Trügerische und echte Vorschläge zur Bewältigung der planetarischen Krise

                                                               Leonardo Boff

Es ist inzwischen unübersehbar, dass wir uns in einer gefährlichen planetarischen Krise befinden. Selbst die eifrigsten Leugner spüren die Auswirkungen der aktuellen Krise am eigenen Leib (Taifune, Überschwemmungen, unvorstellbare Schneestürme, schwere Dürren, Wüstenbildung, Kriege unter freiem Himmel, Völkermorde und andere Phänomene). Der Klimawandel verschont niemanden und erreicht in den nordischen Ländern mehr als 40 Grad Celsius unter Null und bei uns 50 Grad Celsius, wie in Rio de Janeiro, mit einer gefühlten Temperatur von 70 Grad Celsius über Null. Viele Menschen erkennen, dass sie sich an Bord eines sinkenden Schiffes befinden und suchen nach allen möglichen Lösungen, von denen einige sehr pervers sind.

Die erste wurde von den Billionären (0,1 % der Menschheit) erdacht, die sich jedes Jahr in Davos treffen. Sie haben den Great Reset des Kapitalismus geplant, also die große und radikale Rückkehr zum Kapitalismus auf die Spitze getrieben. Mittels künstlicher Intelligenz schlagen sie eine Art kybernetische Despotie vor, bei der sie jeden Menschen, eine ganze Nation, ausgeschaltete Handys und Computer und sogar die Zahnpasta, die ich benutze, kontrollieren. Sie würden ihre Art der Produktion, des Vertriebs und des Konsums der gesamten Menschheit aufzwingen. Dieses Projekt ist so abwegig, dass es keine Chance auf Verwirklichung hat. Jeder Macht stünde die Anti-Macht der gesamten Menschheit gegenüber und würde ihr Vorhaben unmöglich machen.

Der zweite Vorschlag ist der grüne Kapitalismus. Er schlägt vor, alle verwüsteten Gebiete aufzuforsten und alle Grünflächen zu erhalten, was sehr verlockend klingt. Aber Kapitalismus ist immer Kapitalismus. Dieses Projekt ändert das warenproduzierende, profitorientierte System nicht. Grün stellt die perverse soziale Ungleichheit nicht in Frage. Vielmehr macht es die gesamte Natur zur Ware. Zum Beispiel profitiert sie nicht nur vom Verkauf der Honigbienen, sondern verlangt auch noch Geld für deren Bestäubungsleistung. Wie Michael Löwy, Forschungsdirektor für Soziologie am CNRS in Paris, in einem Artikel über Degrowth (siehe auf meiner Website) zu Recht feststellt: “Es gibt keine Lösung für die ökologische Krise im Rahmen des Kapitalismus, eines Systems, das sich ganz dem Produktivismus, dem Konsumismus und dem erbitterten Kampf um “Marktanteile” verschrieben hat. Seine inhärent perverse Logik führt unweigerlich zur Störung des ökologischen Gleichgewichts und zur Zerstörung der Ökosysteme”.

Aber es gibt vielversprechende Vorschläge, vorausgesetzt, wir haben die Zeit dazu. Wir werden nur einige davon aufzählen. Die vielversprechendste ist die Wirtschaft, die auf dem Territorium arbeitet (Bioregionalismus). Sie definiert das Territorium nicht durch die herkömmliche Einteilung in Gemeinden, sondern durch die Konfiguration, die die Natur selbst bietet: Art der Fauna und Flora, Wasserbecken, Seen, Berge und Täler und Art der Bevölkerung. Eine wirklich nachhaltige Wirtschaft kann vor Ort aufgebaut werden, mit einer rationellen Nutzung der natürlichen Güter und Dienstleistungen, mit Netzen solidarischer Produktionsgenossenschaften, mit der Integration der gesamten Bevölkerung, die eine wirklich repräsentative Demokratie ermöglicht, mit der Aufwertung von Kulturgütern wie lokalen Traditionen und Festen und mit der Würdigung bedeutender Persönlichkeiten, die in der Region gelebt haben; da alles vor Ort produziert wird, werden lange Transportwege vermieden.

Ein weiteres Modell ist die solidarische und agrarökologische Ökonomie: Wie der Name schon sagt, handelt es sich um Genossenschaften, die auf der Grundlage der Agrarökologie solidarisch und im Einklang mit den Rhythmen der Natur arbeiten und die Produktion diversifizieren, damit sich das Gebiet regenerieren kann. Sie haben sich zu NRO mit der Bezeichnung “Städte ohne Hunger” entwickelt, die städtische Gärten und Schulgärten anlegen und ungenutzte Flächen in den Städten oder ganze Terrassen nutzen, um unter Beteiligung aller für den lokalen Verbrauch zu produzieren. Der MST hat die positiven und integrierenden Auswirkungen dieser Art von Solidarwirtschaft gezeigt.

Ein weiteres Modell ist die Kreislaufwirtschaft. Es basiert auf der Reduzierung, Wiederverwendung, Rückgewinnung und dem Recycling von Energie, insbesondere von Verpackungen, Glas, PET, PP und Papier. Auf diese Weise wird das derzeitige lineare Modell von Gewinnung-Produktion-Entsorgung durchbrochen. Dieses Modell ist ökologisch interessant, aber es geht nicht auf die Fragen der sozialen Ökologie ein, die auf die Überwindung sozialer Ungleichheiten abzielt. Die Reichweite der Kreislaufwirtschaft ist daher begrenzt.

Ein Modell, nach dem die Andenbewohner seit Jahrhunderten leben, ist das gute Leben/miteinander Leben (bien vivir/convivir). Es ist eine zutiefst ökologische Wirtschaft, denn sie beruht auf der Vorstellung, dass Pacha Mama (Mutter Erde) alles produziert. Die Menschen helfen ihr mit ihrer Arbeit, wenn es an Überfluss mangelt. Für sie ist der Leitgedanke die Harmonie, die bei der Familie beginnt und sich auf die Natur ausdehnt, auf die jedes Wesen Rechte hat, die sogar in der neuen Verfassung von Bolivien und Ecuador verankert sind. Nicht die Wirtschaft steht im Mittelpunkt, sondern das friedliche Zusammenleben und der freundschaftliche Umgang mit der Natur, den Gewässern, den Wäldern und den Bergen. Wer weiß, wenn die Menschheit eines Tages zu ihrer tiefen Zugehörigkeit zur Erde und zur Natur erwacht, wird das gute Leben ein Ideal sein, das von allen gelebt werden kann.

Es gibt auch die von Papst Franziskus vorgeschlagene Bewegung der Franziskus- und Klara-Wirtschaft. Nachdem er das System des Kapitals und seine Konsumkultur scharf kritisiert hat, schlägt er eine universelle Brüderlichkeit vor. Diese besteht zwischen allen Wesen und zwischen den Menschen, allen Brüdern und Schwestern (seine Enzyklika Fratelli tutti). Das Leben in all seinen Formen steht im Mittelpunkt, vor allem das menschliche Leben, mit besonderer Rücksicht auf das Leben der Schwächsten. Wirtschaft und Politik stünden in erster Linie im Dienst des Lebens und erst danach des Marktes. Es ist ein großzügiges Ideal, das noch im Entstehen begriffen ist.

Sicherlich ist das Projekt des Ökosozialismus dasjenige, das die größten Chancen auf eine historische Verwirklichung hat. Es hat nichts mit dem gelebten Sozialismus sowjetischer Prägung zu tun, sondern es will das größere Ideal verwirklichen, jedem nach seinen Bedürfnissen und jedem nach seinen Möglichkeiten zu geben. Dieses Projekt ist das am weitesten fortgeschrittene und solideste. Es beinhaltet einen globalen Gesellschaftsvertrag mit einem pluralistischen Zentrum für die Bewältigung der globalen Probleme der Menschheit, wie es beim Coronavirus und jetzt beim Klimawandel der Fall war. Die natürlichen Güter und Dienstleistungen gehören allen, und es schlägt einen vernünftigen, nüchternen Konsum vor, der auch die Lebensgemeinschaft einschließt, die ebenfalls die für ihre Nachhaltigkeit notwendigen Nährstoffe benötigt. Dieses Projekt würde mehr Schwung erhalten, wenn es über seinen ökologischen Soziozentrismus hinausginge und die zuverlässigsten Daten der neuen Kosmologie und Biologie einbeziehen würde, die die Erde und das menschliche Leben als ein Moment in dem großen kosmogenen, biogenen und anthropogenen Prozess betrachtet. Der ökologische Ökosozialismus wäre eine Emergens dieses globalen Prozesses.

Schließlich muss jedes Modell zur Bewältigung der planetarischen Krise das zurückgewinnen, was wir einst besaßen und verloren haben und was von den ursprünglichen Völkern geschätzt wird: unsere tiefe Zugehörigkeit und Verbundenheit mit Mutter Erde und allen ihren Geschöpfen. Nach dem indigener Denker Ailton Krenak (siehe Ancestral Future 2022) wird diese Vision der Urvölker unsere Zukunft sein, die unser Fortbestehen auf diesem Planeten garantieren wird. Wir hoffen, dass die Zeit auf der Erde großzügig genug sein wird, damit wir diesen Traum leben können.

Leonardo Boff  Autor von: Habitar a Terra,Vozes 2023

Propostas enganosas e verdadeiras para a crise planetária

   Leonardo Boff

É já uma obviedade reconhecer que estamos mergulhados numa perigosa crise planetária. Até os negacionistas mais ferrenhos estão sentindo na própria pele (tufões, enchentes, nevascas inimagináveis,secas severas, desertificação, guerras e genocídios a céu aberto e outros fenômenos) os efeitos da crise atual. A mudança climática não poupa ninguém,chegando nos países nórticos a mais de 40 graus C abaixo de zero e entre nós, como no Rio de Janeiro, a 50 graus C com percepção de 70 graus C acima de zero. Tais eventos não permitem tergiversações.Muitos estão percebendo que estão embarcados num navio indo a pique e procuram soluções de todo tipo,algumas de grande perversidade.

A primeira foi excogitada no interior dos trilhardários (0,1% da humanidade) que se encontram anualmente em Davos. Projetaram a Great Reset do capitalismo, vale dizer, a grande e radical retomada do capitalismo levado ao extremo.Por meio da Inteligência Artificial, eles propõem uma espécie de despotismo cibernético, pelo qual controlam cada pessoa, todo um povo, os celulares e computadores desligados e até a pasta de dente que estou usando. Imporiam seu tipo de produção distribuição e consumo a toda a humanidade. Esse projeto é tão perverso que não tem chance nenhuma de realização. A todo poder se oporia um anti-poder da humanidade inteira e inviabilizaria seu intento.

A segunda proposta é o capitalismo verde. Ele se propõe reflorestar todas as áreas devastadas e a conservar  todas as áreas verdes,o  que parece muito atraente. Mas o capitalismo é sempre capitalismo. Este projeto não muda o sistema produtor de mercadorias, visando o lucro. O verde não questiona a perversa desigualdade social. Antes mercantiliza toda a natureza. Exemplo: não apenas lucra com a venda do mel de abelhas mas cobra por sua capacidade de polinização. Como diz com acerto Michael Löwy, diretor de pesquisa em sociologia na SNRS de Paris num artigo sobre o decrescimento (veja no meu site):”Não há solução para a crise ecológica no marco do capitalismo, um sistema inteiramente dedicado ao produtivismo, ao consumismo e à luta feroz por “fatias de mercado”. Sua lógica intrinsecamente perversa conduz inevitavelmente à ruptura do equilíbrio ecológico e à destruição dos ecossistemas”.

Mas há propostas promissoras, no pressuposto de que tenhamos tempo para isso. Apontaremos apenas algumas. A que mais futuro projeta é aquela economia que trabalha o território (bioregionalismo).Define o território não pela divisão convencional em municípios,mas pela configuração que a própria natureza oferece:tipo de fauna e flora, de bacias hídricas, lagos, montanhas e vales e tipo de população. No âmbito do terreno pode-se construir uma economia realmente sustentável com a utilização racional dos bens e serviços naturais, com redes de cooperativas de produção solidária,integração de toda a população,permitindo uma democracia de fato representativa,valorização dos bens culturais como as tradições e festas locais e a celebração dos personagens notáveis que viveram na região.Como tudo é produzido no local, evita-se o transporte longo.Poderíamos imaginar o planeta Terra como um tapete de milhões de territórios com economia integrada e sustentável, com mais equidade ou real diminuição da pobreza.

 Outro modelo vem sob o nome de economia solidária e agroecológica.Como o nome indica,trata-se de cooperativas que trabalham solidariamente à base da agroecologia, em sintonia com os ritmos na natureza, diversificando a produção para permitir a regeneração do território. Elas se desdobraram com ONGs Cidades sem Fome, hortas urbanas e escolares.Aproveitam-se espaços não utilizados das cidades ou inteiros terraços para uma produção de consumo local, com a participação de todos. Não se apresenta como um projeto total mas como forma de garantir alimentos saudáveis às populações.O MST tem mostrado os efeitos benéficos e integradores deste tipo de economia solidária.

Outro modelo se apresenta como economia circular. Ela se baseia na redução,reutilização,recuperação e reciclagem e energia.Especialmente se reciclam embalagens, vidros, PET,PP e papel. Poupam-se os recursos naturais, aproveita-se o já aproveitado.Desta forma rompe-se o atual modelo linear de extração-produção-eliminação.Esse modelo ecologicamente é interessante, mas não coloca as questões da ecologia social que visa a superar as desigualdades sociais. Assim a economia circular é de alcance limitado.

Um modelo há séculos vivido pelos andinos é o bem viver/conviver. É uma economia profundamente ecológica, pois, parte-se que a Pacha Mama (Mãe Terra) tudo produz. O ser humano com seu trabalho a ajuda quando carece a abundância. Para eles o conceito-matriz é a harmonia que começa na família, se estende para a natureza, da qual cada ser é portador de direitos,até consignados na nova constituição da Bolívia e do Equador. A centralidade não é posta na economia,mas na convivência pacífica e na relação amigável para com a natureza, as águas, as florestas e as montanhas. Quem sabe, quando um dia a humanidade despertar para a sua profunda pertença à Terra e à natureza, o bem-viver/conviver será um ideal a ser vivido por todos.

Há ainda o movimento da economia de Francisco e Clara proposta pelo Papa Francisco. Depois de fazer uma contundente crítica ao sistema do capital e de sua cultura consumista, propõe uma fraternidade universal. Esta vigora entre todos os seres e entre os humanos,todos irmãos e irmãs (sua encíclica Fratelli tutti). A centralidade é ocupada pela vida em todas as suas formas,especialmente a vida humana,com particular cuidado com a vida dos mais vulneráveis. A economia e a política estariam a serviço da vida em primeiríssimo lugar e somente depois ao mercado. É um ideal generoso ainda em gestação.

Seguramente o projeto do ecosocialismo é o que mais tem chance de realização histórica. Não tem nada a ver com o socialismo vivido no estilo soviético, mas quer realizar o ideal maior de dar a cada um segundo a sua necessidade e cada um oferecer as suas possibilidades. Esse projeto é o mais avançado  e sólido. Supõe um contrato social mundial com um centro plural de governança para os problemas globais da humanidade, como foi o caso do Coronavírus e agora da mudança climática. Os bens e serviços naturais são de todos e se propõe um consumo decente e sóbrio que incluiria também a comunidade de vida que também precisa dos nutrientes necessários para a sua sustentabilidade. Ganharia mais fôlego se este projeto fosse além de seu sociocentrismo ecológico e incorporasse os dados mais seguros da nova cosmologia e biologia que consideram a Terra e a vida humana como um momento do grande processo cosmogênico,biogênico e antropogênico. O ecosocialismo ecológico seria uma emergência deste processo global.

Por fim, qualquer modelo que pretenda dar conta da crise planetária, deverá resgatar aquilo que um dia tivemos e perdemos e é guardado pelos povos originários: nossa profunda pertença e comunhão com a Mãe Terra e com todas as suas criaturas. Esta visão ancestral dos povos originários, será, segundo o pensador Ailton Krenak (cf.Futuro Ancestral, 2022), o nosso futuro, aquele que nos garantirá continuar neste planeta. Esperamos que os tempos da Terra nos sejam generosos para viver esse sonho.

Leonardo Boff escreveu Habitar a Terra,Vozes 2023.

Tirare il freno di sicurezza: vista la gravità della crisi attuale

            Leonardo Boff

Ci troviamo nel cuore di una crisi spaventosa e diffusa nel modo in cui abitiamo e ci relazioniamo con il nostro pianeta, devastato e attraversato da guerre di grande distruzione e guidato dall’odio razziale e ideologico. Inoltre, l’era della ragione scientifica ha creato l’irrazionalità del principio di autodistruzione: possiamo porre fine, con armi già costruite, alla nostra vita e a gran parte, se non all’intera, biosfera.

Non sono pochi gli analisti della situazione mondiale che ci mettono in guardia sul possibile utilizzo di tali armi di distruzione di massa. Il motivo di fondo sarebbe la disputa su chi comanda sull’umanità e chi ha l’ultima parola. Ha a che fare con il confronto tra l’uni-polarità sostenuta dagli Stati Uniti e la multi-polarità richiesta dalla Cina, dalla Russia e, infine, dal gruppo di paesi che formano i BRICS. Se ci fosse una guerra nucleare, in questo caso, si realizzerebbe la formula: 1+1=0: una potenza nucleare distruggerebbe l’altra e insieme annienterebbero l’umanità e una parte sostanziale della vita.

Date queste circostanze, ci troviamo a dover tirare il freno di sicurezza sul treno della vita, perché, senza freni si può precipitare in un abisso. Temiamo che questo freno sia già ossidato e reso inutilizzabile. Possiamo uscire da questa minaccia? Dobbiamo provarci, secondo il detto di Don Chisciotte: “prima di accettare la sconfitta, dobbiamo combattere tutte le battaglie”. E noi lo faremo.

Utilizzo due categorie per chiarire meglio la nostra situazione. Uno del teologo e filosofo danese Soren Kierkegaard (1813-1885), l’angoscia, e un’altra del teologo e filosofo tedesco, illustre discepolo di Martin Heideger, Hans Jonas (1903-1993), la paura.

L’angoscia (“Il concetto di angoscia”, SE 2018) per Kierkegaard non è solo un fenomeno psicologico, ma un dato oggettivo dell’esistenza umana. Per lui pastore e teologo, oltre che esimio filosofo, sarebbe l’angoscia di fronte alla perdizione o alla salvezza eterna. Ma è applicabile alla vita umana. Questa si presenta fragile e soggetta a morire in qualsiasi istante. L’angoscia non lascia la persona inerte, ma la spinge continuamente a creare le condizioni per salvaguardare la vita.

Oggi dobbiamo alimentare questo tipo di angoscia esistenziale di fronte alle minacce oggettive che gravano sul nostro destino e che possono essere fatali. È qualcosa di sano, che appartiene alla vita e non qualcosa di malsano da curare psichiatricamente.

Hans Jonas nel suo libro “Il principio di responsabilità” (Einaudi, Torino 2009) analizza la paura di trovarci sull’orlo del baratro e di precipitarvi fatalmente. Siamo in una situazione di non ritorno. Non si tratta più di un’etica del progresso o del miglioramento. Ma della prevenzione della vita contro le minacce che possono portarci alla morte. La paura qui è salutare e salvifica, poiché ci obbliga a un’etica della responsabilità collettiva, nel senso che tutti debbano contribuire alla preservazione della vita umana sulla Terra.

La situazione attuale a livello planetario è fuori dal controllo umano. Abbiamo creato un’Intelligenza Artificiale Autonoma che già è indipendente dalle nostre decisioni. Chi, con i suoi miliardi e miliardi di algoritmi, gli impedisce di scegliere di distruggere l’umanità?

In primo luogo, abbiamo un compito da svolgere: dobbiamo assumerci la responsabilità del danno che stiamo visibilmente causando al sistema-vita e al sistema-Terra, senza capacità di impedirlo o fermarlo, ma solo mitigandone gli effetti dannosi. Il sistema energivoro di produzione globale è così ben oliato che non può né vuole fermarsi. Non rinuncia ai suoi mantra fondamentali: aumento illimitato del profitto individuale, concorrenza feroce e super-sfruttamento delle risorse della natura.

Inoltre, è importante responsabilizzarci anche per il male che, in passato, non abbiamo saputo evitare fisicamente e spiritualmente e le cui conseguenze sono diventate inevitabili, come quelle che stiamo subendo come il crescente riscaldamento del pianeta e l’erosione della biodiversità.

La paura che ci attanaglia riguarda il futuro della vita e la garanzia che possiamo ancora sopravvivere su questo pianeta. Alla luce di questo desiderato Jonas formulò un imperativo etico categorico:

Agisci affinché gli effetti della tua azione siano compatibili con la permanenza di un’autentica vita umana sulla Terra; oppure, espresso negativamente: agisci in modo che gli effetti della tua azione non siano distruttivi per la possibilità futura di una tale vita; o, semplicemente, non mettere in pericolo la continuità indefinita dellumanità sulla Terra” (Op.cit. 2009). Noi aggiungeremmo: “non mettere in pericolo la continuità indefinita di ogni forma di vita, della biodiversità, della natura e della Madre Terra”.

Queste riflessioni ci aiutano ad alimentare una certa speranza nella capacità degli esseri umani di cambiare, poiché dispongono di libero arbitrio e flessibilità.

Ma poiché il rischio è globale, si impone un’istanza globale e plurale (rappresentanti dei popoli, delle religioni, delle università, dei popoli originari, della saggezza popolare) per trovare una soluzione globale. Per questo dobbiamo rinunciare al nazionalismo e ai confini obsoleti tra le nazioni.

Come si può osservare, le varie guerre che si svolgono oggi riguardano i confini tra le nazioni, l’affermazione dei nazionalismi e la crescente ondata di conservatorismo e di politiche di estrema destra allontanano questa idea di un centro collettivo per il bene di tutta l’umanità.

Dobbiamo riconoscere: questi conflitti sui confini tra le nazioni, sono dissociati dalla nuova fase della Terra, divenuta Casa Comune, e rappresentano movimenti regressivi e contrari al corso irresistibile della storia che unifica sempre più il destino umano con il destino del pianeta vivente.

Siamo una Terra sola e un’Umanità sola da salvare. E con urgenza poiché il tempo corre contro di noi. Cambiamo mentalità e le nostre pratiche. Leonardo Boff ha scritto Habitare la Terra,Roma 2023; Terra madura: uma teologia da vida, Planeta 2023

¿Por qué hemos llegado adonde estamos?: los peligros planetarios

Leonardo Boff*

A nadie se le pasa por la cabeza que la situación mundial sea buena. Lo que presenciamos por los medios  digitales/sociales son escenas de guerra, niños inocentes asesinados por la furia de los ataques contra Hamas, sacrificando ilegítimamente a todo el pueblo palestino de la Franja  de Gaza, la guerra entre Rusia y Ucrania que dura ya dos años y otros 18 lugares de violencia y crímenes de guerra en África y otras partes.

Según la famosa ONG Oxfam, en 2024, la fortuna personal de los 36 individuos más ricos del mundo,  equivale  a los ingresos de más de la mitad de la humanidad, concretamente, a 4.700 millones de personas. En Brasil los 3.390 más ricos (el 0.0016%) poseen el 16% de toda la riqueza del país, más que 182 millones de brasileros (el 85% de la población).

 La misma fuente nos afirma que cada cinco segundos un niño de menos de diez años muere de hambre o de sus consecuencias más inmediatas. ¿Quién no se conmueve, en su humanidad mínima, con tales escenas dramáticas, verdaderas tragedias humanas? Parecería que hemos tocado  los límites del fin de los tiempos. Son escenas que podrían estar en el libro del Apocalipsis.

Para entender la crisis actual, debemos retroceder al siglo XVII/XVIII con la aparición del  paradigma de la modernidad. Los padres fundadores, Francis Bacon y especialmente René Descartes y otros rompieron con una larga tradición de la humanidad. Esta entendía la naturaleza, la Tierra y el propio cosmos como algo vivo  y cargado de propósito.

Pero he aquí que surge Descartes e introduce un dualismo fundamental de graves consecuencias históricas. Él distinguió la res cogitans, el ser pensante y portador de espíritu, de la res extensa, cosa extensa y material, los demás seres. El único portador del espíritu, res cogitans, es el ser humano. Los demás seres, la res extensa, obran mecánicamente y sin un sentido manifiesto. Con esto introdujo por un lado un severo antropocentrismo y por otro, un craso materialismo. La Tierra y la naturaleza solo tienen algún sentido en la medida en que se ordenan al ser humano que las trata como le apetece. Esta concepción materialista del mundo no humano abrió espacio para todo tipo de uso y abusos, inclusive en la propia  investigación científica, sin  preocupación ética de las consecuencias que de ella se podrían derivar.

De ahí nacieron todas las ciencias modernas y su aplicación práctica en una operación técnica. La tecnociencia fue el gran instrumento al servicio de los únicos portadores del espíritu, los seres humanos, separados de la  naturaleza y “dueños y señores” de ella (Descartes), transformados después en colonizadores, esclavócratas y devastadores sistemáticos de la naturaleza. La ciencia no fue puesta al servicio de la vida sino de la dominación de los otros y de la naturaleza.

De ese dualismo inicial surgieron otros dualismos: espíritu y materia, cultura y naturaleza, civilizado y salvaje, idealismo y materialismo, que desgarran la experiencia humana. Se perdió la visión de la totalidad.

Con estos presupuestos se proyectó la arquitectónica del saber atomizado, sin relacionar un saber con los otros saberes, hasta el punto de saber cada vez más sobre cada vez menos.

Indudablemente, este paradigma de la modernidad trajo grandes beneficios en todos los ámbitos de la vida humana, haciéndola menos penosa, refinando los medios de curación, creando los instrumentos de locomoción, las grandes avenidas de comunicación digital y nos llevó hasta el espacio exterior, a la Luna y a Marte y al universo más distante, fuera ya del sistema solar.

Ese paradigma se concentra en el reino de los medios, sin definir salvo raramente (o nunca colectivamente) los fines para los cuales los medios deben servir. El capitalismo entendió bien la cuestión y le definió un fin: un crecimiento ilimitado a través de la acumulación  individual de riqueza, en la lógica de la mayor competición posible, explotando lo más que pueda los recursos de la naturaleza, suponiendo falsamente que la Tierra también posee recursos ilimitados.

A partir de 1972 con el documento Los límites del  crecimiento, la conciencia colectiva despertó al hecho de los límites de la Tierra y de su incapacidad de sostener un proyecto ilimitado. El gran sistema de producción nunca dio mucha importancia a tal hecho. Lo decisivo es garantizar las ganancias y la riqueza.

Los empresarios y los grandes consorcios económicos y financieros están  poniendo  su confianza en la omnipotencia de la tecnociencia que sería capaz de dar una solución a todos los problemas. Esa fue y sigue siendo su gran ilusión. Su sistema económico-financiero, mundialmente integrado, está de tal forma engrasado que le faltan las condiciones y las ganas de parar. Parar sería abandonar su fin, la acumulación ilimitada, cambiar de la relación de  explotación a una relación amigable con la naturaleza, es decir, implicaría negarse a sí mismo. Ahora está quedando claro que el sistema mundial está agónico, dados los cambios de la faz de la Tierra.

Frente a la  voracidad del sistema mundial de explotación/devastación de la naturaleza, la Tierra viva viene reaccionando de distintas formas: con eventos extremos, con la liberación de virus, algunos misteriosos, el virus X, diez veces más letal que el coronavirus, cubriendo todo el planeta. Ha vuelto   obsoletas las fronteras entre las naciones y afectado peligrosamente a toda la humanidad.

Últimamente el cambio climático  parece haber alcanzado un punto irreversible. La Tierra ha cambiado debido a las prácticas irresponsables (antropoceno) de los que toman las decisiones políticas, controlan el curso mundial de los capitales y de las finanzas y persisten en la devastación de la naturaleza. Sería injusto atribuir simplemente ese cambio climático a la actividad de las grandes mayorías empobrecidas que, comparadas con las citadas, poco contribuyen. Estamos presenciando a nivel mundial los efectos deletéreos de esos cambios: los eventos extremos. La ciencia y la técnica ya no podrán revertir esta mutación, solo advertir la llegada de los eventos amenazadores (inundaciones, vendavales, tsunamis, sequías  prolongadas y nevadas aterradoras) y aminorar sus efectos dañinos.

Ahora podemos responder: ¿por qué hemos llegado adonde estamos? Porque desde hace ya tres siglos, los países dominantes  situados en el Norte Global decidieron habitar de esta forma peligrosa y devastadora la única Casa Común que tenemos. Impusieron a todo el mundo su modo de vivir, de producir, de competir y de consumir. No se nos ve como ciudadanos sino como clientes y consumidores.

Actualmente, debido al acúmulo de crisis planetarias y a nuestra capacidad de autodestruirnos con armas atómicas, hemos llegado a un punto en el que el retorno se vuelve prácticamente imposible. De seguir por el camino inaugurado hace siglos, vamos camino de nuestra  propia sepultura.

Estoy de acuerdo con el viejo Martin Heidegger: “Sólo un Dios nos podrá salvar”.

*Leonardo Boff ha escrito La búsqueda de la justa medida: como equilibrar el planeta Tierra, Vozes 2013; Cuidar la Tierra-proteger la vida: cómo escapar del fin del mundo, Nueva Utopía 2010.