Die Enzyklika Lumen Fidei: Erste Eindrücke

Die Enzyklika Lumen Fidei erscheint zwar mit der Unterschrift des Papstes Franziskus, doch weiß man, dass sie vom vorherigen, jetzt emeritierten Papst Benedikt XVI verfasst wurde. Papst Franziskus räumt dazu ein: «Ich stelle Ihre wertvolle Arbeit fertig, indem ich den Text durch einige Beiträge ergänze.» (Nr. 7). Und so musste es auch geschehen, sonst würde der Text nicht als vom päpstlichen Lehramt verfasst gelten. Es hätte sich dann nur um einen theologischen Text gehandelt, verfasst von jemandem, der irgendwann einmal Papst war.

 

Benedikt XVI wollte eine Trilogie über die Kardinaltugenden schreiben. Er schrieb über die Hoffnung und über die Liebe. Doch es fehlte noch eine Abhandlung über den Glauben, die nun Papst Franziskus als eigene Hinzufügung verfasste.

 

Die Enzyklika bringt nichts sensationell Neues, das die Aufmerksamkeit der Gemeinschaft der Theologen und Theologinnen bzw. die der  Gläubigen oder der breiten Öffentlichkeit erregen könnte. Es handelt sich um einen hochtheologischen Text, in kunstvollem Stil, voller biblischen Zitate und Worte der Heiligen Väter. Kurioserweise zitiert er Autoren der abendländischen Kultur wie Dante, Buber, Dostojewski, Nietzsche, Wittgenstein, Romano Guardini und den Dichter Thomas Eliot. Man kann klar die Handschrift Papst Benedikts XVI erkennen, insbesondere in den ausgefeilten Diskussionen, die selbst für die Theologen schwer zu verstehen sind mit ihren griechischen und hebräischen Ausdrücken, wie sie den Doktoren und Lehrmeistern eigen sind. Es ist ein Text, der sich an die Kirche wendet. Er spricht vom Licht des Glaubens zu denen, die sich bereits in einer vom Glauben erhellten Welt befinden. So gesehen handelt es sich um eine innersystemische Reflexion.

 

Darüber hinaus handelt es sich um einen typisch westlich-europäischen Schreibstil. Im Text kommen nur europäische Autoritäten zu Wort. Die kontinentalen Kirchen mit ihren Traditionen, Theologien, Heiligen und Glaubenszeugen werden nicht berücksichtigt. Man kann diesen Solipsismus nicht übersehen, da nur 24 % der Katholiken in Europa leben, der Rest außerhalb Europas, davon 62 % in der sogenannten Dritten und Vierten Welt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Katholik aus Südkorea, Indien, Angola, Mosambik oder gar aus den Anden diese Enzyklika lesen wird. Sie würden kaum etwas von dem Geschriebenen verstehen, noch sich in einer solchen Argumentationsweise wiederfinden.

 

Der Leitfaden in der theologischen Argumentation ist typisch für die Denkart Joseph Ratzingers als Theologe: das Thema „Wahrheit“ besitzt ein nahezu obsessives Übergewicht, wie ich finde. Im Namen dieser Wahrheit macht er Front gegen die Moderne. Es fällt ihm schwer, ein Thema zu akzeptieren, das der Moderne so teuer ist: die Autonomie des Subjekts und ihre Verwendung im Licht der Vernunft. Joseph Ratzinger sieht darin einen Ersatz für das Licht des Glaubens. Er nimmt nicht die Haltung ein, die vom 2. Vatikanischen Konzil so sehr empfohlen wurde. Diese sieht vor, in der Begegnung mit den zeitgenössischen kulturellen, philosophischen und ideologischen Strömungen die sich darin befindlichen Wahrheitskörnchen zu erkennen und von dort aus den mit Kritik und Ergänzungen in den Dialog zu treten. Es wäre eine Blasphemie gegen den Heiligen Geist, in den Gedanken der Moderne nichts als Lügen und Unwahrheiten zu sehen.

 

Für Ratzinger ist selbst die Liebe der Wahrheit unterworfen, ohne welche es nicht möglich wäre, die Isolierung des „Ich“ aufzubrechen (Nr. 27). Wir wissen aber, dass die Liebe ihre eigenen Gründe hat und einer anderen, andersartigen Logik gehorcht, ohne jedoch der Wahrheit zu widersprechen. Die Liebe kann die Wahrheit zwar nicht klar erkennen, doch sie sieht sie mit mehr Tiefe. Schon Augustinus sagte, worin er Plato folgte, dass wir nur das wirklich verstehen, was wir lieben. Für Ratzinger besteht „die Liebe in der Erfahrung der Wahrheit“ (Nr. 27) und „ohne die Wahrheit rettet der Glaube nicht“ (Nr. 24). Diese Aussage ist – im Hinblick auf die Theologie – problematisch, denn die ganze Tradition, vor allem die Konzilien, besagen, dass „nur die von der Liebe geprägte Wahrheit rettet“ (fides caritate informata). Ohne Liebe ist die Wahrheit für das Heil nicht ausreichend. In heutiger Sprache ausgedrückt: Was uns rettet, sind nicht wahre Predigten, sondern wirksame Taten.

 

Alle Schreiben des Lehrstuhls werden von vielen Händen geschrieben, da man versucht, die diversen akzeptablen theologischen Strömungen zu berücksichtigen. Am Schluss verleiht der Papst den Schreiben den seine Form und erteilt seine Billigung. So geschah es auch mit dem vorliegenden Dokument. Im Schlussteil, der aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Feder  Papst Franziskus‘ stammt, ist eine bemerkenswerte Offenheit erkennbar, die schwerlich mit den vorhergehenden, sehr doktrinären Abschnitten in Einklang zu bringen ist. Diese bekräftigen nachdrücklich, dass das Licht des Glaubens alle Bereiche des menschlichen Lebens erleuchtet. Im letzten Teil ist die Haltung eine bescheidenere: „Der Glaube ich nicht das Licht, das all unsere Dunkelheiten vertreibt, sondern er ist eine Lampe, die unsere Schritte durch der Nacht leitet, und das reicht für unseren Weg“ (Nr. 57). Theologisch präzise wird festgestellt, dass es beim „Bekenntnis des Glaubens nicht so sehr darum geht, seine Zustimmung zu einer Sammlung von abstrakten Wahrheiten zu geben. Im Gegenteil, durch das Bekenntnis tritt das ganze Leben ein in einen Weg hin auf die volle Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott“ (Nr. 45).

 

Der reichhaltigste Abschnitt aus meiner Sicht ist die Nr. 45, in der das Credo erklärt wird. Hier macht er eine Bemerkung, die über die Theologie hinaus geht und die Philosophie berührt: „Der Glaubende sagt so, dass die Mitte des Seins, das tiefste Geheimnis aller Dinge, die innergöttliche Gemeinschaft ist“ (Nr. 45). Und er fügt hinzu: „dass dieser Gott, der Gemeinschaft ist (…) die ganze Geschichte des Menschen zu umfangen vermag und fähig ist, ihn in die Dynamik seiner Gemeinschaft hineinzuführen“ (Nr. 45).

 

Doch die Enzyklika weist einen schmerzhaften Mangel auf, durch den sie einen Großteil ihrer Bedeutung einbüßt: Sie geht nicht auf die Glaubenskrise der Menschen von heute ein, nicht auf ihre Zweifel und Fragen, auf die auch der Glaube keine Antwort gibt: Wo war Gott im Tsunami, der Tausende von Menschenleben gefordert hat, oder in Fukushima? Wie kann man noch glauben, nachdem im Lauf unserer Geschichte Tausende von Indianern durch Christen massakriert wurden, Tausende Menschen in den Militärdiktaturen der 70er und 80er Jahre gefoltert und umgebracht wurden? Wie seinen Glauben bewahren nach den Millionen von Toten in den Vernichtungslagern der Nazis? Die Enzyklika bietet keinen Hinweis, wie man auf diese Ängste reagieren kann. Glauben ist immer ein „Glauben trotz …“ Der Glaube nimmt nicht die Zweifel und Ängste eines Jesus hinweg, der am Kreuz schreit: „Vater, warum hast du mich verlassen?“ Der Glaube muss durch diese Hölle gehen und zur Hoffnung werden, dass alles einen Sinn hat, der jedoch in Gott verborgen bleibt. Wann wird er sich offenbaren?

Übersezt von Bettina Gold-Hartnacl

 

 

L’erosione del sentimento della vita sociale e le manifestazioni di strada

Lentamente diventa chiaro che le massicce manifestazioni di piazza avvenute negli ultimi tempi in Brasile e anche in giro per il mondo, esprimono più che rivendicazioni precise – come migliore qualità dei trasporti urbani, migliore sanità, educazione, risanamento, lavoro, sicurezza – sono segno del rifiuto della corruzione e della democrazia consociativa. Fermenta nel profondo, direi quasi nell’inconscio, ma non è meno reale: il sentimento di una rottura generalizzata, di frustrazione, di delusione, di erosione del senso della vita, di angustia e paura davanti a una tragedia ecologico-sociale che si annuncia da tutte le parti e che può mettere a rischio il futuro comune dell’umanità. Potremmo essere una delle due ultime generazioni ad abitare questo pianeta. Non è senza ragione che il 77% dei manifestanti abbiano fatto corsi di istruzione superiore, vale a dire, è gente capace di sentire questo malessere del mondo e di esprimerlo come rifiuto a tutto quello che c’è dentro.

Primo, è un malessere davanti al mondo globalizzato. Quello che vediamo ci fa vergognare perché significa la razionalizzazione dell’irrazionale: l’impero nordamericano, in decadenza, per mantenersi, deve tenere sotto controllo gran parte dell’umanità, usare la violenza diretta contro chi si oppone, mentire sfacciatamente come nella motivazione della guerra contro l’Iraq, non rispettare per prassi, qualsiasi diritto e norma internazionale come il «sequestro» del Presidente Evo Morales della Bolivia, eseguito da europei ma forzati dei corpi di sicurezza nordamericani. Negano i valori umanitari e democratici della loro storia che hanno ispirato altri paesi.

Secondo. La situazione del nostro Brasile. Nonostante le politiche sociali del governo PT che hanno alleviato la vita di milioni di poveri, esiste un oceano di sofferenza, generato dalla moltiplicazione delle favelas delle città, dai bassi salari e dall’avidità della macchina produttivistica di stampo capitalista, che a causa della crisi sistemica e della concorrenza sempre più feroce, sfrutta fino all’estremo la forza- lavoro. Faccio solo un esempio: una ricerca eseguita nell’Università di Brasilia ha accertato che tra il 1996 e il 2005, ogni 20 giorni un bancario si suicidava, a causa delle pressioni per traguardi, eccesso di compiti e il timore della disoccupazione. Per non dire della farsa che rappresenta la nostra democrazia. Mi servo della parola di uno scienziato sociale Pedro Demo, professore della UNB, nella sua introduzione a sociologia (2002): “La nostra democrazia è la messinscena nazionale di ipocrisia raffinata piena di leggi “belle”, ma fatte sempre, in ultima istanza, per l’élite dominante perché le serva dall’inizio fino alla fine. ‘Politico’ si intende persona con queste caratteristiche: guadagna bene, lavora poco, fa accordi, dà lavoro ai parenti e mantenuti, si arricchisce a danno delle risorse pubbliche e entra nel mercato dal punto più comodo… Volendo saldare la democrazia alla giustizia sociale, la nostra democrazia sarebbe la sua stessa negazione”(p.330.333). Adesso capiamo perché la piazza chiede una riforma politica profonda e un altro tipo di democrazia dove il popolo possa partecipare alle decisioni delle politiche per il paese.

Terzo. Il degrado delle istanze del sacro. La Chiesa Cattolica ci ha offerto i principali scandali che hanno sfidato la fede dei cristiani: pedofilia di preti, vescovi e perfino cardinali. Scandali sessuali dentro la stessa Curia romana, l’organo di fiducia del Papa. Manipolazione di milioni di euro dentro la banca vaticana (IOR) dove alti ecclesiastici si erano alleati a mafiosi e corrotti miliardari italiani per lavare il denaro, chiese pentecostali che attirano nei loro programmi televisivi migliaia di fedeli, usando la logica del mercato e trasformando la religiosità popolare in un affare infame. Dio e la Bibbia sono messi a servizio della disputa di marketing per vedere chi attira più telespettatori. Settori della Chiesa cattolica non sfuggono a questa logica con spettacolarizzazione di messe-shows e di preti-cantanti con il loro facile fai-da-te e le loro canzoni smielate. Infine non sfugge al malessere generalizzato la situazione drammatica del pianeta. Tutti si rendono conto che il progetto di crescita materiale sta distruggendo le basi che sostenevano la vita, devastando le foreste, decimando la biodiversità e provocando eventi sempre più estremi. La reazione della Madre Terra avviene attraverso il riscaldamento globale che non cessa di salire; se arriverà nei prossimi decenni a 4-6 °C, attraverso un riscaldamento in verticale, questo può decimare la vita che conosciamo e rendere impossibile la sopravvivenza della nostra specie con la sparizione della nostra civiltà.

Non è più tempo per illuderci, coprendo la ferita della Terra con cerotti. O cambiamo direzione, conservando le condizioni di vitalità della Terra o l’abisso è lì che ci aspetta. Come insiste la Carta della Terra: “Le nostre sfide ambientali, economiche, politiche, sociali e spirituali sono tra loro intrecciate”; questo intreccio reale, ma in parte inconsapevole, porta in piazza migliaia di persone che vogliono un altro mondo possibile e adesso necessario. O approfittiamo dell’opportunità per cambiare o non ci sarà più futuro per nessuno. L’inconscio collettivo intuisce questo dramma e da lì il grido della piazza che reclama cambiamenti. Se non diamo retta alle richieste, potremo rimandare la tragedia ma non la eviteremo. Adesso è il momento di ascoltare e agire.

Leonardo Boff è autore di Proteggere la terra e prendersi cura della vita: come scampare alla fine del mondo, Record 2010.

Traduzione di Romano Baragli

L’erosione del sentimento della vita sociale e le manifestazioni di strada

Lentamente diventa chiaro che le massicce manifestazioni di piazza avvenute negli ultimi tempi in Brasile e anche in giro per il mondo, esprimono più che rivendicazioni precise – come migliore qualità dei trasporti urbani, migliore sanità, educazione, risanamento, lavoro, sicurezza – sono segno del rifiuto della corruzione e della democrazia consociativa. Fermenta nel profondo, direi quasi nell’inconscio, ma non è meno reale: il sentimento di una rottura generalizzata, di frustrazione, di delusione, di erosione del senso della vita, di angustia e paura davanti a una tragedia ecologico-sociale che si annuncia da tutte le parti e che può mettere a rischio il futuro comune dell’umanità. Potremmo essere una delle due ultime generazioni ad abitare questo pianeta. Non è senza ragione che il 77% dei manifestanti abbiano fatto corsi di istruzione superiore, vale a dire, è gente capace di sentire questo malessere del mondo e di esprimerlo come rifiuto a tutto quello che c’è dentro.

Primo, è un malessere davanti al mondo globalizzato. Quello che vediamo ci fa vergognare perché significa la razionalizzazione dell’irrazionale: l’impero nordamericano, in decadenza, per mantenersi, deve tenere sotto controllo gran parte dell’umanità, usare la violenza diretta contro chi si oppone, mentire sfacciatamente come nella motivazione della guerra contro l’Iraq, non rispettare per prassi, qualsiasi diritto e norma internazionale come il «sequestro» del Presidente Evo Morales della Bolivia, eseguito da europei ma forzati dei corpi di sicurezza nordamericani. Negano i valori umanitari e democratici della loro storia che hanno ispirato altri paesi.

Secondo. La situazione del nostro Brasile. Nonostante le politiche sociali del governo PT che hanno alleviato la vita di milioni di poveri, esiste un oceano di sofferenza, generato dalla moltiplicazione delle favelas delle città, dai bassi salari e dall’avidità della macchina produttivistica di stampo capitalista, che a causa della crisi sistemica e della concorrenza sempre più feroce, sfrutta fino all’estremo la forza- lavoro. Faccio solo un esempio: una ricerca eseguita nell’Università di Brasilia ha accertato che tra il 1996 e il 2005, ogni 20 giorni un bancario si suicidava, a causa delle pressioni per traguardi, eccesso di compiti e il timore della disoccupazione. Per non dire della farsa che rappresenta la nostra democrazia. Mi servo della parola di uno scienziato sociale Pedro Demo, professore della UNB, nella sua introduzione a sociologia (2002): “La nostra democrazia è la messinscena nazionale di ipocrisia raffinata piena di leggi “belle”, ma fatte sempre, in ultima istanza, per l’élite dominante perché le serva dall’inizio fino alla fine. ‘Politico’ si intende persona con queste caratteristiche: guadagna bene, lavora poco, fa accordi, dà lavoro ai parenti e mantenuti, si arricchisce a danno delle risorse pubbliche e entra nel mercato dal punto più comodo… Volendo saldare la democrazia alla giustizia sociale, la nostra democrazia sarebbe la sua stessa negazione”(p.330.333). Adesso capiamo perché la piazza chiede una riforma politica profonda e un altro tipo di democrazia dove il popolo possa partecipare alle decisioni delle politiche per il paese.

Terzo. Il degrado delle istanze del sacro. La Chiesa Cattolica ci ha offerto i principali scandali che hanno sfidato la fede dei cristiani: pedofilia di preti, vescovi e perfino cardinali. Scandali sessuali dentro la stessa Curia romana, l’organo di fiducia del Papa. Manipolazione di milioni di euro dentro la banca vaticana (IOR) dove alti ecclesiastici si erano alleati a mafiosi e corrotti miliardari italiani per lavare il denaro, chiese pentecostali che attirano nei loro programmi televisivi migliaia di fedeli, usando la logica del mercato e trasformando la religiosità popolare in un affare infame. Dio e la Bibbia sono messi a servizio della disputa di marketing per vedere chi attira più telespettatori. Settori della Chiesa cattolica non sfuggono a questa logica con spettacolarizzazione di messe-shows e di preti-cantanti con il loro facile fai-da-te e le loro canzoni smielate. Infine non sfugge al malessere generalizzato la situazione drammatica del pianeta. Tutti si rendono conto che il progetto di crescita materiale sta distruggendo le basi che sostenevano la vita, devastando le foreste, decimando la biodiversità e provocando eventi sempre più estremi. La reazione della Madre Terra avviene attraverso il riscaldamento globale che non cessa di salire; se arriverà nei prossimi decenni a 4-6 °C, attraverso un riscaldamento in verticale, questo può decimare la vita che conosciamo e rendere impossibile la sopravvivenza della nostra specie con la sparizione della nostra civiltà.

Non è più tempo per illuderci, coprendo la ferita della Terra con cerotti. O cambiamo direzione, conservando le condizioni di vitalità della Terra o l’abisso è lì che ci aspetta. Come insiste la Carta della Terra: “Le nostre sfide ambientali, economiche, politiche, sociali e spirituali sono tra loro intrecciate”; questo intreccio reale, ma in parte inconsapevole, porta in piazza migliaia di persone che vogliono un altro mondo possibile e adesso necessario. O approfittiamo dell’opportunità per cambiare o non ci sarà più futuro per nessuno. L’inconscio collettivo intuisce questo dramma e da lì il grido della piazza che reclama cambiamenti. Se non diamo retta alle richieste, potremo rimandare la tragedia ma non la eviteremo. Adesso è il momento di ascoltare e agire.

Leonardo Boff è autore di Proteggere la terra e prendersi cura della vita: come scampare alla fine del mondo, Record 2010.

Traduzione di Romano Baraglia

Erosión del sentido de la vida social y las manifestaciones de la calle

Poco a poco va quedando claro que las manifestaciones masivas de la calle que han ocurrido en los últimos tiempos en Brasil y en todo el mundo, expresan más que reivindicaciones puntuales, como una mejor calidad del transporte urbano, mejor sanidad, educación, empleo, seguridad y el rechazo a la corrupción y a la democracia de las alianzas apoyadas por negocios trapaceros. Fermenta algo más profundo, diría casi inconsciente, pero no menos real: el sentimiento de una ruptura generalizada, de frustración, de decepción, de erosión del sentido de la vida, de angustia y  miedo ante una tragedia ecológico-social que se anuncia por todas partes y que puede poner en peligro el futuro de la humanidad. Podemos ser una de las últimas generaciones que habiten este planeta.

No es extraño que el 77% de los manifestantes tengan estudios superiores, es decir, son gente capaz de sentir este malestar del mundo y expresarlo como un rechazo a todo lo que está ahí.

Primero, es un malestar frente al mundo globalizado. Lo que vemos nos avergüenza porque significa una racionalización de lo irracional: el imperio norteamericano decadente para mantenerse necesita vigilar a gran parte de la humanidad, usar la violencia directa contra quien se opone, mentir descaradamente como en la motivación de la guerra contra Iraq, irrespetar cualquier derecho y las normas internacionales, como el “secuestro” del presidente Evo Morales de Bolivia, que han hecho los europeos, pero forzados por las fuerzas de seguridad estadounidenses. Niegan los valores humanitarios y democráticos de su historia que inspiraron a otros países.

Segundo, la situación de nuestro Brasil. A pesar de las políticas sociales del gobierno del PT que aliviaron la vida de millones de pobres, hay un océano de sufrimiento, producido por la favelización de las ciudades, por los bajos salarios y por la ganancia de la máquina productivista de estructura capitalista, que debido a la crisis sistémica y a la competencia cada vez más feroz, sobreexplota la fuerza de trabajo. Sólo para dar un ejemplo: la investigación realizada en la Universidad de Brasilia entre 1996-2005 encontró que cada 20 días se suicidaba un empleado de la banca debido a las presiones por metas, exceso de tareas y pavor al desempleo. Y no hablemos de la farsa que es nuestra democracia. Me valgo de las palabras del sociólogo Pedro Demo, profesor de la UNB, en su Introducción a la Sociología (2002): «Nuestra democracia es la representación nacional de una hipocresía refinada, llena de leyes bonitas, pero hechas siempre en última instancia por las élites dominantes para que les sirva a ellas de principio a fin. El político se caracteriza por ganar bien, trabajar poco, hacer negocios turbios, emplear a familiares y paniquados, enriquecerse a costa del erario público y entrar en el mercado desde arriba … Si ligásemos democracia con justicia social, nuestra democracia sería su propia negación» (p.330.333). Ahora entendemos por qué la calle pide una profunda reforma política y otro tipo de democracia donde el pueblo quiere codecidir los caminos del país.

Tercero, la degradación de las instancias de lo sagrado. La Iglesia Católica nos ha ofrecido grandes escándalos que han desafiado la fe de los cristianos: sacerdotes pederastas, obispos e incluso cardenales. Escándalos sexuales dentro de la Curia Romana, el cuerpo de confianza del Papa. Manipulación de millones de euros en el Banco del Vaticano (IOR), donde los altos eclesiásticos se aliaron con mafiosos y millonarios corruptos italianos para blanquear dinero. Iglesias neo-pentecostales en sus programas de televisión atraen a miles de fieles, usando la lógica del mercado y transformando de la religiosidad popular en un negocio infame. Dios y la Biblia se ponen al servicio de la disputa mercadológica para ver quien atrae más telespecadores. Hay sectores de la Iglesia Católica que tampoco escapan a  esta lógica, con el espectáculo de misas-show y sacerdotes-cantores con su autoayuda fácil y canciones melifluas.

Por último, no escapa al malestar generalizado la difícil situación del planeta Tierra. Todos se están dando cuenta de que el proyecto de crecimiento material está destruyendo las bases que sustentan la vida, devastando los bosques, diezmando la biodiversidad y causando acontecimientos cada vez más extremos. La reacción de la Madre Tierra está dada por el calentamiento global, que sigue subiendo, si llegase en las próximas décadas a 4-6 grados Celsius más, por el calemtamiento abrupto, podría diezmar la vida que conocemos y hacer imposible la supervivencia de nuestra especie, desapareciendo nuestra civilización.

Ya no podemos engañarnos a nosotros mismos, cubriendo las heridas de la Tierra con espradrapos. O cambiamos de rumbo, manteniendo las condiciones de la vitalidad de la Tierra, o el abismo nos espera.

Como insiste la Carta de la Tierra: «Nuestros retos ambientales, económicos, políticos, sociales y espirituales, están interrelacionados», esta interconexión real, auqnue en parte inconsciente, lleva a las calles a miles de personas que quieren otro mundo posible y necesario ahora. O aprovechamos la oportunidad de cambiar o no habrá futuro para nadie. El inconsciente colectivo presiente este drama, de ahi el grito de la calle pidiendo cambios. Si no atendemos sus exigencias, se puede retrasar la tragedia, pero no podremos evitarla. El tiempo de escuchar y actuar es ahora.

Leonardo Boff es autor de Proteger la Tierra, cuidar la vida: ¿cómo escapar del fin del mundo?, Sal Terrae 2010.