Der Katakombenpakt, wie er von Papst Franziskus gelebt wird

Am 16. November 1965, kurz vor Abschluss des II. Vatikanischen Konzils, zelebrierten einige Bischöfe, auf Anregung von Dom Helder Camara, in den Domitilla-Katakomben eine Messe und schlossen den sogenannten Katakombenpakt einer dienenden und armen Kirche. Sie wählten für sich die Ideale der Armut und Einfachheit und wollten ihre Paläste verlassen, um in einfachen Häusern oder Wohnungen zu leben. Mit Papst Franziskus kommt diesem Pakt heute eine reale Bedeutung zu. Es lohnt sich, an den Wortlaut dieser freiwilligen Verpflichtungen (hier in Übersetzung von Norbert Arntz), die diese Bischöfe auf sich nahmen, zu erinnern.

Als Bischöfe,

  • die sich zum Zweiten Vatikanischen Konzil versammelt haben;
  • die sich dessen bewusst geworden sind, wie viel ihnen noch fehlt, um ein dem Evangelium entsprechendes Leben in Armut zu führen;
  • die sich gegenseitig darin bestärkt haben, gemeinsam zu handeln, um Eigenbrötelei und Selbstgerechtigkeit zu vermeiden;
  • die sich eins wissen mit all ihren Brüdern im Bischofsamt;
  • die vor allem aber darauf vertrauen, durch die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sowie durch das Gebet der Gläubigen und Priester unserer Diözesen bestärkt zu werden;
  • die in Denken und Beten vor die Heilige Dreifaltigkeit, vor die Kirche Christi, vor die Priester und Gläubigen unserer Diözesen hintreten;

nehmen wir in Demut und der eigenen Schwachheit bewusst, aber auch mit aller Entschiedenheit und all der Kraft, die Gottes Gnade uns zukommen lassen will, die folgenden Verpflichtungen auf uns:

  1. Wir werden uns bemühen, so zu leben, wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt (vgl. Mt 5,3; 6,33-34; 8,20).
  2. Wir verzichten ein für allemal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein, insbesondere in unserer Amtskleidung (teure Stoffe, auffallende Farben) und in unseren Amtsinsignien, die nicht aus kostbarem Metall – weder Gold noch Silber – gemacht sein dürfen, sondern wahrhaft und wirklich dem Evangelium entsprechen müssen (Vgl. Mk 6,9; Mt 10,9; Apg 3,6).
  3. Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen; und alles, was an Besitz notwendig sein sollte, auf den Namen der Diözese bzw. der sozialen oder caritativen Werke überschreiben (vgl. Mt 6,19-21; Lk 12,33-34).
  4. Wir werden, wann immer dies möglich ist, die Finanz- und Vermögensverwaltung unserer Diözesen in die Hände einer Kommission von Laien legen, die sich ihrer apostolischen Sendung bewusst und fachkundig sind, damit wir Apostel und Hirten statt Verwalter sein können (vgl. Mt 10,8; Apg. 6,1-7).
  5. Wir lehnen es ab, mündlich oder schriftlich mit Titeln oder Bezeichnungen angesprochen zu werden, in denen gesellschaftliche Bedeutung oder Macht zum Ausdruck gebracht werden (Eminenz, Exzellenz, Monsignore…). Stattdessen wollen wir als “Padre” angesprochen werden, eine Bezeichnung, die dem Evangelium entspricht.
  6. Wir werden in unserem Verhalten und in unseren gesellschaftlichen Beziehungen jeden Eindruck vermeiden, der den Anschein erwecken könnte, wir würden Reiche und Mächtige privilegiert, vorrangig oder bevorzugt behandeln (z.B. bei Gottesdiensten und bei gesellschaftlichen Zusammenkünften, als Gäste oder Gastgeber) (Lk 13, 12-14; 1 Kor 9,14-19).
  7. Ebenso werden wir es vermeiden, irgendjemandes Eitelkeit zu schmeicheln oder ihr gar Vorschub zu leisten, wenn es darum geht, für Spenden zu danken, um Spenden zu bitten oder aus irgendeinem anderen Grund. Wir werden unsere Gläubigen darum bitten, ihre Spendengaben als üblichen Bestandteil in Gottesdienst, Apostolat und sozialer Tätigkeit anzusehen (Vgl. Mt 6, 2-4; Lk 15,9-13; 2 Kor 12,4).
  8. Für den apostolisch-pastoralen Dienst an den wirtschaftlich Bedrängten, Benachteiligten oder Unterentwickelten werden wir alles zur Verfügung stellen, was notwendig ist an Zeit, Gedanken und Überlegungen, Mitempfinden oder materiellen Mitteln, ohne dadurch anderen Menschen und Gruppen in der Diözese zu schaden.
    Alle Laien, Ordensleute, Diakone und Priester, die der Herr dazu ruft, ihr Leben und ihre Arbeit mit den Armgehaltenen und Arbeitern zu teilen und so das Evangelium zu verkünden, werden wir unterstützen. (vgl. Lk 4,18f.; Mk 6,4; Mt 11,45; Apg 18,3-4; 20,33-35; 1 Kor 4,12; 9,1-27)
  9. Im Bewusstsein der Verpflichtung zu Gerechtigkeit und Liebe sowie ihres Zusammenhangs werden wir daran gehen, die Werke der “Wohltätigkeit” in soziale Werke umzuwandeln, die sich auf Gerechtigkeit und Liebe gründen und alle Frauen und Männer gleichermaßen im Blick haben. Damit wollen wir den zuständigen staatlichen Stellen einen bescheidenen Dienst erweisen (Vgl. Mt 25, 31-46; Lk 13,12-14 und 33f.)
  10. Wir werden alles dafür tun, dass die Verantwortlichen unserer Regierung und unserer öffentlichen Dienste solche Gesetze, Strukturen und gesellschaftlichen Institutionen schaffen und wirksam werden lassen, die für Gerechtigkeit, Gleichheit und gesamtmenschliche harmonische Entwicklung jedes Menschen und aller Menschen notwendig sind. Dadurch soll eine neue Gesellschaftsordnung entstehen, die der Würde der Menschen- und Gotteskinder entspricht (Vgl. Apg 2,44f; 4,32-35; 5,4; 2 Kor 8 und 9; 1 Tim 5,16).
  11. Weil die Kollegialität der Bischöfe dann dem Evangelium am besten entspricht, wenn sie sich gemeinschaftlich im Dienst an der Mehrheit der Menschen – zwei Drittel der Menschheit – verwirklicht, die körperlich, kulturell und moralisch im Elend leben, verpflichten wir uns:
    • Gemeinsam mit den Episkopaten der armen Nationen dringliche Projekte zu verwirklichen, entsprechend unseren Möglichkeiten.
    • Auch auf der Ebene der internationalen Organisationen das Evangelium zu bezeugen, wie es Papst Paul VI. vor den Vereinten Nationen tat, und gemeinsam dafür einzutreten, dass wirtschaftliche und kulturelle Strukturen geschaffen werden, die der verarmten Mehrheit der Menschen einen Ausweg aus dem Elend ermöglichen, statt in einer immer reicher werdenden Welt ganze Nationen verarmen zu lassen.
  12. In pastoraler Liebe verpflichten wir uns, das Leben mit unseren Geschwistern in Christus zu teilen, mit allen Priestern, Ordensleuten und Laien, damit unser Amt ein wirklicher Dienst werde. In diesem Sinne werden wir
    •gemeinsam mit ihnen “unser Leben ständig kritisch prüfen;
    • sie als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen, so dass wir vom Heiligen Geist inspirierte Animateure werden, statt Chefs nach Art dieser Welt zu sein.
    • uns darum mühen, menschlich präsent, offen und zugänglich zu werden.
    • uns allen Menschen gegenüber offen erweisen, gleich welcher Religion sie sein mögen (vgl. Mk 8,34f.; Apg 6,1-7; 1 Tim 3,8-10).
  13. Nach der Rückkehr in unsere Diözesen, werden wir unseren Diözesanen diese Verpflichtungen bekanntmachen und sie darum bitten, uns durch ihr Verständnis, ihre Mitarbeit und ihr Gebet behilflich zu sein.

Gott helfe uns, unseren Vorsätzen treu zu bleiben.

Sind dies nicht die Ideale, die Papst Franziskus uns vorlebt?

übersetzt von Bettina Gold-Hartnack

 

Brasiliens Schande in Fussball gegen Deutschland

 

        Das Halbfinale-Spiel Brasilien gegen Deutschland am 8. Juli in Belo Horizonte endete mit einem verdienten Sieg der deutschen Mannschaft und einer vernichtenden, beschämenden Niederlage des brasilianischen Teams. Sie ist in der hundertjährigen Geschichte des brasiliani-schen Fußballs ohnegleichen. In allen Städten des Landes hatten die Menschen Straßen und Plätze bevölkert, Millionen waren es. Die meisten waren in grün-gelben Nationalfarben gekleidet; sie verbreiteten nationale Euphorie. Unter keinen Umständen hatten sie sich eine solche Demütigung auch nur im Entferntesten vorstellen können. Doch das Unvorstellbare geschah. Und das hat auch viel mit dem Land und seiner Kultur zu tun.

Es gibt aus meiner Sicht mehrere Gründe für das 1:7-Desaster gegen Deutschland. Auch in Brasilien hatten viele einen deutschen Sieg erwartet. Die deutsche Mannschaft hat, wie andere europäische Mannschaften, das Spiel und seine Strategie modernisiert. In Europa werden die Spieler sorgfältig auf Ausdauer und Geschwindigkeit trainiert. Sie werden auch ständig psychologisch begleitet. Sie werden zweitens so ausgebildet, dass sie auf vielen Positionen spielen können. Und drittens lernen sie, einen starken Teamgeist zu entwickeln. So gibt es in Europa hervorragende Spieler, denen es nicht darauf ankommt, als Stars herauszuragen. Sie wissen, dass sie nur dann gut sind, wenn sie mann- schaftsdienlich spielen und Teamgeist haben.

Arroganz und Überheblichkeit – das sind die wahren Gründe für die furchtbare Niederlage gegen Deutschland. Das war nicht das Brasilien, das wir kennen. Es war aber der Fußball, den die Nationalmannschaft gespielt hat, deren Trainer so in ihrer Arroganz festgefahren waren, dass sie von anderen nichts lernen wollten. Wir verloren durch deren Arroganz und Ignoranz. Wir verloren durch die Übererwartung, durch die falschen Heilsversprechen.

Wie zu erwarten, wurden nach der erschreckenden Niederlage auch Rechtfertigungen geliefert: Mit Neymar, dem Wun- derspieler, und Thiago Silva, dem Abwehrchef, wäre das nicht passiert! Nein, das erklärt gar nichts. Auch wenn elf Neymars auf dem Spielfeld gewesen wären, die Mannschaft aber ungeordnet, wäre das Spiel verloren worden. Wir haben verloren, weil wir schlecht gespielt haben und weil es uns nicht gelungen ist, uns die Errungenschaften anzueignen, die der technische und künstlerische Fußball in vielen Teilen der Welt erreicht hat. Und wir haben keine Mannschaft gebildet.

Persönlich tun mir die „brasileirinhos“ sehr leid, die Fans, die unsere Mannschaft mit Gesängen und Schlachtrufen angefeuert haben. Die meisten fühlen sich nun geradezu verwaist. Für diese ist Brasilien ein vielfältiges und vielfältig gespaltenes Land, das kaum etwas hat, was gut funktioniert. Das Gesundheitssystem ist nur für die Reichen gut, das Bildungssystem ebenso, das Verkehrswesen marode, die Sicherheit schlecht, die Polizei dafür oft brutal.

Wir sind in fast nichts gut. Abgesehen von Karneval, sind wir sind ein gastfreundliches und verspieltes Volk, das bei allem Zorn über die Zustände im Land immer wusste: Wenigstens Fußball können wir spielen. Dies gab dem einfachen Volk Selbstbewusstsein. Jetzt aber können wir noch nicht mal mehr sagen: Wenigstens im Fußball sind wir gut. Natürlich wird das brasilianische Team wieder Spiele gewinnen, wird es großartige brasilianische Fußballer geben. Doch dieser Dienstag, der 8. Juli 2014, wird uns noch lange Jahre als trauriger Tag der Demütigung in Erinnerung bleiben: Deutschland hat uns sieben zu eins besiegt. Weil uns wichtige Tugenden fehlten: Teamgeist, Solidarität, Demut, Lernbereitschaft.

Diese Qualitäten verhalfen den Deutschen zum Sieg über Brasilien. Und die brasilianische Mannschaft? Sie war in aller Munde, sie wurde überhöht. Die ganze Nation schien sich darin einig zu sein, dass wir die Heimat des Fußballs sind, dass wir fünfmal Weltmeister waren und deshalb auch das sechste Mal siegen würden. Haben wir nicht König Pelé und den Kronprinzen Neymar? Die Medien haben Mythen, Heldenfiguren, Halbgötter und Götter geschaffen. Die Euphorie der großen Marketingagenturen hat die Bevölkerung angesteckt. Für die Mehrheit der Brasilianer war der Sieg so gut wie sicher. Was sollte passieren, wo doch das Spiel im eigenen Land ausgetragen wurde?

Die Euphorie, die quasireligiöse Überhöhung haben die Bevölkerung nicht auf das vorbereitet, was für alle Sportarten gilt: Einer gewinnt, und einer verliert. Die Mehrheit hätte sich nicht einmal im Traum vorstellen können, dass Brasilien jemals eine solch demütigende Niederlage würde hinnehmen müssen. Der Sieg wurde vorgefeiert, die Juchee-Juchee-Rufe schon vor dem Anstoß angestimmt. Auch, weil in einem sozial, kulturell und politisch so gespaltenen Land wie Brasilien der Fußball zu einer Art ziviler Religion wird, der alle anhängen, über alle Gräben hinweg.

Diese Selbstüberschätzung begünstigte die Fehler, die Luis Felipe Scolari machte, der Trainer der brasilianischen National- elf. Dank der siegreichen Vergangenheit fühlte sich die Mannschaft so sehr überlegen. Jeder Spieler möchte seine Solo-Nummer hinlegen. Der Teamgeist bleibt auf der Strecke.

Er glaubte, nichts von den anderen Teams lernen zu müssen. Der brasilianische Fußball hat sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht und jede Demut vergessen, die man braucht, wenn man etwas lernen will. Währenddessen entwickelte sich in Europa, aber auch in Lateinamerika, das Spiel weiter, in Kolumbien zum Beispiel oder in Costa Rica. Neue Taktiken kamen ins Repertoire und neue Aufstellungsvarianten. Nichts davon fand aber die Zustimmung der brasilianischen Trainer, insbesondere nicht die des große Felipe. Er ist eine paternalistische Figur, streng, aber gü- tig, von den Spielern geliebt und im Allgemeinen vom Publikum geachtet. Er hielt jedoch an den Strategien fest, die in der Ver- gangenheit zum Erfolg geführt hatten, in der Gegenwart aber nicht mehr halfen.

Die Niederlage hat darüber hinaus mit dem traditionellen und erbitterten Individualismus der Spieler zu tun, dem Trainer Scolari keinen Einhalt geboten hat. Jeder Spieler möchte eine Solonummer hinlegen, auch um seine Position bei eventuellen Verhandlungen mit großen ausländischen Mannschaften zu verbessern. Es ist ihm ferner nicht gelungen, eine Mannschaft mit Teamgeist zu entwickeln, bei der die Gruppe zählt und die Spieler mannschaftsdienlich spielen. Er ließ die Spieler vagabundieren. So bildeten sich die unverzeihlichen Lücken auf dem Spielfeld, die dann Deutschlands Spieler trefflich zu nutzen wussten. Und irgendwann hatte man den Eindruck, da spiele ein Vorstadtverein gegen eine bekannte und internationale Fussbalmannschaft.

Die deutsche Nationalmannschaft verdient Lob dafür, dass sie ihren Sieg diskret gefeiert, dass sie sich nicht mit ihm gebrüstet hat. Auch deshalb haben ihnen am Ende die Brasilianer applaudiert.

Leonardo Boff, der an der UNI 1970 promoviert hat.

Veröffentlicht in Süddeutsche Zeitung  Freitag, 11. Juli 2014

 

The pact of the catacombs as lived by Pope Francis

On November 16, 1965, when Vatican Council II (1962-1965) was ending, some bishops, encouraged by Dom Helder Camara, celebrated a Mass in the Catacombs of Saint Domitilla and made the Pact of the Catacombs of the Church, slave and poor. They proposed for themselves ideals of poverty and simplicity, leaving their palaces and living in simple houses or apartments. Now with Pope Francis this pact is gaining real meaning. It is worth remembering the commitments undertaken by the bishops.

«We bishops, gathered in Vatican Council II, conscious of the deficiencies of our lives of poverty according to the Gospels; encouraged each by the others, in an initiative in which each of us would seek to avoid exceptionality and presumption; united with all our brothers in the episcopacy; counting above all on the grace and strength of Our Lord Jesus Christ, with the prayers of the faithful and of the priests of our respective dioceses; putting ourselves with thought and prayer before the Trinity, before the Church of Christ, and before the priests and the faithful of our dioceses, with humility and conscious of our weaknesses, but also with all the determination and strength that God wishes to give us as His grace, we commit ourselves to the following:

1) We will undertake to live according to the ordinary way our population lives, in what concerns housing, food, means of transportation and all that follows from that.

2) We renounce for ever the appearances and the reality of wealth, especially in dress (rich textiles, flashy colors, insignia of precious metals). Those symbols must certainly be evangelical: neither gold nor silver.

3) We will posses neither private property nor furniture, no bank accounts, etc., in our name; and if it would be necessary to have them, we will put everything in the name of our dioceses, or of the charitable social organs.

4) Whenever possible we will trust the financial and material issues of our dioceses to competent lay commissions who are conscious of their apostolic role, in the service of being less administrators than pastors and apostles.

5) We will refuse to be called, orally or in writing, by names and titles that imply greatness and power (Eminence, Excellence, Monsignor…). We prefer to be called by the evangelical name of Father.

6) In our behavior and in our social relations we will avoid all that could appear to be concessions to privilege, priorities or any preference for the rich and the powerful (i.e.: banquets offered or accepted, social classes in religious services).

7) Likewise, we will avoid encouraging or flattering the vanity of anyone, with an eye to recompense, or to seeking gifts, or for any other reason. We will invite our faithful to consider their gifts as a normal participation in the cult, the apostolate and social action.

8) We will give all that is necessary of our time, reflection, heart, means, etc. to the pastoral and apostolic service of individuals and labor groups, and the economically weak and underdeveloped, without harming other persons or groups of the diocese. We will support the lay, religious, deacons or priests whom the Lord calls to evangelize the poor and the workers, sharing their life and labor.

9) Conscious of the demands of justice and charity, and of their inter-relationship, we will strive to transform the works of “beneficence” into social works based on charity and justice, that take into account all men and women, as a humble service to competent public organisms.

10) We will do everything possible to see that those responsible for our government and for our public services decide and put into practice the laws, structures and social institutions necessary for justice, equality, and the harmonious and full development of the complete man in all men, and, this way, to bring about a different social order, a new one, worthy of the children of men and of the children of God.

11) Since the collegiality of the bishops finds its best evangelical realization in the service in common with the majorities in a state of physical, cultural and moral misery ―two thirds of humanity― we commit ourselves:

-to participate, according to our means, in the urgent investments of the episcopates of the poor nations;

-to seek together, at the level of the international organisms, always offering the witness of the Gospels as Pope Paul VI did in the United Nations, the adoption of economic and cultural structures that, instead of creating more poor nations in a world that is ever richer, allow the impoverished majorities to escape their misery.

12) We commit ourselves to share our lives, in pastoral charity, with our brothers in Christ, the priests, the religious, and the lay, so that our ministry constitutes a true service; thus:

-we will strive to “review our life” with them;

-we will search for collaborators who are more animators according to the Spirit than chiefs according to the world;

-we will try to make ourselves more humanly present and welcoming;

-we will be open to all, no matter what their religion may be.

13) When we return to our dioceses, we will make known to our diocesan our resolution, asking them to help us with their understanding, their collaboration and their prayers.

May God help us to be faithful».

Are not these the ideals presented by Pope Francis?Free translation from the Spanish sent by
Melina Alfaro, alfaro_melina@yahoo.com.ar,
done at REFUGIO DEL RIO GRANDE, Texas, EE.UU.

Deslumbramento e humilhação: o jogo Brasil e Alemanha

O jogo para as semi-finais entre Brasil e Alemanha do dia 8 de julho no grande estádio de Belo-Horizonte significou uma justa vitória da seleção alemã e uma arrasadora e vergonhosa derrota brasileira. Milhões estavam nas praças e ruas de todas as cidades. A atmofera de euforia dos brasileiros, a maioria enfeitados de verde-amarelo, as cores nacionais, não toleraria jamais, sequer por imaginação, semelhante humilhação. E ela caiu como um raio em céu azul.

Vejo duas razões básicas que explicam o resultado final de 7×1 gols em favor da Alemanha. Os alemães, bem como outros times europeus, renovaram as estratégias e as formas de jogar futebol. Investiram, a meu ver, em três pontos básicos: cuidadoso preparo físico dos jogadores para ganharem grande resistência e velocidade; em segundo lugar, preparar craques individuais que pudessem jogar em qualquer posição e correr todo o campo e por fim criar um grande sentido de conjunto. Excelentes jogadores que não pretendem mostrar sua performance individual mas sabem se integrar no grupo formando um grupo coeso, tornam-se fortes favoritos em qualquer competição. Não que sejam invencíveis, pois vimos que, jogando com os USA, a seleção alemã teve grande dificuldade em ganhar. Mas as referidas qualidades foram o segredo da vitória alemã sobre o Brasil.

A grande questão foi a seleção brasileira. Criou-se quase como consenso nacional de que somos a pátria do futebol, que somos ganhadores de 5 copas mundiais, que temos o rei Pelé e craques excepcionais como Neymar e outros. Houve por parte da midia corporativa e das agências de apoio, a criação do mito do “Jogador da Copa”, elevado a herói e quase a um semi-deus. Esta atmosfera de euforia que atendia ao marketing das grandes empresas apoiadoras,, acabaram contaminando a mentalidade popular. Poderíamos perder, mas por pouco. Mas, para a grande maioria, a vitória era quase certa, ainda mais que os jogos estavam se realizando no próprio pais.

Essa euforia generalizada não preparou a população para aquilo que é próprio do esporte: a vitória ou a derrota ou o empate. A maioria jamais poderia imaginar, nem por sonho, que poderíamos conhecer uma derrota assim humilhante. A vitória era celebrada por antecipação. Grave equívoco, em grande parte, induzido pela mídia do oba-oba e da euforia, orquestrada por uma famosa rede de TV e seus comentaristas.

Mas houve também um penoso erro por parte da comissão técnica brasileira. Pelo nosso passado glorioso, ela julgou-se mestra a ponto de pretender ensinar aos outros como deve ser o futebol. Ficou sentada sobre as glórias do passado. Não se renovou.

Enquanto isso, em outros lugares, na Europa, especialmente na Alemanha e na Espanha mas também na América Latina como na Colômbia e em Costa Rica se desenvolvia uma nova compreensão do futebol, criaram-se novas táticas e formas de distribuir as posições dos jogadores em campo. Nada disso foi aproveitado pela comissão técnica brasileira, especialmente seu treinador Luis Felipe Scolari (chamado de Felipão). É uma figura paternal, severa e terna ao mesmo tempo, amada pelos jogadoras e, em geral, respeitada pelo público. Mas é teimoso e persistente em suas fórmulas, boas para o passado, mas inadequadas e questionáveis para o presente. Ele não se deu conta de que o mundo do futebol havia se transformado profundamente, embora tenha trabalhado fora do Brasil.

Não conseguiu duas coisas que permitem entender o fracasso fragoroso da seleção brasileira. Scolari não desestimulou o tradicional e exacerbado individualismo dos jogadores. Cada qual quer mostrar sua boa performance, quer dar o seu show particular, até em vista de eventual contratação por grandes times estrangeiros. Em segundo lugar, não conseguiu criar um grupo coeso com espírito de grupo. Os jogos deveriam colocar  o ênfase no grupo e em seguida nas qualidades específicas de cada jogador. Deixou os jogadores dispersos. Criaram vácuos inadmissíveis no meio do campo. Não souberam marcar os principais craques do time adversário.

Os alemães se deram conta desta fraqueza estrutural da seleção brasileira. Souberam explorá-la com habilidade. Nos primeiros minitos marcaram já o primeiro gol aos 29 minutos do primeiro tempo já era 5 a 0.

Tal desastre futebolístico criou uma espécie de pane na seleção brasileira. Ficou totalmente desnorteada. Falatou-lhe a serenidade diante das dificuldades e deixaram-se tomar pela desorientação. O próprio treinador Felipão Scolari não soube fazer as substitiuições necessárias. Estas ocorreram apenas no segundo tempo.

O jogo parecia uma disputa de um time suburbano e popular enfrentando uma seleção de nîvel internacional. Isso não era o futebol que sempre conhecíamos, cujos dirigentes não quiseram aprender nada dos outros, fechados em sua arrogância. Perdemos por arrogantes e ignorantes.
Tivéssemos 11 Neymares em campo sem um grupo coeso e ordenado, o resultado não seria tão diferente. Perdemos porque jogamos mal e jogamos mal porque não soubemos nos apropriar do novo que se ensaiou fora do Brasil. E não formamos um grupo articulado e versátil.

Sinto, pessoalmente, grande pena dos “brasileirinhos”  que com entusiasmo torceram pela seleção, como bem escreveu o jornalista André Trigueiro. A maioria agora se sente órfã. Aqui, nesse país pluridiverso, com uma população hospitaleira e lúdica, para ela quase nada funciona bem nem a saúde, nem a educação, nem o transporte e nem a segurança. Tirando o carnaval, não somos bons em quase nada, dizem. Mas pelo menos somos bons no futebol. Isso dava ao simples povo o sentido de auto-estima. Agora nem mais podemos apelar para o futebol. Por muitos e muitos anos esta terça-feira sinistra de 8 de julho de 2014 com 7 gols a 1 para a Alemanha nos acompanhará como uma sombra funesta. Mas o povo que suportou já tantas adversidades saberá dar a volta por cima. Ele detem uma resiliência histórica como poucos.

Espero apenas uma coisa: que a elite que, na abertura, vergonhasamente vaiou a Presidenta com palavrões indizíveis não volte a envergonhar o Brasil diante do mundo, quando ela entregar a taça ao vencedor. Como tais elites não costumam  frequentar  os estádios e têm pouco compromisso com o Brasil mas muito mais com seus privilégios serão capazes de renovar este  ato despudorado. Elas apenas mostrariam como se comportam diante do povo e do seu próprio país:com soberano desdém, pois sofrem por não viver em Miami ou em Paris e se sentirem condenadas a  viver acumulando aqui no Sul do mundo.

Menção honrora merece a seleção alemã que foi discreta na celebração e não se prevaleceu sobre uma vitória tão deslumbrante. E o povo brasileiro soube  entender esta atitude  e  lhe reconheceu a dignidade na vitória aplaudindo-a, pois se mostrou realmente melhor.

*Leonardo Boff é  escritor