Werden wir Menschen zum Krebsgeschwür, dessen sich die Erde entledigen wird?

 

 

Es gibt Negationisten, die die Shoah (Völkermord an Millionen von Juden in den Konzentrationslagern der Nazis) leugnen, und es gibt Negationisten des Klimawandels der Erde. Erstere werden von der ganzen Menschheit geächtet. Letztere, die bis vor kurzem noch zynisch lächelten, erfahren nun von Tag zu Tag, dass ihre Überzeugungen von den unbestreitbaren Fakten widerlegt werden. Sie werden nur aufrechterhalten, indem man Wissenschaftler davon abhält, die ganze Wahrheit aufzudecken, wie durch verschiedene ernsthafte alternative Nachrichtenquellen bekannt wurde. Der Grund dafür liegt in dem wahnsinnigen Bestreben, Reichtümer anzuhäufen, ohne irgendwelche Rücksichten zu nehmen. 

 

In letzter Zeit traten extreme Naturereignisse auf, die schwerste Konsequenzen hatten: Katrina und Sandy in den Vereinigten Staaten, furchtbare Taifune in Pakistan und Bangladesh, der Tsunamie in Südost-Asien und der Taifun in Japan, der das Kernkraftwerk von Fukushima auf bedrohliche Weise beschädigte und zuletzt der zerstörerische Taifun Haiyan auf den Philippinen, der Tausende von Opfern kostete.

 

Wir wissen heute, dass die Temperatur des tropischen Pazifiks, wo die großen Taifune entstehen, im allgemeinen unter 19,2°C liegt. Das Meerwasser hat sich erwärmt und erreichte bis 1976 eine Temperatur um 25°C, bis 1997/1998 erreichte es die 30°C-Marke. Dadurch entsteht eine starke Verdunstung. Extreme Naturereignisse entstehen ab einer Wassertemperatur von 26°C. Mit der globalen Erwärmung wird die Frequenz der Taifune erhöht sowie deren Geschwindigkeit. Erreichten diese Winde im Jahr 1951 noch eine Geschwindigkeit von 240 km/h, so waren sie in den Jahren 1960-1980 bereits bei 275 km/h, 2006 wurden Spitzenwerte von 306 km/h gemessen, und 2013 erreichte der Taifun die verheerende Geschwindigkeit von 380 km/h.

 

In den letzten Monaten wurden von Organen der Vereinten Nationen vier offizielle Berichte veröffentlicht, die vehemente Warnungen aussprachen, dass die Erhöhung der Erderwärmung ernste Konsequenzen nach sich ziehen würde. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % liegt der Grund hierfür im unverantwortlichen Handeln der Menschen und der industrialisierten Länder.

Dies wurde im September von der  Expertenguppe des Weltklimarats (IPCC, zwischenstaatlicher Ausschuss über Klimaveränderung, bestehend aus ca. Tausend Wissenschaftlern) bestätigt, ebenso durch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und den internationalen Bericht über den Bericht der Meere, der die Erhöhung der Säure anprangert, wodurch weniger CO2 absorbiert werden kann, und schließlich durch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am 13. November in Genf. Alle sind sich einig darüber, dass die Klimaerwärmung nicht auf uns zukommt, sondern dass wir uns bereits mitten darin befinden. Während die CO2-Rate zu Beginn der industriellen Revolution noch bei 280 ppm (millionstel Teile) lag, erhöhte sie sich bis zum Jahr 1990 auf 350 ppm und erreicht heute bereits 450 ppm. Dieses Jahr wurde bereits von einigen Teilen der Erde ein Temperaturanstieg von 2°C gemessen, was zu irreversiblen Schäden für die Lebewesen führen kann.

 

Vor einigen Wochen brach die Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), Christina Figueres, mitten in der Pressekonferenz in Tränen aus, da die Länder fast nichts unternehmen, um gegen die Klimaerwärmung vorzugehen. Auf der 19. Konvention über den Klimawandel in der UNO weinte auch Yeb Sano aus den Philippinen um seine Familie, als er vor den Repräsentanten der 190 Nationen über den Horror des Taifuns berichtete, der sein Land verwüstete. Die meisten konnten ihre Tränen nicht zurückhalten, doch bei vielen waren dies nur Krokodilstränen. Die Repräsentanten hielten in ihren Aktenmappen bereits die Anweisungen, die im Vorfeld durch ihre Regierungen und die Global Player beschlossen worden waren und die einen Konsens auf vielerlei Weise unmöglich machen. Dann gibt es noch die Machthaber, Besitzer von Kohlenminen, Aktionäre von Erdöl oder der Eisen- und Stahlindustrie, Automobil-Hersteller u. a. Alle wollen, dass alles so weitergeht wie bisher. Das ist das Schlimmste überhaupt, denn der Weg zum Abgrund hin wird so direkt genommen und ist fatal. Angesichts des Nichtzustandekommens eines Konsenses unter den Völkervertretern, die die wissenschaftlichen Daten nicht ernst nehmen, ist es verständlich, dass Hunderte der bei der 19. Klimakonferenz der UNO in Warschau anwesenden Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen die Diskussionen aus Protest verließen.

Warum nur gibt es diesen irrationale Widerstand gegenüber den notwendigen Veränderungen, die uns alle retten könnten?

 

Um dies zu beantworten, kommen wir direkt auf die zentrale Frage zu sprechen: Dieses ökologische Chaos ist das Resultat unserer Produktionsweise, die die Natur verwüstet und eine grenzenlose Konsumhaltung nährt. Entweder wir ändern unser Paradigma des Verhältnisses zur Erde und zu den Naturgütern und -dienstleistungen, oder wir gehen geradewegs dem Untergang entgegen. Das aktuelle Paradigma wird von dieser Logik regiert: Wie kann ich die bestmögliche Investition in der kürzest möglichen Zeit machen mit  technologischen Innovationen und einer größeren Konkurrenzfähigkeit?  Die Produktion soll schlicht und einfach dem Konsum dienen, der weitere Anhäufung hervorbringt, worin sein Hauptziel besteht. Die Zerstörung der Natur und die Verarmung der Ökosysteme sind nur Randerscheinungen (die nicht in der Buchführung der Unternehmen auftauchen). Da die neoliberale Wirtschaft strikt von der Konkurrenz bestimmt wird, wo Kooperation keine Rolle spielt, ist ein Krieg der Märkte entstanden, bei dem jeder gegen jeden antritt. Die Rechnung dafür haben die Menschen zu zahlen (soziale Ungerechtigkeit) und die Natur (ökologische Ungerechtigkeit).

 

Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem die Erde diesen offenen Krieg gegen sie nicht mehr aushält. Sie braucht anderthalb Jahre, um das wiederherzustellen, was wir innerhalb eines Jahres ernten. Die Klimaerwärmung ist das Fieber, das uns anzeigt, dass die Erde krank ist, schwer krank.

Entweder fangen wir an, uns als ein Teil der Natur zu sehen und diese als uns selbst zu respektieren, lassen das Paradigma der Eroberer und Beherrscher fallen zugunsten des Paradigmas der Achtsamkeit für das Leben und den Respekt der Natur und produzieren so, dass die natürlichen Grenzen und Rhythmen jedes Ökosystems respektiert werden oder wie bereiten uns auf die bittere Lektion vor, die Mutter Erde uns erteilen wird. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie uns nicht mehr er-tragen und sich unserer entledigen möchte, so wie wir uns eines Krebsgeschwürs entledigen. Sie wird weiter leben, bedeckt mit unseren Leichen, doch ohne uns. Möge Gott dies verhindern.

 

Siehe auch: Leonardo Boff, „Zukunft für Mutter Erde: Warum wir als Krone der Schöpfung abdanken müssen“, Claudius Verlag, München 2012

übersezt von Bettna Gokd-Hartnacj

 

 

 

¿Seremos una célula cancerígena a ser extirpada?

Hay negacionistas de la Shoah (eliminación de millones de judíos en los campos nazis de exterminio) y hay negacionistas de los cambios climáticos de la Tierra. Los primeros reciben el desprecio de toda la humanidad; los segundos, que hasta hace poco sonreían cínicamente, ahora ven día a día que sus convicciones están siendo refutadas por hechos innegables. Sólo se mantienen coaccionando a algunos científicos para que no digan todo lo que saben, como ha sido denunciado por diferentes y serios medios alternativos de comunicación. Es la razón enloquecida que busca la acumulación de la riqueza sin ninguna otra consideración.
En tiempos recientes hemos conocido eventos extremos de la mayor gravedad: los huracanes Katrina y Sandy en Estados Unidos, tifones terribles en Paquistán y Bangladesh, el tsunami del Sudeste de Asia, el tifón de Japón que dañó peligrosamente las centrales nucleares de Fukushima y hace pocos días el avasallador tifón Haiyan en Filipinas que ha dejado miles de víctimas.
Hoy se sabe que la temperatura del Pacífico tropical, de donde nacen los principales tifones, estaba normalmente por debajo de los 19,2°C. Las aguas marítimas se han ido calentando hasta el punto de quedar hacia el año 1976 en 25°C y a partir de 1997/1998 alcanzaron los 30°C. Tal hecho produce gran evaporación de agua. Los eventos extremos ocurren a partir de los 26°C. Con el calentamiento, los tifones aparecen con más frecuencia y con vientos de mayor velocidad. En 1951 eran de 240 km/h; en 1960-1980 subieron a 275 km/h; en 2006 llegaron a 306 km/h y en 2013 a los terroríficos 380 km/h.
En los últimos meses cuatro informes oficiales de organismos ligados a la ONU lazaron una vehemente alerta sobre las graves consecuencias del creciente calentamiento global. Está comprobado, con un 90% de seguridad, que es provocado por la actividad irresponsable de los seres humanos y de los países industrializados.
Lo confirmó en septiembre el IPPC (Panel Intergubernamental para el Cambio Climático) que articula a más de mil científicos; lo mismo ha hecho el Programa del Medio Ambiente de la ONU (PNUMA); enseguida el Informe Internacional del Estado de los Océanos denunció el aumento de la acidez, que por eso absorbe menos C02; finalmente el 13 de noviembre en Ginebra la Organización Meteorológica Mundial. Todos son unánimes en afirmar que no estamos yendo hacia el calentamiento global, sino que estamos ya dentro de él. Si en los inicios de la revolución industrial la concentración de CO2 era de 280 ppm (partes por millón), en 1990 se elevó a 350 ppm y hoy ha llegado a 450 ppm. En este año se ha dado la noticia de que en algunas partes del planeta ya se rompió la barrera de los 2ºC, lo que puede acarrear daños irreversibles para los demás seres vivos.
Hace pocas semanas, a la Secretaria Ejecutiva de la Convención de la ONU sobre el  Cambio Climático, Christiana Figueres, en plena entrevista colectiva, se le saltaron las lágrimas al denunciar que los países no hacen casi nada para la adaptación y la mitigación del calentamiento global. Yeb Sano de Filipinas, en la 19ª Cumbre del Clima de Varsovia realizada del 11 al 22 de noviembre, lloró ante los representantes de 190 países contando el horror del tifón que había devastado su país, alcanzando a su misma familia. La mayoría no pudo contener las lágrimas. Pero para muchos eran lágrimas de cocodrilo. Los representantes ya traen en su cartera las instrucciones preparadas previamente por sus gobiernos, y los grandes dificultan de muchas maneras cualquier consenso. Allí están también los dueños del poder en el mundo, dueños de las minas de carbón, muchos accionistas de petroleras o de siderurgias movidas por carbón, de  industrias de montaje y otros. Todos quieren que las cosas sigan como están. Es lo peor que nos puede pasar, porque entonces el camino hacia el abismo se vuelve más directo y fatal. ¿Por qué esa irracional oposición?
Vayamos directos a la cuestión central: este caos ecológico se lo debemos a nuestro modo de producción que devasta la naturaleza y alimenta la cultura del consumismo ilimitado. O cambiamos nuestro paradigma de relación con la Tierra y con los bienes y servicios naturales o vamos irrefrenablemente al encuentro de lo peor. El paradigma vigente se rige por esta lógica: ¿cuánto puedo ganar con la menor inversión posible en el más corto lapso de tiempo con innovación tecnológica y con mayor potencia competitiva? La producción está dirigida al puro y simple consumo que genera acumulación, siendo esta el objetivo principal. La devastación de la naturaleza y el empobrecimiento de los ecosistemas ahí implicados son meras externalidades (no entran en la contabilidad empresarial). Como la economía neoliberal se rige estrictamente por la competición y no por la cooperación, se establece una guerra de mercados, de todos contra todos. Quien paga la cuenta son los seres humanos (injusticia social) y la naturaleza (injusticia ecológica).
Ocurre que la Tierra no aguanta más este tipo de guerra total contra ella. Necesita un año y medio para reponer lo que le arrancamos en un año. El calentamiento global es la fiebre que denuncia que está enferma, gravemente enferma.
O comenzamos a sentirnos parte de la naturaleza y entonces la respetamos como a nosotros mismos, o pasamos del paradigma de la conquista y de la dominación al del cuidado y de la convivencia y producimos respetando los ritmos naturales y dentro de los límites de cada ecosistema, o si no preparémonos para las amargas lecciones que la Madre Tierra nos dará. Y no se excluye la posibilidad de que ella no nos acepte más y se libere de nosotros como nos liberamos de una célula cancerígena. Ella puede continuar, cubierta de cadáveres, pero sin nosotros. Que Dios no permita semejante trágico destino.

Leonardo Boff es autor de Proteger la Tierra y cuidar da vida: cómo escapar del fin del mundo, Sal Terrae, 2011.

Traducción de Mª José Gavito Milano

Theologie von Frauen und aus der Perspektive von Frauen

 

 

 

Papst Franziskus sagte, wir bräuchten eine profundere Theologie von Frauen und ihrer Mission in Welt und Kirche. Das stimmt zwar, aber es kann ihm nicht entgangen sein, dass bereits eine große Bandbreite an feministischer Theologie höchster Qualität existiert, die von Frauen und aus der Perspektive von Frauen geschaffen wurde und die unsere Erfahrungen von Gott erheblich bereichert hat. Ich habe mich selbst diesem Thema intensiv gewidmet und schließlich zwei Bücher darüber geschrieben: Das mütterliche Antlitz Gottes (1989) und Femenino-Masculino (Weiblich-Männlich), 2010, Letzteres in Zusammenarbeit mit der Feministin Rosemarie Muraro. Unter so vielen zeitgenössischen Theologinnen beschloss ich, zwei große Theologinnen der Geschichte hervorzuheben, die wirklich einiges bewegt haben: die Heilige Hildegard von Bingen (1098-1179) und die Heilige Juliana von Norwich (1342-1416).

Hildegard von Bingen, die vielleicht erste Feministin innerhalb der Kirche, war eine außerordentliche und geniale Frau, und dies nicht nur für ihre Zeit, sondern für alle Zeiten. Sie war eine Benediktinerin und Äbtissin ihres Klosters Rupertsberg in Bingen am Rhein, eine Prophetin (profetessa germanica), Mystikerin, Theologin, leidenschaftliche Predigerin, Komponistin, Poetin, Naturkennerin, Heilkundige, Dramatikerin und deutsche Schriftstellerin.

Für ihre Biographen und für Gelehrte ist es ein Rätsel, wie diese Frau all dies in der engstirnigen und chauvinistischen mittelalterlichen Welt vollbringen konnte. In allen Gebieten, die sie betrat, brillierte sie mit Exzellenz und enormer Kreativität. Sie schrieb zahlreiche Bücher über Mystik, Poesie, Naturwissenschaften und Musik. Ihr wichtigstes Werk, das sogar noch heute gelesen wird, ist Scivias Domini (Wisse die Wege des Herrn).

Hildegard war vor allem eine Frau, die mit göttlichen Visionen begabt war. In den autobiografischen Texten schreibt sie: „Als ich 42 Jahre und sieben Monate alt war, kam ein feuriges Licht mit Blitzesleuchten vom offenen Himmel hernieder. Es durchströmte mein Gehirn und durchströmte mir Herz und Brust gleich einer Flamme, die jedoch nicht brannte, sondern wärmte, wie die Sonne den Gegenstand erwärmt, auf den sie ihre Strahlen legt. Nun erschloss sich mir plötzlich der Sinn der Schriften, des Psalters, des Evangeliums und der übrigen katholischen Bücher des Alten und Neuen Testamentes.“  (Auf der Wikipedia-Seite über Hildegard von Bingen finden sich eine exzellente Beschreibung sowie eine Bibliographie)

Es ist erstaunlich, dass sie über solche Kenntnisse über Kosmologie, Heilpflanzen, Anatomie und über die Geschichte der Menschheit hatte.  Die Theologie spricht von der „eingegossenen Wissenschaft“ als eine Gabe des Heiligen Geistes. Hildegard zeichnete sich durch diese Gabe aus.

Sie entwickelte eine interessante holistische Vision, wobei sie stets den Menschen mit der Natur und dem Kosmos verband. In diesem Kontext spricht sie vom Heiligen Geist als der Energie, die allen Dingen „viriditas“ verleiht. Viriditas kommt von „verde“, grün. Es bedeutet das Grün und die Frische, die alle vom Heiligen Geist durchdrungenen Dinge charakterisieren. Manchmal spricht sie von der „unermesslichen Süße des Heiligen Geistes, der in Seiner Gnade alle Geschöpfe umarmt“. (Flanagan, Hildegard von Bingen, 1998, S. 53). Hildegard entwickelte ein vermenschlichtes Gottesbild, da Er das Weltall „mit Macht und Milde“ regiert und alle Wesen mit Seiner fürsorglichen Hand und Seinem liebenden Blick begleitet (siehe N. Fierro,  Hildegarda of Bingen and her vision of the Feminine, 1994, 187).

Hildegard war vor allem bekannt für die von ihr entwickelten Heilmethoden, die noch immer in Österreich und Deutschland bei einigen Ärzten Anwendung finden. Sie zeigte eine erstaunliche Kenntnis des menschlichen Körpers und dafür, welche Wirkstoffe der Heilkräuter für die diversen Krankheiten geeignet sind. Im Jahr 2012 schrieb Papst Benedikt XVI sie ins Verzeichnis der Heiligen ein.

Eine andere berühmte Frau war Juliana von Norwich, England (1342-1415). Über ihr Leben ist wenig bekannt, wie z. B. ob sie eine Nonne oder eine weltliche Witwe war. Gewiss ist, dass Juliana in einem von Mauern umgebenen Gelände der Kirche von St. Julian eingeschlossen lebte. Im Alter von 30 Jahren wurde sie von einer schweren Krankheit erfasst, an der sie beinahe gestorben wäre. Zu einem bestimmten Zeitpunkt hatte sie Visionen von Jesus Christus, die fünf Stunden lang währten. Gleich darauf schrieb sie eine Zusammenfassung dieser Visionen. Zwanzig Jahre später, nachdem sie viel über die Bedeutung dieser Visionen nachgedacht hatte, schrieb sie eine längere und abschließende Fassung, „Revelations of Divine Love“ (Offenbarungen der Göttlichen Liebe), London, 1952. Dies ist der älteste, von einer Frau geschriebene Text auf Englisch.

Ihre Entdeckungen sind überraschend, denn sie zeugen von einem felsenfesten Optimismus, der aus ihrer Gottesliebe entstand. Sie spricht von der Liebe als Freude und Mitgefühl. Im Gegensatz zum Volksglauben ihrer Zeit und zu den Vorstellungen einiger heutiger Gruppen verstand sie Krankheiten nicht als Strafe Gottes. Für Juliana sind Krankheiten und die Pest Gelegenheiten, Gott zu erfahren.

Juliana sieht die Sünde als eine Art Lernmittel, mittels derer Gott uns auffordert, uns selbst zu erkennen und seine Barmherzigkeit zu suchen. Und sie sagt: Hinter dem, was wir Hölle nennen, liegt eine größere, stets siegreiche Wirklichkeit: die Liebe Gottes.

Da Jesus barmherzig und unsere geliebte Mutter mitfühlend ist, ist Gott selbst der barmherzige Vater und die Mutter grenzenloser Güte (Revelations, 119).

Nur eine Frau könnte solch eine Ausdrucksweise über Liebe und Mitgefühl benutzen und Gott als die Mutter unendliche Güte bezeichnen. So wird uns wieder vor Augen geführt, wie wichtig die weibliche Stimme für eine nicht-patriarchalische und daher vollständigere Vorstellung Gottes und des Heiligen Geistes ist, der alles Leben und das ganze Universum durchdringt.

Viele andere Frauen könnten hier genannt werden, wie z. B. die Heilige Theresa von Avila (1515-1582), Simone Weil (1909-1943), Madeleine Delbrel (1904-1964), Mutter Teresa und unter unseren Zeitgenossinnen Ivone Gebara und Maria Clara Bingemer, die den Glauben aus der weiblichen Perspektive sahen bzw. sehen. Und sie bereichern uns immer noch.

 

 Übersetzt von Bettina Gold-Hartnack

 

 

 

La importancia de la espiritualidad para la salud

Por regla general todos los trabajadores de la salud han sido modelados por el paradigma científico de la modernidad que ha hecho una separación drástica entre cuerpo y mente y entre ser humano y naturaleza. Así se han creado muchas especialidades que tantos beneficios han traído para el diagnóstico de las enfermedades y también para las formas de curación.

Reconocido estos méritos, no podemos sin embargo olvidar que se ha perdido la visión de totalidad: el ser humano dentro de una visión más amplia de la sociedad, de la naturaleza y de las energías cósmicas, la enfermedad como una fractura de esta totalidad, y la curación como la reintegración en ella.

Hay en nosotros una dimensión que responde por el cultivo de esta totalidad, que vela por el eje Estructurador de nuestra vida: es la dimensión del espíritu. Espiritualidad viene de espíritu; es el cultivo de lo que es propio del espíritu, su capacidad de proyectar visiones unificadoras, de relacionar todo con todo, de conectar y reconectar todas las cosas entre sí y con la Fuente de Originaria de todo ser.

Si el espíritu es relación y vida, su opuesto no es materia y cuerpo sino la muerte como ausencia de relación. En este sentido, espiritualidad es toda actitud y actividad que favorece la expansión de la vida, la relación consciente, la comunión abierta, la subjetividad profunda y la trascendencia como modo de ser, siempre dispuesto a nuevas experiencias y a nuevos conocimientos.

Los neurobiólogos y estudiosos del cerebro han identificado la base biológica de la espiritualidad; se encuentra en el lóbulo frontal del cerebro. Descubrieron empíricamente que siempre que se captan los contextos más globales o se produce una experiencia significativa de totalidad o también cuando que se abordan de forma existencial (no como objeto de estudio) realidades últimas cargadas de sentido, y se producen actitudes de adoración, devoción y respeto, hay una aceleración de las vibraciones periódicas de las neuronas localizadas allí. A este fenómeno lo llamaron el «punto Dios» en el cerebro o la aparición de la «mente mística» (Zohar, SQ: Inteligencia Espiritual, 2004). Es como un órgano interior por el cual se capta la presencia de lo Inefable dentro de la realidad.

Este hecho constituye un avance evolutivo del ser humano que, como ser humano-espíritu, percibe la Realidad Fontal sustentando todas las cosas. Se da cuenta de que sorprendentemente puede entablar un diálogo y buscar una comunión íntima con ella. Tal posibilidad lo dignifica, pues lo espiritualiza y lo conduce a un mayor grado de percepción del Enlace que conecta y reconecta todas las cosas. Se siente dentro de ese Todo.

Este «punto Dios» se revela por valores intangibles como más compasión, más solidaridad, más sentido de respeto y dignidad. Despertar este «punto Dios», quitar las cenizas con las que una cultura excesivamente racionalista y materialista lo cubrió, es permitir que la espiritualidad aflore en la vida de las personas.

A fin de cuentas espiritualidad no es pensar a Dios, sino sentir a Dios a través de ese órgano interior y experimentar su presencia y actuación desde el corazón. Lo percibimos como entusiasmo (en griego significa tener un dios dentro) que nos lleva y nos sana y nos da voluntad de vivir y de crear continuamente sentidos de existir.

¿Qué importancia prestamos a esta dimensión espiritual en el cuidado de la salud y de la enfermedad? La espiritualidad tiene una fuerza curativa propia. No es de ninguna manera algo mágico y esotérico. Se trata de potenciar las energías características de la dimensión espiritual, tan válida como la inteligencia, la libido, el poder, el afecto entre otras dimensiones de lo humano. Estas energías son altamente positivas como amar la vida, abrirse a los demás, establecer lazos de fraternidad y solidaridad, ser capaz de perdón, de misericordia y de indignación ante las injusticias de este mundo, como lo have ejemplarmente el Papa Francisco.

Además de reconocer todo su valor a las terapias conocidas hay todavía un supplément d’âme como dirían los franceses, un complemento de lo que ya existe, que lo refuerza y enriquece con factores oriundos de otra fuente de curación. El modelo establecido de medicina no tiene, por supuesto, el monopolio del diagnóstico y la curación. Es aquí donde se abre camino la espiritualidad.

La espiritualidad en primer lugar fortalece en la persona la confianza en las energías regenerativas de la vida, en la competencia del médico/a, en el cuidado diligente del enfermero/a. Sabemos por la psicología profunda y la transpersonal el valor terapéutico de la confianza en el curso normal de la vida. Confianza significa básicamente decir: la vida tiene sentido, vale la pena, tiene una energía interna que la autoalimenta, es preciosa. Esta confianza pertenece a una visión espiritual del mundo.

Pertenece a la espiritualidad la convicción de que la realidad que captamos es más de lo que los análisis nos dicen. Podemos tener acceso a la misma por los sentidos interiores, por la intuición y por los caminos secretos de la razón cordial. Se puede ver que hay un orden subyacente al orden sensible, como sostenía siempre el gran físico cuántico, y premio Nobel, David Bohm, alumno predilecto de Einstein.

Este orden subyacente responde de los órdenes visibles y siempre puede traernos sorpresas. A menudo los mismos médicos se sorprenden de la rapidez con que alguien se recupera o cómo situaciones consideradas normalmente como irreversibles, retroceden y acaban curando. En el fondo es creer que lo invisible e imponderable es parte de lo visible y previsible.

Pertenece también al mundo espiritual, la esperanza inquebrantable de que la vida no termina con la muerte, sino que se transfigura a través de ella. Nuestros sueños de regresar a la vida normal desencadenan energías positivas que contribuyen a la regeneración de la vida enferma.

Una fuerza mayor, sin embargo, es la fe de sentirse en la palma de la mano de Dios. Entregarse confiadamente a su voluntad, desear sinceramente la curación, pero también aceptar serenamente si nos llama a si: esto es la presencia de la energía espiritual. Nosotros no morimos, Dios viene a buscarnos y a llevarnos a donde pertenecemos desde siempre, a su casa a convivir con Él. Tales convicciones espirituales actúan como fuentes de agua viva, generadoras de curación y de potencia de vida. Es el fruto de la espiritualidad.

Traduccion de Maria Jose Gavito Milano