Die Wurzeln aus unserer eigenen Quelle bewässern

LeonardoBoff  

Es lässt sich nicht leugnen, dass wir uns im Zentrum einer gewaltigen globalen Krise befinden. Niemand weiß, wohin wir steuern. Es ist ratsam, Historiker zu konsultieren, die in der Regel eine ganzheitliche Sicht und ein feines Gespür für die großen Trends der Geschichte besitzen. Ich zitiere einen meiner inspirierendsten Autoren: Eric Hobsbawn in seinem bekannten Übersichtswerk „The Age of Extremes“ (1994). Am Ende seiner Überlegungen kommt er zu folgendem Schluss:

Die Zukunft kann keine Fortsetzung der Vergangenheit sein … Unsere Welt ist von Explosion und Implosion bedroht … Wir wissen nicht, wohin wir gehen. Eines ist jedoch klar: Wenn die Menschheit eine lebenswerte Zukunft will, kann sie dies nicht durch die Verlängerung der Vergangenheit oder der Gegenwart erreichen. Wenn wir versuchen, das dritte Jahrtausend auf diesem Fundament aufzubauen, werden wir scheitern. Und der Preis des Scheiterns, d. h. die Alternative zum gesellschaftlichen Wandel, ist Dunkelheit.“ (S. 562) Dunkelheit könnte das Ende der Spezies Homo bedeuten. Max Weber sagte etwas Ähnliches in seiner letzten öffentlichen Konferenz, in der er (endlich!) den Kapitalismus als in ein „Stahlhartes Gehäuse“ eingeschlossen bezeichnete, das er selbst nicht durchbrechen kann. Daher kann es uns in eine große Katastrophe führen: „Was uns erwartet, ist nicht die Blüte des Herbstes, sondern eine Polarnacht, eisig, dunkel und mühsam“ (Vgl. M. Löwy, La jaula de hierro: Max Weber y el marxismo weberiano, Mexiko 2017). Und schließlich warnt Papst Franziskus selbst in der Enzyklika Fratelli tutti (2020): „Wir sitzen im selben Boot, entweder werden wir alle gerettet oder niemand wird gerettet“ (Nr. 32).


Im ökologischen Bereich und unter namhaften Analysten der globalen Geopolitik ist die Überzeugung weit verbreitet: Im kapitalistischen System, das das unbegrenzte (ungerechtfertigte) Streben nach finanziellem Profit in den Vordergrund stellt und zwei Ungerechtigkeiten schafft – eine soziale (die unermessliche Armut verursacht) und eine ökologische (die Zerstörung der Ökosysteme), gibt es keine Lösung für die aktuelle Krise. Einstein wird der Satz zugeschrieben: „Das Denken, das die Krise verursacht hat, kann nicht dasselbe sein, das uns aus ihr herausführen wird; wir müssen uns ändern.“

Da die vielversprechenden Zukunftsvisionen der Vergangenheit über die Zukunft der Menschheit gescheitert sind, können sie uns keine neuen Wege aufzeigen, außer vielleicht den planetarischen Ökosozialismus, der nichts mit dem einst existierenden und gescheiterten Sozialismus zu tun hat. Oder die Rückkehr zur Lebensweise der Ureinwohner, deren überliefertes Wissen oder das „bien vivir y convivir” der Andenbewohner uns noch eine Zukunft auf diesem Planeten sichern würden. Aber es scheint mir, dass wir uns so sehr in unserer systemischen Blase verstrickt haben, dass dieser Vorschlag, so reizvoll er auch sein mag,  global gesehen undurchführbar ist.

Wenn wir am Ende der gangbaren Wege angelangt sind und nur noch den Horizont vor Augen haben, scheint es mir, dass uns nur noch bleibt, uns für uns selbst zu entscheiden und noch nicht ausprobierte Möglichkeiten zu erkunden. Wir sind von Natur aus ein unendliches Projekt und ein Knotenpunkt  von Beziehungen in alle Richtungen. Wir müssen in uns selbst eintauchen und unsere  Wurzeln in der Quelle tränken, die immer in uns in Form von unerschütterlicher Hoffnung, großen Träumen,  realisierbaren Mythen und innovativen Projekten für einen anderen Weg vor uns sprudelt.

Wenn ich den Menschen als strukturierende Referenz nehme, denke ich nicht an eine Anthropologie der Anthropologen und Anthropologinnen oder an die immer bereichernden Wissenszweige über den Menschen. Ich denke an den Menschen in seiner unergründlichen Radikalität, die sich um den Bereich des Geheimnisses rankt, das sich, je näher wir ihm kommen, umso weiter entfernt und tiefer präsentiert. Und es bleibt ein Geheimnis in jedem Wissen. Das war die Erkenntnis, die der Heilige Augustinus über sich selbst gewann: factum sum mysterium mihi: „Ich bin mir selbst ein Geheimnis geworden”. Dieses Geheimnis ist Ausdruck eines größeren Geheimnisses, nämlich des Universums selbst, das sich noch in der Entstehung und Expansion befindet. Daher ist der Mensch als Geheimnis niemals von diesem Prozess, dessen Teil er ist, getrennt, was über eine rein individualistische Sichtweise des Menschen hinausgeht. Es ist wichtig, niemals zu vergessen, dass er ein Wesen mit unbegrenzten Beziehungen ist, sogar mit dem Unendlichen. Lassen Sie uns einige Daten aufzählen, die zu unserem Wesen gehören und auf deren Grundlage wir neue Zukunftsvisionen entwickeln können.

Zunächst ist es wichtig, den Menschen als intreligente und gefülvole Erde zu verstehen, die in einem Moment ihrer Komplexität zu fühlen, zu denken, zu lieben, zu pflegen und zu verehren begann. So brach der Mensch, Mann und Frau, in den kosmogenischen Prozess ein. Nicht ohne Grund wird er Homo oder Adam genannt, was beides bedeutet: „aus Erde gemacht“ oder fruchtbares, bebaubares Land.

Im Mittelpunkt des menschlichen Wesens steht die Liebe, die, wie F. Maturana und J. Watson gezeigt haben, seine biologische Grundlage bildet. Watson sagt in seinem berühmten Buch DNA: The Secret of Human Life (2005): „Liebe lässt uns füreinander sorgen; es ist die Liebe, die unser Überleben und unseren Erfolg auf diesem Planeten ermöglicht hat; dieser Impuls, so glaube ich, wird unsere Zukunft sichern; ich bin sicher, dass die Liebe in unserer DNA verankert ist“ (S. 414). Es wird keine menschliche Transformation oder Revolution geben, die nicht von Liebe durchdrungen ist.

Zusammen mit der Liebe entsteht die Fürsorge, die seit langem als Wesen des Menschen verstanden wird. Da sie kein spezielles Organ hat, ist es die Fürsorge für sich selbst, für andere und für die  Natur, die uns das Leben sichert.

Es war die Solidarität/Kooperation des gemeinsamen Essens, die uns einst den Sprung vom Tierischen zum Menschlichen ermöglichte. Was gestern wahr war, ist auch heute noch wahr und wesentlich, wenn auch rar. Als relationales Wesen sind Solidarität und Kooperation die Grundlage jeglichen Zusammenlebens.

Neben der Intelligenz des neokortikalen Gehirns gibt es die Emotionen des limbischen Gehirns, das vor Millionen von Jahren entstand und der Sitz von Liebe, Empathie, Mitgefühl, Ethik und der gesamten Welt der Exzellenz ist. Wir sind fühlende Wesen. Ohne eine emotionale Bindung zwischen uns Menschen und der Natur verfällt und verkümmert alles.

Tief in uns lebt die natürliche Spiritualität, wie die new science behauptet,die ebenso anerkannt wird wie Intelligenz und Emotionen. Sie ist älter als jede Religion, denn sie ist die Quelle, aus der alle schöpfen, jeder auf seine Weise. Spiritualität ist unser Wesen und drückt sich in bedingungsloser Liebe, Solidarität, Transparenz und allem aus, was uns menschlicher, beziehungsfähiger und offener macht.

Spiritualität lässt uns begreifen, dass unter allen Lebewesen eine kraftvolle und liebevolle Energie existiert, die Kosmologen den Abgrund nennen und die alles Existierende hervorbringt und erhält. Der Mensch kann sich dieser tiefen Energie öffnen, mit ihr kommunizieren und Staunen und Ehrfurcht vor der Erhabenheit des Universums und seines Schöpfers empfinden.

Realistisch betrachtet gehen mit solchen Werten auch ihre Gegensätze einher – wir sind Sapiens und Demens –, die nicht unterdrückt werden können, sondern in Grenzen gehalten werden müssen. Indem wir unsere Wurzeln in dieser ursprünglichen Quelle nähren, können wir eine andere Zukunft gestalten können in der Liebe, Solidarität und BienVivir die Grundlage bilden.

Leonardo Boff Ökotheologe. Philosof un Schriststeller.

Übersetzung: Bettina Gold-Hartnack

Gibt es Grenzen für menschliche Grausamkeit?

Leonardo Boff

Das Polizeimassaker vom 28. Oktober in den Wohnkomplexen Alemão und Penha in Rio de Janeiro war ein äußerst brutales Verbrechen, begangen von Staatsbeamten, dem 121 Menschen zum Opfer fielen. Erschreckend ist, dass 57 % der Bevölkerung das Massaker, bei dem Köpfe abgetrennt, Gliedmaßen abgetrennt und Leichen verstümmelt wurden, gutgeheißen haben. Cláudio Castro, der Gouverneur von Rio, der das Massaker anordnete, wurde in den wohlhabenden Vierteln der Südzone Rios bejubelt. Seine Zustimmungswerte sind sprunghaft angestiegen.

Namhafte Analysten wie Paulo Sérgio Pinheiro, ehemaliger Menschenrechtsminister und UN-Sonderberichterstatter für Verbrechen in Syrien, erklären die wahre Bedeutung: „Das Massaker in Rio muss in einem breiteren politischen Kontext verstanden werden, der von Castro und anderen rechtsextremen Gouverneuren orchestriert wurde. Nach der Verurteilung und Inhaftierung ihres Machthabers und seiner Verbündeten versuchen diese politischen Akteure, den Diskurs des Drogenkriegs zu nutzen, um den Bundesstaat zu destabilisieren und ihre Chancen bei den nächsten Wahlen zu verbessern. Darüber hinaus versuchen sie, sich dem kontinentalen Narrativ der Drogenbekämpfung anzuschließen, das derzeit von Präsident Trump angeführt wird.“

Diese wahlpolitische Manipulation schlimmster Art offenbart den völligen Verfall der Ethik und das Fehlen jeglichen Mitgefühls für die Opfer, von denen viele unschuldig sind und nichts mit Drogenhandel zu tun haben. Es ist Nekropolitik in Reinkultur, denn die Armen, Schwarze, Quilombola-Gemeinschaften und Favela-Bewohner zählen nichts, wie sie selbst glauben und behaupten. Sie sind wirtschaftlich wertlos und entbehrlich.

Doch diese Barbarei mit ihrem kriminellen und politischen Kern wirft eine metaphysische und sogar theologische Frage auf, die eine furchtbare Herausforderung darstellt: Wie können Menschen nur so grausam und böse sein? Wie weit kann ihre Unmenschlichkeit gehen? Angesichts der aktuellen Völkermorde in Gaza, der Ukraine und dem Sudan fragen wir uns als Theologen und andere mit Entsetzen:

„Wo war Gott unter diesen schrecklichen Umständen? Warum hat er den Triumph der Barbarei zugelassen? Warum hat er geschwiegen? Warum hat er zugelassen, dass in anderthalb Jahrhunderten seit Beginn der europäischen Kolonialisierung/Invasion laut neuesten Untersuchungen 61 Millionen Menschen der Ureinwohner des Kontinents Abya Yala ums Leben kamen? Und was ist mit den ermordeten Kongolesen, die der wahnsinnige König Leopold II. von Belgien, der diese Länder zu seinem persönlichen Landgut gemacht hatte, Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ermorden ließ, 10 Millionen Menschen, darunter verstümmelte Kinder ohne Hände und Beine. Wer erinnert sich an diese Grausamkeit? Und warum leiden wir darunter, dass diese Millionen von schwarzen Männern und Frauen nicht auch seine Söhne und Töchter waren, geboren in der Liebe Gottes? Warum hat er ihnen nicht geholfen, obwohl er es hätte tun können, und warum hat er es nicht getan?

Die Theologie hat keine Antworten; sie schweigt leidend, doch wie Hiob kann auch sie nicht anders, als Gott zu hinterfragen, der in liturgischen Gesängen und in den Basisgemeinden als der gütige und barmherzige Herr der Geschichte verkündet wird. Wenn der Glaube verstummt, bleiben nur noch die Schreie der Hoffnung, die sich in Klagen äußern, wie sie zahlreich in den Psalmen zu finden sind. Selbst Christus rief am Kreuz: „Eli, Eli, lama sabachthani?“: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ergeben übergab er seinen Geist Gott, und zog sich in tiefste Verborgenheit zurück.

Doch es ist nicht nur ein theologisches, sondern auch ein philosophisches Problem. Wer ist letztlich der Mensch, und wie kann er so unmenschlich und gnadenlos gegenüber seinen Mitmenschen sein? Seit Jahrhunderten, seit Urzeiten, ist Kain stets Teil der Geschichte. Das Böse ist allgegenwärtig und in die menschlichen Gesellschaften integriert. Wie die Philosophin Hannah Arendt bemerkte: „Das Böse mag banal sein, aber niemals unschuldig.“ Es ist die Frucht einer perversen Absicht, die den anderen hasst, ihn erwürgen und ermorden will, sei es im Familienleben, im gesellschaftlichen Leben oder in den Kriegen, die es seit jeher gegeben hat. Alle Religionen, spirituellen und ethischen Wege versuchen, das Ausmaß des menschlichen Bösen einzudämmen. Doch es bleibt immer bestehen.

Es heißt, es gehöre zur conditio humana, dass wir Wesen sind, die gleichzeitig intelligent und wahnsinnig sind, vom Todestrieb und vom Lebensdrang besessen, Wesen des Lichts, begleitet von Schatten, der Satan der Erde und auch ihr Schutzengel. Es stimmt, wir sind all das. Aber diese Feststellungen beschreiben phänomenologisch eine unbestreitbare Tatsache, erklären diese aber nicht. Warum muss das so sein? Könnte es nicht anders sein?

Hier stoßen wir an die Grenzen der Vernunft, die nicht alles erfassen kann. Ein tieferes Verständnis des Bösen entspringt nicht, wie oben erläutert, der theoretischen, sondern der praktischen Vernunft. Das bedeutet: Das Böse ist nicht dazu da, verstanden, sondern um bekämpft zu werden. Indem wir es bekämpfen, gewinnen wir ein gewisses Verständnis, denn die Menschen lernen, ihrer Boshaftigkeit Grenzen zu setzen und so die Dimension des Lichts und des Guten zu stärken. Pepe Mujica, der ehemalige Präsident Uruguays, hinterließ uns eine inspirierende Botschaft: „Ich wurde besiegt, mit Füßen getreten, gefoltert und dem Tode nahe zurückgelassen. Doch ich stand immer wieder auf und gab meinen Traum vom Kampf für eine bessere Welt für alle nie auf.“ Vielleicht ist dies der richtige Weg angesichts der Herausforderung menschlicher Grausamkeit. Nicht anders erging es Jesus von Nazareth, der aufgrund seiner Vision eines Reiches der Gerechtigkeit, der Geschwisterlichkeit, des Friedens und eines Gottes, der alle willkommen heißt, hingerichtet wurde.

In Anlehnung an den Weg jener spirituellen Meister aller Kulturen glauben wir weiterhin, dass das Leben mehr wert ist als Profit und Wahlpolitik und dass es stets als der höchste Wert der Welt geachtet werden sollte.
Leonardo Boff Theologe, Philosoph, Schriftsteller
Autor von: Die Suche nach dem rechten Maß. Wie der Planet Erde wieder ins Gleichgewicht kommt, LIT Verlag 2023

COP30: Adaptação ou Prevenção?

Michael Löwy

Michael Löwy, diretor de pesquisa em sociologia no Centre Nationale de la Recherche Scientifique (CNRS). Brasileiro de origem francesa e morando em Paris, é um grande amigo do Brasil participando ativamente de nossa realidade político-social.Sendo de origem hebraica é um sério estudioso da sociologia da religião, do melhor de Marx e de Max Weber dedicando parte da obra ao estudo da teologia da libertação. Com ele mantenho frutífero diálogo, quase semanal. Mandou-me o artigo em francês e agora vem publicado em A Terra é Redonda, 26-10-2025.Esse artigo é esclarecedor e ao mesmo tempo um  alerta sobre eventuais ameaças sobre o futuro da humanidade: LBoff

O futuro não será conquistado pela resignação em se adaptar ao colapso, mas pela coragem de prevenir suas causas.

1.

Como sabemos, a COP30, a Conferência das Nações Unidas sobre Mudanças Climáticas, será realizada este ano, em novembro, em Belém do Pará.

Ela desperta esperança, já que será realizada em um país governado pela esquerda, sob a égide do presidente Lula. Mas é preciso constatar que o maior poluidor do planeta, os Estados Unidos, estará ausente, já que Donald Trump – negacionista fanático das mudanças climáticas – retirou seu país dessa instância internacional.

Infelizmente, uma decisão recente das autoridades brasileiras lança uma sombra sobre esta reunião: a autorização para explorar o petróleo localizado no fundo do mar, perto da foz do Amazonas. Os ecologistas brasileiros denunciam essa decisão, que representa um risco enorme — em caso de acidente com as perfurações marítimas — de uma “onda negra” destruir os frágeis ecossistemas da floresta amazônica.

Além disso, se as enormes quantidades de petróleo depositadas no fundo do mar nessa região forem extraídas, comercializadas e queimadas, isso será uma contribuição decisiva para a mudança climática.

Nessas condições, o que se pode esperar dessa COP30? É preciso dizer que o balanço das 29 anteriores não é glorioso: é verdade que algumas resoluções foram tomadas, mas… nunca foram postas em prática. As emissões nunca pararam de crescer, o acúmulo de gases de efeito estufa atingiu proporções sem precedentes e o limite perigoso de 1,5°C (acima da era pré-industrial) já foi atingido.

Quais são as ambições dos organizadores da nova COP? Podemos ter uma ideia ao ler uma entrevista recente com André Correa do Lago, nomeado por Lula para presidir a COP30. Diplomata com longa experiência em desenvolvimento sustentável, ele é atualmente Secretário de Clima, Energia e Desenvolvimento do Ministério das Relações Exteriores do Brasil. Nessa entrevista, Corrêa do Lago declara: “Gostaria muito que as pessoas se lembrassem da COP30 como uma COP da adaptação”.

2.

O que isso significa? Certamente, a adaptação às consequências das mudanças climáticas – incêndios florestais, tornados, inundações catastróficas, temperaturas insuportáveis, secas, desertificação, falta de água doce, aumento do nível do mar, etc. (a lista é imensa) – é necessária, especialmente nos países do Sul, primeiras vítimas desses danos.

Mas dar prioridade à “adaptação” em vez da “prevenção” é uma forma indireta de se resignar à inevitabilidade das mudanças climáticas. É um discurso que se ouve cada vez mais entre os governantes de diferentes países do mundo.

A lógica desse argumento é simples: como é impossível prescindir dos combustíveis fósseis, do transporte globalizado de mercadorias, da agricultura industrial e de outras múltiplas atividades econômicas responsáveis pelas mudanças climáticas, mas necessárias para o bom funcionamento da economia capitalista, só nos resta a possibilidade de nos adaptarmos.

Se, num primeiro momento, a adaptação ainda é possível, a partir de um certo aumento da temperatura – dois graus? três graus? ninguém pode dizer – ela se tornará impossível. Como se adaptar, se a temperatura ultrapassar os 50 graus? Se a água potável se tornar um bem escasso? Podemos multiplicar os exemplos.

Não nos resta muito tempo para impedir uma catástrofe que colocaria em risco a sobrevivência humana neste planeta. E, ao contrário do que pensam habitantes de Marte como Elon Musk, não existe um planeta B. Se a COP30 privilegiar a adaptação em detrimento da prevenção, ficará na memória das pessoas como a COP da capitulação.

Felizmente, reunir-se-á em Belém do Pará, ao mesmo tempo que a COP, uma Cúpula dos Povos, na qual participarão movimentos ecologistas, camponeses, indígenas, feministas, ecossocialistas e outros, que discutirão as verdadeiras soluções para a crise ecológica e tomarão as ruas de Belém do Pará para protestar contra a inércia dos governos e afirmar a necessidade de romper com o sistema. São semeadores de futuro, que se recusam à resignação e ao conformismo.

Mojar las raíces en nuestra propia fuente

Leonardo Boff

No hay como negar que estamos en el centro de una formidable crisis planetaria. Nadie sabe hacia dónde vamos. Es aconsejable visitar a historiadores que normalmente tienen una visión holística y una sutil percepción de las principales tendencias de la historia. Cito uno que considero de los más inspiradores, Eric Hobsbawn, en su conocido libro-síntesis La Era de los Extremos (1994). Concluye sus reflexiones con esta consideración:

«El futuro no puede ser la continuación del pasado… Nuestro mundo corre el riesgo de explosión e implosión… No sabemos hacia dónde estamos yendo. Sin embargo una cosa está clara. Si la humanidad quiere tener un futuro que valga la pena, no puede ser mediante la prolongación del pasado o del presente. Si tratamos de construir el tercer milenio sobre esta base, vamos a fracasar. Y  el precio del fracaso, o sea la alternativa al cambio de la sociedad, es la  oscuridad» (p.562).

         La oscuridad puede representar el fin de especie homo. Algo parecido dijo Max Weber en su última conferencia pública en la cual (por fin!) se refiere al capitalismo, encerrado en una ”jaula de hierro” (Stahlhartes Gehäuse) que él mismo no consigue romper. Por eso nos puede llevar a una gran catástrofe: «Lo que nos aguarda no es el florecimiento del otoño, nos aguarda una noche polar, gélida, sombría y árdua» (Cf. M.Löwy, La jaula de hierro: Max Weber y el marxismo weberiano, México 2017). Finalmente el propio Papa Francisco en la encíclica Fratelli tutti (2020), advierte: «Estamos en el mismo barco o nos salvamos todos o no se salva nadie» (n.32).

         Hay una convicción bastante generalizada en el campo ecológico y en notables analistas de la geopolítica mundial: dentro del sistema capitalista, que destaca por la búsqueda ilimitada (sin la justa medida) de ingresos financieros, y crea dos injusticias, una social (creando inconmensurable pobreza) y otra ecológica (devastando  ecosistemas), no hay solución para la crisis actual. Se atribuye a Einstein la frase: «el pensamiento que creó la crisis no puede ser el mismo que nos saque de ella; tenemos que cambiar».

         Como las prometedoras narrativas del pasado sobre el futuro de la humanidad se han frustrado, no pueden ofrecernos rumbos nuevos, excepto tal vez el ecosocialismo planetario que no tiene nada que ver con el socialismo un día existente y fallido. O volver al modo de vida de los pueblos originarios, cuyo saber ancestral o el bien vivir y convivir de los andinos todavía podrían garantizarnos un futuro en este planeta. Pero me parece que estamos tan enredados dentro de nuestra burbuja sistémica que esta propuesta, por sugestiva que sea, se hace globalmente impracticable.

         Cuando llegamos al fin de los caminos viables y solo tenemos  el horizonte a la vista, me parece que no nos queda más que optar por nosotros mismos y desentrañar virtualidades no ensayadas todavía. Somos por naturaleza un proyecto infinito y un nudo de relaciones en todas las direcciones. Debemos sumergirnos dentro de nosotros mismos y mojar nuestras raíces en la fuente originante que brota siempre en nosotros en forma de inquebrantable esperanza, de grandes sueños, de mitos viables y de proyectos innovadores de otro rumbo por delante.

         Al tomar al ser humano como referencia estructuradora no pienso en la antropología de los antropólogos y antropólogas o en otras ramas del saber sobre lo humano, siempre enriquecedoras. Pienso en el ser humano en su radicalidad insondable que ronda la zona del misterio, que cuanto más nos acercamos de él más distante y profundo se presenta. Y sigue siendo misterio en cada conocimiento. Fue la percepción que san Agustín hizo de sí mismo: factus sum mysterium mihi: “me he vuelto un misterio para mí mismo”. Ese misterio es expresión de un misterio mayor que es el propio universo todavía en génesis y expansión. Por tanto, el ser humano-misterio nunca está desconectado de ese proceso del cual forma parte, lo que supera una visión meramente individualista del ser humano. Es importante no olvidar nunca que es un ser de relaciones ilimitadas, hasta con el Infinito. Enumeremos algunos datos que pertenecen  a nuestra esencia, a partir de los cuales se nos concede elaborar nuevas visiones de futuro.

         Ante todo es importante entender al ser humano como Tierra que en un momento de su complejidad comenzó a sentir, a pensar, a amar, cuidar y venerar. Y he aquí que irrumpe en el proceso cosmogénico el ser humano, hombre y mujer. No sin razón es llamado homo o Adam, ambos significando “hecho de tierra, o tierra fértil y arable”.

         En el ser humano es central el amor cuya base biológica mostraron F.Maturana y J.Watson. Dice Watson en su famoso ADN:el secreto de la vida (2005): «el amor nos hace tener cuidado del otro; él hizo posible nuestra supervivencia y éxito en este planeta; ese impulso, creo, salvaguardará nuestro futuro; estoy seguro de que el amor está inscrito en nuestro ADN» (p.414). No habrá ninguna transformación o revolución humana que no vengan imbuidas de amor.

         Junto con el amor surge el cuidado, entendido –de larga tradición– como esencia del ser humano. Como no tiene ningún órgano especializado, es el cuidado de sí mismo, de los otros y de la naturaleza lo que nos asegurará la vida.

         Fue la solidaridad/cooperación de comer juntos, la que en otro tiempo nos permitió dar el salto de la animalidad a la humanidad. Lo que fue verdadero ayer sigue siendo verdadero y esencial hoy, aunque carente. Como ser de relación, la solidaridad y la cooperación están en la base de cualquier convivencia.

         Junto a la inteligencia del cerebro neocortical, hay la emoción del cerebro límbico, surgido hace millones, sede del amor, de la empatía, de la compasión, de la ética y de todo el mundo de las excelencias. Somos seres de sentimientos. Sin un lazo afectivo entre nosotros los humanos y con la naturaleza, todo se degrada y desvanece.

         En nuestro interior prevalece la espiritualidad natural,expresión usada por la new science que goza del mismo reconocimiento que la inteligencia y la emoción. Es anterior a cualquier religión, pues es la fuente de la cual todas beben, cada cual a su manera. La espiritualidad es parte de nuestra esencia y se expresa por el amor incondicional, por la solidaridad, por la transparencia y por todo lo que nos hace más humanos, más relacionales y abiertos.

         La espiritualidad nos permite captar que por debajo de todos los seres hay una Energía poderosa y amorosa que los cosmólogos llaman Abismo generador y sustentador de todo lo que existe. El ser humano puede abrirse a esa Energía de Fondo, puede entrar en comunión con ella y tener una experiencia de encantamiento y veneración ante la grandeur del universo y de quien lo creó.

         Tales valores, siendo realistas, vienen acompañados de sus contrarios –somos sapiens y demens– que no pueden ser reprimidos sino mantenidos en sus límites. Mojando nuestras raíces en esa fuente originante positiva podemos definir otro futuro en el cual el amor, la solidaridad y el bien vivir serán sus fundamentos.