Leonardo Boff – zum 85. Geburtstag „Löscht den Geist nicht aus!“

     Bischof Erwin Kräuter, Xingu/Amazonasgebiet

„Löscht den Geist nicht aus“ (1 Thess 5,19), schreibt Paulus im Winter 50/51 von Korinth aus an die Gemeinde von Thessaloniki, der heutigen Hauptstadt des griechischen Mazedonien. Nach Philippi ist sie die zweite von ihm gegründete christliche Gemeinde in Europa. Dieser Appell findet sich in einer Serie von fünfzehn Ratschlägen, die der Apostel als Grundlage für eine lebendige Gemeindepraxis empfiehlt.

Der Österreichische Katholikentag in Salzburg, vom 1. bis 3. Juni 1962, stand unter diesem Leitwort. Karl Rahner hielt damals eines seiner denkwürdigsten Referate. „Uns alle muss die Sorge quälen, dass wir es sein könnten, die den Geist auslöschen“[1] gab er zu bedenken.  

Warum beginne ich einen Beitrag zum 85. Geburtstag meines langjährigen Freundes Leonardo Boff mit dieser Einleitung? Was hat das Pauluswort mit ihm zu tun? Es ist schlicht meine Überzeugung, dass dieser Appell des Apostels das Werk Leonardos besser charakterisiert als irgendeine andere Überschrift. Seit Beginn seiner Publikationen in den 60er Jahren bis heute war und ist es sein Anliegen, den „Geist der Wahrheit“ zu verkünden, „in dessen Kraft ‚auch ihr Zeugnis ablegen sollt‘ (Joh 15, 27), löscht ihn nicht aus!“. So schrieb Papst Johannes XXIII an die 1962 „in Salzburg versammelten Männer und Frauen sowie die uns teure Jugend“. Und wie Karl Rahner bei seinem Referat ganz unverhohlen über einen „Konservativismus“ klagte, „der nicht Gottes Ehre und Lehre und Stiftung in der Kirche verteidigt, sondern sich selbst, die alte Gewohnheit, das Übliche, das schon Gewohnte“[2], so nahm sich auch Leonardo nie ein Blatt vor den Mund. Seine mutige Haltung entfachte allerdings, insbesondere nach dem Erscheinen seines Buches „Kirche: Charisma und Macht“ (1981), das Missfallen kirchlicher Instanzen. Einer seiner ehemaligen Lehrer belegte ihn sogar mit dem Vorwurf der Häresie. Leonardo wurde nach Rom zitiert. Die damals von Kardinal Joseph Ratzinger geleitete Glaubenskongregation verordnete ihm, für ein Jahr, Rede- und Lehrverbot. Diese Verfügung wurde mit dem Doppelwort „Bußschweigen“ umschrieben. „Buße“ und „Schweigen“! War also Leonardo nun aufgefordert, im Büßergewand ein stummes Dasein hinter den Klostermauern zu verbringen? Nicht einmal die brasilianischen Kardinäle Paulo Evaristo Arns und Aloísio Lorscheider, beide Franziskaner wie Leonardo, konnten diese Maßnahme verhindern. Leonardo zog leider Konsequenzen, die ich bis heute bedauere. Dennoch kehrte er seiner Kirche nie den Rücken. Er schrieb weiterhin Bücher und Artikel, dozierte Ethik und Spiritualität an einer Hochschule in Rio de Janeiro und stand oft und oft für Vorträge und Seminare in Brasilien und im Ausland zur Verfügung. Bis heute erhalte ich, wie auch andere Bischöfe, mehrmals im Monat per E-Mail seine Meditationen oder Kommentare zu aktuellen kirchlichen Themen und Ereignissen in Brasilien und auf Weltebene.

Befreiungstheologie und „strukturelle Sünde“

 Wer den Namen Leonardo Boff hört oder liest, verbindet ihn sofort mit der „Befreiungstheologie“, die in Lateinamerika ihren Ursprung hat[3]. Leonardo ist tatsächlich einer ihrer wichtigsten und bekanntesten Vertreter.

Die Befreiungstheologie ist biblisch, ist in der Heiligen Schrift grundgelegt. Gott hat sich als ein befreiender Gott geoffenbart. Der Name Jesu bedeutet: Gott heilt, Gott befreit, „denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“ (Mt 1,21). „Erlösen“ und „befreien“ sind Synonyme. Die Befreiungstheologie will betonen, dass Gott nicht ein Gott in weiter Ferne ist: „Brüder – überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen“ meint Schiller in seiner „Ode an die Freude“, die Beethoven im vierten Satz der IX. Symphonie[4] vertont hat. Gott ist Immanu- El – Mit uns Gott! Mit uns unterwegs, an unserer Seite. „Nähme ich die Flügel des Morgenrots, ließe ich mich nieder am Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich ergreifen“ (Ps 139,9-10). Gott offenbart sich in der Geschichte, „befreit“ sein Volk aus Sklaverei und Unterdrückung (vgl. Ex 3,7-8). „Mit dir erstürme ich Wälle, / mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ (2 Sam 22,30) singt David in seinem Dankgebet „Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Befreier“ (2 Sam 22,2). In der Synagoge von Nazareth zitiert Jesus den Propheten Jesaja: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe (…) damit ich die Zerschlagenen befreie und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe“ (Lk 4,18-19).

Bis hier alles in Ordnung, meinen die Gegner der Befreiungstheologie. Aber diese Theologie spricht von einer „strukturellen Sünde“ und vergisst dabei, dass jede Sünde eine „persönliche Sünde“ ist, so ihr Urteil. Dass Sünde ein wissentliches, entschlossenes Handeln oder Nichthandeln wider die Liebe und die Zuwendung Gottes und wider den Nächsten ist, hat die Befreiungstheologie nie bestritten. Sie will jedoch nicht einen strafenden, rächenden, mit Fluchworten bis in die dritte und vierte Generation (vgl. Ex 34,7) heimzahlenden Gott verkünden. Jesus hat uns vom „Fluch des Gesetzes“ befreit (vgl. Gal 3,13). Neben dieser „persönlichen Sünde“ existiert aber auch die Sünde, die Leonardo Boff als „strukturelle Sünde“ bezeichnet.

Selbstverständlich hat die Kirche nicht die Aufgabe, zu detaillieren, wie sich die Welt in sozialer, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht auszurichten hat. Die Kirche „ist von Christus gesandt, die Liebe Gottes allen Menschen und Völkern zu verkünden und mitzuteilen“ (Ad gentes, 10). Und diese Verkündigung und Mitteilung der Liebe Gottes hat die prophetische Komponente, alle Formen struktureller Sünde und Übel anzuprangern, die dieser Liebe Gottes widersprechen. „Löscht den Geist nicht aus“ bedeutet gerade hier, die prophetische Dimension der Kirche beherzt wahrzunehmen und nicht aus Furcht auszuklammern, die Kirche könnte als politische Akteurin verschrien werden. Schweigen, wenn es um die Verteidigung der Menschenrechte und -würde geht, kommt einer politischen Rechtfertigung der strukturellen Sünde gleich. Alle Märtyrer Lateinamerikas waren Opfer ihres heroischen Mutes, ihre Mitmenschen vor Unrecht und die Mit-welt vor ihrer Zerstörung zu schützen, angefangen vom heiligen Oscar Arnulfo Romero, Erzbischof von San Salvador (+ 1980) bis zu den Märtyrern unseres Bistums am Xingu Hubert Mattle (+ 1995), Ademir Alfeu Federicci (+2001), Dorothy Mae Stang (+2005).

Was ist also oder worum geht es bei dem von Leonardo Boff geprägten Begriff der „strukturellen Sünde“? Bei der II. Lateinamerikanischen Bischofskonferenz in Medellín (Kolumbien) vollzogen die Kirchen Lateinamerikas 1967 einen Standortwechsel und erklärten ihre Option für die Armen. „Diese Haltung wird sich konkretisieren, wenn wir im Kampf gegen eine unerträgliche Situation, in der sich die Armen so oft befinden, Ungerechtigkeit und Unterdrückung anprangern“ (DM 14,10). In Medellín hat die Kirche nach den Ursachen der tragischen Realität gefragt. „Das Elend, als kollektive Tatsache, ist eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit“ (DM 1,1), heißt es im Schlussdokument bereits im ersten Absatz und erklärt die „fehlende Solidarität als Ursache wahrhafter Sünden auf individueller und gesellschaftlicher Ebene, die sich in den  für Lateinamerika charakteristischen ungerechten Strukturen zeigen“ (DM 1,2).

Armut, Not und Tod sind vielfach die Folge wirtschaftlich und politisch ungerechter Strukturen, die von Regierungen und Wirtschaftsverantwortlichen dauerhaft aufrechterhalten werden. „Sünde“ ist zwar kein soziologischer oder juridischer Begriff, aus theologischer Sicht, aber, sind ungerechte soziale und wirtschaftliche Strukturen „sündhaft“.

Wenn die Schere zwischen reichen und armen Nationen immer mehr auseinanderklafft, wenn laut Statistik der Weltbank zur globalen Armut weltweit rund 70 Millionen Menschen von extremer Armut betroffen, also vom „Festmahl des Lebens“ ausgeschlossen sind, „zu dem alle Menschen von Gott eingeladen sind“[5] ist das eine „strukturelle Sünde“.

Es ist eine „strukturelle Sünde“, wenn Brasiliens Nationalkongress Gesetze erlässt, die es Großgrundbesitzern, Bergwerksgesellschaften, Holzhändlern und Goldsuchern ermöglichen, „legal“ in indigene Gebiete einzudringen, indigene Völker von Grund und Boden zu vertreiben und sie ihrer Heimat zu berauben. Nicht „An den Flüssen Babylons“ (Ps 137,1), sondern „in den Favelas oder entlang der Hauptstraßen Lateinamerikas sitzen wir in Schmutz und Elend und weinen, wenn wir an die Heimat denken, aus der wir vertrieben wurden“. Mit „Va, pensiero“ beginnt der vom Psalm 137 inspirierte Chor aus der Oper Nabucco von Giuseppe Verdi. Indigene Völker können bis heute, wie die hebräischen Sklaven im babylonischen Exil schluchzend die Worte singen: „O mia patria sì bella e perduta! O lembranza sì cara e fatal!“ [6].

Es ist eine „strukturelle Sünde“, wenn Milliarden und Abermilliarden in die Rüstungsindustrie fließen, während der Welthunger-Index die Hungerlage 2023 in 43 Ländern als ernst oder sehr ernst einstuft. Jesus identifiziert sich mit den Armen und die erste und grausamste Folge der Armut ist anhaltender Hunger (vgl. Mt 25,31-46).

Es ist die Folge einer „strukturellen Sünde“, wenn bei der 23. Klimakonferenz in Dubai der fehlende Wille der Großmächte, aber auch kleinerer Nationalstaaten, wieder einmal sichtbar wird, endlich Maßnahmen zu treffen, um der Klimaerwärmung entgegenzusteuern. Die Häufigkeit von Extremwetterereignissen sind inzwischen der untrügliche Beweis, dass es sich bei der Klimaerwärmung um ein „anthropogenes Phänomen“ (L. Boff) handelt, also um die Folge, der von Menschen bewirkten, schädigenden Eingriffe in die Natur.

Kirchliche Basisgemeinden

Medellín regte die lateinamerikanischen Kirchen an, zu „Kirchen der Armen und Unterdrückten“ zu werden. Das vom II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) entflammte neue Pfingsten fängt Feuer. Die befreiende Dimension des Evangeliums kommt zum Tragen. Unzählige kirchliche Basisgemeinden entstehen auf dem ganzen Kontinent. Die Kirche der Armen wird zur Realität. Die Befreiungstheologie übernimmt die an der Basis gelebte Praxis und Erfahrung in ihre Reflexion und vertieft ihren Glaubensgehalt. Eine Kirche entfaltet sich, die auf Dialog zwischen Glauben und Leben, zwischen Evangelium und Gerechtigkeit, gründet. Glauben und Leben sind nicht zwei Paar Schuhe!

Als ich 1985 das erste Mal dem Papst meinen „Ad limina“-Besuch abstattete, fragte mich Johannes Paul II, wie viele Priester und Ordenssleute am Xingu arbeiten. Er zeigte sich verwundert über die geringe Zahl, die ich im verriet. Da sagte ich: „Es gibt aber auch die Laien!“ Er reagierte prompt mit: „Basisgemeinden“. Ich weiß nicht, woher ich den Mut genommen habe, ihn zu korrigieren: „Santo Padre, Kirchliche Basisgemeinden, denn sie sind der Ort, an dem die Kirche lebt“. Im Laufe des 20. Jahrhunderts bis in die 60er Jahre wurden alle möglichen Impulse religiöser Vereinigungen aus Europa und Nordamerika nach Lateinamerika importiert. Wenn auch irgendwie den örtlichen Umständen angepasst, waren sie keine auf heimischen Boden gewachsene Gemeinschaften. Sie trugen alle so etwas wie ein Etikett: „Made in Spain“, „Made in Italy“, „Made in Germany“ oder „Made in USA“. Die kirchlichen Basisgemeinden sind jedoch eine genuin lateinamerikanische Art, Kirche zu sein. In Amazonien schossen sie nach dem Konzil, nach Medellín und insbesondere nach der wegweisenden Bischofsversammlung 1972 im amazonischen Santarém, wie Pilze aus dem Boden. Sie erinnern an die Apostelgeschichte: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten“ (Apg 2,42). Nur vom „Brechen des Brotes“, der Eucharistiefeier, dieser zentralen Feier einer jeden christlichen Gemeinde, sind die kirchlichen Basisgemeinden monate- wenn nicht gar jahrelang ausgeschlossen. Wir wollten bei der Amazonas-Synode[7] hier eine Wendung herbeiführen. Trotz Zweidrittelmehrheit bei der Abstimmung wurden unsere Vorschläge nicht berücksichtigt, ja im postsynodalen Schreiben des Papstes nicht einmal erwähnt. Kirchliche Basisgemeinden kennzeichnen sich durch vier Dimensionen: die samaritanische Dimension – gegenseitige Hilfe und Unterstützung, wo immer Not und Elend herrscht; die prophetische Dimension – Hinterfragen, Identifizierung und Anprangerung der „strukturellen Sünden“, Einsatz für Recht und Gerechtigkeit und Erhaltung der Schöpfung; die familiäre Dimension – die Kirche wird als Familie und nicht als eine mehr oder minder anonyme Versammlung erlebt; die feiernde, betende, kontemplative Dimension – Liturgie des sonntäglichen Wortgottesdienstes, Bibelrunden, Meditation und persönliches Gebet.

„Löscht den Geist nicht aus“ ist gerade auch im Hinblick auf die kirchlichen Basisgemeinden ein sehr aktueller Appell an die Diözesen Lateinamerikas. Die Botschaft an den Engel der Gemeinde von Ephesus im zweiten Kapitel der Offenbarung macht gerade heute einen besonderen Sinn: „Du hast ausgeharrt und um meines Namens willen Schweres ertragen und bist nicht müde geworden. Ich werfe dir aber vor, dass du deine erste Liebe verlassen hast“ (Offb 2,3-4). Leider hat in den vergangenen Jahrzehnten die „Pentekostalisierung“ die kirchliche Landschaft in Lateinamerika sehr verändert. Die Priesterausbildung und die Orientierung vieler Bischöfe gehen in diese Richtung. Vor allem der junge Klerus ist anfällig für diesen Trend. Pompöse Zelebrationen mit teuren Paramenten verdrängen die einfachen Feiern der Kirche der Armen. Schade!

Lieber Leonardo,

Ich bin nur ein halbes Jahr jünger als du. Also haben wir die Geschichte unserer Kirche in den vergangenen Jahrzehnten gleichzeitig, jeder auf seine Weise, erlebt. Wir haben uns unendlich gefreut über das im II. Vatikanischen Konzil bewirkte Frühlingserwachen. Wir waren begeistert von den Aufbrüchen in unserer Kirche. Seit einigen Jahrzehnten leiden wir jedoch darunter, dass sich immer wieder Widerstand und Stagnation breitmachen und zum Rückzug geblasen wird, als ob das Konzil ein Desaster in der Kirchengeschichte gewesen wäre. Wir geben nicht auf. Es kann sein, dass wir mit unserer bereits „angehäuften Jugend“ die tatsächliche Applikation des Konzils nicht mehr erleben. Unsere Hoffnung stirbt dennoch nicht, dass die Kirche der Zukunft das wirkliche schon von Johannes XXIII erträumte  „Aggiornamento“ bewirkt, die Öffnung unserer Kirche für den Dienst an den Menschen aller Kontinente und Kulturen im Hier und Jetzt ihrer Geschichte.

Gleichzeitig möchte ich dir für deine Bücher und anderen Schriften danken, die mir stets eine Hilfe in meinem pastoralen Einsatz für die Menschen am Xingu und darüber hinaus waren.

Alles Gute und Gottes Segen zu deinem 85. Geburtstag.

Herzlichst,

Erwin Kräutler

Bischof em. vom Xingu

Altamira, 12. Dezember 2023

Fest U. L. Frau von Guadalupe


[1] Zitiert auf der Homepage von Paul M. Zulehner: Erfüllte Zeit, Pfingsten 2008, Pfingstsonntag.

[2] A. a. O.

[3] Als „Vater der Befreiungstheologie“ wird der peruanische Priester Gustavo Gutierrez O.P. bezeichnet. Er feierte am 8. Juni 2023 seinen 95 Geburtstag. In seinem Buch „Teologia de la liberación, Perspectivas“ entwickelte er die Befreiungstheoiogie. Der Begriff Theologie der Befreiung oder Befreiungstheologie wurde von ihm in einer Vorlesung von 1968 verwendet und geprägt:”Hacia una teología de la liberación”.

[4] Friedrich Schiller „Ode an die Freude“ aus dem Jahr 1785 wurde von Ludwig van Beethoven im Finale des 4. Satzes der am 7. Mai 1824 in Wien uraufgeführrten iX. Synphonie vertont.

[5] Johannes Paul II, Enzyklika „Sollicitudo Rei Socialis“, 39

[6] „O meine Heimat, du schöne, verlorene! O Erinnerung, du teure, verhängnisschwere!“ Der Text stammt von Temistocle Solera. Der Dichter inspirierte sich am Psalm 137 „An den Flüssen Babylons saßen wir und weinten, als wir dein gedachten, Zion“. Die Oper Nabucco von Giuseppe Verdi wurde am 9. März 1842 in der Mailänder Scala uraufgeführt. 

[7] Sondersynode im Vatikan vom  6. bis 27. Oktober 2019 mit dem Thema „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie”.

LEONARDO BOFF: OCHENTA Y CINCO EN CAMINO

Ecología, ética del cuidado, liberación,espiritualidad

        Carta abierta de Juan José Tamayo a Leonardo Boff con motivo de su 85 cumpleaños

NOTA: Juan José Tamayo é o teólogo da libertação mais eminente na Espanha e o melhor intérprete da teologia da libertação sulamericana. É leigo. É importannte dizê-lo porque,enquanto fora da hierarquia doutrinal eclesiástica, escapa do alcance daquelas instâncias que,normalmente, nada esquecem, tudo cobram e nada perdoam. É professor e diretor de cátedra de teologia e de diálogo interreligoso de uma universidade estatal, Carlos III de Madrid. É seguramente um dos teólogos mais prolíficos da atualidade. Não há tema de relevância social, política, eclesial, ecológica e outras que não tenham sido abordadas por ele. Sempre com farta bibliografia de primeira mão. É analítico e profético. Tornou-se conhecido por sua coragem,mesmo frente à hierarquia eclesiástica e autoridades de estado. Somos amigos de há muitos anos. Conhece com minúcia minha obra e juntos trabalhamos em forums nacionais e internacionais. Agradeço as palavras generosas que usou pelos meus 85 anos, companheiros que sempre fomos, nas tribulações e principalmente na esperança.

“Caminemos juntos, entrañale amigo,comprometidos por una causa invencible, la de la dignidad de los condenados de la Tierra, de su vida y de su futuro, garantizado por Aquel que triunfó sobre todos los mecanismos de dominación y por su resurección, verdadera insurección, mostró el fin bueno de todos los despreciados y crucificados de la história. Gracias. LBOFF

Querido Leonardo

No quiero faltar a la fiesta de tu 85 cumpleaños en esta efemérife. Te escribo para reiterarte mi amistad y mi reconocimiento en este largo caminar ya octogenario. Nos conocimos hace cuarenta y tres años. Fue en Asturias en un Congreso sobre la III Conferencia del Episcopado Latinoamericano celebrada en Puebla de los Ángeles (México). Muchos han sido desde entonces nuestros encuentros y experiencias compartidas en diferentes lugares del planeta: el Foro Mundial de Teología y Liberación dentro de los Foros Sociales Mundiales (Porto Alegre, Nairobi, Belén de Pará, Senegal…), los Encuentros de Amerindia, la Sociedad de Teología y Ciencias de las Religión (SOTER), la Fundación Valores de Monterrey (México), los Congresos de Teología convocados por la Asociación de Teólogas y teólogos Juan XXIII, la Univeri9dad Carlos III de Madrid, amén de nuestro contacto epistolar permanente y el envío y los comentarios de nuestros artículos. tus prólogos a mis libros y mis reseñas de los tuyos.

Ratzinger: de mecenas a inquisidor

 Las fronteras geográficas nunca han sido obstáculo para nuestra amistad y sintonía. En 1999 mantuvimos una conversación de varios días en Madrid que se plasmó en mi libro Leonardo Boff. Ecología, mística y liberación (Desclée de Brower, Bilbao, 1999), que conserva la misma actualidad de entonces ya que los temas de los que hablamos los abordamos mirando en el futuro. En aquella conversación me contaste -y así lo reflejo en el libro- cómo Joseph Ratzinger pasó de mecenas, que te ayudó económicamente en la edición de su tesis doctoral en alemán, a inquisidor, que te condenó en 1984 imponiéndote un tiempo de silencio, que aceptaste en un gesto de humildad, y en 1992 sometiéndote a varias prohibiciones que suponían una humillación que no estuviste dispuesto a aceptar. Tras la última condena decidiste abandonar la orden franciscana, pero no el espíritu de San Francisco, que mantienes intacto.   

            Antes de la pandemia nos encontramos varias veces en Ciudad de México, Puebla de los Ángeles y Monterrey. Llevamos desde la covid-19 sin vernos. Hoy quiero compensar la distancia física en tan significativa efeméride haciendo un ejercicio de “razón anamnética” de tu vida y pensamiento.  Un hombre mayor con lentes

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Rigor metodológico y denuncia profética

Durante los ochenta y cinco años de vida has hecho un fecundo itinerario que se bifurca en múltiples sendas: la experiencia religiosa, la teología, la ecología, la política, la academia, el púlpito, la cátedra, la foresta, los foros sociales, los foros mundiales de teología y liberación, los congresos de Amerindia, el acompañamiento a las comunidades eclesiales de base, al MST…

“Caminante no hay camino, se hace camino al andar”, decía Antonio Machado. Tú has hecho camino al andar dejando huella por donde has pasado y sigues pasando. Y siempre desde el pensamiento crítico y heterodoxo, desde la experiencia de la ternura, desde la razón del corazón -siguiendo a Pascal, cuyo 4º centenario de su nacimiento celebramos este año-, desde el amor a la Pacha Mama y desde el seguimiento de Jesús de Nazaret, el Cristo Liberador, sobre el que escribiste la primera cristología latinoamericana históricamente significativa en 1972. Luego vendrían otras de colegas y amigos, entre ellas las de Juan Luis Segundo y Jon Sobrino.

“Lo mejor de la religión -escribía Bloch en el frontispicio de su libro El ateísmo en el cristianismo– es que crea herejes”.Creo que tú eres un excelente ejemplo de este aforismo, cambiando quizá “hereje” por “heterodoxo”. Ahí radica la creatividad en todos los campos de tu ser, del saber y del quehacer humano en los que has trabajado y sigues trabajando sin descanso. Tu vida y tu pensamiento demuestran que eres un intelectual que rompe esquemas (y algunos cráneos endurecidos de colegas, obispos y algún inquisidor, otrora mecenas tuyo), abres nuevos horizontes y propones alternativas donde parece que no hay salida o se cree que la salida es una sola.

Te reconozco como uno de los teólogos más innovadores de la teología latinoamericana, que propones una ética centrada en las “virtudes para otro mundo posible”, en la construcción de una fraternidad sororal eco-humana y de una Teología del cautiverio y de la liberación, título de uno de tus primeros libros que leí, publicado por Ediciones Paulinas en 1978, el mismo año en que aparecía en la misma editorial mi obra Un proyecto de Iglesia para el futuro en España.

 En tu quehacer teológico has sabido compaginar ejemplarmente y de manera ininterrumpida durante seis décadas el rigor metodológico y la denuncia profética, otra manera de hacer teología y el compromiso político con los pobres de la tierra y con la naturaleza oprimida, cuyos gritos has sabido escuchar y a los que has querido responder desde la razón cordial. El rigor metodológico lo demuestras con el recurso a la doble mediación de la teología de la liberación: socio-analítica y hermenéutica, que se aprecia en todas las páginas de tus libros y en los artículos con los que nos sorprendes a menudo por ser reflexiones a pie de página de los acontecimientos, llenas de profundidad y de sabiduría vital.

Utilizas la mediación de las ciencias humanas y sociales para un mejor conocimiento de la realidad, descubrir los mecanismos de opresión que atentan contra la vida de los pobres y de la naturaleza y liberar a la teología de su -quizá falsa-, neutralidad social, de su -supuesta- neutralidad política y de su -sólo aparente- indiferencia ética.

Recurres a la hermenéutica, necesaria para el estudio y la interpretación de los textos fundantes del cristianismo y para no caer en el fundamentalismo, una de las manifestaciones más perversas de las religiones que, siguiendo el refrán latino corruptio optimi pessima, convierten el vino espumoso de los orígenes en vinagre imbebible. A través de la hermenéutica analizas el pre-texto y el con-texto de dichos textos, descubres su sentido primigenio emancipador y preguntas por su significación y sentido hoy a la luz de los nuevos desafíos y de las nuevas preguntas que nos plantea la dura realidad.

Una realidad que hemos construido nosotros y nosotras, en la que no podemos instalarnos cómoda y acríticamente, sino que estamos llamados a de-construirla para re-construirla de manera creativa e inclusiva y un mundo en el que quepan todos los mundo. Desmentimos así el viejo adagio conformista del pensamiento conservador: “las cosas son como son y no pueden ser de otra manera” y compartimos, más bien, la afirmación del filósofo de la esperanza y de la utopía, Ernst Bloch, que inspira buena parte de nuestra teología: “Si los hechos no coinciden con el pensamiento, peor para los hechos”. Razón y esperanza caminan a la par en tu vida, tu sentir, tus obras y tus reflexiones.

Eco-teología de la liberación

Eres considerado, y con razón, uno de los principales cultivadores de la teología de la liberación (TL). A ella accediste a partir del impacto que te produjeron las favelas de Petrópolis, donde llevaste a cabo un intenso trabajo socio-pastoral desde comienzos de la década de los setenta del siglo pasado. Tu reflexión teológica en clave liberadora nació, asimismo, de la necesidad de dar respuesta a las preguntas que te planteó un grupo de sacerdotes comprometidos con el mundo indígena de la selva amazónica hace ahora cinco décadas:

– ¿Cómo anunciar la muerte y la resurrección de Jesús a indígenas que están siendo exterminados y muriendo por las enfermedades de los blancos?

– ¿Cómo anunciar la buena noticia de la salvación a las poblaciones explotadas?

– ¿Cómo hablar de Dios inteligiblemente, y no de manera cínica, a personas indígenas que viven la experiencia de lo sagrado en contacto con la naturaleza?

Las experiencias vividas en el mundo de la pobreza extrema, de la marginación cultural y de la depredación de la naturaleza, por una parte, y la necesidad de responder a las preguntas que surgían de ahí, por otra, te llevaron a dedicarte por entero, profesional y vitalmente, a fundamentar la nueva metodología de la teología de la liberación, que comenzaste haciendo en tiempos del cautiverio, vivido durante la dictadura brasileña y los regímenes militares del continente latinoamericano, que parecían “eternos”.

La teología apenas mostró interés por la ecología, desde Francisco de Asís hasta el Papa Francisco. Tú ha llenado ese vacío llevando a cabo una reflexión teológica en perspectiva ecológica, que cuestiona la supuesta – ¡y falsa!- fuerza emancipadora del paradigma científico-técnico de la modernidad. Un paradigma selectivo, centrado en el ser humano, que ni es universalizable ni integral, ¡ni siquiera humano!

Como alternativa propones un nuevo paradigma en el que el ser humano no compita con la naturaleza, sino en diálogo y comunicación simétricos con ella, con relaciones de sujeto a sujeto, y no de sujeto a objeto. El ser humano y la naturaleza conforman un entramado de relaciones multidireccionales caracterizadas por la interdependencia, y no por la autosuficiencia, por la fragilidad del mundo y la vulnerabilidad humana, y no por la omnipotencia, la insolencia y la arrogancia.

Se establece, entonces, un pacto entre todos los seres del cosmos regido por la solidaridad cósmica, la fraternidad-sororidad sin fronteras, sin gremialismos ni tribalismos, y el cuidado, virtud fundamental de la ética eco-humana. Es “la opción Tierra”, título de uno de tus libros más bellos. Cuidadanía es la nueva forma de relacionarnos con la Tierra y los seres humanos, que debe compaginarse con la ciudadanía. La ética del cuidado, que desarrollas en tus libros, es inseparable de la ética cívica.

Muchos somos los discípulos que seguimos tus lecciones de ecología integral, entre ellos el Papa Francisco en su encíclica Laudato Si’. Sobre el cuidado de la casa común, de 2015, que se inspira en tus textos y en tu testimonio de amor a la tierra, y se inicia con el Cántico de las criaturas: “Alabado seas, mi Señor, por la hermana nuestra madre tierra, la cual nos sustenta, gobierna y produce diversos frutos con coloridas flores y hierba… Esta hermana llama por el daño que le provocamos a causa del uso irresponsable y del abuso de los bienes que Dios ha puesto en ella”. Encíclica que se hace eco de tus críticas al antropocentrismo, incluido el antropocentrismo cristiano.   

Del ser humano como señor y dueño de la naturaleza a hermano-hermana y cuidador de la naturaleza

No quiero terminar este recuerdo y esta felicitación sin hacer referencia a uno de tus últimos libros El doloroso parto de la Madre Tierra (Trotta, Madrid, 2022), donde nos alertas de las “densas sombras” que se ciernen hoy sobre la humanidad y la naturaleza, agravadas por la covid-19, y recuerdas que “se han encendido todos los avisos: la tierra ha entrado en números rojos” y que la humanidad tiene una deuda ecológica con la tierra.

 Siguiendo las encíclicas Laudato Si’ y Fratelli tutti, del Papa Francisco, propones como respuesta a la crisis ecológica una ecología integral: ambiental, política, social, económica, cultural y espiritual.  Para ello debemos renunciar al paradigma civilizatorio del ser humano como señor y dueño de la naturaleza, que ha dominado los tres últimos siglos de nuestra historia, y optar por el paradigma del hermano y la hermana, es decir, de la fraternidad universal, el amor político y la amistad social.

Los padres fundadores de la Modernidad, recuerdas, entendían el ser humano como el señor y dueño de la naturaliza, y no como parte de ella. Para ellos la Tierra carecía de propósito y la naturaleza no tenía valor en sí misma, sino que estaba solo ordenada al ser humano que podía disponer de ella a su antojo.

Este paradigma ha modificado la faz de la Tierra y ha traído innegables beneficios, certamente, pero en su afán por dominar todo, creó el principio de autodestrucción de sí mismo y de la naturaleza con armas químicas, biológicas y nucleares. Siguiendo este paradigma, llegamos a tal punto que el Secretario General de la ONU, Antonio Guterres, ha afirmado sobre el calientamiento global que crece de forma no prevista: “Solo tenemos esta elección: la acción colectiva o el suicidio colectivo”.

Con la lucidez que te caracteriza, llegas a afirmar que si asumimos el viraje hacia el paradigmadel hermano y de la hermana, se abre una ventana de salvación. Seremos capaces de superar la visión apocalíptica de la amenaza del fin de la especie humana, por una visión de esperanza, de que podemos y debemos cambiar de rumbo y de ser de hecho hermanos y hermanas dentro de la misma Casa Común, la naturaleza incluída. Sería el bien vivir y convivir del ideal andino, en armonía entre los humanos y con toda la naturaleza.

Conversión ecológica global

Esto requiere “una conversión ecológica global” que pase de una civilización tecno-capitalista, antropocéntrica e individualista a una civilización de la solidaridad y del cuidado de toda la vida; una civilización biocentrada que garantice el futuro a la naturaleza y a la humanidad. Dicha civilización lleva a un cambio en la imagen de la divinidad: del Dios todopoderoso al Dios apasionado amante de la vida, que no permite que la humanidad y la naturaleza perezcan. 

Te refieres al cambio de era que estamos viviendo: la ecozoica, que requiere tres actitudes: espiritualidad, sostenibilidad y cuidado, que es la traducción de la com-pasión para con la naturaleza, depredada por el modelo de desarrollo científico-técnico ecocida. Las tres actitudes requieren de nuestra colaboración y de nuestro compromiso.

Has escrito este libro no desde la razón instrumental, ni desde la neutralidad científica, sino desde la razón cordial que aúna inteligencia, sentimientos, amor a la tierra y empeño en la transformación de un planeta amenazado de destrucción. Estoy seguro de que su lectura contribuirá a la conversión ecológica global que pide Francisco, una conversión colectiva ciertamente en todas las esferas de la vida: política, económica, social, cultural, religiosa, educativa, pero también personal, que cambie nuestro estilo de vida para contribuir al nacimiento de una comunidad eco-humana-fraterno-sororal.

Razón cordial y utópica

“La razón no puede florecer sin esperanza. La esperanza no puede hablar sin razón” escribe Ernst Bloch en su magna obra El principio esperanza, que leíste en alemán durante tus estudios en Munich y citas con frecuencia. Razón y esperanza o, mejor, optimismo militante, docta spes, es lo que mejor define tu vida, tu personalidad, tu obra. A tus 85 años sigues practicando la “esperanza contra toda (des)esperanza”.

Termino ya. No alargo más esta epístola, que solo quiere ser una expresión de amistad y una manifestación de agradecimiento. A veces has sido acusado de utópico, acusación que comparto contigo. No se dan cuenta nuestros acusadores de que esa acusación, más que un insulto, es un elogio. Como en el poema de Eduardo Galeano, la utopía te sirve para caminar, que en tu caso no es poco teniendo las piernas heridas, razón por la cual, como dije en tu presentación en el Congreso de Amerindia de 2017 en la Ciudad de México, no puedes ni quieres arrodillarte ante el poder, cualquiera fuera este, incluido el del Vaticano. ¡Todo un milagro! El milagro de la esperanza y la utopía. Ad multos annos, Leonardo.

Tu amigo en la tribulación y la esperanza,

Juan José Tamayo teólogo español de la liberación.

LEONARDO BOFF: OCHENTA Y CINCO EN CAMINO

Ecología, ética del cuidado, liberación, espiritualidad

         Carta abierta de Juan José Tamayo a Leonardo Boff con motivo de su 85cumpleaños

            Querido Leonardo

No quiero faltar a la fiesta de tu 85 cumpleaños en esta efemérife. Te escribo para reiterarte mi amistad y mi reconocimiento en este largo caminar ya octogenario. Nos conocimos hace cuarenta y tres años. Fue en Asturias en un Congreso sobre la III Conferencia del Episcopado Latinoamericano celebrada en Puebla de los Ángeles (México). Muchos han sido desde entonces nuestros encuentros y experiencias compartidas en diferentes lugares del planeta: el Foro Mundial de Teología y Liberación dentro de los Foros Sociales Mundiales (Porto Alegre, Nairobi, Belén de Pará, Senegal…), los Encuentros de Amerindia, la Sociedad de Teología y Ciencias de las Religión (SOTER), la Fundación Valores de Monterrey (México), los Congresos de Teología convocados por la Asociación de Teólogas y teólogos Juan XXIII, la Univeri9dad Carlos III de Madrid, amén de nuestro contacto epistolar permanente y el envío y los comentarios de nuestros artículos. tus prólogos a mis libros y mis reseñas de los tuyos.

Ratzinger: de mecenas a inquisidor

 Las fronteras geográficas nunca han sido obstáculo para nuestra amistad y sintonía. En 1999 mantuvimos una conversación de varios días en Madrid que se plasmó en mi libro Leonardo Boff. Ecología, mística y liberación (Desclée de Brower, Bilbao, 1999), que conserva la misma actualidad de entonces ya que los temas de los que hablamos los abordamos mirando en el futuro. En aquella conversación me contaste -y así lo reflejo en el libro- cómo Joseph Ratzinger pasó de mecenas, que te ayudó económicamente en la edición de su tesis doctoral en alemán, a inquisidor, que te condenó en 1984 imponiéndote un tiempo de silencio, que aceptaste en un gesto de humildad, y en 1992 sometiéndote a varias prohibiciones que suponían una humillación que no estuviste dispuesto a aceptar. Tras la última condena decidiste abandonar la orden franciscana, pero no el espíritu de San Francisco, que mantienes intacto.   

            Antes de la pandemia nos encontramos varias veces en Ciudad de México, Puebla de los Ángeles y Monterrey. Llevamos desde la covid-19 sin vernos. Hoy quiero compensar la distancia física en tan significativa efeméride haciendo un ejercicio de “razón anamnética” de tu vida y pensamiento. 

Rigor metodológico y denuncia profética

Durante los ochenta y cinco años de vida has hecho un fecundo itinerario que se bifurca en múltiples sendas: la experiencia religiosa, la teología, la ecología, la política, la academia, el púlpito, la cátedra, la foresta, los foros sociales, los foros mundiales de teología y liberación, los congresos de Amerindia, el acompañamiento a las comunidades eclesiales de base, al MST…

“Caminante no hay camino, se hace camino al andar”, decía Antonio Machado. Tú has hecho camino al andar dejando huella por donde has pasado y sigues pasando. Y siempre desde el pensamiento crítico y heterodoxo, desde la experiencia de la ternura, desde la razón del corazón -siguiendo a Pascal, cuyo 4º centenario de su nacimiento celebramos este año-, desde el amor a la Pacha Mama y desde el seguimiento de Jesús de Nazaret, el Cristo Liberador, sobre el que escribiste la primera cristología latinoamericana históricamente significativa en 1972. Luego vendrían otras de colegas y amigos, entre ellas las de Juan Luis Segundo y Jon Sobrino.

“Lo mejor de la religión -escribía Bloch en el frontispicio de su libro El ateísmo en el cristianismo– es que crea herejes”.Creo que tú eres un excelente ejemplo de este aforismo, cambiando quizá “hereje” por “heterodoxo”. Ahí radica la creatividad en todos los campos de tu ser, del saber y del quehacer humano en los que has trabajado y sigues trabajando sin descanso. Tu vida y tu pensamiento demuestran que eres un intelectual que rompe esquemas (y algunos cráneos endurecidos de colegas, obispos y algún inquisidor, otrora mecenas tuyo), abres nuevos horizontes y propones alternativas donde parece que no hay salida o se cree que la salida es una sola.

Te reconozco como uno de los teólogos más innovadores de la teología latinoamericana, que propones una ética centrada en las “virtudes para otro mundo posible”, en la construcción de una fraternidad sororal eco-humana y de una Teología del cautiverio y de la liberación, título de uno de tus primeros libros que leí, publicado por Ediciones Paulinas en 1978, el mismo año en que aparecía en la misma editorial mi obra Un proyecto de Iglesia para el futuro en España.

            En tu quehacer teológico has sabido compaginar ejemplarmente y de manera ininterrumpida durante seis décadas el rigor metodológico y la denuncia profética, otra manera de hacer teología y el compromiso político con los pobres de la tierra y con la naturaleza oprimida, cuyos gritos has sabido escuchar y a los que has querido responder desde la razón cordial. El rigor metodológico lo demuestras con el recurso a la doble mediación de la teología de la liberación: socio-analítica y hermenéutica, que se aprecia en todas las páginas de tus libros y en los artículos con los que nos sorprendes a menudo por ser reflexiones a pie de página de los acontecimientos, llenas de profundidad y de sabiduría vital.

Utilizas la mediación de las ciencias humanas y sociales para un mejor conocimiento de la realidad, descubrir los mecanismos de opresión que atentan contra la vida de los pobres y de la naturaleza y liberar a la teología de su -quizá falsa-, neutralidad social, de su -supuesta- neutralidad política y de su -sólo aparente- indiferencia ética.

Recurres a la hermenéutica, necesaria para el estudio y la interpretación de los textos fundantes del cristianismo y para no caer en el fundamentalismo, una de las manifestaciones más perversas de las religiones que, siguiendo el refrán latino corruptio optimi pessima, convierten el vino espumoso de los orígenes en vinagre imbebible. A través de la hermenéutica analizas el pre-texto y el con-texto de dichos textos, descubres su sentido primigenio emancipador y preguntas por su significación y sentido hoy a la luz de los nuevos desafíos y de las nuevas preguntas que nos plantea la dura realidad.

Una realidad que hemos construido nosotros y nosotras, en la que no podemos instalarnos cómoda y acríticamente, sino que estamos llamados a de-construirla para re-construirla de manera creativa e inclusiva y un mundo en el que quepan todos los mundo. Desmentimos así el viejo adagio conformista del pensamiento conservador: “las cosas son como son y no pueden ser de otra manera” y compartimos, más bien, la afirmación del filósofo de la esperanza y de la utopía, Ernst Bloch, que inspira buena parte de nuestra teología: “Si los hechos no coinciden con el pensamiento, peor para los hechos”. Razón y esperanza caminan a la par en tu vida, tu sentir, tus obras y tus reflexiones.

Eco-teología de la liberación

Eres considerado, y con razón, uno de los principales cultivadores de la teología de la liberación (TL). A ella accediste a partir del impacto que te produjeron las favelas de Petrópolis, donde llevaste a cabo un intenso trabajo socio-pastoral desde comienzos de la década de los setenta del siglo pasado. Tu reflexión teológica en clave liberadora nació, asimismo, de la necesidad de dar respuesta a las preguntas que te planteó un grupo de sacerdotes comprometidos con el mundo indígena de la selva amazónica hace ahora cinco décadas:

– ¿Cómo anunciar la muerte y la resurrección de Jesús a indígenas que están siendo exterminados y muriendo por las enfermedades de los blancos?

– ¿Cómo anunciar la buena noticia de la salvación a las poblaciones explotadas?

– ¿Cómo hablar de Dios inteligiblemente, y no de manera cínica, a personas indígenas que viven la experiencia de lo sagrado en contacto con la naturaleza?

Las experiencias vividas en el mundo de la pobreza extrema, de la marginación cultural y de la depredación de la naturaleza, por una parte, y la necesidad de responder a las preguntas que surgían de ahí, por otra, te llevaron a dedicarte por entero, profesional y vitalmente, a fundamentar la nueva metodología de la teología de la liberación, que comenzaste haciendo en tiempos del cautiverio, vivido durante la dictadura brasileña y los regímenes militares del continente latinoamericano, que parecían “eternos”.

La teología apenas mostró interés por la ecología, desde Francisco de Asís hasta el Papa Francisco. Tú ha llenado ese vacío llevando a cabo una reflexión teológica en perspectiva ecológica, que cuestiona la supuesta – ¡y falsa!- fuerza emancipadora del paradigma científico-técnico de la modernidad. Un paradigma selectivo, centrado en el ser humano, que ni es universalizable ni integral, ¡ni siquiera humano!

Como alternativa propones un nuevo paradigma en el que el ser humano no compita con la naturaleza, sino en diálogo y comunicación simétricos con ella, con relaciones de sujeto a sujeto, y no de sujeto a objeto. El ser humano y la naturaleza conforman un entramado de relaciones multidireccionales caracterizadas por la interdependencia, y no por la autosuficiencia, por la fragilidad del mundo y la vulnerabilidad humana, y no por la omnipotencia, la insolencia y la arrogancia.

Se establece, entonces, un pacto entre todos los seres del cosmos regido por la solidaridad cósmica, la fraternidad-sororidad sin fronteras, sin gremialismos ni tribalismos, y el cuidado, virtud fundamental de la ética eco-humana. Es “la opción Tierra”, título de uno de tus libros más bellos. Cuidadanía es la nueva forma de relacionarnos con la Tierra y los seres humanos, que debe compaginarse con la ciudadanía. La ética del cuidado, que desarrollas en tus libros, es inseparable de la ética cívica.

Muchos somos los discípulos que seguimos tus lecciones de ecología integral, entre ellos el Papa Francisco en su encíclica Laudato Si’. Sobre el cuidado de la casa común, de 2015, que se inspira en tus textos y en tu testimonio de amor a la tierra, y se inicia con el Cántico de las criaturas: “Alabado seas, mi Señor, por la hermana nuestra madre tierra, la cual nos sustenta, gobierna y produce diversos frutos con coloridas flores y hierba… Esta hermana llama por el daño que le provocamos a causa del uso irresponsable y del abuso de los bienes que Dios ha puesto en ella”. Encíclica que se hace eco de tus críticas al antropocentrismo, incluido el antropocentrismo cristiano.   

Del ser humano como señor y dueño de la naturaleza a hermano-hermana y cuidador de la naturaleza

No quiero terminar este recuerdo y esta felicitación sin hacer referencia a uno de tus últimos libros El doloroso parto de la Madre Tierra (Trotta, Madrid, 2022), donde nos alertas de las “densas sombras” que se ciernen hoy sobre la humanidad y la naturaleza, agravadas por la covid-19, y recuerdas que “se han encendido todos los avisos: la tierra ha entrado en números rojos” y que la humanidad tiene una deuda ecológica con la tierra.

 Siguiendo las encíclicas Laudato Si’ y Fratelli tutti, del Papa Francisco, propones como respuesta a la crisis ecológica una ecología integral: ambiental, política, social, económica, cultural y espiritual.  Para ello debemos renunciar al paradigma civilizatorio del ser humano como señor y dueño de la naturaleza, que ha dominado los tres últimos siglos de nuestra historia, y optar por el paradigma del hermano y la hermana, es decir, de la fraternidad universal, el amor político y la amistad social.

Los padres fundadores de la Modernidad, recuerdas, entendían el ser humano como el señor y dueño de la naturaliza, y no como parte de ella. Para ellos la Tierra carecía de propósito y la naturaleza no tenía valor en sí misma, sino que estaba solo ordenada al ser humano que podía disponer de ella a su antojo.

Este paradigma ha modificado la faz de la Tierra y ha traído innegables beneficios, certamente, pero en su afán por dominar todo, creó el principio de autodestrucción de sí mismo y de la naturaleza con armas químicas, biológicas y nucleares. Siguiendo este paradigma, llegamos a tal punto que el Secretario General de la ONU, Antonio Guterres, ha afirmado sobre el calientamiento global que crece de forma no prevista: “Solo tenemos esta elección: la acción colectiva o el suicidio colectivo”.

            Con la lucidez que te caracteriza, llegas a afirmar que si asumimos el viraje hacia el paradigmadel hermano y de la hermana, se abre una ventana de salvación. Seremos capaces de superar la visión apocalíptica de la amenaza del fin de la especie humana, por una visión de esperanza, de que podemos y debemos cambiar de rumbo y de ser de hecho hermanos y hermanas dentro de la misma Casa Común, la naturaleza incluída. Sería el bien vivir y convivir del ideal andino, en armonía entre los humanos y con toda la naturaleza.

Conversión ecológica global

Esto requiere “una conversión ecológica global” que pase de una civilización tecno-capitalista, antropocéntrica e individualista a una civilización de la solidaridad y del cuidado de toda la vida; una civilización biocentrada que garantice el futuro a la naturaleza y a la humanidad. Dicha civilización lleva a un cambio en la imagen de la divinidad: del Dios todopoderoso al Dios apasionado amante de la vida, que no permite que la humanidad y la naturaleza perezcan. 

Te refieres al cambio de era que estamos viviendo: la ecozoica, que requiere tres actitudes: espiritualidad, sostenibilidad y cuidado, que es la traducción de la com-pasión para con la naturaleza, depredada por el modelo de desarrollo científico-técnico ecocida. Las tres actitudes requieren de nuestra colaboración y de nuestro compromiso.

Has escrito este libro no desde la razón instrumental, ni desde la neutralidad científica, sino desde la razón cordial que aúna inteligencia, sentimientos, amor a la tierra y empeño en la transformación de un planeta amenazado de destrucción. Estoy seguro de que su lectura contribuirá a la conversión ecológica global que pide Francisco, una conversión colectiva ciertamente en todas las esferas de la vida: política, económica, social, cultural, religiosa, educativa, pero también personal, que cambie nuestro estilo de vida para contribuir al nacimiento de una comunidad eco-humana-fraterno-sororal.

Razón cordial y utópica

“La razón no puede florecer sin esperanza. La esperanza no puede hablar sin razón” escribe Ernst Bloch en su magna obra El principio esperanza, que leíste en alemán durante tus estudios en Munich y citas con frecuencia. Razón y esperanza o, mejor, optimismo militante, docta spes, es lo que mejor define tu vida, tu personalidad, tu obra. A tus 85 años sigues practicando la “esperanza contra toda (des)esperanza”.

Termino ya. No alargo más esta epístola, que solo quiere ser una expresión de amistad y una manifestación de agradecimiento. A veces has sido acusado de utópico, acusación que comparto contigo. No se dan cuenta nuestros acusadores de que esa acusación, más que un insulto, es un elogio. Como en el poema de Eduardo Galeano, la utopía te sirve para caminar, que en tu caso no es poco teniendo las piernas heridas, razón por la cual, como dije en tu presentación en el Congreso de Amerindia de 2017 en la Ciudad de México, no puedes ni quieres arrodillarte ante el poder, cualquiera fuera este, incluido el del Vaticano. ¡Todo un milagro! El milagro de la esperanza y la utopía. Ad multos annos, Leonardo.

Tu amigo en la tribulación y la esperanza,

Juan José Tamayo teólogo español de la liberación.

s pasado y sigues pasando. Y siempre desde el pensamiento crítico y heterodoxo, desde la experiencia de la ternura, desde la razón del corazón -siguiendo a Pascal, cuyo 4º centenario de su nacimiento celebramos este año-, desde el amor a la Pacha Mama y desde el seguimiento de Jesús de Nazaret, el Cristo Liberador, sobre el que escribiste la primera cristología latinoamericana históricamente significativa en 1972. Luego vendrían otras de colegas y amigos, entre ellas las de Juan Luis Segundo y Jon Sobrino.

“Lo mejor de la religión -escribía Bloch en el frontispicio de su libro El ateísmo en el cristianismo– es que crea herejes”.Creo que tú eres un excelente ejemplo de este aforismo, cambiando quizá “hereje” por “heterodoxo”. Ahí radica la creatividad en todos los campos de tu ser, del saber y del quehacer humano en los que has trabajado y sigues trabajando sin descanso. Tu vida y tu pensamiento demuestran que eres un intelectual que rompe esquemas (y algunos cráneos endurecidos de colegas, obispos y algún inquisidor, otrora mecenas tuyo), abres nuevos horizontes y propones alternativas donde parece que no hay salida o se cree que la salida es una sola.

Te reconozco como uno de los teólogos más innovadores de la teología latinoamericana, que propones una ética centrada en las “virtudes para otro mundo posible”, en la construcción de una fraternidad sororal eco-humana y de una Teología del cautiverio y de la liberación, título de uno de tus primeros libros que leí, publicado por Ediciones Paulinas en 1978, el mismo año en que aparecía en la misma editorial mi obra Un proyecto de Iglesia para el futuro en España.

            En tu quehacer teológico has sabido compaginar ejemplarmente y de manera ininterrumpida durante seis décadas el rigor metodológico y la denuncia profética, otra manera de hacer teología y el compromiso político con los pobres de la tierra y con la naturaleza oprimida, cuyos gritos has sabido escuchar y a los que has querido responder desde la razón cordial. El rigor metodológico lo demuestras con el recurso a la doble mediación de la teología de la liberación: socio-analítica y hermenéutica, que se aprecia en todas las páginas de tus libros y en los artículos con los que nos sorprendes a menudo por ser reflexiones a pie de página de los acontecimientos, llenas de profundidad y de sabiduría vital.

Utilizas la mediación de las ciencias humanas y sociales para un mejor conocimiento de la realidad, descubrir los mecanismos de opresión que atentan contra la vida de los pobres y de la naturaleza y liberar a la teología de su -quizá falsa-, neutralidad social, de su -supuesta- neutralidad política y de su -sólo aparente- indiferencia ética.

Recurres a la hermenéutica, necesaria para el estudio y la interpretación de los textos fundantes del cristianismo y para no caer en el fundamentalismo, una de las manifestaciones más perversas de las religiones que, siguiendo el refrán latino corruptio optimi pessima, convierten el vino espumoso de los orígenes en vinagre imbebible. A través de la hermenéutica analizas el pre-texto y el con-texto de dichos textos, descubres su sentido primigenio emancipador y preguntas por su significación y sentido hoy a la luz de los nuevos desafíos y de las nuevas preguntas que nos plantea la dura realidad.

Una realidad que hemos construido nosotros y nosotras, en la que no podemos instalarnos cómoda y acríticamente, sino que estamos llamados a de-construirla para re-construirla de manera creativa e inclusiva y un mundo en el que quepan todos los mundo. Desmentimos así el viejo adagio conformista del pensamiento conservador: “las cosas son como son y no pueden ser de otra manera” y compartimos, más bien, la afirmación del filósofo de la esperanza y de la utopía, Ernst Bloch, que inspira buena parte de nuestra teología: “Si los hechos no coinciden con el pensamiento, peor para los hechos”. Razón y esperanza caminan a la par en tu vida, tu sentir, tus obras y tus reflexiones.

Eco-teología de la liberación

Eres considerado, y con razón, uno de los principales cultivadores de la teología de la liberación (TL). A ella accediste a partir del impacto que te produjeron las favelas de Petrópolis, donde llevaste a cabo un intenso trabajo socio-pastoral desde comienzos de la década de los setenta del siglo pasado. Tu reflexión teológica en clave liberadora nació, asimismo, de la necesidad de dar respuesta a las preguntas que te planteó un grupo de sacerdotes comprometidos con el mundo indígena de la selva amazónica hace ahora cinco décadas:

– ¿Cómo anunciar la muerte y la resurrección de Jesús a indígenas que están siendo exterminados y muriendo por las enfermedades de los blancos?

– ¿Cómo anunciar la buena noticia de la salvación a las poblaciones explotadas?

– ¿Cómo hablar de Dios inteligiblemente, y no de manera cínica, a personas indígenas que viven la experiencia de lo sagrado en contacto con la naturaleza?

Las experiencias vividas en el mundo de la pobreza extrema, de la marginación cultural y de la depredación de la naturaleza, por una parte, y la necesidad de responder a las preguntas que surgían de ahí, por otra, te llevaron a dedicarte por entero, profesional y vitalmente, a fundamentar la nueva metodología de la teología de la liberación, que comenzaste haciendo en tiempos del cautiverio, vivido durante la dictadura brasileña y los regímenes militares del continente latinoamericano, que parecían “eternos”.

La teología apenas mostró interés por la ecología, desde Francisco de Asís hasta el Papa Francisco. Tú ha llenado ese vacío llevando a cabo una reflexión teológica en perspectiva ecológica, que cuestiona la supuesta – ¡y falsa!- fuerza emancipadora del paradigma científico-técnico de la modernidad. Un paradigma selectivo, centrado en el ser humano, que ni es universalizable ni integral, ¡ni siquiera humano!

Como alternativa propones un nuevo paradigma en el que el ser humano no compita con la naturaleza, sino en diálogo y comunicación simétricos con ella, con relaciones de sujeto a sujeto, y no de sujeto a objeto. El ser humano y la naturaleza conforman un entramado de relaciones multidireccionales caracterizadas por la interdependencia, y no por la autosuficiencia, por la fragilidad del mundo y la vulnerabilidad humana, y no por la omnipotencia, la insolencia y la arrogancia.

Se establece, entonces, un pacto entre todos los seres del cosmos regido por la solidaridad cósmica, la fraternidad-sororidad sin fronteras, sin gremialismos ni tribalismos, y el cuidado, virtud fundamental de la ética eco-humana. Es “la opción Tierra”, título de uno de tus libros más bellos. Cuidadanía es la nueva forma de relacionarnos con la Tierra y los seres humanos, que debe compaginarse con la ciudadanía. La ética del cuidado, que desarrollas en tus libros, es inseparable de la ética cívica.

Muchos somos los discípulos que seguimos tus lecciones de ecología integral, entre ellos el Papa Francisco en su encíclica Laudato Si’. Sobre el cuidado de la casa común, de 2015, que se inspira en tus textos y en tu testimonio de amor a la tierra, y se inicia con el Cántico de las criaturas: “Alabado seas, mi Señor, por la hermana nuestra madre tierra, la cual nos sustenta, gobierna y produce diversos frutos con coloridas flores y hierba… Esta hermana llama por el daño que le provocamos a causa del uso irresponsable y del abuso de los bienes que Dios ha puesto en ella”. Encíclica que se hace eco de tus críticas al antropocentrismo, incluido el antropocentrismo cristiano.   

Del ser humano como señor y dueño de la naturaleza a hermano-hermana y cuidador de la naturaleza

No quiero terminar este recuerdo y esta felicitación sin hacer referencia a uno de tus últimos libros El doloroso parto de la Madre Tierra (Trotta, Madrid, 2022), donde nos alertas de las “densas sombras” que se ciernen hoy sobre la humanidad y la naturaleza, agravadas por la covid-19, y recuerdas que “se han encendido todos los avisos: la tierra ha entrado en números rojos” y que la humanidad tiene una deuda ecológica con la tierra.

 Siguiendo las encíclicas Laudato Si’ y Fratelli tutti, del Papa Francisco, propones como respuesta a la crisis ecológica una ecología integral: ambiental, política, social, económica, cultural y espiritual.  Para ello debemos renunciar al paradigma civilizatorio del ser humano como señor y dueño de la naturaleza, que ha dominado los tres últimos siglos de nuestra historia, y optar por el paradigma del hermano y la hermana, es decir, de la fraternidad universal, el amor político y la amistad social.

Los padres fundadores de la Modernidad, recuerdas, entendían el ser humano como el señor y dueño de la naturaliza, y no como parte de ella. Para ellos la Tierra carecía de propósito y la naturaleza no tenía valor en sí misma, sino que estaba solo ordenada al ser humano que podía disponer de ella a su antojo.

Este paradigma ha modificado la faz de la Tierra y ha traído innegables beneficios, certamente, pero en su afán por dominar todo, creó el principio de autodestrucción de sí mismo y de la naturaleza con armas químicas, biológicas y nucleares. Siguiendo este paradigma, llegamos a tal punto que el Secretario General de la ONU, Antonio Guterres, ha afirmado sobre el calientamiento global que crece de forma no prevista: “Solo tenemos esta elección: la acción colectiva o el suicidio colectivo”.

            Con la lucidez que te caracteriza, llegas a afirmar que si asumimos el viraje hacia el paradigmadel hermano y de la hermana, se abre una ventana de salvación. Seremos capaces de superar la visión apocalíptica de la amenaza del fin de la especie humana, por una visión de esperanza, de que podemos y debemos cambiar de rumbo y de ser de hecho hermanos y hermanas dentro de la misma Casa Común, la naturaleza incluída. Sería el bien vivir y convivir del ideal andino, en armonía entre los humanos y con toda la naturaleza.

Conversión ecológica global

Esto requiere “una conversión ecológica global” que pase de una civilización tecno-capitalista, antropocéntrica e individualista a una civilización de la solidaridad y del cuidado de toda la vida; una civilización biocentrada que garantice el futuro a la naturaleza y a la humanidad. Dicha civilización lleva a un cambio en la imagen de la divinidad: del Dios todopoderoso al Dios apasionado amante de la vida, que no permite que la humanidad y la naturaleza perezcan. 

Te refieres al cambio de era que estamos viviendo: la ecozoica, que requiere tres actitudes: espiritualidad, sostenibilidad y cuidado, que es la traducción de la com-pasión para con la naturaleza, depredada por el modelo de desarrollo científico-técnico ecocida. Las tres actitudes requieren de nuestra colaboración y de nuestro compromiso.

Has escrito este libro no desde la razón instrumental, ni desde la neutralidad científica, sino desde la razón cordial que aúna inteligencia, sentimientos, amor a la tierra y empeño en la transformación de un planeta amenazado de destrucción. Estoy seguro de que su lectura contribuirá a la conversión ecológica global que pide Francisco, una conversión colectiva ciertamente en todas las esferas de la vida: política, económica, social, cultural, religiosa, educativa, pero también personal, que cambie nuestro estilo de vida para contribuir al nacimiento de una comunidad eco-humana-fraterno-sororal.

Razón cordial y utópica

“La razón no puede florecer sin esperanza. La esperanza no puede hablar sin razón” escribe Ernst Bloch en su magna obra El principio esperanza, que leíste en alemán durante tus estudios en Munich y citas con frecuencia. Razón y esperanza o, mejor, optimismo militante, docta spes, es lo que mejor define tu vida, tu personalidad, tu obra. A tus 85 años sigues practicando la “esperanza contra toda (des)esperanza”.

Termino ya. No alargo más esta epístola, que solo quiere ser una expresión de amistad y una manifestación de agradecimiento. A veces has sido acusado de utópico, acusación que comparto contigo. No se dan cuenta nuestros acusadores de que esa acusación, más que un insulto, es un elogio. Como en el poema de Eduardo Galeano, la utopía te sirve para caminar, que en tu caso no es poco teniendo las piernas heridas, razón por la cual, como dije en tu presentación en el Congreso de Amerindia de 2017 en la Ciudad de México, no puedes ni quieres arrodillarte ante el poder, cualquiera fuera este, incluido el del Vaticano. ¡Todo un milagro! El milagro de la esperanza y la utopía. Ad multos annos, Leonardo.

Tu amigo en la tribulación y la esperanza,

Juan José Tamayo teólogo español de la liberación.

Fondamentalismo,terrorismo, genocidio

             Leonardo Boff

Il 7 ottobre abbiamo assistito ad un atto terroristico contro Israele, perpetrato dal gruppo armato Hamas della Striscia di Gaza, che è anche una forma convenzionale di organizzazione civile della società che amministra. La ritorsione dello Stato sionista d’Israele, guidato da B. Netanyahu, è stata talmente asimmetrica e sproporzionata da rappresentare, secondo la stessa ONU, un vero e proprio genocidio del popolo palestinese della Striscia di Gaza con la morte di migliaia di bambini innocenti, di civili e con la distruzione della maggior parte delle case. È stato creato uno Stato terrorista. Un’ondata di fondamentalismo si sta diffondendo in tutto il mondo, associato al terrorismo e, nella sua forma estrema, al genocidio. Partiamo dal fondamentalismo.

Il fondamentalismo non è una dottrina, ma un modo esclusivo di vedere la dottrina. Il fondamentalista è assolutamente convinto che la sua dottrina sia l’unica vera e tutte le altre siano false. Non avendo alcun diritto, possono e devono essere combattute. Quando qualcuno si considera portatore di una verità assoluta, non può tollerare un’altra verità e il suo destino è l’intolleranza che degenera nel disprezzo per gli altri, nell’aggressività e, infine, nella guerra.

Ciò avviene con quella parte dellebraismo chiamata sionismo, che pretende uno Stato solo di ebrei. Questo dice che la terra di Palestina sia stata data da Dio agli ebrei e questi avrebbero diritto ad uno Stato esclusivamente per loro. Di conseguenza, occupano terre in Cisgiordania, espellono i suoi abitanti arabi, prendendo le loro case e tutto ciò che si trova all’interno. Il sogno del sionismo radicale propone di creare uno Stato ebraico grande quanto quello del tempo di Re Davide. Una parte di palestinesi e arabi della regione credono di avere diritti secolari e rifiutano di riconoscere Israele come Stato in quanto è un usurpatore. Dichiarano il proposito di difendere e recuperare le proprie terre espropriate e per questo si armano e compiono atti di violenza, arrivando al terrore come risposta al terrore che soffrono da 75 anni degli ebrei radicali.

Quali sono le caratteristiche del terrorismo? L’unicità del terrorismo risiede nelloccupazione delle menti. Nelle guerre i bombardamenti aerei non bastano, come si è visto nelle centinaia di raid aerei israeliani. È necessario occupare lo spazio fisico per imporsi effettivamente. Cosi è stato in Afghanistan e in Iraq e ora nella Striscia di Gaza da parte dell’esercito israeliano. Nel terrore no. È sufficiente occupare le menti con minacce che producano paura, interiorizzata nella popolazione e nel Governo. Gli americani occuparono fisicamente l’Afghanistan dei talebani e l’Iraq di Saddam Hussein. Ma Al-Qaeda ha occupato psicologicamente le menti dei nord-americani. L’allora ancora vivo Osama Bin Laden, l’8 ottobre 2001, proclamò: “D’ora in poi, gli Stati Uniti non avranno mai più sicurezza, non avranno mai più pace”.

  Per dominare le menti attraverso la paura il terrorismo segue la seguente strategia:

(1) gli atti devono essere spettacolari, altrimenti, non causeranno una commozione generalizzata;

(2) pur essendo odiati, devono suscitare stupore per la sagacia utilizzata;

(3) devono suggerire che siano stati accuratamente preparati;

(4) devono essere imprevisti per dare l’impressione di essere incontrollabili;

(5) gli autori devono rimanere anonimi (indossare maschere) perché quanto più sono sospetti, maggiore è la paura;

(6) devono provocare paura permanente;

(7) devono distorcere la percezione della realtà: qualsiasi cosa diversa può configurare il terrore. Un arabo su un aereo è, facilmente, visto come un terrorista e si attivano le autorità. Dopo, si accerta che era un semplice cittadino.

Formalizzando: il terrorismo è tutta violenza spettacolare, praticata con lo scopo di occupare le menti con paura e terrore. Oltre alla violenza, ciò che si ricerca è il suo carattere spettacolare, capace di dominare le menti di tutti. In generale, il terrorismo è la guerra dei deboli, di coloro da sempre dominati e umiliati. Alla fine, come attualmente nella Striscia di Gaza, non hanno altra alternativa se non quella di resistere e commettere atti di violenza. La resilienza ha i suoi limiti.

Temiamo che, dopo la violenza genocida di Israele nella Striscia di Gaza, che mieterà così tante vittime innocenti, soprattutto migliaia di bambini, donne e civili, si verificheranno atti di terrore contro gli ebrei in tutto il mondo o addirittura irromperà l’antisemitismo, anche se il semitismo non dovrebbe essere identificato con la radice del sionismo.

Dio ci liberi da questo orrore che suscita lo spirito di vendetta e la spirale della violenza omicida.

Considerata la virulenza che i paesi militaristi esercitano nei confronti di coloro che si oppongono a loro, ben rappresentati dagli americani, si teme che il terrorismo si manifesti in molti paesi dominati. Non nasce da solo. È un’esplosione di dominio e umiliazione così folle (prima violenza) che non vedono altra alternativa che ribellarsi, alcuni diventando uomini-bombe e compiendo atti di terrore (seconda violenza).

La risposta dei paesi dominanti è quella di reagire in modo ancora più violento, conducendo guerre ibride e assolutamente asimmetriche con le armi più moderne, uccidendo indiscriminatamente persone, radendo al suolo le loro case e commettendo veri e propri genocidi, nel senso di uccidere bambini e anziani che non hanno nulla a che fare con la guerra, distruggendo templi, ospedali, scuole e centri culturali. Non è più la guerra del forte contro il debole, ma crimini di guerra e di un vero e proprio genocidio da parte del forte.

Leonardo Boff ha scritto O doloroso parto da Mãe Terra: uma sociedade de fraternidade sem fronteiras e de amizade social, Vozes 2021; Comensalidade e a cultura da paz, Vozes 2015.

(traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)