Entfesselung der Kategorie “Geist”

In der heutigen Kultur ist der Begriff „Geist“ auf zwei Fronten abgewertet  worden: von der „Bildungs“-Kultur und von der „Volks“-Kultur.

In der vorherrschenden Bildungskultur steht der Begriff „Geist“ für das Gegenteil von Materie. Wir wissen mehr oder weniger, was Materie ist, denn man kann sie messen, wiegen, manipulieren und transformieren, während „Geist“ ist den Bereich des Immateriellen, Undefinierbaren und sogar Nebulösen fällt. Materie ist die Wort-Quelle der zentralen Werte menschlicher Erfahrungen der letzten Jahrhunderte. Die moderne Wissenschaft basiert auf der Erforschung und Beherrschung von Materie. Sie hat die Elementarteilchen bis zu deren letzten Dimensionen durchdrungen, dem Higgs-Teilchen, wodurch die Kondensation der ursprünglichen Energie zu Materie erst möglich wird: nach den Bosonen und Hadronen das langerersehnte sogenannte „Gottesteilchen“. Einstein belegte, dass Materie und Energie äquivalent sind. Materie ist nicht real. Sie ist hoch kondensierte Energie und ein Feld voller Interaktionen.

Im modernen konventionellen Sinn passen die spirituellen Werte, die sich in der Super-Struktur befinden, nicht in wissenschaftliche Schemata. Sie haben ihren Platz in der Welt des Subjektiven und sind der Intimität des Einzelnen oder religiöser Gruppierungen überlassen. Wir können übereinstimmend mit Jose Comblin sagen, der es etwas grotesk, aber nicht zu harsch, folgendermaßen ausdrückte: „Wenn es um „spirituelle Werte“ geht, denkt jeder daran, wie eine gutbürgerliche Person in einem Treffen der Rotary oder der Lions Clubs spricht, nachdem es ein reichhaltiges Abendessen mit feinen Weinen und köstlichen Speisen gab. Denn im allgemeinen sind die „spirituellen Werte“ für die Leute nichts anderes als schöne, aber leere Worthülsen. Oder es gehört zum Repertoire kirchlicher Sprache: moralisierend, vergeistigt und in Feindschaft zur modernen Welt.“

Daher hört man den Begriff „spirituelle Werte“ häufiger aus den Mündern von Priestern und Bischöfen aus dem konservativen Lager. Von ihnen hört man oft, dass die Krise der heutigen Welt auf die Abkehr von der geistigen Welt zurückzuführen ist, d. h. im Fernbleiben vom Gottesdienst oder im Fehlen einer ausdrücklichen Beziehung zu einer hierarchischen Kirche.

Doch angesichts der kürzlichen Skandale, der pädophilen Priester und der Finanzskandale in Verbindung mit der Vatikanbank haben öffentliche Reden über „geistige Werte“ viel an Wirksamkeit eingebüßt. Sie haben nicht ihren Wert verloren, doch die offiziellen Stellen, die sie verkünden, erreichen nur noch wenige.

In der Volkskultur hat der Begriff „Geist“ eine große Bedeutung. Im Gegensatz zur in der Schule erlernten Rationalität knüpft er an ein gewisses magisches Weltbild an. Vor allem für das durch die afro-brasilianische und indigene Kultur geprägte Volk ist die Welt von guten und bösen Geistern bewohnt, welche Einfluss auf bestimmte Lebenssituationen haben wie Gesundheit und Krankheit, Gefühlsleben, Erfolg und Misserfolg, Glück und Unglück. Der Spiritismus hat diese Sicht der Welt mit der Reinkarnation kodifiziert. Er hat mehr Anhänger, als wir ahnen.

Allerdings haben wir in den vergangenen Jahrzehnten beobachtet, dass eine exzessive Rationalität und eine übertriebene Konsumhaltung zu einer existenziellen Sättigung und zu tiefer Enttäuschung führen. Das Glück findet sich nicht in materiellen Dingen, sondern in Dimensionen, die mit dem Herzen zu tun haben, mit Zuneigung, Liebesbeziehungen, Solidarität und Mitgefühl.

Überall ist man auf der Suche nach neuen spirituellen Erfahrungen, d. h. nach einem Sinn des Lebens, der über die Erfüllung der unmittelbaren Bedürfnisse und dem täglichen Überlebenskampf hinaus geht. Diese Erfahrungen eröffnen eine Perspektive für Hoffnung und Licht inmitten des Marktplatzes der konventionellen Ideen und Vorschlägen, die von den Massenmedien und den sogenannten „Institutionen für den Lebenssinn“ propagiert werden, wie den Religionen, Kirchen und Lebensphilosophien. Durch Fernsehprogramme gewannen sie an Einfluss sowie durch die großen religiösen Shows, die der Logik der Massenveranstaltungen folgen und die sich aus diesem Grund von dem ehrfürchtigen und heiligen Charakter alles Religiösen entfernt haben. In einer Gesellschaft des Marktes wurden Religion und Spiritualität zur Ware degradiert, die für den allgemeinen Konsum  zur Verfügung steht. Und sie bringen viel Geld ein.

Trotz dieser Kommerzialisierung des Religiösen wächst die Faszination an der spirituellen Welt, wenn auch vor allem in Form von esoterischer und Selbsthilfe-Literatur. Doch auch so wurde in der Welt des Profanen und in der grauen Massengesellschaft ein Weg gebahnt. In christlichen Kreisen entstanden die Pfingstkirchen, die charismatischen Bewegungen, und der Figur des Heiligen Geistes kam eine zentrale Bedeutung zu.

Diese Phänomene verweisen auf die Entfesselung der „Geist“-Kategorie in einem positiven und sogar anti-systemischen Sinn. Der „Geist“ ist ein gültiges Bezugssystem und wird nicht mehr von der Moderne kritisch beäugt, die nur das akzeptiert, was vor der Vernunft bestehen kann. Doch ist die Vernunft nicht alles, noch kann sie alles erklären. Es gibt auch das Irrationale und das nicht Rationale. Im Menschen gibt es ein Universum von Leidenschaft, Zuneigung und Gefühlen, das sich durch die emotionale Intelligenz und die Intelligenz des Herzens ausdrückt. Der Geist lehnt den Verstand nicht ab, vielmehr braucht er den Verstand. Und darüber hinaus verallgemeinert er diesen auf einer höheren Ebene, die mit Intelligenz, Kontemplation sowie einem höheren Sinn des Lebens und der Geschichte zu tun hat. In der Sprache der neuen Kosmologie ließe sich sagen: Der Geist ist so ursprünglich wie das Universum, das ja auch den Geist in sich trägt. Befinden wir uns nun im Zeitalter des Geistes?

Vom selben Autor: Feuer vom Himmel: Der Heilige Geist in Universum, Menschheit, Kirchen und Religionen. (Fogo do céu: o Espirito Santo no universo, na humanidade, nas Igrejas e religiões 2013), erscheint demnächst im Verlag Vozes, Petropolis, RJ, Brasilien.

Übersetzt von Bettina Gold-Hartnachk

Resgate da memória do Espírito Santo

Num artigo anterior nos esforçamos por resgatar a dimensão do “espírito” vastamente afogada na cultura consumista e materialista da modernidade. Agora queremos resgatar a figura do Espírito Santo, sempre colocada à margem ou esquecida na Igreja latina. Como é uma Igreja de poder, convive mal com o carisma, próprio do Espírito Santo. Ele é a fantasia de Deus e o motor das transformações, tudo o que a velha instituição hierárquica não deseja. Mas Ele está voltando.

O Concílo Vaticano II afirma enfaticamente:”O Espírito de Deus dirige o curso da história com providência admirável, renova a face da Terra e está presente na evolução”(Gaudium et Spes,  26/281). Ele está sempre em ação. Mas aparece mais intensamente quando ocorrem rupturas instauradoras do novo. Quatro rupturas, próximas a nós, merecem ser mencionadas: a realização do Concílio Ecumênico do Vaticano Ii (1962-1965); a Conferência Episcopal dos bispos latino-americanos em Medellin (1969); o surgimento da Igreja da libertação; e a Renovação Carismática Católica.

Pelo Vaticano II (1962-1965)  a Igreja acertou seu passo com o mundo moderno e com suas liberdades. Especialmente estabeleceu um diálogo com a tecno-ciência, com o mundo do trabalho, com a secularização, com o ecumenismo, com as religiões  e com os direitos  humanos. O Espírito rejuvenesceu com ar novo a crepuscular instituição eclesiástica.

Em Medellin (1968) acertou o passo com o sub-mundo da pobreza e da miséria que caracterizava e ainda caracteriza o continentente latino-americano. Na força do Espírito, os pastores latinoamericanos fizeram uma opção pelos pobres e contra a pobreza e decidiram implementar uma prática pastoral que fosse de libertação integral: libertação não apenas de nossos pecados pessoais e coletivos, mas libertação do pecado da opressão, do empobrecimento das massas, da discriminação dos povos originários, do desprezo pelos afrodescententes e do pecado da dominação patriarcal dos homens sobre as mulheres desde o neolítico.

Desta prática nasceu a Igreja da libertação, a terceira irrupção. Ela mostra seu rosto pela apropriação da leitura da Bíblia pelo povo, por um novo modo de ser Igreja mediante  as comunidades eclesiais de base, as várias pastorais sociais (dos indígenas, dos afrodescentes,  da terra, da saúde, das crianças e outras) e de sua correspondente reflexão que é  a teologia da libertação. Esta Igreja da libertação criou cristãos engajados politicamente do lado dos oprimidos e contra as ditaduras militares, sofrendo perseguições, prisões, torturas e assassinatos. Talvez é uma das poucas Igrejas que pode contar com tantos mártires como a Irmã Doroty Stang e até bispos como Angelleli na Argentina e Oscar Arnulfo Romero em El Salvador.

A quarta irrupção  foi o surgimento da Renovação Carismática Católica a partir de 1967 nos USA e na América Latina  a partir dos anos 70 do século XX. Ela trouxe de volta a centralidade da oração, da espiritualidade, da vivência dos carismas. Criaram-se comunidades de oração, de cultivo dos dons do Espírito Santo e de assistência aos pobres e doentes. Esta renovação ajudou a superar  a rigidez da organização eclesiástica, a frieza das doutrinas e rompeu com o monopólio da palavra detida pelo clero, abrindo espaço para a voz  livre dos fiéis.

Estes quatro eventos só são bem avaliados teologicamente quando os colocarmos sob a ótica do Espírito Santo. Ele sempre irrompe na história e de forma inovadora na Igreja que então se faz geradora de esperança e de alegria de viver a fé. É o que esperamos agora com a eleição do  novo Papa. Que os cardeais deixem as disputas internas para criar espaço para o Espírito poder inspirar um nome de coragem e determinação para pôr fim aos escândalos de natureza sexual e financeira que desmoralizaram tão profundamente a hierarquia e envergonharam os fiéis.

Hoje vivemos talvez a maior crise da história da   humanidade. É um tempo invernal. Ela é a crise maior porque pode ser terminal. Com efeito, nos demos os instrumentos da auto-destruição. Construímos uma  máquina de morte que pode nos matar a todos e liquidar toda a nossa civilização, tão custosamente construída em milhares e milhares de anos de trabalho criativo. E junto conosco poderá perecer grande parte da biodiversidade. Se essa tragédia ocorrer, a Terra continuará sua trajetória, coberta de cadáveres, devastada e empobrecida,  mas sem nós.

Por esta razão, dizemos que com nossa tecnologia de morte inauguramos uma nova era geológica: o antropoceno. Quer dizer, o ser humano está se mostrando como o grande meteoro rasante ameaçador da vida. Ele pode preferir a autodestruição de si mesmo e a danificação perversa da Terra viva, de Gaia, do que mudar de estilo de vida, de relação para com a  natureza e  com a Mãe Terra.  Como outrora na Palestina, judeus preferiam Barrabás a Jesus. Os  atuais inimigos da vida poderão preferir  Herodes às crianças inocentes. Mostrar-se-ão de fato o Satã da Terra ao invés de serem o Anjo da Guarda da criação.

É nesse momento que invocamos, implorados e gritamos a oração litúrgica da festa de Penetcostes: “Veni, Sancte Spiritus, et emite coelitus, lucis tuae radium”: “vem Espírito Santo, envia do céu um raio de tua luz”.

Sem a volta do Espírito, corremos o risco de que a crise deixe de ser chance de acrisolamento e degenere numa tragédia sem retorno. Nas comunidades eclesiais se canta: “Vem, Espírito Santo e renova a face da Terra”.

 

Rescuing the “spirit” Cathegory

In today’s culture, the word, “spirit” has been devalued on two fronts: in the learned culture, and in the popular culture.

In the dominant learned culture, “spirit” is the opposite of matter. We more or less know what matter is, because it can be measured, weighed, manipulated and transformed, while the “spirit” falls in the realm of the intangible, indefinite and even nebulous. Matter is the word-source of the central values of human experience in recent centuries. Modern science has been built on the research and domination of matter. It has penetrated the elemental particles up to its ultimate dimensions, the realm of Higgs, where the condensation of the original energy in matter would have first occurred: the greatly sought bosons and hadrons and the so-called “God particle”. Einstein proved that matter and energy are equivalent. Matter is not real. It is highly condensed energy, and a field rich with interactions.

In the modern conventional sense, the spiritual values are in the super-structure and do not fit in scientific schemes. Their place is in the world of the subjective, left to the discretion of each person, or of religious groups. Stated rather grotesquely, but not too harshly, we can agree with Jose Comblin, a good specialist on the subject: «When “spiritual values” are mentioned, everybody thinks that a bourgeois is talking to a gathering of Rotarians or a meeting of the Lyons Club, after a copious dinner with fine wines and a delicious meal. For the people in general, “spiritual values” equates to “nice but empty words”. Or it pertains to the repertoire of the ecclesiastical speech: moralistic, spiritualizing and in a hostile relationship with the modern world».

As a result, the expression “spiritual values” appears with greater frequency on the lips of priests and bishops of conservative tendencies. It is common to hear from them that the present crisis of the contemporary world is basically found in the abandonment of the spiritual world: not attending mass or having any other explicit relationship with a hierarchical Church.

But given the recent scandals, the pedophile priests and the financial scandals linked to the Vatican Bank, official discourse about “spiritual values” has been devalued. It has not lost its value, but the official entity that announces them reaches very few.

In popular culture, the word “spirit” has great validity. It translates to a certain magical conception of the world, in contrast to the rationality learned at school. For the people, especially those influenced by the Afro-Brazilian and Indigenous cultures, the world is inhabited by good and bad spirits that affect different life situations, such as health and illness, the emotional life, success and failure, good and bad luck. Spiritualism has codified this vision of the world though reincarnation. It has more followers than we think.

However, in recent decades we have seen that excessive rationality in all fields and exaggerated consumerism generate an existential saturation and much deception. Happiness lies not in material things, but in the dimensions related to the heart, affection, relationships of love, solidarity and compassion.

New spiritual experiences are sought everywhere, this is, a meaning of life that goes beyond immediate interests and the daily struggle for life. These experiences open a perspective of hope and light in the middle of the market of conventional ideas and proposals, propagated by the means of communication and the so-called “institutions of meaning,” the religions, churches and philosophies of life. They have acquired strength through television programs and the big religious shows that follow the logic of mass spectacles and that, for that reason, move away from the reverent and sacred character of all religiosity. In a market society, religion and spirituality have become merchandise available for general consumption. And they produce large amounts of money.

In spite of this commercialization of the religious, fascination with the spiritual world is increasing, although mostly in the form of esoteric and self-help literature. Even so, it may open a path in the world of the profane and in the gray character of mass society. In the Christian media have appeared the Pentecostal Churches, the charismatic movements, and the centrality of the figure of the Holy Spirit.

These phenomena imply a rescue of the “spirit” category in a positive and even anti-systemic sense. The “spirit” is a consistent reference and is no longer under suspicion by the critics of modernity that only accepted that which passed though the sieve of reason. But reason is not everything, nor does it explain all. There is the a-rational and the irrational. In human beings, there is the universe of passion, affection, and feeling, that is expressed through the emotional and cordial intelligence. The spirit does not reject reason, better yet, the spirit needs reason. But the spirit goes beyond that, globalizing it at a higher level that has to do with intelligence, contemplation and the superior meaning of life and of history. In terms of the new cosmology, the spirit could be as ancestral as the universe, which is also the carrier of spirit. Are we now in the Era of the Spirit?

By the author: Fire from Heaven: The Holy Spirit in the Universe, in Humanity, in the Churches and Religions, (Fuego del cielo: el Espíritu Santo en el universo, en la humanidad, en las Iglesias y religiones), to be published soon by Editorial Vozes, Petropolis, RJ, Brazil.

Translation from the Spanish sent by
Melina Alfaro, alfaro_melina@yahoo.com.ar,
done at REFUGIO DEL RIO GRANDE, Texas, EE.UU.

Cuando la Inquisición sentó a Boff en la silla de Giordano Bruno y Galileo Galilei

Martín Granovsky  é Profesor do seminario “Brasil actual” no Instituto del Servicio Exterior de la Nación del Ministerio de Relaciones Exteriores da Argentina y cnhecido coluista de Pagina/12. Publicou hoje dia 3 de março este artigo. Nestes dias falar-se-á muito sobre a eleição do Papa e as necessárias reformas da Curia e mesmo da estrutura absolutista do governo central da igreja. Este trabalo ajuda a entender este fato e seu eventual desfecho que poderá ser trágico para os cristãos. Lboff

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Durante el debate sobre el futuro de la Iglesia, el teólogo brasileño Leonardo Boff recordó que Ratzinger lo sentó en el mismo lugar que a los juzgados por la Inquisición. Página/12 le preguntó si su relato era literal. Una historia que cruza toda la transformación del Vaticano en una poderosa monarquía absoluta.
Esperó recién hasta 1992 para dejar los hábitos de monje franciscano y abandonar el monasterio donde vivía. A esa altura ya había atravesado una experiencia impactante: el 7 de septiembre de 1984, el jefe de la antigua Inquisición, hoy llamada Congregación para la Doctrina de la Fe, lo sentó en la misma sillita que ocuparon el teólogo Giordano Bruno y el astrónomo Galileo Galilei. El inquisidor era el cardenal Joseph Ratzinger, entonces mano derecha doctrinaria de Juan Pablo II y él mismo Papa desde 2005, hasta el jueves. El interrogado era el brasileño Leonardo Boff.

Boff no fue quemado vivo como Giordano ni debió pedir perdón por la fuerza como Galileo. Pero en 1985 Ratzinger lo condenó al silencio y desde entonces las jerarquías eclesiásticas le dificultaron cada vez más la chance de expresar sus ideas con libertad. Después de Iglesia, carisma y poder, el libro que lo llevó ante Ratzinger, cada nuevo trabajo encontraba obstáculos para su publicación en editoriales o revistas obligadas a pedir permiso a las autoridades de la Iglesia católica.

En los últimos días, durante el debate sobre el futuro de la Iglesia por el cimbronazo de un papa que se va, Boff recordó en su blog (al que se accede tecleando leonardoboff.com) que fue “sentado en la sillita de Giordano y Galileo”.

Leer esa frase abría la perplejidad. ¿Fue, realmente, la misma silla? ¿Era posible que el mensaje de la Santa Sede para demostrar autoridad fuese transmitido con una nitidez tan cruda?

Página/12 se lo preguntó a Boff.

Esta fue su respuesta, enviada por mail: “Fui juzgado en el edificio que queda a la izquierda de la gran plaza para quien va en dirección de la basílica (de San Pedro). Hace siglos que es sede de la Congregación para la Doctrina de la Fe, ex Santo Oficio y ex Inquisición. Es un edificio grande, oscuro, como unos tres pisos o más. Tuve un proceso doctrinario con todos los requisitos jurídicos. Me senté donde todos los juzgados por la Inquisición fueron juzgados. Ahí se sentaron Galileo Galilei, Giordano Bruno y otros. No estoy jugando con metáforas sino con la realidad”.

Inquisidor y condenado se conocían bien. El teólogo brasileño nacido en 1938 había estudiado en Munich y Ratzinger, entonces un sacerdote de mente abierta, era conferencista.

Quizá por eso o por simple pudor –cuesta creerlo, pero en el mundo hay gente que vive sin mirarse el ombligo– Boff jamás dejó de criticar a Benedicto XVI por sus ideas y sus actos, pero no se encarnizó en términos personales. Y una vez, hace tres años, hasta llegó a ser profético.

Boff habló con Istoé el 28 de mayo de 2010, según puede leerse en este link: http://bit.ly/b8MQBZ. Dijo: “El Papa, para su bien y el de la Iglesia, debería renunciar. Debemos ejercer la compasión. Es un hombre enfermo, viejo, con achaques propios de la edad y con dificultades para la administración, porque es más profesor que pastor. Por ese motivo haría bien en irse a un convento a rezar su misa en latín, cantar su canto gregoriano que tanto aprecia, rezar por la humanidad que sufre, especialmente por las víctimas de la pedofilia, y prepararse para el gran encuentro con el Señor de la Iglesia y de la historia. Y pedir misericordia divina”.

Los dos años y nueve meses que pasaron entre la opinión de Boff y el helicóptero de Ratzinger son un lapso corto para los ritmos vaticanos. Lo cierto es que tras ese tiempo Ratzinger se convirtió en Papa emérito y muy pronto predicará en un convento.

Giordano y Galileo

Campo de’Fiori es la única gran plaza de Roma sin iglesia. A veinte cuadras del Vaticano y muy cerca de Piazza Navona, por la mañana funciona un mercado. Señoras vestidas de negro que parecen recién llegadas del campo venden fruta, pasta seca y verduras. Bro-ccoli romano, de color verde claro y olor suave, o broccoli siciliano, el oscuro y más fuerte, que se come aquí. Por la tarde, las pizzerías y los restaurantes de los bordes se llenan y en lugar de matronas están los turistas de veintipocos que comen penne rigate y, sobre todo, beben cerveza como si fuera la última vez.

Las señoras de la mañana y los chicos de la tarde viven su vida ajenos a la estatua que está sobre el adoquinado de Campo de’Fiori. Muestra a un monje alto y ligeramente encorvado. El escultor Etore Ferrari le puso un rostro con gesto decidido y logró que los pliegues de la sotana parezcan seguir moviéndose. Debajo, una frase en italiano: “A Bruno – Secolo da lui divinato, qui dove il rogo arse”. En español sería así: “El siglo que él adivinó (está) aquí, donde el fuego ardía”.

En 1600, el napolitano de 52 años que había sido monje dominico fue quemado por orden de la Santa y General Inquisición en el mismo sitio donde hoy está la estatua. Lo quemaron vivo por hereje. “Tembláis más vosotros al anunciar esta sentencia que yo al recibirla”, dijo en su alegato antes de morir. Entre otras ideas sostuvo la centralidad del sol, igual que Copérnico, y desafió la centralidad del papa. Jamás en los 413 años desde su ejecución la jerarquía de la Iglesia pidió perdón o volvió a incluirlo de alguna manera en su seno.

La instalación de la estatua fue en sí misma una gran batalla en el siglo XIX. Promovido por personalidades de toda Europa, desde Victor Hugo a Mijail Bakunin, el homenaje a Bruno solo se plasmó en el monumento de Campo

de’Fiori en junio de 1889. Y el papa de entonces, León XIII, incluso amenazó con alejarse ostensiblemente de Roma ese día. Solo se abstuvo de hacerlo cuando el gobierno italiano le advirtió que si dejaba la ciudad sería mejor que no volviera.

Trescientos años antes de esa polémica, en la Inquisición el juicio fue conducido personalmente por el cardenal Roberto Belarmino, el mismo que obligó a Galileo Galilei a retractarse del heliocentrismo en 1616 para no terminar torturado e incinerado como Bruno.

El pontífice, sumo

Belarmino no era un simple jefe de torturadores sino un teórico fino y un sutil funcionario de la Santa Sede. En su Tratado sobre la potestad de los sumos pontífices en los asuntos temporales, de 1610, dijo que el papa puede oponerse a quien políticamente pueda poner en peligro a la Cristiandad. En medio de la crisis de la Iglesia y el nacimiento de la Reforma protestante, Belarmino actualizó así la doctrina del papa Gregorio VII, que en 1075 dio el gran giro en la construcción de la Iglesia como monarquía absoluta cuando estableció que al pontífice “le es lícito deponer a los emperadores”, que tiene el derecho exclusivo de deponer o reponer obispos y que “puede eximir a los súbditos de la fidelidad hacia los príncipes inicuos”.

El investigador Jean Touchard escribió en su libro clásico, Historia de las ideas políticas”, que “el movimiento iniciado por Gregorio VII es irreversible”. Y explicó: “La centralización romana y la refundación administrativa (con la organización de la Curia, que es su principal elemento) harán del obispo de Roma el Soberano Pontífice, dignidad u autoridad que los papas de los siglos precedentes no consiguieron nunca asegurar de forma duradera”.

Luego de que Boff se sentó por última vez en la silla de Giordano y Galileo, la Congregación para la Doctrina de la Fe siguió trabajando, hasta que un año después le pidió silencio.

En la web está la notificación de los inquisidores a Boff. Puede consultarse en este link: http://bit.ly/YEk3j0.

Vale la pena el esfuerzo de leer enteros algunos párrafos, donde una visión teológica aparece como un modo de respaldar la construcción del poder supremo del Vaticano desde Gregorio VII y Belarmino hasta el último período de Juan Pablo II (papa con Ratzinger de inquisidor) y Benedicto XVI. Boff, al contrario, habría cometido el pecado de caer en “una concepción relativizante de la Iglesia” a partir de “las críticas radicales dirigidas a la estructura jerárquica de la Iglesia Católica”. Los párrafos:

n “La única fe del Evangelio crea y edifica, a través de los siglos, la Iglesia Católica, que permanece una en la diversidad de los tiempos y la diferencia de las situaciones propias en las múltiples Iglesias particulares.”

n “La Iglesia universal se realiza y vive en las Iglesias particulares y éstas son Iglesia, permaneciendo precisamente como expresiones y actualizaciones de la Iglesia universal en un determinado tiempo y lugar. Así, con el crecimiento y progreso de las Iglesias particulares crece y progresa la Iglesia universal; mientras que con la atenuación de la unidad disminuiría y haría decaer también la Iglesia particular.”

n “Por esto la verdadera reflexión teológica nunca debe contentarse sólo con interpretar y animar la realidad de una Iglesia particular, sino que debe más bien tratar de penetrar los contenidos del sagrado depósito de la Palabra de Dios, confiado a la Iglesia y auténticamente interpretado por el Magisterio.”

n “La praxis y las experiencias, que surgen siempre de una situación histórica determinada y limitada, ayudan al teólogo y le obligan a hacer accesible el Evangelio a su tiempo. Sin embargo, la praxis no sustituye a la verdad ni la produce, sino que está al servicio de la verdad que nos ha entregado el Señor.”

n “L. Boff se sitúa, según sus palabras, dentro de una orientación en la que se afirma ‘que la Iglesia como institución no estaba en el pensamiento del Jesús histórico, sino que surgió como evolución posterior a la resurrección, especialmente con el progresivo proceso de desescatologización’

(p. 129). Por consiguiente, la jerarquía es para él ‘un resultado de la terrena necesidad de institucionalizarse’, ‘una mundanización’ al ‘estilo romano y feudal’ (p. 70). De aquí se deriva la necesidad de un ‘cambio permanente de la Iglesia’ (p. 112); hoy debe surgir una ‘Iglesia nueva’ (p. 110 y passim), que será ‘una nueva encarnación de las instituciones eclesiales en la sociedad, cuyo poder será simple función de servicio’ (p. 111).”

n “No cabe duda de que el Pueblo de Dios participa en la misión profética de Cristo (cf. LG 12); Cristo realiza su misión profética no sólo por medio de la jerarquía, sino también por medio de los laicos (cf. LG 35). Pero es igualmente claro que la denuncia profética en la Iglesia, para ser legítima, debe estar siempre al servicio de la edificación de la Iglesia misma. No sólo debe aceptar la jerarquía y las instituciones, sino también cooperar positivamente a la consolidación de su comunión interna; además, el criterio supremo para juzgar no sólo su ejercicio ordenado, sino también su autenticidad, pertenece a la jerarquía (cf. LG 12).”

LG es Lumen Gentium, Luz de los Pueblos, una de las constituciones emanadas del Concilio Vaticano II, que sesionó entre 1962 y 1965 y actualizó la Iglesia. Ratzinger fue uno de sus secretarios. Boff enlazó el Concilio con la Teología de la Liberación, que en los años ’60 abrazaron muchos sacerdotes, religiosos y laicos en el mundo y en América latina.

Según consta en la notificación de la Congregación para la Doctrina de la Fe, en la sesión de 1984 con Boff Ratzinger fue asistido como actuario por un argentino, Jorge Mejía. Mejía había sido director de la revista católica argentina Criterio.

La era del hielo

En 1992, cuando dejó los hábitos porque sintió que estaba chocando, en sus palabras, “contra una muralla”, Boff dijo que “la forma actual de organización de la Iglesia (que no siempre fue la misma en la historia) crea y reproduce desigualdades”.

Cuando la Congregación lo citó, Boff buscó y obtuvo la cobertura pastoral de dos cardenales, el arzobispo de Fortaleza Aloisio Lorcheider y el arzobispo de San Pablo Paulo Evaristo Arns, ambos franciscanos y simpatizantes de la doctrina de opción por los pobres. La sanción a Boff pudo haber sido también una respuesta a esta franja de obispos brasileños. La historia posterior tal vez sea una prueba de que el mazazo tenía múltiples destinatarios, porque ninguno de ellos fue reemplazado por obispos de la misma línea sino por conservadores.

El miércoles último, otro teólogo, el suizo Hans Kung, una figura clave para los teólogos de la liberación, escribió en The New York Times una columna en la que se preguntaba si era posible una primavera vaticana.

Kung, que fue compañero de estudios de Ratzinger y trabajó con él como teólogo en el Concilio hace cincuenta años, señaló que el Vaticano puede ser comparado a otra monarquía absoluta, Arabia Saudita, aunque ésta tiene solo doscientos años de antigüedad. También mencionó tres reformas de Gregorio VII para conformar el “sistema romano”: un papado “centralista-absolutista”, “un clericalismo compulsivo” y “la obligación del celibato para sacerdotes y otros miembros del clero secular”.

Ni siquiera el Concilio Vaticano II, según Kung, limitó el poder de la Curia, “el cuerpo de gobierno de la Iglesia”. Y en los pontificados de Juan Pablo II y Benedicto XVI hubo, además, “un retorno a los viejos hábitos monárquicos de la Iglesia”.

A pesar de que, como símbolo, en 2005 el Papa dialogó cuatro horas con Kung, “su pontificado estuvo marcado por colapsos y malas decisiones”. Por ejemplo, “irritó a las iglesias protestantes, a los judíos, a los musulmanes, a los indios de América latina, a las mujeres, a los teólogos reformistas y a los católicos partidarios de una reforma”. Y reconoció a la Sociedad de San Pio X, de los seguidores del archiconservador arzobispo Marcel Lefebvre, lo mismo que al obispo Richard Williamson, un negador del Holocausto. Para no hablar de los abusos de chicos y jóvenes por parte de clérigos que el Papa encubrió cuando era el cardenal Joseh Ratzinger. O de los hechos revelados en los Vatileaks, con “intrigas, luchas por el poder, corrupción y deslices sexuales en la Curia, que parecen ser la razón principal que llevó a Benedicto a renunciar”.

Escribió Kung que “en esta situación dramática, la Iglesia necesita un papa que no viva intelectualmente en la Edad Media, que no encabece ningún tipo de teología, constitución de la Iglesia y liturgia medievales”. El papa necesario debería volver a la democracia siguiendo “el modelo de la cristiandad primitiva”.

El ejemplo alemán refleja algunas tensiones. “Una encuesta reciente muestra que el 85 por ciento de los católicos de Alemania está a favor de que los sacerdotes puedan casarse, el 79 por ciento a favor de que los divorciados puedan volver a casarse por Iglesia y el 75 por ciento apoya que las mujeres puedan ordenarse”, dice Kung.

Tras preguntarse si la Iglesia será capaz de convocar a un nuevo concilio reformista o a una asamblea de obispos, sacerdotes y laicos, Kung saca esta conclusión: “Si el próximo cónclave llegase a elegir a un papa que siga el mismo, viejo camino, la Iglesia nunca experimentará una nueva primavera sino que caerá en una nueva era del hielo y correrá el peligro de quedar reducida a una secta crecientemente irrelevante”.

En ese caso, la sillita de Giordano, Galileo y Boff será un vestigio tan o más fuerte que el trono de Pedro.

martin.granovsky@gmail.com
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