Die Welt essen oder bewahren? Zwei Paradigmen

Leonardo Boff

“Die Welt essen oder die Welt bewahren” stellt eine Metapher dar, die häufig von indigenen Anführern verwendet wird und das Paradigma unserer Zivilisation in Frage stellt, deren Gewalt sie fast verschwinden lässt. Jetzt wird es von Covid-19 in Frage gestellt. Das Virus hat wie ein Blitz auf das Paradigma des “Essens der Welt” eingeschlagen, das heißt, grenzenlos alles auszunutzen, was in der Natur existiert, mit der Perspektive endlosen Wachstums/Anreicherung.

Das Virus zerstörte die Mantras, die dieses Paradigma stützen: die Schlüsselrolle des Profits, erreicht durch den härtesten Wettbewerb, der sich privat auf Kosten der Ausbeutung natürlicher Ressourcen angesammelt hat. Wenn wir diesen Mantras gehorchen würden, wären wir sicherlich in einem schlechten Zustand. Was uns rettet, ist das, was im Paradigma “die Welt essen” verborgen und unsichtbar gemacht wird: Leben, Solidarität, gegenseitige Abhängigkeit aller von allen und Sorge für die Natur und füreinander. Es ist das zwingende Paradigma des “Schutzes der Welt”.

Dieses Paradigma des “die Welt essen” hat hohe Vorfahren. Es stammt aus Athen im 5. Jahrhundert v. Chr., als der kritische Geist ausbrach und uns erlaubte, die wesentliche Dynamik des Geistes wahrzunehmen, das Aufbrechen aller Grenzen und die Suche nach dem Unendlichen, ein Zweck, durchdacht von den großen Philosophen, von Künstlern, und zu erkennen auch in den Tragödien von Sophokles, Aischylos und Euripides und ebenfalls von Politikern aufgenommen. Es ist nicht mehr die “medén’gan” des Tempels von Delphi: “nichts im Übermaß”, aber jetzt ist es die unbegrenzte räumliche Expansion (Schaffung von Kolonien und eines Imperiums) und die zeitliche Expansion, die sich der endlosen Zukunft öffnet (unbegrenzte Zukunftsperspektive).

Dieses Projekt des “die Welt essen” nahm in Griechenland selbst Gestalt an in der Gründung des Reichs Alexanders des Großen (356 – 323), der im Alter von nur 23 Jahren ein Reich gründete, das sich von der Adria bis zum Indus-Fluss in Indien erstreckte.

Das “die Welt essen” vertiefte sich im riesigen Römischen Reich, wurde gestärkt im modernen Kolonial- und Industriezeitalter und gipfelte in der heutigen Welt mit der Globalisierung der westlichen Techno-Wissenschaft, die sich in jeden Winkel des Planeten ausdehnt. Es ist das Reich des Unbegrenzten, übersetzt in den (illusorischen) Zweck des Kapitalismus/Neoliberalismus des unbegrenzten Wachstums in die Zukunft. Ein Beispiel für dieses Streben nach unbegrenztem Wachstum ist die Tatsache, dass in der letzten Generation mehr Energieressourcen verbrannt wurden als in allen früheren Generationen der Menschheit. Es gibt keinen Ort, der nicht für die Anhäufung von Gütern ausgenutzt wurde.

Doch nun ist eine unüberwindbare Grenze aufgetaucht: Die begrenzte Erde, als ein Planet, klein, überbevölkert, mit begrenzten Gütern und Dienstleistungen, kann ein unbegrenztes Projekt nicht aushalten. Am 22. September 2020 identifizierten die Erd- und Biowissenschaften The Earth Overshoot (Erdüberlastungstag). Das heißt, die Grenze der erneuerbaren natürlichen Güter und Dienstleistungen, die für die Erhaltung des Lebens von grundlegender Basis sind. Sie wurden erschöpft. Der Konsumismus führt zu Gewalt, indem er keine Grenzen akzeptiert, und entreißt Mutter Erde das, was sie nicht mehr geben kann. Wir konsumieren das Äquivalent von anderthalb Erden. Die Folgen dieser Erpressung zeigen sich in der Reaktion einer erschöpften Mutter Erde: die Zunahme der globalen Erwärmung, die Erosion der biologischen Vielfalt (etwa hunderttausend Arten werden pro Jahr eliminiert und eine Million gefährdet), der Verlust der Bodenfruchtbarkeit und die zunehmende Wüstenbildung u. a. extreme Ereignisse.

Die Überschreitung einiger der neun planetarischen Grenzen (Klimawandel, Artensterben, Ozeanversauerung u. a.) kann einen systemischen Effekt verursachen, ein Einreißen dieser neun Grenzen und damit einen Zusammenbruch unserer Zivilisation herbeiführen.

Das Eindringen von Covid-19 hat alle militaristischen Länder in die Knie gezwungen und Massenvernichtungswaffen nutzlos und lächerlich gemacht. Der Bandbreite der vorhergesagten Viren könnten, wenn wir unsere zerstörerische Beziehung zur Natur nicht ändern, mehrere Millionen Menschen zum Opfer fallen und die Biosphäre, die für alle Lebensformen unerlässlich ist, ausdünnen.

Gegenwärtig wird die Menschheit angesichts unüberwindlicher Grenzen und der Möglichkeit des endgültigen Endes der Spezies von metaphysischem Terror erfasst. Der beabsichtigte Große Reset des Kapitalsystems ist illusorisch. Die Erde wird es scheitern lassen.

In diesem dramatischen Kontext entsteht das andere Paradigma der “Bewahrung der Welt”. Sie wird insbesondere von indigenen Führern in Brasilien wie Ailton Krenak, Davi Kopenawa Yanomani, Sénia Guajajara, Renata Mchado Tupinambé, Cristine Takua, Raoni Metuktire u. a. erhoben. Für sie alle existiert eine tiefe Gemeinschaft mit der Natur, als deren Teil sie sich fühlen. Sie müssen die Erde nicht als die Große Mutter, Pachamama und Tonantzin betrachten, weil sie so fühlen. Natürlich bewahren sie die Welt, weil diese eine Erweiterung ihres eigenen Körpers ist.

Die Tiefenökologie und die Intergrale, wie sie u. a. in der Erd-Charta (2000), den Enzykliken Laudato Si: Die Sorge für das Gemeinsame Haus (2015) und „Fratelli tutti“ (2020) von Papst Franziskus und im Programm Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung des Ökumenischen Kirchenrat verkörpert ist, hat sich die Bewahrung der Welt zur Aufgabe gemacht. Das gemeinsame Ziel ist es, die physikalisch-chemisch-ökologischen Bedingungen zu gewährleisten, die das Leben in all seinen Formen, insbesondere das menschliche Leben, erhalten und fortbestehen lassen. Wir befinden uns bereits im sechsten Massenaussterben und das Anthropozän verschärft es. Wenn wir die Daten der Wissenschaft zu den Bedrohungen unseres Überlebens nicht emotional und mit dem Herzen lesen, werden wir uns kaum für den Schutz der Welt einsetzen.

Papst Franziskus hat in Fratelli tutti ernsthaft gewarnt: “Entweder wir retten uns alle gemeinsam, oder niemand wird gerettet” (Nr. 32). Es ist eine fast verzweifelte Warnung, wenn wir nicht “die Reihen derer anschwellen lassen wollen, die in ihr eigenes Grab gehen” (S. Bauman). Lasst uns den Sprung des Glaubens wagen an das glauben, was im Buch der Weisheit steht: “Gott ist der leidenschaftliche Liebhaber des Lebens” (11,26). Wenn dem so ist, wird Er nicht zulassen, dass wir so kläglich vom Erdboden verschwinden. So glauben wir und so hoffen wir.

Leonardo Boff Philosoph – Theologe – Ökologe -Schrifsteller, Dignitas Terrae:Schrei der Erde-Schrei der Arme, Patmos, Düsseldorf.

Übersetzung von Bettina Gold Hartnack

Heutezutage erleidet die Menschheit einen sträflichen Mangel an Tischgemeinschaft

Gründonnerstag, das Letzte Abendmahl des Herrn, erinnert uns an die Tischgemeinschaft, die heute den Millionen Hungernden in Brasilien und weltweit verwehrt wird als Folge des Eindringens von Covid-19. Leider ist es offensichtlich, dass es eine schmerzhafte Abwesenheit von Solidarität angesichts der hungrigen Massen gibt, die uns daran hindert, zusammen zu essen (Tisch-Gemeinschaft).

Eines der Verdienste von MST (Landlosen-Bewegung) ist, dass sie sich in all ihren Siedlungen nach der Ethik der Solidarität unter ihren Mitgliedern und sogar mit denen außerhalb ihrer Siedlungen organisiert hat. Sie sind vorbildlich darin, ihre ökologisch angebauten Lebensmittel mit Hilfe von vielen Lebensmittelpaketen zu teilen, die an Tausende von Familien an den Peripherien unserer Städte verteilt werden. Sie praktizieren einen der ältesten Träume der Menschheit: Die Tisch-Gemeinschaft, das heißt, jeder kann ausreichend essen und zusammen essen, an einem Tisch sitzen und die Geselligkeit und die Früchte der großzügigen Mutter Erde genießen.

Essen ist mehr als ein materielles Objekt. Es ist ein Sakrament und Symbol der Großzügigkeit von Mutter Erde, die uns zusammen mit menschlicher Arbeit alles bietet, was wir brauchen. Es geht nicht um Ernährung, sondern um Gemeinschaft mit der Natur und mit anderen, mit denen wir Brot teilen. Im Rahmen des gemeinsamen Tisches wird das Essen geschätzt, und es wird darüber gesprochen. Die größte Freude der Köche, die das Essen zubereiten, ist es, die Zufriedenheit derer wahrzunehmen, die es essen und genießen. Eine wichtige Geste am Tisch ist es, das Essen zu servieren oder an den anderen weiterzugeben. Zivilisiertes Verhalten erleichtert jeder und jedem, sich selbst zu helfen, und sorgt dafür, dass es genug Nahrung für alle gibt.

Die zeitgenössische Kultur hat die Logik des Alltags so verändert und sie in Funktionen der Arbeit und Produktivität verwandelt, dass sie den symbolischen Bezug des Tisches geschwächt hat. Er war für Sonntage oder für besondere feierliche Anlässe oder Geburtstage reserviert, wenn Familienmitglieder sich trafen und sich zusammensetzten. Aber in der Regel ist es nicht mehr der Ort, an dem die Familie zusammenkommt.

Der Familientisch wurde durch andere Tische ersetzt, die absolut entweiht wurden: der Verhandlungstisch, der Spieltisch, die Diskussions- und Debattentische, ein Währungswechseltisch und ein Tisch für die Interessenvermittlung u. a. Auch wenn sie entweiht werden, haben diese verschiedenen Tische eine unbestreitbare Referenz: Sie sind ein Treffpunkt für Menschen, egal welche Interessen sie dazu bringen, an diesem Tisch zu sitzen. Sie sitzen am Tisch für Austausch, Verhandlung, Konsultation und Verfassen von Lösungen, die den beteiligten Parteien gefallen. Aber den Tisch zu verlassen, kann auch das Scheitern der Verhandlungen und die Anerkennung des Interessenkonflikts bedeuten.

Trotz dieser schwierigen Dialektik ist es wichtig, dem Tisch Zeit zu reservieren in seinem vollen Sinn für Koexistenz und die Zufriedenheit, gemeinsam essen zu können. Es ist eine der ewigen Quellen, um unser Wesen als Beziehungs-Wesen zu rekonstruieren. Wie sehr wird dies heute den Armen und Hungrigen verwehrt!

Lassen Sie uns ein wenig die Erinnerung an die Tischgemeinschaft wiedererlangen, die in allen Kulturen vorhanden ist und die Jesus beim Letzten Abendmahl mit seinen Aposteln praktiziert hat.

Beginnen wir mit der jüdisch-christlichen Kultur, weil sie uns vertrauter ist. Es gibt ein zentrales Thema – das Reich Gottes, der Hauptinhalt der Botschaft Jesu –, das durch ein Bankett repräsentiert wird, zu dem jeder und jede eingeladen ist.

Jede und jeder, unabhängig von ihrer/seiner moralischen Situation, sitzt am Tisch und wird willkommen geheißen. Der Meister sagt: “Das Himmelreich ist wie ein König, der ein Bankett für die Hochzeit seines Sohnes vorbereitet hat. Er schickte seine Diener, um die Gäste herbeizurufen und sagte zu ihnen: “Geh an die Kreuzung und lade alle, die du triffst, zur Feier ein. Die Knechte gingen die Wege entlang und sammelten alle, die sie fanden, Gute und Böse, und der Raum war voll von Gästen “(Mt 22,2-3; 9-10).

Eine andere Erinnerung kommt aus dem Osten zu uns. Darin stellt das gemeinsame Essen, in Solidarität miteinander, die höchste menschliche Erfüllung dar, den Himmel. Das Gegenteil, der Wunsch zu essen, aber egoistisch, jeder für sich selbst, zeigt die höchste menschliche Frustration, genannt Hölle.

Es gibt eine Legende, die Folgendes besagt: “Ein Schüler fragte den Seher:

-Meister, was ist der Unterschied zwischen dem Himmel mit seiner Gemeinschaft unter allen und seinem Gegenteil?

Der Seher antwortete: “Der Unterschied ist sehr gering, hat aber schwerwiegende Folgen.“

-“Ich sah die Essenden am Tisch sitzen, auf dem es eine sehr große Schüssel Reis gab. Alle waren hungrig, fast verhungert. Jeder versuchte es, konnte aber nicht an den Reis kommen. An ihren Händen befestigt hatten sie lange Gabeln von mehr als einem Meter Länge und versuchten, den Reis einzeln in den eigenen Mund zu bringen. So sehr sie sich auch bemühten, sie schafften es nicht, weil die Gabeln zu lang waren. Und so hungrig und einsam wegen ihres unersättlichen und endlosen Hungers blieben sie unterernährt. Das war die Hölle, die Verweigerung aller Tischgemeinschaft.

“Ich sah ein weiteres wunderbares Szenario”, sagte der Seher. Menschen saßen am Tisch um eine große Schüssel mit dampfendem Reis. Alle hatten Hunger. Aber es ist etwas Wunderbares passiert! Jeder nahm die Gabel mit Reis und führte sie an den Mund des anderen. Sie dienten einander in immenser Herzlichkeit, gemeinsam und solidarisch. Alle ernährten sich gegenseitig. Sie fühlten sich wie Brüder und Schwestern am großen Tisch, wie es im Tao heißt.

Und das war der Himmel, die ganze Tischgemeinschaft der Söhne und Töchter der Erde.“

Diese Parabel bedarf keines Kommentars. Leider ist heute, in der Zeit von Covid-19, ein großer Teil der Menschheit hungrig und verzweifelt, weil es nur sehr wenige Menschen gibt, die ihre Gabeln ausstrecken, um sich gegenseitig mit der reichlichen Nahrung auf dem Tisch der Erde zu sättigen. Die Reichen besitzen dieses Essen als Privateigentum und essen allein, ohne zu schauen, wer ausgeschlossen ist. Es gibt einen kriminellen Mangel an Gemeinschaft unter den Menschen. Deshalb fehlt es uns so an Menschlichkeit. Aber soziale Isolation schafft uns die Möglichkeit, unsere individualistischen Praktiken zu überprüfen und grenzenlose Geschwisterlichkeit und Tischgemeinschaft zu entdecken: Jede und jeder kann essen und in Gemeinschaft essen.

Traduzido por Bettina Goldharnack

Gebet an die verwundete Erde, unsere große und großzügige Mutter

“Wir leben in dramatischen Zeiten unter Covid-19, der sich wie ein Mantel des Leidens und der Traurigkeit über die ganze Menschheit legt. Krankheit und Tod haben sich eingebürgert”, schreibt Leonardo Boff sich auch auf Brasilien beziehend, “angesichts der Ansteckung von Millionen von Menschen” und Hunderttausenden, “die bereits zum Opfer gefallen sind und Familien, Verwandte und Freunde in tiefer Niedergeschlagenheit zurücklassen, weil sie nicht in der Lage sind, Abschied zu nehmen, das Ritual der Totenwache durchzuführen und die notwendige Trauer zu leben.”

“In diesem Zusammenhang müssen wir zu unserer guten und großzügigen Mutter Erde beten, dass sie sich unserer, ihrer Söhne und Töchter, erbarmt, trotz all der Beleidigungen und Aggressionen, die wir ihr seit Jahrhunderten zugefügt haben. Sie ist nicht rachsüchtig. Aber sie erteilt uns strenge Lektionen, wie jetzt mit dem Coronavirus, um eine andere Art zu lernen, das Gemeinsame Haus zu bewohnen, und mit Sorgfalt, Respekt und Verehrung zu ihr, unserer Magna Mater, Großen Mutter, Pacha Mama und Gaia, in Beziehung zu treten.”

“In diesem Geist des demütigen Flehens und mit Augen voller Tränen” hat Leonardo Boff dieses Gebet gemacht:

 “Erde, meine liebe, große Mutter und gemeinsame Heimat! Langsam wurdest Du geboren, vor Millionen und Abermillionen von Jahren, schwanger mit kreativen Energien.

Dein Körper, der aus kosmischem Staub besteht, war ein Samen im Schoß der großen roten Sterne, die später explodierten und Dich in den grenzenlosen Raum katapultierten.

Du hast dich wie ein Embryo im Schoß eines Ursterns in der Milchstraße eingenistet, der sich später in eine Supernova verwandelte. Auch er ist vor lauter Pracht zusammengebrochen. Es war die erste Sonne.

Und dann bist Du im einladenden Schoß eines Nebels gelandet, wo Du, ein erwachsenes Mädchen, auf der Suche nach einem Zuhause umherwandertest. Und der Nebel verdichtete sich und wurde zu unserem Sonnenstern, prächtig mit Licht und Wärme.

Der Sonnenstern hat sich in Dich verliebt, hat Dich angezogen und wollte Dich in seinem Haus haben, zusammen mit Mars, Merkur, Venus und anderen Söhnen und Töchtern, den Planeten. Und sie hat die Verlobung mit Dir gefeiert. Aus Eurer Ehe mit dem Sonnenstern wurden Söhne und Töchter geboren, Früchte Deiner unbegrenzten Fruchtbarkeit, von den winzigsten Bakterien, Viren und Pilzen bis hin zu den größten und komplexesten Lebewesen. Und als edler Ausdruck der Geschichte des Lebens hast Du uns, Männer und Frauen, mit Intelligenz, Liebe, Solidarität, Verehrung und Fürsorge hervorgebracht.

Durch uns fühlst, denkst, liebst, sprichst und ehrst Du, liebe Erde. Und durch unsere Augen betrachtest Du den Sternenhimmel, wo Deine Schwestern und Brüder sind. Und Sie wachsen, obwohl erwachsen, weiter in das Universum hinein, hin zum Großen Anziehungspunkt, der nichts anderes ist als der Schoß des Gott-Vaters-und-Mutter unendlicher Zärtlichkeit. Von Ihm kommen wir und zu Ihm kehren wir zurück, mit einer Selbstverständlichkeit, die nur Er erfüllen kann. Wir wollen, o Gott, Vater und Mutter des Guten, in Dich eintauchen und in ewiger Gemeinschaft der Liebe mit Dir für immer zusammen mit Mutter Erde sein.

Und nun, geliebte Erde, denke ich an all das Leiden der Welt, die von Covid-19 getroffen ist, und führe die Geste Jesu in der Kraft seines Geistes aus. Wie er, voller Salbung, nehme ich Dich in meine unreinen Hände, um über Dir das heilige Wort zu verkünden, dass das Universum versteckt hat und das du zu hören begehrst:

“Hoc est corpus meum: Das ist mein Körper. Hoc est sanguis meus: Das ist mein Blut” Und dann habe ich es gefühlt: Was Erde war, wurde zum Paradies und was menschliches Leben war, wurde in göttliches Leben verwandelt. Was Brot war, wurde zum Leib Gottes und was Wein war, wurde zum heiligen Blut.

Endlich, Erde, mit Deinen Söhnen und Töchtern bist Du in Gott angekommen. Durch die Teilnahme wurdest Du göttlich. Endlich zu Hause.

“Tut dies meiner Erinnerung.” Deshalb erfülle ich von Zeit zu Zeit, besonders in diesem Moment, in dem alle Ihre Söhne und Töchter unter dem gefährlichem Covid-19 leiden, das Gebot des Herrn. Ich spreche das wesentliche Wort über dich, liebe Mutter, und über das ganze Universum. Und zusammen mit ihm und mit Dir fühlen wir uns als Leib Gottes, in der vollen Pracht seiner Herrlichkeit. Amen, Amen, Hallelujah”.

Übersetzung von https://leonardoboff.org/2020/09/18/oracao-a-terra-ferida-nossa-grande-e-generosa-mae/

Carta aberta à humanidade

Este texto, elaborado por várias mãos e cabeças, é fruto do desamparo. A pandemia está matando nosso povo. Não sabemos a quem recorrer, pois aqueles que poderiam fazer algo não o fazem, por misteriosos desíggnios que suspeitamos quais sejam. A dizimação do nosso povo equivale a 6 guerras do Paraguai, na qual morreram 50 mil soldados brasileiros. Não podemos assistir sem indignação e sem fazer nada face à essa guerra interna, cujo inimigo está dentro de nosso país e ocupando o mais alto cargo da nação. Mas existe a humanidade que ainda tem “humanidade”em nome da qual recorremos. Nosso temor reside em que o instinto de morte de nosso presidente queira a partir do Brasil afetar toda a humanidade e mais diretamente nossos vizinhos com o vírus amazônico altamente perigoso. Já invadiu todo o país e chegou já aos USA. Trata-se de salvar vidas e a própria humanidade sob risco de não conseguir se regenerar. totalmente. É a razão ética e humanitária que nos moveu a publicar esta manifesto, traduzido em várias línguas. Pedimos que o subscrevam para criar as condições políticas para encontrar alguém que preza a vida, não exalta a violência nem é indiferente face à morte de milhares de nossos compatriotas. Não há mais lenços para enxugar tantas lágrimas, nem mais a possiblidade de um último adeus.Repetindo um bispo franciscano escocês do século XIII contra a demasiada extorsão dos impostos: não aceitamos, nos recusamos e nos rebelamos contra essa situação inimiga da vida. Leonardo Boff

Adesão  por: https://forms.gle/H8Y8pQMe3WhYjQrZA


This text was done collectively and has already received support from Bishop Mauro Morelli, Father Júlio Lancellotti, Leonardo Boff, Chico Buarque de Holanda, Carol Proner, Zélia Ducan,Michael Löwy, Eric Nepomuceno,Ladislau Dawbor, Frei Betto, Yves Lesbaupin, Regina Zappa and others

OPEN LETTER TO HUMANITY

“We live in dark times, where the worst people have lost their fear and the best have lost hope.” Hannah Arendt
Brazil screams for help.
Brazilian women and Brazilian men committed to life are being held hostage by the genocidal Jair Bolsonaro, who holds the presidency of Brazil, along with a gang of fanatics driven by fascist irrationality.
This man without humanity denies science, life, protection of the environment and compassion. Hatred of others is his reason for exercising power.
Brazil today suffers from the intentional collapse of the health system. The neglect of vaccination and basic preventive measures, the encouragement of crowd-gathering and breaking confinement, combined with the total absence of a health policy, create the ideal environment for new mutations of the virus and endanger all of humanity. We watch in horror the systematic extermination of our people, especially the poor, quilombolas (communities of former slaves) and indigenous peoples.
We have become an “open-air gas chamber”.
Bolsonaro’s monstrous genocidal government has gone from being just a threat to Brazil to becoming a truly global threat.
We appeal to our national institutions – STF (Supreme Court), OAB (Organization of Brazilian Lawyers), the National Congress, CNBB (the National Conference of Brazilian Bishops) – and to the United Nations. We urge the International Criminal Court (ICC) to condemn the genocidal policy of this government that threatens civilization.
Life above all else!

For sigantures

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 LETTRE OUVERTE À L’HUMANITÉ

«Nous vivons à une époque sombre, où les pires personnes ont perdu leur peur et les meilleures ont perdu espoir». Hanna Arendt

Le Brésil crie à l’aide.

Les brésiliennes et brésiliens engagés dans la vie sont retenus en otage par le génocidaire Jair Bolsonaro, qui détient la présidence du Brésil, avec un gang de fanatiques poussés par l’irrationalité fasciste.

Cet homme sans humanité nie la science, la vie, la protection de l’environnement et la compassion. La haine de l’autre est la raison pour laquelle il exerce le pouvoir.

Le Brésil souffre aujourd’hui de l’effondrement intentionnel du système de santé. L’abandon de la vaccination et des mesures de prévention de base, l’encouragement à l’agglomération et la rupture du confinement, combinés à l’absence totale de politique de santé, créent l’environnement idéal pour de nouvelles mutations du virus et mettent en danger l’humanité toute entière. Nous avons assisté avec horreur à l’extermination systématique de notre population, en particulier des pauvres, des quilombolas et des autochtones.

Nous sommes devenus une «chambre à gaz» à ciel ouvert.

Le gouvernement génocidaire monstrueux de Bolsonaro est passé d’une simple menace pour le Brésil à une menace mondiale.

Nous lançons un appel aux organismes nationaux – STF, OAB, Congrès national, CNBB – et aux Nations Unies. Nous exhortons la Cour pénale internationale (CPI) à condamner de toute urgence la politique génocidaire de ce gouvernement qui menace la civilisation.

La vie avant tout

Pour les abonements

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CARTA ABIERTA A LA HUMANIDAD

“Vivimos en tiempos oscuros, donde las peores personas han perdido el miedo y las mejores han perdido la esperanza”. Hannah Arendt

Brasil pide ayuda a gritos.

Brasileños y brasileños comprometidos con la vida son rehenes del genocida Jair Bolsonaro, que ostenta la presidencia de Brasil, junto con una banda de fanáticos impulsados ​​por la irracionalidad fascista.

Este hombre sin humanidad niega la ciencia, la vida, la protección del medio ambiente y la compasión. El odio al otro es su razón para ejercer el poder.

Brasil sufre hoy el colapso intencional del sistema de salud. El descuido de la vacunación y las medidas preventivas básicas, el fomento de la aglomeración y la ruptura del confinamiento, sumado a la ausencia total de una política de salud, crean el ambiente ideal para nuevas mutaciones del virus y ponen en peligro a los países vecinos y a toda la población. Vimos con horror el exterminio sistemático de nuestra población, especialmente de los pobres, quilombolas e indígenas.

Brasil se há hecho una “camara de gas” a cielo abierto.

El monstruoso gobierno genocida de Bolsonaro pasó de ser solo una amenaza para Brasil a convertirse en una amenaza global.

Apelamos a los organismos nacionales – STF, OAB, Congreso Nacional, CNBB – ya la OSM y las Naciones Unidas. Instamos a la Corte Penal Internacional (CPI) a condenar urgentemente la política genocida de ese gobierno que amenaza a la civilización.

La vida sobre todo

Para suscripciones https://forms.gle/H8Y8pQMe3WhYjQrZA


LETTERA APERTA ALLA UMANITÀ

 “Siamo stati in tempi bui nel quale lo cattivo uomo è senza paùra e lo buono è senza speranza”, Hannah Arendt

 Il Brasile chiede l’aiuto.

 Tutti i brasilani che hanno compromesso con la vita vivono come in ostaggio dal genocida Jair Bolsonaro, il presidente del Brasile che mantiene accanto a sé una banda di fanatici guidati dall’irrazionalità fascista.

 Quest’uomo senza il principio dell’umanità nega la scienza, la vita, la protezione dell’ambiente e la compassione. L’odio al prossimo è la ragione per esercitare il suo potere.

 Il Brasile oggi soffre del collasso intenzionale del sistema sanitario. La trascuratezza della vaccinazione e delle misure preventive di base, l’incoraggiamento dell’agglomerazione e la rottura del confinamento, insieme alla totale assenza di una politica sanitaria, constituiscono l’ambiente ideale a nuove mutazioni del virus e mettono in pericolo i paesi vicini e l’intera popolazione. L’umanità. Abbiamo assistito con l’orrore allo sterminio sistematico della nostra popolazione, in particolare dei poveri, dei quilombola e degli indigeni.

Il Brasile è diventato una “camera à gas” a cielo aperto.

 Il mostruoso governo genocida dal Bolsonaro non è più solo una minaccia al Brasile a diventare una minaccia globale.

 Facciamo appello agli organismi nazionali – STF (Supremo Tribunale Federale), OAB (Organizazzione degli avvocati del Brasile), Parlamento Nazionale, CNBB (Confederazione dei vescovi del Brasile) –  a la OMS e alle Nazioni Unite. Chiediamo urgenza alla Corte Penale internazionale (CPI) al condannare la politica genocida di quel governo che minaccia la civiltà.

 La vita prima di tutto.

Per sottoscrizioni

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Dieser Text wurde gemeinsam verfasst und wurde bereits von Bischof Mauro Morelli, Pater Júlio Lancellotti, Leonardo Boff, Chico Buarque de Holanda, Carol Proner, Zélia Ducan, Michael Löwy, Eric Nepomuceno, Ladislau Dawbor, Frei Betto, Yves Lesbaupin und Regina Zappa unterstützt und andere tausennde.


OFFENER BRIEF AN DIE MENSCHEIT

“Wir leben in dunklen Zeiten, in denen die schlimmsten Menschen ihre Angst verloren haben und die besten die Hoffnung verloren haben.” Hannah Arendt

Brasilien schreit um Hilfe.

Brasilianerinen und Brasilianer, die sich dem Leben verschrieben haben, werden vom Völkermord Jair Bolsonaro, der die Präsidentschaft Brasiliens innehat, zusammen mit einer Bande von Fanatikern, die von faschistischer Irrationalität getrieben werden, als Geiseln gehalten.

Dieser Mann ohne Menschlichkeit leugnet Wissenschaft, Leben, Umweltschutz und Mitgefühl. Hass auf den anderen ist Ihr Grund, Macht auszuüben.

Brasilien leidet heute unter dem absichtlichen Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Die Vernachlässigung von Impfungen und grundlegenden Präventionsmaßnahmen, die Förderung der Agglomeration und die Aufhebung der  sozialem Isolation in Verbindung mit dem völligen Fehlen einer Gesundheitspolitik schaffen das ideale Umfeld für neue Mutationen des Virus und gefährden alle benachbarten lateinamerikanischen Länder und die Menschheit. Wir beobachteten entsetzt die systematische Ausrottung unserer Bevölkerung, insbesondere der Armen, Quilombolas und Indianer.

Wir wurden eine “offene Gaskammer”.

Bolsonaros monströse Völkermordregierung entwickelte sich von einer bloßen Bedrohung für Brasilien zu einer globalen Bedrohung.

Wir appellieren an nationale Stellen – STF, OAB, National Congress, CNBB – an die WHO und die Vereinten Nationen. Wir fordern den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) dringend auf, die Völkermordpolitik dieser Regierung, die die Zivilisation bedroht, dringend zu verurteilen.

Das Leben über alles!

Fur Subscrition

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