Die nächste Wahl als Plebiszit: Biophilie (Liebe zum Leben) versus Nekrophilie (Liebe zum Tod)

Im Ostergottesdienst wird eine der schönsten Hymnen der Gregorianik gesungen, in der es heißt: “Tod und Leben, sich anschauend, stritten ein Duell” (mors et vita duello conflixere mirando). Und sie schließt: “der Herr des Lebens regiert lebendig” (dux vitae, regnat vivus).

Ich beziehe mich auf diesen liturgischen Text als Metapher für das, was ich bei den nächsten Wahlen sehe: ein Plebiszit, bei dem ein politisches Duell zwischen zwei Projekten für Brasilien und zwei Modellen des Präsidenten ausgetragen wird. Ich möchte es nicht aussprechen, aber einer der brillantesten Juristen unseres Landes, der ehemalige Gouverneur von Rio Grande do Sul und ehemalige Justizminister Tarso Genro, hat es bestätigt:

„Für Jair Bolsonaro gibt es keine Gegner, sondern nur Feinde, die mit Waffen getötet werden müssen. Wie kann ein Politiker, der die Hinrichtung von Verdächtigen, die Erschießung von “30.000 Landsleuten”, die Ermordung eines friedlichen und demokratischen Präsidenten, die Folter als inquisitorische Methode, das Ende der politischen Demokratie verteidigt, der behauptet, der Fehler der Diktatur sei es gewesen, nicht zu foltern, sondern “nicht zu töten”, der öffentlich seine Bewunderung für Hitler zum Ausdruck bringt und sich über die Folterungen einer ehrbaren Frau lustig macht, die aus dem Präsidentenamt entfernt werden sollte, wie dieser Politiker vom neoliberalen “Establishment” und den großen Mediennetzen feige eingebürgert wurde, nachdem er zahlreiche barbarische Verbrechen begangen und wiederholt und bewusst eine völkermörderische Propaganda gegen das Impfen betrieben hatte.“

Hier wird es klar, dass es ein Todesprojekt gibt, das Bolsonaro im Falle seiner Wiederwahl durchführen wird. Es ist die Domäne der Nekrophilie, der Förderung des Todes und seiner Derivate, wie Hass und Lügen.

Auf der anderen Seite des Duells steht ein weiterer Kandidat, Luis Inácio Lula da Silva. Ich möchte kein Manichäist sein, der nur das Gute auf der einen und das Böse auf der anderen Seite sieht. Gut und Böse sind vermischt. Aber wir müssen anerkennen, dass das Gute in Lula stärker zum Ausdruck kommt. Er stellt ein Projekt vor, in dessen Mittelpunkt das Leben steht, angefangen bei denen, die am wenigsten besitzen: die dreißig Millionen Hungernden, die 110 Millionen Menschen, die nicht genug zu essen haben, die Millionen von Arbeitslosen oder Unterbeschäftigten, die Arbeitnehmer und Rentner, deren Rechte beschnitten wurden, weil der Mindestlohn eingefroren wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass als Erstes das Minimum gewährleistet werden muss: Nahrung, Gesundheit, Arbeit, Bildung, Wohnung, Land zur Erzeugung von Nahrungsmitteln für die Bevölkerung, Sicherheit und Chancen für diejenigen, die historisch gesehen die Nachkommen der Senzala sind (54 % der Bevölkerung), die Zugang zu höherer, universitärer oder technischer Bildung haben.

Regieren heißt, sich um alle zu kümmern, aber immer ausgehend von den Gedemütigten und Gekränkten. Die Inspiration stammt von Gandhi, der sagte: Politik zu machen bedeutet, eine liebevolle Geste gegenüber den Menschen zu zeigen und sich um die gemeinsamen Dinge zu kümmern. Oder um es mit den Worten von Papst Franziskus in seinem „Fratelli tutti“ zu sagen: Politik muss mit Zärtlichkeit betrieben werden, “die eine nahe und konkrete Liebe ist, eine Bewegung, die aus dem Herzen kommt und die Augen, Ohren und Hände erreicht” (Nr. 196). Es ist das Reich der Biophilie, der Liebe zum Leben.

Diese beiden Projekte stehen sich bei dieser Wahl wie in einem Duell gegenüber. Es liegt an den Wahlberechtigten, ihre Entscheidung zu treffen: Welches Land wollen wir, welcher Präsident ist lebensfroher, lebensbejahender, hoffnungsvoller und lebenswerter? Wir sind keine Steine, die einfach nur existieren. Wir wollen nicht nur existieren, wir wollen leben und in Frieden zusammenleben.

Was wir in der Regierung des gegenwärtigen Präsidenten erlebt haben, ist die Herabsetzung unserer Menschlichkeit, die Preisgabe von Tausenden von Menschen, die der Bösartigkeit von Covid-19 zum Opfer gefallen sind und die gestorben sind, obwohl sie hätten gerettet werden können, wenn nicht die offizielle Verweigerungshaltung so hartnäckig gewesen wäre.

Was uns am meisten schmerzt und beschämt, ist die fehlende Gelassenheit der höchsten Autorität der Nation, die die Tugenden leben sollte, die er im Volk verwirklicht sehen möchte, wie Solidarität, Sorge füreinander und für unsere natürlichen Reichtümer und die Förderung unserer Wissenschaft und Kultur, die er in einer ärgerlichen Weise angegriffen hat. Im Gegenteil, es herrschten Hass, Fake News, Unhöflichkeit, unflätige Sprache und alle Arten von Diskriminierung, unter anderem gegenüber Afroamerikanern, Indigenen, Quilombolas, Frauen, Armen und LGBT+-Personen, vor.

Wir werden diese politisch-soziale und nekrophile Geißel nur überwinden können, wenn wir uns in diesem Duell für das Projekt der Biophilie entscheiden. Auch hier möchte ich den ehemaligen Gouverneur Tarso Genro zitieren: “Eine Woche vor dem Plebiszit müssen wir eine große politische Einigung über die Regierungsführung und die Regierbarkeit erzielen und Jair Bolsonaro in der ersten Runde besiegen, vereint um den stärksten Namen, um zu gewinnen und die Nation zu dem demokratischen und sozialen Schicksal zu führen, das unser Volk verdient”.

Dieser Name kristallisiert sich als Favorit der Wähler heraus: Lula da Silva. Er ist ein Überlebender der großen nationalen Drangsal, er hat gezeigt, dass er in der Lage ist, die Politik zu humanisieren, indem er Brasilien von der Landkarte des Hungers befreit und eine Sozial- und Volkspolitik geschaffen hat, die den Ausgegrenzten und vielen anderen Chancen eröffnete und vor allem den Verarmten ihre Würde zurückgab.

Das Schicksal unserer Nation liegt in unseren Händen. Es hängt davon ab, dass wir die Entscheidung treffen, die Brasilien aus dem Graben zieht, in den es gestürzt wurde, die es uns ermöglicht, die grausame soziale Ungleichheit zu verringern und uns endlich die Freude am Leben zu schenken. Das bevorstehende Wahlduell am 2. Oktober wird der große Test sein, welches Brasilien und welchen Präsidenten wir eigentlich wollen.

Möge das Projekt der Biophilie, der Liebe zum Leben, insbesondere zum leidenden Leben der großen Mehrheit, triumphieren.

Leonardo Boff ist Ökotheologe und Schriftsteller. Er hat gescrhieben:Ökologie: Schrei der Arme – Schrei der Erde, Patmos 2010.

Rescatar la democracia ante la amenaza de golpe

Oímos con frecuencia las amenazas de golpe a la democracia por parte del actual presidente. Él ha realizado aquello que Aristóteles llama kakistocracia: “la democracia de los peores”. Se rodeó de milicianos, colocó en los cargos públicos a algunas decenas de militares de espíritu autoritario, ligados todavía a la revolución empresarial-militar de 1964, hizo alianza con los políticos del grupo Centrão que, en vez de representar los intereses generales del pueblo, viven de privilegios y de sobornos y hacen de la política profesión para el enriquecimiento propio.

No he visto una mejor descripción realista de nuestra democracia que esta de mi compañero de estudios, inteligencia brillante, Pedro Demo. En su Introducción a la sociología (2002) dice enfáticamente: «Nuestra democracia es una escenificación nacional de hipocresía refinada, repleta de leyes “bonitas”, pero hechas siempre en última instancia por la élite dominante para que le sirva a ella de principio a fin. El político es alguien que se caracteriza por ganar mucho, trabajar poco, hacer negocios sospechosos, emplear a parientes y apaniguados, enriquecerse a costa de los dineros públicos y entrar en el mercado por arriba. Si ligásemos democracia con justicia social, nuestra democracia sería su misma negación» (p.330.333).

Lógicamente, hay políticos honrados, éticos y orgánicamente articulados con sus bases, con los movimientos sociales y con el pueblo en general. En su mayoría, los políticos siguen el ideal clásico de Max Weber: la política como misión con vistas al bien común y no como profesión en busca del bien individual. Hace decenios que estamos discutiendo y tratando de enriquecer el ideal de la democracia: pasar de la democracia representativa a la participativa y popular, a la democracia económica, a la democracia comunitaria de los andinos (del bien vivir), a la democracia sin fin, a la democracia ecológico-social y finalmente a una democracia planetaria.

Todo esto se ha esfumado ante los frecuentes ataques del actual presidente. Este pertenece, primeramente, al ámbito de la psiquiatría y, secundariamente, al de la política. Tenemos que vérnosla con alguien que no sabe hacer política, pues trata a los adversarios como enemigos a ser abatidos (recordemos lo que dijo en la campaña: hay que eliminar a 30 mil progresistas). Afirma descaradamente que torturar a las personas fue un error de la revolución de 1964 cuando deberían haberlas matado, defiende a torturadores, admira a Hitler y a Pinochet. En otras palabras, es alguien dominado psíquicamente por la pulsión de muerte, lo cual quedó claro por la forma irresponsable como se ocupó de la Covid-19. 

Por el contrario, la política en un régimen democrático de derecho supone la diversidad de proyectos y de ideas, divergencias que hacen del otro un adversario pero nunca un enemigo. El presidente no conoce nada de esto. Por no mencionar la falta de decoro que la alta dignidad del cargo exige, pues se comporta de manera grosera y avergüenza al país cuando viaja al extranjero. 

Nos vemos obligados a defender la democracia mínima, la representativa. Tenemos que recordar el mínimo del mínimo de toda democracia, que es la igualdad, a la luz de la cual ningún privilegio se justifica. El otro es un ciudadano igual a mí, un semejante con los mismos derechos y deberes. Esta igualdad básica funda la justicia societaria que debe ser efectiva siempre en todas las instituciones y en todas las relaciones sociales o comunitarias.. Este es un reto inmenso, el de la desigualdad, herederos como somos de una inmensa desigualdad, producto de una sociedad de la Casa-Grande y de la senzala de los esclavizados, caracterizada precisamente por privilegios y negación de todos los derechos a sus subordinados.

Incluso así, tenemos que garantizar un estado de derecho democrático en contra de las más diferentes motivaciones que el presidente inventa para negar la seguridad de las urnas, para no aceptar una derrota electoral, pronosticada por las encuestas, como Datafolha, a la cual él contrapone la fantasiosa Datapovo. 

La elección actual viene a ser un verdadero plebiscito: ¿qué forma de Brasil deseamos? ¿Qué tipo de presidente queremos? Por todo lo que ha desmantelado durante su gestión se trata de un enfrentamiento de la civilización contra la barbarie. Si fuera reelegido conducirá al país a situaciones oscuras del pasado superadas desde hace mucho por la modernidad. Es tan obtuso y enemigo del desarrollo necesario que combate directamente la ciencia, desmonta la educación y desregula la protección de la Amazonia.

La presente situación supone un desafío para todos los candidatos, sin importar su filiación de partido: hacer una declaración clara y pública en defensa de la democracia. Diría más, sería un gesto de patriotismo, poniendo a la nación por encima de los intereses partidarios y personales, si los candidatos que, según las encuestas, claramente no tienen posibilidad de ganar o de ir a la segunda vuelta, proclamasen su apoyo al mejor situado en términos electorales y que se propone, como ya lo ha hecho, rescatar la democracia y atender a los millones de hambrientos y a muchos otros millones de desheredados.

Tenemos que demostrarnos a nosotros mismos y al mundo que hay gente de bien que son solidarios con las víctimas de la Covid-19, en particular el MST, que sigue haciendo cultura e investigación. Este será un legado sagrado para que no olvidemos nunca que, incluso en condiciones adversas, existió bondad, inteligencia, cuidado, solidaridad y finura de espíritu.

Personalmente me es incómodo escribir sobre esa democracia mínima, cuando me he comprometido con una democracia socioecológica. Frente a los peligros que nos tocará enfrentar, especialmente el calentamiento global y sus efectos dañinos, nuestra generación tiene que decidir si todavía quiere continuar sobre este planeta o tolerará destruirse a sí misma y a gran parte de la biosfera. La Tierra, sin embargo, continuará, pero sin nosotros.

*Leonardo Boff es ecoteólogo, filósofo y ha escrito: Cuidar la Tierra-proteger la vida: cómo evitar el fin del mundo, Record 2010. Próximo a salir: En busca de la justa medida: cómo equilibrar el planeta Tierra, Vozes 2022.

Traducción de MªJosé Gavito Milano

Nossa última chance de salvar a democracia

Jean Marc von der Weid

Estamos a pouco mais de 15 dias das eleições mais importantes das nossas vidas e, provavelmente, da história do Brasil. O que está em jogo é tão importante que deveria orientar as nossas opções acima de preferencias do passado ou do presente. Os riscos para o futuro do país e do povo são gigantescos e qualquer objeção, mesmo as mais caras a cada um, deveria ser repensada à luz das ameaças a que estamos submetidos.

O que representa a candidatura de Bolsonaro? O que se pode esperar do atual presidente senão a repetição muito piorada da sua performance nos últimos 4 anos? Bolsonaro não é só uma ameaça para o Brasil. Pelo que ele fez ao apoiar seus seguidores na Amazônia, Cerrado e Pantanal, os grileiros de terras, madeireiros ilegais, garimpeiros trabalhando para organizações do narcotráfico e pescadores ilegais, os índices de desmatamento dispararam, acompanhados pela fumaça da nossa biodiversidade em chamas que cobre os céus do norte e centro oeste e se espalham até São Paulo. O Brasil de Bolsonaro tornou-se uma ameaça planetária, um foco de emissões de gases de efeito estufa combinado com a diminuição da capacidade das florestas de capturar carbono da atmosfera. O aquecimento global que ameaça o futuro da humanidade agradece ao presidente, um pária internacional e não só por isso.

Este espaço é pequeno para lembrar todos os malefícios destes anos de descalabro no governo. Ninguém devia esquecer as centenas de milhares de mortes por COVID, ocorridas porque o presidente optou por recomendar cloroquina e combater a vacinação e o uso de máscaras. Com outro presidente não teríamos quase 700 mil mortos e milhões de sequelados. Adotadas as medidas corretas, defendidas até pelo Ministro da Saúde Mandetta, afastado pelo presidente para colocar um pau mandado fardado no seu lugar, os contaminados se contariam em centenas de milhares e não em milhões e os mortos estariam na casa das dezenas de milhares e não das centenas de milhares. Não podemos, também, esquecer os desastres na educação, nas ciências, na cultura, na economia, na segurança pública, nas relações internacionais.

A mais grave consequência do descalabro da gestão Bolsonaro foi o aumento exponencial da fome e da insegurança alimentar no país. São quase 130 milhões passando algum tipo de dificuldade para comer, sendo que 33,1 milhões são famintos, 40 milhões comem menos do que necessitam e outros 50 milhões comem muito mal, com fortes carências nutricionais. No governo de Bolsonaro o número de famintos quase triplicou.

Também não se pode esquecer que este governo, eleito com um discurso contra a corrupção, está mergulhado em uma série de denúncias espetaculares, que só não avançam porque Bolsonaro controla a Procuradoria Geral da República e, em parte, a Polícia Federal. E não é só o governo. Bolsonaro e sua família estão envolvidos e há muito tempo, no desvio de dinheiro público através das “rachadinhas” que permitiram levantar ilicitamente recursos para comprar mais de cem imóveis, sendo que metade com dinheiro vivo. Aqui também as investigações e processos não avançam por intervenção da PGR e a colaboração de juízes nos tribunais superiores.

Além de todos esses horrores, Bolsonaro atacou as instituições da República, enfraquecendo o executivo, corrompendo o Congresso através da sua aliança com o Centrão e o uso do orçamento secreto e atacando o judiciário. Neste último caso, além de atacar de forma permanente o STF e o TSE, o presidente está buscando dominar os tribunais superiores colocando seus aliados em cada posição disponível. Com um novo governo, o presidente está prometendo fazer votar uma ampliação do STF para poder nomear de imediato 5 novos juízes e controlar a corte suprema. Mesmo sem isso, ele terá 4 novos juízes a nomear em seu mandato. Com os dois apaniguados que ele lá já colocou teriamos um STF “terrivelmente bolsonarista”.

Mas o pior risco representado por Bolsonaro está na sua permanente ameaça de golpe, explícita na sua recusa de aceitar os resultados das eleições se ele não for eleito. Ele usa para isso o apoio de um milhão de supostos caçadores, colecionadores de armas e atiradores esportivos, um número multiplicado por três desde que o presidente assumiu o governo. E o que é pior, o número e a potência das armas no poder desta verdadeira milicia, organizada sob a cobertura de clubes de tiro, chega a vários milhões, com munição suficiente para uma guerra prolongada. Bolsonaro usa também a permanente subversão das polícias militares como fator de ameaça aos seus opositores, contando com a sua adesão quando passe a desafiar a Constituição e se recusar a entregar o poder. E para completar o desmantelamento das instituições do Estado, o presidente buscou comprar o apoio das FFAA, dando empregos com salários polpudos para 6 mil oficiais da ativa e da reserva em seu governo e entregando grandes favores em salários, benefícios e aposentadorias para a oficialidade. Bolsonaro excita de forma permanente a politização das FFAA, criando um verdadeiro partido militar com o qual ele conta para subverter a ordem constitucional.

Bolsonaro está fazendo a campanha eleitoral mais ilegal da história brasileira, derramando mais de 100 bilhões de reais em subsídios variados visando comprar votos, na classe média com os preços rebaixados da gasolina e com os mais pobres com o vale gás e o Auxílio Brasil, entre outros. Isto fez com que a previsão de seus votos nas pesquisas eleitorais tenha melhorado, mas não o suficiente para que chegue à vitória. Mas para Bolsonaro isto não importa. Ele já declarou que só vai aceitar os resultados “se as eleições forem limpas” e, para ele, quem decide se elas o são é … ele mesmo.

Estamos ameaçados por uma situação que pode chegar até a uma guerra civil. Ou a conflitos degenerando em repressão sangrenta. Ou ainda atentados e agressões contra os opositores. Certamente por etapas. Lembremos que Bolsonaro já afirmou que o país “precisa de uma guerra civil para mudar”, e que 30 mil mortos seria o mínimo necessário para fazer uma limpeza. Também já ameaçou várias vezes a oposição com a expressão “mandar todo mundo para a ponta da praia”. A ponta da praia era o lugar onde os torturadores desovavam os mortos da oposição à ditadura nos anos 60 e 70. E o grande ídolo de Bolsonaro é o notório torturador e assassino da ditadura, coronel Brilhante Ulstra.

Como evitar esta terrível ameaça? Não basta derrotar eleitoralmente Bolsonaro. Vai ser preciso derrotá-lo por uma larga margem de votos que mostre que o país não o aceita de forma nenhuma. Uma derrota de Bolsonaro por uma diferença de 20 pontos no primeiro turno tornaria muito mais difícil para o golpista arrancar apoio da alta oficialidade das FFAA para a sua desejada virada de mesa. Sem os altos comandos das FFAA é muito improvável que a oficialidade média faça uma sublevação, por mais que Bolsonaro tenha simpatias entre eles. Sem as FFAA, as polícias militares dificilmente se moverão para dar um golpe. E os milicianos dos clubes de tiro, se podem fazer muito estrago localmente, também não tem força para tomar o poder.

Apesar da derrama inacreditável de dinheiro por parte do governo, Bolsonaro está ainda entre 13 e 15 pontos atrás de Lula. Não se trata agora, apenas, de conquistar 5 pontos a mais no primeiro turno, embora isto seja essencial. Para conter os ímpetos golpistas de Bolsonaro seria da maior importância uma manifestação conjunta de todos os candidatos contra as ameaças do presidente aos resultados da eleição assim como todos os partidos que os apoiam deveriam se posicionar no mesmo sentido. Os movimentos da sociedade civil que se manifestaram no 11 de agosto deveriam também condenar estas ameaças de forma contundente.

À luz dos ataques constantes de Ciro à Lula, assim como os menos agressivos da senadora Tebet, esta posição pode parecer uma coisa ilusória. No entanto, o que está em jogo é tão mais importante que as críticas de ambos ao ex-presidente deveriam ser postas em segundo plano. Tenho confiança na responsabilidade política destes dois candidatos, assim como naqueles eleitores que os apoiam.

O que o Brasil precisa neste momento é uma frente de salvação nacional, em defesa da democracia. Não se trata de esquecer as diferenças, mas de adiá-las para outro momento. Com Lula eleito e empossado, não apenas Ciro e Tebet, mas todas as opiniões políticas terão garantido o espaço democrático para se manifestar, inclusive o bolsonarismo. Podemos ter muitas críticas ao Lula, mas não há dúvidas de que ele é um democrata.

Apelo entre angustiado e esperançoso a Ciro, Tebet e seus eleitores. O Brasil precisa muito da ajuda de vocês para afastar de vez o risco Bolsonaro à democracia.

Jean Marc von der Weid

Ex-presidente da UNE (69/71)

Fundador da ONG Agricultura Familiar e Agroecologia, (AS-PTA) em 1983

Membro do CONDRAF/MDA (2004/2016)

Militante independente, membro do movimento Geração 68 Sempre na Luta

A próxima eleição como plebiscito: biofilia versus necrofilia

 Na missa de páscoa canta-se um dos mais belos hinos do gregoriano no qual se diz:”a morte e a vida entreolhando-se travaram um duelo”(mors et vita duello conflixere mirando). E se conclui: “o senhor da vida,reina vivo”(dux vitae,regnat vivus).

Refiro este texto litúrgico como metáfora do que vejo se realizar nas próximas eleições: um plebiscito no qual se trava efetivamente um duelo  político entre dois projeto de Brasil e dois modelos de Presidente.Um projeto tem como representante e promotor um Presidente que claramente se aliou ao domínio da morte. Não quero eu dizê-lo mas o afirma umas das inteligências jurídicas mais brilhantes de nosso país, ex-governador do Rio Grande do Sul, ex-ministro da justiça, Tarso Genro:

“Para Jair Bolsonaro não há adversários, só há inimigos a serem abatidos pelas armas.Como um político que defende o justiçamento de suspeitos, o fuzilamento de “30 mil compatriotas”, o assassinato de um presidente pacífico e democrático, a tortura como método inquisitório, o fim a democracia política, que sustenta que o erro da ditadura não foi torturar, mas foi “não matar”, que explicita publicamente a sua admiração a Hitler e debocha da tortura sofrida por uma mulher digna – que estava sendo retirada da Presidência –, como este político foi covardemente naturalizado pelo “establishment” neoliberal e pelas grandes cadeias de comunicação, depois de ter cometido e repetido muitos crimes bárbaros e ainda ter feito uma consciente propaganda genocida contra a vacinação?”

Aqui fica claro um projeto de morte que, caso Bolsonaro for reeleito, irá implementá-lo. É o domino da necrofilia, a promoção da morte e de seus derivados como o ódio e a mentira.

No outro lado do duelo, há outro representante, Luis Inácio Lula da Silva. Não quero ser maniqueísta que só considera o bem de um lado e o mal do outro. Bem e mal se misturam. Mas há de se reconhecer que em Lula o bem ganha mais expressão. Apresenta um projeto cuja centralidade reside na vida a começar pelos que menos vida têm: os trinta milhões de famintos, os 110 milhões com insuficiência alimentar, os milhões de desempregados ou subempregados, os trabalhadores e os aposentados que viram diminuírem seus direitos,com o salário mínimo congelado. Para resumir, o primeiro a se fazer é garantir os mínimos: comida, saúde, trabalho, educação, casa, terra para produzir alimentos para o povo, segurança e oportunidade para aqueles que historicamente são os descendentes da senzala (54% da população) poderem entrar no ensino superior, universitário ou técnico. Governar é cuidar de todos, mas sempre a partir dos humilhados e ofendidos. A inspiração vem de Gandhi que dizia: fazer  política é ter um gesto amoroso para com o povo e  cuidar das coisas comuns. Ou nas palavras do Papa Francisco em sua Fratelli tutti: a política tem que ser feita com ternura “que é o amor se faz próximo e concreto,um movimento que procede do coração e chega aos olhos, aos ouvidos e às mãos”(n.196). É o reino da biofilia,do amor à vida.

Estes dois projetos, como num duelo, estão se enfrentando nesta eleição.Cabe aos cidadãos fazerem seu discernimento: finalmente que país nós queremos? Que Presidente é mais portador de vida, de meios de vida, de esperança e de gosto de viver? Não somos pedras que apenas existem. Não queremos só existir, queremos viver e conviver em paz  uns com os outros.

O que experimentamos no governo do atual Presidente foi o decrescimento em nossa humanidade, o abandono de milhares entregues à virulência do Covid-19 e que morreram quando poderiam ter sido salvos se não fosse o tenaz negacionismo oficial.

O que mais nos dói e envergonha é a falta de compostura da mais alta autoridade da nação que deveria viver as virtudes que gostaria ver realizadas no povo como a solidariedade,o cuidado de uns para com os outros e com a nossas riquezas naturais e a promoção de nossa ciência e cultura,por ele  agredidas de forma  vexaminosa. Ao contrário, predominou a difusão do ódio, das fake news, a boçalidade, a linguagem de baixo calão e todo tipo de discriminação  para com os afrodescendentes, os indígenas, os quilombolas, as mulheres,os pobres e os LGBT+ entre outros. Só poderemos superar este flagelo político-social e necrófilo se,no duelo, optarmos pelo projeto da  biofilia. Aqui me valho ainda do ex-governador Tarso Genro:”Há de se fazer,uma semana antes do pleito,um grande acordo político de governança e governabilidade, derrotando Jair Bolsonaro no primeiro turno,unida em torno do nome mais forte para vencer e conduzir a nação ao destino democrático e social que o nosso povo merece”.

Esse nome está emergindo como o preferido dos eleitores, Lula da Silva. É um sobrevivente da grande tribulação nacional, mostrou que foi capaz de humanizar a política, tirando o Brasil do mapa da fome e criar políticas sociais e populares que criaram oportunidades para os excluídos, para muitos outros e principalmente devolveram dignidade aos empobrecidos.

O destino de nossa nação está em nossas mãos. Depende da opção por aquilo que tire o Brasil do fosso no qual o lançaram e nos permita diminuir a nefasta desigualdade social e, por fim, nos conceda a alegre celebração da vida. A próxima eleição-duelo em 2 de outubro significará o grande teste: que Brasil e que Presidente, de fato, nós queremos. Oxalá triunfe o projeto da biofilia, do amor à vida, especialmente aquela sofrida das grandes maiorias.

Leonardo Boff é teólogo, filósofo e escritor e publicou: Brasil: concluir a refundação ou prolongar a dependência, Vozes 2018.