In der materiellen Welt auf der Suche nach der spirituellen Welt

In der materiellen Welt auf der Suche nach der spirituellen Welt

                               Leonardo Boff

Viele haben die Nase voll von den materiellen Gütern und dem Konsumismus unserer Kultur. Als Kontrapunkt möchte ich das Thema der spirituellen Güter in den dramatischen, gefährlichen und hoffnungsvollen Kontext einordnen, in dem sich die Menschheit heute befindet, insbesondere die gedemütigte und beleidigte Menschheit im globalen Süden, die Opfer von 18 Kriegsregionen, insbesondere im Gazastreifen mit seinem Völkermord unter freiem Himmel, ohne die vielen Opfer des russisch-ukrainischen Krieges zu vergessen. Unsere Überlegungen zielen darauf ab, die Entstehung der spirituellen Welt zu erfassen und ihre dringende Relevanz angesichts der Bedrohung durch das Verschwinden der Arten und die Liquidierung der Biosphäre hervorzuheben, sei es durch einen Atomkrieg, durch übermäßige Hitze aufgrund des Klimawandels oder durch jeden anderen Ungleichgewichtsfaktor auf dem Planeten Erde selbst. Sie könnten die gemeinsame Zukunft der Erde und der Menschheit gefährden.

 In solchen dramatischen Momenten taucht der Mensch in sein Innerstes ein und stellt sich grundlegende Fragen: Was tun wir in dieser Welt? Was ist unser Platz in der Gesamtheit aller Wesen? Wie können wir handeln, um eine hoffnungsvolle Zukunft für alle und für unser gemeinsames Haus zu gewährleisten? Was können wir nach diesem Leben erwarten? Dies sind Fragen aus der geistigen Welt.

In diesem Zusammenhang müssen wir die Frage nach der geistigen Welt oder, anders ausgedrückt, nach der Spiritualität stellen. Die geistige Welt ist eine der wichtigsten Quellen, wenn auch nicht die einzige, für die Inspiration des Neuen, für die Hoffnung, für die Schaffung eines Gefühls der Erfüllung und für die Fähigkeit des Menschen zur Selbsttranszendenz. Denn der Mensch fühlt sich nur dann ganz menschlich, wenn er versucht, über sich selbst hinauszuwachsen. Der Grund dafür ist, dass er sich selbst als ein unendliches Projekt erlebt, voller Virtualitäten, die sich teilweise in der Geschichte und in ihrer Gesamtheit jenseits davon verwirklichen.

Diese Beschäftigung mit der spirituellen Welt ist in unserer Kultur allgegenwärtig, nicht nur im Rahmen der Religionen, wo sie ihren natürlichen Platz hat, sondern auch im Rahmen der menschlichen Suche von jungen Menschen, Intellektuellen, berühmten Wissenschaftlern und – zu unserer Überraschung – großen Geschäftsleuten. In den letzten Jahren habe ich im In- und Ausland mit Menschen gesprochen, die mit diesen Gruppen verbunden sind.

Die Tatsache, dass die großen Unternehmer Fragen stellen, die mit der geistigen Welt, also der Spiritualität, zu tun haben, zeugt von den Dimensionen der Krise, die uns plagt. Es bedeutet, dass die materiellen Güter, die sie produzieren, die Produktions- und Wettbewerbslogik, die sie fördern, das Universum der kommerziellen Werte (alles ist zu einer Ware geworden), das ihre Praktiken inspiriert, nicht auf die Fragen eingehen, die sie aufwerfen. Es gibt eine tiefe Leere, ein riesiges Loch in ihrem Wesen. Deshalb denke ich, dass nur die spirituelle Welt sie füllen kann.

 Es ist jedoch wichtig, die Dinge immer kritisch zu betrachten, denn man kann auch mit der spirituellen Welt viel Geld verdienen. Es gibt regelrechte Unternehmen, die die Diskurse der Spiritualität führen, die oft mehr zu den Geldbeuteln als zu den Herzen sprechen. Es gibt neupfingstliche Anführer, die mit ihrer Verkündigung des Evangeliums des materiellen Wohlstands und neuerdings auch der Herrschaft ein Ausdruck des Marktes sind.

Die ständigen Träger der spirituellen Welt sind jedoch Menschen, die als gewöhnlich gelten, die die Rechtschaffenheit des Lebens und den Sinn für Solidarität leben und den Raum des Heiligen kultivieren, sei es in ihren Religionen und Kirchen oder in der Art und Weise, wie sie denken, handeln, das Leben interpretieren und sich um die Natur kümmern.

Wichtig ist jedoch, dass es weltweit eine Nachfrage nach nicht-materiellen Werten gibt, nach einer Neudefinition des Menschen als ein Wesen, das Erfüllung sucht, das auf der Suche nach Werten ist, die dem Leben Freude verleihen. Überall finden wir Menschen, vor allem junge Menschen, die sich über das von der Wirtschaft bestimmte Schicksal empören, wenn es heißt, dass “es keine Alternative gibt” (TINA=There is no Alternative), das Marktsystem, unter dem zu leben wir gezwungen sind, die sich weigern, die Wege zu akzeptieren, die die Mächtigen der Menschheit aufzwingen. Diese jungen Menschen sagen: “Wir lassen nicht zu, dass sie unsere Zukunft stehlen. Wir verdienen ein besseres Schicksal, wir müssen aus anderen Quellen trinken, um ein Licht zu finden, das unseren Weg erhellt und uns Hoffnung gibt.”

Deshalb ist es wichtig, von Anfang an eine Unterscheidung zwischen der religiösen Welt, der Religion, und der spirituellen Welt, der Spiritualität, einzuführen – ohne zu trennen, aber zu unterscheiden. Der Dalai Lama hat dies auf äußerst brillante und aufschlussreiche Weise in seinem Buch Eine Ethik für das neue Jahrtausend (Sextante, Rio de Janeiro 2000) getan. Es sind Begriffe, die wir verwenden, ohne genau zu wissen, was sie bedeuten. Erlauben Sie mir, ein Thema aus dem Buch zu zitieren, das ich verstehe und mir zu eigen mache.

“Ich glaube, dass Religion (religiöse Welt) mit dem Glauben an das Recht auf Erlösung zusammenhängt, der von irgendeiner Glaubenstradition gepredigt wird, ein Glaube, der als einen seiner Hauptaspekte die Akzeptanz irgendeiner Form von metaphysischer oder übernatürlicher Realität hat, möglicherweise einschließlich einer Vorstellung vom Paradies oder Nirvana. Damit verbunden sind religiöse Lehren oder Dogmen, Rituale, Gebete etc.“

“Ich betrachte Spiritualität (geistige Welt) im Zusammenhang mit jenen Qualitäten des menschlichen Geistes – wie Liebe und Mitgefühl, Geduld und Toleranz, die Fähigkeit zu verzeihen, Zufriedenheit, Verantwortungsbewusstsein, Sinn für Harmonie -, die einem selbst und anderen Glück bringen.”

“Ritual und Gebet sowie Fragen des Nirwana und der Erlösung sind direkt mit dem religiösen Glauben verbunden, aber diese inneren Qualitäten müssen es nicht sein. Es gibt daher keinen Grund, warum ein Individuum sie nicht entwickeln kann, sogar bis zu einem hohen Grad, ohne auf irgendein religiöses oder metaphysisches System zurückzugreifen” (S.32-33).“

Wie Sie sehen, sind diese Überlegungen kristallklar, denn sie zeigen die notwendige Unterscheidung zwischen der religiösen Welt, der Religion, und der geistigen Welt, der Spiritualität. Sobald sie unterschieden sind, können sie miteinander verbunden sein und zusammenleben, ohne dass das eine notwendigerweise vom anderen abhängt.

Ein Leben in der geistigen Welt mit den vom Dali Lama aufgezeigten Werten, die auch dieselben Werte wie die des historischen Jesus sind, könnte uns Wege aus der gegenwärtigen Krise zeigen.

Leonardo Boff Theologe und Philosoph, Autor von: Spiritualität: Weg der Transformation, Rio 2001; Meditation über das Licht: Weg der Einfachheit, Vozes 2010.

Übersetzung von Bettina Goldhartnack

Tempi apocalittici, i nostri?

Leonardo Boff

Non sono apocalittico. Ad essere apocalittici sono i nostri tempi. L’accumulo di tragedie che accadono nella natura, le guerre di grande devastazione con il genocidio di migliaia di bambini innocenti, il collasso dell’etica, il soffocamento della decenza nelle relazioni politiche, l’asfissia dei valori umani fondamentali, l’ufficializzazione della menzogna nei mezzi di comunicazione virtuale, la dittatura della cultura materialista del capitale con il conseguente esilio della dimensione spirituale, insita nell’essere umano, ci inducono a pensare: sarà che i profeti biblici abbiano ragione quando scrivono di tempi apocalittici? Sappiamo esegeticamente che le profezie non pretendono anticipare le disgrazie future. Mirano a evidenziare le tendenze che, se non fermate, porteranno alle disgrazie annunciate.

Sono sempre rimasto impressionato da un testo spaventoso, incluso nella Bibbia giudaico-cristiana. Che tipo di esperienza ha portato il suo autore a scrivere ciò che ha scritto? Credo che qualcosa di simile stia attraversando la mente di molte persone oggi. Il testo dice: «Il Signore vide che la malvagità degli uomini era grande sulla terra e che ogni intimo intento del loro cuore non era altro che male, sempre. E il Signore si pentì di aver fatto l’uomo sulla terra e se ne addolorò in cuor suo. Il Signore disse: “Cancellerò dalla faccia della terra l’uomo che ho creato e, con l’uomo, anche il bestiame e i rettili e gli uccelli del cielo, perché sono pentito di averli fatti» (Genesi 6, 5-8). Il male che imperversa nel vasto mondo non giustificherebbe questa considerazione?

Aggiungerei anche il testo apocalittico raccolto dall’evangelista San Matteo: «E sentirete di guerre e di rumori di guerre. Guardate di non allarmarvi, perché deve avvenire, ma non è ancora la fine. Si solleverà infatti nazione contro nazione e regno contro regno; vi saranno carestie e terremoti in vari luoghi: ma tutto questo è solo l’inizio dei dolori» (Vangelo di Matteo 24, 6-8). Fenomeni simili non si verificano attualmente a livello planetario?

Sembra che i quattro cavalieri dell’Apocalisse, con le loro iene distruttrici, siano sciolti: Il primo cavallo bianco assume la figura di Cristo per ingannare il maggior numero di persone. «Gesù rispose loro: “Badate che nessuno vi inganni! Molti infatti verranno nel mio nome, dicendo: “Io sono il Cristo”, e trarranno molti in inganno» (Vangelo di Matteo 24, 4-5). San Giovanni nella sua Prima Epistola sostiene che ci sono «[…] di fatto molti anticristi […] Sono usciti da noi, ma non erano dei nostri; se fossero stati dei nostri, sarebbero rimasti con noi […]» (Vangelo di Giovanni 2,18-19). Oggi, in mezzo a noi, pullulano quelli che annunciano Cristo, radunano moltitudini nei loro templi e predicano il contrario di ciò che Cristo ha predicato: l’odio, la diffamazione e la satanizzazione del prossimo.

L’altro cavallo di fuoco simboleggia la guerra, nella quale si tagliavano la gola a vicenda. Oggi ci sono circa 18 luoghi di guerra con grande decimazione di vite umane.

Il terzo cavallo nero simboleggia la carestia e la peste. Siamo stati visitati dalla peste del coronavirus, ora dal dengue, dall’influenza che porta malattie a milioni di persone.

Infine il cavallo verdastro, il cui colore simboleggia la morte (il colore di un cadavere) che oggi miete milioni e milioni di persone in innumerevoli modi diversi (Apocalisse 6, 1-8).

Oggi non abbiamo bisogno dell’intervento di Dio per porre fine a questa storia sinistra. Noi stessi abbiamo creato il principio dell’autodistruzione con armi chimiche, biologiche e nucleari che decimano tutta l’umanità e anche la natura con i suoi animali, rettili e uccelli del cielo. E non rimarrà nessuno a raccontare la storia.

Questo lo disse una volta Michail Gorbachev, e l’ho sentito di persona insieme alla grande cantante argentina Mercedes Soza (la Negra) in occasione di un incontro sulla Carta della Terra, che lui stava coordinando. Un discorso così spaventoso da parte di un capo di Stato, con centinaia di testate nucleari e ogni tipo di arma letale, mi ricorda quello che confessò uno dei più grandi storici del secolo scorso, come reazione allo sgancio della bomba atomica su Hiroshima, Arnold Toynbee nella sua autobiografia: “[…] ho vissuto fino a vedere la fine della storia umana diventare una possibilità reale che può essere tradotta in fatti non da un atto di Dio ma dell’essere umano” (Experiência, Vozes 1970, p.422). Sì, il destino della vita è nelle nostre mani. Se si verificasse un’escalation e si utilizzassero testate nucleari strategiche, ciò significherebbe la fine della specie umana e della vita.

Oltre alla minaccia nucleare che alcuni considerano imminente, vista la guerra della Russia contro l’Ucraina, con la minaccia di Putin di utilizzare armi nucleari tattiche, c’è tuttora anche l’emergenza dei cambiamenti climatici. Tra noi [in Brasile] nel Rio Grande do Sul, in Europa, in Afghanistan e altrove, si sono verificate inondazioni devastanti, oltre a spazzare via dalla mappa intere città. Osserva uno scienziato neozelandese, James Renwick, dell’Università di Victoria: “Il cambiamento climatico è la più grande minaccia che lumanità abbia mai dovuto affrontare, con il potenziale di rovinare il nostro tessuto sociale e il nostro stile di vita. Ha il potenziale di uccidere miliardi di persone, attraverso la fame, la guerra per le risorse e per lo sfollamento delle persone colpite”.

Cosa possiamo aspettarci? Tutto. La nostra scomparsa, per colpa della nostra inerzia o l’irruzione di una nuova coscienza che sceglie la sopravvivenza, con cura e un legame emotivo con la Madre Terra. Il noto economista-ecologista Nicolas Georgescu-Roegen sospettava che “forse il destino dellessere umano è quello di avere una vita breve ma febbrile, eccitante e stravagante piuttosto che una vita lunga, vegetativa e monotona. In questo caso, altre specie, prive di pretese spirituali, come ad esempio le amebe [parassiti], erediteranno una Terra che continuerà a essere bagnata per lungo tempo dalla pienezza della luce solare” (The Promethean Destiny, N. York: Pinquin Books 1987, pag.103).

I cristiani sono ottimisti: credono a questo messaggio dell’Apocalisse: «E vidi un cielo nuovo e una terra nuova: il cielo e la terra di prima infatti erano scomparsi e il mare non c’era più. E vidi anche la città santa, la Gerusalemme nuova, scendere dal cielo, da Dio, pronta come una sposa adorna per il suo sposo. Udii allora una voce potente, che veniva dal trono e diceva: “Ecco la tenda di Dio con gli uomini! Egli abiterà con loro ed essi saranno suoi popoli ed egli sarà il Dio con loro, il loro Dio. E asciugherà ogni lacrima dai loro occhi e non vi sarà più la morte né lutto né lamento né affanno, perché le cose di prima sono passate» (Apocalisse 21, 1-4).

Dobbiamo essere come Abramo che «contro ogni speranza ebbe fede nella speranza» (San Paolo ai Romani, 4,18), perché «la speranza non delude» (San Paolo ai Romani, 5,4). È quello che ci resta: la speranza fiduciosa e, positivamente, il continuare a sperare [o esperançar].

Leonardo Boff ha scritto: O homem: Satã ou Anjo bom, Record 2008; Sol da esperança, Mar de Ideias, Rio 2007.

(traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

Ci salveremo in base dal principio-speranza

Leonardo Boff

La grande inondazione che sta devastando il Rio Grande do Sul è uno dei segnali più inequivocabili, dato dalla Madre Terra, degli effetti estremamente dannosi del cambiamento climatico. Ci siamo già dentro. Non ha senso che i negazionisti si rifiutino di accettare questi dati. I fatti parlano da soli. Tra poco raggiungeranno la vita di tutte le persone, ricchi e poveri, come è successo nella maggior parte delle città fluviali di quel Stato.

C’è stata una sorprendente accelerazione del processo di riscaldamento globale e non è stata rispettata la decisione dell’Accordo di Parigi del 2015, secondo cui ci si aspettava una drastica riduzione dei gas ad effetto serra per non aumentare la temperatura di 1,5 ºC entro il 2030. Non è stato fatto quasi nulla: nel 2022 sono state immesse nell’atmosfera 37,5 miliardi di tonnellate di CO² e nel 2023 sono state 40,8 miliardi di tonnellate. Tutto è stato eccessivo. Per questo motivo, alcuni climatologi sostengono l’anticipazione dei limiti del riscaldamento rispetto a quanto era prima previsto nel 2030. Intorno al 2026-2028 il clima della Terra si stabilizzerebbe intorno ai 38-40 ºC e in alcuni luoghi con valori più elevati.

La nostra temperatura corporea è di circa 36,5 ºC. Immaginate se di notte la temperatura ambiente si mantenesse intorno ai 38 ºC? Molti, tra gli anziani e i bambini, non sarebbero in grado di farcela e potrebbero addirittura morire. E per tutti sarà una grande agonia. Per non parlare della perdita della biodiversità e delle colture alimentari, necessarie alla sopravvivenza.

La persona che vide chiaramente lo stato della Terra era un rappresentante dei popoli originari, coloro che si sentono Terra e parte della natura, il leader Yanomami Dário Kopenawa: «La Terra è nostra madre e soffre da molto tempo. Come un essere umano che prova dolore, lo sente quando gli invasori, lagroindustria, le compagnie minerarie e petrolifere abbattono migliaia di alberi e scavano in profondità nel suolo, nel mare. Lei sta chiedendo aiuto e lancia avvertimenti affinché le popolazioni non indigene smettano di strappare la pelle della Terra».

In quanto continuiamo strappando la pelle alla Terra e peggiorando il cambiamento climatico, il potenziale di speranza ha raggiunto il suo limite.

Gli scienziati hanno chiarito che la scienza e la tecnica non potranno invertire questa situazione, ma solo avvisare dell’arrivo di eventi estremi e mitigarne le sue conseguenze disastrose. Siamo arrivati ​​all’attuale situazione globale semplicemente perché gran parte della popolazione non conosce la situazione reale della Terra e la maggior parte dei capi di Stato e degli amministratori delegati delle grandi imprese hanno preferito continuare la logica sia della produzione illimitata, strappata dalla natura, sia del consumo senza limiti, piuttosto che ascoltare gli avvertimenti delle scienze della Terra e della vita. I compiti di casa non sono stati fatti. Ora è arrivato il conto amaro.

Ciò che è accaduto nel Sud del Brasile è solo l’inizio. I disastri ecologici si ripeteranno con più frequenza e con modalità sempre più gravi in ​​tutte le parti del pianeta.

Dove andiamo a prendere l’energia per credere e sperare ancora? Come è stato saggiamente detto: «quando non c’è più motivo di credere, allora comincia la fede; quando non c’è più motivo di sperare, allora comincia la speranza» [don Primo Mazzolari]. Come disse giustamente l’autore dell’epistola agli Ebrei (intorno all’anno 80): «La fede è il fondamento di ciò che si spera e la convinzione delle realtà che non si vedono» (11,1). La fede vede ciò che non si vede con i semplici occhi carnali. La fede vede, con gli occhi dello spirito che è la nostra profondità, la possibilità di un mondo che deve ancora venire, il quale – in gestazione ma ancora invisibile – è tra noi. Per questo la fede si apre alla speranza, che va sempre oltre ciò che è dato e verificato. La fede e la speranza fondano il mondo delle utopie che aspirano a realizzarsi storicamente.

Qui vale il principio-speranza. Il filosofo tedesco Ernst Bloch ha coniato l’espressione principiosperanza. Esso rappresenta un motore interiore sempre in funzione, alimentando l’immaginario e il potenziale inesauribile dell’esistenza umana e della storia. Il Papa Francesco nell’enciclica Fratelli tutti afferma: «la speranza ci parla di una realtà radicata nel profondo dell’essere umano, a prescindere dalle circostanze concrete e dai condizionamenti storici in cui vive» (n. 55). Assumere oggi questo principio-speranza, in questa nuova fase della Terra, è estremamente urgente.

Il principio-speranza è la nicchia di tutte le utopie. Esso permette di proiettare continuamente nuove visioni, nuovi percorsi non ancora intrapresi e sogni realizzabili. Il senso dell’utopia è sempre quello di farci muovere [Eduardo Galeano], per superare sempre le difficoltà e migliorare la realtà. Come esseri umani, siamo esseri utopici. È il principio-speranza che potrà salvarci e aprire una nuova direzione per la Terra e i suoi figli e figlie.

Qual è la nostra utopia minima, praticabile e necessaria? Essa implica, innanzitutto, la ricerca dell’umanizzazione dell’essere umano. Egli si è disumanizzato in quanto è diventato l’angelo sterminatore della natura. Solo recupererà la sua umanità solo se inizierà a vivere a partire da ciò che è nella sua natura: un essere di amorevolezza, di cura, di comunione, di cooperazione, di com-passione, di essere etico e di essere spirituale che si responsabilizza per le proprie azioni in modo che siano vantaggiose per tutti. Poiché non abbiamo creato spazio per questi valori e principi, siamo stati spinti nella crisi attuale che può portarci nell’abisso.

Questa utopia realizzabile e necessaria si concretizza sempre, se abbiamo tempo, nelle contraddizioni, inevitabili in tutti i processi storici. Ma essa significherà un nuovo orizzonte di speranza che alimenterà il cammino dell’umanità verso il futuro.

In questa ottica nasce una nuova etica. Forze seminali stanno emergendo ovunque, cercando e già sperimentando un nuovo modello di comportamento umano ed ecologico. Rappresenterà quella che Pierre Teilhard de Chardin, dal suo esilio in Cina nel 1933, chiamava di noosfera. Sarebbe quella sfera in cui le menti e i cuori (noos in greco) entrerebbero in una nuova sintonia sottile, caratterizzata dall’amorevolezza, dalla cura, dalla reciprocità tra tutti, dalla spiritualizzazione e dalle intenzioni collettive.

In mezzo a tanto sconforto e malinconia per la grave situazione del mondo, crediamo e speriamo in questo.

Leonardo Boff ha scritto: Il sogno della casa comune. Riflessioni di un vecchio teologo e pensatore, Castelvecchi 2019; Abitare la Terra. Quale via per la fraternità universale?, Castelvecchi 2021; Cuidar da Casa Comum: pistas para protelar o fim do mundo, Vozes 2024 .

[traduzione dal portoghese di Gianni Alioti]

   Nos salvaremos en base al principio-esperanza

            Leonardo Boff*

La gran inundación que está asolando Río Grande del Sur es una de las señales más inequívocas, dada por la Madre Tierra, de los efectos extremadamente dañinos del cambio climático. Ya estamos dentro de ese cambio. Es inútil que los negacionistas se nieguen aceptar ese dato. Los hechos hablan por sí solos. Dentro de poco llegará a la vida de todos, ricos y pobres, como llegó a todos en la mayoría de las ciudades ribereñas de ese estado. 

Ha habido una sorprendente aceleración del proceso de calentamiento global y no se ha cumplido lo que se decidió en el Acuerdo de París de 2015, en el que se preveía una reducción drástica de los gases de efecto invernadero para no aumentar la temperatura más  de 1,5ºC hasta 2030. No se hizo casi nada: en 2022 fueron lanzadas a la atmófera 37.500 millones de toneladas de CO² y en 2023 40.800 millones de toneladas. Todo ha sido excesivo. Por esta razón algunos climatólogos sostienen que llegará antes de 2030 como estaba previsto, el calentamiento se ha anticipado. Hacia 2026-2028 el clima de la Tierra se estabilizaría en torno a los 38-40ºC y en algunos lugares valores todavía más elevados.

Nuestro cuerpo tiene una temperatura de 36,5ºC. Imaginen si la temperatura ambiente se mantiene por la noche a 38ºC. Muchas personas, entre ellas los mayores y los niños, no lo aguantarán y podrían hasta morir. Y para todos será una gran agonía. Sin mencionar la pérdida de la biodiversidad y de las cosechas de alimentos, necesarios para la supervivencia. 

Quien ha visto claro este estado de la Tierra fue un representante de los pueblos originarios, que se sienten Tierra y parte de la naturaleza, un lider yanomami Dário Kopenawa: “La Tierra es nuestra madre y está sufriendo desde hace mucho tiempo. Como un ser humano que siente dolor, ella siente cuando invasores, el agronegocio, las compañías mineras y petroleras derriban miles de árboles y cavan profundo en el suelo, en el mar. Ella está pidiendo ayuda y dando avisos para que los no indígenas dejen de arrancar la piel de la Tierra”.

Como continuamos arrancando la piel de la Tierra y agravando el cambio climático, el potencial de esperanza ha llegado al límite. Los científicos dejan claro que la ciencia y la técnica no podrán revertir esta situación, solo advertir la llegada de eventos extremos y mitigar sus consecuencias desastrosas. Hemos llegado a la situación global que tenemos simplemente porque gran parte de la población no conoce la real situación de la Tierra y la mayoría de los jefes de Estado y CEOs de las grandes empresas prefieren continuar con la lógica de la producción ilimitada, arrancada de la naturaleza, y del consumo sin límites, a oír las advertencias de las ciencias de la Tierra y de la vida. No hemos hecho los deberes. Ahora ha llegado la factura amarga. 

Lo que ha ocurrido en el sur de Brasil es solo el principio. Los desastres ecológicos van a repetirse con más frecuencia y de forma cada vez más grave en todas partes del planeta.

¿Adónde vamos a buscar energías para todavía creer y esperar? Como sabiamente se ha dicho: “cuando ya no hay razón para creer, comienza la fe; cuando ya no hay razón para esperar, comienza la esperanza”. Como dijo con acierto el autor de la epístola a los Hebreos (en los años 80): “La fe es el fundamento de lo que se espera y la convicción de las realidades que no se ven” (11,1). La fe ve lo que no se ve con los simples ojos carnales. La fe ve con los ojos del espíritu, que es nuestra profundidad, la posibilidad de un mundo que está por venir, pero que seminalmente, aunque todavía invisible, está entre nosotros. Por eso la fe se abre a la esperanza que es ir siempre más allá de lo dado y verificado. La fe y la esperanza fundan el mundo de las utopías que forcejan por realizarse históricamente.

Aquí entra el principio-esperanza. El filósofo alemán Ernst Bloch acuñó la expresión principio-esperanza. Es un motor interior que siempre está funcionando y alimentando el imaginario y el inagotable potencial de la existencia humana y de la historia. El Papa Francisco en la Fratelli tutti afirma: “la esperanza nos habla de una realidad enraizada en lo profundo del ser humano, independientemente de las circunstancias concretas y de los condicionamientos históricos en que vive” (n. 55). Asumir este principio-esperanza hoy, en esta nueva fase de la Tierra, es extremadamente urgente.

El principio-esperanza es el nicho de todas las utopías. Permite proyectar continuamente nuevas visiones, caminos nuevos todavía no recorridos y sueños viables. El sentido de la utopía es que siempre sigamos caminando (Eduardo Galeano), superando siempre las dificultades y mejorando la realidad. Como humanos somos seres utópicos. El principio-esperanza nos podrá salvar y abrir una dirección nueva para la Tierra y sus hijos e hijas.

¿Cuál es nuestra utopía mínima, viable necesaria? Ella implica ante todo buscar la humanización del ser humano. Él se ha deshumanizado, pues se ha transformado en el ángel exterminador de la naturaleza. Sólo recuperará su humanidad si empieza a vivir a partir de lo que es en su naturaleza: un ser de amorización, de cuidado, de comunión, de cooperación, de com-pasión, un ser ético y un ser espiritual que se responsabiliza de sus acciones para que sean beneficiosas para todos. Por no haber dado espacio a estos valores y principios hemos sido empujados a la crisis actual que nos puede llevar al abismo. 

Esa utopía viable y necesaria se concreta siempre, si aún tenemos tiempo, dentro de las contradicciones inevitables en todos los procesos históricos. Pero ella será un nuevo horizonte de esperanza que alimentará el camino de la humanidad hacia su futuro. 

De esta óptica nace una nueva ética. Por todos lados surgen fuerzas seminales que buscan y ya ensayan un nuevo modelo de comportamiento humano y ecológico. Representará aquello que Pierre Teilhard de Chardin desde su exilio en China en 1933 llamaba la noosfera. Sería aquella esfera en la que las mentes y los corazones (noos en griego) entrarían en una nueva sintonía fina, caracterizada por la amorización, por el cuidado, por la mutualidad entre todos, por la espiritualización de las intencionalidades colectivas.

En medio de tanto abatimiento y melancolía por la situación grave del mundo, en eso creemos y esperamos.

*Leonardo Boff ha escrito Habitar la Tierra, Vozes 2022; Cuidar de la Casa Común: pistas para posponer el fin del mundo, Vozes 2024.

Traducción de Mª José Gavito Milano