Der Gipfel der indigenen Völker:Der Kondor und der Adler

Leonardo Boff

Der Volksgipfel: Der renommierte Historiker und Kulturtheoretiker Emmanuel Todd prangerte bereits 2024 in scharfem Ton „Die Niederlage des Westens“ (La défaite de l’Occident) an. Er zeigte überzeugend auf, wie der Westen sich selbst besiegte, indem er nicht in der Lage war, sich aus seinen bereits nekrotischen Wurzeln – dem Kondor und dem Adler – neu zu erschaffen.

Was Todd über den Westen sagte, ließe sich auf die gesamte Zivilisation des Planeten übertragen, vielleicht mit Ausnahme Chinas unter Xi Jinping, das versucht, die ethischen und spirituellen Wurzeln der chinesischen Washeit wiederzuentdecken. Doch das Problem ist der Mangel an Freiheit. Die Geschichte lehrt uns, dass es dem Menschen zutiefst widerstrebt, seiner größten Gabe, der Freiheit, beraubt zu werden, mit der er sein Schicksal gestalten und seine Visionen verwirklichen kann.

Während die globalisierte Zivilisation fast vollständig orientierungslos ist, gilt dies nicht für die indigenen Völker von Abya Yala, dem Kuna-Namen für die amerikanischen Ureinwohner, der „reifes Land“ bedeutet. Dieser Name ist bereits von fast allen ethnischen Gruppen übernommen worden. Ein langer Weg wurde zurückgelegt. Auf dem Ersten Interamerikanischen Indigenenkongress, der 1940 in Pátzcuaro (Mexiko) stattfand, wurde die kolonialistische These der Homogenisierung und Assimilation der indigenen Völker in die dominante westliche Kultur noch immer vertreten.

Ab den 1960er Jahren begann sich alles zu verändern, als insbesondere unter jungen Menschen ein libertärer Geist aufkam. In diesem Kontext erwachte in allen südamerikanischen Ländern auch das indigene Bewusstsein. Die indigenen Völker weigerten sich, als „Eingeborene“(Naturais) bezeichnet zu werden, um sie von den „Zivilisierten“ abzugrenzen. Sie wollten das sein, was sie sind: wahre Völker: Maya, Inka, Azteken, Olmeken, Tolteken, Tupi-Guarani, Pataxó, Yanomami und Dutzende andere.

Ab 1990 fanden mehrere Treffen zwischen den indigenen Völkern des südlichen und nördlichen Amerikas statt. Sie suchten nach einer gemeinsamen, einzigartigen Identität. Schnell erkannten sie, dass sie nur im Widerstand und im Schutz ihrer Kultur etwas Gemeinsames finden konnten. Um jedoch Stärke zu erlangen, mussten sie ein Bündnis schmieden, das alle Völker des Nordens mit denen des Südens vereinen würde. Vereint konnten sie der dominanten westlichen Kultur entgegentreten, die sie seit jeher zu assimilieren versucht, ihre Identität, Kultur, Religion, angestammten Feste und Mythen zu opfern und ihnen ihr Land zu rauben.


Als Reaktion darauf wurde 2007 der Gipfel der Völker von Abya Yala ins Leben gerufen. Von großer Bedeutung war das Treffen in Porto Alegre im Jahr 2012, bei dem Dutzende von Ethnien und Unterstützergruppen das „Manifest der indigenen Völker von Abya Yala” verabschiedeten. Es enthielt folgende Forderungen: „Zur Verteidigung von Mutter Erde, für ein gutes Leben, ein erfülltes Leben und gegen die Kommerzialisierung des Lebens und von Mutter Natur”.

Der Text ist eindeutig: „Unsere Beziehung zu unserem Land und unseren Territorien ist die Grundlage unserer Existenz als Völker, die Grundlage unseres guten Lebens und unserer Erfüllung, in Harmonie mit Mutter Natur.“        Sie verstanden, dass die sogenannte „Entdeckung Amerikas oder Brasiliens“ eine Invasion und Eroberung durch die Europäer war, die sie mit beispielloser Gewalt kolonisierten, sich ihr Land aneigneten und vor allem nach Gold, Silber und Edelhölzern suchten. Heute schließen sich alle zusammen, um Widerstand zu leisten und ihre Identität wiederzugewinnen, was bedeutet, ihre Sprachen, Traditionen, Religionen und das Wissen der Ältesten und Schamanen zu bewahren.

Ein Schatten begleitet sie: die Ausrottung ihrer Vorfahren durch die europäischen Invasoren. Es kam zu einem der größten Völkermorde der Geschichte. Etwa 60 Millionen Angehörige dieser Urvölker wurden durch Vernichtungskriege oder durch von den Weißen eingeschleppte Krankheiten, gegen die sie keine Immunität hatten, sowie durch Zwangsarbeit getötet.

Die neuesten Daten wurden von der Pädagogin Moema Viezer und dem in Brasilien lebenden kanadischen Soziologen und Historiker Marcelo Grondin erhoben. Das Buch mit einem Vorwort von Ailton Krenak, ein Fürer der Indigenen beschreibt Region für Region, wie die systematische Ausrottung von Indigenen und sogar ganzen Völkern, wie im Fall von Hati, ablief. Es trägt den Titel Abya Yala: Völkermord, Widerstand und Überleben der Ureinwohner Amerikas (Verlag Bambual, Rio de Janeiro 2021).

Im Bewusstsein dieser Tragödie, die seine Brüder ereilt hatte, warnte der Schamane Davi Kopenawa Yanomami, ein Weiser der Yanomami-Nation, in dem Buch „Der Fall des Himmels“ vor der Fortsetzung dieses tödlichen Prozesses und sagte voraus, was die Schamanen seines Volkes spüren: „Die Menschheit steuert ihrem Ende entgegen“ (Companhia das Letras, 2015).

Am Ende einer dieser Begegnungen zwischen den Völkern des Großen Südens und des Großen Nordens erhob sich ein Schamane und sprach mit kräftiger, ruhiger Stimme: „Brüder und Schwestern, meine Verwandten. Hört diese Prophezeiung, die ein Ältester aus uralten Zeiten verkündet hat. Es wird ein Tag kommen, da der Adler des Nordens, der den Kondor des Südens vertrieben hat, hierher fliegen wird. Er wird den Kondor finden. Er wird ihn nicht länger verfolgen. Er wird ihn einladen, mit ihm zu fliegen. Und so geschah es. Mit ihren gewaltigen Schwingen begannen die beiden, der Kondor und der Adler, gemeinsam über jene Berge und Täler zu fliegen. Und sie wurden nie wieder getrennt.“

(Es versteht sich von selbst, dass der Adler die Vereinigten Staaten von Amerika und der Kondor Abya Yala den indigenen Kontinent Amerikas repräsentierte).

Und der Schamane schloss: „Der Tag ist gekommen: Hier sind wir, aus allen Teilen der Welt, aus dem Norden und dem Süden. Wir sind alle miteinander verwandt und die Erde ist unsere Große Mutter. Lasst uns unseren Brüdern und Schwestern aus aller Welt helfen, unsere Große Mutter zu lieben, zu achten und zu stärken. So können wir alle zusammen in diesem großen gemeinsamen Dorf leben.“ Er sprach und sagte es.

Diese Prophezeiung erfüllt sich unter den indigenen Völkern. Möge sie sich auch in uns erfüllen, solange wir noch Zeit haben.

Leonardo Boff,Autor für das ICL-Magazin LIBERTA

(https:// www.revistaliberta.com.br). Er schrieb auch „Caring for Our Common Home: How to Postpone the End of the World, Vozes 2025“. (https://www.leonardoboff.com)

Übersetzt von Bettina Goldhacker

A Cúpula dos Povos Originários: o Condor e a Águia

     Leonardo Boff

         O notório historiador e pensador da cultura Emmanuel Todd,em tom forte denunciava já em 2024 “A derrota do Ocidente”(La défaite de l’Occident).Mostrava com razões como o Ocidente foi derrotado por ele mesmo, por não poder se recriar a partir de suas próprias raízes já necrosadas.

O que Todd afirmou do Ocidente poder-se-á dizer de toda a civilização planetária,talvez à exceção da China  sob Xi Jinping que tenta resgatar as raízes éticas e espirituais da ancestral tradição chinesa. Mas o problema é a falta de liberdade.A história nos ensina que repugna ao ser humano ver-se privado desse dom maior que é a liberdade, com a qual pode moldar seu destino e expressar sua visão das coisas.

 Se quase a totalidade da civilização globalizada está à deriva,o mesmo não se pode dizer dos povos originários de Abya Yala, nome kuna para a Ameríndia, que significa “terra madura”. O nome já é incorporado por quase todas as etnias. Fez-se uma longa caminhada. No Primeiro Congresso Indigenista Interamericano celebrado em Pátzcuaro (México) em 1940 ainda se sustentava a tese colonialista da homogeneização e assimilação dos povos originários à cultura dominante, de cariz ocidental.

Tudo começou a mudar a partir dos anos 60, quando surgiram, especialmente entre os jovens, um espírito libertário. Neste contexto, em todos os países sul-americanos irrompeu também a consciência indígena como indígena. Os povos originários recusavam ser chamados de “naturais” para distingui-los dos “civilizados.Queriam ser o que são: verdadeiros povos:maias, incas, astecas, olmecas, toltecas,tupi-guarani, pataxó, yanomami e outras dezenas.

         A partir de 1990 fizeram-se vários encontros dos povos originários  do Grande Sul e também do  grande Norte. Buscava-se uma identidade própria que fosse algo comum.Deram-se logo conta que era na resistência e na salvaguarda da própria cultura que podiam encontrar algo comum.Mas para ter força precisavam  juntos forjar   uma articulação que unisse a todos os no Norte com os do Sul. Unidos, poderiam fazer frente ao rolo compressor da cultura dominante de viés ocidental que sempre tentou assimilá-los sacrificando sua própria identidade, a cultura, a religião, as festas e os mitos ancestrais. E roubar-lhes as terras.

         Em reação a tudo isso foi assim que em 2007 se criou a Cúpula dos Povos de Abya Yala. Muito importante foi o encontro de Porto-Alegre em 2012 quando dezenas de etnias e grupos de apoio lançaram o “Manifesto dos Povos indígenas de Abya Yala. Vinha com especificações:Em Defesa da Mãe Terra, pelo Bem Viver, a Vida Plena e Contra a Mercantilização da vida e da Mãe Natureza”.

 O texto é explícito: “A nossa relação com as nossas terras e territórios é a base da nossa existência enquanto povos, a base do nosso Bem Viver e Vida Plena, em harmonia com a Mãe Natureza”. Entenderam que a assim chamada “descoberta da América ou do Brasil” era uma invasão e conquista de europeus que os colonizaram com violência inaudita, se apropriando de suas terras, buscando mais que tudo ouro,prata e madeiras nobres. Hoje todos se unem ao redor da resistência e do resgate de suas identidades que implicam guardar as línguas, as tradições, as religiões e a sabedoria dos anciãos e pajés.

Uma sombra os acompanha: extermínio de  seus antepassados, infligido pelos invasores europeus.Ocorreu um dos maiores genocídios da história. Foram mortos por guerras de extermínio ou por doenças trazidas pelos brancos contra as quais não possuíam imunidade e por trabalhos forçados cerca de 60 milhões de representantes destes povos originários.

 Os dados mais recentes foram levantados pela  educadora Moema Viezer e pelo sociólogo e historiador canadense radicado no Brasil, Marcelo Grondin. O livro com prefácio de Ailton Krenak, detalha região por região como foi a matança sistemática de indígenas e até de inteiros povos, como ocorreu no Hati. Leva como título Abya Yala: genocídio, resistência e sobrevivência dos povos originários das Américas(Editora Bambual, Rio de Janeiro 2021).

 Ciente desta tragédia acontecida com seus irmãos, um sábio da nação yanomami, o pajé Davi Kopenawa Yanomami, entrevendo a continuidade desse processo mortal, advertiu no livro A Queda do Céu o que os xamãs de seu povo estão pressentindo:a corrida  da humanidade está rumando  na direção de seu fim”(Companhia das Letras,2015).

 No final de um desses encontros de povos do Grande Sul com o Grande Norte, um xamã se levantou e disse com voz forte e pausada. “Irmãos e irmãs, meus parentes. Escutai esta profecia,  dita por um ancião de tempos antigos. Vai chegar um dia em que a Águia do Norte que havia expulso o Condor do Sul, voará para cá. Vai encontrar o Condor. Não vai mais persegui-lo. Vai convidá-lo a voarem juntos. E de fato, assim foi. Abrindo ambos as grandes asas, os dois, o Condor e a Águia começaram a voar juntos por sobre aquelas terras e vales. E nunca mais se separaram”.

(Nem preciso esclarecer que a Águia representava os Estados Unidos da América e o Condor a Abya Yala, a Ameríndia).

E concluiu o xamã: “Este dia chegou: aqui estamos vindos de todas as partes, do Norte e do Sul. Somos todos parentes e temos a Terra como nossa Grande Mãe. Ajudemos os outros nossos irmãos e irmãs, de várias partes do mundo, a amar, respeitar e revitalizar nossa Grande Mãe. Assim  poderemos viver todos juntos na mesma grande Taba Comum”. Falou e disse.

Esta profecia está se realizando entre os povos originários. Que se realize também em nós enquanto tivermos ainda tempo.

Leonardo Boff escreve para a revista do ICL LIBERTA:(https:// www.revistaliberta.com.br). Escreveu também Cuidar da Casa comum: como protelar o fim do mundo, Vozes 2025 (https://www.leonardoboff.com).

O fracasso ético e moral da humanidade

Leonardo Boff

Nossa origem se encontra na África. Por isso somos todos africanos. O Vale do Rift que pode ser visto da Lua, com a extensão de  3 mil km, começando no norte da Síria e chegando ao centro de Moçambique é uma zona privilegiada. Nesse Vale se produziu uma grande divisão: de um lado,mais alto, ficaram as florestas nas quais nossos antepassados antropoides  e depois os símios  superiores como os gorilas e orangotangos viviam e tinham abundância de alimentos. Não precisavam evoluir para sobreviver.

Alguns ficaram na parte rebaixada do Vale do Rift tornada uma espécie de savana. Nossos ancestrais neste “nordeste seco” evoluíram em seu corpo, começaram a andar em pé e em seu cérebro com mais sinapses de seus neurônios, propiciando um pensamento inicial, no afã de buscar o necessário para a sobrevivência. Ecologicamente a vida  na savana não é tão abundante em meios de vida quanto as demais bioregiões. Em 1974 descobriu-se um fóssil bastante completo,  no deserto de Afar na Etiópia, datado de 3,18 milhões de anos. Parecia ser  de uma mulher. Por isso, foi chamada de “Lucy”, nome tirado de uma canção dos Beatles “Lucy in the Sky with Daimonds”.

         Concluindo: a bioantropologia deixou claro que nós, seres humanos, derivamos de um ancestral comum. Não era um macaco como comumente se pensa, mas um primata primitivo que se bifurcou: por um lado deu origem aos grandes símios, acima referidos, e por outro as várias fases do ser humano,como o homo habilis, depois o homo erectus e, por fim, o homo sapiens, donde nós procedemos

A grande mudança começou com o homo habilis há mais de 2 milhões de anos. Ele já utilizava instrumentos como pedras pontiagudas, paus aguçados e ossos grossos com os quais intervinha na natureza e facilitava a caça de animais. Mas essa intervenção não era ainda destrutiva.

         Com a diferença de centenas de anos, surgiu o homo erectus, já bípede que utilizava instrumentos mais potentes a ponto de, em grupos coordenados, caçar bovinos e até elefantes. Usou pela primeira vez  o fogo introduzindo uma verdadeira revolução cultural passando do cru para o cozido, como foi estudado pelo antropólogo Claude Levy Strauss. Cresceu a intervenção na natureza atingindo animais maiores, como as grandes preguiças.

Depois de ter permanecido por milênios na África, migrando de um lugar ao outro,mas sempre dentro do continente africano, começou a grande migração do  homo erectus.Emigrou para a Eurásia, para a Ásia Central, chegando à Índia, à China até a Austrália. Mais tarde os seus descendentes o homo sapiens chegaram às Américas por volta de 20 mil  anos atrás e assim ocupar todo  o planeta.

Do emigrante  homo erectus chegamos ao homo sapiens de 100 mil anos atrás. Este introduziu há  10 mil anos talvez a maior revolução na história já realizada, a única universalizada, cujas consequências perduram e se aprofundaram até os dias atuais. É a revolução do neolítico. Os seres humanos ficaram sedentários: criaram vilas e cidades. A grande invenção foi a agricultura e a irrigação, especialmente junto aos grandes rios, Tigre, Eufrates, Nilo e Indo.

         Com a agricultura formou-se  um superavit de meios de vida.  Agora começa seu processo de violência e  agressão, não só contra a natureza como vinha fazendo crescentemente até esta data, mas  contra outros seres humanos. A produção agrícola produziu excedentes em boa quantidade. Isso possibilitou a guerra, pois havia reservas para alimentar os soldados. Foi nesse momento em que o historiador Arnold Toynbee em sua imensa obra  A Study of History viu o surgimento do fenômeno que jamais desapareceu da face da Terra: a guerra. Começou a verdadeira “abominação da desolação” como biblicamente se descreve o nível da destrutividade humana.

Mas a sistemática violência contra outros seres humanos e a natureza ganhou dimensões nunca vistas antes com o processo de colonização e escravização de África e da América Latina e de outras regiões a partir da Europa. Milhões foram sacrificados.Só nas Américas 61 milhões, no espaço de um século e meio. Foi o maior holocausto da história. Houve verdadeiros genocídios,atualizados nos dias atuais,como aquele da Faixa de Gaza contra os palestinos. A inauguração da industrialização moderna até a presente data com as formas mais sofisticadas de dominação de pessoas e da depredação de praticamente todos os ecossistemas, utilizando a IA, propiciou o auge do uso da violência. Até criarmos o princípio de autodestruição com todo tipo de armas mortais.

Devemos reconhecer que graças às ciências e às técnicas modernas o bem estar humano cresceu prodigiosamente.Tornou a vida mais cômoda e mais longeva,embora grande parte da humanidade seja condenada à exclusão desses benefícios.Indubitavelmente houve um progresso em todos os âmbitos,na saúde, da educação, na mobilidade e outras mil invenções. Mas não devemos nos orgulhar, pois como observou o geneticista francês André Langaney(*1942) as algas e as borboletas desenvolvera mais o DNA que nós. Em termos de massa, os vermes da terra a possuem mais do que a de toda a humanidade.

         Não obstante este desenvolvimento cultural,em termos morais (modos de organizar a vida) e éticos (os princípios que orientam a vida) estamos ainda na pré-história. Acompanhou-nos sempre  a maldade, a crueldade, a mentira intencionada e a falta de empatia como verificamos em nossos dias.Os escândalos de pedofilia e se abusos inomináveis a jovens meninas, atestados nos arquivos de Epstein,envolvendo o presidente Trump e outros nos testemunham o nível da degradação moral e ética.

Somos os últimos dos seres portadores de inteligência reflexa a entrar no processo da evolução. No derradeiro minuto antes da meia-noite, se reduzirmos a idade do universo (13,7 bilhões de anos) ao calendário de um ano.Será que ainda temos a chance de fazer predominar a bondade sobre a brutalidade, o cuidado sobre a destrutividade de nosso modo de viver? Um insano como o Presidente Donald Trump ameaça usar seu poder militar para submeter todos os países, com o risco de eliminar por uma guerra nuclear, a vida humana.Ou por sua incontida vontade de poder destrutivo seria aquele, o inimigo da vida, representante do Anti-Cristo, que poria fim à saga humana? A Terra continuará a girar por milênios ao redor do sol, mas sem nós ou apenas com os trilhões de trilhões micro-organismos no subsolo que sobreviverão. O destino está em nossas decisões,em nossas mãos. Como salvar a nós e a vida fazendo do amor,do cuidado e da empatia os eixos estruturadoras de um novo tipo de civilização? Sem isso não teremos futuro.

Leonardo Boff é ecoteólogo, filósofo e escritor e escreve para a revista LIBERTA do Instituto Conhecimento Liberta (ICL: (https://www.revistaliberta.com.br); A nova visão do universo:de onde viemos? Animus-Anima,Petrópolis 2025; site:www.leonardoboff.org

Das ethische und moralische Versagen der Menschheit

Leonardo Boff

Unsere Ursprünge liegen in Afrika. Deshalb sind wir alle Afrikaner. Der vom Mond aus sichtbare Ostafrikanische Grabenbruch(Rieft Valley) erstreckt sich über 3.000 km, von Nordsyrien bis ins Zentrum Mosambiks, und ist ein privilegiertes Gebiet. In diesem Tal gab es eine große Trennlinie: Auf der einen Seite, höher gelegen, befanden sich die Wälder, in denen unsere menschenähnlichen Vorfahren und später die höheren Affen wie Gorillas und Orang-Utans lebten und reichlich Nahrung fanden. Sie mussten sich nicht weiterentwickeln, um zu überleben.

Einige blieben im tiefer gelegenen Teil des Rift Valley, der sich zu einer Art Savanne entwickelt hatte. Unsere Vorfahren in diesem „brasilianischen trockenen Nordosten“ entwickelten sich körperlich weiter, begannen aufrecht zu gehen, und ihr Gehirn bildete mehr Synapsen aus, was erste Denkprozesse im Streben nach dem Überleben ermöglichte. Ökologisch gesehen ist das Leben in der Savanne nicht so ressourcenreich wie in anderen Bioregionen. 1974 wurde in der Afar-Wüste in Äthiopien ein recht vollständiges Fossil entdeckt, das auf ein Alter von 3,18 Millionen Jahren datiert wurde. Es schien das einer Frau zu sein. Daher wurde sie „Lucy“ genannt, nach dem Beatles-Song „Lucy in the Sky with Diamonds“.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bioanthropologie eindeutig belegt hat, dass wir Menschen von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen. Dieser war nicht, wie oft angenommen, ein Affe, sondern ein primitiver Primat, der sich in verschiedene Gruppen aufspaltete: Einerseits brachte er die oben genannten Menschenaffen hervor, andererseits die verschiedenen Entwicklungsstufen der Menschheit, wie Homo habilis, dann Homo erectus und schließlich Homo sapiens, und soäter der Homo sapiens sapiens von dem wir abstammen.

Der große Wandel begann mit dem Homo habilis vor mehr als zwei Millionen Jahren. Schon damals nutzten sie Werkzeuge wie zugespitzte Steine, Stöcke und dicke Knochen, mit denen sie die Natur bearbeiteten und die Jagd auf Tiere erleichterten. Doch diese Eingriffe waren noch nicht zerstörerisch.

Jahrhunderte später erschien der Homo erectus, bereits zweibeinig und mit leistungsfähigeren Werkzeugen ausgestattet, sodass er in organisierten Gruppen Rinder und sogar Elefanten jagte. Er nutzte als Erster das Feuer und leitete damit eine wahre kulturelle Revolution ein, indem er von roher zu gekochter Nahrung überging, wie der Anthropologe Claude Lévi-Strauss untersuchte. Sein Eingriff in die Natur intensivierte sich und erstreckte sich auch auf größere Tiere wie Riesenfaultiere.

Nachdem der Homo erectus Jahrtausende lang in Afrika geblieben war und innerhalb des afrikanischen Kontinents immer wieder umhergewandert war, begann die große Migration. Er wanderte nach Zentralasien und erreichte schließlich Indien, China und Australien. Später, vor etwa 20.000 Jahren, besiedelten seine Nachkommen, der Homo sapiens sapiens, Amerika und damit den gesamten Planeten.

Vom eingewanderten Homo erectus gelangten wir vor 100.000 Jahren zum Homo sapiens sapiens. Diese Art brachte vor 10.000 Jahren die vielleicht größte Revolution der Geschichte hervor, die einzige, die sich weltweit durchsetzte und deren Folgen bis heute fortwirken und sich vertieft haben: die neolithische Revolution. Die Menschen wurden sesshaft und gründeten Dörfer und Städte. Die bedeutendste Erfindung war die Landwirtschaft mit Bewässerung, insbesondere an den großen Flüssen Tigris, Euphrat, Nil und Indus.

Die Landwirtschaft hatte einen Ressourcenüberschuss geschaffen. Nun begann ein Prozess der Gewalt und Aggression, nicht nur gegen die Natur, wie sie es bis dahin zunehmend getan hatte, sondern auch gegen andere Menschen. Die landwirtschaftliche Produktion brachte beträchtliche Überschüsse hervor. Dies ermöglichte Kriege, da Reserven zur Versorgung der Soldaten vorhanden waren. In diesem Moment erkannte der Historiker Arnold Toynbee in seinem monumentalen Werk „A Study of History“ das Entstehen eines Phänomens, das nie von der Erde verschwunden ist: den Krieg. Der wahre „Gräuel der Verwüstung“, wie die Bibel das Ausmaß menschlicher Zerstörungswut beschreibt, begann.

Doch die systematische Gewalt gegen andere Menschen und die Natur erreichte mit der Kolonisierung und Versklavung von Personen aus Afrika, Lateinamerika und anderer Regionen Europas ein beispielloses Ausmaß. Millionen wurden geopfert. Allein in Amerika 61 Millionen innerhalb von anderthalb Jahrhunderten. Es war der größte Holocaust der Geschichte. Es gab regelrechte Völkermorde, die bis heute fortbestehen, wie beispielsweise der Völkermord im Gazastreifen an den Palästinensern. Die moderne Industrialisierung bis heute, mit ihren hochentwickelten Formen der Beherrschung von Menschen und der Zerstörung praktisch aller Ökosysteme mithilfe von KI, hat den Höhepunkt der Gewaltanwendung erreicht. Bis hin zur Entstehung des Prinzips der Selbstzerstörung durch alle Arten tödlicher Waffen.

         Wir müssen anerkennen, dass das menschliche Wohlbefinden dank moderner Wissenschaft und Technologie enorm zugenommen hat. Es hat das Leben komfortabler und länger gemacht, obwohl ein großer Teil der Menschheit von diesen Vorteilen ausgeschlossen bleibt. Zweifellos gab es Fortschritte in allen Bereichen: Gesundheit, Bildung, Mobilität und unzählige andere Erfindungen. Doch wir sollten nicht stolz sein, denn wie der französische Genetiker André Langaney (*1942) feststellte, haben Algen und Schmetterlinge mehr DNA entwickelt als wir. Regenwürmer besitzen, gemessen an der Masse, mehr Masse als die gesamte Menschheit.

Trotz dieser kulturellen Entwicklung befinden wir uns in moralischer (Lebensgestaltung) und ethischer Hinsicht (Lebensprinzipien) noch immer in der Vorgeschichte. Boshaftigkeit, Grausamkeit, bewusste Lügen und ein Mangel an Empathie begleiten uns seit jeher, wie wir auch heute noch beobachten. Die in den Epstein-Akten dokumentierten Skandale um Pädophilie und unbeschreiblichen Missbrauch junger Mädchen, in den auch Präsident Trump und andere verwickelt waren, zeugen vom Ausmaß des moralischen und ethischen Verfalls.

Wir sind die letzten Wesen mit reflexiver Intelligenz, die in den evolutionären Prozess eintreten. Wenn wir in der letzten Minute vor Mitternacht das Alter des Universums (13,7 Milliarden Jahre) auf ein Kalenderjahr reduzieren, haben wir dann noch eine Chance, das Gute über die Brutalität, die Fürsorge über die Zerstörungswut unserer Lebensweise siegen zu lassen? Ein Wahnsinniger wie Präsident Donald Trump droht, seine militärische Macht zur Unterwerfung aller Länder einzusetzen und riskiert damit die Auslöschung der Menschheit durch einen Atomkrieg. Oder wird er, der Feind des Lebens, der Repräsentant des Antichristen, durch seinen ungezügelten Zerstörungswillen die Menschheitsgeschichte beenden? Die Erde wird sich noch Jahrtausende um die Sonne drehen, aber ohne uns oder nur mit den Abermillionen von Mikroorganismen im Erdreich, die überleben werden. Unser Schicksal liegt in unseren Entscheidungen, in unseren Händen. Wie können wir uns und das Leben retten, indem wir Liebe, Fürsorge und Empathie zu den tragenden Säulen einer neuen Zivilisation machen? Ohne dies haben wir keine Zukunft.

Leonardo Boff ist Ökotheologe, Philosoph und Autor. Er schreibt unter anderem für die Zeitschrift LIBERTA des Instituto Conhecimento Liberta (ICL: https://www.revistaliberta.com.br) und veröffentlichte das Buch „Die neue Vision des Universums: Woher kommen wir?“ (Animus-Anima, Petrópolis 2025). Weitere Informationen finden Sie auf seiner Website: http://www.leonardoboff.org