Die neuen Barbaren: die Europäische Union und die USA

Leonardo Boff

Der wahre Vernichtungskrieg, den der Staat Israel unter dem Kommando des rechtsextremen Schurken Benjamin Netanjahu gegen mehr als zwei Millionen Palästinenser im Gazastreifen führt, mit Unterstützung der größten Militärmacht der Welt, der Vereinigten Staaten, und der gesamten Europäischen Union und der NATO-Länder, berechtigt uns, sie als neue Barbaren zu bezeichnen. Sie haben Millionen von Palästinensern in einem Schweinestall auf einem kleinen Landstreifen in der Nähe des Meeres eingekesselt, um sie besser ausmerzen zu können. Um ihre Perversität noch zu verschlimmern, haben sie ihnen die Wasser- und Lebensmittelversorgung, die Energieversorgung und die Versorgung der Krankenhäuser mit Medikamenten entzogen. Und zu allem Überfluss setzten sie weiße Phosphorbomben gegen die Bevölkerung ein und verbrannten die Menschen bis auf die Knochen.

Es war eine völlig unverhältnismäßige Reaktion auf den Terroranschlag der Hamas (des militarisierten Teils der Zivilbevölkerung) gegen Israel am 7. Oktober. Die Reaktion kennt keine ethischen, humanitären oder zumindest mitfühlenden Grenzen. Mehr als 11.000 Kinder, Tausende von Müttern, etwa 70.000 Zivilisten und Hunderte von Verletzten wurden ermordet, und die Trümmer von 400.000 Häusern wurden durch Hochleistungsbomben zerstört.

Wie kann man dieses Gemetzel durch die Vereinigten Staaten und diejenigen, die in der Präambel der EU-Verfassung stolz Folgendes verkündet haben, nicht als barbarisch bezeichnen?

“Der europäische Kontinent ist der Träger der Zivilisation, seine Bewohner haben ihn seit den Anfängen der Menschheit in aufeinanderfolgenden Etappen bewohnt und im Laufe der Jahrhunderte Werte entwickelt, die die Grundlage des Humanismus bilden: die Gleichheit der Menschen, die Freiheit und der Wert der Vernunft…”

Diese Sichtweise ist nicht dialektisch. Die häufigen Verstöße gegen diese Werte, die Katastrophen, die die europäische Kultur mit totalitären Ideologien, verheerenden Kriegen und dem Tod von etwa 200 Millionen Menschen auf dem Kontinent und in den Kolonien, Kolonialismus, Sklaverei, Imperialismus, Völkermord an den ursprünglichen Völkern (in einem Jahrhundert starben 61 Millionen Ureinwohner in Südamerika unter dem Einfluss der Europäer) und der Dezimierung ganzer Nationen im krassen Gegensatz zu den verkündeten Werten hervorgebracht hat, werden nicht berücksichtigt oder anerkannt. Was die Europäische Union als Komplize im Gaza-Streifen tut, zeigt ihre traditionelle Arroganz und heuchlerische Haltung. Ich lasse die USA beiseite, die sich immer im Krieg mit irgendeinem Land befinden und dabei die größten Barbareien begehen. Ich konzentriere mich nur auf die Europäer.

Diese ganze tragische Dimension war nur möglich, weil der andere nie wirklich als gleichwertig anerkannt und folglich auch nicht respektiert wurde. Diese Vorstellung ist im Bewusstsein der meisten europäischen Länder noch nicht überwunden worden.

Nehmen wir die Behandlung von Frauen als Beispiel für die Unterwerfung anderer.

In der westlichen Kultur im Allgemeinen (ohne Berücksichtigung anderer Kulturen) war die patriarchalische und sexistische Sichtweise, die die wichtigsten Werte in der männlichen Form kombinierte und organisierte, zentral. Aufgrund dieser Vorherrschaft wurden Frauen unterdrückt, ausgegrenzt und gesellschaftlich unsichtbar gemacht.

Es wurde eine ideologische Rechtfertigung für diese Minderwertigkeit geschaffen. Sie wurde bei Aristoteles gesucht, der eine vorurteilsbehaftete Auffassung geprägt hatte, deren Widerhall bis zum heiligen Thomas von Aquin reichte, mit Anklängen bei Freud und Lacan. Der Philosoph erklärte, die Frau sei “ein auf der Strecke gebliebener Mann”, “ein unfertiges und minderwertiges Wesen” (allerdings auf Latein).

Die traditionalistischen Sektoren der Kirche erscheinen als kulturelle Bastionen, die diese Minderwertigkeit der Frauen am Leben erhalten und noch immer reproduzieren. Für diese Sektoren sind Frauen noch immer keine vollwertigen Kirchenbürgerinnen. Dies hat sich auch bei der Synode über Amazonien durchgesetzt, die dem christlichen Glauben ein indigenes Gesicht geben wollte. Das sexistische, römische und westliche Paradigma setzte sich durch. Verheiratete Indianer konnten nicht Priester werden. Frauen wurde das Priestertum verweigert; es gab ein kleines Zugeständnis, nämlich die Beteiligung an der institutionellen Verwaltung der Kirche. Aber es ist ihnen nicht erlaubt, ihre Freiheit auszuüben, unter anderem in Bezug auf die reproduktiven Rechte, da sie mehr als 50 % der christlichen Gemeinschaft ausmachen.

Diese Herabsetzung der Frau auf einen Zustand der Minderwertigkeit spaltet die Menschheit von oben bis unten. Sie gibt dem Mann zu viel Macht. Indem er das Anderssein und die Gleichheit der Frau nicht anerkennt, hat er den Gesprächspartner verloren, den die Natur und Gott ihm für ein kooperatives Zusammenleben gegeben haben. Wenn es in der Genesis heißt, dass sie das Ebenbild Gottes sind und er Mann und Frau schuf, dann meint er damit nicht die Möglichkeit der Fortpflanzung der Art. Sondern als Gefährten füreinander und als ständige Gesprächspartner.

Diese Beziehung von Angesicht zu Angesicht zwischen Mann und Frau würde eine Beziehung der Beherrschung verhindern. Und das ist aus Gründen, die wir hier nicht nennen können, umgesetzt worden. Ohne die Frau projiziert der Mann seine physische Stärke und seine intellektuellen Fähigkeiten in die Logik des Wettbewerbs, bei dem nur einer gewinnt und alle anderen verlieren. Sie verhindert eine Zusammenarbeit, bei der alle gewinnen. Sie überlässt das Feld dem Entstehen von Machtstrukturen, die Hierarchie und Ausgrenzung beinhalten. Das Patriarchat und der Sexismus sind für die Art von zentralisiertem Staat verantwortlich, den wir haben, für die Herstellung von Krieg und für die Einführung von sexistischen sozialen Sitten und diskriminierenden Gesetzen.

Doch dank des historischen Kampfes der Frauen werden die falschen Motive der patriarchalischen Gesellschaft systematisch zerstört. Sie haben eine ganzheitlichere Sicht von Männern und Frauen und ihrer Aufgabe in der Geschichte entwickelt: partnerschaftliche Beziehungen mit Respekt für die Unterschiede im Hinblick auf eine integrativere und weniger konfliktreiche Beziehung zwischen den Geschlechtern und zum Nutzen des politischen und religiösen Friedens zwischen den Völkern zu schaffen.

Was sich unter freiem Himmel in Gaza abspielt, ist beschämenderweise das Vorherrschen von Macho-Gewalt, Rücksichtslosigkeit gegenüber den Schwächsten und die schlichte Eliminierung von Menschen, die es nach Ansicht radikaler Zionisten nicht mehr geben sollte. Aber ich wiederhole, dass wir daran glauben, dass die Menschen mit viel Mühe besser sein können: Sie können die Person in der Ferne zu einem Nachbarn und den Nachbarn zu einem Bruder und einer Schwester machen. Aber wann?

Leonardo Boff Autor gemeinsam mit Rose Marie Muraro von Feminino e Masculino: uma nova consciência para o encontro das diferenças, Record, RJ 2002/2010; O rosto materno de Deus, Vozes 11edições 2012.

Übersetzung von Bettina Goldhartnacker

I nuovi barbari: la Unione Europea e gli USA

Leonardo Boff

La vera guerra di sterminio che lo Stato di Israele, sotto il comando di un mascalzone di estrema destra, Benjamin Netanyahu, sta conducendo contro più di due milioni di palestinesi nella Striscia di Gaza, con il sostegno della più grande potenza militare del mondo, gli Stati Uniti e dell’intera Unione Europea e dei paesi NATO, ci legittima a chiamarli nuovi barbari. Hanno circondato in un porcile milioni di palestinesi sulla piccola striscia di terra, vicino al mare, per eliminarli meglio. Per peggiorare la loro perversità, gli hanno tagliato l’acqua, le scorte di cibo, l’energia e le medicine per gli ospedali. E per finire, hanno usato contro la popolazione bombe al fosforo bianco che bruciano le persone fino alle ossa.

Si è trattato di una reazione del tutto sproporzionata all’attacco terroristico di Hamas (la parte militarizzata della popolazione civile) compiuto contro Israele il 7 ottobre. La reazione non conosce limiti etici, umanitari e di minima compassione. Sono stati assassinati più di 11mila bambini, migliaia di madri, circa 70mila civili e centinaia e centinaia di feriti e anche le macerie di 400mila case distrutte da bombe ad alta potenza.

Come non chiamare barbarie questa carneficina da parte degli Stati Uniti e di coloro che hanno orgogliosamente affermato quanto segue nel Preambolo della Costituzione dell’Unione Europea:

Il continente europeo è portatore di civiltà, i suoi abitanti lo hanno abitato fin dagli albori dellumanità in fasi successive e nel corso dei secoli hanno sviluppato valori, base dellumanesimo: luguaglianza degli esseri umani, la libertà e il valore della ragione…” .

Questa visione non è dialettica. Non include né riconosce le frequenti violazioni di questi valori, le catastrofi che la cultura europea ha prodotto con ideologie totalitarie, guerre devastatrici, con la morte di circa 200 milioni di persone nel continente e nelle colonie, colonialismo, schiavitù, imperialismo, genocidio dei popoli originari (in un secolo morirono in Sud America, sotto l’azione degli europei 61 milioni di indigeni), decimando intere nazioni in netto contrasto con i valori proclamati. Ciò che la Unione Europea, in qualità di complice, sta facendo nella Striscia di Gaza dimostra la sua tradizionale arroganza e il suo atteggiamento ipocrita. Tralascio gli USA, sempre in guerra con qualche paese, commettendo le più grandi barbarie. Mi concentro solo sugli europei.

Tutta questa dimensione tragica è stata possibile solo perché l’altro non è mai stato riconosciuto, di fatto, come suo pari e, di conseguenza, il diverso non è mai stato rispettato. Questa concezione non è ancora stata superata nella coscienza della maggior parte dei paesi europei.

Prendiamo come esempio dell’inferiorizzazione degli altri, il trattamento riservato alle donne.

Nella cultura occidentale in generale (senza considerare le altre culture) aveva centralità la visione patriarcale e sessista che combinava e organizzava i valori principali nella forma maschile. A causa di questa dominazione, la donna fu sottomessa, emarginata e resa socialmente invisibile.

È stata creata una giustificazione ideologica per questa inferiorizzazione. È stata ricercata in Aristotele, che aveva coniato una concezione pregiudiziale, la cui risonanza è arrivata fino a San Tommaso d’Aquino, con echi in Freud e Lacan. Il filosofo affermava che la donna è “un uomo rimasto nel cammino”, “un essere incompiuto e inferiore” (ma in latino).

I settori tradizionalisti della Chiesa appaiono come bastioni culturali che mantengono viva e ancora riproducono questa inferiorizzazione delle donne. Per questi settori le donne non godono ancora della piena cittadinanza ecclesiastica. Ciò ha finito per prevalere nel Sinodo sull’Amazzonia, che intendeva dare un volto indigeno alla fede cristiana. Ha prevalso il paradigma sessista, romano e occidentale. Gli indios sposati non possono essere preti. Alle donne si è negato il sacerdozio; c’è stata una piccolissima concessione, la partecipazione all’amministrazione istituzionale della Chiesa. Ma non è loro consentito esercitare la libertà con riferimento, tra l’altro, al diritto riproduttivo, poiché costituiscono oltre il 50% della comunità cristiana.

Questa riduzione a uno stato di inferiorità delle donne divide l’umanità da cima a fondo. Conferisce troppo potere all’uomo. Questo, non riconoscendo l’alterità e l’uguaglianza delle donne, ha perso l’interlocutore che la natura e Dio gli avevano dato per vivere insieme in modo cooperativo. Quando la Genesi dice che sono immagine di Dio e fatti uomo e donna, intende questo fatto non come possibilità di riproduzione della specie. Ma come compagni tra loro e interlocutori permanenti.

Questo rapporto faccia a faccia tra uomo e donna, impedirebbe una relazione di dominio. E questa, per ragioni che qui non possiamo menzionare, è stata attuata. Senza la donna, l’uomo proietta la sua forza fisica e la sua capacità intellettuale nella logica della competizione, in cui solo uno vince e tutti gli altri perdono. Impedisce la cooperazione in cui tutti vincerebbero. Lascia il campo aperto all’emergere di strutture di potere che implicano gerarchizzazione ed esclusione. Si attribuisce di fatto al patriarcato e al sessismo il tipo di Stato centralizzato che abbiamo, la fabbricazione della guerra e l’istituzione di costumi sociali sessisti e di leggi discriminatorie.

Ma grazie alla lotta storica delle donne è in atto una sistematica demolizione delle false ragioni della società patriarcale. Loro hanno sviluppato una visione più olistica dell’uomo e della donna e della loro missione nella storia: creare relazioni di partenariato nel rispetto delle differenze in vista di una relazione più inclusiva e meno conflittuale tra i generi e a beneficio della pace politica e religiosa tra i popoli.

Ciò che, vergognosamente, sta accadendo a cielo aperto a Gaza è il prevalere della violenza maschilista, la spietatezza verso i più deboli e la pura e semplice eliminazione di persone che, secondo i sionisti radicali, non dovrebbero più esistere. Ma ribadisco che crediamo che, con molto sforzo, l’essere umano possa essere migliore: può fare della persona lontana un vicino e del vicino un fratello e una sorella. Ma quando?

Leonardo Boff ha scritto con Rose Marie Muraro i libri Feminino e Masculino: uma nova consciência para o encontro das diferenças, Record, RJ 2002/2010; O rosto materno de Deus, Vozes 11edições 2012.

(traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

Os novos bárbaros: a Comunidade Europeia e os USA

Leonardo Boff

A verdadeira guerra de extermínio que o Estado de Israel, sob o comando de um celerado de extrema direita, Benjamin Netanyahu, está fazendo com os mais de dois milhões de palestinos da Faixa de Gaza, apoiado pela maior potência bélica do mundo, os USA e mais ainda pela inteira Comunidade Europeia (NATO) nos legitima de chamá-los de novos bárbaros. Cercaram como num chiqueirão os milhões da palestinos na pequena faixa de terra, junto ao mar, para melhor eliminá-los. Para agravar sua perversidade, cortaram-lhe a água, os suprimentos alimentares, a energia, os medicamentos para os hospitais. E para chegar ao cúmulo, usaram contra a população bombas de fósforo branco que queima as pessoas até os ossos.

Foi uma reação totalmente desproporcional contra um ataque terrorista do Hamas (a parte militarizada da população civil) feita contra Israel no dia 7 . A reação não conhece limites éticos, humanitários e de mínima compaixão.Mais de 11 mil crianças foram assassinadas, milhares de mães,cerca de 70 mil civis e centenas e centenas de feridos e ainda os escombros de 400 mil casas arrasadas com bombas de grande potência.

Como não chamar esta carnificina, de barbárie por parte dos USA e daqueles que,orgulhosamente consignaram no Preâmbulo da Constituição da União Europeia o seguinte:

O Continente europeu é portador de civilização, que seus habitantes a habitaram desde o início da humanidade em sucessivas etapas e que no decorrer dos séculos desenvolveram valores, base para o humanismo: igualdade dos seres humanos, a liberdade e o valor da razão…”.

 Esta visão não é dialética. Ela não inclui nem reconhece as frequentes violações destes valores, as catástrofes que a cultura europeia produziu com ideologias totalitárias, guerras devastadoras, matando cerca de 200 milhões no continente e nas colônias, colonialismo, escravagismo, imperialismo, genocídio de povos originários (num século morreram na América do Sul, sob a ação dos europeus 61 milhões de indígenas), dizimando inteiras nações em contraste frontal com os valores que proclamou. O que a Comunidade Europeia,  como cúmplice, está fazendo na Faixa de Gaza mostra a sua tradicional arrogância e atitude farisaica. Deixo de fora os USA que sempre vivem em guerra contra algum país,cometendo as maiores barbaridades.Detenho-me apenas nos europeus.

Toda esta dimensão trágica só foi possível porque nunca se reconheceu, de fato, o outro como seu semelhante e nunca se respeitou de forma consequente o diferente. Esta concepção não foi ainda superada na consciência da maioria dos países europeus.

Vamos tomar como exemplo a inferiorizarão do outro,  no caso do tratamento dado às mulheres.

Na cultura ocidental em geral (sem considerar outras culturas) tinha centralidade a visão patriarcal e machista que conjugou e organizou os principais valores na forma do masculino. Em razão desta dominação, a  mulher foi submetida, marginalizada e tornada socialmente invisível.

 Criou-se uma justificativa ideológica para esta interiorização. Ela foi buscada em Aristóteles que cunhou uma compreensão preconceituosa, cuja ressonância alcançou Santo Tomás de Aquino, com ecos em Freud e Lacan. O filósofo afirmou que a mulher é  “um homem que ficou a caminho”, “um ser inacabado e inferior” (mas  em latim).

Setores tradicionalistas da Igreja comparecem como  bastiões culturais que mantém viva e ainda reproduzem esta interiorização da mulher.Para esses setores as mulheres não gozam ainda de plena cidadania eclesial. Isso acabou prevalecendo no Sínodo Panamazônico, pelo qual se pretendia conferir um rosto indígena à fé crista. Predominou o paradigma machista, romano e ocidental.Índio casado não pode ser padre por não ser celibatário. Negou-se às mulheres o sacerdócio; concedeu-se a uma pequeníssima parcela, participar na administração institucional da Igreja. Mas não lhes foi permitido exercer a liberdade com referência ao direito reprodutivo, entre outros, sendo que são mais de 50% da comunidade cristã.

Esta interiorização da mulher cinde a humanidade de cima abaixo. Confere demasiado poder ao homem. Este, ao não reconhecer a alteridade e a igualdade da mulher, perdeu o interlocutor que a natureza e Deus lhe haviam dado para juntos viverem de forma cooperativa.Quando o Gênesis diz que são imagem de Deus e feitos homem e mulher, entende este fato não como possibilidade de reprodução da espécie. Mas como companheiros entre si e permanentes interlocutores.

Esse cara- a- cara entre homem e mulher, impediria uma relação de dominação. E essa, por razões que não cabe aqui referir, se implantou. Sem a mulher, o homem projeta sua força física e capacidade intelectual na lógica da competição na qual só um ganha e todos os demais perdem. Impede a cooperação na qual todos ganhariam. Deixa o campo aberto ao surgimento de estruturas de poder que implicam hierarquização e  exclusão. Efetivamente tributa-se  ao patriarcalismo e ao machismo o tipo de Estado centralizado que temos, a fabricação da guerra e o estabelecimentos de costumes sociais machistas e de leis discricionárias.

Mas graças à luta histórica das mulheres está se operando uma demolição sistemática das falsas razões da sociedade patriarcal. Elas elaboraram um visão mais holística do homem e da mulher e de sua missão na história: criar relações de parceria no respeito às diferenças em vista de uma relação mais includente e menos conflitiva entre os gêneros e em benefício da paz política e religiosa entre os povos.

O que, vergonhosamente, está ocorrendo a céu aberto em Gaza, é a prevalência da violência masculinista, da impiedade para com os mais fracos e a pura e simples eliminação de pessoas que para os sionistas radicais nem deveriam mais existir. Mas reitero que com muito esforço cremos que o ser humano pode ser melhor: pode fazer do distante um próximo e  do próximo um irmão e uma irmã. Mas quando?

Leonardo Boff escreveu com Rose Marie Muraro o livro Feminino e Masculino:uma nova consciência para o encontro das diferenças,Record,RJ 2002/2010; O rosto materno de Deus, Vozes 11edições 2012.

Dove stiamo andando?

         Leonardo Boff

C’è una convergenza di innumerevoli crisi che affliggono l’intera umanità. Senza bisogno di menzionarli, mi limito a due, estremamente pericolose e perfino letali: una guerra nucleare tra le potenze militariste, sfidandosi per l’egemonia nel governo del mondo. Dato che la sicurezza non è mai totale, funzionerebbe la formula 1+1 = 0. Ovvero, l’uno distruggerebbe l’altro e insieme trascinerebbero nella distruzione l’intero sistema della vita umana. La Terra continuerebbe ad essere impoverita, piena di ferite, ma continuerebbe a girare ancora attorno al sole, non sappiamo per quanti milioni di anni. Questo Satana della vita che è l’essere umano squilibrato, sarebbe colui che ha perso la sua dimensione sapiente.

L’altro è il crescente cambiamento climatico che non sappiamo a quale grado Celsius si stabilizzerà. Un fatto è innegabile, affermato dagli stessi scienziati scettici: la scienza e la tecnologia sono arrivate tardi. Abbiamo superato il punto critico in cui potevano ancora aiutarci. Ora possono solo avvisarci degli eventi estremi che arriveranno e mitigarne gli effetti dannosi. I climatologi suggeriscono che, nei prossimi anni, il clima potrebbe stabilizzarsi, a livello globale, intorno ai 38-40 gradi Celsius. In altre regioni può raggiungere i 50°C circa. Ci saranno milioni di vittime, soprattutto tra i bambini e gli anziani che non riusciranno ad adattarsi alla mutata situazione sulla Terra.

Questi stessi scienziati hanno messo in guardia gli Stati dal fatto che milioni di migranti lasceranno le loro amate terre a causa del caldo eccessivo e della frustrazione dei raccolti alimentari. Possibilmente, ed è auspicabile, che ci sia una governance planetaria globale e plurale, fatta di rappresentanti dei popoli e delle classi sociali per pensare alla mutata situazione della Terra, non rispettando gli obsoleti limiti tra le nazioni. Si tratta di salvare non questo o quel paese, ma tutta l’umanità. Papa Francesco lo ha detto più volte realisticamente: questa volta non c’è l’arca di Noè che salva alcuni e lascia perire gli altri: “o ci salviamo tutti o non si salva nessuno”.

Come si vede siamo di fronte ad una situazione limite. La coscienza di questa urgenza è molto debole nella maggioranza della popolazione, intorpidita dalla propaganda capitalista per un consumo sfrenato e dagli stessi Stati, in gran parte controllati dalle classi dominanti. Questi guardano solo l’orizzonte davanti a loro, creduloni di un progresso illimitato verso il futuro, senza prendere sul serio che il pianeta è limitato e non può farcela e che abbiamo bisogno di 1,7 pianeti Terra per soddisfare i loro sontuosi consumi.

Esiste una via d’uscita da questo accumulo di crisi, di cui ci limitiamo a due? Credo che né il Papa né il Dalai Lama, né alcun saggio privilegiato possano prevedere quale sarà il nostro futuro. Se guardiamo alle malvagità del mondo, dobbiamo essere d’accordo con José Saramago che diceva: “Non sono un pessimista; è la situazione che è pessima”. Ricordo l’affascinante San Francesco d’Assisi che, incantato, vide il lato luminoso della creazione. Chiedeva, però, ai suoi confratelli: di non considerare troppo i mali del mondo per non avere motivi per lamentarsi di Dio. In un certo senso siamo tutti un po’ come Giobbe, che si lamentava pazientemente di tutti i mali che lo affliggevano. Anche noi ci lamentiamo perché non capiamo il perché di tanta malvagità e, soprattutto, perché Dio resta in silenzio e permette che, spesso, il male trionfi, come avviene adesso di fronte al genocidio dei bambini innocenti nella Striscia di Gaza. Perché non interviene per salvare i suoi figli e le sue figlie? Non è Lui “l’appassionato amante della vita” (Sapienza 11:26)?

A Freud, che non si considerava un uomo di fede, si attribuisce il merito di aver detto quanto segue: “se mi presento davanti a Dio, ho più domande da fargli di quante ne abbia lui con me, perché ci sono tante cose che non ho mai capito quando ero in Terra”.

Né la filosofia né la teologia sono riuscite finora a offrire una risposta convincente al problema del male. Si tratta tutt’al più di affermare che Dio, avvicinandosi a noi attraverso l’incarnazione – non per divinizzare l’essere umano – ma per umanizzare Dio – ha voluto dire che questo Dio ci accompagna nell’esilio, si fa carico del nostro dolore fino alla disperazione sulla croce. Questo è grandioso, ma non risponde al perché del male. Perché anche il Dio umano ha dovuto soffrire? «Pur essendo Figlio di Dio, imparò l’obbedienza dalle sofferenze patite» (Ebrei, 5,8). Questa proposta non fa scomparire il male. Esso resta come una spina nella carne.

Forse dobbiamo accontentarci dell’affermazione di San Tommaso d’Aquino che scrisse, certo, uno dei trattati più brillanti “Sul male” (De Malo). Alla fine egli si arrende all’impossibilità della ragione di rendere conto del male e conclude: “Dio è così potente che può trarre il bene dal male”. Questa è fede fiduciosa, non ragione raziocinante.

Ciò che possiamo dire con una qualche certezza: se l’umanità, soprattutto, il sistema del capitale con le sue grandi multinazionali globalizzate continua con la sua logica di sfruttamento fino all’esaurimento dei beni e dei servizi naturali in funzione della loro illimitata accumulazione, allora possiamo dire, secondo l’espressione di Sigmunt Bauman : “andiamo a ingrossare il corteo di coloro che si dirigono verso la propria tomba”.

Dopo aver commesso il peggior crimine mai perpetrato nella storia: l’omicidio giudiziario del Figlio di Dio, inchiodandolo alla croce, nulla è più impossibile. Come disse J.P.Sartre dopo i bombardamenti di Hiroshina e Nagasaki: “l’essere umano si è impossessato della propria morte”. E Arnold Toynbee, il grande storico, commentava: “non abbiamo più bisogno che Dio intervenga per porre fine alla sua creazione; spetta alla nostra generazione testimoniare la possibilità della propria distruzione”.

Pessimismo? No. Realismo. Ma appartiene anche alla nostra possibilità di compiere quell’atto di fede che si inscrive come possibile emergenza del processo cosmogenico: crediamo che il vero signore della storia e del suo destino non è l’essere umano, ma il Creatore che dalle rovine e dalle ceneri può creare un uomo nuovo e una donna nuova, un nuovo cielo e una nuova Terra. Là la vita è eterna e regnerà l’amore, la festa, l’allegria e la comunione di tutti con tutti e con la Realtà Suprema. Et tunc erit finis.

Leonardo Boff ha scritto: Cuidar da Terra-proteger a vida: como escapar do fim do mundo, Record, Rio de Janeiro 2010; A nossa ressurreição na morte, Vozes 2012.

(traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)