Categoria: Economia
Frei Betto: Ein internationaler Aufruf gegen Bolsonaros Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Aqui vai a tradução alemã da denúncia internacional de Frei Betto contra os crimes de Bolsonaro contra a Humanidade.
Frei Betto: Ein internationaler Aufruf gegen Bolsonaros Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Liebe Freunde,
in Brasilien findet gerade ein Völkermord statt! Zum Zeitpunkt, an dem ich schreibe, dem 16. Juli 2020, hat COVID-19, das hier im Februar dieses Jahres zum ersten Mal entdeckt wurde, bereits 76.000 Menschen getötet. Es gibt bereits fast zwei Millionen Betroffene. Bis Sonntag, 19. Juli, werden wir insgesamt 80.000 auf Todesopfer kommen. Es ist möglich, dass wir, wenn Sie diesen dramatischen Appell lesen, bereits die Zahl 100.000 erreicht haben
Wenn ich bedenke, dass im Vietnamkrieg über zwanzig Jahre hinweg 58.000 Menschenleben von US-amerikanischen Militärangehörigen geopfert wurden, begreife ich das Ausmaß und die Ernsthaftigkeit dessen, was in meinem Land geschieht. Dieser Horror verursacht Wut und Abscheu. Und wir alle wissen, dass vorsorgliche und restriktive Maßnahmen, wie sie in so vielen anderen Ländern ergriffen wurden, ein Abschlachten in einem solchen Ausmaß hätten verhindern können.
Dieser Völkermord ist nicht das Ergebnis der Gleichgültigkeit der Regierung Bolsonaros. Er ist gewollt. Bolsonaro freut sich über den Tod anderer. Als er Mitglied des Kongresses war, sagte er 1999 in einem Fernsehinterview: “Wahlen werden in diesem Land nichts ändern, nichts, absolut nichts! Veränderungen werden leider nur dann kommen, wenn wir eines Tages hier in Brasilien einen Bürgerkrieg führen und die Arbeit leisten, die das Militärregime nicht getan hat: 30.000 Menschen töten.”
Als er für die Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff stimmte, widmete er seine Stimme dem Gedenken an den berüchtigtsten Folterer der brasilianischen Armee, Oberst Brilhante Ustra.
Aufgrund dieser großen Todesbesessenheit ist eine seiner wichtigsten Regierungsmaßnahmen die Zulassung des Verkaufs von Waffen und Munition. Auf die Frage am Eingang des Präsidentenpalastes, ob er nicht betroffen sei wegen der Opfer der Pandemie, antwortete er: “Ich glaube nicht an diese Zahlen (27. März, 92 Tote). Wir werden alle eines Tages sterben” (29. März, 136 Tote). “Also was? Was soll ich tun?’ (28. April, 5.017 Tote).
Warum diese nekrophile Politik? Von Anfang an erklärte er, dass es nicht darauf ankomme, Leben zu retten, sondern die Wirtschaft zu retten. Darum weigert er sich, ein Lockdown anzuordnen, den Anweisungen der WHO zu folgen und Atemschutzgeräte und persönliche Schutzausrüstungen zu importieren. Der Oberste Gerichtshof musste diese Verantwortung an die Gouverneure und Bürgermeister der Städte delegieren.
Bolsonaro respektierte nicht einmal die Autorität seiner eigenen Gesundheitsminister. Seit Februar wurden in Brasilien zwei entlassen, weil sie sich weigerten, dieselbe Haltung wie der Präsident einzunehmen. Jetzt wird das Ministerium von General Pazuello geleitet, der keinerlei Kenntnis von Gesundheitsfragen hat; er hatte versucht, die Daten über die steigende Zahl von Opfern zu verheimlichen; er hat 1.249 Militärangehörige in wichtigen Positionen im Ministerium angestellt, ohne dass sie die erforderlichen Qualifikationen hätten; und er hat die täglichen Interviews abgesagt, von denen die Bevölkerung Orientierung erhalten hatte.
Es würde zu lange dauern, alle Maßnahmen zur Freigabe von Mitteln zur Unterstützung von Opfern und Familien mit niedrigem Einkommen (über 100 Millionen Brasilianer) aufzulisten, die nie ergriffen wurden.
Die Gründe für die kriminellen Entscheidungen der Regierung Bolsonaros liegen auf der Hand. Wenn ältere Menschen sterben, verschont dies die Ressourcen des Department of National Insurance. Wer bereits Erkrankte sterben lässt, schont die Ressourcen des nationalen Gesundheitsdienstes, des SUS. Die Armen sterben zu lassen, schont die Ressourcen des Programms Familienfürsorge und anderer Sozialprogramme, die sich an die 52,5 Millionen Brasilianer richten, die in Armut leben, und die 13,5 Millionen, die in extremer Armut leben (Zahlen der brasilianischen Bundesregierung).
Noch nicht zufrieden mit solch tödlichen Maßnahmen, hat der Präsident jetzt, am 3. Juli, sein Veto gegen den Gesetzesabschnitt eingelegt, der zur Verwendung von Masken in Läden, Kultstätten und Bildungseinrichtungen verpflichtet. Er hat ebenfalls gegen die Verhängung von Geldstrafen gegen diejenigen gestimmt, die die Regeln nicht eingehalten haben, und die Verpflichtung der Regierung, Masken an die ärmsten Bevölkerungsschichten, die Hauptopfer von COVID-19, und an Gefangene (750.000) zu verteilen. Diese Vetos kippen jedoch nicht die lokale Gesetzgebung, die die Verwendung von Masken bereits obligatorisch gemacht hat.
Am 8. Juli kippte Bolsonaro drei Abschnitte eines vom Senat verabschiedeten Gesetzes, das die Regierung verpflichtete, Trinkwasser und Gesundheits- und Reinigungsmittel zu liefern, Internetanschlüsse zu installieren und Grundnahrungsmittel, Saatgut und landwirtschaftliche Geräte an indigene Dörfer zu verteilen. Er legte auch sein Veto gegen Soforthilfen ein, die für indigene Gesundheitsdienste bestimmt waren, und um indigenen und Mitgliedern afro-brasilianischer Ex-Sklaven-Quilombola-Gemeinschaften für drei Monate Soforthilfe in Höhe von 600 R’ (120 Euro) zu gewähren. Und er legte ebenfalls sein Veto gegen die Verpflichtung der Regierung ein, indigenen und Ex-Sklaven-Gemeinschaften mehr Krankenhausbetten, Beatmungsgeräte und Sauerstoffgeräte zur Verfügung zu stellen.
Indigene und Ex-Sklaven-Gemeinschaften wurden durch die zunehmende sozio-ökologische Verwüstung dezimiert, vor allem im Amazonasgebiet.
Bitte machen Sie dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit so publik wie möglich. Die Verurteilung der Geschehnisse in Brasilien muss die Medien Ihres Landes, die sozialen Netzwerke, den UN-Menschenrechtsrat in Genf und die Banken und Unternehmen erreichen, welche die Investoren vertreten, die die Regierung Bolsonaro so gierig will.
Lange bevor The Economist dies tat, habe ich in den sozialen Medien den Präsidenten BolsoNero genannt – während Rom brannte, spielte er die Geige und warb für Hydroxychloroquin, ein Medikament, von dem wissenschaftlich erwiesen wurde, dass es keine Wirkung auf das neue Coronavirus hat. Aber seine Hersteller sind politische Verbündete des Präsidenten…
Vielen Dank für Ihre Solidarität bei der Veröffentlichung dieses Schreibens. Nur der Druck aus dem Ausland kann den Völkermord stoppen, der unser liebes, wunderbares Brasilien zerstört.
Mit brüderlichen Grüßen
Frei Betto
16.07.2020
Frei Betto ist ein Dominikaner-Bruder und Schriftsteller, Berater der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN) und sozialer Bewegungen.
l principio di autodistruzione e la lotta contro il Covid-19
Dopo che le due prime bombe atomiche furono sganciate sulle città di Hiroshima e Nagasaki, l’umanità si creò un incubo dal quale non è riuscita ancora a liberarsi. Invece, è diventata una realtà che minaccia la vita su questo pianeta e la distruzione di gran parte del sistema vitale. Sono state create armi nucleari, chimiche e biologiche molto più distruttive che possono porre fine alla nostra civiltà e influenzare profondamente la Terra viva.
Ancora peggio, abbiamo creato l’intelligenza artificiale autonoma. Con i suoi algoritmi che combinano miliardi di informazioni raccolte da tutti i paesi del mondo, potrebbe prendere decisioni a nostra insaputa. Eventualmente, in una coincidenza pazzesca, potrebbe, come abbiamo detto prima, penetrare negli arsenali delle armi nucleari o in altri di uguale o maggiore potenza letale e lanciare una guerra totale di distruzione di tutto ciò che esiste, compresa se stessa. E’ il principio di autodistruzione. Cioè, è nelle mani degli esseri umani porre fine alla vita visibile così come la conosciamo (che è solo il 5%, il 95% sono vite microscopiche invisibili).
Dobbiamo governare sulla morte. Può succedere in qualsiasi momento.
Si è già creata un’espressione per dare un nome a questa nuova fase della storia umana, una vera era geologica: l’antropocene, cioè l’essere umano come la grande minaccia per il sistema-vita e per il sistema-Terra. L’essere umano è il grande Satana della Terra, che può decimare, come un anticristo, se stesso e gli altri, i suoi simili, e liquidare i fondamenti che sostengono la vita.
L’intensità del processo letale è così grande che stiamo già parlando dell’era del necrocene, cioè dell’era della produzione in massa della morte. Siamo già dentro la sesta estinzione di massa. Ora è stata accelerata irrevocabilmente, vista la volontà di dominare la natura e i suoi meccanismi di aggressione diretta contro la vita e contro Gaia, la Terra vivente, in funzione di una crescita illimitata, di un assurdo accumulo di beni materiali fino al punto di creare un sovraccarico sulla Terra.
In altre parole, siamo arrivati a un punto in cui la Terra non può sostituire i beni e i servizi naturali che le sono stati estratti e comincia a mostrare un avanzato processo di degenerazione attraverso tsunami, tifoni, scongelamento delle calotte polari e permafrost, siccità prolungate, spaventose tempeste di neve e la comparsa di batteri e virus difficili da controllare. Alcuni di questi, come l’attuale coronavirus, possono portare alla morte di milioni di persone.
Tali eventi sono reazioni e possono essere rappresaglie della Terra davanti alla guerra che combattiamo contro di essa su tutti i fronti. Questa morte in massa si verifica in natura, dove migliaia di specie viventi scompaiono in modo permanente ogni anno, e nelle società umane, dove milioni di persone soffrono la fame, la sete e ogni sorte di malattie mortali.
C’è una crescente percezione generale che la situazione dell’umanità non sia sostenibile. Se questa logica perversa continua, si costruisce un percorso che porta alla nostra sepoltura. Facciamo un esempio: in Brasile viviamo sotto la dittatura dell’economia ultra neoliberale, con una politica di estrema destra, violenta e crudele per le grandi maggioranze povere. Perplessi, abbiamo visto i mali che sono stati fatti, annullando i diritti dei lavoratori e internazionalizzando la ricchezza nazionale che sostiene la nostra sovranità come popolo.
Coloro che nel 2016 hanno compiuto il colpo di Stato contro la presidenta Dilma Rousseff hanno accettato la ricolonizzazione del Paese, divenuto vassallo della potenza dominante, gli Stati Uniti, e condannato ad essere solo un esportatore di commodities e un alleato minore e subordinato al progetto imperiale.
Quello che si sta facendo in Europa contro i rifugiati, rifiutando la loro presenza in Italia e in Inghilterra e peggio ancora in Ungheria e nella cattolicissima Polonia, raggiunge livelli di disumanità di grande crudeltà. Le misure del presidente degli Stati Uniti, Trump, strappando i figli dai loro genitori migranti e mettendoli in gabbia, denotano la barbarie e l’assenza di ogni senso di umanità.
È già stato detto: “nessun essere umano è un’isola… non chiedere mai per chi suonano la campane. Suonano per te, per me, per tutta l’umanità”. Se grandi sono le tenebre che abbassano i nostri spiriti, ancora maggiori sono i nostri desideri di luce. Non lasciamo che la suddetta pazzia abbia l’ultima parola.
La più grande e ultima parola che grida in noi e ci unisce a tutta l’umanità è di solidarietà e compassione per le vittime, è per la pace e il buon senso nei rapporti tra i popoli. Le tragedie ci danno la dimensione della disumanità di cui siamo capaci, ma permettono anche di far emergere l’umano che è in noi, al di là delle differenze di etnia, ideologia e religione. L’umano che è in noi ci fa preoccupare insieme, mostrare solidarietà insieme, piangere insieme, asciugare insieme le lacrime, pregare insieme, cercare insieme la giustizia sociale mondiale, costruire insieme la pace e rinunciare insieme alla vendetta e a ogni tipo di violenza e di guerra.
La sapienza dei popoli e la voce del nostro cuore lo confermano: non è uno Stato che è diventato terrorista, come gli Stati Uniti sotto il presidente Bush, che sconfiggerà il terrorismo. Né è l’odio per gli immigrati latini, diffuso da Trump, che porterà la pace. Un dialogo instancabile, un negoziazione aperta e un trattamento equo elimineranno le basi di qualsiasi terrorismo e troveranno la pace. Le tragedie che ci hanno colpito nel profondo del cuore, in particolare la pandemia virale che ha colpito l’intero pianeta, ci invitano a ripensare i fondamenti della convivenza umana nella nuova fase planetaria, e come prendersi cura della Casa comune, la Terra, come chiede papa Francesco nella sua enciclica di ecologia integrale “sulla cura della Casa Comune” (2015).
Il momento è urgente. E questa volta non c’è un piano B che ci possa salvare. Dobbiamo essere salvati tutti, perché formiamo una comunità di destino Terra-Umanità. Per questo dobbiamo abolire la parola nemico. La paura crea il nemico. Esorcizziamo la paura quando trasformiamo il lontano in un vicino e il vicino in un fratello e in una sorella. Scacciamo la paura e il nemico quando iniziamo a dialogare, a conoscerci, ad accettarci, a rispettarci, ad amarci, in una parola, a prenderci cura l’uno dell’altro.
Prendersi cura del nostro modo di vivere insieme in pace, solidarietà e giustizia; prendersi cura del nostro ambiente affinché sia un ambiente completo, senza distruggere gli habitat dei virus che provengono da animali o dagli arborovirus che si trovano nelle foreste, un ambiente in cui sia possibile riconoscere il valore intrinseco di ogni essere; prendersi cura della nostra cara e generosa Madre Terra.
Se ci prendiamo cura di noi stessi come fratelli e sorelle, le cause della paura scompaiono. Nessuno ha bisogno di minacciare nessuno. Possiamo camminare per le nostre strade di notte senza paura di essere derubati e aggrediti. Questa cura sarà efficace solo se accompagnata dalla giustizia necessaria a soddisfare i bisogni dei più vulnerabili, se lo Stato sarà presente con misure sanitarie (quanto importante è stato il Sistema Sanitario Unificato in Brasile, di fronte al Covid-19), con le scuole, con la sicurezza e con spazi di convivenza, di cultura e di tempo libero.
Solo in questo modo godremo di una pace che può essere raggiunta quando c’è un minimo di buona volontà generale e un senso di solidarietà e benevolenza nelle relazioni umane. Questo è il desiderio incrollabile della maggior parte degli umani. Questa è la lezione che l’intrusione del Covid-19 in noi ci sta dando e che dobbiamo assumere nelle nostre abitudini nei tempi post-coronavirus.
*Leonardo Boff è ecoteologo, filosofo e ha scritto La Madre Terra colpisce l’umanità: avvertenze del Covid-19, di prossima pubblicazione dalla editora Vozes.
Traduzione di M. Gavito e S. Toppi
L.Dowbor:além do Corona Vírus
Ladislau Dowbor é um dos melhores economistas que temos, com experiência internacional, pensamento ecológico e forte sentido de justiça social em favor dos mais pobres e vulneráveis. Estamos bem instruídos pelos epimidiólogos e outros especialista, focando a dimensão da medicina, das técnicas,dos insumos e da busca frenética por uma vacina. Tudo isso é indispensável mas redutor. Não se fala do contexto que gerou o Covid=19, o sistema capitalista mundializado e entre nós, selvagem, pouco se refere à natureza e sua resposta contra nossa sistemática violência contra ela. Aqui Dowbor com linguagem simples e clara mas manejando os dados mais seguros nos mostra um outro lado do Coronavírus: o aprofundamento das desigualdades, o proveito que os financistas tiram da crise, sem qualquer senso de solidariedade com a humanidade sofredora; especialmente os mais beneficiados são os bancos, estes cruéis e sem piedade nas taxas de juros e na ganância de acumular mais e mais, atendendo às grandes empresas e se negando a emprestar a pequenas e médias, aquelas que trazem comida às nossas mesas e fazem circular o dinheiro. Tudo isso é desmascarado com inteligência e fácil compreensão por este conhecido economista, professor da PUC-SP e consultor de muitos grupos mundiais que pensam outra saída para a humanidade. Assim como estamos, já o afirmou muitas vezes Dolwbor, em seus artigos e livros, vamos a encontro de um caminho do desastree de proporções inimagináveis.LBoff
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Além do Corona Vírus
Ladislau Dowbor
Não sou médico para comentar os aspectos epidemiológicos do vírus que nos assola. Mas algumas implicações sociais e políticas são óbvias. O primeiro ponto é que desde o golpe há uma fragilização generalizada das políticas sociais – e para efeitos de governança tudo começa já em 2013 com as manifestações, e com o boicote (“Dilma pode até ganhar, mas não irá governar”) e a inversão de prioridades em 2014 favorecendo o sistema financeiro. O teto de gastos, a perda de direitos trabalhistas, o retrocesso na Previdência, os ataques às organizações da sociedade civil, o congelamento do salário mínimo e do Bolsa Família e outras medidas tiveram como denominador comum o travamento da renda e do acesso aos bens de consumo coletivo pelo grosso da população, enquanto se expandia radicalmente o lucro dos bancos e dos grandes aplicadores financeiros.
Foi justamente isso o que paralisou a economia. Os números são claros. Na fase distributiva, entre 2003 e 2013, tivemos um crescimento médio do PIB da ordem de 4% ao ano, apesar da crise de 2008; e de lá para cá, tivemos uma queda do PIB da ordem de 3,5% em 2015 e 3,3% em 2016, seguido da paralisia, o fundo do poço onde nos encontramos, com crescimento em torno de 1% ao ano, o que descontando o crescimento demográfico implica que estamos parados no nível de uns 8 anos atrás. E tudo foi feito “para proteger o país do déficit” atribuído à irresponsabilidade de Dilma Rousseff que “devia ter aprendido que uma dona de casa tem de gastar apenas o que tem”. Para registro, anotem os déficits apresentados no Resultado Fiscal do Governo Central, entre 2012 e 2019. O déficit foi de R$ 61 bilhões (1,3% do PIB) em 2012, 111 em 2013, passando para 272 em 2014 (já com a reversão política), 514 em 2015, 478 em 2016, 459 em 2017, 426 em 2018, e 400 em 2019. Em suma: Joaquim Levy, Henrique Meirelles, Paulo Guedes ou quem seja viraram campeões de déficit, prejudicando seriamente a vida do grosso da população.
A questão é que esses recursos, que não foram investidos na população, tampouco entraram no governo – e se tivessem entrado teria equilibrado as contas –, mas não entraram e foram para algum lugar… Se vocês consultarem o site do Tesouro Nacional vão constatar que o governo tem transferido em juros, essencialmente para bancos e outros aplicadores financeiros, entre R$ 300 e 400 bilhões por ano, dinheiro que precisamente deixou de ir para educação, segurança e o SUS. Consultem a fonte, acessem http://www.tesouro.fazenda.gov.br/pt_PT/resultado-do-tesouro-nacional, cliquem em “Resultado Fiscal do Governo Central – Estrutura Nova”, e embaixo acessem a tabela 2.1. (Por alguma razão deslocaram recentemente os dados da tabela 4.1 para 2.1, vá lá entender). Vejam as linhas IX, X e XI, os números estão lá, discretos mas firmes, apontando a farsa. Aliás, a PEC 10/2020, a “da guerra”, desvincula gastos do controle, “exceto os recursos vinculados ao pagamento da dívida pública.” (Par. 6)
Não há nenhum mistério quanto à paralisia econômica. Quando se reduziu a capacidade de compra da população, as empresas tiveram de reduzir o ritmo de produção – hoje estão trabalhando com menos de 70% da capacidade – e demitir seus empregados. O desemprego dobrou e se mantém nas alturas, com apenas um pouco de recuperação no setor informal. Ao travar o consumo das famílias e a produção das empresas (que dirá do investimento empresarial, ninguém investe com tamanha insegurança) se reduz também os impostos pagos tanto sobre o consumo como sobre outras atividades econômicas. Aprofunda-se ainda mais o déficit, ferrando com a população e as empresas.
O teto de gastos foi apresentado como medida séria, de “austeridade”, e reduziu drasticamente a capacidades de ação do SUS. Para os que tomam as decisões e têm planos de saúde sofisticados (aliás outra forma de extorsão), não havia preocupação nenhuma em travar o SUS. Estão cobertos pelo Einstein e outros hospitais. Para o grosso da população, foi um desastre, reduzindo fortemente a capacidade pública e gratuita de atendimento. Isso impacta evidentemente a expansão do Corona Vírus, e eis que os grupos privilegiados descobrem que o vírus não foi informado sobre a diferença entre quem tem plano de saúde e quem tem SUS. Ferrar o sistema universal e gratuito de atendimento, facilita a expansão do vírus, e isso vai atingir diretamente a todos. Aliás, as elites que viajam são as que mais contribuíram para trazer o vírus para o país, mas a generalização da vulnerabilidade cria precisamente o que se chama Crise. E é o que estamos vivendo, com C maiúsculo.
O vírus Corona é de índole democrática. Não tem preferências de classe. Mas nós não somos democráticos. Os privilegiados têm sem dúvida mais meios de se proteger, com trabalho em casa pelo computador, com casa de campo, com amplos quartos que permitem evitar contatos diretos. Mas no conjunto a fragilização do sistema de saúde na massa da população agrava a vulnerabilidade do país como um todo.
Lições já estamos tirando, é um efeito indireto frequente quando surgem crises. De repente, nós lembramos que somos todos apenas seres humanos, com as mesmas vulnerabilidades, e fragilizar a saúde de uns gera tragédias para todos. E travar o Estado, em nome da “luta contra a corrupção”, quando se está desviando dinheiro do essencial (Saúde, Educação, Segurança…) para a acumulação financeira de milionários, constitui um escândalo sem tamanho que as pessoas estão começando a compreender.
A crise atinge a todos, ou quase. E neste momento (milagre!) os mesmos grupos que vieram “nos salvar” ao “nos proteger do Estado”, “enfrentar o déficit”, “privatizar bens públicos” se lembram precisamente da generosidade dos cofres públicos. Como em 2008, quando os desmandos dos bancos foram recompensados, pelo mundo afora, com o dinheiro público, no momento atual, o Estado volta a ser o salvador da pátria. São 6 trilhões de dólares nos Estados Unidos, 1 trilhão de reais no Brasil, outros tantos em diversos países.
É necessário? Sem dúvida, mas vem tarde, e vem muito deformado: migalhas para os assalariados. Conseguiu-se os 600 reais para um segmento da sociedade, por três meses, mal chega a 100 bilhões no conjunto, e o resto vai essencialmente para bancos. Lembrando que na nossa força de trabalho de 105 milhões de pessoas, temos 13 milhões de desempregados, 40 bilhões no setor informal, ou seja, a metade da nossa força de trabalho é desprotegida. No emprego formal privado temos apenas 33 milhões, menos de um terço da força de trabalho. Mesmo antes da crise atual a precariedade já era imensa. A massa de dinheiro público que vai para os bancos irá, como anunciado, ajudar as empresas e as famílias? Os bancos já reagiram, aumentam juros, dizem que precisam “evitar riscos”. E ficam com o dinheiro.
A meu ver, devemos juntar as forças para enfrentar o vírus, mas devemos também pensar que onde funciona, a saúde é pública, gratuita e universal, porque nesta área, as atividades públicas são muito mais eficientes do que o sistema privado. Nos Estados Unidos, o sistema é em grande parte privado, e custa 10.400 dólares por pessoa e por ano. No Canadá, onde é dominantemente público, atinge-se um nível de saúde muito superior com 4.400 dólares. O setor privado é ótimo para produzir hambúrguer, bicicletas, automóveis. Na saúde, educação, segurança, intermediação financeira e outros serviços essenciais de consumo coletivo, a privatização é uma desgraça. Vira indústria da doença, indústria do diploma, indústria da dívida. Sem falar das milícias.
O que temos pela frente, além do Corona vírus, é pensar uma sociedade mais solidária e resiliente, em cada país e em cada cidade.
Uma outra dimensão capaz de ultrapassar a pandemia e apontar novos rumos é o desafio da governança planetária. No caso do aquecimento global, por exemplo, estamos assistindo a uma catástrofe em câmara lenta, enfileirando reuniões internacionais em que se constata que… “temos de tomar providências”. Quais providências? As providências cabíveis. Quando? No momento oportuno. Por quem? Pelas autoridades competentes. E assim por diante, o velho discurso que conhecemos. Os governos até assinam compromissos com boa vontade, mas voltando para casa, eles se preocupam mais com a sobrevivência do seu mandato do que com a sobrevivência da humanidade.
As corporações sempre conheceram perfeitamente, muito antes de nós, o tamanho dos desastres que contribuem para gerar. As empresas de cigarro conheciam, por pesquisas internas, a expansão do câncer e os milhões de mortes que ocasionavam – e que continuam a ocasionar – enquanto o negavam publicamente. A Volkswagen conhecia perfeitamente o volume de emissões de partículas que seus carros produziam, e sabia que estava contribuindo com cerca de 6 milhões de mortes que esta poluição ocasionava anualmente no mundo. A British Petroleum conhecia a tecnologia de exploração de petróleo em águas profundas, mas dinheiro para os acionistas era mais importante.
A Vale sabe como se constrói uma simples barragem segura – somos um país que tem capacidade de construir uma Itaipu, mas aqui também os interesses financeiros dominaram. As empresas de petróleo e do carvão sabem há décadas que estão levando a economia mundial para o desastre. A lista aqui pode ser imensa, o denominador comum é que o rendimento das ações e o bônus do conselho de administração, e sempre no curto prazo, dominam. A partir de um certo número de níveis hierárquicos, a própria responsabilidade se dilui. Os desmandos convergem e se ampliam, mas as culpas se tornam abstratas enquanto os desastres se tornam sistêmicos.
Onde esses exemplos se cruzam com a presente pandemia? Na dimensão planetária dos desafios. A Europa está parando de produzir medicamentos porque depende de insumos da China e de outros países. Nos Estados Unidos, empresas param por falta às vezes de uma peça. A crise atual está nos fazendo tomar consciência de a que ponto somos hoje um sistema interligado e interdependente. Somos uma economia mundial, os seres humanos circulam freneticamente pelo planeta como milhões de formigas, o dinheiro imaterial circula na velocidade da luz sem controle provocando instabilidade generalizada, a informação se tornou uma commodity global, mas não temos governança planetária. Pelo contrário, predomina o oportunismo nefasto, que pode tomar a forma de exportação de lixo da Europa para a Ásia, de cobrança de níveis ridículos de impostos pela Irlanda (e tantos outros) para atrair empresas a qualquer custo, da manutenção de paraísos fiscais com soberania fictícia para favorecer transações ilegais e assim por diante.
Em outros termos, somos uma humanidade terráquea que se comporta politicamente como se o mundo do século XXI pudesse conviver com tribalismo político. Mas enquanto nos feudos europeus de antigamente os deslocamentos a cavalo e os massacres com espadas tinham limites físicos, não há limites neste planeta hiperconectado e interdependente, dotado de tecnologias de impacto global, e que ainda se mobiliza em torno a gritos nacionalistas, a ódios religiosos, a demagogos histéricos. Isso não funciona. Os países mais pobres estão fechando os seus portos aos navios com lixo dos países ricos, os países ricos estão se fechando por trás de cercas de arame farpado para se proteger dos pobres. Todos os países estão fechando suas fronteiras como se o Corona precisasse de visto de entrada! E a culpa pelo aquecimento global está sendo empurrada de um lado para outro. Cada um clama o seu direito soberano de defender os seus interesses a seu modo, ainda que o resultado sistêmico seja um desastre.
O que o Corona vírus nos lembra, ou praticamente esfrega na nossa cara, é que estamos realmente maduros para um sistema de soberania compartilhada e regulada no plano global. A ONU apresenta o Global Green New Deal, a OCDE negocia o acordo Base Erosion and Profit Shifting (BEPS) buscando assegurar primeiros passos na regulação fiscal e financeira do planeta, o World Inequality Database (WID) sistematiza os dados básicos sobre a rupturas sociais e econômicas, grandes corporações e grupos financeiros estão acenando com possíveis reorientações no seu comportamento, até Davos apela para evoluirmos da prioridade dos acionistas para as prioridades da sociedade e do meio ambiente (From Shareholders to Stakeholders). Um simples apelo do Papa para discutir uma outra economia, a Economia de Francisco, reúne pesquisadores de primeira linha mundial.
A crise global pode gerar – e apenas pode – um choque de bom senso. Confinado em casa, tenho todo o tempo de enfrentar as 1200 páginas de Capital e Ideologia, de Thomas Piketty, na edição francesa (ainda não saiu em português, mas está disponível em inglês). Raramente vi tanto bom senso organizado. O livro trata essencialmente do nosso principal drama, a desigualdade, e é um primor de realismo na análise e de clareza nas propostas. E me impressiona o leque de trabalhos de primeira linha que estão construindo uma nova visão de como a economia e a sociedade podem ser reorganizadas. O People, Power and Profits do Joseph Stiglitz, A Economia Donut de Kate Raworth, O Estado Empreendedor de Mariana Mazzucato, A Apropriação Indébita de Gar Alperovitz e Lew Daly, The Public Bank Solution de Ellen Brown, os trabalhos de Há-Joon Chang, de Marjorie Kelly, de Ann Pettifor, de Saez e Zucman, de Jeremy Rifkin, enfim, há uma revolução teórica em curso que está transformando a forma de analisarmos o que acontece no mundo. Uma nova visão está surgindo.
Não há dúvidas que continuamos nas poderosas mãos de gigantes corporativos, que os interesses financeiros se apropriam dos próprios governos, que populações frustradas pela política que não lhes serve votam em qualquer demagogo que lhes alimente o ódio. Mas tampouco há dúvidas de que as soluções estão na construção de novos pactos sociais, não apenas de preservar ou reconquistar o que já tivemos. É tempo de pensar caminhos.
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8 de abril de 2020
Ladislau Dowbor é professor de economia na PUC-SP e consultor de várias agências internacionais. Os seus trabalhos, inclusive resenhas dos livros mencionados, podem ser encontrados em http://dowbor.org
Versão atualizada do artigo
publicado pelo Le Monde Diplomatique.
