Das in Gaza verweigerte Mindestmaß an Kommensalität

Leonardo Boff

Wir alle sind Zeugen des Verbrechens gegen die Menschlichkeit geworden, das Netanjahus Israel begeht, indem es Millionen Palästinensern im Gazastreifen Nahrung und Wasser verweigert: Kinder sterben, Frauen verhungern auf der Straße. Schlimmer noch: 1.200 Menschen wurden getötet, als sie versuchten, mit ihren eigenen Booten an Lebensmittel zu gelangen. Hunderte von ihnen wurden wahllos erschossen, als ob sie auf ein Ziel schossen, während sie sich zusammendrängten, um etwas zu essen zu bekommen.

Dennoch möchten wir, getreu den utopischen Traditionen der Menschheit, über Kommensalität sprechen, eine Kommensalität, die den Menschen in Gaza völlig verwehrt bleibt. Kommensalität bedeutet, gemeinsam zu essen und zu trinken, denn gerade dabei feiern die Menschen die Freude am Leben und Zusammenleben am meisten.

Wir leben jedoch in einer geplagten Welt, in der mehr als 700 Millionen Menschen Hunger leiden und mehr als eine Milliarde Menschen unter Nahrungsmittelknappheit leiden, eineinhalb Milliarden Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasser haben und zwei Milliarden Menschen kein aufbereitetes Wasser.

Kommensalität ist so zentral, dass sie mit dem Wesen des Menschen als Menschen eng verbunden ist. Vor sieben Millionen Jahren begann die langsame und fortschreitende Trennung zwischen höheren Affen und Menschen, ausgehend von einem gemeinsamen Vorfahren. Die Besonderheit des Menschen entstand auf mysteriöse Weise und ist historisch nur schwer zu rekonstruieren. Doch Ethnobiologen und Archäologen weisen uns auf eine einzigartige Tatsache hin. Als unsere menschenähnlichen Vorfahren auszogen, um Früchte, Samen, Wild und Fisch zu sammeln, aßen sie nicht einzeln, was sie auftreiben konnten. Sie nahmen die Nahrung und brachten sie zur Gruppe. Und dann praktizierten sie Kommensalität: Sie verteilten sie unter sich und aßen in Gruppen und gemeinschaftlich (E. Morin, L’identité humaine, Paris 2001).

Daher war es die Kommensalität, die Solidarität und Kooperation zwischen Individuen voraussetzt, die den ersten Sprung vom Tierischen zum Menschlichen ermöglichte. Es war zwar nur ein erster, aber ein entscheidender Schritt, denn er legte die grundlegenden Merkmale der menschlichen Spezies fest, die sie von anderen komplexen Arten unterscheidet (zwischen Schimpansen und uns besteht nur ein genetischer Unterschied von 1,6 %): Kommensalität, Solidarität und Kooperation. Doch dieser kleine Unterschied macht den entscheidenden Unterschied.

Was gestern galt, gilt auch heute noch. Wir müssen dringend diese Gemeinschaftlichkeit zurückgewinnen, die uns einst zu Menschen machte und die uns heute wieder zu Menschen machen muss. Und wenn sie nicht vorhanden ist, werden wir unmenschlich, grausam und gnadenlos. Ist das nicht bedauerlicherweise die Situation der Menschheit heute?

Über die Kommensalität hinaus wird unser Menschsein durch die grammatische Sprache vervollständigt. Der Mensch ist das einzige Wesen mit einer „doppelt artikulierten“ Sprache, die aus Wörtern und Bedeutungen besteht, die beide grammatischen Regeln unterliegen. Wir grunzen nicht. Wir sprechen. Sprache ermöglicht es uns, die Welt und unser eigenes inneres Universum, unsere Vorstellungskraft und unser Denken zu ordnen. Sprache ist eines der sozialsten Elemente überhaupt, denn ihre Natur ist sozial und ihre Entstehung setzte menschliche Sozialität voraus (vgl. H. Maturana und F. Varela, Der Baum der Erkenntnis, Campinas, 1995).

Ein weiterer Aspekt, der mit der Kommensalität verbunden ist, ist das Kochen, also die Zubereitung von Speisen. Claude Lévi-Strauss, ein bedeutender Anthropologe, der viele Jahre in Brasilien arbeitete, schrieb zu Recht: „Die Beherrschung der Küche stellt eine wahrhaft universelle Form menschlicher Aktivität dar. So wie es keine Gesellschaft ohne Sprache gibt, so gibt es auch keine Gesellschaft, die nicht einen Teil ihrer Speisen kocht“ (vgl. D. Pingaud et al., La Scène primitive, Paris 1960: 40).

Vor 500.000 Jahren lernten die Menschen, Feuer zu machen. Und dank ihrer Kreativität lernten sie, es zu domestizieren und damit Essen zuzubereiten. Das „Kulinarische Feuer“ unterscheidet den Menschen von anderen komplexen Säugetieren. Der Übergang vom Rohen zum Gekochten entspricht dem Übergang vom Tier zum zivilisierten Menschen. Mit dem Feuer kam die Küche, die in jeder Kultur und Region einzigartig ist.

Jede Nation hat charakteristische Gerichte, die Teil ihrer historischen Identität sind, wie zum Beispiel brasilianische Feijoada, mexikanische Tacos, amerikanische Hamburger, italienische Pizza und andere. Es geht nicht nur ums Kochen, sondern auch darum, Essen zu würzen. Die verwendeten Gewürze und die charakteristischen Aromen unterscheiden eine Küche von der anderen und auch von Kulturen. Unterschiedliche Küchen schaffen kulturelle Gewohnheiten, die oft mit bestimmten Feiertagen wie Weihnachten, Ostern, Silvester, Thanksgiving, Johannistag und ähnlichen Festen verbunden sind.

Mit all diesen komplexen Phänomenen ist die Kommensalität verknüpft. Sie beinhaltet auch eine symbolische Dimension. Essen ist nie nur eine Geste der gemeinsamen Nahrungsaufnahme, um den Hunger zu stillen und zu überleben. Es ist ein gemeinschaftliches Ritual, umgeben von Symbolen und Bedeutungen, die die Gruppenzugehörigkeit stärken und den Sprung ins spezifisch Menschliche festigen.

Mit anderen Worten: Ernährung ist nie ein individueller biologischer Mechanismus. Kommensales Konsumieren bedeutet, mit anderen zu kommunizieren, die mit mir essen. Es ist eine Kommunikation mit den in der Nahrung verborgenen Energien, mit ihrem Geschmack, ihrem Geruch, ihrer Schönheit und ihrer Dichte. Es ist eine Kommunikation mit den kosmischen Energien, die der Nahrung zugrunde liegen, insbesondere mit der Fruchtbarkeit der Erde, der Sonnenstrahlung, der Wälder, des Wassers, des Regens und des Windes. Besonders mit den Arbeitern, die das Essen auf unsere Tische bringen.

Aufgrund dieser numinosen Natur des Essens/Konsumierens/Kommunizierens ist jede Kommensalität in gewisser Weise sakramental. Sie ist mit wohltuenden Energien aufgeladen, symbolisiert durch Riten und visuelle Darstellungen. Wir essen auch mit unseren Augen. Der Moment des Essens ist der am meisten erwartete des Tages und der Nacht. Es besteht ein instinktives und reflexartiges Bewusstsein, dass es ohne Essen kein Leben, kein Überleben und keine Freude gibt.

All dies wird den Bewohnern des Gazastreifens und Millionen hungernder Menschen auf der ganzen Welt vorenthalten. Unsere Herausforderung ist die gleiche wie die der Lula-Regierung: Null Hunger.

Leonardo Boff ist ökotheologe  und Schriftsteller mit mehr als hunderte Bücher veröfentllicht.

Übersetzt von Bettina Gold-Hartnack

La comensalidad mínima negada en Gaza

Leonardo Boff*

Todos estamos presenciando el crimen contra la humanidad que comete el Israel de Netanyahu, negando agua y comida a los millones de palestinos de la Franja de Gaza: niños muriendo, mujeres desmayándose de hambre en las calles. Peor aún, 1200 personas han sido asesinadas mientras intentaban con sus cuencos recibir algún alimento. Entre estas, cientos fueron abatidas al azar, como si se tratase de un tiro al blanco, cuando se aglomeraban para recibir un poco de comida.

         Aún así queremos hablar de la comensalidad, fieles a las tradiciones utópicas de la humanidad, comensalidad que está siendo negada totalmente a la población de Gaza. Comensalidad es comer y beber juntos, pues es en este acto cuando los seres humanos celebramos más la alegría de vivir y convivir.

         Sin embargo vivimos en una humanidad flagelada, con más de 700 millones de hambrientos y más de mil millones con insuficiencia  alimentaria, con mil quinientos millones de personas sin agua potable suficiente y dos mil millones sin aguas tratadas.

         La comensalidad es tan central que está ligada a la esencia misma del ser humano en cuanto humano. Hace siete millones de años comenzó la separación lenta y progresiva entre los simios superiores y los humanos a partir de un ancestro común. La especificidad del ser humano surgió de forma misteriosa y de difícil reconstrucción histórica. Pero los etnobiólogos y arqueólogos nos señalan un hecho singular. Cuando nuestros antepasados antropoides salían a recoger frutos, semillas, caza y peces, no comían individualmente lo que conseguían reunir. Tomaban los alimentos y los llevaban al grupo. Y ahí practicaban la comensalidad: los distribuían entre ellos y comían grupal y comunitariamente (E.Morin, L’identité humaine, Paris 2001).

Por tanto fue la comensalidad, que supone la solidaridad y la cooperación de unos con otros, lo que permitió el primer salto de la animalidad hacia la humanidad. Fue solo un primerísimo paso, pero decisivo porque a él le cupo inaugurar la característica básica de la especie humana, diferente de otras especies complejas (entre los chimpancés y nosotros hay solo 1,6% de diferencia genética): la comensalidad, y con ella la solidaridad y la cooperación. Pero esta pequeña diferencia hace toda la diferencia.

Lo que fue verdadero ayer sigue siendo verdadero hoy. Urge rescatar esta comensalidad que antaño nos hizo humanos y que debe hoy hacernos humanos de nuevo. Si no está presente, nos hacemos inhumanos, crueles y sin piedad. ¿No es esta, lamentablemente, la situación de la humanidad actual?

Además de la comensalidad, nuestra humanidad se completa a través del lenguaje gramaticalizado. El ser humano es el único ser de lenguaje “con doble articulación” de las palabras y de los sentidos, ambos regidos por reglas gramaticales. No damos gruñidos. Hablamos. El lenguaje nos posibilita organizar el mundo y nuestro propio universo interior, el imaginario y el pensamiento. El lenguaje es uno de los elementos más sociales que existe, pues por su naturaleza es social y para surgir presupone la sociabilidad humana (cf. H. Maturana y F. Varela, A árvore do conhecimento, Campinas1995).

Otro dato ligado a la comensalidad es el arte culinario, es decir, la preparación de los alimentos. Bien escribió Claude Lévi-Strauss, eminente antropólogo que trabajó muchos años en Brasil: «el dominio de la cocina es una forma de actividad humana verdaderamente universal. Así como no existe sociedad sin lenguaje, tampoco existe ninguna sociedad que no cocine algunos de sus alimentos» (Cf.D. Pingaud y otros, La Scène primitive, Paris 1960: 40).

Hace 500 mil años el ser humano aprendió a hacer fuego. Y con su creatividad aprendió a domesticarlo y con ello a cocinar los alimentos. El “fuego culinario” es lo que diferencia al ser humano de otros mamíferos complejos. El paso de lo crudo a lo cocido equivale pasar de lo animal al ser humano civilizado. Con el fuego surgió la cocina propia de cada cultura y de cada región.

Cada pueblo posee algunos alimentos característicos que forman parte de su identidad histórica, como la feijoada de Brasil, los tacos de Méjico, la hamburguesa de los norteamericanos, la pizza de los italianos y muchos otros. No se trata solo de cocinar los alimentos sino de darles sabor. En los condimentos utilizados y en los sabores diferenciados se distinguen una culinaria y una cultura de otras. Las distintas culinarias crean hábitos culturales, que suelen estar vinculados a ciertas fiestas como la Navidad, la Pascua, el Año Nuevo, las fiestas patronales, San Juan u otras semejantes.

 La comensalidad está ligada a todos estos fenómenos tan complejos. La comensalidad incluye también una dimensión simbólica. Comer nunca es solo un gesto de nutrición grupal para saciar el hambre y sobrevivir. Es un rito comunitario, rodeado de símbolos y de significados que refuerzan la pertenencia del grupo y consolida el salto hacia lo específicamente humano.

En otras palabras, nutrirse nunca es una mecánica biológica individual. Consumir comensalmente es comulgar con los otros que comen conmigo. Es entrar en comunión con las energías escondidas en los alimentos, con su sabor, su olor, su belleza y su densidad. Es  comulgar con las energías cósmicas que subyacen en los alimentos,  la fertilidad de la tierra, la irradiación solar, los bosques, las aguas, la lluvia, los vientos. Y especialmente con las personas que hacen posible que los alimentos lleguen a nuestras mesas.

Gracias a este carácter numinoso de comer/consumir/comulgar, toda comensalidad es en cierta forma sacramental. Viene cargada de buenas energías, simbolizadas por ritos y representaciones plásticas. Se come también con los ojos. El momento de comer es el más esperado del día y de la noche. Tenemos la conciencia instintiva y refleja de que sin comer no hay vida ni supervivencia ni alegría.

Todo esto les está siendo negado a los habitantes de Gaza y a millones de personas hambrientas en todo el mundo. Nuestro desafío  es el del Gobierno de Lula: hambre cero.

*Leonardo Boff ha escrito Comer y beber juntos y vivir en paz, Sal Terrae 2007.

Traducción de MªJosé Gavito Milano

  A comensalidade negada em Gaza

Leonardo Boff

         Todos assistimos ao crime contra a humanidade perpetrado pelo Israel de Netanyhau,negando água e comida aos milhões de palestinos da Faixa de Gaza: crianças morrendo, mulheres desmaiando de fome nas ruas. Pior ainda, 1200 pessoas foram mortas enquanto tentavam com suas vasilhas receber algum alimento.Dentre estas, centenas foram abatidas a esmo, como se fosse tiro ao alvo, enquanto se aglomeravam para receber um pouco de comida.

Mesmo assim queremos falar da comensalidade, fiéis às tradições utópicas da humanidade, comensalidade negada totalmente à população de Gaza.   Comensalidade é comer e beber juntos, pois é neste ato que  os seres humanos mais celebram a alegria de viver e conviver.

         No entanto vivemos numa humanidade flagelada, com mais de 700 milhões de famintos e mais de um bilhão com insuficiência alimentar, com um bilhão e meio  de pessoas sem água potável suficiente e dois bilhões sem águas tratadas.

          A comensalidade é tão central que está ligada à própria essência do ser humano enquanto humano. Há sete milhões de anos começou a separação lenta e progressiva entre os símios superiores e os humanos, a partir de um ancestral comum. A especificidade do ser humano surgiu de forma misteriosa e de difícil reconstituição histórica. Mas os etnobiólogos e arqueólogos nos acenam para um fato singular. Quando nossos antepassados antropóides saiam a coletar frutos, sementes, caças e peixes não comiam individualmente o que conseguiam reunir. Tomavam os alimentos e os levavam ao grupo. E ai praticavam a comensalidade: distribuíam-nos entre si  e comiam grupal e comunitariamente (E.Morin,L’identité humaine, Paris 2001).

Portanto, foi a comensalidade que supõe a solidariedade e a cooperação de uns para com os outros que permitiu o primeiro salto da animalidade em direção da humanidade. Foi só um primeiríssimo passo, mas decisivo porque coube a ele inaugurar a característica básica da espécie humana, diferente de outras complexas (entre os chimpanzés e nós há apenas 1,6% de diferença genética): a comensalidade, a solidariedade e a cooperação. Mas essa pequena diferença faz toda a diferença.

O que foi verdadeiro ontem continua verdadeiro hoje. Urge resgatar esta  comensalidade que outrora nos fez humanos e que deve hoje a fazer-nos sempre de novo humanos. E se não estiver presente, nos fazemos desumanos, cruéis e sem piedade. Não é esta, lamentavelmente, a situação da humanidade atual?

Além da comensalidade, a nossa humanidade se completa pela linguagem gramaticada. O ser humano é o único ser de linguagem “em dupla articulação”, das palavras e dos sentidos, ambos regidos por regras gramaticais. Não damos grunhidos. Falamos. A linguagem lhe possibilita organizar o mundo e seu próprio universo interior, o imaginário e o pensamento. A linguagem é um dos elementos mais sociais que existe, pois, sua natureza é social e para surgir pressupôs a socialidade humana(cf. H. Maturana e F. Varela, A árvore do conhecimento, Campinas1995).

Outro dado ligado à comensalidade é a culinária, vale dizer, a preparação dos alimentos. Bem escreveu Claude Lévi-Strauss, eminente antropólogo que trabalhou muitos anos no Brasil: ”o domínio da cozinha constitui uma forma de atividade humana verdadeiramente universal. Assim como não existe sociedade sem linguagem, assim também não há nenhuma sociedade que não cozinhe alguns de seus alimentos”(Cf.D. Pingaud e outros,La Scène primitive,Paris 1960: 40).

Há 500 mil anos o ser humano aprendeu a fazer fogo. E aprendeu com sua criatividade a domesticá-lo e com isso a cozinhar os alimentos. O “fogo culinário” é o que diferencia o ser humano de outros mamíferos complexos. A passagem do cru ao cozido equivale passar do animal ao ser humano civilizado. Com o fogo surgiu a culinária,  própria de cada cultura e de cada região.

Cada povo possui alguns alimentos característicos que entram na constituição de sua identidade histórica, como a feijoada do Brasil, os tacos do México, o hambúrguer dos norte-americanos, a pizza dos italianos e outros. Não se trata nunca de apenas  cozinhar os alimentos mas de dar-lhes sabor. Nos condimentos utilizados e nos sabores diferenciados se distinguem uma culinária da outra e as culturas. As várias culinárias criam hábitos culturais, não raro vinculados a certas festas como o Natal, a Páscoa, começo do ano, a festa de ação de graças, de São João ou outras semelhantes.

 A comensalidade está ligada a todos estes fenômenos tão complexos. A comensalidade envolve também uma dimensão simbólica. Comer nunca é apenas um gesto de nutrição grupal para matar a fome e sobreviver. É um rito comunitário, cercado de símbolos e de significados que reforçam a pertença do grupo e consolida o salto para dentro do especificamente humano.

Em outras palavras, nutrir-se nunca é uma mecânica biológica individual. Consumir comensalmente é comungar com os outros que comigo comem. É entrar em comunhão com as energias escondidas nos alimentos, com seu sabor, seu cheiro, sua beleza e sua densidade. É comungar com as energias cósmicas que sub jazem aos alimentos, especialmente a fertilidade da terra, a irradiação solar, as florestas, as águas, a chuva e  os ventos. Especialmente aos trabalhadores que trouxeram os alimentos para nossas mesas.

Em razão deste caráter numinoso do comer/consumir/comungar, toda comensalidade é de certa forma sacramental. Ela vem carregada de energias benfazejas, simbolizadas por ritos e representações plásticas.Come-se também com os olhos. O momento do comer é o mais esperado do dia e da noite. Há a consciência instintiva e reflexa de que sem o comer não há vida nem sobrevida nem alegria.

Tudo isso está sendo negado aos habitantes de Gaza e a milhões de pessoas famintas do mundo inteiro.O nosso desfio é aquele do Governo Lula: fome zero.

Leonardo Boff escreveu: Comer e beber juntos e viver em paz, Vozes 2006.

Dejetos do capital:atrocidades do mundo atual

Publico aqui um texto rigoroso de André Márcio Neves,doutor em Políticas Sociais e Cidadania pela Universidade Católica do Salvador e funcionário público federal no qual mostra as atrocidades atuais que nos levam à beira da barbárie. O texto levanta uma questão filosófica: como pode o ser humano ser inhumano, cruel e sem piedade para com seus semelhantes? Mas como dizia Nietzsche, o inhumano pertence também ao humano. Essa é a nossa dramática condição. O texto se encontra em: aterraeredonda.com.br   Lboff

A análise crítica das atrocidades contemporâneas revela um mundo onde a violência e a desigualdade são perpetuadas por interesses econômicos e políticos, destacando a necessidade urgente de uma reflexão ética e moral

“Quem sabe/o Super-homem venha nos restituir a glória/mudando como um Deus/o curso da história” (Gilberto Gil).

1.

Se eu pudesse resumir em uma frase a quadra histórica em que vivemos, com certeza seria esta: o mundo surtou! Senão vejamos:

Há quase dois anos o mundo assiste, sem interferir, a um dos maiores genocídios desde o fim da Segunda Guerra Mundial, a saber, o genocídio dos palestinos pelo Estado de Israel, que, considerando as violências sofridas pelo povo judeu no século passado, deveria ser um farol ético e moral na luta contra novos holocaustos.

Mas dizer que o mundo optou por não interferir é um eufemismo bastante grosseiro, na medida em que o relatório da encarregada especial da ONU para os territórios palestinos, Sra. Francesca Albanese, denunciou publicamente que inúmeras empresas estariam se beneficiando economicamente da guerra em Gaza, conflito que classificou como um “genocídio” cometido por Israel.[1]

Neste contexto, a validação pela ONU do número de mortos no conflito, desde que uma sombria Fundação Humanitária de Gaza (GHF), ligada a Israel e aos Estados Unidos, passou a controlar a distribuição de alimentos e ajuda humanitária, é simplesmente surreal. Aterrorizante mesmo! Já são pelo menos 1.200 pessoas mortas enquanto tentavam obter algum tipo de alimento, sendo que 966 delas foram abatidas quando estavam próximas de instalações da GHF.

De fato, ao contrário do que Israel sempre alega, não são integrantes do Hamas que têm se aproximado desses poucos postos de distribuição de alimentos e ajuda, mas pessoas comuns, inclusive menores de idade. O tiro ao alvo praticado pelos soldados das Forças de Defesa de Israel (IDF) traduzem o sentimento mórbido e de impunidade de uma sociedade doente pela vingança e pelo poder.

Por outro lado, três anos e meio se passaram desde que a Rússia invadiu a Ucrânia e, até o momento, as principais potências do planeta não lograram obter um acordo para o cessar-fogo. Na verdade, a OTAN continua a abastecer a Ucrânia de armamentos, principalmente através dos Estados Unidos, como se ainda houvesse esperança de a Ucrânia passar a integrá-la.

O saldo desse conflito até agora é terrível para ambos os lados: para a Rússia, virar um estado pária para o Ocidente tem consequências ainda pouco estudadas para sua população; para a Ucrânia, as consequências são ainda mais nefastas, em razão das baixas militares, considerando mortos e feridos, da destruição da sua infraestrutura e agora do acordo lesa-pátria de transferência dos recursos naturais que Volodymyr Zelensky assinou com os Estados Unidos de Donald Trump – notadamente das “terras raras” – em troca de mais armamentos. O ultimato de Donald Trump para que a Rússia faça um acordo de cessar-fogo de 10 dias, sob pena de novas sanções, é só mais um capítulo dessa macabra festa de mortes desnecessárias que parece não ter fim.

Por falar nos Estados Unidos, em mais um capítulo da distopia do governo de Donald Trump, surgiram denúncias de uma espécie de “déja vu” da época da invasão do Iraque e do escândalo da prisão de Abu Ghraib. Com efeito, o recente relatório da ONG Human Rights Watch sobre as aberrações praticadas nos centros de imigração no sul da Flórida – especialmente em três deles, quais sejam, o Krome North Service Processing Center, o Broward Transitional Center (BTC) e o Federal Detention Center (FDC) – remetem a um momento de barbárie praticada pelos Estados Unidos e Inglaterra no Iraque invadido e destruído, sob o falso pretexto das armas químicas de Saddam Hussein.

A infâmia agora está sendo praticada em solo americano, contra imigrantes que não possuem histórico criminal ou, se possuem, não são de alta periculosidade. O grave erro deles é estar no lugar errado, num momento de guinada americana para a extrema direita.

2.

O pior de tudo isso é que Donald Trump parece estar conseguindo seus objetivos de colocar as instituições democráticas estadunidenses nas cordas, com o apoio da maioria de conservadores no legislativo e na Suprema Corte. Bem de ver, o sistema de pesos e contrapesos que vem marcando a democracia americana desde o último quartel do século XVIII parece bem disfuncional na contemporaneidade.

E nem mesmo o escândalo do caso Epstein, no qual Donald Trump parece estar bastante envolvido (para dizer o mínimo) – e que se refere ao muito espinhoso tema do tráfico de mulheres e da prostituição infantil -, parece arrefecer a sanha de um desequilibrado mental. Com efeito, em que pese durante a sua campanha de retorno à Casa Branca tenha prometido expor os detalhes desse escândalo e os envolvidos – não houve punições, porque Epstein teria “supostamente” se enforcado na cadeia -, depois de eleito, Donald Trump passou a negar tudo, inclusive a existência de uma lista dos envolvidos, após ser comunicado pelo FBI de que seu nome estaria nela.

Noutro giro, como se tudo isso fosse pouco, a notícia de que as quatro pessoas mais ricas da África detêm, juntas, 57,4 bilhões de dólares (R$ 318,4 bilhões) e são mais ricas que metade da população do continente[2] – segundo relatório divulgado no dia 10/07/2025 pela Oxfam, ONG de combate à pobreza e à desigualdade – choca pela crueldade desses números, especialmente no segundo continente mais populoso e que abriga a população mais pobre do planeta, apesar das suas quase inesgotáveis riquezas minerais.

E o show de horrores não fica só nisso, pois, ainda segundo a Oxfam, os 5% mais ricos do continente detêm quase 4 trilhões de dólares (R$ 22,2 trilhões) em riqueza, quase o dobro do PIB brasileiro em 2024 (de 2,18 trilhões de dólares, segundo o Banco Mundial). O valor também é mais do que o dobro da riqueza dos 95% restantes que vivem no continente.

Ainda sobre o continente africano, é preciso mencionar que alguns países de lá, como a Nigéria, o Sudão do Sul e a República Democrática do Congo, estão mergulhados em guerras locais intermináveis. Na Nigéria, inclusive, uma crise de fome sem precedentes se anuncia na porção norte do seu território e pode deixar, pelo menos, cinco milhões de crianças em desnutrição aguda.

Lá, grupos jihadistas como o Boko Haram têm potencializado os conflitos pelo controle de terras aráveis e, por consequência, pelo poder. No Congo, a disputa entre as forças policiais do país e os mercenários do grupo M23 –o apoiado por Ruanda e, sub-repticiamente, pelos Estados Unidos – pelas riquezas minerais já deslocou mais de 7 milhões de pessoas de seus vilarejos, e nem a proposta de paz surgida na mesa patrocinada por Angola parece amainar o conflito.

Por último, mas não menos pior, no Sudão do Sul o cenário é de guerra civil, semelhante ao dos conflitos de 2013 e 2016, que deixaram mais de 400 mil mortos. O alerta tem sido foi feito pelo secretário-geral da ONU, António Guterres. Com efeito, forças leais a dois generais rivais estão competindo pelo controle do país há vários anos e, como costuma acontecer, os civis são os mais atingidos, com dezenas de mortos e centenas de feridos.

3.

Volvendo o enfoque, a entrada em vigor das novas tarifas determinadas pelo presidente dos Estados Unidos, Donald Trump, promete colocar ainda mais lenha na fogueira, no contexto do seu desafio à ordem comercial globalizada. Resta evidente que a imposição estadunidense de tarifas sobre as exportações de quase 200 países é o início de uma nova ordem comercial que os Estados Unidos pretendem levar adiante para seu próprio benefício.

Para além da óbvia era de incerteza que essas tarifas imporão ao mundo, fica a sensação de que os Estados Unidos desejam a volta do estado da natureza hobbessiano de guerra de todos contra todos. Assim, o soberano, Estados Unidos da América, pela graça do seu novo Rei, Donald Trump, poderão estabelecer um novo contrato social onde os indivíduos (Estados) abram mão de parte de sua liberdade em troca da proteção e segurança proporcionadas pela principal potência militar do planeta.

O principal problema dessa investida final dos Estados Unidos pela manutenção da hegemonia mundial, diante dos claros sinais de obsolescência de sua economia, é que Donald Trump esqueceu de combinar com os chineses.

Deveras, com a China crescendo a 5,2% no último trimestre e sendo atualmente o chão de fábrica do mundo – com proeminência em áreas tão vitais para o progresso como telecomunicações, computação pessoal e tecnologia verde, além de deter as maiores reservas dos minerais considerados fundamentais para diversas indústrias, incluindo tecnologia, energia e defesa, os 17 elementos químicos com propriedades magnéticas, luminescentes e eletroquímicas únicas denominados de “terras raras” –, parece improvável que os Estados Unidos retomem a dianteira no processo de desenvolvimento de novas tecnologias nas próximas décadas.

Daí a corrida maluca de Donald Trump para abocanhar as riquezas minerais da Ucrânia, do Congo e até do Brasil, como notificado recentemente.

4.

Quero finalizar este texto mencionando dois dos mais profícuos pensadores do atual momento histórico, a saber, o filósofo sul-coreano Byung-Chul Han e o cientista político camaronês Achille Mbembe.

Byung-Chul Han cita em Capitalismo e impulso de morte,[3] o escritor e médico austríaco Arthur Schnitzler (1862 – 1931), que compara a destrutividade da humanidade com o bacilo. Uma história contagiosa mortal de crescimento e autodestruição. Também cita Freud (1856 – 1939), no seu livro O mal-estar na cultura que aponta o ser humano como uma “besta selvagem a quem é estranha a proteção da própria espécie”.

E, para completar o quadro, relembra o economista francês Bernard Maris, morto em 2015 no ataque terrorista ao Charlie Hebdo, que afirma, na sua obra Capitalisme et pulsion de mort, que o capitalismo canaliza as forças de destruição na direção do crescimento. Esses e outros citados por Byung-Chul Han em seus escritos são fundamentais para corroborar sua principal tese: a de que o crescimento é, na verdade, uma proliferação cancerígena e sem rumo.

Com efeito, baseado num sistema produtor de mercadorias (capitalismo) que tem como força motora o impulso de morte, ou seja, a violência intimamente ligada com a consciência da morte, a lógica de acumulação domina a economia da violência. Por conseguinte, a relação perversa de dominância que surge dessa lógica transformou o capitalismo em um sistema econômico que aspira a acumulação infinita.

Com sua própria negação da morte, o capitalismo entra em paradoxo, pois precisa haver morte para que a vida viva. O morto-vivo frio, brutal e indiferente aos seus semelhantes nos hospitais, na labuta diária ou mesmo nas guerras denotam a atual adaptação total da vida humana à necropolítica do neoliberalismo.

Já Achille Mbembe afirma, no seu livro Democracia como comunidade de vida,[4] que a democracia é a nossa última utopia. Realmente, ao considerar que o futuro da humanidade está intimamente atrelado ao futuro da democracia, refuta a possibilidade de um futuro humano fora do nosso planeta.

O problema foi que a democracia ocidental, tão badalada depois da Segunda Guerra Mundial, e que funcionou relativamente bem nos chamados “trinta anos dourados”, ainda estava baseada num tipo de “humanismo ideológico racialmente exclusivo no apogeu da conquista e da ocupação colonialista” (pág.17). Nessa toada, o neoliberalismo, filho bastardo do capitalismo industrial, promove a acumulação do capital, por via do progresso tecnológico desmesurado, de modo cada vez mais intenso, extrativo e predatório, sob a lógica da descartabilidade humana.

Em outras palavras, com o acesso ao trabalho cada vez mais remoto, somos caracterizados como supérfluos, desnecessários, ou pior … como dejetos. Portanto, para Achille Mbembe, o colonialismo de povoamento, como atualmente Israel tenta impor aos palestinos (em Gaza é apenas o mais midiático, mas está ocorrendo em outros lugares), é uma estrutura não um acontecimento isolado. Para eliminar o nativo é preciso um genocídio único.

Como se sabe, o herói alienígena denominado “super-homem” é uma invenção do império americano. Por muitas décadas ele representou o poderio quase inabalável da atual e única hiperpotência mundial (ainda que os sinais de decadência dela sejam hoje bem evidentes). Seja como for, a figura desse herói representou bem as virtudes estadunidenses exportadas mundo afora, apesar do lixo jogado para debaixo do tapete em relação à sua política externa de subjugação dos países que gravitavam em sua órbita de influência, consoante seus interesses mais mesquinhos.

Infelizmente, nesses tempos neofascistas de Donald Trump e cia, nem mesmo o Super-homem poderia nos restituir a glória. Se para Achille Mbembe o colonialismo é um fascismo incipiente (pág. 31), nos EUA de Donald Trump o Super-homem seria deportado para Kripton por não ser supremacista.