Trügerische und echte Vorschläge zur Bewältigung der planetarischen Krise

                                                               Leonardo Boff

Es ist inzwischen unübersehbar, dass wir uns in einer gefährlichen planetarischen Krise befinden. Selbst die eifrigsten Leugner spüren die Auswirkungen der aktuellen Krise am eigenen Leib (Taifune, Überschwemmungen, unvorstellbare Schneestürme, schwere Dürren, Wüstenbildung, Kriege unter freiem Himmel, Völkermorde und andere Phänomene). Der Klimawandel verschont niemanden und erreicht in den nordischen Ländern mehr als 40 Grad Celsius unter Null und bei uns 50 Grad Celsius, wie in Rio de Janeiro, mit einer gefühlten Temperatur von 70 Grad Celsius über Null. Viele Menschen erkennen, dass sie sich an Bord eines sinkenden Schiffes befinden und suchen nach allen möglichen Lösungen, von denen einige sehr pervers sind.

Die erste wurde von den Billionären (0,1 % der Menschheit) erdacht, die sich jedes Jahr in Davos treffen. Sie haben den Great Reset des Kapitalismus geplant, also die große und radikale Rückkehr zum Kapitalismus auf die Spitze getrieben. Mittels künstlicher Intelligenz schlagen sie eine Art kybernetische Despotie vor, bei der sie jeden Menschen, eine ganze Nation, ausgeschaltete Handys und Computer und sogar die Zahnpasta, die ich benutze, kontrollieren. Sie würden ihre Art der Produktion, des Vertriebs und des Konsums der gesamten Menschheit aufzwingen. Dieses Projekt ist so abwegig, dass es keine Chance auf Verwirklichung hat. Jeder Macht stünde die Anti-Macht der gesamten Menschheit gegenüber und würde ihr Vorhaben unmöglich machen.

Der zweite Vorschlag ist der grüne Kapitalismus. Er schlägt vor, alle verwüsteten Gebiete aufzuforsten und alle Grünflächen zu erhalten, was sehr verlockend klingt. Aber Kapitalismus ist immer Kapitalismus. Dieses Projekt ändert das warenproduzierende, profitorientierte System nicht. Grün stellt die perverse soziale Ungleichheit nicht in Frage. Vielmehr macht es die gesamte Natur zur Ware. Zum Beispiel profitiert sie nicht nur vom Verkauf der Honigbienen, sondern verlangt auch noch Geld für deren Bestäubungsleistung. Wie Michael Löwy, Forschungsdirektor für Soziologie am CNRS in Paris, in einem Artikel über Degrowth (siehe auf meiner Website) zu Recht feststellt: “Es gibt keine Lösung für die ökologische Krise im Rahmen des Kapitalismus, eines Systems, das sich ganz dem Produktivismus, dem Konsumismus und dem erbitterten Kampf um “Marktanteile” verschrieben hat. Seine inhärent perverse Logik führt unweigerlich zur Störung des ökologischen Gleichgewichts und zur Zerstörung der Ökosysteme”.

Aber es gibt vielversprechende Vorschläge, vorausgesetzt, wir haben die Zeit dazu. Wir werden nur einige davon aufzählen. Die vielversprechendste ist die Wirtschaft, die auf dem Territorium arbeitet (Bioregionalismus). Sie definiert das Territorium nicht durch die herkömmliche Einteilung in Gemeinden, sondern durch die Konfiguration, die die Natur selbst bietet: Art der Fauna und Flora, Wasserbecken, Seen, Berge und Täler und Art der Bevölkerung. Eine wirklich nachhaltige Wirtschaft kann vor Ort aufgebaut werden, mit einer rationellen Nutzung der natürlichen Güter und Dienstleistungen, mit Netzen solidarischer Produktionsgenossenschaften, mit der Integration der gesamten Bevölkerung, die eine wirklich repräsentative Demokratie ermöglicht, mit der Aufwertung von Kulturgütern wie lokalen Traditionen und Festen und mit der Würdigung bedeutender Persönlichkeiten, die in der Region gelebt haben; da alles vor Ort produziert wird, werden lange Transportwege vermieden.

Ein weiteres Modell ist die solidarische und agrarökologische Ökonomie: Wie der Name schon sagt, handelt es sich um Genossenschaften, die auf der Grundlage der Agrarökologie solidarisch und im Einklang mit den Rhythmen der Natur arbeiten und die Produktion diversifizieren, damit sich das Gebiet regenerieren kann. Sie haben sich zu NRO mit der Bezeichnung “Städte ohne Hunger” entwickelt, die städtische Gärten und Schulgärten anlegen und ungenutzte Flächen in den Städten oder ganze Terrassen nutzen, um unter Beteiligung aller für den lokalen Verbrauch zu produzieren. Der MST hat die positiven und integrierenden Auswirkungen dieser Art von Solidarwirtschaft gezeigt.

Ein weiteres Modell ist die Kreislaufwirtschaft. Es basiert auf der Reduzierung, Wiederverwendung, Rückgewinnung und dem Recycling von Energie, insbesondere von Verpackungen, Glas, PET, PP und Papier. Auf diese Weise wird das derzeitige lineare Modell von Gewinnung-Produktion-Entsorgung durchbrochen. Dieses Modell ist ökologisch interessant, aber es geht nicht auf die Fragen der sozialen Ökologie ein, die auf die Überwindung sozialer Ungleichheiten abzielt. Die Reichweite der Kreislaufwirtschaft ist daher begrenzt.

Ein Modell, nach dem die Andenbewohner seit Jahrhunderten leben, ist das gute Leben/miteinander Leben (bien vivir/convivir). Es ist eine zutiefst ökologische Wirtschaft, denn sie beruht auf der Vorstellung, dass Pacha Mama (Mutter Erde) alles produziert. Die Menschen helfen ihr mit ihrer Arbeit, wenn es an Überfluss mangelt. Für sie ist der Leitgedanke die Harmonie, die bei der Familie beginnt und sich auf die Natur ausdehnt, auf die jedes Wesen Rechte hat, die sogar in der neuen Verfassung von Bolivien und Ecuador verankert sind. Nicht die Wirtschaft steht im Mittelpunkt, sondern das friedliche Zusammenleben und der freundschaftliche Umgang mit der Natur, den Gewässern, den Wäldern und den Bergen. Wer weiß, wenn die Menschheit eines Tages zu ihrer tiefen Zugehörigkeit zur Erde und zur Natur erwacht, wird das gute Leben ein Ideal sein, das von allen gelebt werden kann.

Es gibt auch die von Papst Franziskus vorgeschlagene Bewegung der Franziskus- und Klara-Wirtschaft. Nachdem er das System des Kapitals und seine Konsumkultur scharf kritisiert hat, schlägt er eine universelle Brüderlichkeit vor. Diese besteht zwischen allen Wesen und zwischen den Menschen, allen Brüdern und Schwestern (seine Enzyklika Fratelli tutti). Das Leben in all seinen Formen steht im Mittelpunkt, vor allem das menschliche Leben, mit besonderer Rücksicht auf das Leben der Schwächsten. Wirtschaft und Politik stünden in erster Linie im Dienst des Lebens und erst danach des Marktes. Es ist ein großzügiges Ideal, das noch im Entstehen begriffen ist.

Sicherlich ist das Projekt des Ökosozialismus dasjenige, das die größten Chancen auf eine historische Verwirklichung hat. Es hat nichts mit dem gelebten Sozialismus sowjetischer Prägung zu tun, sondern es will das größere Ideal verwirklichen, jedem nach seinen Bedürfnissen und jedem nach seinen Möglichkeiten zu geben. Dieses Projekt ist das am weitesten fortgeschrittene und solideste. Es beinhaltet einen globalen Gesellschaftsvertrag mit einem pluralistischen Zentrum für die Bewältigung der globalen Probleme der Menschheit, wie es beim Coronavirus und jetzt beim Klimawandel der Fall war. Die natürlichen Güter und Dienstleistungen gehören allen, und es schlägt einen vernünftigen, nüchternen Konsum vor, der auch die Lebensgemeinschaft einschließt, die ebenfalls die für ihre Nachhaltigkeit notwendigen Nährstoffe benötigt. Dieses Projekt würde mehr Schwung erhalten, wenn es über seinen ökologischen Soziozentrismus hinausginge und die zuverlässigsten Daten der neuen Kosmologie und Biologie einbeziehen würde, die die Erde und das menschliche Leben als ein Moment in dem großen kosmogenen, biogenen und anthropogenen Prozess betrachtet. Der ökologische Ökosozialismus wäre eine Emergens dieses globalen Prozesses.

Schließlich muss jedes Modell zur Bewältigung der planetarischen Krise das zurückgewinnen, was wir einst besaßen und verloren haben und was von den ursprünglichen Völkern geschätzt wird: unsere tiefe Zugehörigkeit und Verbundenheit mit Mutter Erde und allen ihren Geschöpfen. Nach dem indigener Denker Ailton Krenak (siehe Ancestral Future 2022) wird diese Vision der Urvölker unsere Zukunft sein, die unser Fortbestehen auf diesem Planeten garantieren wird. Wir hoffen, dass die Zeit auf der Erde großzügig genug sein wird, damit wir diesen Traum leben können.

Leonardo Boff  Autor von: Habitar a Terra,Vozes 2023

Propostas enganosas e verdadeiras para a crise planetária

   Leonardo Boff

É já uma obviedade reconhecer que estamos mergulhados numa perigosa crise planetária. Até os negacionistas mais ferrenhos estão sentindo na própria pele (tufões, enchentes, nevascas inimagináveis,secas severas, desertificação, guerras e genocídios a céu aberto e outros fenômenos) os efeitos da crise atual. A mudança climática não poupa ninguém,chegando nos países nórticos a mais de 40 graus C abaixo de zero e entre nós, como no Rio de Janeiro, a 50 graus C com percepção de 70 graus C acima de zero. Tais eventos não permitem tergiversações.Muitos estão percebendo que estão embarcados num navio indo a pique e procuram soluções de todo tipo,algumas de grande perversidade.

A primeira foi excogitada no interior dos trilhardários (0,1% da humanidade) que se encontram anualmente em Davos. Projetaram a Great Reset do capitalismo, vale dizer, a grande e radical retomada do capitalismo levado ao extremo.Por meio da Inteligência Artificial, eles propõem uma espécie de despotismo cibernético, pelo qual controlam cada pessoa, todo um povo, os celulares e computadores desligados e até a pasta de dente que estou usando. Imporiam seu tipo de produção distribuição e consumo a toda a humanidade. Esse projeto é tão perverso que não tem chance nenhuma de realização. A todo poder se oporia um anti-poder da humanidade inteira e inviabilizaria seu intento.

A segunda proposta é o capitalismo verde. Ele se propõe reflorestar todas as áreas devastadas e a conservar  todas as áreas verdes,o  que parece muito atraente. Mas o capitalismo é sempre capitalismo. Este projeto não muda o sistema produtor de mercadorias, visando o lucro. O verde não questiona a perversa desigualdade social. Antes mercantiliza toda a natureza. Exemplo: não apenas lucra com a venda do mel de abelhas mas cobra por sua capacidade de polinização. Como diz com acerto Michael Löwy, diretor de pesquisa em sociologia na SNRS de Paris num artigo sobre o decrescimento (veja no meu site):”Não há solução para a crise ecológica no marco do capitalismo, um sistema inteiramente dedicado ao produtivismo, ao consumismo e à luta feroz por “fatias de mercado”. Sua lógica intrinsecamente perversa conduz inevitavelmente à ruptura do equilíbrio ecológico e à destruição dos ecossistemas”.

Mas há propostas promissoras, no pressuposto de que tenhamos tempo para isso. Apontaremos apenas algumas. A que mais futuro projeta é aquela economia que trabalha o território (bioregionalismo).Define o território não pela divisão convencional em municípios,mas pela configuração que a própria natureza oferece:tipo de fauna e flora, de bacias hídricas, lagos, montanhas e vales e tipo de população. No âmbito do terreno pode-se construir uma economia realmente sustentável com a utilização racional dos bens e serviços naturais, com redes de cooperativas de produção solidária,integração de toda a população,permitindo uma democracia de fato representativa,valorização dos bens culturais como as tradições e festas locais e a celebração dos personagens notáveis que viveram na região.Como tudo é produzido no local, evita-se o transporte longo.Poderíamos imaginar o planeta Terra como um tapete de milhões de territórios com economia integrada e sustentável, com mais equidade ou real diminuição da pobreza.

 Outro modelo vem sob o nome de economia solidária e agroecológica.Como o nome indica,trata-se de cooperativas que trabalham solidariamente à base da agroecologia, em sintonia com os ritmos na natureza, diversificando a produção para permitir a regeneração do território. Elas se desdobraram com ONGs Cidades sem Fome, hortas urbanas e escolares.Aproveitam-se espaços não utilizados das cidades ou inteiros terraços para uma produção de consumo local, com a participação de todos. Não se apresenta como um projeto total mas como forma de garantir alimentos saudáveis às populações.O MST tem mostrado os efeitos benéficos e integradores deste tipo de economia solidária.

Outro modelo se apresenta como economia circular. Ela se baseia na redução,reutilização,recuperação e reciclagem e energia.Especialmente se reciclam embalagens, vidros, PET,PP e papel. Poupam-se os recursos naturais, aproveita-se o já aproveitado.Desta forma rompe-se o atual modelo linear de extração-produção-eliminação.Esse modelo ecologicamente é interessante, mas não coloca as questões da ecologia social que visa a superar as desigualdades sociais. Assim a economia circular é de alcance limitado.

Um modelo há séculos vivido pelos andinos é o bem viver/conviver. É uma economia profundamente ecológica, pois, parte-se que a Pacha Mama (Mãe Terra) tudo produz. O ser humano com seu trabalho a ajuda quando carece a abundância. Para eles o conceito-matriz é a harmonia que começa na família, se estende para a natureza, da qual cada ser é portador de direitos,até consignados na nova constituição da Bolívia e do Equador. A centralidade não é posta na economia,mas na convivência pacífica e na relação amigável para com a natureza, as águas, as florestas e as montanhas. Quem sabe, quando um dia a humanidade despertar para a sua profunda pertença à Terra e à natureza, o bem-viver/conviver será um ideal a ser vivido por todos.

Há ainda o movimento da economia de Francisco e Clara proposta pelo Papa Francisco. Depois de fazer uma contundente crítica ao sistema do capital e de sua cultura consumista, propõe uma fraternidade universal. Esta vigora entre todos os seres e entre os humanos,todos irmãos e irmãs (sua encíclica Fratelli tutti). A centralidade é ocupada pela vida em todas as suas formas,especialmente a vida humana,com particular cuidado com a vida dos mais vulneráveis. A economia e a política estariam a serviço da vida em primeiríssimo lugar e somente depois ao mercado. É um ideal generoso ainda em gestação.

Seguramente o projeto do ecosocialismo é o que mais tem chance de realização histórica. Não tem nada a ver com o socialismo vivido no estilo soviético, mas quer realizar o ideal maior de dar a cada um segundo a sua necessidade e cada um oferecer as suas possibilidades. Esse projeto é o mais avançado  e sólido. Supõe um contrato social mundial com um centro plural de governança para os problemas globais da humanidade, como foi o caso do Coronavírus e agora da mudança climática. Os bens e serviços naturais são de todos e se propõe um consumo decente e sóbrio que incluiria também a comunidade de vida que também precisa dos nutrientes necessários para a sua sustentabilidade. Ganharia mais fôlego se este projeto fosse além de seu sociocentrismo ecológico e incorporasse os dados mais seguros da nova cosmologia e biologia que consideram a Terra e a vida humana como um momento do grande processo cosmogênico,biogênico e antropogênico. O ecosocialismo ecológico seria uma emergência deste processo global.

Por fim, qualquer modelo que pretenda dar conta da crise planetária, deverá resgatar aquilo que um dia tivemos e perdemos e é guardado pelos povos originários: nossa profunda pertença e comunhão com a Mãe Terra e com todas as suas criaturas. Esta visão ancestral dos povos originários, será, segundo o pensador Ailton Krenak (cf.Futuro Ancestral, 2022), o nosso futuro, aquele que nos garantirá continuar neste planeta. Esperamos que os tempos da Terra nos sejam generosos para viver esse sonho.

Leonardo Boff escreveu Habitar a Terra,Vozes 2023.

Tirare il freno di sicurezza: vista la gravità della crisi attuale

            Leonardo Boff

Ci troviamo nel cuore di una crisi spaventosa e diffusa nel modo in cui abitiamo e ci relazioniamo con il nostro pianeta, devastato e attraversato da guerre di grande distruzione e guidato dall’odio razziale e ideologico. Inoltre, l’era della ragione scientifica ha creato l’irrazionalità del principio di autodistruzione: possiamo porre fine, con armi già costruite, alla nostra vita e a gran parte, se non all’intera, biosfera.

Non sono pochi gli analisti della situazione mondiale che ci mettono in guardia sul possibile utilizzo di tali armi di distruzione di massa. Il motivo di fondo sarebbe la disputa su chi comanda sull’umanità e chi ha l’ultima parola. Ha a che fare con il confronto tra l’uni-polarità sostenuta dagli Stati Uniti e la multi-polarità richiesta dalla Cina, dalla Russia e, infine, dal gruppo di paesi che formano i BRICS. Se ci fosse una guerra nucleare, in questo caso, si realizzerebbe la formula: 1+1=0: una potenza nucleare distruggerebbe l’altra e insieme annienterebbero l’umanità e una parte sostanziale della vita.

Date queste circostanze, ci troviamo a dover tirare il freno di sicurezza sul treno della vita, perché, senza freni si può precipitare in un abisso. Temiamo che questo freno sia già ossidato e reso inutilizzabile. Possiamo uscire da questa minaccia? Dobbiamo provarci, secondo il detto di Don Chisciotte: “prima di accettare la sconfitta, dobbiamo combattere tutte le battaglie”. E noi lo faremo.

Utilizzo due categorie per chiarire meglio la nostra situazione. Uno del teologo e filosofo danese Soren Kierkegaard (1813-1885), l’angoscia, e un’altra del teologo e filosofo tedesco, illustre discepolo di Martin Heideger, Hans Jonas (1903-1993), la paura.

L’angoscia (“Il concetto di angoscia”, SE 2018) per Kierkegaard non è solo un fenomeno psicologico, ma un dato oggettivo dell’esistenza umana. Per lui pastore e teologo, oltre che esimio filosofo, sarebbe l’angoscia di fronte alla perdizione o alla salvezza eterna. Ma è applicabile alla vita umana. Questa si presenta fragile e soggetta a morire in qualsiasi istante. L’angoscia non lascia la persona inerte, ma la spinge continuamente a creare le condizioni per salvaguardare la vita.

Oggi dobbiamo alimentare questo tipo di angoscia esistenziale di fronte alle minacce oggettive che gravano sul nostro destino e che possono essere fatali. È qualcosa di sano, che appartiene alla vita e non qualcosa di malsano da curare psichiatricamente.

Hans Jonas nel suo libro “Il principio di responsabilità” (Einaudi, Torino 2009) analizza la paura di trovarci sull’orlo del baratro e di precipitarvi fatalmente. Siamo in una situazione di non ritorno. Non si tratta più di un’etica del progresso o del miglioramento. Ma della prevenzione della vita contro le minacce che possono portarci alla morte. La paura qui è salutare e salvifica, poiché ci obbliga a un’etica della responsabilità collettiva, nel senso che tutti debbano contribuire alla preservazione della vita umana sulla Terra.

La situazione attuale a livello planetario è fuori dal controllo umano. Abbiamo creato un’Intelligenza Artificiale Autonoma che già è indipendente dalle nostre decisioni. Chi, con i suoi miliardi e miliardi di algoritmi, gli impedisce di scegliere di distruggere l’umanità?

In primo luogo, abbiamo un compito da svolgere: dobbiamo assumerci la responsabilità del danno che stiamo visibilmente causando al sistema-vita e al sistema-Terra, senza capacità di impedirlo o fermarlo, ma solo mitigandone gli effetti dannosi. Il sistema energivoro di produzione globale è così ben oliato che non può né vuole fermarsi. Non rinuncia ai suoi mantra fondamentali: aumento illimitato del profitto individuale, concorrenza feroce e super-sfruttamento delle risorse della natura.

Inoltre, è importante responsabilizzarci anche per il male che, in passato, non abbiamo saputo evitare fisicamente e spiritualmente e le cui conseguenze sono diventate inevitabili, come quelle che stiamo subendo come il crescente riscaldamento del pianeta e l’erosione della biodiversità.

La paura che ci attanaglia riguarda il futuro della vita e la garanzia che possiamo ancora sopravvivere su questo pianeta. Alla luce di questo desiderato Jonas formulò un imperativo etico categorico:

Agisci affinché gli effetti della tua azione siano compatibili con la permanenza di un’autentica vita umana sulla Terra; oppure, espresso negativamente: agisci in modo che gli effetti della tua azione non siano distruttivi per la possibilità futura di una tale vita; o, semplicemente, non mettere in pericolo la continuità indefinita dellumanità sulla Terra” (Op.cit. 2009). Noi aggiungeremmo: “non mettere in pericolo la continuità indefinita di ogni forma di vita, della biodiversità, della natura e della Madre Terra”.

Queste riflessioni ci aiutano ad alimentare una certa speranza nella capacità degli esseri umani di cambiare, poiché dispongono di libero arbitrio e flessibilità.

Ma poiché il rischio è globale, si impone un’istanza globale e plurale (rappresentanti dei popoli, delle religioni, delle università, dei popoli originari, della saggezza popolare) per trovare una soluzione globale. Per questo dobbiamo rinunciare al nazionalismo e ai confini obsoleti tra le nazioni.

Come si può osservare, le varie guerre che si svolgono oggi riguardano i confini tra le nazioni, l’affermazione dei nazionalismi e la crescente ondata di conservatorismo e di politiche di estrema destra allontanano questa idea di un centro collettivo per il bene di tutta l’umanità.

Dobbiamo riconoscere: questi conflitti sui confini tra le nazioni, sono dissociati dalla nuova fase della Terra, divenuta Casa Comune, e rappresentano movimenti regressivi e contrari al corso irresistibile della storia che unifica sempre più il destino umano con il destino del pianeta vivente.

Siamo una Terra sola e un’Umanità sola da salvare. E con urgenza poiché il tempo corre contro di noi. Cambiamo mentalità e le nostre pratiche. Leonardo Boff ha scritto Habitare la Terra,Roma 2023; Terra madura: uma teologia da vida, Planeta 2023

Teses sobre o decrescimento:um saída para a atual crise?

Michael Löwy é um dos mais atentos observadores das questões sociais ligadas à questão ecológica. É diretor de pesquisa no CNRS de Paris,franco-brasileiro. É também um especialista em teologia da libertação latino-americana e co-fundador do ecosocialismo. Publicamos seu texto aqui porque é orientador nas buscas por uma saída possível da atual crise:LB

          

Por MICHAEL LÖWY*

Sem ilusões sobre um “capitalismo limpo”, é preciso tentar ganhar tempo, e impor, aos poderes constituídos, algumas medidas elementares de decrescimento

1.

A crise ecológica já é a questão social e política mais importante do século 21, e se tornará ainda mais importante nos próximos meses e anos. O futuro do planeta e, por conseguinte, da humanidade, será decidido nas próximas décadas. Como explica o IPCC, se a temperatura média ultrapassar a do período pré-industrial em 1,5°, há o risco de desencadear-se um processo de mudanças climáticas irreversível e catastrófico. Quais seriam as consequências disso?

Apenas alguns exemplos: a multiplicação de mega-incêndios que destruiriam a maior parte das florestas; o desaparecimento dos rios e o esgotamento das reservas subterrâneas de água; o aumento da seca e da desertificação das terras; o degelo e o deslocamento das placas polares e a elevação do nível do mar, que levaria à inundação das principais cidades da civilização humana – Hong Kong, Calcutá, Veneza, Amsterdã, Xangai, Londres, Nova Iorque, Rio.

Alguns destes eventos já estão acontecendo: a seca ameaça com a fome milhões de pessoas na África e na Ásia; o aumento da temperatura no verão atingiu níveis insuportáveis em algumas áreas do planeta; as florestas estão ardendo por todos os lugares em extensões cada vez maiores; poderíamos multiplicar os exemplos.

De certa forma, a catástrofe já começou – mas se tornará muito pior em poucas décadas, muito antes de 2100. Até que ponto a temperatura pode subir? A que temperatura a vida humana neste planeta estará ameaçada? Ninguém tem uma resposta para estas perguntas. Trata-se de riscos dramáticos sem precedentes na história da humanidade. Seria necessário voltar até o Plioceno, há alguns milhões de anos, para encontrar condições climáticas similares às que poderão tornar-se realidade no futuro, devido às alterações climáticas.

2.

Quem é responsável por esta situação? É a ação humana, respondem os cientistas. A resposta está correta, mas um pouco estreita: os seres humanos vivem na Terra há milhares de anos, mas a concentração de CO2 na atmosfera só começou a acumular-se após a Revolução Industrial, e apenas a partir de 1945 começou a tornar-se perigosa para a vida.

Como marxistas, a nossa resposta é: a culpa é do sistema capitalista. Sua lógica absurda e irracional de expansão e acumulação infinitas, seu produtivismo obcecado pela busca do lucro a qualquer preço são responsáveis por levar a humanidade à beira do abismo.

A responsabilidade do sistema capitalista na catástrofe iminente é amplamente reconhecida. O Papa Francisco, em sua encíclica Laudato Si, sem mencionar a palavra “capitalismo”, manifestou-se contra um sistema estruturalmente perverso de relações comerciais e de propriedade baseado exclusivamente no “princípio da maximização do lucro” como responsável tanto pela injustiça social como pela destruição de nossa casa comum, a natureza.

Uma palavra de ordem entoada universalmente em todo canto do mundo nas manifestações ecológicas é “Mudar o sistema, não o clima!”. A atitude dos principais representantes deste sistema, defensores dos negócios como de costume – bilionários, banqueiros, “especialistas”, oligarcas, políticos –, pode ser resumida pela frase atribuída a Luís XV: “Depois de mim, o dilúvio”. O fracasso total das dezenas de Conferências COP da ONU sobre mudanças climáticas em tomar as medidas mínimas necessárias para parar o processo ilustra a impossibilidade de uma solução para a crise nos limites do sistema vigente.

3.

O “capitalismo verde” pode ser uma solução? As empresas capitalistas e os governos podem estar interessados no desenvolvimento (lucrativo) de “energias sustentáveis”, mas o sistema é dependente das energias fósseis (carvão, petróleo, gás) nos últimos três séculos, e não mostra qualquer sinal de interesse em abandoná-las. O capitalismo não pode existir sem crescimento, expansão, acumulação de capital, mercadorias e lucros, e o crescimento não pode continuar sem uma utilização estendida das energias fósseis.

As pseudossoluções do capitalismo verde, como os “mercados de carbono”, os “mecanismos de compensação” e outras manipulações da chamada “economia de mercado sustentável” revelaram-se perfeitamente inúteis. Enquanto a “maquiagem verde” não para, as emissões de CO2 disparam e a catástrofe fica cada vez mais próxima. Não há solução para a crise ecológica no marco do capitalismo, um sistema inteiramente dedicado ao produtivismo, ao consumismo e à luta feroz por “fatias de mercado”. Sua lógica intrinsecamente perversa conduz inevitavelmente à ruptura do equilíbrio ecológico e à destruição dos ecossistemas. Como afirma Greta Thunberg, “é matematicamente impossível resolver a crise ecológica no marco do atual sistema econômico”.

A experiência soviética, independentemente de seus méritos ou limitações, também se baseou na lógica do crescimento, fundamentada nos mesmos recursos fósseis do Ocidente. E grande parte da esquerda, durante o século passado, compartilhou a ideologia do crescimento, em nome do “desenvolvimento das forças produtivas”. Um socialismo produtivista, que ignora a crise ecológica, é incapaz de responder aos desafios do século XXI.

4.

A reflexão sobre o decrescimento e o movimento que surgiu nas últimas décadas deram uma grande contribuição para uma ecologia radical, opondo-se ao mito de um “crescimento” ilimitado num planeta limitado. Mas o decrescimento em si não é uma perspectiva econômica e social alternativa: ele não define que tipo de sociedade substituirá o sistema atual. Alguns proponentes do decrescimento ignorariam a questão do capitalismo, concentrando-se apenas no produtivismo e no consumismo, e definindo o culpado como “O Ocidente”, “Iluminismo” ou “Prometeísmo”. Outros, que representam a esquerda do movimento anti-crescimento, designam claramente o sistema capitalista como responsável pela crise e reconhecem a impossibilidade de um “decrescimento capitalista”.

Nos últimos anos, tem havido uma aproximação crescente entre ecossocialismo e decrescimento: cada lado tem se apropriado dos argumentos do outro, e a proposta de um “decrescimento ecossocialista” começou a ser adotada como uma base comum.

5.

Os ecossocialistas aprenderam muito com o movimento do decrescimento. O ecossocialismo está, portanto, adotando cada vez mais a necessidade do decrescimento no processo de transição para uma nova sociedade socialista ecológica. Uma razão óbvia para isso é que a maioria das energias renováveis, como a eólica e a solar, (a) precisam de matérias-primas que não existem em escala ilimitada e (b) são intermitentes, dependendo das condições climáticas (vento, sol).

Por conseguinte, elas não podem substituir inteiramente as energias fósseis. Logo, é inevitável uma redução substancial do consumo de energia. Mas a questão tem um caráter mais geral: a produção da maioria dos bens é baseada na extração de matérias-primas, muitas das quais (i) estão se tornando cada vez mais limitadas e/ou (ii) criam sérios problemas ecológicos no processo de extração. Todos esses elementos apontam para a necessidade do decrescimento.

O decrescimento ecossocialista inclui a necessidade de redução substancial da produção e do consumo, mas não se limita a essa dimensão negativa. Ele inclui o programa positivo de uma sociedade socialista, baseada no planejamento democrático, na autogestão, na produção de valores de uso em vez de mercadorias, na gratuidade dos serviços básicos e no tempo livre para o desenvolvimento dos desejos e das capacidades humanas. Uma sociedade sem exploração, dominação de classe, patriarcado e todas as formas de exclusão social.

6.

O decrescimento ecossocialista não tem uma concepção puramente quantitativa do decrescimento como uma redução da produção e do consumo. Ele propõe distinções qualitativas. Algumas produções – por exemplo, energias fósseis, pesticidas, submarinos nucleares, publicidade – não devem ser reduzidas, mas suprimidas. Outras, como carros particulares, carne e aviões, devem ser substancialmente reduzidas. E outras, como alimentos orgânicos, meios de transporte públicos e moradias neutras em carbono, devem ser desenvolvidas.

A questão não é o “consumo excessivo” em abstrato, mas o modo de consumo predominante, baseado na aquisição conspícua, no desperdício em massa, na alienação mercantil, na acumulação obsessiva de bens e na compra compulsiva de pseudonovidades impostas pela “moda”. É preciso acabar com o monstruoso desperdício de recursos no capitalismo, baseado na produção, em larga escala, de produtos inúteis e/ou nocivos: a indústria de armamentos é um bom exemplo, mas grande parte dos “bens” produzidos no capitalismo – com sua obsolescência embutida – não tem outra utilidade a não ser gerar lucro para as grandes corporações.

Uma nova sociedade orientaria a produção para a satisfação de necessidades autênticas, começando por aquelas que poderiam ser descritas como “bíblicas” – água, comida, roupas, moradia – mas incluindo também os serviços básicos: saúde, educação, transporte, cultura.

Como distinguir as necessidades autênticas das artificiais, facciosas e provisórias? Estas últimas são induzidas pela manipulação mental, ou seja, pela publicidade. Embora a publicidade seja uma dimensão indispensável da economia de mercado capitalista, ela não teria lugar numa sociedade em transição para o ecossocialismo, em que seria substituída por informações sobre bens e serviços fornecidos por associações de consumidores.

O critério para distinguir uma necessidade autêntica de uma artificial é sua persistência após a supressão da publicidade (Coca Cola!). É claro que, durante alguns anos, os velhos hábitos de consumo persistiriam, e ninguém tem o direito de dizer às pessoas quais são suas necessidades. A mudança nos padrões de consumo é um processo histórico, bem como um desafio educacional.

7.

O principal esforço, num processo de decrescimento planetário, deve ser feito pelos países do Norte industrializado – América do Norte, Europa, Japão – responsáveis pela acumulação histórica de CO2 desde a Revolução Industrial. São também as áreas do mundo onde o nível de consumo – especialmente entre as classes privilegiadas – é claramente insustentável e perdulário. Os países “subdesenvolvidos” do Sul – Ásia, África, América Latina –, onde as necessidades básicas estão muito longe de serem satisfeitas, precisarão de um processo de “desenvolvimento” – construção de ferrovias, sistemas de água e esgoto, transporte público e outras infraestruturas.

Mas não há razão para que isso não possa ser feito com um sistema produtivo que não agrida o meio ambiente e seja baseado em energias renováveis. Esses países precisarão cultivar grandes quantidades de comida para alimentar sua população faminta, porém isso pode ser alcançado por uma forma melhor – como os movimentos camponeses organizados em todo o mundo na rede da Via Campesina vêm argumentando há anos –, através de uma agricultura biológica camponesa baseada em unidades familiares, cooperativas ou fazendas coletivistas, em vez dos métodos destrutivos e antissociais do agronegócio industrializado, baseados no uso intensivo de pesticidas, produtos químicos e OGMs.

Atualmente, a economia capitalista desses países baseia-se na produção de bens para suas classes privilegiadas – carros, aviões, artigos de luxo – e de commodities exportadas para o mercado mundial: soja, carne, petróleo. Um processo de transição ecológica no Sul, como argumentam os ecossocialistas do Tricontinental, reduziria e/ou suprimiria esse tipo de produção e, ao contrário, visaria a soberania alimentar e o desenvolvimento de serviços básicos, como saúde e educação, que precisam, acima de tudo, de trabalho humano em vez de mais mercadorias.

8.

Quem poderia ser o sujeito na luta por um decrescimento ecossocialista? O dogmatismo trabalhista/industrialista do século passado não é mais atual. As forças que agora estão na dianteira dos confrontos socioecológicos são os jovens, as mulheres, os povos indígenas e os camponeses. A resistência das comunidades indígenas no Canadá, EUA, América Latina, Nigéria e em outros lugares aos campos de petróleo, oleodutos ou minas de ouro capitalistas está bem documentada; ela decorre de sua experiência direta da dinâmica destrutiva do “progresso” capitalista e da contradição entre sua espiritualidade e cultura e o “espírito do capitalismo”.

As mulheres estão muito presentes na resistência indígena, bem como no formidável levante juvenil lançado pela convocação de Greta Thunberg – uma das grandes fontes de esperança para o futuro. Como explicam as ecofeministas, essa participação em massa das mulheres nas mobilizações deve-se ao fato de que elas são as primeiras vítimas dos danos causados pelo sistema ao meio ambiente.

Os sindicatos estão começando, aqui e ali, a se envolver também. Isso é importante, porque, em última análise, não podemos superar o sistema sem a participação ativa dos trabalhadores urbanos e rurais, que constituem a maioria da população. A primeira condição, em cada movimento, é associar metas ecológicas (fechamento de minas de carvão ou poços de petróleo, ou usinas elétricas movidas a carvão, etc.) com a garantia de emprego para os trabalhadores envolvidos. Os sindicalistas com mentalidade ecológica argumentaram que há milhões de “empregos verdes” que seriam criados num processo de transição ecológica.

9.

O decrescimento ecossocialista é, ao mesmo tempo, um projeto para o futuro e uma estratégia para a luta aqui e agora. Não se trata de esperar que “as condições estejam maduras”. É necessário provocar a convergência entre as lutas sociais e ecológicas e combater as iniciativas mais destrutivas dos poderes a serviço do “crescimento” capitalista. Propostas como o Green New Deal fazem parte dessa luta, em suas formas radicais, que exigem efetivamente a renúncia às energias fósseis, mas não naquelas limitadas à reciclagem do sistema.

Sem ilusões sobre um “capitalismo limpo”, é preciso tentar ganhar tempo, e impor, aos poderes constituídos, algumas medidas elementares de decrescimento, começando com uma redução drástica na emissão de gases de efeito estufa. Interromper um oleoduto XXL, uma mina de ouro poluente, uma usina a carvão, faz parte de um movimento de resistência maior chamado Blockadia por Naomi Klein. Igualmente significativas são as experiências locais de agricultura orgânica, energia solar cooperativa e gerenciamento comunitário de recursos.

Essas lutas em torno de questões concretas de “decrescimento” são importantes, não apenas porque as vitórias parciais são bem-vindas em si mesmas, mas também porque contribuem para aumentar a consciência ecológica e socialista e porque promovem a atividade e a auto-organização a partir de baixo: ambas são pré-condições decisivas e necessárias para uma transformação radical do mundo, ou seja, para a Grande Transição para uma nova sociedade e um novo modo de vida.

*Michael Löwy é diretor de pesquisa em sociologia no Centre nationale de la recherche scientifique (CNRS). Autor, entre outros livros, de O que é o ecossocialismo (Cortez).