Werden wir Menschen zum Krebsgeschwür, dessen sich die Erde entledigen wird?

 

 

Es gibt Negationisten, die die Shoah (Völkermord an Millionen von Juden in den Konzentrationslagern der Nazis) leugnen, und es gibt Negationisten des Klimawandels der Erde. Erstere werden von der ganzen Menschheit geächtet. Letztere, die bis vor kurzem noch zynisch lächelten, erfahren nun von Tag zu Tag, dass ihre Überzeugungen von den unbestreitbaren Fakten widerlegt werden. Sie werden nur aufrechterhalten, indem man Wissenschaftler davon abhält, die ganze Wahrheit aufzudecken, wie durch verschiedene ernsthafte alternative Nachrichtenquellen bekannt wurde. Der Grund dafür liegt in dem wahnsinnigen Bestreben, Reichtümer anzuhäufen, ohne irgendwelche Rücksichten zu nehmen. 

 

In letzter Zeit traten extreme Naturereignisse auf, die schwerste Konsequenzen hatten: Katrina und Sandy in den Vereinigten Staaten, furchtbare Taifune in Pakistan und Bangladesh, der Tsunamie in Südost-Asien und der Taifun in Japan, der das Kernkraftwerk von Fukushima auf bedrohliche Weise beschädigte und zuletzt der zerstörerische Taifun Haiyan auf den Philippinen, der Tausende von Opfern kostete.

 

Wir wissen heute, dass die Temperatur des tropischen Pazifiks, wo die großen Taifune entstehen, im allgemeinen unter 19,2°C liegt. Das Meerwasser hat sich erwärmt und erreichte bis 1976 eine Temperatur um 25°C, bis 1997/1998 erreichte es die 30°C-Marke. Dadurch entsteht eine starke Verdunstung. Extreme Naturereignisse entstehen ab einer Wassertemperatur von 26°C. Mit der globalen Erwärmung wird die Frequenz der Taifune erhöht sowie deren Geschwindigkeit. Erreichten diese Winde im Jahr 1951 noch eine Geschwindigkeit von 240 km/h, so waren sie in den Jahren 1960-1980 bereits bei 275 km/h, 2006 wurden Spitzenwerte von 306 km/h gemessen, und 2013 erreichte der Taifun die verheerende Geschwindigkeit von 380 km/h.

 

In den letzten Monaten wurden von Organen der Vereinten Nationen vier offizielle Berichte veröffentlicht, die vehemente Warnungen aussprachen, dass die Erhöhung der Erderwärmung ernste Konsequenzen nach sich ziehen würde. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % liegt der Grund hierfür im unverantwortlichen Handeln der Menschen und der industrialisierten Länder.

Dies wurde im September von der  Expertenguppe des Weltklimarats (IPCC, zwischenstaatlicher Ausschuss über Klimaveränderung, bestehend aus ca. Tausend Wissenschaftlern) bestätigt, ebenso durch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und den internationalen Bericht über den Bericht der Meere, der die Erhöhung der Säure anprangert, wodurch weniger CO2 absorbiert werden kann, und schließlich durch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am 13. November in Genf. Alle sind sich einig darüber, dass die Klimaerwärmung nicht auf uns zukommt, sondern dass wir uns bereits mitten darin befinden. Während die CO2-Rate zu Beginn der industriellen Revolution noch bei 280 ppm (millionstel Teile) lag, erhöhte sie sich bis zum Jahr 1990 auf 350 ppm und erreicht heute bereits 450 ppm. Dieses Jahr wurde bereits von einigen Teilen der Erde ein Temperaturanstieg von 2°C gemessen, was zu irreversiblen Schäden für die Lebewesen führen kann.

 

Vor einigen Wochen brach die Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), Christina Figueres, mitten in der Pressekonferenz in Tränen aus, da die Länder fast nichts unternehmen, um gegen die Klimaerwärmung vorzugehen. Auf der 19. Konvention über den Klimawandel in der UNO weinte auch Yeb Sano aus den Philippinen um seine Familie, als er vor den Repräsentanten der 190 Nationen über den Horror des Taifuns berichtete, der sein Land verwüstete. Die meisten konnten ihre Tränen nicht zurückhalten, doch bei vielen waren dies nur Krokodilstränen. Die Repräsentanten hielten in ihren Aktenmappen bereits die Anweisungen, die im Vorfeld durch ihre Regierungen und die Global Player beschlossen worden waren und die einen Konsens auf vielerlei Weise unmöglich machen. Dann gibt es noch die Machthaber, Besitzer von Kohlenminen, Aktionäre von Erdöl oder der Eisen- und Stahlindustrie, Automobil-Hersteller u. a. Alle wollen, dass alles so weitergeht wie bisher. Das ist das Schlimmste überhaupt, denn der Weg zum Abgrund hin wird so direkt genommen und ist fatal. Angesichts des Nichtzustandekommens eines Konsenses unter den Völkervertretern, die die wissenschaftlichen Daten nicht ernst nehmen, ist es verständlich, dass Hunderte der bei der 19. Klimakonferenz der UNO in Warschau anwesenden Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen die Diskussionen aus Protest verließen.

Warum nur gibt es diesen irrationale Widerstand gegenüber den notwendigen Veränderungen, die uns alle retten könnten?

 

Um dies zu beantworten, kommen wir direkt auf die zentrale Frage zu sprechen: Dieses ökologische Chaos ist das Resultat unserer Produktionsweise, die die Natur verwüstet und eine grenzenlose Konsumhaltung nährt. Entweder wir ändern unser Paradigma des Verhältnisses zur Erde und zu den Naturgütern und -dienstleistungen, oder wir gehen geradewegs dem Untergang entgegen. Das aktuelle Paradigma wird von dieser Logik regiert: Wie kann ich die bestmögliche Investition in der kürzest möglichen Zeit machen mit  technologischen Innovationen und einer größeren Konkurrenzfähigkeit?  Die Produktion soll schlicht und einfach dem Konsum dienen, der weitere Anhäufung hervorbringt, worin sein Hauptziel besteht. Die Zerstörung der Natur und die Verarmung der Ökosysteme sind nur Randerscheinungen (die nicht in der Buchführung der Unternehmen auftauchen). Da die neoliberale Wirtschaft strikt von der Konkurrenz bestimmt wird, wo Kooperation keine Rolle spielt, ist ein Krieg der Märkte entstanden, bei dem jeder gegen jeden antritt. Die Rechnung dafür haben die Menschen zu zahlen (soziale Ungerechtigkeit) und die Natur (ökologische Ungerechtigkeit).

 

Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem die Erde diesen offenen Krieg gegen sie nicht mehr aushält. Sie braucht anderthalb Jahre, um das wiederherzustellen, was wir innerhalb eines Jahres ernten. Die Klimaerwärmung ist das Fieber, das uns anzeigt, dass die Erde krank ist, schwer krank.

Entweder fangen wir an, uns als ein Teil der Natur zu sehen und diese als uns selbst zu respektieren, lassen das Paradigma der Eroberer und Beherrscher fallen zugunsten des Paradigmas der Achtsamkeit für das Leben und den Respekt der Natur und produzieren so, dass die natürlichen Grenzen und Rhythmen jedes Ökosystems respektiert werden oder wie bereiten uns auf die bittere Lektion vor, die Mutter Erde uns erteilen wird. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie uns nicht mehr er-tragen und sich unserer entledigen möchte, so wie wir uns eines Krebsgeschwürs entledigen. Sie wird weiter leben, bedeckt mit unseren Leichen, doch ohne uns. Möge Gott dies verhindern.

 

Siehe auch: Leonardo Boff, „Zukunft für Mutter Erde: Warum wir als Krone der Schöpfung abdanken müssen“, Claudius Verlag, München 2012

übersezt von Bettna Gokd-Hartnacj

 

 

 

¿Seremos una célula cancerígena a ser extirpada?

Hay negacionistas de la Shoah (eliminación de millones de judíos en los campos nazis de exterminio) y hay negacionistas de los cambios climáticos de la Tierra. Los primeros reciben el desprecio de toda la humanidad; los segundos, que hasta hace poco sonreían cínicamente, ahora ven día a día que sus convicciones están siendo refutadas por hechos innegables. Sólo se mantienen coaccionando a algunos científicos para que no digan todo lo que saben, como ha sido denunciado por diferentes y serios medios alternativos de comunicación. Es la razón enloquecida que busca la acumulación de la riqueza sin ninguna otra consideración.
En tiempos recientes hemos conocido eventos extremos de la mayor gravedad: los huracanes Katrina y Sandy en Estados Unidos, tifones terribles en Paquistán y Bangladesh, el tsunami del Sudeste de Asia, el tifón de Japón que dañó peligrosamente las centrales nucleares de Fukushima y hace pocos días el avasallador tifón Haiyan en Filipinas que ha dejado miles de víctimas.
Hoy se sabe que la temperatura del Pacífico tropical, de donde nacen los principales tifones, estaba normalmente por debajo de los 19,2°C. Las aguas marítimas se han ido calentando hasta el punto de quedar hacia el año 1976 en 25°C y a partir de 1997/1998 alcanzaron los 30°C. Tal hecho produce gran evaporación de agua. Los eventos extremos ocurren a partir de los 26°C. Con el calentamiento, los tifones aparecen con más frecuencia y con vientos de mayor velocidad. En 1951 eran de 240 km/h; en 1960-1980 subieron a 275 km/h; en 2006 llegaron a 306 km/h y en 2013 a los terroríficos 380 km/h.
En los últimos meses cuatro informes oficiales de organismos ligados a la ONU lazaron una vehemente alerta sobre las graves consecuencias del creciente calentamiento global. Está comprobado, con un 90% de seguridad, que es provocado por la actividad irresponsable de los seres humanos y de los países industrializados.
Lo confirmó en septiembre el IPPC (Panel Intergubernamental para el Cambio Climático) que articula a más de mil científicos; lo mismo ha hecho el Programa del Medio Ambiente de la ONU (PNUMA); enseguida el Informe Internacional del Estado de los Océanos denunció el aumento de la acidez, que por eso absorbe menos C02; finalmente el 13 de noviembre en Ginebra la Organización Meteorológica Mundial. Todos son unánimes en afirmar que no estamos yendo hacia el calentamiento global, sino que estamos ya dentro de él. Si en los inicios de la revolución industrial la concentración de CO2 era de 280 ppm (partes por millón), en 1990 se elevó a 350 ppm y hoy ha llegado a 450 ppm. En este año se ha dado la noticia de que en algunas partes del planeta ya se rompió la barrera de los 2ºC, lo que puede acarrear daños irreversibles para los demás seres vivos.
Hace pocas semanas, a la Secretaria Ejecutiva de la Convención de la ONU sobre el  Cambio Climático, Christiana Figueres, en plena entrevista colectiva, se le saltaron las lágrimas al denunciar que los países no hacen casi nada para la adaptación y la mitigación del calentamiento global. Yeb Sano de Filipinas, en la 19ª Cumbre del Clima de Varsovia realizada del 11 al 22 de noviembre, lloró ante los representantes de 190 países contando el horror del tifón que había devastado su país, alcanzando a su misma familia. La mayoría no pudo contener las lágrimas. Pero para muchos eran lágrimas de cocodrilo. Los representantes ya traen en su cartera las instrucciones preparadas previamente por sus gobiernos, y los grandes dificultan de muchas maneras cualquier consenso. Allí están también los dueños del poder en el mundo, dueños de las minas de carbón, muchos accionistas de petroleras o de siderurgias movidas por carbón, de  industrias de montaje y otros. Todos quieren que las cosas sigan como están. Es lo peor que nos puede pasar, porque entonces el camino hacia el abismo se vuelve más directo y fatal. ¿Por qué esa irracional oposición?
Vayamos directos a la cuestión central: este caos ecológico se lo debemos a nuestro modo de producción que devasta la naturaleza y alimenta la cultura del consumismo ilimitado. O cambiamos nuestro paradigma de relación con la Tierra y con los bienes y servicios naturales o vamos irrefrenablemente al encuentro de lo peor. El paradigma vigente se rige por esta lógica: ¿cuánto puedo ganar con la menor inversión posible en el más corto lapso de tiempo con innovación tecnológica y con mayor potencia competitiva? La producción está dirigida al puro y simple consumo que genera acumulación, siendo esta el objetivo principal. La devastación de la naturaleza y el empobrecimiento de los ecosistemas ahí implicados son meras externalidades (no entran en la contabilidad empresarial). Como la economía neoliberal se rige estrictamente por la competición y no por la cooperación, se establece una guerra de mercados, de todos contra todos. Quien paga la cuenta son los seres humanos (injusticia social) y la naturaleza (injusticia ecológica).
Ocurre que la Tierra no aguanta más este tipo de guerra total contra ella. Necesita un año y medio para reponer lo que le arrancamos en un año. El calentamiento global es la fiebre que denuncia que está enferma, gravemente enferma.
O comenzamos a sentirnos parte de la naturaleza y entonces la respetamos como a nosotros mismos, o pasamos del paradigma de la conquista y de la dominación al del cuidado y de la convivencia y producimos respetando los ritmos naturales y dentro de los límites de cada ecosistema, o si no preparémonos para las amargas lecciones que la Madre Tierra nos dará. Y no se excluye la posibilidad de que ella no nos acepte más y se libere de nosotros como nos liberamos de una célula cancerígena. Ella puede continuar, cubierta de cadáveres, pero sin nosotros. Que Dios no permita semejante trágico destino.

Leonardo Boff es autor de Proteger la Tierra y cuidar da vida: cómo escapar del fin del mundo, Sal Terrae, 2011.

Traducción de Mª José Gavito Milano

Diventeremo una cellula cancerogena da estirpare?

C’è gente che si rifiuta di ammettere la Shoah, (il piano per l’eliminazione di milioni di ebrei nei campi di sterminio nazisti) e c’è gente che non ammette le mutazioni climatiche della Terra.

I primi riscuotono il biasimo dell’umanità intera; i secondi, che fino a poco tempo fa sorridevano cinicamente, adesso vedono le loro convinzioni contestate da fatti innegabili. Mantengono le loro posizioni perché costringono gli scienziati a non dire tutto quello che sanno, come è già stato denunciato da differenti e seri mezzi alternativi di comunicazione. È la ragione rimbecillita che persegue l’accumulo di ricchezza senza nessun’altra considerazione.

In tempi recenti abbiamo conosciuto eventi estremi della massima gravità: Katrina e Sandy negli Stati Uniti, tifoni terribili nel Pakistan e in Bangladesh, tsunami nel sud est dell’Asia e in Giappone dove sono state pericolosamente danneggiate le centrali termonucleari di Fucushima e ultimamente il disastroso tifone Haiyan nelle Filippine con migliaia di vittime.

Oggi è noto che la temperatura del Pacifico tropicale, dove nascono i principali tifoni, rimaneva normalmente al di sotto dei 19,2° centigradi. Le acque marine si sono a poco a poco riscaldate fino al punto che dal 1976 in poi le temperatura si è attestata intorno ai 25° centigradi e nel periodo 1977-1998 raggiungeva i 30° centigradi. Ciò comporta una grande evaporazione di acqua. Gli eventi estremi avvengono a partire dai 26° centigradi.

Con il riscaldamento, i tifoni si formano sempre più spesso e con maggiore velocità. Nel 1951 viaggiavano a 240 km all’ora; dal 1960 al 1980, la velocità sale intorno ai 275 km/h; nel 2006 sono arrivati a 306 km all’ora; nel 2013 agli spaventosi 380 km/h.

Negli ultimi mesi quattro relazioni ufficiali di organismi legati all’Onu hanno lanciato allarmi fortissimi sulle gravi conseguenze del crescente riscaldamento globale. E’ certo al 90% e ci sono le prove che il surriscaldamento è provocato dall’attività irresponsabile degli esseri umani e dai paesi industrializzati.

Nel mese di settembre, il IPPC che vede articolati oltre 1000 scienziati l’ha confermato; lo stesso ha fatto il Programma Ambiente dell’Onu (PNUMA); in seguito il rapporto internazionale sullo stato degli oceani che denuncia l’aumento dell’acidità e conseguente minore assorbimento di CO2; infine il 13 novembre a Ginevra l’ Organizzazione Meteorologica Mondiale. Tutti unanimi nell’affermare che non stiamo andando incontro al riscaldamento globale: già ci stiamo dentro. Se all’inizio della rivoluzione industriale l’anidride carbonica era di 280 ppm (parti per milione), nel 1990 si era alzata a 350 ppm e oggi è arrivata a 450 ppm. Quest’anno si è saputo che in qualche posto del pianeta si è già sfondata la barriera dei 2° centigradi, il che può comportare danni irreversibili agli esseri viventi.

Poche settimane fa, la Segretaria Esecutiva della Convenzione sul Clima dell’Onu, Christiana Figeres sul più bello di un’intervista collettiva, è scoppiata in un pianto irrefrenabile, mentre denunciava che i paesi non fanno quasi niente per l’adattamento e la riduzione del riscaldamento globale. Yeb Sano ha pianto davanti ai rappresentanti di 190 paesi, mentre raccontava l’orrore del tifone che ha decimato il suo paese e raggiunto la sua stessa famiglia. La maggioranza non ha potuto trattenere le lacrime. Ma per molti erano lacrime di coccodrillo. I rappresentanti portano con sé già al loro arrivo le istruzioni previamente prese dai loro governi e i grandi rendono difficile in molti modi qualsiasi tipo di consenso. Là stanno anche i detentori del potere nel mondo, padroni delle miniere di carbone, azionisti delle compagnie petrolifere o industriali della siderurgia. Tutti chiedono che le cose restino come stanno. Questo è il peggio che ci può succedere, perché in così il cammino incontro all’abisso diventa diretto e fatale. Perché questa opposizione irrazionale?

Andiamo dritti alla questione centrale: questo caos ecologico è il tributo da pagare al nostro modo di produzione che devasta la natura e alimenta la cultura della crescita illimitata. O cambiamo il nostro paradigma di relazione con la Terra e verso i beni resi e servizi naturali o andremo a tutta birra incontro al peggio. Il paradigma vigente si regge su questa logica: quanto posso guadagnare con il minor investimento possibile nel più breve lasso di tempo, con l’innovazione tecnologica e con maggiore impatto competitivo?

La produzione è per il puro e semplice consumo che genera accumulazione, questo è l’obiettivo principale. La devastazione della natura e l’impoverimento dell’ecosistema qui coimplicati sono pure esternalità (non entrano nella contabilità dell’impresa). Siccome l’economia neoliberale si regge strettamente sulla competizione e non sulla cooperazione, si stabilisce una guerra di mercato, di tutti contro tutti. Chi paga il conto sono gli esseri umani (ingiustizia sociale) e la natura (ingiustizia ecologica).

La Terra non sopporta più questo tipo di guerra totale contro di lei. Lei ha bisogno di un anno e mezzo per riporre l’equivalente che le abbiamo strappato in sei mesi. Il riscaldamento globale è la febbre che denuncia che è malata, gravemente malata.

O cominciamo a sentirci parte della natura e allora la rispettiamo come noi stessi, o passiamo dal paradigma di conquista e di dominazione a quello della cura e della convivenza e produciamo rispettando i ritmi naturali e entro i limiti di età di ogni ecosistema oppure prepariamoci per amare lezioni che la Madre Terra ci darà. E non è esclusa la possibilità che essa non non ci voglia mai più sulla sua faccia e si liberi di noi come noi ci liberiamo di una cellula cancerogena. Lei continuerà, coperta di cadaveri, ma senza di noi. Che Dio non permetta un simile tragico destino.

Leonardo Boff è autore di Proteger a Terra e cuidar da vida. Como escapar do fim do mundo, Record, Rio de Janeiro 2011.

Traduzione di Romano Baraglia

Theologie von Frauen und aus der Perspektive von Frauen

 

 

 

Papst Franziskus sagte, wir bräuchten eine profundere Theologie von Frauen und ihrer Mission in Welt und Kirche. Das stimmt zwar, aber es kann ihm nicht entgangen sein, dass bereits eine große Bandbreite an feministischer Theologie höchster Qualität existiert, die von Frauen und aus der Perspektive von Frauen geschaffen wurde und die unsere Erfahrungen von Gott erheblich bereichert hat. Ich habe mich selbst diesem Thema intensiv gewidmet und schließlich zwei Bücher darüber geschrieben: Das mütterliche Antlitz Gottes (1989) und Femenino-Masculino (Weiblich-Männlich), 2010, Letzteres in Zusammenarbeit mit der Feministin Rosemarie Muraro. Unter so vielen zeitgenössischen Theologinnen beschloss ich, zwei große Theologinnen der Geschichte hervorzuheben, die wirklich einiges bewegt haben: die Heilige Hildegard von Bingen (1098-1179) und die Heilige Juliana von Norwich (1342-1416).

Hildegard von Bingen, die vielleicht erste Feministin innerhalb der Kirche, war eine außerordentliche und geniale Frau, und dies nicht nur für ihre Zeit, sondern für alle Zeiten. Sie war eine Benediktinerin und Äbtissin ihres Klosters Rupertsberg in Bingen am Rhein, eine Prophetin (profetessa germanica), Mystikerin, Theologin, leidenschaftliche Predigerin, Komponistin, Poetin, Naturkennerin, Heilkundige, Dramatikerin und deutsche Schriftstellerin.

Für ihre Biographen und für Gelehrte ist es ein Rätsel, wie diese Frau all dies in der engstirnigen und chauvinistischen mittelalterlichen Welt vollbringen konnte. In allen Gebieten, die sie betrat, brillierte sie mit Exzellenz und enormer Kreativität. Sie schrieb zahlreiche Bücher über Mystik, Poesie, Naturwissenschaften und Musik. Ihr wichtigstes Werk, das sogar noch heute gelesen wird, ist Scivias Domini (Wisse die Wege des Herrn).

Hildegard war vor allem eine Frau, die mit göttlichen Visionen begabt war. In den autobiografischen Texten schreibt sie: „Als ich 42 Jahre und sieben Monate alt war, kam ein feuriges Licht mit Blitzesleuchten vom offenen Himmel hernieder. Es durchströmte mein Gehirn und durchströmte mir Herz und Brust gleich einer Flamme, die jedoch nicht brannte, sondern wärmte, wie die Sonne den Gegenstand erwärmt, auf den sie ihre Strahlen legt. Nun erschloss sich mir plötzlich der Sinn der Schriften, des Psalters, des Evangeliums und der übrigen katholischen Bücher des Alten und Neuen Testamentes.“  (Auf der Wikipedia-Seite über Hildegard von Bingen finden sich eine exzellente Beschreibung sowie eine Bibliographie)

Es ist erstaunlich, dass sie über solche Kenntnisse über Kosmologie, Heilpflanzen, Anatomie und über die Geschichte der Menschheit hatte.  Die Theologie spricht von der „eingegossenen Wissenschaft“ als eine Gabe des Heiligen Geistes. Hildegard zeichnete sich durch diese Gabe aus.

Sie entwickelte eine interessante holistische Vision, wobei sie stets den Menschen mit der Natur und dem Kosmos verband. In diesem Kontext spricht sie vom Heiligen Geist als der Energie, die allen Dingen „viriditas“ verleiht. Viriditas kommt von „verde“, grün. Es bedeutet das Grün und die Frische, die alle vom Heiligen Geist durchdrungenen Dinge charakterisieren. Manchmal spricht sie von der „unermesslichen Süße des Heiligen Geistes, der in Seiner Gnade alle Geschöpfe umarmt“. (Flanagan, Hildegard von Bingen, 1998, S. 53). Hildegard entwickelte ein vermenschlichtes Gottesbild, da Er das Weltall „mit Macht und Milde“ regiert und alle Wesen mit Seiner fürsorglichen Hand und Seinem liebenden Blick begleitet (siehe N. Fierro,  Hildegarda of Bingen and her vision of the Feminine, 1994, 187).

Hildegard war vor allem bekannt für die von ihr entwickelten Heilmethoden, die noch immer in Österreich und Deutschland bei einigen Ärzten Anwendung finden. Sie zeigte eine erstaunliche Kenntnis des menschlichen Körpers und dafür, welche Wirkstoffe der Heilkräuter für die diversen Krankheiten geeignet sind. Im Jahr 2012 schrieb Papst Benedikt XVI sie ins Verzeichnis der Heiligen ein.

Eine andere berühmte Frau war Juliana von Norwich, England (1342-1415). Über ihr Leben ist wenig bekannt, wie z. B. ob sie eine Nonne oder eine weltliche Witwe war. Gewiss ist, dass Juliana in einem von Mauern umgebenen Gelände der Kirche von St. Julian eingeschlossen lebte. Im Alter von 30 Jahren wurde sie von einer schweren Krankheit erfasst, an der sie beinahe gestorben wäre. Zu einem bestimmten Zeitpunkt hatte sie Visionen von Jesus Christus, die fünf Stunden lang währten. Gleich darauf schrieb sie eine Zusammenfassung dieser Visionen. Zwanzig Jahre später, nachdem sie viel über die Bedeutung dieser Visionen nachgedacht hatte, schrieb sie eine längere und abschließende Fassung, „Revelations of Divine Love“ (Offenbarungen der Göttlichen Liebe), London, 1952. Dies ist der älteste, von einer Frau geschriebene Text auf Englisch.

Ihre Entdeckungen sind überraschend, denn sie zeugen von einem felsenfesten Optimismus, der aus ihrer Gottesliebe entstand. Sie spricht von der Liebe als Freude und Mitgefühl. Im Gegensatz zum Volksglauben ihrer Zeit und zu den Vorstellungen einiger heutiger Gruppen verstand sie Krankheiten nicht als Strafe Gottes. Für Juliana sind Krankheiten und die Pest Gelegenheiten, Gott zu erfahren.

Juliana sieht die Sünde als eine Art Lernmittel, mittels derer Gott uns auffordert, uns selbst zu erkennen und seine Barmherzigkeit zu suchen. Und sie sagt: Hinter dem, was wir Hölle nennen, liegt eine größere, stets siegreiche Wirklichkeit: die Liebe Gottes.

Da Jesus barmherzig und unsere geliebte Mutter mitfühlend ist, ist Gott selbst der barmherzige Vater und die Mutter grenzenloser Güte (Revelations, 119).

Nur eine Frau könnte solch eine Ausdrucksweise über Liebe und Mitgefühl benutzen und Gott als die Mutter unendliche Güte bezeichnen. So wird uns wieder vor Augen geführt, wie wichtig die weibliche Stimme für eine nicht-patriarchalische und daher vollständigere Vorstellung Gottes und des Heiligen Geistes ist, der alles Leben und das ganze Universum durchdringt.

Viele andere Frauen könnten hier genannt werden, wie z. B. die Heilige Theresa von Avila (1515-1582), Simone Weil (1909-1943), Madeleine Delbrel (1904-1964), Mutter Teresa und unter unseren Zeitgenossinnen Ivone Gebara und Maria Clara Bingemer, die den Glauben aus der weiblichen Perspektive sahen bzw. sehen. Und sie bereichern uns immer noch.

 

 Übersetzt von Bettina Gold-Hartnack