Mangel an sauberem Wasser kann Kriege auslösen und Leben bedrohen

Leonardo Bof*

Genauso wichtig wie die Veränderung des Klimas (globale Erwärmung) ist zweifellos die Frage des Süßwassers. Von ihm hängt das Überleben der gesamten Lebenskette und damit auch unsere Zukunft ab.

Wasser kann ein Grund für Kriege sein, aber auch für soziale Solidarität und Zusammenarbeit zwischen den Völkern. Mehr noch, wie es starke humanistische Gruppen wollen, wird es um das Wasser herum möglich und sicherlich notwendig sein, den neuen Weltsozialpakt zu schaffen, der einen Minimalkonsens zwischen den Völkern und Regierungen im Hinblick auf ein gemeinsames Schicksal, das unsere und das des Lebenssystems, schaffen wird. Die zunehmende Verknappung des Süßwassers kann das Leben auf unserem Planeten gefährden.

Auf der kürzlich in New York abgehaltenen Konferenz zum Tag des Wassers (22.3.) wurde Alarm geschlagen: “Es besteht die Gefahr einer unmittelbar bevorstehenden globalen Wasserkrise, von der 2 Milliarden Menschen betroffen sind, die keinen Zugang zu einer Trinkwasserversorgung haben. Die UNO hat zu diesem Anlass eine “Agenda: Action for Water” ins Leben gerufen. Nach den Worten von UN-Sekretär António Guterrez “eine ehrgeizige Agenda für Maßnahmen zum Thema Wasser, die diesem lebenswichtigen Element unserer Welt das Engagement verleihen kann, das es verdient”.

Unabhängig von den Diskussionen rund um das Thema Wasser können wir mit Gewissheit und ohne Zweifel feststellen: Wasser ist ein natürliches, lebenswichtiges, unersetzliches und gemeinsames Gut. Kein Lebewesen, ob Mensch oder nicht, kann ohne Wasser leben. Da Wasser lebensnotwendig und unersetzlich ist, kann es nicht wie eine Ware behandelt werden, die auf dem Markt gehandelt werden kann.

Von der Art und Weise, wie wir Wasser behandeln – als Ware oder als lebenswichtiges und unersetzliches Gut -, wird zum Teil die Zukunft des Lebens auf unserem Planeten abhängen.

Aber lassen Sie uns zunächst kurz die Grundlagen des Wassers betrachten.

Auf der Erde gibt es etwa 1,3 Milliarden Kubikkilometer Wasser. Wenn wir all dieses Wasser, das sich in den Ozeanen, Seen, Flüssen, im Grundwasser und in den Polkappen befindet, gleichmäßig auf der Erdoberfläche verteilen würden, stünde die Erde drei Kilometer tief unter Wasser.

97,5 % bestehen aus Salzwasser und 2,5 % sind Süßwasser. Mehr als 2/3 dieses Süßwassers befindet sich in den Polkappen und Gletschern, auf den Gipfeln der Berge (68,9 %) und fast der gesamte Rest (29,9 %) ist Grundwasser. 0,9 % verbleiben in Sümpfen und 0,3 % in Flüssen und Seen, aus denen das meiste Süßwasser für den menschlichen und tierischen Verbrauch, die landwirtschaftliche Bewässerung und die industrielle Nutzung stammt. Von diesen 0,3 % gehen 22 % an die Industrie und 70 % an die Landwirtschaft. Der kleine Rest dieser 0,3 % (8 %) ist für den Menschen und die Lebensgemeinschaft bestimmt.. 1,2 Milliarden Menschen, haben kein aufbereitetes Wasser. 1,8 Milliarde Menschen  haben nur unzureichenden Zugang zur sanitären Grundversorgung. Dies führt dazu, dass jedes Jahr etwa zehn Millionen Menschen an den Folgen von unbehandeltem Trinkwasser sterben.

Der Zugang zu Süßwasser wird durch die zunehmende Verschmutzung von Seen und Flüssen und sogar der Atmosphäre durch sauren Regen immer prekärer. Unzureichend behandelte Abwässer, die Verwendung biologisch nicht abbaubarer Reinigungsmittel, der Missbrauch von Pestiziden, die das Grundwasser verunreinigen, und Industrieabwässer, die in die Wasserläufe eingeleitet werden, führen zu Vergiftungen und Tod in den Flüssen und gefährden die fragile und komplexe Kette der Reproduktion des Lebens.

Wasser ist reichlich vorhanden, aber ungleich verteilt: 60 % davon gibt es in nur 9 Ländern, während in 80 anderen Ländern Wasserknappheit herrscht. Knapp eine Milliarde Menschen verbrauchen 86 % des vorhandenen Wassers, während es für 1,4 Milliarden (inzwischen sind es 2 Milliarden) nicht ausreicht und für zwei Milliarden unbehandelt ist, was 85 % der Krankheiten verursacht. Es wird davon ausgegangen, dass bis 2032 etwa 5 Milliarden Menschen von Wasserknappheit betroffen sein werden.

Es handelt sich nicht um ein Problem der Wasserknappheit, sondern um ein Problem des falschen Umgangs mit Wasser, um den Bedürfnissen der Menschen und anderer Lebewesen gerecht zu werden.

Brasilien ist die natürliche Wassermacht mit 13 % des gesamten Süßwassers auf der Erde, das sind 5,4 Billionen Kubikmeter. Aber es ist ungleichmäßig verteilt: 70 % im Amazonasgebiet, 15 % im mittleren Westen, 6 % im Süden und Südosten und 3 % im Nordosten. Trotz des Überflusses wissen wir nicht, wie wir das Wasser nutzen sollen, denn 46 % des Wassers werden verschwendet, was ausreichen würde, um ganz Frankreich, Belgien, die Schweiz und Norditalien zu versorgen. Ein neuer kultureller Standard ist daher dringend erforderlich. Wir haben keine Wasserkultur entwickelt.

Weltweit findet ein Wettlauf um die Privatisierung von Wasser statt. Große multinationale Konzerne wie die französische Vivendi und Suez-Lyonnaise, die deutsche RWE, die englische Thames Water und die amerikanische Bechtel sind entstanden. Ein Wassermarkt von über 100 Milliarden Dollar wurde geschaffen. Bei der Vermarktung von Mineralwasser sind Nestlé und Coca-Cola stark vertreten, die versuchen, Wasserquellen in allen Teilen der Welt zu kaufen.

Wasser wird zu einem Faktor der Instabilität auf unserem Planeten. Die zunehmende Privatisierung des Wassers führt dazu, dass es ohne Sinn für das Teilen und ohne Rücksicht auf seine Bedeutung für das Leben und für die Zukunft der Natur und der menschlichen Existenz auf der Erde behandelt wird.

Angesichts dieser Auswüchse hat die internationale Gemeinschaft, vertreten durch die UNO, auf den Tagungen von Mar de la Plata (1997), Dublin (1992), Paris (1998) und Rio de Janeiro (1992) “das Recht aller auf Zugang zu Trinkwasser in ausreichender Menge und Qualität für die Grundbedürfnisse” bekräftigt.

Die große Debatte von heute dreht sich um diese bereits erwähnten Begriffe:

Ist Wasser eine Quelle des Lebens oder eine Quelle des Profits? Ist Wasser ein natürliches, lebenswichtiges, gemeinsames und unersetzliches Gut oder ein wirtschaftliches Gut, das als Wasserressource und Handelsware zu behandeln ist?

Beide Dimensionen schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern müssen direkt miteinander verbunden sein. Im Grunde ist Wasser ein Recht auf Leben, wie der große Wasserspezialist Riccardo Petrella betont (“Il Manifesto dell’acqua. Das Recht auf Leben für alle“, Edizioni Gruppo Abele, Turin 2001). In diesem Sinne muss das Trinkwasser für die Ernährung und die persönliche Hygiene kostenlos sein (vgl. Paulo Affonso Leme Machado, “Recursos Hidricos”, Direito Brasileiro e Internacional , Malheiros Editores, São Paulo 2002, 14-17). Deshalb heißt es im ersten Artikel des Gesetzes Nr. 9.433 (8.1.97) über die “Politica Nacional de Recursos Hidricos” zu Recht: “Wasser ist ein öffentliches Gut; Wasser ist eine begrenzte natürliche Ressource, die mit einem wirtschaftlichen Wert ausgestattet ist; in einer Situation der Knappheit ist die vorrangige Nutzung der Wasserressourcen der menschliche Verbrauch und die Fütterung der Tiere”. Siehe das kürzlich erschienene Buch mit allen Daten und Gesetzen von João Bosco Senra, “Agua, elemento vital”, 2022.

  Da Wasser jedoch knapp ist und eine komplexe Struktur der Sammlung, Speicherung, Aufbereitung und Verteilung erfordert, hat es eine unbestreitbare wirtschaftliche Dimension. Diese darf jedoch nicht Vorrang vor der anderen haben, sondern muss im Gegenteil allen zugänglich gemacht werden, und die Gewinne müssen den gemeinsamen, lebenswichtigen und unersetzlichen Charakter des Wassers respektieren. Auch wenn dies mit hohen wirtschaftlichen Kosten verbunden ist, müssen diese durch die öffentliche Macht gedeckt werden.

Wasser ist kein Wirtschaftsgut wie jedes andere. Es ist so sehr mit dem Leben verbunden, dass es als Leben verstanden werden muss. Und das Leben kann aufgrund seiner vitalen und essentiellen Natur niemals in eine Ware verwandelt werden. Wasser ist mit anderen kulturellen, symbolischen und spirituellen Dimensionen des menschlichen Wesens verbunden, die es wertvoll und mit Werten aufgeladen machen, die an sich schon unbezahlbar sind. Der heilige Franz von Assisi bezeichnet in seinem Gesang der Kreaturen das Wasser als “kostbar und keusch”.

Um den Reichtum des Wassers zu verstehen, der über seine wirtschaftliche Dimension hinausgeht, müssen wir mit der Diktatur brechen, die das rational-analytische und utilitaristische Denken der Moderne der gesamten Gesellschaft auferlegt. Dieses sieht Wasser als eine Ressource für den Profit.

Der Mensch hat andere Möglichkeiten, seine Vernunft einzusetzen. Es gibt die vernünftige Vernunft, die emotionale Vernunft und die spirituelle Vernunft. Das sind Gründe, die mit dem Sinn des Lebens und dem symbolischen Universum zu tun haben. Sie bieten Gründe, die nicht dem Profit dienen, sondern dem Leben und der Exzellenz des Lebens. Wasser ist die Nische, aus der das Leben vor Milliarden (3,8) von Jahren hervorging.

Als Reaktion auf die Dominanz der Globalisierung des Wassers streben wir die Wiedereinführung des Wassers an. Lassen Sie mich erklären: Wasser ist ein globales Gemeingut. Es ist das Erbe der Biosphäre und lebenswichtig für alle Formen des Lebens.

Aufgrund dieser entscheidenden Bedeutung des Wassers wurde im März 2003 in Florenz, Italien, das FAMA – Alternatives Weltwasserforum – gegründet. Zusammen mit diesem Forum wurde die Schaffung einer Weltwasserbehörde vorgeschlagen, die eine öffentliche, kooperative und solidarische Verwaltung auf der Ebene der großen internationalen Wassereinzugsgebiete und eine gerechtere Verteilung des Wassers entsprechend den regionalen Bedürfnissen ermöglichen soll.

Eine wichtige Aufgabe besteht darin, Druck auf Regierungen, Unternehmen, Verbände und Bürger im Allgemeinen auszuüben, damit sie die einzigartige und unersetzliche Natur des Wassers respektieren. Da unser Körper zu 75 Prozent aus Wasser besteht, sollte jeder Mensch mindestens 2 Liter kostenloses, sicheres Trinkwasser erhalten, das je nach Alter variiert. Die Tarife für die Wasserversorgung sollten den verschiedenen Nutzungsarten Rechnung tragen, sei es im Haushalt, in der Industrie, in der Landwirtschaft oder im Freizeitbereich. Für die industrielle Nutzung von Wasser und in der Landwirtschaft ist natürlich ein Preis zu entrichten.

Förderung der Zusammenarbeit mit allen öffentlichen und privaten Einrichtungen, um zu verhindern, dass so viele Menschen aufgrund von Wassermangel oder durch unbehandeltes Wasser sterben. Jeden Tag verdursten 6.000 Kinder. Die Medien berichten nichts darüber. Aber das entspricht dem Absturz von 10 Boeing-Flugzeugen ins Meer mit dem Tod aller Passagiere, wie vor Jahren bei Air France geschehen. Es würde etwa 18 Millionen Kinder davor bewahren, nicht zur Schule zu gehen, weil sie gezwungen sind, 5-10 km weit entfernt Wasser zu holen.

Parallel dazu gibt es eine globale Forderung nach einem Weltwasservertrag. Dies wäre ein globaler Gesellschaftsvertrag über das, was jeder braucht und was uns eigentlich verbindet, nämlich das Leben von Menschen und anderen Lebewesen, das untrennbar mit Wasser verbunden ist.

Null Hunger in der Welt, wie es in den Millenniumszielen vorgesehen ist, muss auch Null Durst bedeuten, denn ohne Wasser kann keine Nahrung existieren und konsumiert werden.

Vom Wasser ausgehend ergibt sich ein weiteres Bild der Globalisierung, die heute multipolar, menschlich, solidarisch, kooperativ und darauf ausgerichtet ist, allen ein Minimum an Lebensmitteln und Lebensreproduktion zu garantieren.

Wasser ist Leben, lebensspendend und erscheint als eines der stärksten Symbole des ewigen Lebens, gemäß den Worten dessen, der sagte: “Ich bin die Quelle des lebendigen Wassers, wer daraus trinkt, wird ewig leben”.

* Leonardo Boff erhielt die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Wasser der Universität Rosario in Argentinien und war Mitglied der UN-Gruppe, die sich mit dem Thema Wasser in der Welt befasste.

La escasez de agua potable puede desencadenar guerras y amenazar la vida

Leonardo Boff*

La cuestión del agua dulce es indiscutiblemente tan importante como el cambio en el régimen climático (calentamiento global). De ella depende la supervivencia de toda la cadena de la vida y, en consecuencia, de nuestro propio futuro.

El agua puede ser motivo de guerras así como de solidaridad social y cooperación entre los pueblos. Más aún, como quieren  importantes grupos humanistas, en torno al agua será posible y seguramente habrá que crear un nuevo pacto social mundial que genere un consenso mínimo entre pueblos y gobiernos  con vistas a un destino común, nuestro y del sistema-vida. La creciente escasez de agua dulce podría poner en peligro la vida en el planeta.

En la reciente conferencia de Nueva York con motivo del Día del Agua (22/3) se dio la voz de alarma: “existe el riesgo de una inminente crisis mundial del agua que afecte a 2.000 millones de personas que no tienen acceso a una fuente de agua potable” . La ONU lanzó, en esta ocasión, una “Agenda: acción por el agua”. En palabras del secretario de la ONU, António Guterrez, “un ambicioso programa de acción sobre el agua que puede ofrecer a este elemento vital de nuestro mundo el compromiso que se merece”.

Independientemente de las discusiones en torno al tema del agua, podemos hacer una afirmación segura e indiscutible: el agua es algo muy natural, vital, insustituible y común. Ningún ser vivo, humano o no, puede vivir sin agua. Por ser vital e insustituible, el agua no puede tratarse como una mercancía que se comercializa en el mercado.

De la forma como tratamos al agua, como mercancía o como un bien vital e  insustituible,  dependerá en parte el futuro de la vida en el planeta.

            Pero antes, consideremos rápidamente los datos básicos sobre el agua.

            Hay alrededor de 1.360 millones de kilómetros cúbicos de agua en la Tierra. Si tomamos  toda el agua que está en los océanos, lagos, ríos, acuíferos y casquetes polares y la distribuimos equitativamente sobre la superficie de la Tierra, la Tierra quedaría sumergida en agua a tres kilómetros de profundidad.

El 97,5% es agua salada y el 2,5% es agua dulce. Más de 2/3 de esta agua dulce se encuentra en los casquetes polares y glaciares, en la cima de las montañas (68,9%) y casi todo el resto (29,9%) es agua subterránea. El 0,9% están en los pantanos y el 0,3% en los ríos y lagos de donde proviene la mayor parte del agua dulce para consumo humano y animal, riego agrícola y uso industrial De este 0,3% el 22% se destina a la industria, el 70% a la agricultura. El pequeño 0,3% restante es para los humanos y la comunidad viva. El 35% de la población mundial, lo que equivale a  1.200 millones de personas, carece de agua tratada.  1.800 millones (el 43% de la población) tienen acceso precario a saneamiento básico. Este hecho hace que unos diez millones de personas mueran anualmente como consecuencia del mal tratamiento del agua. 

El acceso al agua dulce es cada vez más precario debido a la creciente contaminación de lagos y ríos e incluso de la atmósfera, que provoca la lluvia ácida. Aguas servidas mal tratadas, uso de detergentes no biodegradables, uso abusivo de pesticidas contaminan las capas freáticas. Efluentes industriales vertidos a los cursos de agua, devuelven envenenamiento y muerte a los ríos, comprometiendo la frágil y compleja cadena de reproducción de la vida.

Hay mucha agua pero está distribuida de manera desigual: el 60% se encuentra en solo 9 países, mientras otros 80 enfrentan escasez. Algo menos de mil millones de personas consumen el 86% del agua existente, mientras que para 1.400 millones es insuficiente (ahora ya son 2.000 millones) y para  2.000 millones no está tratada, lo que genera el 85% de las enfermedades. Se supone que para 2032 cerca de  5.000 millones de personas se verán afectadas por la escasez de agua.

No hay problema de insuficiencia de agua sino de mala gestión de la misma para satisfacer las demandas de los humanos y de los demás seres vivos.

Brasil es la  potencia natural del agua, con el 13% de toda el agua dulce del Planeta  lo que supone 5,4 billones de metros cúbicos. Pero está desigualmente distribuida: el 70% en la región amazónica, el 15% en el Medio Oeste, el 6% en el Sur y Sudeste y el 3% en el Nordeste. A pesar de la abundancia, no sabemos cómo utilizar el agua, ya que se desperdicia el 46%, lo que daría para abastecer a toda Francia, Bélgica, Suiza y el norte de Italia. Por lo tanto, se necesita urgentemente un nuevo patrón cultural. No hemos desarrollado una cultura del agua.

Hay una carrera mundial para privatizar el agua. Surgen grandes empresas multinacionales como las francesas Vivendi y Suez-Lyonnaise, la alemana RWE, la inglesa ThamesWater y la estadounidense Bechtel. Se ha creado un mercado de agua de más de 100 mil millones de dólares. Allí, Nestlé y Coca-Cola tienen fuerte presencia en la comercialización de agua mineral, buscando comprar fuentes de agua en todo el mundo.

            El agua se está convirtiendo en un factor de inestabilidad en el Planeta. La exacerbación de la privatización del agua hace que ésta sea tratada sin el sentido de compartir y sin considerar su importancia para la vida y para el futuro de la naturaleza y de la existencia humana en la Tierra.

            Ante estos desmanes, la comunidad internacional representada por la ONU realizó reuniones en Mar del Plata (1997), Dublín (1992), París (1998), Río de Janeiro (1992) consagrando “el derecho de todos a tener acceso al agua potable en cantidad y calidad suficiente para las necesidades esenciales”.

El gran debate de hoy está en estos términos ya mencionados anteriormente:

¿Es el agua fuente de vida o fuente de ganancias? ¿El agua es un bien natural, vital, común e insustituible o un bien económico a ser tratado como un recurso hídrico y como una mercancía?

            Ambas dimensiones no son excluyentes entre sí, pero deben relacionarse rectamente.

 Fundamentalmente, el agua es el derecho a la vida, como insiste el gran experto en agua Ricardo Petrella (O Manifesto da Água,Vozes, Petrópolis 2002). En todo caso, el agua potable, para alimentación e higiene personal, debe ser gratuita (cf. Paulo Affonso Leme Machado, Recursos Hídricos. Derecho Brasileño e Internacional, Malheiros Editores, São Paulo 2002, 14-17). Así, dice en su artículo primero  la ley nº  9.433 (08/01/97) de la Política Nacional de Recursos Hídricos: “el agua es un bien de dominio público; el agua es un recurso natural limitado, de valor económico; en situación de escasez, el uso prioritario de   los  recursos hídricos es el consumo humano y el de los animales”. Vea el libro reciente con todos los hechos y leyes de João Bosco Senra, Água, elemento vital, 2022.

Sin embargo, dado que el agua es escasa y exige una compleja estructura de captación, conservación, tratamiento y distribución, esto implica una innegable dimensión económica. Esta última,  sin embargo, no debe prevalecer sobre la otra, por el contrario, debe hacerla accesible a todos y las ganancias deben respetar la naturaleza común, vital e insustituible del agua. Aunque implique altos costos económicos, estos deben ser cubiertos por el Poder Público.

            El agua no es un bien económico como cualquier otro. Está tan ligada a la vida que debe entenderse como vida. Y la vida, por su naturaleza vital y esencial, nunca puede transformarse en una mercancía. El agua está ligada a otras dimensiones culturales, simbólicas y espirituales del ser humano que la hacen preciosa y cargada de valores que son invaluables. San Francisco de Asís en su Cántico de las Criaturas se refiere al agua como “preciosa y casta”.

Para comprender la riqueza del agua que trasciende su dimensión económica, es necesario romper  con la constricción que el pensamiento racional-analítico y utilitarista de la modernidad impone a todas las sociedades. Él ve el agua como un recurso hídrico con fines de lucro.

El ser humano tiene otros ejercicios de su razón. Hay una razón sensible, una razón emocional y una razón espiritual. Son motivos vinculados al sentido de la vida y al universo simbólico. No ofrecen las razones para lucrar, sino las razones para vivir y dar excelencia a la vida. El agua es el nicho de donde hace miles de millones de años (3,8)  surgió la vida.

            Como reacción al dominio de la globalización del agua, se busca la republicanización del agua. Me explico: el agua es un bien común público mundial. Es patrimonio de la biosfera y vital para todas las formas de vida.

            En función de esta importancia decisiva del agua, se creó FAMA – el Foro Mundial Alternativo del Agua en marzo de 2003 en Florencia, Italia. Junto a  él   se planteó la creación de la Autoridad Mundial del Agua como una  instancia de gobierno público, cooperativo y solidario a nivel de las grandes cuencas fluviales internacionales y para una distribución más equitativa del agua según las demandas regionales.

            Una función importante es presionar a los gobiernos, empresas, asociaciones y ciudades en general para que respeten la naturaleza única e insustituible del agua.

 Dado que el 75% de nuestro cuerpo está compuesto por agua, todos deberían tener garantizados al menos 2 litros de agua potable gratuita y segura,  variando según las diferentes edades. Las tarifas de los servicios deben considerar los diferentes niveles de uso, ya sea doméstico, industrial, agrícola, recreativo. Para los usos industriales del agua y la agricultura, obviamente, el agua está sujeta a un precio.

            Fomentar la cooperación con todas las entidades públicas y privadas para evitar que tantas personas mueran por falta de agua o como consecuencia del agua mal tratada. Cada día mueren 6.000 niños de sed. Las noticias no dicen nada al respecto. Pero esto equivale a que 10 aviones Boeing se precipiten en el mar y mueran todos los pasajeros como ocurrió con Air France hace años. Evitaría que unos 18 millones de niños faltaran a la escuela porque se ven obligados a ir a buscar agua a 5-10 km de distancia.

            Paralelamente, se está articulando en todo el mundo un Contrato Mundial del Agua. Sería un contrato social mundial en torno a lo que todos necesitamos y que efectivamente nos une, que es la vida de las personas y de los demás seres vivos, inseparables del agua.

El hambre  cero en el mundo, como está previsto en los Objetivos del Milenio, debe incluir la sed cero, porque ningún alimento puede existir y consumirse sin agua.

            A partir del agua surge otra imagen de la planetización, hoy multipolar, humana, solidaria, cooperativa y orientada a garantizar a todos los medios mínimos de vida y de reproducción de la vida.

El agua es vida, generadora de vida y aparece como uno de los dos símbolos más poderosos de la vida eterna, según las palabras de Aquel que dijo: “Yo soy una fuente de agua viva, el que beba de este agua vivirá para siempre”.

*Leonardo Boff recibió el título de doctor honoris causa del Departamento de Aguas de la Universidad de Rosario en Argentina y participó en   el grupo de la ONU que estudió la cuestión del agua a nivel mundial.

La scarsità di acqua pulita può scatenare guerre e minacciare la vita

                           Leonardo Boff *

Importante quanto il cambiamento di regime climatico (riscaldamento globale) è senza dubbio la questione dell’acqua dolce. Da essa dipende la sopravvivenza dell’intera catena della vita e, di conseguenza, del nostro stesso futuro.

L’acqua può essere motivo di guerre così come di solidarietà sociale e cooperazione tra i popoli. Ancor di più, come vogliono forti gruppi umanisti, attorno all’acqua sarà possibile e sicuramente si dovrà creare il nuovo patto sociale mondiale che crei un consenso minimo tra popoli e governi in vista di un destino comune, nostro e del sistema-vita. La crescente scarsità di acqua dolce può mettere in pericolo la vita sul pianeta.

Nella recente conferenza di New York in occasione del Water Day (22/3) è stato lanciato l’allarme: “c’è il rischio di un’imminente crisi idrica mondiale, investendo 2 miliardi di persone che non hanno accesso a una fornitura di acqua potabile” . L’ONU ha lanciato, in questa occasione, una “Agenda: azione per l’acqua”. Nelle parole del Segretario delle Nazioni Unite António Guterrez “un ambizioso programma d’azione sull’acqua che possa offrire a questo elemento vitale del nostro mondo l’impegno che merita”.

Indipendentemente dalle discussioni intorno al tema dell’acqua, possiamo affermare con sicurezza e senza dubbi che: l’acqua è un bene naturale, vitale, insostituibile e comune. Nessun essere vivente, umano o meno, può vivere senz’acqua. Poiché l’acqua è vitale e insostituibile, non può essere trattata come una merce da scambiare sul mercato.

Dal modo in cui tratteremo l’acqua, come merce o come bene vitale e insostituibile, dipenderà in parte Il futuro della vita sul pianeta.

Ma prima, consideriamo rapidamente le nozioni di base sull’acqua.

Sulla Terra ci sono circa un miliardo e 360 ​​milioni di km cubi di acqua. Se prendiamo tutta quest’acqua che si trova negli oceani, nei laghi, nei fiumi, nelle falde acquifere e nelle calotte polari e la distribuiamo equamente sulla superficie terrestre, la Terra finirebbe sommersa dall’acqua a tre chilometri di profondità.

Il 97,5% è acqua salata e il 2,5% è acqua dolce. Più dei 2/3 di quest’acqua dolce si trova nelle calotte polari e nei ghiacciai, in cima alle montagne (68,9%) e quasi tutto il resto (29,9%) è di falda. Lo 0,9% rimane nelle paludi e lo 0,3% nei fiumi e laghi da dove proviene la maggior parte dell’acqua dolce per il consumo umano e animale, l’irrigazione agricola e l’uso industriale. Di questo 0,3%, il 22% va all’industria, il 70% all’agricoltura. Il poco rimanente di questo 0,3% (l’8%) è per gli esseri umani e la comunità vivente. Il 35% della popolazione mondiale, che equivale a un miliardo e 200 milioni di persone, non ha acqua trattata. Un miliardo e 800 milioni (il 43% della popolazione) ha un accesso precario ai servizi igienici di base. Questo fatto causa la morte di circa dieci milioni di persone ogni anno a causa del non trattamento dell’acqua potabile.

L’accesso all’acqua dolce è sempre più precario a causa della crescente contaminazione dei laghi e fiumi e persino dell’atmosfera che provoca piogge acide. Le acque reflue mal trattate, l’uso di detergenti non biodegradabili, l’uso abusivo di pesticidi che contaminano le falde acquifere, gli effluenti industriali scaricati nei corsi d’acqua, restituiscono ai fiumi avvelenamento e morte, compromettendo la fragile e complessa catena di riproduzione della vita.

L’acqua è abbondante ma distribuita in modo disuguale: il 60% si trova in soli 9 paesi, mentre altri 80 affrontano la scarsità. Poco meno di un miliardo di persone consuma l’86% dell’acqua esistente, mentre per 1,4 miliardi (sono adesso 2 miliardi) è insufficiente e per due miliardi non è trattata, il che genera l’85% delle malattie. Si presume che entro il 2032 circa 5 miliardi di persone saranno colpite dalla scarsità d’acqua.

Non c’è un problema di insufficienza d’acqua, ma di cattiva gestione di essa per soddisfare le esigenze degli esseri umani e degli altri esseri viventi.

Il Brasile è la potenza naturale delle acque, con il 13% di tutta l’acqua dolce del Pianeta, pari a 5,4 trilioni di metri cubi. Ma è distribuito in modo disuguale: 70% nella regione amazzonica, 15% nel centro-ovest, 6% nel sud e nel sud-est e 3% nel nord-est. Nonostante l’abbondanza, non sappiamo come utilizzare l’acqua, poiché il 46% di essa viene sprecato, il che basterebbe per rifornire tutta la Francia, il Belgio, la Svizzera e il nord Italia. È urgente, pertanto, un nuovo standard culturale. Non abbiamo sviluppato una cultura dell’acqua.

C’è una corsa mondiale alla privatizzazione dell’acqua. Nascono grandi multinazionali come le francesi Vivendi e Suez-Lyonnaise, la tedesca RWE, l’inglese Thames Water e l’americana Bechtel. Si è creato un mercato dell’acqua da oltre 100 miliardi di dollari. Qui, nella commercializzazione di acqua minerale sono fortemente presenti Nestlé e Coca-Cola, che stanno cercando di acquistare fonti d’acqua in tutte le parti nel mondo.

L’acqua sta diventando un fattore di instabilità sul Pianeta. L’inasprimento della privatizzazione dell’acqua fa sì che sia trattata senza il senso della condivisione e della considerazione della sua importanza per la vita e per il futuro della natura e dell’esistenza umana sulla Terra.

Di fronte a questi eccessi , la comunità internazionale rappresentata dall’ONU ha sancito negli incontri di Mar della Plata (1997), Dublino (1992), Parigi (1998), Rio de Janeiro (1992) il diritto di tutti ad avere accesso all’acqua potabile in quantità sufficiente e con qualità per i bisogni essenziali”.

Il grande dibattito odierno s’incentra in questi termini già accennati sopra:

L’acqua è fonte di vita o fonte di guadagno? L’acqua è un bene naturale, vitale, comune e insostituibile o un bene economico da trattare come risorsa idrica e come merce?

Entrambe le dimensioni non si escludono a vicenda, ma devono essere direttamente correlate. Fondamentalmente l’acqua è un diritto alla vita, come insiste il grande specialista dell’acqua Riccardo Petrella (“Il Manifesto dell’acqua. Il diritto alla vita per tutti”, Edizioni Gruppo Abele, Torino 2001). In questo senso, l’acqua potabile per l’alimentazione e l’igiene personale deve essere gratuita (cfr. Paulo Affonso Leme Machado, “Recursos Hidricos”, Direito Brasileiro e Internacional , Malheiros Editores, São Paulo 2002, 14-17). Per questo, con ragione, il primo articolo della legge n.9.433 (8/1/97) sulla “Politica Nacional de Recursos Hidricos” dice: “L’acqua è un bene pubblico; l’acqua è una risorsa naturale limitata, dotata di valore economico; in una situazione di scarsità, l’uso prioritario delle risorse idriche è il consumo umano e l’alimentazione degli animali”. Si veda il recente libro con tutti i dati e le leggi di João Bosco Senra, “Agua, elemento vital”, 2022.

  Tuttavia, poiché l’acqua è scarsa e richiede una complessa struttura di raccolta, conservazione, trattamento e distribuzione, essa implica un’innegabile dimensione economica. Questa, però, non deve prevalere sull’altra, anzi, deve renderla accessibile a tutti e i guadagni devono rispettare la natura comune, vitale e insostituibile dell’acqua. Pur comportando costi economici elevati, questi devono essere coperti dal Potere Pubblico.

L’acqua non è un bene economico come qualsiasi altro. È così legata alla vita che deve essere intesa come vita. E la vita, per la sua natura vitale ed essenziale, giammai può essere trasformata in merce. L’acqua è legata ad altre dimensioni culturali, simboliche e spirituali dell’essere umano che la rendono preziosa e carica di valori che, in sé non hanno prezzo. San Francesco d’Assisi nel suo Cantico delle Creature si riferisce all’acqua come “preziosa e casta”.

Per comprendere la ricchezza dell’acqua che trascende la sua dimensione economica, occorre rompere con la dittatura che il pensiero razionale-analitico e utilitaristico della modernità impone a tutta la società. Questo vede l’acqua come una risorsa idrica a scopo di lucro.

L’essere umano ha altri esercizi della sua ragione. C’è la ragione sensibile, la ragione emotiva e la ragione spirituale. Sono ragioni legate al senso della vita e all’universo simbolico. Offrono ragioni non per trarre profitto, ma ragioni per vivere e dare eccellenza alla vita. L’acqua è la nicchia da cui è emersa la vita miliardi (3,8) di anni fa.

Come reazione al dominio della globalizzazione dell’acqua, si cerca la ripubblicazione dell’acqua. Mi spiego: l’acqua è un bene comune pubblico mondiale. È patrimonio della biosfera e vitale per tutte le forme di vita.

In funzione di questa importanza decisiva dell’acqua, nel marzo 2003 è stato creato a Firenze, in Italia, il FAMA – Forum Alternativo Mondiale dell’Acqua. Insieme a ciò, è stato proposto di creare l’Autorità Mondiale dell’Acqua, una istanza di governo pubblico, cooperativo e solidale a livello dei grandi bacini idrici internazionali e di una più equa distribuzione dell’acqua secondo le esigenze regionali.

Una funzione importante è quella di fare pressioni su i Governi, le aziende, le associazioni e i cittadini in genere affinché rispettino la natura unica e insostituibile dell’acqua. Poiché il 75% del nostro corpo è costituito di acqua, a tutti dovrebbero essere garantiti almeno 2 litri gratuiti di acqua potabile e sicura, variabile a seconda delle diverse età. Le tariffe dei servizi devono tenere conto dei diversi livelli di uso, sia esso domestico, industriale, agricolo o ricreativo. Per gli usi industriali dell’acqua e in agricoltura, ovviamente, l’acqua è soggetta a un prezzo.

Incentivare la collaborazione con tutti gli enti pubblici e privati ​​per evitare che tante persone muoiano a causa della mancanza d’acqua o in conseguenza di acqua non trattata. Ogni giorno 6 mila bambini muoiono di sete. Le cronache dei media non riportano nulla. Ma questo equivale a 10 aerei Boeing che precipitano negli oceani con la morte di tutti i passeggeri, come accadde anni fa ad Air France. Si eviterebbe a circa 18 milioni di bambini/bambine di non andare a scuola perché costretti a prendere l’acqua a 5-10 km di distanza.

Parallelamente a questo, c’è un’articolazione globale per un Contratto Mondiale sull’Acqua. Sarebbe un contratto sociale mondiale attorno a ciò di cui tutti hanno bisogno e, di fatto, ci unisce, ovvero la vita delle persone e degli altri esseri viventi, inseparabili dall’acqua.

Una fame mondiale zero, prevista dagli Obiettivi del Millennio, deve includere anche la sete zero, perché non esiste cibo che possa esistere e consumarsi senz’acqua.

A partire dall’acqua emerge un’altra immagine della mondializzazione, oggi multipolare, umana, solidale, cooperativa e orientata a garantire a tutti i mezzi minimi di vita e di riproduzione della vita.

L’acqua è vita, generatrice di vita e appare come uno dei simboli più potenti della vita eterna, secondo le parole di Colui che ha detto: “Io sono la fonte dell’acqua viva, chi ne beve vivrà in eterno”.

* Leonardo Boff è stato insignito del dottorato honoris causa dal Dipartimento dell’Acqua dell’Università di Rosario in Argentina e ha partecipato al gruppo delle Nazioni Unite che ha studiato la questione dell’acqua nel mondo.

(traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

Como equilibrar o planeta Terra

Desencadear guerras e ameaçar a vida: a escassez de água potável    

                                          Leonardo Boff*

Tão importante quanto a mudança de regime climático (aquecimento global) é indiscutivelmente a questão da água doce. Dela adepende a sobrevivência de toda a cadeia da vida e, consequentemente, de nosso próprio futuro.

A água pode ser motivo de guerras bem como de solidariedade social e cooperação entre os povos. Mais ainda, como querem fortes grupos humanistas, ao redor da água poder-se-á e seguramente dever-se-á criar o novo pacto social mundial que crie um consenso mínimo entre os povos e governos em vista de um destino comum, nosso e do sistema-vida.A crescente escassez de água doce pode pôr em risco a vida no planeta.

Na recente conferência em  Nova York por ocasião do dia da água (22/3) se lanço um alarme:”há o risco de uma iminente crise hídrica mundial afetando 2 bilhões de pessoas que não têm acesso a um suprimento de água portável”. A ONU lançou, por esta ocasião, uma “Agenda: ação para a água”. Nas palavras do secretário da ONU António Guterrez “um programa ambisioso de ação sobre a água que possa oferecer a esse elemento vital para o nosso mundo o empenho que merece”.

         Independentemente das discussões que cercam o tema da  água, uma afirmação segura e indiscutível podemos fazer: a água é um bem natural, vital, insubstituível e comum. Nenhum ser vivo, humano ou não, pode viver sem a água. Por ser vital e insubstituível a água não pode ser tratada como uma mercadoria a ser negociada no mercado.

Da forma com que tratamos a água, como mercadoria ou como um bem vital e insubstituível dependerá em parte o futuro da vida no planeta.

         Mas antes, consideremos rapidamente os dados básicos sobre a água.

         Existe cerca de um bilhão e 360 milhões de km cúbicos de água na Terra. Se tomarmos toda essa água que está nos aceanos, lagos, rios, aquíferos e calotas polares e distribuissemos equitativamente sobre a superfície terrestre, a Terra ficaria mergulhada na água a três km de profundidade.

            97,5% é água salgada e  2,5% é água doce. Mais de 2/3 destas águas doces se encontram nas calotas polares e nas gelerias, no cume das montanhas(68,9) e quase todo o restante (29,9%) são águas subterrâneas. Sobram 0,9% nos pântanos e 0,3% nos rios e lagos de onde sai a maior parte da água doce para o consumo humano e dos animais, irrigação agrícola e uso industrial.Destes 0,3% 22% vai para a indústria, 70% para a agricultura. O pouco restante dos 0,3% é para os humanos e a comunidade de vida. 35% da população mundial, que equivale a um bilhão e 200 milhões de pessoas carece de  água tratada. Um bilhão e 800 milhões (43% da população) têm acesso precário ao  saneamento básico. Tal fato faz com que cerca de dez milhões de pessoas morram anualmente em consequência de águas maltratadas.

         O acesso à água doce é cada vez mais precário por causa da crescente contaminação dos lagos e rios e mesmo da atmosfera que provoca chuvas ácidas. Esgotos mal tratados, uso de detergentes não biodegradáveis, emprego abusivo de agro-tóxicos contaminam os lenços freáticos, efluentes industriais despejados nos cursos d’água, devolvem aos rios envenemento e morte, compromentendo a frágil e complexa cadeia de reprodução da vida.

Há muita água mas desigualmente distribuída: 60%  se encontra em apenas 9 países, enquanto 80 outros enfrentam escassez. Pouco menos de um bilhão de pessoas consome 86% da água existente enquanto para 1.4 bilhões é insuficiente (já são agora 2 bilhões) e para dois bilhões, não é tratada, o que gera 85% das doenças. Presume-se que em 2032 cerca de 5 bilhões de pessoas serão afetadas pela escassez de água.

         Não há problema de insuficiência de água mas de má gestão dela para atender as demandas humanas e dos demais seres vivos.

O Brasil é a potência natural das águas, com 13% de toda água doce do Planeta perfazendo 5,4 trilhões de metros cúbicos. Mas é desigualmente distribuída: 70% na região amazônica, 15% no Centro-Oeste, 6% no Sul e no Sudeste e 3% no Nordeste. Apesar da abundância, não sabemos usar a água, pois 46% dela é desperdiçada, o que daria para abastecer toda a França,  a Bélgica, a Suíça e o Norte da Itália. É urgente, portanto, um novo padrão cultural. Não desenvolvemos uma cultura da água.

Há uma corrida mundial para a privatização da água. Ai surgem grandes empresas multinacionais como as francesas Vivendi e Suez-Lyonnaise, a alemã RWE, a inglesa Thames Water e a americana Bechtel. Criou-se um mercado das águas que envolve mais de 100 bilhões de dólares. Ai estão fortemente presentes na comercialização de água mineral a Nestlé e a Coca-Cola que estão buscando comprar fontes de água por toda a parte no mundo.

         A água está se tornando fator de instabilidade no Planeta. A exacerbação da privatização da água faz com que ela seja tratada sem o sentido de partilha e de consideração de sua importância para a vida e para o futuro da natureza e da existência humana  na Terra.

         Face a estes excessos, a comunidade internacional representada pela  ONU estabeleceu  nas reuniões de Mar del Plata (1997), Dublin (1992), Paris (1998), Rio de Janeiro (1992) consagrou “o direito de todos a terem acesso à água potável em quantidade suficiente e com qualidade para as necessides essenciais”.

O grande debate hoje se trava nestes termos já referidos acima:

A água é fonte de vida ou fonte de lucro? A água é um bem natural, vital, comum e insubstituível ou um bem econômico a ser tratado como recurso hídrico e como  mercadoria?

         Ambas as dimensões não se excluem mas devem ser retamente relacionadas. Fundamentalmente a água é direito à vida, como insiste o grande especialista em águas Ricardo Petrella (O Manifesto da Agua, Vozes, Petrópolis 2002). Nesse sentido a água de beber, para uso na alimentação e  para higiene pessoal deve ser gratuita (cf. Paulo Affonso Leme Machado, Recursos Hidricos. Direito Brasileiro e Internacional, Malheiros Editores, São Paulo 2002, 14-17). Por isso, com razão, diz em seu artigo primeiro a lei n.9.433 (8/1/97) sobre a Política Nacional de Recursos Hídricos:”a água é um bem de domínio público; a água é um recurso natural limitado, dotado de valor econômico; em situação de escassez, o uso prioritário dos recursos hídricos é o consumo humano e a dessententação de animais”.Veja-se o livro recente com todos os dados e leis de João Bosco Senra, Agua,elemento vital,2022.

         Como porém a água é escassa e demanda uma complexa estrutura de  captação, conservação, tratamento e distribuição implica uma inegável dimensão econômica. Esta, entretanto, não deve prevalecer sobre a outra, ao contrário, deve  torná-la acessível a todos e os ganhos devem respeitar a natureza comum, vital e insubstituivel da água. Mesmo implicando altos custos econômicos, estes devem ser cobertos pelo Poder Publico.

         A água não é um bem econômico como qualquer outro. Ela está tão ligada à vida que deve ser entendida como vida. E vida, por sua natureza vital e essencial, jamais pode  ser transformada em mercadoria. A água está ligada a outras dimensões culturais, simbólicas e espirituais do ser humano que a tornam preciosa e carregada de valores que, em si não têm preço. São Francisco de Assis em seu Cântico às Criaturas se refere à água como “preciosa e casta”.

Para entendermos a riqueza da água que transcende sua dimensão econômica precisamos romper com a ditadura que o pensar racional-analítico e utilitarista da modernidade impõe a toda a sociedade. Este vê a água como recurso hídrico para lucrar.

O ser humano tem outros exercícios de sua razão. Há a razão sensivel, a razão emocional e a razão espiritual. São razões ligadas ao sentido da vida e ao universo simbólico. Oferecem  não as razões de lucrar mas as razões de viver e conferir execelência à vida. A água é o nicho de onde há bilhões (3,8) de anos surgiu a vida.

         Como reação à dominação da globalização da  água se busca a republicanização da água. Explico: a água é um bem comum publico mundial.  É patrimônio da biosfera e vital para todas as formas de vida.

         Em função desta importância decisivaa da água se criou o FAMA – o Forum Mundial Alternativo da Água em março de 2003 em Florença na Italia.  Junto a isso sugeriu-se criar  a Autoridade Mundial da Água  uma instância de governo publico, cooperativo e solidário a nivel das grandes bacias hídricas internacionais e de uma distribuição mais equitativa da água segundo as demandas regionais.

         Função importante é pressionar os Governos, as empresas, as associações e aos cidadãos em geral para respeitarem a natureza única e insubstituível da água.Já que 75% de nosso corpo é composto de água, deve-se garantir a todos gratuitamente pelo menos 2 litros de água potável e sã, variando consoante as diferentes idades. As tarifas para os serviços devem contemplar os diversos níveis de uso, se doméstico, se industrial, se agrícola, se  recreativo. Para os usos industriais da água e na agricultura, evidentemente, água é sujeita a preço.

         Incentivar a cooperação com todos os entes públicos e privados para impedir que tantos morram em consequência da falta de água ou em consequência de águas maltratadas. Diariamente morrem 6 mil crianças por sede. Os noticiários nada referem. Mas isso equivale a 10 aviões Boeing que mergulham nos oceanos com a morte de todos os passageiros como já aconteceu com a Air France, anos atrás. Evitar-se-ia que cerca de 18 milhões de meninos/meninas deixem de ir a escola porque são obrigadas a buscar água a 5-10  km de distância.

         Paralelo a isso corre a articulação mundial para um Contrato Mundial da Agua. Seria um contrato social mundial ao redor daquilo de que todos precisam e, efetivamente, nos une que é a vida das pessoas e dos demais seres vivos, indissociáveis da água.

         Uma fome zero mundial, prevista pelas Metas do Milênio deve inclui a sede zero, pois não há alimento que possa existir e ser consumido sem a água.

         A partir da água, outra imagem da planetização, hoje multipolar, surge humana, solidária, cooperativa e orientada a garantir a todos os mínimos meios de vida e de reprodução da vida.

Ela é vida, geradora de vida e comparece como um dos símbolos mais poderosos da vida eterna, segundo as palavras dAqule que disse: “sou a fonte de água viva, quem dela beber desta água viverá para sempre”.

Leonardo Boff ganhou o doutor honoris causa pelo departamente de Aguas da Universidade de Rosário na Argentina e participou na ONU do grupo que estudou a questão da água a nível mundial.