Die Auferstehung inmitten eines verlängerten Karfreitags

Leonardo Boff

Nicht einmal die größten Optimisten können leugnen, dass wir in düsteren und bedrohlichen Zeiten leben. Wir befinden uns in einer Welt ohne Regeln, inmitten des Chaos, ohne die Gewissheit, dass dieses Chaos nicht nur zerstörerisch, sondern auch schöpferisch sein kann. Wir stehen unter der Herrschaft des zerstörerischen Chaos. Es gibt etwa 18 Kriegsgebiete, zahlreiche Völkermorde und die Drohung mit dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen. Vielleicht finden diese Angriffe nicht einmal auf der Erde statt, sondern im Weltraum, wo Hunderte von Satelliten kreisen, von denen einige tödliche Waffen tragen. Hinzu kommt die Bedrohung durch einen globalen Cyber-Shutdown, orchestriert von einer der Kriegsmächte. Alles könnte zum Erliegen kommen: Handys, Flugzeuge, Autos, die Strom- und Kommunikationssysteme. Wir alle würden in die Knie gehen und unsere Niederlage eingestehen.

Wir sind etwa vier bis fünf Personen ausgeliefert, die in einem Anfall von Wahnsinn oder unter existenzieller Bedrohung – wie im Fall des amtierenden US-Präsidenten – einen Atomkrieg mit strategischen (nicht taktischen) Atomwaffen entfesseln könnten, der einen nuklearen Winter zur Folge hätte. Die Partikeldichte in der Atmosphäre wäre so hoch, dass kein Sonnenlicht mehr eindringen könnte. Die verheerenden Folgen für Menschheit und Natur (Pflanzen würden keinen Sauerstoff mehr produzieren) wären unvorstellbar und grenzten an das Aussterben der Menschheit.

Wir fragen uns: Wie können wir in diesem Kontext Ostern und das Fest der Auferstehung feiern? Die meisten Menschen sind sich dieser Bedrohungen nicht bewusst, sei es, weil die Medien der hegemonialen Länder des herrschenden Systems Informationen verweigern oder weil sie es nicht wissen oder es ihnen gleichgültig ist. Wie dem auch sei, mit oder ohne Bedrohungen muss das Leben seinen gewohnten Gang gehen und die Arbeit erfüllen, die den Menschen Nahrung sichert. Es geht darum, ohne Verzweiflung zu leben.

Zunächst müssen wir klären, was unter Auferstehung zu verstehen ist. Wir dürfen sie nicht mit der Wiederbelebung eines Leichnams verwechseln, wie es bei Lazarus geschah (Johannes 11,1–44; dem Sohn der Witwe von Nain, Lukas 7,15; der Tochter des Jairus, Lukas 8,41). Sie kehrten in ihr früheres sterbliches Leben zurück und starben schließlich. Auferstehung bedeutet etwas anderes: eine radikale Transformation der historischen Existenz Jesu von Nazareth, des Gekreuzigten, Toten und Begrabenen. Vielleicht hat der heilige Paulus am besten ausgedrückt, was Auferstehung bedeutet: das Hervortreten des „neuesten Adam“ (1. Korinther 15,45). „Neuester Adam“ bedeutet, dass in diesem Gekreuzigten, in Erwartung des neuen Menschen, die Zukunft des Lebens offenbart wurde: die vollständige Entfaltung der in jedem Menschen schlummernden Möglichkeiten, sodass er als „der neue Mensch in der Fülle seiner Menschlichkeit“ gelten kann. Dieses neue Wesen nimmt die Gestalt von Gottes eigener Existenz an: Allgegenwart, Befreiung von den Fesseln der Raumzeit, mit einer Art unsterblichem und ewigem Leben, niemals vom Tod bedroht. Es ist reines Leben in seinem höchsten Ausdruck, im Ebenbild des lebendigen Gottes.

Moses starb, Jesaja starb, Sokrates starb, Buddha starb, Zarathustra starb, Konfuzius starb, Laotse starb, Zhuangzu starb. Jesus ist auferstanden und lebt unter uns als der kosmische Christus, gegenwärtig in allen Bereichen des Himmels und auf Erden. Von Moses stammen die Zehn Gebote, von Buddha die fünf Tugenden, von Konfuzius die Tugenden des guten Dieners und so weiter. Wir denken weniger an die Personen selbst und mehr an die Lehren, die sie hinterlassen haben und die ihre Anhänger vermenschlichen. Bei Jesus denken wir an die Person, die auferstanden ist und unter uns lebt. Wichtiger als die Texte des Neuen Testaments, die 30–40 Jahre nach seiner Kreuzigung und Auferstehung gesammelt wurden (und das Neue Testament bilden), ist die Person Jesu, die zählt und mit der wir in Gemeinschaft treten wie mit einem lebendigen und gegenwärtigen Wesen. Wir haben Anteil an der Ganzheit Jesu (im Hebräischen: Leib und Blut) durch die Eucharistie. Und wir verinnerlichen seine kosmische Gegenwart in allen Dingen.

Dies ist die grundlegende Wahrheit des Christentums: die Auferstehung der Gekreuzigten. Viele wurden in der Geschichte gekreuzigt. Doch mit Jesus geschah etwas Unerhörtes, das Teilhard de Chardin, ein Paläontologe, der Evolution und Glauben miteinander zu verbinden wusste, als ein „gewaltiges“ kosmisches Phänomen bezeichnete. Andere sehen in der Auferstehung eine Revolution innerhalb der Evolution: das ersehnte, abenteuerliche und seligmachende Hervortreten des Guten für die Menschheit und das Universum, dessen Teil sie ist.

Niemand bezeugt die Auferstehung besser als der Apostel Paulus, der sagt: „Wenn Christus nicht auferstanden ist, ist unsere Predigt nutzlos, und euer Glaube ist es auch. Wir würden dann zu Lügnern werden… Aber Christus ist tatsächlich von den Toten auferstanden als Erstling der Entschlafenen… In Christus werden alle lebendig gemacht werden“ (1. Korinther 15,13-15.20.22).

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch ein persönliches Zeugnis geben. Als ich 1976 die heiligen Stätten in Palästina besuchte, geschah etwas Merkwürdiges. Wir wissen, dass diese Orte stets von Menschen aus aller Welt besucht werden, die diese heiligen Stätten aufsuchen. Niemand ist dort jemals allein. Ich aber war 18 Minuten lang allein in der Grabeskirche, dem Ort der Auferstehung. Für mich war dies eine Belohnung dafür, dass ich fast tausend Seiten über Jesus und ein ganzes Buch über „Die Auferstehung, Christus und unseren Tod“ (Vozes) geschrieben hatte. In meinen Schriften kehre ich immer wieder zum Thema der Auferstehung zurück. Sie ist es, was das Christentum zu bieten hat, mehr als die wunderbaren Lehren des Meisters.

So dramatisch die gegenwärtige Lage der Menschheit auch erscheinen mag – sie hat sich selbst die Werkzeuge der Selbstzerstörung geschaffen –, dürfen wir nicht in Trauer verharren. Nachdem Christus auferstanden ist und uns unsere gute und gesegnete Zukunft gezeigt hat, können wir immer noch lächeln, spielen und tanzen, wie die kleinen Kinder im Gazastreifen, die dem Völkermord entkommen sind.

Das diesjährige Osterfest der Auferstehung schenkt uns eine bescheidene Freude und Zuversicht. Die letzte Seite unserer Geschichte wird nicht vom Tod geschrieben, sondern von der Auferstehung des Lebens – bis zu jenem Moment, in dem unser auferstandener Bruder Jesus auch uns in sein Ebenbild verwandeln wird.

Leonardo Boff, Theologe und Philosoph, schreibt für die Zeitschrift des ICL LIBERTA (https:// www.revistaliberta.com.br); er verfasste außerdem „Die Auferstehung Christi und unsere eigene im Tod“, Vozes 1972, zahlreiche Auflagen: „Das Evangelium des kosmischen Christus“, Record 1972, mehrere Auflagen (https://www.leonardoboff.org)

Deutsche Übersetzung von Bettina Gold-Hartnack

Wir fürchten die dunkle Nacht unserer Zeit nicht,denn wir lieben die Sterne

                             Leonardo Boff

Es gibt derzeit viele, die die Hoffnung verloren haben, dass wir angesichts der düsteren aktuellen Lage noch eine Zukunft haben. Es gibt zu viel Böses, Völkermord unter aller Augen und schamlos begangen von denen, die ihn verüben – Israel und die Vereinigten Staaten von Amerika –, die zudem noch skandalöserweise von einigen europäischen Ländern unterstützt werden, insbesondere von Deutschland, das den Holocaust der Nazis vergessen hat.

 Entsetzt müssen wir mitansehen, wie eine große Nation – jene, die über die meisten Mittel zur Massenvernichtung und sogar zur Auslöschung des Lebens auf der Erde verfügt, nämlich Russland –, eine Nachbarnation mit großen kulturellen Traditionen und den berühmten, weisen rabbinischen Erzählungen, nämlich die Ukraine, dem Erdboden gleichmacht. Schrecklich ist der Krieg der USA und Israels gegen den Iran, der eine der ältesten Zivilisationen zerstört, mit einer Grausamkeit, die ihre Ziele nicht wählt – alles wird angegriffen, einschließlich Mädchenschulen.

Hinzu kommt die absurde Anhäufung von Vermögen in den Händen einiger weniger, denn acht Personen besitzen einzeln so viel Reichtum wie 4,7 Milliarden Menschen zusammen. Bei diesen ist keinerlei menschliches Mitgefühl gegenüber ihren Mitmenschen zu erkennen; sie behandeln diese wie wirtschaftliche Nullen, die entbehrlich sind und als Untermenschen betrachtet werden: die Millionen, die in den Vororten der Großstädte des Globalen Nordens leben (allein in den USA leben 30 Millionen Arme) und zu Millionen die Metropolen des Globalen Südens bevölkern.

Ich verzichte darauf, auf die gravierende Bedrohung durch die Überlastung der Erde einzugehen, die mit strengen Grenzen für die Produktion lebensnotwendiger Güter und Dienstleistungen einhergeht (wir benötigen bereits heute 1,7 Erden). Auch nicht von der zunehmenden globalen Erwärmung des Planeten Erde, die, wenn sie bis 2030–2035 nicht auf maximal 1,5 °C gegenüber dem Industriezeitalter (1850–1900) begrenzt wird, eine unaufhaltsame Dezimierung von Leben in der Natur und der Menschheit verursachen wird.

Wie kann man angesichts eines Dramas dieser Größenordnung noch Hoffnung haben? Wir verstehen die Bedenken der Weltpolitikexperten, die sagen: Es ist nicht ausgeschlossen, dass nun wir an der Reihe sind, aus dem Evolutionsprozess zu verschwinden, so wie bereits Hunderte und Aberhunderte von Arten verschwunden sind, nachdem sie Millionen von Jahren auf der Erde gelebt hatten.

Deshalb bin ich pessimistisch, denn die Realität ist pessimistisch Dennoch bezeichne ich mich als hoffnungsvollen Pessimisten. Hoffnungsvoll, weil wir, wenn wir die Erde sind, die fühlt, denkt, liebt und verehrt, die Widerstandsfähigkeit besitzen, die sie in den 15 Massenaussterben ihrer 4,5 Milliarden Jahre währenden Geschichte gezeigt hat. Das Leben ist nie untergegangen. Nach jedem Massenaussterben, wie zahlreiche Biohistoriker bezeugen, hat die Erde, beispielsweise Christian de Duve (Kosmischer Staub: Leben als kosmische Notwendigkeit, 1995), gleichsam zur Rache eine größere Artenvielfalt hervorgebracht als die, die verloren gegangen war.

Wie der deutsche Dichter Friedrich Hölderlin sagte: „Wo Gefahr ist, wächst auch das, was rettet.“ Unsere Gefahr ist unbestreitbar. Doch da der Mensch ein unendliches Geschöpf ist, ausgestattet mit tausend Möglichkeiten, wird er selbst angesichts größter Gefahr Wege zur Rettung finden.

Es ist bekannt, dass die Geschichte des Lebens nicht linear verläuft. Sie macht Sprünge. Das Unwahrscheinliche kann wahrscheinlich werden. Und das Unerwartete kann geschehen. Es war sicherlich unwahrscheinlich, dass ein Schwarzer, Barack Obama, angesichts der Diskriminierung, die er stets durch weiße Rassisten erlitten hatte, Präsident der USA werden würde. Und er wurde es. Wer hätte sich vorstellen können, dass in einer sexistischen Gesellschaft wie Brasilien eine Frau, Dilma Rousseff, Präsidentin Brasiliens werden würde? Und sie wurde es.

Ich bin überzeugt, wie auch der Paläontologe und Mystiker Pierre Teilhard de Chardin, dass die Menschheit in einem kritischen Moment ihrer Geschichte, insbesondere im Bewusstsein ihrer möglichen Selbstzerstörung, zur Besinnung kommen und ihren Platz im Ganzen des Seins sowie ihre Verantwortung für die Zukunft des Lebens erkennen würde. Sie würde einen Quantensprung in ihrem Bewusstsein vollziehen und einen anderen Weg für ihre Geschichte einschlagen. Sie würde zum Hüter und Bewahrer des heiligen Erbes werden, das sie geerbt hat: die Erde und all ihre Ökosysteme mit ihren Bewohnern. Sie würde erkennen, dass sie untrennbar mit der Natur verbunden ist, vereint mit ihren Brüdern und Schwestern in ihr. Sie würde das gemeinsame Haus lieben und schmücken, in dem alle, mit ihren Unterschieden, aber in tiefer Einheit ihren Platz finden würden.

Dies liegt im Bereich menschlicher Fähigkeiten. Von Natur aus sind wir kooperative und einfühlsame Wesen, die sich besonders um die Schwächsten kümmern. Tief in unserem Inneren sind wir, wie die moderne Wissenschaft objektiv belegt, spirituelle Wesen, die fähig sind, jene Hintergrundenergie (das Wesen, aus dem alles Leben entsteht) zu erkennen, die alles durchdringt und erhält. James Watson bewies, dass die Liebe, die größte Kraft im Universum, in unserer DNA verankert ist (DNA: Das Geheimnis des Lebens, 2005). Trotz all dieser positiven Aspekte liegt noch ein schmerzhafter Weg vor uns, bis wir ein liebevolles und geschwisterliches Zusammenleben erreichen.

Wir stehen nicht vor einer vorhergesagten Tragödie, sondern vor dem Kern einer fundamentalen Krise, die uns läutern und reinigen wird und uns einen großen Schritt nach vorn ermöglicht, um gemeinsam eine nachhaltige Welt zu gestalten. Es liegt an uns, zu verhindern, dass die gegenwärtigen Krisen zu Tragödien werden.

Deshalb fürchten wir die dunkle Nacht unserer Zeit nicht, denn wir lieben die Sterne, unsere Schwestern. Wir erwarten die kommende Morgendämmerung.

Leonardo Boff schreibt für das LIBERTA-Magazin der ICL (https://www.revistaliberta.com.br); außerdem schrieb er „The Painful Birth of Mother Earth“, Vozes 2021 (https://www.leonardoboff.org).

Não tememos a noite sombria porque amamos as estrelas

Leonardo Boff

São muitos atualmente que perderam a esperança de que, no quadro atual sinistro, tenhamos ainda algum futuro. Há demasiada maldade, genocídio a céu aberto e vergonhosamente feito por aqueles que o praticam, Israel e os Estados Unidos da América, ainda escandalosamente apoiados por alguns  países europeus, nomeadamente pela Alemanha, esquecida do holocausto nazista.

 Assistimos, estarrecidos, uma grande nação, aquela que dispõe de mais meios de destruição em massa e até de aniquilação da vida sobre a Terra, a Rússia,  arrasar uma  nação vizinha com grandes tradições culturais e os famosos e sábios contos rabínicos, a Ucrânia.Terrível está sendo a guerra dos USA e Israel contra o Irã,destruindo uma das civilizações mais antigas, com uma ferocidade que não escolhe seus alvos,tudo é ataccado,incluindo escolas de meninas.

Acresce ainda a absurda acumulação de fortunas em pouquíssimas mãos, pois, 8 pessoas, possuem individualmente, a riqueza equivalente ao que possuem 4,7 bilhões de pessoas. Nestes não se nota nenhuma sensibilidade humana face a seus semelhantes, tratando-os como zeros econômicos e energia já totalmente gasta. São descartáveis como lixos, considerados sub-humanos: os milhões que vivem nas periferias das grandes cidades do Norte Global (só nos EUA vivem 30 milhões de pobres) e enchem, aos milhões,  as  metrópoles do Sul Global.

Abstenho-me de referir à grave ameaça da Sobrecarga da Terra, com severos limites da produção de bens e serviços que sustentam a vida (precisamos hoje  já  de 1,7 Terras).Nem mesmo do crescente aquecimento global do planeta Terra que se até 2030-2035 não for detido no máximo a 1,5ºC, com referência à era industrial (1850-1900) causará uma inexorável dizimação  de  vidas na natureza  e na humanidade.

Como ainda ter esperança num drama destas proporções? Entendemos as preocupações de analistas do curso do mundo que dizem: não é impossível de tenha chegado a nossa vez de desaparecer do processo da evolução, como centenas e centenas de espécies já desapareceram.

Por isso sou pessimista porque a realidade é péssima. No entanto, me declaro um pessimista esperançoso. Esperançoso porque se somos Terra que sente, pensa, ama e venera, temos a resiliência que a  Terra mostrou nas 15 dizimações de vidas que sofreu ao longo de sua história de 4,5 bilhões de anos. A vida nunca sucumbiu. Depois de cada dizimação, atestam vários historiadores da vida Terra como Christian de Duve (Poeira cósmica:a vida como imperativo cósmico, 1995) ela, como que se vingando, produziu uma biodiversidade maior do que aquela que foi ceifada.

Como dizia o poeta elemão Heine: lá onde é grande o perigo, maior é a chance de salvação. O nosso perigo é inegável. Mas considerando que o ser humano é um projeto infinito, dotado de mil virtualidades, ele saberá face ao grande perigo forjar chances de salvação.

Sabidamente a história da vida não é linear. Ela dá saltos. O improvável pode se fazer provável.E o inesperado pode acontecer Era seguramente improvável que um negro, Barack Obama, dada a discriminação que sempre sofreu pelos supremacistas brancos, chegasse à Presidência dos EUA. E chegou.Quem poderia imaginar que, numa sociedade machista como a brasileira, uma mulher se tornasse Presidenta do Brasil, Dilma Rousseff? E chegou.

Tenho a convicção que animava o paleontólogo e místico Pierre Teilhard de Chardin de que a humanidade, num momento grave de sua história, especialmente sabendo que poderá se autodestruir, cairia em si e se daria conta de seu lugar no conjunto dos seres e de sua responsabilidade pelo futuro da vida. Daria um salto quântico em sua consciência e definiria um outro rumo à sua história. Far-se-ia a guardiã e a cuidadora da sagrada herança que herdou, a Terra e de todos os seus ecossistemas com os seres que neles habitam.Perceberia que é parte e parcela da natureza, confraternizada com os demais irmãos e irmãs nela presentes. Amaria e ornaria a Casa Comum na qual todos caberiam com suas diferenças mas numa profunda unidade.

Isso está dentro das possibilidades humanas. Somos seres naturalmente de cooperação e de sensibilidade face aos mais vulneráveis. Em nosso profundo,como dado objetivo, atestado pela new science somos seres espirituais, capazes de identificar aquela Energia de Fundo (Aquele Ser que faz ser todos os seres) que tudo penetra e sustenta. O biólogo James Watson comprovou que  em nosso DNA está o amor, a força maior do universo (DNA: o segredo da vida,2005). Com todas estas positividades vamos ainda fazer uma dolorosa travessia até chegarmos a uma forma amorosa e fraterna de convivência.

Não estamos diante de uma tragédia anunciada, mas no coração de uma crise de nossos fundamentos que vai nos acrisolar, purificar e permitir dar um salto, habitando um mundo que juntos podemos fazê-lo existir sustentavelmente. Depende de nós impedirmos que as atuais crises virem tragédias.

Por isso, não tememos a noite sombria de nosso tempo porque amamos as estrelas, nossas irmãs. Esperamos a aurora que se anuncia.

Leonardo Boff escreve para a revista LIBERTA do ICL (https:// www.revistaliberta.com.br); escreveu também O doloroso parto da Mãe Terra, Vozes 2021(https://www.leonardoboff.org)

O sonho de um homem ridículo

    Leonardo Boff

         Seguramente algum leitor ou leitora estranhará este título. Mas ele conserva atualidade exatamente pela verdade oculta que contém, expressa por ninguém outro que por Fiódor Dostoiévski. É o título de sua narrativa fantástica de 1877 O sonho de um homem ridículo.Qual é esse sonho? Ele responde:

“Se todos quisessem,num instante,tudo mudaria na terra”.

         É exatamente o que falta no nosso mundo: esse sonho de um homem nada ridículo que poderia nos salvar: se todos quisessem a mesma coisa. Mas a grande maioria não quer. Não obstante, um dia ele foi sonhado em 11 de dezembro de 2015 durante a COP21 em Paris. É o famoso Acordo de Paris, assinado por praticamente  por todos os países que compõem a ONU (195).  Todos se comprometeram em reduzir os gases de efeito estufa e assim frear o aquecimento do planeta.

         Todos quiseram. No entanto quase ninguém tornou esse sonho realidade.Se todos de fato  quisessem cumprir sonho  do Acordo de Paris de limitar o aumento da temperatura média global a 1,5°C acima dos níveis pré-industriais (1850-1900) teríamos mudado a Terra. Teríamos evitado as catastróficas enchentes, as severas estiagens, as tremendas nevascas, os furacões e os tornados que ocorreram nos anos após 2015.A meta era manter o aquecimento abaixo de 2ºC, se estabilizando em 1,5ºC por volta de 2030.

         Por que nem todos quiseram,a Terra não mudou. Em 2024/2025 superamos o limite de 1,5ºC, chegando a 1,6ºC. A continuar a emissão de gases de efeito estufa pelo fato de alguns grandes países como os EUA, a Índia e a China optaram pelo uso do carvão junto com o petróleo, produtores de efeito estufa, se frustrou o sonho do Acordo de Paris. Eles não quiseram. Fizeram-se negacionistas, como principal deles Donald Trump.

A seguir esta tendência, dizem especialistas, chegaremos nos anos 2030-2035 próximos a 2ºC ou mais. Muitos seres humanos, idosos e crianças, terão dificuldade de se adaptar e não subsistirão. Pior ainda pode ocorrer com  a natureza, afetando pesadamente a falta de água e da biodiversidade com a dizimação de milhares de espécies.

         Conclusão: Se todos tivessem querido o Acordo de Paris, se cumpriria a profecia de Dostoiévski: tudo teria mudado, num momento, na Terra. Ao invés de melhorar, tudo piorou.

         Por que não não tomamos a sério o sonho  do Acordo de Paris com195 signatários? Porque não mostramos boa vontade, a única virtude que nos teria salvo e ainda poderá nos salvar. Não sou eu quem o afirma. É Immanuel Kant,o mais exigente pensador da ética no Ocidente moderno.

         Em sua Fundamentação para uma metafísica dos costumes(1785) assevera: “Não é possível se pensar algo que, em qualquer lugar no mundo e mesmo fora dele, possa ser tido irrestritamente como bom senão a boa vontade (der gute Wille)”. Traduzindo seu difícil linguajar: a boa vontade é o único bem que é irrestritamente bom e ao qual não cabe nenhuma restrição. A boa vontade ou é só boa ou não é. Para Kant a boa vontade é a virtude suprema, sendo a única coisa no mundo boa por si mesma.

         Todas as virtudes têm a sua falta ou o seu excesso: assim a coragem excessiva é ousadia, ter generosidade demais é a prodigalidade;a modéstia demasiada é inibição. Todas as virtudes, sem exceção, possuem seu contraponto, seja em excesso seja em carência.

         Somente a boa vontade não tem defeito nenhum. Se tivesse alguma sombra ou restrição não seria boa. No fundo, todas as virtudes (o viver corretamente) estão referidas à boa vontade, como aliás  enfatizava Kant.

Há aqui uma verdade com consideráveis consequências práticas.Por exemplo, nas negociações de paz entre Rússia e Ucrânia ou entre Israel e a Palestina, ou entre EUA e Irã, se não huver boa-vontade de ambos os lados, jamais se chegará a um acordo de paz. Quer dizer, não posso maliciar tudo, colocar tudo sob suspeita e desconfiar de tudo. A boa vontade e a mútua confiança devem se constituir como base comum. Sem a boa vontade nada se construirá de sustentável, de sólido, aquilo que não se evapora no ar.

Encontramo-nos em momentos críticos e perigosos, como nunca em nossa história anterior. Podemos nos autodestruir. As potências militaristas disputam a  hegemonia do mundo. E o fazem numa feroz competição sem qualquer laivo de cooperação  e cuidado para com o planeta Terra e nosso futuro comum. Não é impossível  “a mútua destruição assegurada”, levando junto a vida humana.

Em situações assim devemos desentranhar de dentro de nós o que pertence ao nosso ser humano: a capacidade de ativar a boa vontade e pô-la em prática Ou o fazemos ou arriscacamos o futuro de nossa existência nesse pequeno e esplêndico planeta Terra, nossa única Casa Comum.

Leonardo Boff escreve para a revista do ICL LIBERTA (https:// www.revistaliberta.com.br; escreveu também Homem:satã ou anjo bom,Record 2008 (site:leonardoboff.org)