Leo XIV.: Die große Herausforderung,die Entwestlichung und Entpatriarchalisierung der Kirche

            Leonardo Boff

Ich muss gestehen, dass ich von der Ernennung des nordamerikanisch-peruanischen Kardinalprobstes zum obersten Pontifikat der Kirche überrascht war. Dies lag an meiner Unwissenheit. Als ich später besser informiert war und mir YouTube-Videos und seine Reden vor den Menschen ansah, wie er mitten in einer Überschwemmung in einer peruanischen Stadt stand und wie er sich besonders um die indigene Bevölkerung (die Mehrheit der Peruaner) kümmerte, wurde mir klar, dass er wirklich die Garantie für die Kontinuität des Erbes von Papst Franziskus sein kann. Er wird nicht über dessen Charisma verfügen, aber er wird er selbst sein, zurückhaltender und schüchterner, aber sehr konsequent mit seinen gesellschaftlichen Positionen, einschließlich der Kritik an Präsident Trump und seinem Vizepräsidenten. Nicht ohne Grund hat Papst Franziskus ihn aus seiner Diözese der Armen in Peru abberufen und ihm eine wichtige Rolle in der vatikanischen Verwaltung übertragen. Leo XIV. verbrachte einen Großteil seines Lebens außerhalb der Vereinigten Staaten, viele Jahre als Missionar und dann als Bischof in Peru, wo er zweifellos umfangreiche Erfahrungen mit einer anderen Kultur und der schlechten sozialen Lage der Mehrheit der Bevölkerung sammelte. Er bekannte ausdrücklich, dass er sich mit diesen Menschen so sehr identifizierte, dass er sogar peruanischer Staatsbürger wurde.

Seine erste öffentliche Rede widersprach meinen anfänglichen Erwartungen. Es war eine fromme Rede und für das interne Publikum der Kirche bestimmt. Das Wort „arm“ kam nie vor, geschweige denn Befreiung, Bedrohung des Lebens und der ökologische Aufschrei. Das wichtige Thema war der Frieden, insbesondere „entwaffnet und entwaffnend“, eine sanfte Kritik an dem, was heute auf dramatische Weise geschieht, wie etwa der Krieg in der Ukraine und der offene Völkermord an Tausenden unschuldiger Kinder und Zivilisten im Gazastreifen. Es scheint, als liege dem neuen Papst all dies nicht auf dem Gewissen. Aber ich glaube, dass all dies bald wiederkehren wird, denn solche Tragödien waren in den Reden von Papst Franziskus, seinem großen Freund, so stark vertreten, dass sie dem neuen Papst noch immer in den Ohren klingen müssen.

Papst Franziskus verfügte als Jesuit über ein seltenes Gespür für Politik und Machtausübung und zwar durch die berühmte „Unterscheidung des Geistes“, eine zentrale Kategorie der ignatianischen Spiritualität. Ich gehe davon aus, dass er den Kardinalpropst als möglichen Nachfolger ansah. Er gehörte nicht zum alten und bereits dekadenten europäischen Christentum, sondern kam aus dem Großen Süden und verfügte über pastorale und theologische Erfahrungen, die er an der Peripherie der Kirche gesammelt hatte, insbesondere in Peru, wo mit Gustavo Gutiérrez die Befreiungstheologie geboren wurde und sich entwickelte.

Mit seiner sanften Art und seiner Vorliebe für das Zuhören und den Dialog wird er sicherlich die von Papst Franziskus übernommenen Herausforderungen und Neuerungen weiterführen, die hier nicht aufgezählt werden sollen.

Aber er wird meines Erachtens noch andere Herausforderungen zu bewältigen haben, die durch die Interventionen früherer Päpste nie ernst genommen wurden: Wie kann die katholische Kirche angesichts der neuen Phase der Menschheit entwestlicht und entpatriarchalisiert werden? Diese ist gekennzeichnet durch die Vollendung der Menschheit (nicht nur im wirtschaftlichen Sinne, der jetzt durch Trump gestört wird), die sich in politischer, sozialer, technologischer, philosophischer und spiritueller Hinsicht in immer schnellerem Tempo vollzieht. In diesem beschleunigten Prozess erscheint die katholische Kirche in ihrer Institutionalisierung und in ihrer hierarchischen Struktur als eine Schöpfung des Westens. Das ist unbestreitbar. Dahinter steht das klassische römische Recht, die Macht der Kaiser mit ihren Symbolen, Riten und ihrer Art der Machtausübung, die in einer höchsten Autorität, dem Papst, zentralisiert ist, „mit gewöhnlicher, höchster, voller, unmittelbarer und allgemeiner Macht“ (Kanon 331), Attribute, die in Wahrheit nur Gott zukommen. Darüber hinaus ist er in Glaubens- und Moralfragen unfehlbar. Weiter konnte man nicht gehen. Papst Franziskus hat sich bewusst von diesem Paradigma entfernt und hat begonnen, ein anderes Modell einer einfachen, armen Kirche, die in die Welt hinausgeht, einzuführen.

Das hat nichts mit dem historischen Jesus zu tun, dem Armen, dem Prediger eines absoluten Traums, des Reiches Gottes, und dem scharfen Kritiker aller Macht. Aber genau das ist passiert: Mit dem Niedergang des Römischen Reiches übernahmen die Christen, die zu einer Kirche wurden und über ein hohes Moralbewusstsein verfügten, die Neuordnung des Römischen Reiches, was Jahrhunderte lang andauerte. Aber das ist eine Schöpfung der westlichen Kultur. Die ursprüngliche Botschaft Jesu, sein Evangelium, erschöpft sich nicht in dieser Art von Inkarnation und wird auch nicht mit ihr identifiziert, denn die Botschaft Jesu ist eine Botschaft der totalen Offenheit gegenüber Gott als Abba (lieber Vater), der grenzenlosen Barmherzigkeit, der bedingungslosen Liebe auch zu den Feinden, des Mitgefühls für die Gefallenen auf den Straßen des Lebens und des Lebens als Dienst am Nächsten. Der derzeitige Papst Leo XIV. wird sich dieser Herausforderung nicht entziehen können. Wir wollen seinen Mut und seine Tapferkeit, sich den Traditionalisten entgegenzustellen und Schritte in diese Richtung zu unternehmen, sehen und unterstützen.

Eine große, immense Herausforderung für jeden Papst besteht darin, diese Art der Organisation des Christentums zu relativieren, damit es in den verschiedenen menschlichen Kulturen neue Gesichter annehmen kann. Papst Franziskus hat große Schritte in diese Richtung unternommen. Der derzeitige neue Papst hat in seiner Antrittsrede zu diesem Dialog aufgerufen. Solange diese Entwestlichung nicht fest im Gange ist, wird das Christentum für viele Länder immer eine westliche Angelegenheit sein. Es war mitschuldig an der Kolonialisierung Afrikas, Amerikas und Asiens und wird von den Geheimdiensten der kolonisierten Länder noch immer als Komplize betrachtet.

Eine weitere, nicht geringere Herausforderung ist die Entpatriarchalisierung der Kirche. Dies wurde oben bereits erwähnt. In der Führung der Kirche gibt es ausschließlich Männer, die im Zölibat leben und das Sakrament der Weihe (vom Priester bis zum Papst) empfangen haben. Der patriarchalische Faktor zeigt sich in der Verweigerung des Weihesakraments für Frauen. Sie stellen bei weitem die Mehrheit der Gläubigen dar und sind die Mütter und Schwestern der anderen Hälfte, der Männer der Kirche und der Menschheit. Dieser sexistische Ausschluss schadet der Kirche und stellt die Universalität der Kirche in Frage. Solange sie den Frauen nicht, wie in fast allen Kirchen geschehen, den Zugang zum Priesteramt eröffnet, zeigt sich darin das tief verwurzelte Patriarchat und die Prägung eines Westens, der sich in der Weltgeschichte immer mehr als ein Zufall/Unfall herausstellt.

Darüber hinaus radikalisiert die gesetzlich verankerte Zölibatspflicht (die zum Gesetz gemacht wurde) den patriarchalischen Charakter noch weiter und begünstigt den in weiten Teilen der kirchlichen Hierarchie spürbaren Antifeminismus. Da es sich lediglich um ein menschliches und historisches Gesetz und nicht um ein göttliches handelt, steht seiner Abschaffung und der Zulassung des optionalen Zölibats nichts im Wege.

Der neue Papst wird sich diesen und vielen anderen Herausforderungen stellen müssen, da der evangelische Sinn für Partizipation (Synodalität) und die gleiche Würde und Rechte aller Menschen, Männer und Frauen, immer mehr im Bewusstsein der Gläubigen wächst. Warum sollte es in der katholischen Kirche anders sein?

Diese Überlegungen sollen eine ständige Herausforderung für diejenigen sein, die für den höchsten Dienst der Belebung des Glaubens und der Lenkung der Wege der christlichen Gemeinschaft auserwählt wurden, wie zum Beispiel die Person des Papstes. Es wird die Zeit kommen, in der die Kraft dieser Veränderungen so groß wird, dass es dazu kommen wird. Dann wird es ein neuer Frühling der Kirche sein, die umso universeller wird, je mehr sie sich universeller Fragen annimmt und ihren Beitrag zu humanisierenden Antworten leistet.

Leonardo Boff  Theologe, Autor von: Eclesiogênese:a reinvenção da Igreja, Record 2008.

Übersetzt von Bettina Goldhartnack

La pace di Papa Leone XIV: è possibile la pace nelle condizioni attuali?

Leonardo Boff

Siamo ancora nel contesto dell’elezione del nuovo papa Leone XIV, il quale, nel suo discorso inaugurale, ha parlato per ben 6 volte della pace, un tema urgente. Tuttavia, in tutto il mondo si sta verificando un’ondata di odio, discriminazione e ci sono diversi luoghi in cui si combatte. Dopo che Donald Trump ha anteposto la forza alla diplomazia e all’uso di mezzi violenti per stabilire il nuovo ordine mondiale, comprendiamo l’importanza che l’attuale Papa attribuisce alla pace.

Approfondiamo un po’ il tema della pace. Inizio con un ricordo dello scambio di lettere tra Einstein e Freud sulla guerra e la pace il 30 luglio 1932. Einstein chiede a Freud: “Esiste un modo per liberare gli esseri umani dalla fatalità della guerra? Esiste la possibilità di orientare l’evoluzione psichica al punto da rendere gli esseri umani più capaci di resistere alla psicosi dell’odio e della distruzione?” Freud risponde: “Non c’è la speranza di poter sopprimere in modo diretto l’aggressività degli esseri umani”. Dopo alcune considerazioni che davano una qualche speranza alla pulsione di vita e quindi alla possibile pace, Freud conclude con scetticismo e rassegnazione con la celebre frase: “affamati pensiamo al mulino che macina così lentamente, che potremmo morire di fame prima di ricevere la farina“. In altre parole, la pace si colloca nell’ambito della speranza fiduciosa (esperança esperante) e deve essere costruita giorno per giorno.

Nonostante questa dura constatazione, continuiamo a ricercare la pace e non vi rinunceremo mai, anche se non si tratta di uno stato permanente, negato ai mortali. Almeno coltiviamo costantemente uno spirito o un modo di essere che ci fa preferire il dialogo allo scontro, la strategia win-win a quella win-lose, e la ricerca cordiale di punti in comune rispetto al confronto conflittuale. È l’eredità lasciataci dal defunto Papa Francesco e rinnovata dal nuovo Papa.

Osiamo, nella speranza, stabilire alcune precondizioni che renderebbero la pace, in qualche modo o in alcuni momenti, raggiungibile.

Vedo quattro precondizioni:

La prima è accettare, con la massima serietà, la polarità sapiens/demens, amore-odio, bontà-malvagità, luce-ombra, come appartenenti alla struttura della realtà universale e insiti, anche, nella condizione umana: noi siamo l’unità vivente degli opposti. Ciò non ha costituito un difetto dell’evoluzione. Ma la situazione concreta della condizione umana così come esiste oggi. Ciò vale sia per la sfera personale che per quella sociale.

L’essere umano ha origine dalla prima singolarità, da una violenza inimmaginabile, il big bang, seguito dallo scontro violentissimo tra materia e antimateria, lasciando un minimo di materia, qualcosa come lo 0,00000001% che ha dato origine all’universo attualmente conosciuto. Il rumore di questa esplosione, un’onda magnetica bassissima, la radiazione cosmica di fondo, potè essere rilevata nel 1964 da Arno Penzias e Robert Wilson. Prendendo come riferimento la galassia più distante sulla via di fuga, è stato possibile datare l’età dell’universo a 13,7 miliardi di anni.

La seconda è di rafforzare in modo tale e in tutti i modi il polo positivo e luminoso di questa contraddizione affinché possa mantenere sotto controllo, limitare e integrare il polo negativo nel positivo e realizzare così, per un momento, una pace fragile ma possibile, ma sempre minacciata di dissoluzione. Il 12 maggio, Papa Leone XIV parlando ai giornalisti è stato chiaro: “La pace comincia da ognuno di noi, dal modo in cui guardiamo gli altri, ascoltiamo gli altri e parliamo degli altri”.

La terza è quella di rifare il contratto naturale con la natura che è stato violato e riscattare la Matrice Relazionale che esiste tra tutti gli esseri e che ci rende esseri di relazione in tutte le direzioni. Ci realizziamo solamente nella misura in cui viviamo e ampliamo queste relazioni. La storia, tuttavia, ha dimostrato che “questo essere, l’umano, è altamente creativo, agitato, aggressivo e poco amante della moderazione. Per questo motivo, modificherà il volto del pianeta, ma è destinato ad avere una vita breve sulla Terra”, come ha detto Georgescu-Roegen, economista ecologista (The entropy law and the economic process, Cambridge: Harvard Univ. Press, 1971, p. 127).

Nonostante questo “fallimento storico”, dobbiamo riconoscere che è da questa struttura relazionale riscattata che può nascere la pace, come l’ha intesa la Carta della Terra in una celebre definizione: “la pace è la pienezza che risulta da relazioni corrette con se stessi, con le altre persone, con le altre culture, con le altre vite, con la Terra e con il Tutto più grande di cui siamo parte” (n. 16 b). La pace si fonda, pertanto, sulla nostra realtà relazionale, per quanto fragile e quasi sempre interrotta. Si noti che la pace non esiste di per sé. È il risultato di relazioni giuste, nella misura in cui sono possibili per i figli e le figlie degradati di Adamo ed Eva.

La quarta precondizione è la giustizia. Ciò che più rompe la struttura relazionale è l’ingiustizia. L’etica è fondamentalmente giustizia. Significa: riconoscere il diritto e la dignità di ogni essere umano e di ogni essere creato e agire in conformità a questo riconoscimento. In altre parole: la giustizia è quel minimo di amore che dobbiamo dedicare all’altro e agli altri, senza cui ci separiamo da tutti gli altri esseri e introduciamo immediatamente disuguaglianze, gerarchie, emarginazioni e sottomissioni e ci trasformiamo in una minaccia per le altre specie. Non ci sarà mai pace in una società ingiusta. Chi subisce un torto reagisce, si ribella, muove guerra a livello micro e macro.

Il rivoluzionario messicano Emilio Zapata ammoniva: “Se non c’è giustizia, non si può dare la pace al governo”. Il Brasile non avrà mai pace finché rimarrà una delle società più diseguali, cioè più ingiuste del mondo.

Questo cammino di pace è stato tentato da pochi nell’umanità e testimoniato dai suoi migliori leader spirituali attuali come Gandhi, Papa Giovanni XXIII, Dom Helder Câmara, Martin Luther King Jr, Papa Francesco e ripreso con forza dall’attuale Papa Leone XIV, senza menzionare altri nella storia, in particolare Francesco d’Assisi.

La teologia ha l’abitudine di dire che la pace è un bene escatologico, vale a dire che inizia qui in modo seminale, ma si realizza veramente solo quando la storia giunge al suo culmine. Continuiamo, quindi, a seminare questo seme di pace possibile.

Leonardo Boff ha scritto escreveu A oração de São Francisco,uma mensagem de paz para o mundo atual, Vozes 2014.

(traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

Duas porta de entrada da ética: o masculino e o feminino

Leonardo Boff

Atualmente há vários modelos éticos que procuram dar conta das questões suscitadas pela complexidade da vida contemporânea em processo de unificação planetária, não obstante o desmantelamento do processo de globalição econômica perpetrada por Donald Trump, no interesse de um mundo unipolar, comandado pelos USA.

Alguns modelos vêm do passado, da tradição aristotélico-tomista, assumida como referência teórica por uma institução tão importante quanto a Igreja Católica, fundada primordialmente ao redor do tema da justiça,da subsidiariedade e da equidade. Outros foram elaborados no seio da modernidade como a ética kantiana do dever. Ou a partir da tradição revolucionária de cunho marxista-socialista, enfatizando a igualdade e a solidariedae. Outros são elaborações recentes,  como o ecosocialismo democrático, próprias das sociedades complexas, em vista das práticas sociais, técnico-científicas e cológicas, realçando o tema da responsabilidade pessoal e coletiva,  respeito ao princípio da precaução, reconhecimento dos direitos da natureza e da Terra.

Todos estes sistemas estão de alguma forma presentes no nosso espaço cultural, corroboram na criação de uma pre-compreensão ética e constituem um fundo de reserva histórica para ulteriores discussões e elaborações éticas.

Tomando em conta toda esta diligência histórica sobre o tema da ética, existe ainda uma corrente que marca o discurso ético de ponta a ponta e que nos foi conscientizada pelo movimento feminista mundial. As feministas nos dizem que existem duas portas de entrada para o discurso ético: a porta do homem sob a figura do pai e a porta da mulher sob a figura da mãe.

Notoriamente vivemos ainda, desde o neolítico,  sob a era do pai e do patriarca. A ética prevalente foi formulada na linguagem do homem que ocupa o espaço público e detém o poder. Ele se expressa por princípios, imperativos, normas, ordenações e principalmente pelo Estado de direito com suas instituições e culmina com o tema da justiça. Usa como instrumento de construção o logos, a razão nas suas várias formas.

A porta da mulher foi praticamente silenciada ou nem sequer foi aberta totalmente. Ela se expressa pela afetividade, pela receptividade, pela relação, pela estética e pela espiritualidade  e culmina com o tema do cuidado. O instrumento de construção é o pathos ou o Eros vale dizer, a razão sensível ou cordial.

Efetivamente há uma experiência da vida, própria da mulher e outra, própria do homem. Embora homem e mulher sejam recíprocos, não são redutíveis uns aos outros, pois mostram singularidades que aparecem em todos os campos também nos discursos éticos.

Hoje é tempo de termos uma experiência ética mais integradora que supere a particularização  da ética do homem e que valorize as contribuições que vêm da ética da mulher. Homem e mulher juntos (animus/anima) permitem fazer uma experiência mais rica e total do humano.

Portanto, junto com a voz da justiça importa escutar a voz do cuidado. Algumas filósofas norte-americanos trabalharam com profundidade esta questão: Carol Gilligan (1982), Nel Noddings (2000), Annete C. Baier (1995) e M. Mayeroff (1971). Entre nós no Brasil se destaca toda a obra de Vera Regina Waldow (1993,1998,2006). Nós mesmos em Saber cuidar (1994) acenamos para as dimensões do masculino (trabalho) e do feminino (cuidado) como fundadoras de modos de existir e de de viver eticamente.

Convém, entretanto, de saída, eclarecer que os temas da justiça e do cuidado não se concretizam exclusivamente do homem ou da mulher. Homem e mulher são apenas portas de entrada. Ambos compõem o ser humano, masculino e feminino,. Em razão disso, o  masculino não pode ser identificado com homem e reduzido só a ele. Da mesma forma  o feminino, com a mulher. Ambos são portadores da dimensão do animus  e da dimensão da anima em outras palavras, do feminino e do masculino simultaneamente, mas cada qual de forma diferente e singular (Boff-Muraro 2002).

Por isso, o cuidado (feminino) afeta o homem bem como a justiça (masculino), a mulher. Ambos realizam a justiça e o cuidado, a seu modo,  embora a justiça ganha mais visibilidade no homem, dai ser ele seu principal elaborador e o cuidado adquire mais densidade na mulher, sendo ela, portanto, sua principal portadora (Gilligan,1982,2).

Em razão desta inclusão insistem as referidas  filósofas feministas em dizer que o tema do cuidado e respectivamente da justiça não são temas de gênero mas da totalidade do humano (Noddings 1984).

Hoje, dado o clamor ecológico geral, justiça e cuidado, masculino e feminino devem, como nunca antes na história, darem-se as mãos e caminharem juntos, cada qual contribuindo face às ameaças que pesam sobre a vida no planeta Terra. Precisamos de justiça social face ao imenso número de pobres e miseráveis e de justiça ecológica diante da sistemática agressão que nosso modo de produção industrialista/consumista pratica contra a natureza e os ecossistemas.

Ao mesmo tempo necessitamos do cuidado para com os milhões de afligidos e jogados nas periferias em termos de relação respeitosa, saúde, inclusão social. Igualmente faz-se urgente o cuidado para com a Terra ferida e para com a preservação dos bens e serviços naturais que garantem nossa sobrevivência nesse planeta.

Cabe à nossa geração e as vindouras, se conscientizarem da importância da cooperação tanto do homem (animus) como da mulher (anima) para juntos não sermos os últimos a salvar a vida no planeta Terra. Justiça e cuidado nos poderão garantir que ainda teremos futuro.

Leonardo Boff escreveu Saber cuidar: ética do humano-compaixão pela Terra, Vozes 2000.

Papa Francesco non è un nome, ma un progetto della Chiesa e de mondo

Papa Francesco non è un nome, ma un progetto della Chiesa e de mondo

Leonardo Boff

Ogni punto di vista è la visione da un punto, ho affermato una volta. Il mio punto di vista su Papa Francesco è quello di un latinoamericano. Lo stesso Papa Francesco si è presentato come «colui che viene dalla fine del mondo», cioè dall’Argentina, dall’estremo Sud del mondo. Questo fatto non è privo di rilevanza, poiché ci offre una lettura diversa da quella di altri, da altri punti di vista.

La scelta del nome Francisco, senza precedenti, non è casuale. Francesco d’Assisi rappresenta un altro progetto di Chiesa la cui centralità risiedeva nel Gesù storico, povero, amico dei disprezzati e umiliati, come i lebbrosi con i quali andò a vivere. Questa è la prospettiva adottata da Bergoglio quando è stato eletto Papa. Vuole una Chiesa povera per i poveri. Di conseguenza, si spoglia dei paramenti onorari, tradizione degli imperatori romani, ben rappresentata dalla mozzetta, quella mantellina bianca ornata di gioielli, simbolo del potere assoluto degli imperatori e incorporata nei paramenti papali. Lui la rifiuta e la dà alla segretaria come souvenir. Indossa un semplice mantello bianco con la croce di ferro che sempre usava. Visse nella più grande semplicità (il Papa non indossa Prada) e, senza cerimonie, infranse i riti per poter essere vicino ai fedeli. Ciò sicuramente ha scandalizzato molti esponenti della vecchia cristianità europea, abituati alla pompa e alla gloria dei paramenti papali e dei prelati della Chiesa in generale. Vale la pena ricordare che tali tradizioni risalgono agli imperatori romani, ma non hanno nulla a che fare con i poveri artigiani e contadini mediterranei di Nazareth.

Sorprendentemente, egli si presenta in primo luogo come vescovo locale di Roma. Poi come Papa per animare la Chiesa universale e, come lui stesso ha sottolineato, non con il diritto canonico, ma con l’amore.

Ha scelto il nome Francesco perché san Francesco d’Assisi è «l’esempio per eccellenza della cura e di una ecologia integrale, vissuta con gioia e autenticità» (Laudato Sì, n. 10) e che chiamava tutti gli esseri con il dolce nome di fratello e sorella.

Non ha voluto vivere in un palazzo pontificio, ma in una foresteria, Santa Marta. Mangiava in fila come tutti gli altri e, con umorismo, commentava: così è più difficile che mi avvelenino.

La centralità della sua missione era posta sulla preferenza e la cura dei poveri, in particolare dei migranti. Disse onestamente: “Voi europei siete stati lì per primi, avete occupato le loro terre e ricchezze e siete stati ben accolti. Ora loro sono qui e non siete disposti a riceverli”. Con tristezza constata la globalizzazione dell’indifferenza.

Per la prima volta nella storia del papato, Papa Francesco ha ricevuto varie volte  i movimenti sociali mondiali. Vedeva in loro la speranza di un futuro per la Terra, perché la trattano con cura, coltivano l’agro-ecologia e vivono una democrazia popolare e partecipativa. Spesso ripeteva loro i diritti che gli sono negati, le famose tre T: Terra, Teto e Trabalho. Devono iniziare da dove si trovano: dalla regione, perché è lì che si può costruire una comunità sostenibile. Con ciò ha legittimato un intero movimento mondiale, il bio-regionalismo, come via per superare lo sfruttamento e l’accumulazione da parte di pochi e garantire una maggiore partecipazione e giustizia sociale per molti.

Fu in questo contesto che ha scritto due straordinarie encicliche: “Laudato Sì: sulla cura della casa comune”, su un’ecologia integrale che coinvolge l’ambiente, la politica, l’economia, la cultura, la vita quotidiana e la spiritualità ecologica. Nell’altra, la “Fratelli tutti”, di fronte al degrado diffuso degli ecosistemi, lanciò il severo monito: «Siamo sulla stessa barca: o ci salviamo tutti o nessuno si salverà» (n. 34). Con questi testi, il Papa si pone in prima linea nel dibattito ecologico mondiale che va oltre la semplice ecologia verde e altre forme di produzione, senza mai mettere in discussione il sistema capitalista che, per sua logica, crea accumulazione da un lato al costo dello sfruttamento della grande maggioranza dall’altro.

Papa Francesco proviene dalla teologia della liberazione della corrente argentina, che sottolinea l’oppressione del popolo e l’esclusione della cultura popolare. Fu discepolo del teologo della liberazione Juan Carlos Scannone, che arrivò a citare in una nota a piè di pagina della Laudato Sì. Già come studente e ispirato da questa teologia, fece una promessa a se stesso: ogni settimana visitare, da solo, le favelas (“vilas miseria“). Entrava nelle case, si informava sui problemi dei poveri e infondeva speranza in tutti. Per anni portò avanti una polemica con il governo che, come politiche dello Stato, faceva assistenzialismo e paternalismo.

Reclamava dicendo: in questo modo i poveri non saranno mai liberati dalla dipendenza. Ciò di cui abbiamo bisogno è la giustizia sociale, radice della vera liberazione dei poveri. In solidarietà con i poveri, viveva in un piccolo appartamento, cucinava il proprio cibo, andava a prendere il suo giornale. Si rifiutava di vivere nel palazzo e di usare l’auto speciale.

Questa ispirazione liberatrice illuminò il modello di Chiesa che egli si proponeva di costruire. Non una Chiesa chiusa come un castello, immaginandola circondata da nemici da tutti i lati, proveniente dalla modernità con le sue conquiste e le sue libertà. A questa Chiesa chiusa egli contrappose una Chiesa in cammino verso i bisogni esistenziali, una Chiesa come ospedale da campo che accoglie tutti i feriti, senza chiedere loro quale sia il loro orientamento sessuale, la loro religione o ideologia: basta che siano esseri umani bisognosi.

Papa Francesco non si presenta come un dottore della fede, ma come un pastore che accompagna i fedeli. Chiede ai pastori di avere l’odore delle pecore, tale è la loro vicinanza e il loro impegno verso i fedeli, esercitando una pastorale di tenerezza e di amore.

Forse nessun papa nella storia della Chiesa ha dimostrato tanto coraggio quanto lui nel criticare il sistema attuale che uccide e produce due feroci ingiustizie: l’ingiustizia ecologica, che devasta gli ecosistemi, e l’ingiustizia sociale, che sfrutta l’umanità fino a versarne il sangue. Mai nella storia si è assistito a una tale accumulazione di ricchezza in poche mani. Otto persone possiedono individualmente più ricchezza di 4,7 miliardi di persone. È un crimine che grida al cielo, offende il Creatore e sacrifica i suoi figli e le sue figlie.

Come un pastore più che come medico, il suo messaggio è fondato soprattutto sulla figura storica di Gesù, amico dei poveri, dei malati, degli emarginati e degli oppressi. Fu assassinato sulla croce attraverso un duplice processo, uno religioso (offese alla religione del tempo per la sua pretesa di sentirsi Figlio di Dio) e l’altro politico, da parte delle forze di occupazione romane.

Non dava molta importanza alle dottrine, ai dogmi e ai riti che aveva sempre rispettato, poiché riconosceva che con tali cose non si raggiunge il cuore umano. Per questo si ha bisogno di amore, di tenerezza e misericordia. Una volta pronunciò una delle frasi più importanti del suo magistero: “Cristo è venuto per insegnarci a vivere: l’amore incondizionato, la solidarietà, la compassione e il perdono, valori che costituiscono il progetto del Padre che è il nucleo dell’annuncio di Gesù: il Regno di Dio. Lui preferiva un ateo sensibile alla giustizia sociale rispetto a un credente che frequenta la chiesa ma non ha alcun riguardo per il prossimo che soffre.

Un tema ricorrente nelle sue prediche è quello della misericordia. Per Papa Francesco la misericordia è essenziale. La condanna è solo per questo mondo. Dio non può perdere nessun figlio o figlia che ha creato nell’amore. La misericordia vince la giustizia e nessuno può porre limiti alla misericordia divina. Metteva in guardia i predicatori da ciò che era stato fatto per secoli: predicare la paura e instillare il terrore dell’inferno. Tutti, indipendentemente da quanto siano stati malvagi, sono sotto l’arcobaleno della grazia e della misericordia divina.

Logicamente, non tutto vale la pena in questo mondo. Ma coloro che hanno vissuto sacrificando altre vite, preoccupandosi poco di Dio o addirittura negandolo, attraverseranno la clinica di guarigione della grazia, dove riconosceranno le loro azioni malvagie e apprenderanno cosa sono l’amore, il perdono e la misericordia. Solo allora la clinica di Dio, che non è l’anticamera dell’inferno, ma l’anticamera del paradiso, si aprirà affinché anche loro possano partecipare alle promesse divine.

Con il suo appello all’azione a favore dei poveri, con la sua coraggiosa critica all’attuale sistema che produce morte e minaccia le basi ecologiche che sostengono la vita, con il suo amore appassionato e la sua cura per la natura e la Casa Comune, con i suoi instancabili sforzi per mediare le guerre in favore della pace, è emerso come un grande profeta che ha annunciato e denunciato, ma sempre suscitando la speranza che possiamo costruire un mondo diverso e migliore. Grazie a ciò, egli si dimostrò un leader religioso e politico rispettato e ammirato da tutti.

Indimenticabile è l’immagine di un papa che cammina da solo, sotto una leggera pioggia, in piazza San Pietro, verso la cappella della preghiera affinché Dio risparmiasse l’umanità dal coronavirus e avesse pietà dei più vulnerabili.

Papa Francesco ha onorato l’umanità e resterà nella memoria come una persona santa, gentile, premurosa ed estremamente umana. È grazie a figure come queste che Dio ha ancora pietà della nostra malvagità e follia e ci ha tenuti in vita su questo piccolo e meraviglioso pianeta.

Leonardo Boff ha scritto Francesco d’Assisi, Francesco di Roma. Una nuova primavera nella chiesa, Editrice Missionaria Italiana, 2014; La tenerezza di Dio-Abbà e di Gesù, Castelvecchi, 2024

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)