Frieden und Krieg unter Trump

Leonardo Boff*

Jamil Chade, ein brasilianischer und internationaler Journalist, drückte D. Trumps geopolitisches Projekt sehr treffend aus: „Er hat es bereits klargestellt: Er wird keine Diplomatie betreiben. Er wird mit Gewalt vorgehen, sowohl militärisch als auch wirtschaftlich und kommerziell. Sein Aufbau einer neuen Ordnung beinhaltet keinen Frieden, sondern die Kapitulation des Gegners.“ Die Zollabkommen mit fast allen Ländern sind eher seine Auferlegung als das Ergebnis von Verhandlungen. Das nennt man Kapitulation. Es gebührt der brasilianischen Regierung, die von führenden Persönlichkeiten der Weltwirtschaft und Politik anerkannt wird, Anerkennung dafür, dass sie sich nicht beugte, sondern den 50-prozentigen Zoll auf unsere Produkte aus ungerechtfertigten Gründen souverän ablehnte. Trump ist ein Militarist und Imperialist.

Daher ist es notwendig, die verborgenen Ursachen dieses Imperialismus, der Verweigerung diplomatischer Maßnahmen und der Kriegs- und Kapitulationsdrohungen zu ergründen. Sein Streben nach Vorherrschaft ist offensichtlich, getreu dem US-amerikanischen Mantra „Eine Welt, ein Imperium“. Es ist wichtig zu erkennen, dass es einen großen Konflikt geopolitischer, ethnischer und wirtschaftlicher Interessen gibt und dass insbesondere im globalen Süden gegenüber dem globalen Norden tiefgreifende Ungleichheiten bestehen, die das etablierte Imperium bedrohen könnten.

Das Erkennen dieser verborgenen Zusammenhänge ist entscheidend, um Trumps Geopolitik zu verstehen und einen echten und dauerhaften Frieden zu erreichen. Die Antwort ist nicht ein weiterer Krieg, sondern ein unbewaffneter, entwaffnender Frieden, so der Papst. Dieser unbewaffnete Frieden nutzt politische und diplomatische Mittel, die Zusammenarbeit mit anderen Regierungen, die ebenfalls Frieden anstreben, soziale Bewegungen, die Mobilisierung von Religionen und Kirchen sowie die Zusammenarbeit mit Gruppen alternativer Praktiken.

Im Amazonasgebiet war Chico Mendes ein Befürworter dieser Art von unbewaffnetem Frieden. Er mobilisierte Waldvölker, Kautschukzapfer und indigene Völker, um den Abholzungsaußenposten entgegenzutreten, und organisierte die berühmten „Empates“ (Versammlungen von Menschen aller Art – Kinder, Frauen, Alte und Arbeiter mit ihren Werkzeugen –, die sich vor den Traktoren aufstellten, die den Wald abholzten).

Diese Art von Frieden, die sich der Gewalt entgegenstellt, ist zugleich Geopolitik mit ihren Strategien und Taktiken, aber auch ein Geist tiefen Friedens, der auf Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung verzichtet und versucht, diese so wenig destruktiv wie möglich zu gestalten. Er ist antiimperialistisch und schließt Krieg als Mittel zur Schaffung einer neuen Ordnung zwischen den Nationen aus, wie Trump es will. Krieg ist pervers, weil er Leben zerstört, insbesondere unschuldige, wie im Gazastreifen. Er widerspricht direkt dem transkulturellen Gebot: „Du sollst nicht töten.“

Bewaffneter Frieden zielt nicht auf Frieden ab, sondern stellt vielmehr eine von Trump erzwungene Befriedung dar. Er setzt voraus, dass die Realität ein Schauplatz ständiger Konflikte und Kriege ist. Koexistenz zwischen Individuen, Gemeinschaften und Völkern ist möglich, aber durch permanente Brüche bedroht. Nationalstaaten und die zentralen Länder, die die Geschichte hegemonisieren, sind Schauplätze von Machtkämpfen um den Mächtigen, deren Ausgang letztlich die „gegenseitige Vernichtung“ ist.

Der große Jurist und Politikwissenschaftler Carl Schmitt (1888–1986) argumentiert in seinem Werk „Der Begriff des Politischen“ (Duncker & Humblot, 2015), dass die Identität eines Volkes in dem Maße definiert und bestätigt wird, in dem es in der Lage ist, einen Feind zu identifizieren und ihn durch Vorurteile, Diffamierung und Dämonisierung anderer ständig zu bekämpfen. Nicht ohne Grund war er Adolf Hitlers Ideologe. Carl von Clausewitz (1780–1831: Vom Kriege,  Nikol 2008) misst dem Krieg eine zentrale Bedeutung in der Geschichtsschreibung bei und betrachtet Politik als Krieg, der mit anderen Mitteln geführt wird.

Es waren solche Gewaltvorstellungen, die den administrativen Mord des europäischen Kolonialismus in Afrika, Lateinamerika und Asien hervorbrachten. Millionen indigener Völker wurden in nur wenigen Jahren ausgelöscht, wie es im 16. Jahrhundert in Mexiko und der Karibik der Fall war.

Der von Hitler im Zweiten Weltkrieg ausgerufene totale Krieg war mit der „systematischen Produktion von Leichen in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern“ (Hannah Arendt) verbunden. Diese „Vernichtungsfabriken“ hatten keine militärische Notwendigkeit. Stattdessen wurde der Tod banal, bürokratisch und technisch vollzogen, ohne Skrupel oder moralisches Empfinden. Es war der pure Ausdruck von Rassismus und Hass. Allein im 20. Jahrhundert wurden in den zahlreichen Kriegen 200 Millionen Menschen getötet. Dies stellt ein Höchstmaß an Barbarei dar und verstößt gegen jedes zivilisatorische Prinzip.

Und schließlich sind in den letzten Jahren Massenvernichtungswaffen aufgetaucht, insbesondere solche, die auf künstlicher Intelligenz und ihren Milliarden von Algorithmen basieren und in der Lage sind, der menschlichen Spezies und großen Teilen der Biosphäre ein Ende zu setzen.

Diese Form der Kriegsführung hat die Selbstwahrnehmung der Menschheit grundlegend verändert. Sie kann sich selbst vernichten. Ihr Ende ist nicht das Ergebnis einer Naturkatastrophe oder des göttlichen Willens, sondern menschlicher Entscheidungen oder der Delegation an eine autonome KI, deren Entscheidungen sich der menschlichen Kontrolle entziehen. Nachdem sich die Menschheit das genetische Alphabet des Lebens angeeignet hat, hat sie sich nun ihren eigenen Tod angeeignet.

Diese Tatsache nimmt metaphysische Dimensionen an, die uns darüber nachdenken lassen, wer der Mensch ist und welchen Platz er im Universum einnimmt. Der Mensch war das letzte der größeren Wesen, das in den Evolutionsprozess eintrat: Könnte es sein, dass er diesen Prozess beenden sollte, indem er zum großen Killer unseres Sonnensystems wurde und den gesamten Prozess der Kosmogenese beeinflusste?

Dies sind die höchst perversen Beobachtungen, von denen Trump besessen ist. Es wurde festgestellt, dass die Vereinigten Staaten seit ihrer Gründung immer wieder in irgendeine Form von Krieg verwickelt waren und dass es nach einem Krieg nur 17 Jahre Frieden gab.

Dies bedeutet nicht, dass wir aufhören, auf Menschen zu vertrauen, die in der Lage sind, friedliche Beziehungen aufzubauen und so einem unbewaffneten Frieden und nicht einem Krieg Raum zu geben.

Leonardo Boff ist ehemaliger Professor an der UERJ und Gastprofessor an mehreren ausländischen Universitäten und Autor von über einhundert Büchern zu verschiedenen Themen.

(übersetzt von Bettina Gold-Hartnack)

La paz y la guerra con Trump

Leonardo Boff*

Jamil Chade, periodista brasilero e internacional, expresó muy bien el proyecto de geopolítica de Trump: “Él ha dejado claro que no va a hacer diplomacia. Actuará con la fuerza, tanto bélica como económica y comercial. Su construcción de un nuevo orden no pasa por la paz, sino por la capitulación del adversario”. Los acuerdos arancelarios con casi todos los países son más imposiciones suyas que el fruto de una negociación. Eso se llama capitulación. Es mérito del gobierno brasilero, reconocido por grandes nombres de la economía y de la política mundiales, no curvarse sino rechazar soberanamente la imposición del 50% sobre nuestros productos, por razones injustificables. Trump es militarista e imperialista.

Es necesario por tanto buscar las causas escondidas detrás de ese imperialismo y de la negación de la diplomacia así como amenazar con guerra y capitulación. Es su voluntad de dominación, según el mantra: “un mundo-un solo imperio” (el de USA). Hay que reconocer que hay un gran conflicto de intereses geopolíticos, étnicos, económicos y la existencia de profundas desigualdades especialmente en el Sul global frente al Norte global, que pueden amenazar al imperio establecido.

Es preciso identificar estas conexiones ocultas como condición para entender la geopolítica de Trump y también para conseguir una paz verdadera y duradera. La respuesta no es otra guerra, sino una paz desarmada y que desarma según el Papa actual. Esta paz desarmada utiliza medios políticos, diplomáticos, las articulaciones con otros gobiernos que también quieren la paz, los movimientos sociales, la movilización de las religiones e iglesias y la implicación con grupos con prácticas alternativas.

Chico Mendes en la Amazonia era un adepto de este tipo de paz desarmada. Movilizaba a los pueblos de la selva, los seringueros e indígenas para hacer frente a los puestos avanzados de deforestación, organizando los famosos “empates”, reuniones de todo tipo de personas (niños, mujeres, personas mayores y trabajadores con sus herramientas de trabajo) que se colocaban delante de los tractores que iban a derribar la selva.

Ese tipo de paz que se enfrenta a la violencia es simultáneamente una geopolítica, con su estrategia y táctica, y también un espíritu de paz profunda que renuncia al recurso de la violencia como forma de resolver conflictos y de lidiar con ellos, procurando que sean lo menos destructivos posibles. Así es anti- imperialista y excluye la guerra como medio de crear un nuevo orden entre las naciones, como quiere Trump. La guerra es perversa porque destruye vidas, especialmente inocentes, como sigue sucediendo en la Franja de Gaza. Ella se opone frontalmente al mandamiento transcultural: “no matarás”.

La paz armada no tiene como objetivo la paz, sino una pacificación impuesta por Trump. Presupone que la realidad es una arena donde se libran permanentemente conflictos y guerras. La convivencia entre las personas, las comunidades y los pueblos es posible pero está amenazada por rupturas permanentes. Los estados-naciones y los países centrales que hegemonizan el curso de la historia son campos de lucha por el poder para ver quién es el más fuerte con una eventual “destrucción mutua asegurada”.

El gran jurista y politólogo Carl Schmitt (1888-1986) en su O conceito do político, (Vozes,2003) sustenta la tesis de que la identidad de un pueblo se define y se reafirma en la medida en que es capaz de identificar a un enemigo y darle combate permanente, en forma de prejuicio, de difamación y de satanización del otro. No sin razón fue el ideólogo de Adolf Hitler. Carl von Clausewitz (1780-1831: Da guerra, 1976) da centralidad a la guerra como fuerza conductora de la historia y ve la política como la guerra llevaba a cabo por otros medios.

Tales visiones de violencia produjeron primeramente el asesinato administrativo practicado por el colonialismo europeo en  África, en América Latina y en Asia, acabando en pocos años con millones de indígenas, como fue el caso de México y del Caribe en el siglo XVI.

Con la guerra total, inaugurada por Hitler en la Segunda Guerra Mundial, vino acoplada a la “fabricación sistemática de cadáveres en los campos campos de exterminio nazi” (Hannah Arendt). Estas “fábricas de exterminio” no obedecían a ninguna necesidad militar. En ellas imperaba la ejecución banal, burocrática y técnica de la muerte sin ningún escrúpulo ni sentimiento moral. Era la pura expresión del racismo y del odio. Solamente en el siglo XX murieron  200 millones de personas en las muchas guerras que ha habido. Esto  representa un alto nivel de barbarie y la negación de todo principio  civilizatorio.

Ahora en los últimos años han surgido las armas de destrucción masiva, especialmente las que usan la Inteligencia Artificial General con sus miles de millones de algoritmos, capaces de poner fin a la especie humana y a gran parte de la biosfera.

Esta modalidad de guerra ha alterado profundamente la percepción que el ser humano tiene de sí mismo. Él puede acabar consigo mismo. Su fin no resulta de un cataclismo natural ni por voluntad divina, sino por la propia decisión humana o por delegación a la IA autónoma, cuyas decisiones escapan al control humano. Después de habernos apropiado del alfabeto genético de la vida, el ser humano acaba de apropiarse de su propia muerte.

Tal hecho adquiere dimensiones metafísicas que hacen pensar en quién es el ser humano y cuál es su lugar en el universo. Él fue el último de los seres mayores en entrar en el proceso evolutivo: ¿no será que fue para poner fin a este proceso, convirtiéndose en el gran asesino de nuestro sistema solar y afectando a todo el proceso cosmogénico?

Tales constataciones de alta perversidad están en la cabeza de Trump. Se ha comprobado que los Estados Unidos desde su fundación han estado siempre involucrados en alguna guerra, solo han tenido 17 años de paz.

No por eso dejamos de confiar en el ser humano, capaz de crear relaciones pacíficas y así dar espacio a la paz desarmada y no a la guerra.

*Leonardo Boff es exprofesor de la UERJ y profesor visitante en varias universidades extranjeras. También es autor de más de cien libros sobre distintas materias de filosofía,teología y ecología entre otras.

La rilevanza della compassione nella situazione attuale

Leonardo Boff

Attualmente stiamo assistendo a guerre in molti paesi, soprattutto nella Striscia di Gaza, dove è in corso uno dei più grandi genocidi della storia recente, nella guerra contro l’Ucraina dove migliaia di persone, specialmente giovani, sono uccise sotto l’incessante attacco della Russia e così in altri luoghi, in particolare in Africa.

Come non indignarci per il genocidio di migliaia di bambini innocenti che non hanno nulla a che fare con la guerra di Israele contro Hamas, che prende di mira indiscriminatamente l’intera popolazione della Striscia di Gaza, mirando a sterminare, specialmente bambini e giovani che in futuro potrebbero essere contro lo Stato di Israele.

L’etica per essere pienamente umana, deve incorporare la compassione. C’è tanta sofferenza nella storia, troppo sangue versato sul nostro cammino e l’infinita solitudine di milioni e milioni di persone, che si caricano da sole, nel loro cuore, la croce dell’ingiustizia, dell’incomprensione e dell’amarezza. L’ethos compassionevole vuole includere tutti questi nell’ethos planetario, cioè nella Casa Comune, nella quale c’è accoglienza e le lacrime possono essere versate senza vergogna o asciugate amorevolmente. La compassione è l’etica naturale degli operatori sanitari, soprattutto di coloro che hanno intrapreso servizi di cure palliative, ora approvate ed eseguibili attraverso il Sistema Sanitario Unificato (SUS)[1]. Il movimento nazionale Premier Cuidados Paliativos, promosso dal generoso Dr. Samir Salman, sovrintendente dell’Instituto Premier di San Paolo, coinvolge centinaia di medici, infermieri e infermiere che hanno intrapreso la pratica delle cure palliative.

Per Tommaso d’Aquino, “la compassione è la più alta di tutte le virtù perché non solo apre una persona all’altra, ma perché la apre anche ai più deboli e bisognosi di aiuto; in questo senso, costituisce una caratteristica essenziale della Divinità” (S. Theologica II.q.30 a.4 c).

Ma prima, dobbiamo impegnarci in una terapia del linguaggio, perché la compassione, nell’interpretazione comune, ha connotazioni peggiorative. Avere compassione significa provare pietà per un altro perché lo si considera indifeso, privo dell’energia interiore per rialzarsi. Presuppone l’atteggiamento di chi guarda dall’alto in basso, umiliandolo.

Nel cristianesimo primitivo, tuttavia, la com-passione era sinonimo di misericordia, quell’atteggiamento generoso che desidera condividere la propria passione con l’altro e non lasciarlo solo nel suo dolore. Questa non è fare “carità”, criticata dal poeta e cantautore argentino Atauhalpa Yupanqui: “io disprezzo la ‘carità’ per la vergogna che comporta. Sono come il leone di montagna che vive e muore in solitudine”. Diversamente gli esseri umani sono, in generale, accompagnati nel tramonto della loro vita da persone care che li circondano di cure palliative.

Nel buddismo, la compassione è considerata la virtù personale di Buddha. Pertanto, è centrale e si collega alla domanda che ha dato origine al buddismo come percorso spirituale: “qual è il modo migliore per liberarci dalla sofferenza?”. La risposta di Buddha fu: “attraverso la com-passione, attraverso l’infinita com-passione”.

Il Dalai Lama aggiorna questa risposta ancestrale in questo modo: “aiuta gli altri ogni volta che puoi e, se non puoi, non far loro mai del male e abbi sempre compassione”.

Due virtù realizzano la compassione: il distacco e la cura. Attraverso il distacco, rinunciamo a qualsiasi senso di superiorità verso gli altri e li rispettiamo così come sono. Attraverso la cura, ci avviciniamo a loro e ci facciamo carico del loro benessere, soccorrendoli nella sofferenza.

La compassione è forse il maggiore contributo etico e spirituale che l’Oriente abbia dato alla cultura mondiale. Ciò che rende penosa la sofferenza non è tanto la sofferenza in sé. Ma la solitudine nella sofferenza. Il buddismo, e anche il cristianesimo, invitano a stabilire una comunione nella sofferenza affinché nessuno sia lasciato solo e indifeso nel proprio dolore.

La grande vergogna è constatare che i paesi europei, con radici cristiane, creatori dei diritti umani e dell’idea di democrazia, abbiano sostenuto la guerra genocida di Netanyahu contro Hamas e il popolo palestinese.

Come l’amore e la cura, la compassione ha una portata illimitata di realizzazione. Non si restringe appena agli esseri umani. Ma a tutti gli esseri viventi e al cosmo. L’ideale buddista e francescano di compassione ci insegna come relazionarci adeguatamente con la comunità della vita: innanzitutto, rispettare ogni essere nella sua alterità, poi stabilire un legame affettivo con esso, prendercene cura e, soprattutto, rigenerare quegli esseri che soffrono o sono minacciati di estinzione. Solo allora potremo beneficiare dei loro doni, nella giusta misura e con responsabilità, in funzione ciò di cui abbiamo bisogno per vivere in modo sufficiente e dignitoso.

Di fronte a tante sofferenze nell’umanità e all’aggressione sistematica alla Madre Terra, la compassione è un imperativo umanistico ed etico.

Leonardo Boff, insieme a Werner Müller, ha scritto “O princípio de compaixão e de cuidado, Vozes 2000; “A justa medida: como equilibrar o planeta Terra, Vozes 2023.

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)


[1] È il sistema esistente in Brasile, analogo per molti aspetti al Servizio Sanitario Nazionale esistente in Italia.

  A comensalidade negada em Gaza

Leonardo Boff

         Todos assistimos ao crime contra a humanidade perpetrado pelo Israel de Netanyhau,negando água e comida aos milhões de palestinos da Faixa de Gaza: crianças morrendo, mulheres desmaiando de fome nas ruas. Pior ainda, 1200 pessoas foram mortas enquanto tentavam com suas vasilhas receber algum alimento.Dentre estas, centenas foram abatidas a esmo, como se fosse tiro ao alvo, enquanto se aglomeravam para receber um pouco de comida.

Mesmo assim queremos falar da comensalidade, fiéis às tradições utópicas da humanidade, comensalidade negada totalmente à população de Gaza.   Comensalidade é comer e beber juntos, pois é neste ato que  os seres humanos mais celebram a alegria de viver e conviver.

         No entanto vivemos numa humanidade flagelada, com mais de 700 milhões de famintos e mais de um bilhão com insuficiência alimentar, com um bilhão e meio  de pessoas sem água potável suficiente e dois bilhões sem águas tratadas.

          A comensalidade é tão central que está ligada à própria essência do ser humano enquanto humano. Há sete milhões de anos começou a separação lenta e progressiva entre os símios superiores e os humanos, a partir de um ancestral comum. A especificidade do ser humano surgiu de forma misteriosa e de difícil reconstituição histórica. Mas os etnobiólogos e arqueólogos nos acenam para um fato singular. Quando nossos antepassados antropóides saiam a coletar frutos, sementes, caças e peixes não comiam individualmente o que conseguiam reunir. Tomavam os alimentos e os levavam ao grupo. E ai praticavam a comensalidade: distribuíam-nos entre si  e comiam grupal e comunitariamente (E.Morin,L’identité humaine, Paris 2001).

Portanto, foi a comensalidade que supõe a solidariedade e a cooperação de uns para com os outros que permitiu o primeiro salto da animalidade em direção da humanidade. Foi só um primeiríssimo passo, mas decisivo porque coube a ele inaugurar a característica básica da espécie humana, diferente de outras complexas (entre os chimpanzés e nós há apenas 1,6% de diferença genética): a comensalidade, a solidariedade e a cooperação. Mas essa pequena diferença faz toda a diferença.

O que foi verdadeiro ontem continua verdadeiro hoje. Urge resgatar esta  comensalidade que outrora nos fez humanos e que deve hoje a fazer-nos sempre de novo humanos. E se não estiver presente, nos fazemos desumanos, cruéis e sem piedade. Não é esta, lamentavelmente, a situação da humanidade atual?

Além da comensalidade, a nossa humanidade se completa pela linguagem gramaticada. O ser humano é o único ser de linguagem “em dupla articulação”, das palavras e dos sentidos, ambos regidos por regras gramaticais. Não damos grunhidos. Falamos. A linguagem lhe possibilita organizar o mundo e seu próprio universo interior, o imaginário e o pensamento. A linguagem é um dos elementos mais sociais que existe, pois, sua natureza é social e para surgir pressupôs a socialidade humana(cf. H. Maturana e F. Varela, A árvore do conhecimento, Campinas1995).

Outro dado ligado à comensalidade é a culinária, vale dizer, a preparação dos alimentos. Bem escreveu Claude Lévi-Strauss, eminente antropólogo que trabalhou muitos anos no Brasil: ”o domínio da cozinha constitui uma forma de atividade humana verdadeiramente universal. Assim como não existe sociedade sem linguagem, assim também não há nenhuma sociedade que não cozinhe alguns de seus alimentos”(Cf.D. Pingaud e outros,La Scène primitive,Paris 1960: 40).

Há 500 mil anos o ser humano aprendeu a fazer fogo. E aprendeu com sua criatividade a domesticá-lo e com isso a cozinhar os alimentos. O “fogo culinário” é o que diferencia o ser humano de outros mamíferos complexos. A passagem do cru ao cozido equivale passar do animal ao ser humano civilizado. Com o fogo surgiu a culinária,  própria de cada cultura e de cada região.

Cada povo possui alguns alimentos característicos que entram na constituição de sua identidade histórica, como a feijoada do Brasil, os tacos do México, o hambúrguer dos norte-americanos, a pizza dos italianos e outros. Não se trata nunca de apenas  cozinhar os alimentos mas de dar-lhes sabor. Nos condimentos utilizados e nos sabores diferenciados se distinguem uma culinária da outra e as culturas. As várias culinárias criam hábitos culturais, não raro vinculados a certas festas como o Natal, a Páscoa, começo do ano, a festa de ação de graças, de São João ou outras semelhantes.

 A comensalidade está ligada a todos estes fenômenos tão complexos. A comensalidade envolve também uma dimensão simbólica. Comer nunca é apenas um gesto de nutrição grupal para matar a fome e sobreviver. É um rito comunitário, cercado de símbolos e de significados que reforçam a pertença do grupo e consolida o salto para dentro do especificamente humano.

Em outras palavras, nutrir-se nunca é uma mecânica biológica individual. Consumir comensalmente é comungar com os outros que comigo comem. É entrar em comunhão com as energias escondidas nos alimentos, com seu sabor, seu cheiro, sua beleza e sua densidade. É comungar com as energias cósmicas que sub jazem aos alimentos, especialmente a fertilidade da terra, a irradiação solar, as florestas, as águas, a chuva e  os ventos. Especialmente aos trabalhadores que trouxeram os alimentos para nossas mesas.

Em razão deste caráter numinoso do comer/consumir/comungar, toda comensalidade é de certa forma sacramental. Ela vem carregada de energias benfazejas, simbolizadas por ritos e representações plásticas.Come-se também com os olhos. O momento do comer é o mais esperado do dia e da noite. Há a consciência instintiva e reflexa de que sem o comer não há vida nem sobrevida nem alegria.

Tudo isso está sendo negado aos habitantes de Gaza e a milhões de pessoas famintas do mundo inteiro.O nosso desfio é aquele do Governo Lula: fome zero.

Leonardo Boff escreveu: Comer e beber juntos e viver em paz, Vozes 2006.