Meine Heimat ist die Erde: die vielversprechende Utopie

Leonardo Boff                                      

Wir leben heute in dystopischen Zeiten, denen es an utopischer Inspiration fehlt. Die großen Utopien der Vergangenheit haben ihre Versprechen nicht eingelöst: die der Aufklärung, Bildung für alle; die des Kapitalismus, jeder kann reich werden; die des Sozialismus, Gleichheit für alle; die des Kommunismus, eine klassenlose Gesellschaft; die der Postmoderne, es gibt keine universellen Erzählungen, jeder wählt seine eigene. Tatsache ist, dass keine Gesellschaft, wie uns Anthropologen und Soziologen versichern, ohne eine Utopie lebt, d. h. eine starke Idee, einen inspirierenden Traum, der dem Leben der Menschen, der Gesellschaft und der Geschichte einen Sinn gibt.

Der irische Schriftsteller Oscar Wilde sagte einmal: „Eine Weltkarte, die keine Utopie enthält, ist es nicht wert, betrachtet zu werden, denn sie ignoriert das einzige Gebiet, in dem die Menschheit immer andockt und dann zu einem noch besseren Land aufbricht.“

Aber der utopische Traum stirbt nie, denn er ist die Essenz des menschlichen Wesens, das Prinzip Hoffnung (Ernst Bloch), immer auf dem Weg zu sein. Er ist vollständig, aber unvollkommen, weil er immer danach strebt, sein Menschsein zu verbessern. Die Utopie von Pierre Teilhard de Chardin in den 1930er Jahren, der Einbruch der Noosphäre, in der Herz und Verstand der Menschheit glücklich zusammenfließen würden, ist sehr wahr. Auch die Utopie, die sich an der Basis verbreitet: „Die Seele hat keine Grenzen, kein Leben ist fremd“. Oder die Utopie, die sogar das Fernsehen verbreitet hat: „Meine Heimat ist die Erde“ – eine wahre Utopie.

Zwei tragfähige Utopien wurden vorgeschlagen, die der Erd-Charta (2000) mit ihrer Ethik der Sorge für alle Lebewesen und die von Papst Franziskus mit seiner integralen Ökologie, „Sorge um das Gemeinsame Haus“ (2015), in der er die Beziehung aller mit allen, „mit der Sonne und dem Mond, mit der Zeder und dem Sperling“ (Nr. 86) und der „universellen Geschwisterlichkeit“ zwischen den Menschen und mit allen Lebewesen in der Natur (Fratelli tutti 2015) bekräftigt, weil alle von Mutter Erde hervorgebracht wurden und denselben genetischen Grundcode haben.

Ich möchte die radikale Utopie von Robert Müller, 40 Jahre lang hoher UN-Beamter und erster Rektor der Universität des Friedens in Costa Rica, vorstellen, die uns zur biblischen Utopie eines „neuen Himmels und einer neuen Erde“ zurückführt. Er entwarf eine Neue Genesis (vgl. O nascimento de uma civilização global, Aquarius, São Paulo 1993 S.170-171):

„Und Gott sah, dass alle Nationen der Erde, Schwarze und Weiße, Arme und Reiche, Nord und Süd, Ost und West, alle Glaubensrichtungen, ihre Abgesandten zu einem großen kristallenen Gebäude am Ufer des Flusses der aufgehenden Sonne auf der Insel Manhattan schickten, um gemeinsam zu studieren, gemeinsam zu denken und gemeinsam für die Welt und alle ihre Völker zu sorgen. Und Gott sagte: „Das ist gut.“ Und das war der erste Tag des Neuen Zeitalters auf der Erde.

         Und Gott sah, dass die Soldaten des Friedens die Kämpfer der kriegführenden Nationen trennten, dass Differenzen durch Verhandlungen und Vernunft und nicht durch Waffen gelöst wurden, und dass die Führer der Nationen sich trafen, Ideen austauschten und ihre Herzen, ihren Verstand, ihre Seelen und ihre Kräfte zum Wohle der ganzen Menschheit vereinten.  Und Gott sagte: „Das ist gut“, und das war der zweite Tag auf dem Planeten des Friedens.

Und Gott sah, dass die Menschen die ganze Schöpfung liebten, die Sterne und die Sonne, den Tag und die Nacht, die Luft und die Ozeane, die Erde und die Gewässer, die Fische und die Vögel, die Blumen und die Pflanzen und alle ihre menschlichen Brüder und Schwestern. Und Gott sagte: „Das ist gut“, und das war der dritte Tag auf dem Planeten des Glücks.

Und Gott sah, dass die Menschen Hunger, Krankheit, Unwissenheit und Leid auf der ganzen Welt beseitigten, jedem Menschen ein menschenwürdiges, bewusstes und glückliches Leben ermöglichten und die Gier, die Macht und den Reichtum der Wenigen reduzierten. Und Gott sagte: „Das ist gut“, und das war der vierte Tag auf dem Planeten der Gerechtigkeit.

Und Gott sah, dass die Menschen in Harmonie mit ihrem Planeten und in Frieden mit anderen lebten, ihre Ressourcen weise verwalteten, Verschwendung vermieden, Exzesse eindämmten, Hass durch Liebe ersetzten, Gier durch Zufriedenheit, Arroganz durch Demut, Spaltung durch Zusammenarbeit und Misstrauen durch Verständnis. Und Gott sagte: „Das ist gut.“ Und das war der fünfte Tag des Goldenen Planeten.

Und Gott sah, dass die Nationen ihre Waffen, ihre Bomben, ihre Raketen, ihre Schiffe und Kampfflugzeuge zerstörten, ihre Stützpunkte deaktivierten und ihre Armeen demobilisierten und nur Friedensoffiziere behielten, um die Guten vor den Bösen und die Normalen vor den Verrückten zu schützen.         Und Gott sagte: „Das ist gut“. Und das war der sechste Tag auf dem Planeten der Vernunft.

Und Gott sah, dass die Menschen Gott und die menschliche Person als das Alpha und Omega wiederherstellten und Institutionen, Überzeugungen, Politik, Regierungen und alle menschlichen Gebilde zu einfachen Dienern Gottes und der Menschen reduzierten. Und Gott sah, wie sie als oberstes Gesetz annahmen: „Du sollst den Gott des Universums lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Verstand und mit all deiner Kraft. Ihr sollt euren schönen und wunderbaren Planeten lieben und ihn mit unendlicher Sorgfalt behandeln. Ihr sollt eure menschlichen Brüder und Schwestern so lieben, wie ihr euch selbst liebt. Es gibt keine größeren Gebote als diese. Und Gott sagte: „Das ist gut“, und das war der siebte Tag des Planeten Gottes.

Wenn die Tür zur Hölle in Dante Alighieris Göttlicher Komödie lautete: „Gebt alle Hoffnung auf, die ihr eintretet“, so wird die Tür zur Neuen Genesis der planetarischen Welt in jeder Sprache der Erde lauten: „Gebt niemals die Hoffnung auf, die ihr eintretet“.

         Ich bin mir nicht sicher, ob der Traum von Robart Muller mit der Art von Menschen, die wir geworden sind, derzeit realisierbar ist. Aber durch die Neuerfindung des Menschen – das ist unsere Herausforderung, wenn wir überleben wollen – könnte dieser Traum Wirklichkeit werden.

Denn wir werden nicht müde, davon zu träumen, dass wir eines Tages diese vielversprechende, realisierbare Utopie verwirklichen können: Meine Heimat ist die Erde.

Leonardo Boff   Autor von: Universale Geschwisterlichkeit: Gesellschaftsordnung der Zukunft

Vier-Türme-Verlag, 2022

Übersetzung von Bettina Goldharnack

Mi Patria es la Tierra: una utopía prometedora

Leonardo Boff*

Vivimos hoy tiempos distópicos, carentes de inspiraciones utópicas. Las grandes utopías del pasado no cumplieron sus promesas: el iluminismo, dar instrucción a todo el mundo; el capitalismo, todos pueden hacerse ricos; el socialismo, la igualdad entre todos; el comunismo, una sociedad sin clases; la posmodernidad, no hay narrativas universales, cada cual escoge la suya. El hecho es que ninguna sociedad, nos lo aseguran los antropólogos y sociólogos, vive sin tener una utopía, es decir, una idea fuerza, un sueño inspirador que dé sentido a la vida de las personas, a la sociedad y a la historia.

            Bien decía el escritor irlandés Oscar Wilde: “Un mapa del mundo que no incluya la utopía no es digno de ser mirado, pues ignora el único territorio en el que la humanidad siempre atraca, partiendo enseguida hacia una tierra aún mejor”.

            Pero el sueño utópico nunca muere, pues el principio esperanza (Ernst Bloch), estar siempre en camino, pertenece a la esencia del ser humano. Es completo pero imperfecto, pues busca siempre mejorar su humanidad. Tiene mucho de verdad la utopía, propuesta ya en la década de 1930, de Pierre Teilhard de Chardin: la irrupción en un futuro de la noosfera, en la cual el corazón y la mente de la humanidad llegarían a una feliz convergencia. También la utopía que circula en las bases: “el alma no tiene frontera, ninguna vida es extranjera”. O esta otra que puso en circulación la tv: “mi patria es la Tierra”, utopía verdadera.

            Se han propuesto dos utopías viables, la de la Carta de la Tierra (2000) con su ética del cuidado hacia todos los seres y la del Papa Francisco con su ecología integral, “Cómo cuidar de la Casa Común” (2015), en la cual afirma la relación de todos con todos, “con el sol y la luna, con el cedro y el gorrión” (n.86) y la de la “fraternidad universal” entre los humanos y con todos los seres de la naturaleza (Fratelli tutti, 2015) por cuanto todos han sido generados por la Madre Tierra y tienen el mismo código genético de base.

Quiero presentar la utopía radical de Robert Müller, alto funcionario de la ONU durante 40 años y primer rector de la Universidad de la Paz en Costa Rica. Ella nos remite a la utopía bíblica “del nuevo cielo y la nueva Tierra”. Proyectó un Nuevo Génesis (cf. O nascimento de uma civilização global, Aquarius, São Paulo 1993 p,170-171):

«Y Dios vio que todas las naciones de la Tierra, negras y blancas, pobres y ricas, del Norte y del Sur, de Oriente y de Occidente, de todos los credos, enviaban sus emisarios a un gran edificio de cristal a orillas del río del Sol Naciente, en la isla de Manhattan, para estudiar juntos, pensar juntos y juntos cuidar del mundo y de todos sus pueblos. Y dijo Dios: “Esto es bueno”. Y ese fue el primer día de la Nueva Era de la Tierra.

            Y Dios vio que los soldados de la paz separaban a los combatientes de las naciones en guerra, que las diferencias se resolvían mediante la negociación y el raciocinio y no por las armas, y que los líderes de las naciones se encontraban, intercambiaban ideas y unían sus corazones, sus mentes, sus almas y sus fuerzas para beneficio de toda la humanidad. Y dijo Dios: “Esto es bueno”. Y ese fue el segundo día del Planeta de la Paz.

            Y Dios vio que los seres humanos amaban a la totalidad de la Creación, a las estrellas y el sol, el día y la noche, el aire y los océanos, la tierra y las aguas, los peces y las aves, las flores y las plantas y a todos sus hermanas y hermanos humanos. Y dijo Dios: “Esto es bueno”. Y ese fue el tercer día del Planeta de la Felicidad.

            Y Dios vio que los seres humanos eliminaban el hambre, la enfermedad, la ignorancia y el sufrimiento en toda la Tierra, proporcionando a cada persona humana una vida decente, consciente y feliz, controlando la avidez, la fuerza y la riqueza de unos pocos. Y dijo Dios: “Esto es bueno”. Y ese fue el cuarto día del Planeta de la Justicia.

            Y Dios vio que los seres humanos vivían en armonía con su planeta y en paz con los demás, gestionando sus recursos con sabiduría, evitando el desperdicio, frenando los excesos, sustituyendo el odio por el amor, la avaricia por el darse por contento, la arrogancia por la humildad, la división por la cooperación y la sospecha por la comprensión. Y dijo Dios: “Esto es bueno”, y ese fue el quinto día del Planeta de Oro.

            Y Dios vio que las naciones destruían sus armas, sus bombas, sus misiles, sus barcos y aviones de guerra, desactivando sus bases y desmovilizando sus ejércitos, manteniendo sólo una policía de la paz para proteger a los buenos de los malos y a los normales de los enfermos mentales. Y dijo Dios: “Esto es bueno”. Y ese fue el sexto día del Planeta de la Razón.

            Y Dios vio que los seres humanos restauraban a Dios y a la persona humana como su Alfa y Omega, reduciendo instituciones, creencias, políticas, gobiernos y demás entidades humanas a simples servidores de Dios y de los pueblos. Y Dios los vio adoptar como ley suprema aquella que dice: “Amarás al Dios del Universo con todo tu corazón, con toda tu alma, con toda tu mente y con todas tus fuerzas. Amarás a tu bello y milagroso planeta y lo tratarás con infinito cuidado. Amarás a tus hermanas y hermanos humanos como te amas a ti mismo. No hay mandamientos mayores que éstos”. Y dijo Dios: “Esto es bueno”. Y ese fue el séptimo día del Planeta de Dios».

            Si en la puerta del infierno de la Divina Comedia de Dante Alighieri estaba escrito: “Abandonad toda esperanza, los que aquí entráis”, en la puerta del Nuevo Génesis del mundo planetizado estará escrito en todas las lenguas de la Tierra:“No abandonéis jamás la esperanza, los que entráis aquí”.

            No estoy seguro de que este sueño de Robert Müller sea, por ahora, viable, dado el tipo de seres humanos en que nos hemos convertido. Pero reiventando al ser humano –y este es nuestro reto si queremos sobrevivir– este sueño podrá hacerse realidad.

Porque nunca nos cansaremos de soñar que, un día, podremos vivenciar esta prometedora utopía viable: Mi patria es la Tierra.

*Leonardo Boff ha escrito El doloroso parto de la Madre Tierra, Vozes 2021

Da utopia à distopia  

Frei Betto

No dia 4 de novembro deste ano de 2024 publiquei um artigo sobre a necessidade de uma utopia para conferir sentido aos seres humanos que não vivem sem esperança e sem a projeção de um futuro melhor. Elenquei as grandes do passado, inviáveis, porque não cumpriram o que prometiam. Entramos num mundo distópico, sem utopias. Enumerei algumas que apontam para um futuro de esperança como essa:”Minha pátria é a Terra”. Nos quadros do sistema capitalista financeirizado atual ela é só possível com a reinvenção do ser humano, pois este que está aí só nos leva à nossa destruição (possivelmente por guerra planetária com o risco de fazer desaparecer a espécie humana). Temos que nos reinventar para tornar a utopia de a Terra como única pátria de todos tornar-se viável. Só nos resta esperar e construir as condições histórico-sociais-ecológicos que sirvam de base real para a sustentabilidade desta utopia, realmente salvadora dos humanos e da vida sobre este planeta. A Terra continuará mas sem nós. Publicamos este artigo iluminador de Frei Betto que bem retrata a atual situação distópica de hoje: LBoff

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“Não se projeta mais uma alternativa pós-capitalista. Procura-se amenizar os desmandos do sistema, ampliar redes de benefícios sociais aos mais pobres sem, no entanto, combater as causas estruturais da desigualdade e do desequilíbrio ambiental. São raras as vozes de ressonância mundial, como a do papa Francisco, que ousam proclamar, ainda que em termos menos convencionais, que dentro do capitalismo a humanidade não tem salvação. Basta ler as encíclicas assinadas por ele”, escreve Frei Betto, escritor, autor do romance “Tom vermelho do verde” (Rocco), entre outros livros.

Eis o artigo.

As recentes eleições no Brasil e no mundo comprovam o avanço das forças políticas de direita. Acuados, os raros governos progressistas fazem concessões que contrariam os princípios que regem os programas de seus partidos. Ou adotam posturas autocráticas. Chama a atenção o fato de muitos líderes de direita serem jovens apoiados por jovens.

Perplexa com a perda de espaços e de capacidade de promover mobilizações populares, a esquerda parece não se ter dado conta ainda do grave perigo que o avanço da direita representa para o futuro da humanidade. O clima me recorda Berlim no início da década de 1930, quando todos bailavam pelos cabarés da cidade e conviviam alegremente com aqueles homens uniformizados cujas braçadeiras exibiam a suástica!

Sou da geração de 1968 que promoveu a revolução sexual, se espelhou em Che Guevara, manifestou solidariedade à luta dos vietnamitas contra a invasão dos EUA, aplaudiu os barbudos de Sierra Maestra que libertaram Cuba da órbita da Casa Branca. Geração que se nutria de Sartre e Merleau-Ponty; Reich e Fanon; Marx e Althusser. Geração que enfrentava ditaduras militares, erguia barricadas em defesa da democracia, apoiava greves operárias. Após a redemocratização do Brasil, em 1985, minha geração governou o país por 18 anos!

“E agora, José?/ A festa acabou, / a luz apagou, / o povo sumiu, / a noite esfriou, / e agora, José?”, indagam os versos de Carlos Drummond de Andrade. Quais as causas dessa virada do mundo à direita? Como é possível entender o descaso dos países metropolitanos com a crise climática e o apoio ao genocídio promovido pelo governo sionista de Israel sobre as populações de Gaza e do Líbano? E a ONU, condenada a mero papel decorativo?

Uma das razões dessa virada ideológica se deve ao desaparecimento de paradigmas na cultura ocidental. Ninguém vive sem referências que alimentem a esperança. Minha geração se nutria do marxismo e tinha como referências reais os países socialistas que, apesar dos pesares, representavam um avanço civilizatório comparado aos países capitalistas, em especial quanto à redução das desigualdades sociais.

Tudo isso desabou. Pressionada pelo bloqueio imposto pelos EUA, Cuba enfrenta grave crise econômica, e a China se sustenta no paradoxo de adotar uma política socialista e uma economia capitalista.

Sem paradigmas não se fomentam utopias. E sem utopias não há esperança. O horizonte socialista se apagou do cenário político da esquerda. Líderes de esquerda temem inclusive pronunciar a palavra ‘socialismo’, estigmatizada pela direita. Receiam queimar a boca. Sabem que socialismo soa como sinônimo de comunismo e não atrai votos.

Não se projeta mais uma alternativa pós-capitalista. Procura-se amenizar os desmandos do sistema, ampliar redes de benefícios sociais aos mais pobres sem, no entanto, combater as causas estruturais da desigualdade e do desequilíbrio ambiental. São raras as vozes de ressonância mundial, como a do papa Francisco, que ousam proclamar, ainda que em termos menos convencionais, que dentro do capitalismo a humanidade não tem salvação. Basta ler as encíclicas assinadas por ele.

Sem teorias que iluminem, sem países que sirvam de exemplo, a esquerda fica à deriva no turbulento curso do rio da história sem saber onde haverá de desaguar. Hoje, Hitler e Mussolini se sentiriam à vontade no cenário internacional. Seriam aplaudidos como guias e exaltados como Trump, mormente se abrissem mão do antissemitismo.

Como o eleitor dará apoio e votos à esquerda se não há quem lhe apresente um antídoto à avassaladora deseducação política promovida pelas poderosas ferramentas midiáticas controladas pela direita? O povo não pensa no global, pensa no local; não foca o social, foca o pessoal. Quer segurança no bairro onde mora, acesso à internet, escola, moradia e emprego; prosperar e se livrar da humilhação de uma existência empobrecida e subalterna.

“Gente é pra brilhar”, proclama Caetano. As redes presenciais, que organizavam amplos setores populares (CEBs, sindicatos, movimentos sociais, núcleos partidários etc.) se esgarçaram. Ao lutar pelo fim do imposto sindical, a esquerda fragilizou toda a estrutura da organização e da mobilização operárias.

Agora, as redes virtuais imperam, destituem seus dependentes de cidadania e neles incutem o consumismo, o narcisismo e o individualismo. A ideologia do empreendedorismo leva multidões a abraçarem o “cada um por si e Deus por ninguém”. Incutido na cabeça do povo o sistema culpabiliza o indivíduo por não ser capaz de sair da pobreza e obter renda própria.

Como enfrentar tamanho eclipse da utopia que mobilizava multidões de jovens e aqueles que confiavam nas pautas da esquerda? O que temos a apresentar de melhor além de promessas?

Hoje, é incomensurável o número de jovens asfixiados pelo niilismo. Ignoram a ética, são indiferentes à religião, desprezam a política, têm ideias tão desalinhadas quanto os fios de seus cabelos. Sonham apenas em ter um bom emprego e uma vida confortável – um lugar ao sol nesse sistema cada vez mais afunilado e excludente.

Essa conjuntura obriga as forças progressistas a pôr as barbas de molho e reavaliar sua atuação política, sua linguagem, seu programa e seus objetivos.

O mundo retrocede. Da utopia para a distopia. E isso até os cegos enxergam.

Fonte: IHU 04/11/2024

Minha Pátria é a Terra: a promissora utopia

Leonardo Boff

Hoje vivemos tempos distópicos, carentes de inspirações utópicas. As grandes utopias do passado não cumpriram suas promessas: do iluminismo, dar instrução a todo mundo; do capitalismo, todos podem se tornar ricos; do socialismo, igualdade entre todos; do comunismo,uma sociedade sem classes; da pós-modernidade, não há narrativas universais, cada um escolhe a sua. O fato é que nenhuma sociedade, isso os antropólogos e sociólogos nos garantem, vive sem ter uma utopia, quer dizer, uma ideia forte, um sonho inspirador que dê sentido à vida das pessoas,  à sociedade e à história.

Bem dizia o escritor irlandês Oscar Wilde:”Um mapa do mundo que não inclua a utopia não é digno de ser espiado, pois ignora o único território em que a humanidade sempre atraca, partindo em seguida, para uma terra ainda melhor”.

Mas o sonho utópico nunca morre, pois é da essência do ser humano, o princípio esprança (Ernst Bloch) de estar sempre a caminho. É completo mas imperfeito, pois busca sempre melhorar sua humanidade. Tem muito de verdade a utopia de Pierre Teilhard de Chardin ainda nos idos de 1930, a irrupção lá na frente, da noosfera na qual coração e mente da humanidade chegariam a uma feliz convergência. Também a utopia que circula nas bases:”a alma não tem fronteira, nenhuma vida é estrangeira”. Ou aquela que até a TV fez circular:”minha pátria é a Terra”, utopia verdadeira.

Duas utopias viáveis foram propostas, a da Carta da Terra (2000) com sua ética do cuidado para com todos os seres e a do Papa Francisco com sua ecologia integral, “Como cuidar da Casa Comum”(2015) na qual afirma a relação de todos com todos,”com o sol e a lua, com o cedro e o o pardal”(n.86) e da “fraternidade universal” entre os humanos e com todos os seres da natureza (Fratelli tutti 2015) porquanto todos foram gerados pela Mãe Terra e possuem o mesmo código genético de base.

Quero apresentar a utopia radical de Robert Müller, por 40 anos alto funcionário da ONU e primeiro reitor Universidade da Paz fundada pela ONU em Costa Rica.Ela nos remete à utopia bíblica do “novo céu e da nova Terra”. Projetou um Novo Gênesis (cf. O nascimento de uma civilização global, Aquarius, São Paulo 1993 p,170-171):

“E Deus viu que todas as nações da Terra, negras e brancas, pobres e ricas, do Norte e do Sul, do Oriente e do Ocidente, de todos os credos, enviavam seus emissários a um grande edifício de cristal às margens do rio do Sol Nascente, na ilha de Manhattan, para juntos estudarem, juntos pensarem e juntos cuidarem do mundo e de todos os seus povos.E Deus disse:” Isso é bom”. E esse foi o primeiro dia da Nova Era da Terra.

       E Deus viu que os soldados da paz separavam os combatentes de nações em guerra, que as diferenças eram resolvidas pela negociação e pela razão e não pelas armas, e que os líderes das nações encontravam-se, trocavam ideias e uniam seus corações, suas mentes, suas almas e suas forças para o benefício de toda a humanidade.  E Deus disse:” Isso é bom.”E esse foi o segundo dia do Planeta da Paz.

E Deus viu que os seres humanos amavam a totalidade da Criação, as estrelas e o sol, o dia e a noite, o ar e os oceanos, a terra e as águas, os peixes e as aves, as flores e as plantas e todos os seus irmãos e irmãs humanos.E Deus disse:”Isso é bom.”E esse foi o terceiro dia do Planeta da Felicidade.

E Deus viu que os seres humanos eliminavam a fome, a doença, a ignorância e o sofrimento em todo o globo, proporcionando a cada pessoa humana uma vida decente, consciente e feliz, reduzindo a avidez, a força e a riqueza de uns poucos. E Deus disse:”Isto é bom.”E esse foi o quarto dia do Planeta da Justiça.

E Deus viu que os seres humanos viviam em harmonia com seu planeta e em paz com os outros, gerenciando seus recursos com sabedoria, evitando o desperdício, refreando os excessos, substituindo o ódio pelo amor, a avidez pelo contentamento, a arrogância pela humildade, a divisão pela cooperação e a suspeita pela compreensão. E Deus disse:” Isso é bom.”E esse foi o quinto dia do Planeta de Ouro.

E Deus viu que as nações destruíam  suas armas, suas bombas, seus mísseis, seus navios e aviões de guerra, desativando suas bases e desmobilizando seus exércitos, mantendo apenas policiais da paz para proteger os bons dos maus e os normais dos insanos.  E Deus disse:” Isso é bom”. E esse foi o sexto dia do Planeta da Razão.

E Deus viu que os seres humanos restauravam Deus e a pessoa humana como o Alfa e o Ômega, reduzindo instituições, crenças, políticas, governos e todas as entidades humanas a simples servidores de Deus e dos povos. E Deus os viu adotar como lei suprema:”Amarás ao Deus do Universo com todo o teu coração, com toda  tua alma, com toda atua mente e com todas as tuas forças. Amarás teu belo e miraculoso planeta e o tratarás com infinito cuidado. Amarás teus irmãos e irmãs humanos como amas a ti mesmo. Não há mandamentos maiores que estes. E Deus disse:”Isso é bom.”E esse foi o sétimo dia do Planeta de Deus“.

       Não estou seguro de que este sonho de Robert Muller seja, por ora, viável com o tipo de seres humanos que nos tornamos. Mas reinventando o ser humano – esse é o nosso desafio caso queiramos sobreviver – este sonho poderá tornar-se realidade.Pois,nunca nos cansamos de sonhar de que um dia poderemos vivenciar essa promissora utopia viável: A minha pátria é a Terra.

Leonardo Boff escreveu O doloroso parto da Mãe Terra, Vozes 2021.