Die Welt hat ihr Herz verloren

                                             Leonardo Boff

Verfolgt man den gegenwärtigen Lauf der Welt, sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene, so sieht man einen regelrechten Tsunami von Hass, Lügen, Ausgrenzung, regelrechtem Völkermord und Massenvernichtung, wie im Gazastreifen, der uns ratlos macht. Wie weit kann das menschliche Böse gehen? Es gibt keine Grenzen für das Böse. Es kann bis zur Selbstauslöschung des Menschen gehen.

Wenn ich an unser Land Brasilien denke, die Todesfälle, die Morde an jungen Schwarzen in den Randbezirken, die Kinder, die Opfer verirrter Kugeln werden, sei es von der Polizei (die tötet) oder von kriminellen Vereinigungen, die täglichen Frauenmorde und die Hunderte von Vergewaltigungen von Mädchen und Frauen, die Zerstückelung von Entführten, lassen eine ganze Stadt wie Rio de Janeiro ständig in Angst und Bedrohung leben. Sie verliert ihren ganzen Glanz. Dies geschieht in fast allen großen Städten unseres Landes, die Sérgio Buarque de Holanda als „herzlich“ bezeichnete (Raízes do Brasil, 1936). Die meisten Interpreten haben jedoch die Fußnote zu dem Begriff „herzlich“ nicht gelesen, in der er bemerkt: „Feindschaft kann ebenso herzlich sein wie Freundschaft, da beide aus dem Herzen geboren werden“ (Nr. 6). Brasilien zeigt also, vor allem unter der Regierung der Unwählbaren,Jair Bolsonaro, die Feindschaft zwischen Freunden und in den Familien, die Banalität des Fluchens, des schlechten Benehmens und der Lüge: alle sind „herzlich“, weil sie aus einem „herzlichen“ (perversen) Herzen geboren werden.

Auf internationaler Ebene ist das Szenario noch abscheulicher. Mit der uneingeschränkten und mitschuldigen Unterstützung der USA und der beschämenden Unterstützung der Europäischen Gemeinschaft, die ihr Erbe der Bürgerrechte, der Demokratie und anderer zivilisatorischer Werte verraten hat, werden von der rechtsextremen Regierung Benjamin Netanjaus wahre Kriegsverbrechen an 40.000 Zivilisten und der unbestreitbare Völkermord an rund 1.300 unschuldigen Kindern im Gazastreifen verübt. Dies ist eine völlig unverhältnismäßige Vergeltungsmaßnahme für ein anderes, nicht weniger schreckliches Verbrechen der Terrorgruppe Hamas.  Netanhyau lässt solche Völkermorde zu, weil er kein Herz hat, weil er sich nicht in die Mütter und unschuldigen Opfer hineinversetzen kann. Es ist ihm egal, ob er, um einen Hisbollah-Führer zu töten, Dutzende anderer Menschen bei einem Bombenangriff opfern muss. Ähnliche Verbrechen finden in dem Krieg statt, den Russland gegen die Ukraine führt, mit Tausenden von Opfern, der Zerstörung einer uralten Schwesterkultur und unzähligen unschuldigen Opfern. Bleiben wir hier stehen auf diesem Kreuzweg der Schrecken, der mehr Stationen hat als der des kreuztragenden Gottessohnes.

Es stellt sich die Frage, wie dies am helllichten Tag geschehen kann, ohne dass eine anerkannte Autorität diese Ausrottung von Menschen und ganzen Städten stoppen könnte. Was ist die eigentliche Ursache für diese Ungerechtigkeit? Die Geschichte kennt Ausrottungen in der Vergangenheit, sogar im Namen Gottes, wie im schrecklichen Buch der Richter in der jüdisch-christlichen Bibel und in so vielen Kriegen der Vergangenheit. Israel hat mehr als 207 UN-Beamte getötet, Krankenhäuser, Schulen, Universitäten und Moscheen bombardiert und 80 Prozent des Gazastreifens zerstört. Heute besteht die ernste Gefahr eines totalen Krieges zwischen den militaristischen Mächten, die um die Vorherrschaft in der Welt wetteifern, was das Prinzip unserer Selbstzerstörung verwirklichen würde.

Ich bleibe bei der Interpretation, dass all dies möglich geworden ist, weil wir das Herz, den esprit de finesse (Pascal) und die Dimension der Anima (die Sensibilität von C.G. Jung) verloren haben. Die moderne Kultur ist auf dem Willen zur Macht als Herrschaft aufgebaut, die sich der Vernunft bedient, losgelöst von Herz und Gewissen, übersetzt in Techno-Wissenschaft für unser Wohl und mehr für kriegerische Zwecke. Wie Papst Franziskus in Laudato Sì feststellte: „Die Menschen sind nicht im richtigen Gebrauch der Macht erzogen worden, … weil sie nicht in Bezug auf Verantwortung, Werte und Gewissen begleitet wurden“ (Nr. 105). Die Vernunft hat ihre Willkür in Form des Rationalismus etabliert, indem sie andere Arten, die Wirklichkeit zu erkennen und zu empfinden, erniedrigt hat. Auf diese Weise wurde das Gefühl (Pathos) unter der falschen Annahme unterdrückt, dass es die Objektivität der Analyse behindern würde. Heute ist klar, dass es keine absolute Objektivität gibt. Das Subjekt forscht mit seinen eigenen Voraussetzungen und Interessen, so dass Subjekt und Objekt immer miteinander verwoben sind.

Tatsache ist, dass die Dimension des Herzens und der Wärme verdrängt wurde. Neben dem Reptiliengehirn, das das älteste ist, ist das limbische Gehirn unsere eigentliche Basis. Es entstand bei den Paläo-Säugetieren vor 150-200 Millionen Jahren und bei den höheren Säugetieren vor 40-50 Millionen Jahren, mit denen wir eine Wohngemeinschaft teilen. Wir sind rationale Säugetiere und daher empfindungsfähige Wesen. Das limbische Gehirn ist der Sitz unserer Emotionen, sei es Hass, Wut oder andere Negativität, aber vor allem beherbergt es die Welt der Exzellenz, der Liebe, der Freundschaft, der Empathie, der Werte, der Ethik und der Spiritualität. Das neokortikale Gehirn entstand mit dem Menschen vor 7-8 Millionen Jahren und erreichte seinen Höhepunkt vor etwa 100.000 Jahren mit der Entstehung des Homo sapiens, dessen Erben wir sind. Es ist die Welt der Vernunft, der Konzepte, der Sprache und der logischen Ordnung der Dinge.

Es war also eine späte Ankunft, aber mit seiner Entwicklung begründete es das Reich der Vernunft. Aber man darf nicht vergessen, dass wir es mit einem einzigen Gehirn zu tun haben, das diese drei Dimensionen umfasst, die immer miteinander verbunden sind (in MacLeans Version des dreieinigen Gehirns: reptilisch, limbisch, Neokortex). Die übermäßige Konzentration auf die Rationalität, mit der wir die Welt, die Frauen (Patriarchat) und die Natur auf Kosten der Gefühle beherrscht haben, hat zu sozio-historischen Missverständnissen und Fehler geführt, deren schädliche Folgen wir jetzt ernten. Es ist dringend notwendig, das neokortikale Gehirn (Vernunft/Logos) mit dem limbischen Gehirn (Herz/Pathos) zu vereinen, wobei das Herz die rationalen Projekte mit Menschlichkeit und Sensibilität bereichert und umgekehrt in die Vernunft investiert, d.h. der Welt der Gefühle und des Herzens eine Richtung und ein angemessenes Maß gibt. Weil wir das Gefühl der gegenseitigen Zugehörigkeit, dass wir ausnahmslos alle Menschen sind, ertränkt haben, sind wir zu grausamen Völkermördern (gegenüber unserer Spezies) und Umweltmördern (gegenüber der Natur) geworden. Wir haben unsere Brüder und Schwestern versklavt, unterjocht und diskriminiert.

Der westliche, liberal-kapitalistische Humanismus ist bankrott, weil wir die Dimension des Herzens, des Geistes der Finesse (Pascal), der essentiellen Sensibilität (anima) nicht gerettet haben. Die so genannte „regelbasierte Ordnung“ (die sich immer nach der Bequemlichkeit der Mächtigen richtet) hat sich als Trugschluss erwiesen.

Wie eine hochrangige UN-Beamtin, Chelsea Ngnoc Minh Nguyen, warnte: „Die Gewalt und Brutalität der letzten Jahre sollte uns alle – ob im Süden oder im Norden, im Osten oder im Westen – dazu veranlassen, eine ehrliche und tiefe Selbstprüfung über die Art von Welt vorzunehmen, in der wir leben wollen“ (IHU 4/10/24). Ich sehe keine andere Alternative, als das Paradigma der Zivilisation (vom dominus zum frater) zu ändern, als einen neuen Humanismus zu gründen, der in unserer eigenen Natur wurzelt. In ihm finden wir die anthropologischen Konstanten, die unserem Menschsein innewohnen: bedingungslose Liebe, essentielle Fürsorge, Kooperation, Empathie, Mitgefühl, Anerkennung des Anderen als Mitmensch, Respekt vor der Natur und der Erde, die uns alles gibt, Verzauberung durch das Schöne und Gute und Ehrfurcht vor dem Mysterium. Diese Werte wären die Grundlage einer anderen möglichen und notwendigen Welt. Andernfalls steuern wir auf das Unvorstellbare zu.

Leonardo Boff Ökotheologe, Philosoph und Schritsteller

Übersetzung von Bettina Goldharnack

Il rischio di una guerra nucleare e di un cielo bianco

Leonardo Boff

In dichiarazioni recenti, Putin riferendosi alla guerra che sta conducendo contro l’Ucraina, la quale si difende con armi sempre più potenti provenienti dagli USA e dai paesi NATO, ha dichiarato: “se ci sarà un pericolo esistenziale per il mio paese, utilizzerò armi nucleari”.

Certamente non saranno quelle strategiche con un devastante potere di distruzione. Provocherebbero una ritorsione degli USA con lo stesso tipo di armi. Ciò, probabilmente, liquiderebbe gran parte della vita umana e della biosfera.

Ma Putin utilizzerebbe le [armi nucleari] tattiche più limitate, ma lo stesso con effetti altamente distruttivi. La minaccia non sembra essere un bluff, ma una decisione presa dall’intero organismo di difesa della Confederazione russa. Ha detto bene il segretario generale dell’ONU António Guterrez, aprendo i lavori a settembre: “Ci stiamo avvicinando all’inimmaginabile: una polveriera che corre il rischio di travolgere il mondo”. Se ciò dovesse accadere, si correrebbe il grave rischio di un’escalation pericolosissima per il nostro futuro.

Alla fine, potrebbe verificarsi un inverno nucleare in cui il cielo diventerà bianco (nell’espressione di Elizabeth Kolbert: The White Sky: The Nature of Our Future, 2020) a causa delle particelle radioattive. Gli alberi riuscirebbero a malapena a svolgere la fotosintesi, garantendoci sufficiente ossigeno e la produzione di alimenti sarebbe fortemente compromessa. Una simile catastrofe metterebbe a rischio la vita umana e la biosfera.

L’argomento è troppo minaccioso per non dargli importanza. Toby Ord, un filosofo australiano che insegna a Oxford, ha scritto un libro minuzioso sui rischi attuali: Precipice: Existential Risk and the Future of Humanity (2020). Questo non è né allarmismo né catastrofismo. Ma dobbiamo essere realistici fiduciosi ed eticamente responsabili. Abbiamo già l’esperienza di quello che è stato il più grande atto terroristico della storia, quando gli Stati Uniti sotto Truman lanciarono due semplici bombe nucleari su Hiroshima e Nagasaki che decimarono duecentomila persone in pochi minuti.

Successivamente abbiamo creato armi molto più devastanti e persino il principio di autodistruzione come lo definì il compianto ed eminente cosmologo Carl Sagan. Papa Francesco, nel suo discorso alle Nazioni Unite del 25 settembre 2020, ha messo in guardia per due volte dall’eventuale scomparsa della vita umana come conseguenza dell’irresponsabilità nei nostri rapporti con la Madre Terra e dello sfruttamento eccessivo della natura. Nell’enciclica Fratelli tutti (2020), afferma con severità: «siamo tutti sulla stessa barca, o ci salviamo tutti o non si salva nessuno» (n.32).

Il premio Nobel, Christian de Duve, nella sua famosa Poeira Vital (1997) attesta che “in un certo senso, il nostro tempo ricorda una di quelle importanti rotture dell’evoluzione, segnate da estinzioni di massa” (p.355). Anticamente erano le meteore radenti a minacciare la Terra; oggi la meteora radente si chiama essere umano, dando origine ad una nuova era geologica, l’antropocene e nella sua fase più acuta, l’attuale pirocene (i grandi incendi).

Théodore Monod, forse l’ultimo grande naturalista moderno, ha lasciato come testamento un testo di riflessione dal titolo: E se a aventura humana vier a falhar (2000)? . Afferma: “siamo capaci di una condotta insensata e demente; d’ora in poi si potrà temere tutto, tutto, compreso l’annientamento del genere umano” (p. 246). E aggiunge: “sarebbe il giusto prezzo per la nostra follia e le nostre crudeltà” (p.248).

Se prendiamo sul serio il dramma mondiale, sanitario e sociale e il crescente riscaldamento, nell’era del pirocene, questo scenario di orrore non è impensabile.

Edward Wilson, grande biologo, attesta nel suo stimolante libro The Future of Life (2002): “L’uomo fino ad oggi ha svolto il ruolo di assassino planetario… l’etica della conservazione, sotto forma di tabù, totemismo o scienza, quasi sempre è arrivata troppo tardi (121).

Vale la pena citare anche un nome di tutto rispetto, James Lovelock, il formulatore dell’ipotesi/teoria della Terra come Super-organismo vivente, Gaia, con un titolo che dice tutto: Gaia’s Revenge (2006). Durante la sua visita in Brasile, ha dichiarato alla rivista Veja: “entro la fine del secolo, l80% della popolazione umana scomparirà. Il restante 20% vivrà nell’Artico e in alcune oasi di altri continenti, dove le temperature saranno più basse e ci sarà un poco di pioggia…quasi tutto il territorio brasiliano sarà troppo caldo e secco per essere abitato” (Paginas Amarelas del 25 ottobre 2006).

Ha ben valutato, consapevole del rischio planetario, il più grande pensatore del XX secolo, Martin Heidegger, in un testo pubblicato 15 anni dopo la sua morte: “Solo un Dio può salvarci” (Nur noch ein Gott kann uns retten).

Non basta aspettare Dio, perché Egli non è un tappa-buchi di fronte all’irresponsabilità umana, ma piuttosto prendersi cura dell’essere umano impazzito, porre limiti a una ragione divenuta irrazionale al punto da forgiare mezzi per autodistruggersi. Confidiamo che, di fronte a questa catastrofe, ci sia un minimo di saggezza e moderazione tra quanti prendono le decisioni.

Dopo che abbiamo ucciso il Figlio di Dio che si è fatto uomo, nulla è impossibile. Ma Dio, non i detentori di armi di distruzione di massa è il signore della storia e del destino umano. Egli dalle rovine può creare un nuovo cielo e una nuova Terra, abitati da esseri umani trasfigurati, che si prendono cura e siano amici di tutta la vita. È la nostra fede e speranza.

Leonardo Boff ha scritto Terra madura: uma ética da vida, Planeta 2023; Cuidar da Casa Comum: pistas para protelar o fim do mundo, Vozes 2024

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

El piroceno puede amenazar a la especie humana

Leonardo Boff*

Especialmente a partir de 2023/24 la Tierra ha sido atacada por grandes olas de calor que provocaron macroincendios en muchas partes del mundo. Los más devastadores de 2024 han ocurrido en Brasil, en parte de la Amazonia, en el Pantanal, en el Cerrado en varios municipios del Sudeste. La humareda volvió el aire en São Paulo y en Brasilia casi irrespirable y se extendió por casi todo el sur del país.

A esta difusión de fuego por casi todo el planeta los científicos la han llamado la era del fuego, el piroceno (piros en griego es fuego). Desde tiempos inmemoriales los seres humanos asumieron el control directo de esta fuerza de la naturaleza. Aprendieron a dominar el fuego. Ahora el fuego es el que nos domina. Las causas son muchas, como el Niño, la acumulación de CO2, metano y dióxido nitroso en la atmósfera, las grandes sequías, las gramíneas altamente inflamables, material orgánico en el subsuelo. Sólo en 2023 se emitieron a la  atmósfera 37,5 mil millones de toneladas de CO2 que permanecerán allí cerca de cien años.

Desde la era pre-industrial (1850-1900) se están lanzando a la atmósfera miles de millones de toneladas de gases de efecto invernadero, alcanzando un total de más de dos billones de toneladas acumuladas.

El fuego tiene una larga historia. Pensando en la biografía de la Tierra desde hace 4,5 mil millones de años, se sabe que durante 800 millones de años la Tierra permaneció como una inconmensurable bola de fuego, derretida como una sopa gruesa burbujeando de calor. Era un inmenso mar de lava en fusión y extremadamente caliente. Vapores y gases formaban nubes inmensas. Durante millones de años estas provocaron lluvias torrenciales continuas, lo que, juntamente con los inmensos meteoros de hielo que durante siglos torpedearon el planeta, ayudó a que la Tierra se enfriase. Ellos aumentaron considerablemente el volumen de agua hasta el punto de que la Tierra está constituida en un 70% por este elemento.

La lava se endureció e hizo surgir el primer suelo con todo tipo de  montañas. El fuego original anidó en el corazón de la Tierra en forma fluida, como muestran las erupciones volcánicas y los temblores de tierra, pero continuó como una energía fundamental en la superficie.

El calentamiento global actual que ha superado el proyectado aumento de 1,5 grados Celsius para 2030, se ha anticipado llegando en algunos lugares a 2 y 3 grados Celsius. “Estoy aterrorizado” dijo  nuestro mayor científico en clima, Carlos Nobre. La causa de este calentamiento está en la forma como en los últimos siglos el proceso productivista-industrialista ha tratado a la Tierra. Era considerada sin ningún propósito, un mero baúl de recursos a disposición de los seres humanos. Podemos decir que hubo una verdadera guerra contra la Tierra arrancando de ella todo lo que se podía.

Pero a partir de los años 1970 con las investigaciones de las ciencias de la Tierra y de la vida, Lovelock y Margulis lanzaron la hipótesis de que la Tierra era un super Ente vivo que articula sistémicamente todos los elementos esenciales a la vida de tal forma que siempre se mantiene viva y produce innumerables formas de vida: la biodiversidad. La llamaron Gaia, uno de los nombres griegos para la Tierra viva, hoy vastamente acogida por la comunidad científica.

A partir de 1968 (Club de Roma) las investigaciones sobre el estado de la Tierra, considerando el impacto de la actividad humana sobre el  medio ambiente y el tipo de desarrollo que se había impuesto en casi todo el planeta, concluyeron que la Tierra estaba enferma. Se imponía límites al crecimiento considerado como ilimitado sin tener conciencia de los límites del planeta, incapaz de soportar un crecimiento ilimitado. Lo muestra la Sobrecarga de la Tierra (Earth Overshoot), revelada anualmente por la ONU.

Sin embargo, el sistema productivista, ya sea en el orden capitalista o en el antiguo orden socialista, estaba y sigue estando de tal manera aceptado que no se puede permitir parar. Las consecuencias se dejaron sentir muy pronto, pero sobre todo desde los años setenta del siglo pasado hasta nuestros días: emisión incontrolada de gases de efecto invernadero, degradación de los ecosistemas, erosión de la biodiversidad, desertificación creciente, deforestación de grandes selvas, contaminación de los suelos y del agua con agentes tóxicos.

Esta guerra promovida por el proceso productivo (producir, consumir, descartar) contra Gaia es, sin embargo, una batalla perdida. El sistema-vida, dada la degradación general, el aumento de CO2 y de metano en la atmósfera, el calentamiento considerado irreversible con sus eventos extremos, la perversa desigualdad social, han despertado la conciencia de muchas personas: o cambiamos nuestro estilo de vida y nuestra relación con la naturaleza o podemos no ser queridos por la Madre Tierra.

Generalmente cuando en un ecosistema una especie se desarrolla de manera desregulada hasta el punto de amenazar a las demás, la misma Tierra se organiza de tal forma que lo limita o lo elimina. De esta manera las demás especies pueden subsistir y continuar co-evolucionando en el proceso global de la geogénesis. Tal vez sea esta la situación actual de la especie humana, en la era del antropoceno, a pesar de que la gran mayoría sea todavía inconsciente y negacionista. La expresión el antropoceno, creada por científicos, designaría al ser humano que, cual meteoro rasante, es lo que más amenaza a la biosfera. En vez de asumirse como su cuidador, se ha vuelto su ángel  exterminador. El piroceno sería la forma más peligrosa y destructiva del antropoceno. El calentamiento globlal creciente, que favorece la difusión incontrolada del fuego y los macroincendios pueden volver el planeta inhabitable. La escasez aguda de agua potable, la frustración de la producción de alimentos, el clima super-calentado llevaría lentamente a la extinción de la especie humana. Como todo lo que empieza en la evolución, se desarrolla, llega su clímax y desaparece. Así sucede con las galaxias, las estrellas y los seres vivos. ¿Por qué iba a ser diferente con la especie humana? Irrumpimos en la Tierra cuando el 99,98% estaba ya formado. La Tierra no necesitó nuestra presencia para gestar su inmensa biodiversidad. Sin nosotros, la vida de los trillones y trillones de microorganismos que trabajan en el subsuelo de la Tierra llevarían adelante el proyecto de la vida. La Tierra seguiría girando alrededor del sol, bajo su luz benéfica, pero sin nosotros.

Aquellos que se atreven a dar el salto de la fe dirían que solamente la etapa terrestre del ser humano ha sido irresponsablemente concluida. Una nueva etapa se iniciaría en otro nivel. Después del tiempo viene la eternidad. En ella seguiría viviendo en una forma que para nosotros sigue siendo inefable. Pero la vida se perpetuaría.

*Leonardo Boff ha escrito entre otros libros, Cuidar la Tierra: pistas para retrasar el fin del mundo, Vozes 2024; Vida para além da morte, Vozes, muchas ediciones, 2023, publicada en español por Sal Terrae con el título Hablemos de la otra vida.

Traducción de Mª José Gavito Milano

Il pirocenepuò minacciare la specie umana

Leonardo Boff

Specialmente a partire dal 2023/24 la Terra è stata colpita da grandi ondate di caldo. Hanno causato mega-incendi in molte parti del mondo. Nel 2024, i più devastanti si sono verificati in Brasile, in parte della Amazzonia, nel Pantanal, nel Cerrado in diversi comuni del Sud-Est. Il fumo ha reso l’aria a San Paolo e a Brasilia quasi irrespirabile. Il fumo si è diffuso in quasi tutto il sud del paese.

Gli scienziati hanno chiamato questa diffusione degli incendi su quasi tutto il pianeta, di era del fuoco, il pirocene (piros in greco significa fuoco). Da tempo immemorabile gli esseri umani hanno preso il controllo diretto di questa forza della natura. Hanno imparato a dominare il fuoco. Ora è il fuoco che ci domina. Le cause sono molteplici, come il Niño, l’accumulo di CO2, metano e biossido di azoto nell’atmosfera, le grandi siccità, l’erbe graminacee altamente infiammabili, materiale organico nel e sotto il suolo. Solo nel 2023 sono stati immessi nell’atmosfera 37,5 miliardi di tonnellate di CO2, che rimangono lì per circa cento anni.

Dall’era preindustriale (1850-1900), miliardi di tonnellate di gas serra sono state rilasciate nell’atmosfera, per un totale di oltre duemila miliardi di tonnellate accumulate.

Il fuoco ha una lunga storia. Pensando alla biografia della Terra lunga 4,5 miliardi di anni, sappiamo che per 800 milioni di anni la Terra rimase come un’incommensurabile bolla di fuoco, simile ad una densa zuppa ribollente di calore. Era un immenso mare di lava fusa ed estremamente calda. Vapori e gas formavano immense nubi. Queste per milioni di anni hanno causato piogge torrenziali senza sosta, che hanno aiutato la Terra a raffreddarsi insieme alle immense meteore di ghiaccio che per secoli hanno colpito il pianeta. Esse aumentarono considerevolmente il volume dell’acqua, al punto che la Terra è oggi composta per il 70% da questo elemento.

La lava si indurì e diede origine al primo suolo con diversi tipi di montagne. Il fuoco originario si annidò nel cuore della Terra in forma fluida, che si manifesta nelle eruzioni vulcaniche e nei terremoti. Ma continuò come un’energia fondamentale in superficie.

L’attuale riscaldamento globale, ha superato in anticipo gli 1,5 gradi Celsius previsti per il 2030, raggiungendo in alcuni luoghi i 2 e persino i 3 gradi Celsius. “Sono terrorizzato”, ha detto il nostro migliore scienziato del clima, Carlos Nobre. La causa di questo riscaldamento è il modo in cui il processo produttivistico-industrialista ha trattato la Terra negli ultimi secoli. Si riteneva che [la Terra] non avesse alcuno scopo, un semplice forziere di risorse a disposizione degli esseri umani. Possiamo dire che è stata combattuta una vera guerra contro la Terra, strappandogli tutto ciò che si poteva.

Risulta che dagli anni ’70 in poi, con le ricerche delle scienze della Terra e della vita, Lovelock e Margulis avanzarono l’ipotesi che la Terra fosse un super Essere vivente che articola sistematicamente tutti gli elementi essenziali alla vita, in modo tale da rimanere sempre viva e produrre innumerevoli forme di vita: la biodiversità. La chiamarono Gaia, uno dei nomi greci della Terra, ora ampiamente accettato dalla comunità scientifica.

Le ricerche sullo stato della Terra dal 1968 in poi (Club di Roma), considerando l’impatto delle attività umane sull’ambiente e il tipo di sviluppo che si era imposto a quasi tutto il pianeta, conclusero che la Terra era malata. Si imponevano limiti ad una crescita ritenuta illimitata senza che avesse coscienza dei limiti del pianeta, incapace di sostenere una crescita illimitata. Lo dimostra l’Earth Overshoot, rivelato ogni anno dalle Nazioni Unite.

Tuttavia, il sistema produttivista, sia nell’ordine capitalistico sia in quello vecchio socialista, era ed è tuttora così ben oliato che non si permette di fermare. Le conseguenze si sono fatte sentire presto, ma soprattutto dagli anni ’70 ad oggi: emissione incontrollata di gas serra, degrado degli ecosistemi, erosione della biodiversità, crescente desertificazione, disboscamento di grandi foreste, contaminazione dei suoli e dell’acqua con agenti tossici.

Questa guerra guidata dal processo produttivo (produrre, consumare, scartare) contro Gaia rappresenta una battaglia persa. Il sistema-vita, di fronte al degrado generale, all’aumento di CO2 e di metano nell’atmosfera, al riscaldamento ritenuto irreversibile con i suoi eventi estremi, alla perversa disuguaglianza sociale, ha risvegliato la coscienza di molti: o cambiamo il nostro stile di vita e il nostro rapporto per e con la natura, oppure potremmo non essere più amati dalla Madre Terra.

In genere, quando in un ecosistema una specie si sviluppa in modo sregolato al punto da minacciare le altre, la Terra stessa si organizza in modo tale da limitarla o eliminarla. Pertanto, le altre specie possono sopravvivere e continuare a co-evolvere nel processo globale di geo-genesi. Forse questa è la situazione attuale della specie umana, nell’era dell’antropocene, nonostante la stragrande maggioranza sia ancora inconsapevole e negazionista.

L’espressione creata dagli scienziati, l’antropocene, designerebbe l’essere umano come una meteora radente, quello che più minaccia la biosfera. Invece di assumersi il compito della sua cura, è diventato il suo angelo sterminatore.

Il pirocene sarebbe la forma più pericolosa e distruttiva dell’antropocene. Il riscaldamento globale crescente, favorendo la diffusione incontrollata del fuoco e dei mega-incendi, può rendere il pianeta inabitabile. La grave carenza di acqua potabile, la frustrazione della produzione alimentare, il clima surriscaldato porterebbero lentamente la specie umana alla sua estinzione. Come tutto ciò che inizia nell’evoluzione, si sviluppa, raggiunge il suo culmine e scompare. Così è con le galassie, le stelle e gli esseri viventi. Perché dovrebbe essere diverso con la specie umana? Siamo arrivati ​​sulla Terra quando il 99,98% era già costituito. La Terra non ebbe bisogno della nostra presenza per generare la sua immensa biodiversità. Senza di noi, la vita dei milioni di miliardi di microrganismi che operano nel sottosuolo della Terra, porterebbero avanti il ​​progetto della vita. La Terra continuerebbe a ruotare attorno al sole, sotto la sua luce benefica, ma senza di noi.

Coloro che osano fare il salto di fede direbbero che si è conclusa, in modo irresponsabile, solo la fase terrena dell’essere umano. Ne inizierebbe una nuova ad un altro livello. Dopo il tempo viene l’eternità. In essa continuerebbe a vivere in una forma che per noi continua ineffabile. Ma la vita si perpetuerebbe.

Leonardo Boff ha scritto, tra gli altri, il libro Cuidar da Terra: pistas para protelar o fim do mundo, Vozes 2024; Vida para além da morte, Vozes, muitas edições, 2023.

(traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)