Bildung im Angesicht der ökologischen Gefahr

                               Leonardo Boff

Egal wie viele es gibt, die dies leugnen, die Tatsache, dass sich die Erde und die Menschheit verändert haben, kann nicht bestritten werden. Zunächst einmal wird vorausgesetzt, dass ein kleiner Planet mit begrenzten Gütern und Dienstleistungen (Ressourcen) wie die Erde kein unbegrenztes Entwicklungs-/Wachstumsprojekt unterstützen kann. Der theoretische und praktische Motor, der die gesamte Moderne in Gang gesetzt hat, ist die bekannte Überlastung der Erde (Earth Overshoot). Chinas Deep Seek, die fortschrittlichste und frei zugänglichste Plattform überhaupt, verkündete die „menschliche Unhaltbarkeit und historische Überholtheit des neoliberalen westlichen Wirtschaftsmodells“. Es ist dazu bestimmt zu verschwinden, egal wie sehr es die Qual durch Gewalt, Aggression und Kriege verlängert. Diese Ankündigung versetzte die Eigentümer der großen Plattformen in große Panik und sie verloren von einem Moment auf den anderen insgesamt eine Billion Dollar.

Mit anderen Worten: Die Erde als lebendiger Superorganismus fühlt sich durch die Art und Weise, wie sich die Menschen im Westen in den letzten drei Jahrhunderten zur Erde und zur Natur verhalten, systematisch angegriffen: durch die maximale Ausbeutung im Hinblick auf eine unbegrenzte Anhäufung privaten materiellen Reichtums, die durch härtesten Wettbewerb erreicht wird. Daher reagiert sie immer häufiger. Sie sendet Signale aus, beispielsweise eine große Bandbreite an Viren und Bakterien – das am weitesten verbreitete davon ist das Coronavirus –, sowie Extremereignisse wie schwere Dürren, verheerende Überschwemmungen, den Verlust der Artenvielfalt und in jüngster Zeit auch Brände. Damit läutet sie neben dem aktuellen Anthropozän und Nekrozän eine neue geologische Ära ein, die vielleicht gefährlichste überhaupt: das Pyrozän (auf Griechisch das Zeitalter des Pyros, des Feuers).

Die empfindlichste und heftigste Reaktion von Gaia ist jedoch die globale Erwärmung. Wir sind nicht auf dem Weg dorthin. Wir sind bereits mittendrin. Die im Pariser Abkommen von 2015 vereinbarte Reduzierung der Treibhausgasemissionen, damit die globale Erwärmung bis 2030 nicht die Marke von 1,5 Grad Celsius erreicht, wurde nicht eingehalten. Das Datum wurde vorverlegt. Das Jahr 2024 war das heißeste in der bekannten Geschichte. Die Temperaturen erreichten durchschnittlich 1,55ºC und an manchen Orten sogar 2ºC oder mehr. Wissenschaftler erkennen: Die Wissenschaft kam zu spät. Sie kann diese Erwärmung nicht mehr umkehren. Sie kann allenfalls vor dem Eintreten extremer Ereignisse warnen und deren schädliche Auswirkungen abmildern. Um diese Feststellung zu treffen, brauchen wir keine wissenschaftlichen Erkenntnisse mehr: Überall ereignen sich Extremereignisse, die uns bewusst machen, dass der Planet Erde sein Gleichgewicht verloren hat und auf der Suche nach einem neuen ist. Dieses wärmere Klima könnte große Teile der Biosphäre zerstören und Millionen von Menschen das Leben kosten, die sich nicht an ein wärmeres Klima anpassen können.

Wie kommen wir aus dieser planetaren Krise heraus? Wir sehen keinen anderen realistischen Weg, als ein anderes Paradigma in der Beziehung zur Natur und zur lebendigen Erde einzuführen: zu versuchen, jenen Wert zu leben, der in allen Kulturen vorhanden ist und dem ich zwei Bücher gewidmet habe: „Die Suche nach dem richtigen Maß“: wie viel wir der Natur für unseren Lebensunterhalt entnehmen und wie viel wir von ihr bewahren müssen, damit sie sich regenerieren und uns weiterhin das bieten kann, was wir zum Leben brauchen.

Während das vorherrschende Paradigma das des „Dominus“ war, also des Menschen als Herrn und Eigentümer der Natur, der sich nicht als Teil dieser Natur fühlt, was uns in die gegenwärtige systemische Krise geführt hat, drängt sich jetzt das auf, was uns der gesunde Menschenverstand und die Biologie selbst gelehrt haben: das des „Frater“ (Bruder und Schwester). Alle Lebewesen verfügen über denselben genetischen Grundcode, wie Watson und Krick in den 1950er Jahren zeigten, als sie die Formel für die Konstruktion des Lebens entdeckten, die uns objektiv zu Brüdern und Schwestern macht. Ein solches Paradigma hätte die Kraft, ein kollektives Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir einander, Menschen untereinander und mit allen anderen Lebewesen in der Natur, wie Brüder und Schwestern behandeln müssen. Fürsorge, Zusammenarbeit, Solidarität, Mitgefühl und Liebe würden die Grundlage dieser neuen Art, den Planeten Erde zu bewohnen, bilden. Wir würden das Risiko der Selbstzerstörung vermeiden und die Voraussetzungen für die Kontinuität unseres Lebens auf diesem Planeten schaffen. Andernfalls könnten wir den Weg kennen lernen, den bereits die Dinosaurier gegangen waren, die sich vor 67 Millionen Jahren nicht an die Veränderungen auf der Erde anpassen konnten und für immer verschwanden.

In diesem Zusammenhang wird es dringend notwendig, die Erziehung mit dem Wert der Fürsorge, mit der Ethik der Solidarität, mit einem Gefühl der Liebe zu allen Wesen und mit einer Einführung in die natürliche Spiritualität zu bereichern. Wie Hannah Arendt sagte: Wir können uns unser ganzes Leben lang informieren, ohne uns jemals zu bilden. Heute müssen wir uns auf eine Art und Weise bilden, die den sich vollziehenden Veränderungen angemessen ist. Es geht nicht darum, den Kopf mit allen möglichen Informationen voll zu haben, sondern einen gut gemachten Kopf. Bei der Bildung geht es nicht darum, ein leeres Gefäß zu füllen, sondern darum, ein Licht im Geist einzuschalten.

Die Erd-Charta warnt uns: „Wie nie zuvor in der Geschichte ruft uns unser gemeinsames Schicksal zu einem Neuanfang auf. Dies erfordert einen neuen Geist und ein neues Herz“. Mit anderen Worten: anzunehmen, dass die Erde lebt und unsere große Mutter ist; die Rechte des Herzens wiederzuerlangen: das Band der Liebe zu allen Lebewesen und die Überwindung ihrer utilitaristischen Nutzung, denn jedes hat einen Wert an sich. Die intellektuelle Vernunft, die in der heutigen Zeit so weit entwickelt ist, mit der Sensibilität des Herzens zu bereichern, die uns dazu bringt, uns wirklich als Brüder und Schwestern zu fühlen, mit dem ethischen Gebot, das heilige Erbe, das die Erde, unser einziges gemeinsames Haus, ist, zu schützen und zu pflegen.

Neben anderen Werten möchte ich einen hervorheben, der oft vergessen wird: die Rückgewinnung der natürlichen Spiritualität. Sie ist kein Derivat der Religionen, sondern sie speist sich aus dieser Quelle, die ursprünglicher ist. Die natürliche Spiritualität gehört zur menschlichen Natur wie Intelligenz, Wille, Kraft und Libido. Die natürliche Intelligenz äußert sich in der Liebe, die niemanden ausschließt, in der Solidarität, in der affektiven Verbundenheit mit allen Lebewesen, im Mitleid mit den Leidenden. Diese Spiritualität muss bereits in der Schule, von der frühen Kindheit an, präsent sein. Auf diese Weise werden wir nicht zu Konsumenten und Nutzern der technischen Medien, sondern zu bewussten, kritischen, sensiblen und zutiefst humanitären Bürgern.

Leonardo BoffTheologe, Philosoph, Autor von: Die Suche nach dem rechten Maß: Wie der Planet Erde wieder ins Gleichgewicht kommt, LIT Verlag, 2023

Übersetzt von Bettina Goldhartnack

La educación ante la alarma ecológica

Leonardo Boff*

Por más que haya negacionistas, no se puede negar el hecho de que la Tierra y la humanidad han cambiado. En primer lugar se da como cierta la constatación de que un planeta pequeño y con bienes y servicios (recursos) limitados como la Tierra no soporta un proyecto de desarrollo/crecimiento ilimitado, el motor teórico y práctico que puso en marcha toda la modernidad. Es la conocida Sobrecarga de la Tierra (The Earth Overshoot). La Deep Seek china, la más avanzada de todas las plataformas y de libre acceso, anunció la “insostenibilidad humana y la obsolescencia histórica del neoliberalismo del modelo económico occidental”. Está destinado a desaparecer, por más que prolongue la agonía con violencias, agresiones y guerras. Tal anuncio dejó aterrorizados a los dueños de las grandes plataformas que en un momento perdieron en total un billón de dólares.

         En otras palabras: la Tierra, considerada como un superorganismo vivo, sientiéndose agredida sistemáticamente por la forma como los occidentales decidieron relacionarse con ella y con la naturaleza en los últimos tres siglos, explotándola al máximo para conseguir una ilimitada acumulación de riqueza material privada, hecha mediante la competición más feroz, está reaccionando cada vez con más fecuencia. Envía señales tales como una gama enorme de virus, de bacterias, el último más universal, el coronavirus, eventos extremos como severas sequías, inundaciones avasalladoras, erosión de la biodiversidad y, últimamente, con incendios, inaugurando más allá del vigente antropoceno y del necroceno una nueva era geológica, tal vez la más peligrosa, el piroceno (la era del piros en griego, del fuego).

         Pero la reacción más sensible y violenta de Gaia es el calentamiento global. No estamos yendo hacia él. Estamos ya dentro de él. El Acuerdo de París de 2015 de disminuir al máximo la emisión de gases de efecto invernadero para que no llegásemos a 1,5C en 2030 no se ha respetado. La fecha se ha anticipado. El año 2024 ha sido el más caliente de la historia conocida, llegando a un aumento de 1,55ºC de media y en algunos lugares hasta de 2ºC o más. Los científicos reconocen que la ciencia ha llegado demasiado tarde. Ya no puede hacer retroceder ese calentamiento. Todo lo más puede advertir de la llegada de eventos extremos y mitigar los daños. Ni siquiera necesitamos la ciencia para hacer esta constatación: por todas partes ocurren eventos extremos, que hacen que nos demos cuenta de que el planeta Tierra ha perdido su equilibrio y está buscando otro. Este, más caliente, puede asolar gran parte de la biosfera y diezmar millones de seres humanos que no conseguirán adaptarse a un clima más caliente.

         ¿Cómo salir de esta crisis planetaria? No vemos otro camino realista que inaugurar otro paradigma en la relación con la naturaleza y la Tierra viva: buscar vivir aquel valor presente en todas las culturas al cual dediqué dos libros: “la búsqueda de la justa medida”: cuánto extraer de la naturaleza para nuestra subsistencia y cuánto preservarla para que pueda regenerarse y continúe ofreciéndonos lo que necesitamos para vivir.

         Si el paradigma dominante era el del dominus, el ser humano amo y señor de la naturaleza, no sintiéndose parte de ella, y nos ha llevado a la crisis sistémica actual, ahora se impone aquello que el sentido común y la propia biología nos han enseñado: el frater (el hermano y la hermana). Todos los seres vivos tenemos el mismo código genético de base como lo demostraron Watson y Crick en los años 50 cuando identificaron la fórmula de cómo se construye la vida, lo que nos hace objetivamente hermanos y hermanas unos de otros. Tal paradigma tendría la facultad de crear la conciencia colectiva de que debemos tratarnos, entre nosotros los humanos y con todos los demás seres de la naturaleza, como hermanos y hermanas. El cuidado, la cooperación, la solidaridad, la compasión y el amor constituirían las bases de esta nueva forma de habitar el planeta Tierra. Evitaríamos los peligros de autodestrucción y crearíamos las condiciones para la continuidad de nuestra vida sobre este planeta. De lo contrario podríamos conocer el camino recorrido por los dinosaurios, que hace 67 millones de años no consiguieron adaptarse a los cambios de la Tierra y desaparecieron definitivamente.

         Dentro de este contexto se hace urgente enriquecer la educación con el valor del cuidado, con la ética de la solidaridad, con el sentimiento de amorosidad hacia todos los seres y la iniciación a la espiritualidad natural. Como afirmaba Hannah Arendt: podemos informarnos durante toda la vida sin educarnos nunca. Hoy tenemos que educarnos de forma adecuada a los cambios que están ocurriendo. No se trata de tener una cabeza llena con todo tipo de información, sino una cabeza bien organizada. Educar no es llenar una vasija vacía sino encender una luz en la mente.

         Nos advierte la Carta de la Tierra: “como nunca antes en la historia, el destino común nos convoca a un nuevo comienzo. Esto exige una nueva mente y un nuevo corazón”. Es decir: asumir que la Tierra está viva y es nuestra Gran Madre; rescatar los derechos del corazón: el lazo de amorosidad para con todos los seres y superar el uso utilitarista, pues cada uno posee un valor en sí. Enriquecer la razón intelectual, tan desarrollada en la modernidad, con la sensibilidad del corazón que nos hace sentirnos realmente hermanos y hermanas unos de otros, con el imperativo ético de guardar y cuidar de la herencia sagrada que es la Tierra, nuestra única Casa Común.

         Entre otros valores quiero detenerme en uno que se suele olvidar: recuperar la espiritualidad natural. Ella no es una derivación de las religiones, más bien estas beben de esta fuente que es más originaria. La espiritualidad natural es parte de la naturaleza humana como la inteligencia, la voluntad, el poder y la libido. La espiritualidad natural se expresa por el amor que no excluye a nadie, por la solidaridad, por el lazo afectivo con todos los seres, por la compasión con los que sufren. Esta espiritualidad debe estar presente en la escuela, desde la más tierna infancia. Así se formarán no consumidores y usuarios de los medios tecnológicos, sino ciudadanos conscientes, críticos, sensibles, profundamente humanos.

*Leonardo Boff teólogo, filósofo, escritor, ha escrito: La búsqueda de la justa medida: el pescador ambicioso y el pez encantado, Vozes 2022.

Um novo conceito ecológico: “humanicídio”

https://aterraeredonda.com.br/wp-content/uploads/2020/03/michael.jpgUm novo conceito ecológico: “humanicídio”

Por MICHAEL LÖWY*

O autor deste artigo, Michael Löwy, professor na Sorbone é um sociólogo da religião mas que vai muito além de sua especialidade. É um dos fundadoes do ecosocialismo e um profundo conhecedor da teologia da libertação latino-americana. É autor de vasta obra, de um marxismo límpido e nada escolar, aberto à discussão de questões que tem a ver com o futuro da Terra e o destino da espécie humana. Publicamos aqui este seu artigo que revela especialmente esta sua preocupação, numa lnguagem moderada e sempre cientificamente bem fundada. Considero-o um dos grandes intelectuais públicos a  nivel mundial e também brasileiro pois está sempre acompanhando a situação de nosso país. Leonardo Boff

1.

O Institute and Faculty of Actuaries (IFoA) da Exeter University (Reino Unido) acaba de publicar, em janeiro de 2025, seu novo relatório sobre as mudanças climáticas, “Current climate policies risk catastrophic societal and economic impacts”. Este documento, de indiscutível teor científico, suscitou muitos comentários na imprensa, que se referiam, quase exclusivamente, a uma das previsões do documento: a possibilidade, no pior dos cenários, de que, a partir da década de 2050, o PIB mundial caia para 50% de seu nível atual. Para a grande mídia, o PIB é o único critério que, de fato, conta, a medida de todas as coisas.

Para aqueles que, como o filósofo humanista grego Protágoras (séc. V a.C.), acreditam que “o ser humano é a medida de todas as coisas”, o relatório da Institute and Faculty of Actuaries contém outra informação mil vezes mais importante e preocupante: no pior dos cenários – com temperaturas 3° acima dos níveis pré-industriais – a mortalidade humana poderá atingir a metade da humanidade, cerca de quatro bilhões de pessoas, vítimas da fome, da falta de água, de doenças, de catástrofes “naturais” (incêndios, inundações, etc.) e de conflitos.

O relatório da Institute and Faculty of Actuaries pode ser considerado muito pessimista ou muito otimista, mas dá uma ideia aproximada da ordem de grandeza dos riscos decorrentes das mudanças climáticas. E não em um século: em algumas décadas.

Em direito internacional, conhecemos o conceito de “ecocídio”: a destruição ou o dano irreparável de um ecossistema por um fator antropogênico, especialmente por um processo de superexploração desse ecossistema, intencional ou não (utilizarei a definição da Wikipédia). Também conhecemos muito bem o conceito de genocídio: um crime que consiste na eliminação concreta intencional, total ou parcial, de um grupo nacional, étnico ou religioso enquanto tal.

Penso que é necessário introduzir agora um novo conceito no debate sobre o direito internacional: o “humanicídio”, o extermínio concreto, total ou parcial, da humanidade enquanto tal. É claro que não é intencional: os criminosos não planejam o humanicídio, eles são simplesmente indiferentes às consequências humanas de suas ações. Conduzindo suas práticas de acordo com um único critério – a maximização do lucro –, são eles os responsáveis pelas mudanças climáticas. Quem são eles? A oligarquia fóssil – os formidáveis interesses ligados ao petróleo, ao carvão e ao gás, incluindo não só a exploração dos recursos fósseis, mas também a indústria automobilística, petroquímica e muitos outros ramos da produção capitalista, incluindo os bancos que os financiam, assim como sua expressão política: os governos negacionistas ou inativos.

2.

A associação Attac utiliza o conceito de “criminalidade climática organizada” para se referir aos responsáveis pelas catástrofes climáticas mortais que ocorrem atualmente em todo o mundo. Mas se as previsões da Exeter University se confirmarem, seremos confrontados com um grau de “criminalidade climática” de natureza infinitamente mais grave.

O direito internacional ainda não incorporou o ecocídio, e é pouco provável que o faça em relação ao humanicídio. Entretanto, é urgente agir, aqui e agora, para interromper a corrida rumo ao abismo. O humanicídio não é inevitável, ainda podemos impedi-lo. Mas o tempo está acabando…

*Michae Löwy é diretor de pesquisa em sociologia no Centre nationale de la recherche scientifique (CNRS). Autor, entre outros livros, de Franz Kafka sonhador insubmisso (Editora Cem Cabeças) [https://amzn.to/3VkOlO1]

A educação face ao alarme ecológico

Leonardo Boff

       Por mais que haja negacionistas, não se pode contestar o fato de que a Terra e a Humanidade mudaram.Em primeiro lugar é dado como certa a constatação de que um planeta pequeno e com bens e serviços (recursos) limitados como a Terra não suporta um projeto de desenvolvimento/crescimento ilimitado, o motor teórico e prático que pôs em marcha toda a modernidade É a conhecida Sobrecarga da Terra (The Earth Overshoot). O Deep Seek chinês,a mais avançada de todas as plataformas e de livre acesso, anunciou a “insustentabilidade humana e a obsolescência histórica do neoliberalismo do modelo econômico ocidental”. Ele está destinado a desaparecer, por mais que prolongue a agonia com violências, agressões e guerras. Tal anúncio deixou apavorados os donos das grandes plataformas que de um momento ao outro,ao todo, perderam um trilhão de dólares.

       Em outras palavras: a Terra, tida como um super-organismo vivo, sentindo-se agredida sistematicamente pela forma como os ocidentais decidiram se relacionar com a Terra e a natureza, nos últimos três séculos, explorando-a ao máximo em vista de uma ilimitada acumulação de riqueza material privada e feita mediante a mais feroz competição, está reagindo com cada vez mais frequência. Envia sinais como uma gama enorme de vírus, de bactérias, o último mais universal, o coronavírus, eventos extremos como severas secas, avassaladoras inundações, erosão da biodiversidade e, ultimamente,com  incêndios, inaugurando além do vigente antropoceno e do necroceno uma nova era geológica, talvez a mais perigosa, o piroceno (a era do piros em grego, do fogo).

       Mas a reação mais sensível e violenta feita por Gaia é o aquecimento global. Não estamos indo ao encontro dele. Já nos encontramos dentro dele. O que se havia acordado pela Acordo de Paris de 2015 de minorar ao máximo a emissão de gases de efeito estufa para que não chegássemos até 2030 a 1,5C não foi respeitado. A data foi antecipada.O ano 2024 foi o mais quente da história conhecida, chegando a 1,55ºC como média e em alguns lugares até a 2ºC ou mais. Cientistas reconhecem: a ciência chegou tarde demais. Ela não pode mais fazer retroceder esse aquecimento. No máximo pode advertir a vinda dos eventos extremos e mitigar os efeitos danosos. Nem precisamos mais da ciência para fazer esta constatação: por todas as partes ocorrem eventos extremos, fazendo-nos perceber que o planeta Terra perdeu seu equilíbrio e está buscando um outro. Este mais aquecido, pode assolar grande parte da biosfera e dizimar milhões de pessoas humanas que não conseguem adaptar-se a um clima mais quente.

Como sair desta crise planetária? Não vemos outro caminho realístico senão inaugurar um outro paradigma na relação para com a natureza e a Terra viva: buscar viver aquele valor presente em todas as culturas e sobre o o qual dediquei dois livros: “a busca da justa medida”: o quanto extrair da natureza para nossa subsistência e o quanto preservá-la para que possa se regenerar e continuar a oferecer-nos o que precisamos para viver.

Se o paradigma dominante era o do dominus, o ser humano senhor e dono da natureza, não se sentindo parte dela e nos levou a atual crise sistêmica, agora se impõe aquilo que o bom senso e a própria biologia nos tem ensinado: o frater (o irmão e a irmã). Todos os seres vivos possuem o mesmo código genético de base como Watson e Krick o demonstraram nos anos 50 quando identificaram a fórmula como se constrói a vida, o que nos faz, objetivamente irmãs e irmãs uns dos outros. Tal paradigma teria o condão de criar uma consciência coletiva de que devemos nos tratar, entre nós humanos e com todos os demais seres da natureza, de fato como irmãos e irmãs. O cuidado, a cooperação, a solidariedade, a compaixão e o amor constituiriam as bases desta nova forma de habitar o planeta Terra. Evitaríamos os riscos de autodestruição e criaríamos as condições para a continuidade de nossa vida sobre este planeta. Caso contrário poderemos conhecer o caminho já percorrido pelos dinossauros que há 67 milhões de anos não conseguiram se adaptar às mudanças da Terra e desapareceram definitivamente.

É dentro deste contexto que se faz urgente enriquecer a educação com o valor do cuidado, com a ética da solidariedade, com o sentimento de amorosidade para com todos os seres e com a  iniciação à espiritualidade natural. Como asseverava Hannah Arendt: podemos nos informar durante toda a vida sem nunca nos educar. Hoje temos que nos educar de forma adequada às mudanças que estão ocorrendo. Não é ter um cabeça cheia com todo tipo de informação,mas uma cabeça bem feita. Educar não é encher uma vasilha vazia mas acendeu uma luz na mente.

Como nos adverte a Carta da Terra: “como nunca antes na história o destino comum nos conclama a um novo começo. Isso exige uma nova mente e um novo coração”. Vale dizer: assumir que a Terra é viva e a nossa Grande mãe; resgatar os direitos do coração: o laço de amorosidade para com todos os seres e superar o seu uso utilitarista pois cada um possui um valor em si. Enriquecer a razão intelectual, tão desenvolvida na modernidade com a sensibilidade do coração que nos faz realmente sentimo-nos irmãos e irmãs uns dos outros  com o imperativo ético de guardar e cuidar da herança sagrada que é a Terra, nossa única Casa Comum.

Entre outros valores quero enfatizar um normalmente esquecido: recuperar a espiritualidade natural. Ela não é uma derivação da religiões, antes estas bebem desta fonte que é mais originária. A espiritualidade natural pertence à natureza humana como a inteligência, a vontade, o poder e a libido. A inteligência natural se expressa pelo amor que não exclui ninguém, pela solidariedade, pelo laço afetivo para com todos os seres, pela compaixão para com os que sofrem. Esta espiritualidade deve estar presente na escola,deste a mais tenra infância. Assim se formarão não consumidores e usuários dos meios tecnológicos, mas cidadãos conscientes, críticos, sensíveis e profundamente humanitários.

Leonardo Boff teólogo,filósofo escritor e escreveu: A busca pela justa medida: o pescador ambicioso e o peixe encantado, Vozes 2022.