agricultura, evidentemente, el agua esta sujeta a precio.

La visión predominante mercadológica distorsiona la correcta relación entre el agua como fuente de vida y el agua como recurso hídrico. Esto se debe fundamentalmente a la exacerbación de la propiedad privada que hace que se trate al agua sin el sentido de compartir ni de considerar las demandas de los demás y de toda la comunidad de vida.

Es todavía muy débil el principio de solidaridad social y de comunidad de intereses y del respeto por las cuencas hidrográficas que transcienden los límites de las naciones como ocurre, por ejemplo, entre Turquía de una parte y Siria e Iraq de otra, o entre Israel de un lado y Jordania y Palestina del otro, o también entre USA y México en lo que se refiere a los ríos Río Grande y Colorado.

Para discutir todas estas cuestiones vitales se creó en 2003 en Florencia, Italia, el Fórum Mundial Alternativo del Agua. En él se propuso la creación de una Autoridad Mundial del Agua. Ella sería una instancia de gobierno público, cooperativo y plural para tratar del agua a nivel de las grandes cuencas hídricas internacionales así como su distribución más equitativa según las demandas regionales.

Paralelamente, se formó una articulación internacional con vistas a un Contrato Mundial del Agua. Como no existe un contrato social mundial, podría elaborarse en torno a aquello que efectivamente une a todos, que es el agua, de la cual depende la vida de las personas y de los demás seres vivos. De manera semejante ahora con la irrupción de la Covid-19, urge un contrato mundial de salvaguarda de la vida humana, mas allá de cualquier soberanismo, visto como algo superado, de otro tiempo histórico.

Un papel importante es presionar a los gobiernos y a las empresas para que el agua no se lleve a los mercados ni se considere una mercancía. Es importante fomentar la cooperación público-privada para evitar que tanta gente muera por falta de agua o como resultado de un agua mal tratada. Cada día, 6.000 niños mueren de sed y unos 18 millones de niños y niñas dejan de ir a la escuela porque se ven obligados a ir a buscar agua a 5-10 km de distancia. Es importantísimo conservar los bosques y las selvas en pie y reforestar lo más posible. Son los que garantizan la permanencia del agua, alimentan los acuíferos, así como mitigan el calentamiento global mediante la captación de dióxido de carbono y la producción de oxígeno vital.

Un mundo con hambre cero, preconizado desde hace años por los Objetivos del Milenio de la ONU debería incluir la sed cero, porque el agua es alimento y no hay nada que pueda vivir y ser consumido sin agua. Finalmente, el agua es vida, generadora de vida y uno de los símbolos más poderosos de la vida eterna, ya que Dios aparece como vivo, generador de toda vida y fuente infinita de vida.

*Leonardo Boff, ecoteólogo, ha escrito El doloroso parto de la madre Tierra: una sociedad de fraternidad sin fronteras y de amistad social, Vozes, 2021.

Traducción de Mª José Gavito Milano