Leiden mit den Leidenden: über die Aktualität des Mitgefühls

Leonardo Boff

Eine Decke des Leidens und des Schmerzes bedeckt die ganze von Covid 19 bedrdohte Menschheit. Die Kultur des Kapitals, in der wir leben, ist geprägt von Individualismus und einem schreienden Mangel an Kooperation. Als der Papst auf der italienischen Insel Lampeduza Hunderte von Afrikanern sah, die mit Booten aus Afrika ankamen und von der lokalen Bevölkerung nicht willkommen geheißen wurden, sagte er fast unter Tränen: “Unsere moderne Kultur hat uns des Mitgefühls für unsere Mitmenschen beraubt; wir sind unfähig geworden, zu weinen.

Es scheint, dass die Inflation der instrumentellen und analytischen Rationalität uns eine Art Lobotomie beschert hat: Wir sind unempfindlich gegenüber dem Leiden anderer geworden. Der aktuelle Präsident ist der tragischste Beweis für diese Gleichgültigkeit. Er hat noch nie ein Krankenhaus besucht, das überfüllt war mit Menschen, die mit Covid-19 infiziert waren und von denen viele zu Tode erstickt sind.

Die Pandemie ließ uns unsere tiefe Menschlichkeit entdecken: die Zentralität des Lebens, die gegenseitige Abhängigkeit aller, die Solidarität und die notwendige Fürsorge. Sie hat uns sensibler gemacht. Sie brachte das Mitgefühl zurück.

Mitgefühl ist die Fähigkeit, das Leiden des anderen zu spüren und zu teilen, ihm Worte der Hoffnung ins Ohr zu flüstern, eine Schulter anzubieten und zu sagen, dass man da ist, um zu kommen oder zu gehen, gemeinsam weinen zu können, aber auch um sich gegenseitig zu ermutigen.

Mitgefühl ist ein transkulturelles menschliches Gefühl. Es ist in allen Kulturen zu finden: Jeder beugt sich über den Gefallenen und verneigt sich vor der Würde des Leidens des anderen.

Vor einiger Zeit wurde ein altägyptisches Grab mit dieser Inschrift entdeckt, die voller Mitgefühl ist: “Ich war jemand, der die Klage der Witwe anhörte; ich war jemand, der über ein Unglück weinte und die Niedergeschlagenen tröstete; ich war jemand, der das Schluchzen des Waisenmädchens hörte und ihre Tränen abwischte; ich war jemand, der Mitleid mit einer verzweifelten Frau hatte.

Heute rufen uns die Angehörigen der Getöteten und Betroffenen von Covid-19, der bei seinen Opfern schwere Folgeschäden hinterlassen hat, dazu auf, diese bessere Seite unserer Menschlichkeit zu leben: das Mitgefühl. Der heilige Thomas von Aquin schrieb in seiner Summa Theologica, dass das Mitleid vorzüglicher ist als die Nächstenliebe; letztere ist auf den anderen gerichtet, das Mitleid auf den anderen, der leidet.

Aus der Quantenphysik, der modernen Kosmologie und der Bioanthropologie lernen wir, dass das Grundgesetz aller Dinge und des gesamten Universums nicht der Wettbewerb und der Triumph des Anpassungsfähigsten ist, sondern die Kooperation und Synergie aller mit allen. Auch das Kleinste und Schwächste hat das Recht zu leben, weil es seinen Platz unter allen Wesen hat und eine Botschaft in sich trägt, die von allen gehört werden muss. In diesem Bereich gilt auch das Mitgefühl unter allen anderen nicht-menschlichen Lebewesen.

Die folgende Legende wird über den heiligen Franziskus erzählt, der besonders barmherzig mit Aussätzigen war, mit dem Wurm, der kein Loch in den harten Boden der Straße machen konnte und der barmherzig genug war, ihn aufzuheben und ihn auf feuchte Erde zu setzen, oder mit dem abgebrochenen Zweig:

Er fand einen Jungen, der in einem Käfig Tauben trug, um sie auf dem Markt zu verkaufen. Er flehte ihn an: “Gutes Kind, gib mir diese bescheidenen und unschuldigen kleinen Tauben, damit sie nicht von den Menschen getötet und gegessen werden. Der Junge, berührt von der unschuldigen Liebe des Heiligen Franziskus, gab ihm den Käfig mit den Tauben. Flüsternd sagte der heilige Franziskus zu ihnen: “Meine lieben kleinen Schwestern, warum seid ihr so töricht und einfältig und habt euch einfangen lassen?

Seht, ich komme, um euch zu befreien. Er öffnete den Käfig. Anstatt herauszufliegen, setzten sie sich auf seine Brust und in seine Kapuze und wollten ihn nicht verlassen. Der heilige Franziskus nahm sie mit in die Einsiedelei und sagte zu ihnen: “Vermehrt euch, wie es euer Schöpfer will. Sie bekamen viele Küken. Sie verließen die Gesellschaft des heiligen Franziskus und der Mönche nicht, als wären sie ihre Haustiere. Sie hoben erst ab und flogen weg, als der heilige Franziskus sie segnete und sie gehen ließ.

Wie man sieht, ist Mitgefühl im Sinne des Buddhismus und Arthur Schopenhauers “Grundzüge der Moral” (1840), das auf unbegrenztem Mitgefühl für alle Wesen beruht, nicht nur für diejenigen wichtig, die derzeit leiden, sondern für die gesamte Schöpfung.

Lasst uns mit den inspirierenden Worten des Dalai Lama schließen: “Ob Sie an Gott glauben oder nicht, ob Sie an Buddha glauben oder nicht, selbst wenn Sie nicht mit Geld helfen können, ist es immer lohnenswert, moralische Unterstützung und Empathie auszudrücken. Dies sollte die Grundlage unseres Handelns sein. Ob wir es Religion nennen oder nicht, ist die geringste unserer Sorgen” (Logik der Liebe, 1998). Worauf es ankommt, ist Mitgefühl.

Leonardo Boff  Philosoph, Ökotheologe  und Autor von: “Prinzip Mitgefühl”, Herder, Freiburg 1999

Studio Tecnico d'ingegneria Ingg. Paolo Vozzo & Enrico Raiteri

Dentro le comunità, al servizio delle persone

Cambiamo paradigma? La fraternità al centro: L.Boff

di Daniele Rocchetti | venerdì 23 luglio 2021

Santalessandro.org

Forse ha ragione Bauman quando scrive: “Il vero problema dell’attuale stato della nostra civiltà è che abbiamo smesso di farci delle domande. Astenerci dal porre certi problemi è molto più grave di non riuscire a rispondere alle questioni già ufficialmente sul tappeto; mentre porci domande sbagliate troppo spesso ci impedisce di guardare ai problemi davvero importanti. Il prezzo del silenzio viene pagato con la dura moneta delle umane sofferenze. Porsi le questioni giuste è ciò che, dopotutto, fa la differenza tra l’affidarsi al fato e perseguire una destinazione, tra la deriva e il viaggio. Mettere in discussione le premesse apparentemente indiscutibili del nostro modo di vivere può essere considerato il più urgente dei servizi che dobbiamo svolgere per noi stessi e per gli altri”.  Per questo abbiamo bisogno di letture “divergenti” che aiutino – anche le nostre comunità ecclesiali – a guardare in profondità, a mettere in discussione l’ovvio, a chiedere fino a che punto la fede in Gesù Cristo è passione per l’uomo e per la storia, è cura del creato. Il libro di Leonardo Boff, pubblicato da poco da Castelvecchi, “Abitare la terra”, va in questa direzione. Boff, uno dei padri della teologia della liberazione, da sempre attento ai temi legati ad un’etica della “madre terra”, ha raccolto in un testo,a ampliandoli, i due splendidi contributi scritti nei mesi scorsi per il blog “Confini” (confini.blog.rainews.it:  È possibile la fraternità umana universale con tutte le creature? Fratelli tutti: la politica come tenerezza e gentilezza.)  Il volume è impreziosito da una robusta introduzione scritta da Pierluigi Mele, coordinatore del blog e giornalista di Rainews 24. Proprio a Pierluigi Mele, sapiente osservatore e interprete del tempo presente,  ho posto alcune domande relative ai temi del libro.

A quando risale la tua amicizia con Leonardo Boff?
Prima di rispondere alla tua domanda voglio che fin da giovane mi sono confrontato con il pensiero di Leonardo Boff e di altri teologi della liberazione. Infatti mi sono laureato  in scienze politiche proprio su questo tema. Per cui il terreno era già pronto. La nostra amicizia nasce a Bassano del Grappa, dove era stato invitato dall’Associazione Macondo per una conferenza. In quell’occasione lo intervistai per Rainews24. Da quel giorno il nostro rapporto si è intensificato con scambi di idee e di interviste. E questo ha creato una profonda sintonia.

Dove sta a tuo avviso il valore di questo libro?
Il valore del libro sta nel pensiero profondo di Leonardo Boff, un autentico maestro del pensiero contemporaneo. Insieme a Noam Chomsky e a Egdar Morin si colloca in alto tra gli intellettuali critici del sistema. Chi leggerà questo libro non resterà indifferente rispetto alla crisi planetaria che stiamo vivendo. Sono sicuro che produrrà una presa di coscienza positiva.

Boff riprendendo alcuni passi dell’enciclica Fratelli tutti parla del llberismo come di un idolo: un pensiero unico che pervade l’intero pianeta. La cosmologia della fraternità universale è praticabile o rischia di essere solo una pia e nobile intenzione?
Non è una pia intenzione. Come potrebbe esserlo di fronte ad una situazione apocalittica. La prospettiva si costruisce con il cambio radicale del nostro paradigma sociale dominante: nel pensiero e nellazione, mai come oggi siamo stati di fronte a unalternativa chiara: dobbiamo scegliere tra una cosmologia della dominazio­ne, della conquista, del potere, e una cosmologia della cura e della relazione e della fraternità  che implica «il riconoscimento del valore intrin­seco di ogni essere, anziché la sua mera utilizzazione da parte umana; il rispetto per lintera vita e per i diritti e la dignità della natura, invece del suo sfruttamento».Cioè è la rivoluzione paradigmatica del passaggio dal dominusal frater.

La pandemia ci ha mostrato l’insostenibilità del paradigma che ha legittimato questo modello di sviluppo. Eppure la ripartenza non pare all’insegna di un cambiamento..
La tua osservazione è giusta. Forse si potrebbe dire con Gramsci che il “vecchio mondo sta morendo e il nuovo mondo tarda a comparire”. I “padroni dell’umanità ” resistono (le grandi società multinazionali, il capitale finanziario). Fanno il “maquillage” al sistema. In questo è emblematico il “Great Reset”. Anche il “filantrocapitalismo” dei super-ricchi rientra in questa logica di perpetuazione del sistema neo liberista. Parliamo di quella fetta della popolazione mondiale che, secondo i dati Oxfam relativi al 2019, costituisce l1% più ricco sotto il profilo patrimoniale e che detiene più del doppio della ricchezza netta posseduta da 6,9 miliardi di persone.Il problema principale nasce dal fatto che diventate ricche, queste persone usano le leve della globalizzazione per incidere sulle regole della politica mondiale”. Puntano le aree deboli della governance globale, delle Nazioni Unite, per penetrarle lentamente e stabilirsi in posizioni di potere. Il nostro compito di cittadini militanti è quello di essere consapevoli di questo. Creare un processo di coscientizzazione nei confronti del sistema politico non solo italiano ma anche europeo. Si può creare davvero un processo di reversibilità di questa logica perversa. 

Papa Francesco si erge come uno dei pochi leader mondiali in grado di essere riconosciuto credibile anche fuori dal perimetro dei credenti. Questo rende però evidente il deficit di classe dirigente a tutti i livelli: politico, ecclesiale, associativo. Come è possibile e su cosa ripartire per mettere di nuovo in circolo pensieri e percorsi che possano incidere anche tra coloro che decidono e hanno posizioni di rilievo?
Dove iniziare? Qui il Papa ci da una indicazione di fondo,  che spesso ripete ai movimenti sociali: Non aspettatevi niente dall’alto poiché sarà sempre più o meno lo stesso o peggio; cominciate da voi stessi, siate i poeti del nuovo mondo”. Per questo suggerisce: “È possibile cominciare dal basso e caso per caso, lottare per ciò che è più concreto e locale, fino allultimo angolo della patria e del mondo” (n. 78). Dal locale si passa al regionale, dal regionale al nazionale e dal nazionale al mondiale (cf.147). Dedica lunghe riflessioni sull’economia e la politica, ma evidenzia: “la politica non deve sottomettersi alleconomia e questa non deve sottomettersi ai dettami e al paradigma efficientista della tecnocrazia” (n. 177). Fa una schietta critica al mercato che non possiede la soluzione a tutti i problemi della sussistenza umana, tanto meno nella sua dimensione globalizzata (c.n.168). La società sempre più globalizzata ci rende vicini, ma non ci rende fratelli” (n. 12). Crea appena  dei soci, ma non fratelli (n. 101). In questo senso occorre ricordare le proposte concrete, operative del Forum di Assisi sull’Economia di Francesco. Il nuovo paradigma della fraternità e dell’amore sociale si dispiega nell’amore nella sua realizzazione pubblica, nella cura dei più fragili, nella cultura dell’incontro e del dialogo, nella politica come tenerezza e gentilezza.

Nella tua introduzione, citi, tra gli altri, Giorgio La Pira ed Ernesto Balducci. Siamo figli di una stagione che ha avuto grandi testimoni che hanno mostrato come la fraternità evangelica possa diventare amore politico. Dove li rintracci oggi?

Bisogna essere chiari su questo punto: la comunità ecclesiale italiana in questi ultimi anni si è molto impoverita di leader e di pensiero “lungo”. Paga, a caro prezzo, la gelata ruiniana. Non è facile ricostruire. Lo sforzo di Papa Francesco di ridare ossigeno alla Chiesa italiana è titanico. Spero nel percorso sinodale. Spero davvero. La parola “fraternità” non mi sembra che sia all’ordine del giorno nella politica italiana. Poi se pensiamo, anche, che esiste una forza politica di estrema destra che si chiama “Fratelli d’Italia” (che deforma in senso nazionalistico il concetto di “fraternità”, riducendolo a una clava contro lo “straniero”) capisci quanto siamo lontani dalla fraternità evangelica. E la sinistra? La sinistra in questi anni è stata troppo timida. Ancora una volta si pone l’alternativa con la destra. Solo una coraggiosa politica di fraternità può far rinascere l’idea stessa di sinistra. Tu mi chiedi dove rintraccio oggi le idee di La Pira e Balducci. A livello politico in nessuno. A livello ecclesiale, secondo me,  in Sant’ Egidio , nella Caritas, nelle Acli (anche se hanno perso parecchio della loro capacità di profezia) e in Pax Christi.

Nel  libro vi sono parole molto belle sull’urgenza della speranza come virtù e come principio

Si è vero. Oggi abbiamo bisogno del “Principio Speranza”. Leonardo ha citato il grande filosofo tedesco della speranza Ernst Bloch.  Al riguardo vorrei concludere questa nostra conversazione con un pensiero di Charles Peguy. Come sappiamo Peguy definisce la Speranza come una “bambina irriducibile”. Che la descrive così: 

La Speranza ama ciò che sarà.
Nel tempo e per l’eternità.
Per così dire nel futuro dell’eternità.
La Speranza vede quel che non è ancora e che sarà.
Ama quel che non è ancora e che sarà.
Nel futuro del tempo e dell’eternità.
Sul sentiero in salita, sabbioso, disagevole.

“La Speranza ama quel che non è ancora e che sarà”. Allora il senso profondo del libro di Leonardo è proprio questo: un profondo atto di amore nell’umanità e nella sua capacità di intraprendere, con umiltà, un cammino di autentica fraternità. Facebook Twitter LinkedI

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“Abitare la terra”. Quale via per la fraternità universale?

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L’epoca della pandemia seguita a porci sfida ormai esistenziali e un grande teologo, dall’America Latina ci avverte: “Di fronte a questo drammatico scenario in cui è in ballo il destino comune della Terra e dell’umanità sono stati prodotti tre documenti seminali: la Carta della Terra (2003), nata da un’ampia consultazione e approvata dall’UNESCO, e le encicliche di Papa Francesco Laudato si’. Enciclica sulla cura della Casa Comune (2015) e Fratelli tutti (2020). Tutti questi testi, coscienti della grave situazione del pianeta e della vita su di esso, propongono alternative paradigmatiche, capaci di proiettarci verso un percorso diverso e salvifico. Come mai prima d’ora nella storia siamo obbligati a prenderci carico della nostra sopravvivenza e decidere se vogliamo prolungarla o se porvi drammaticamente fine”.

La storia della teologia della liberazione non può prescindere dalla storia dei cristiani marxisti, che Papa Francesco ha ricordato magnificamente dicendo di loro che pensavo di essere gli ultimi cristiani e invece erano gli ultimi marxisti. Ma la storia della teologia della liberazione non prescindere neanche dalla domanda se esista una teologia che non è di liberazione. Purtroppo abbiamo viste molte teologie smarrire questa necessità di liberazione dell’uomo. Per questo uno dei più grandi teologi viventi, Leonardo Boff, padre della teologia della liberazione, si è compromesso per tutta la sua con i poveri: “si è compromesso, secondo il paradigma centrale della teologia della liberazione, con i poveri e gli ultimi”. Eppure i teocon hanno diffuso un cattocapitalismo che legittima non solo il liberismo economico, ma anche il privilegiare i ricchi, perché così si creerebbe una ricaduta di benessere sui poveri. La fermezza della presa di distanza di Papa Francesco da queste visioni è divenuta esplicita con le sue ultime due encicliche, Laudato si’ e Fratelli tutti, citate da Boff come due dei tre documenti che ci indicano la strada della liberazione dalle secche in cui ci troviamo. In particolare a queste due encicliche e soprattutto a Fratelli tutti è dedicato il nuovo volume, pubblicato in Italia da Castelvecchi, di Leonardo Boff, “Abitare la terra”, aperta da una bellissima dedica al collega di Rainews Pierluigi Mele che ne ha scritto la prefazione.

Mele presenta con sintesi e visione il lavoro di Boff, indicandoci da subito il legame tra l’autore e i citati testi di Francesco, in una importante citazione del grande teologo brasiliano: “Ora l’ecologia integrale e la teologia della liberazione hanno qualcosa in comune: entrambe partono da un grido. L’ecologia nasce dal grido degli esseri viventi, delle foreste, delle acque […] specialmente dal grido della Terra. […] E all’interno della categoria dei poveri deve essere incluso il Grande Povero che è la Terra, nostra Madre, la Terra torturata e crocifissa che dobbiamo far scendere dalla croce”. E’ vero, tanto che Mele può concludere così la sua prefazione: “ Per questa loro capacità di ascolto dei poveri e degli ultimi, Papa Francesco e Leonardo Boff sono diventati fratelli di tutti, fratelli universali”. Non è la tesi di un “bergoglista”, tanto è vero che l’umanista planetario Edgar Morin, compiendo un un secolo di vita, ha detto: “Rendo omaggio a Papa Francesco, perché è il solo ad avere la coscienza di tutta l’umanità. Serve un cambio di rotta al mondo”. Che questo cambio di rotta serva lo percepiamo tutti, ma è Francesco che sa esprimerlo con la forza della sua visione radicalmente evangelica e quindi la sua piena accettazione dell’altro. La digressione è fratelli tutti, mentre l’economia attuale o ci rende con il consumismo “clienti tutti” o ci fa con la finanza soci tutti, ma mai ci fa fratelli. Il racconto evangelico del buon samaritano è un po’ la bussola narrativa di questo rieorientamento nell’enciclica di Francesco. Scrive al riguardo Leonardo Boff: “Attraverso i personaggi che popolano la parabola del buon samaritano, Papa Francesco sferza un ulteriore attacco all’economia politica che si traduce in una domanda cruda, diretta e determinante: “Con chi ti identifichi?”. Il racconto è noto. Un viandante viene piccato per strada e lasciato così, sanguinante. Passano degli uomini di Dio, dei sacerdoti, ma non si ferma. Si ferma invece un samaritano, l’eretico del tempo. E soccorre il malcapitato. Il senso è forte, evidente: il buon samaritano diventa così il modello dell’amore sociale e politico e della solidarietà illimitata.

Per questo l’amicizia sociale è al centro del libro e della riflessione cosmica di Boff, che prima di arrivare ai rapporti con il creato setaccia quelli dell’umano, di noi uomini, per poi affermare che il reset che ci occorre è quella di una cosmologia, abbandonando quella del dominio, con gli altri e con la natura. Non può che essere una la cosmologia opposta, quella che ci serve. Ma Mele ci riporta ancora all’economia, alla concretezza del fare, tanto cara a uomo post-ideologico come Francesco. E così riproduce i 12 punti scaturiti dall’incontro mondiale di giovani economisti The Economy of Francis: è una tabella di marcia per il nuovo presente: “1.Le grandi potenze mondiali e le grandi istituzioni economico-finanziarie rallentino la loro corsa per lasciare respirare la Terra. Il Covid ci ha fatto rallentare, senza averlo scelto. Quando il Covid sarà passato, dobbiamo scegliere di rallentare la corsa sfrenata che sta asfissiando la Terra e i più deboli;

2. venga attivata una comunione mondiale delle tecnologie più avanzate perché anche nei Paesi a basso reddito si possano realizzare produzioni sostenibili; si superi la povertà energetica – fonte di disparità economica, sociale e culturale – per realizzare la giustizia climatica;

3. il tema della custodia dei beni comuni (specialmente quelli globali quali l’atmosfera, le foreste, gli oceani, la Terra, le risorse naturali, gli ecosistemi tutti, la biodiversità, le sementi) sia posto al centro delle agende dei governi e degli insegnamenti nelle scuole, università, business school di tutto il mondo;

4. mai più si usino le ideologie economiche per offendere e scartare i poveri, gli ammalati, le minoranze e svantaggiati di ogni tipo, perché il primo aiuto alla loro indigenza è il rispetto e la stima delle loro persone: la povertà non è maledizione, è solo sventura, e responsabilità di chi povero non è;

5. che il diritto al lavoro dignitoso per tutti, i diritti della famiglia e tutti i diritti umani vengano rispettati nella vita di ogni azienda, per ciascuna lavoratrice e ciascun lavoratore, garantiti dalle politiche sociali di ogni Paese e riconosciuti a livello mondiale con una carta condivisa che scoraggi scelte aziendali dovute al solo profitto e basate sullo sfruttamento dei minori e dei più svantaggiati;

6. vengano immediatamente aboliti i paradisi fiscali in tutto il mondo perché il denaro depositato in un paradiso fiscale è denaro sottratto al nostro presente e al nostro futuro e perché un nuovo patto fiscale sarà la prima risposta al mondo post-Covid;

si dia vita a nuove istituzioni finanziarie mondiali e si riformino, in senso democratico e inclusivo, quelle esistenti (Banca Mondiale, Fondo Monetario Internazionale) perché aiutino il mondo a risollevarsi dalle povertà, dagli squilibri prodotti dalla pandemia; si premi e si incoraggi la finanza sostenibile ed etica, e si scoraggi con apposita tassazione la finanza altamente speculativa e predatoria; le imprese e le banche, soprattutto le grandi e globalizzate, introducano un comitato etico indipendente nella loro governance con veto in materia di ambiente, giustizia e impatto sui più poveri;

le istituzioni nazionali e internazionali prevedano premi a sostegno degli imprenditori innovatori nell’ambito della sostenibilità ambientale, sociale, spirituale e, non ultima, manageriale, perché solo ripensando la gestione delle persone dentro le imprese, sarà possibile una sostenibilità globale dell’economia;

gli Stati, le grandi imprese e le istituzioni internazionali si prendano cura di una istruzione di qualità per ogni bambina e bambino del mondo, perché il capitale umano è il primo capitale di ogni umanesimo;

le organizzazioni economiche e le istituzioni civili non si diano pace finché le lavoratrici non abbiano le stesse opportunità dei lavoratori, perché imprese e luoghi di lavoro senza una adeguata presenza del talento femminile non sono luoghi pienamente e autenticamente umani e felici;

chiediamo infine l’impegno di tutti perché si avvicini il tempo profetizzato da Isaia: «Forgeranno le loro spade in vomeri, le loro lance in falci; un popolo non alzerà più la spada contro un altro popolo, non si eserciteranno più nell’arte della guerra» (Is 2, 4). Noi giovani non tolleriamo più che si sottraggano risorse alla scuola, alla sanità, al nostro presente e futuro per costruire armi e per alimentare le guerre necessarie a venderle. Vorremmo raccontare ai nostri figli che il mondo in guerra è finito per sempre.” Punti che Leonardo Boff sa ricapitolare culturalmente così: “ Il paradigma del potere e la pretesa dell’essere umano di apparire come un dominus (signore e padrone) su tutto ciò che esiste e vive – piuttosto che essere frater (fratello) di tutti e con tutti – non rispondono ai gravi problemi che l’uomo stesso ha creato. Dobbiamo necessariamente cambiare e cercare un altro cammino, poiché questo ci porta su una strada senza ritorno.

Sia la Carta della Terra che le due encicliche di ecologia integrale di Papa Francesco si sforzano di presentare altri principi e nuovi valori che possono illuminarci a intraprendere un percorso di salvezza. […] L’ultima enciclica sociale Fratelli tutti rappresenta un appello di Papa Francesco angosciato e speranzoso al tempo stesso. Angosciato dalla chiara consapevolezza che siamo tutti «sulla stessa barca e che o ci salviamo tutti insieme o nessuno si salva». Speranzoso nella fiducia verso la creatività umana che può progettare un altro tipo di mondo non ancora conosciuto, basato cioè su quanto di più umano c’è nell’uomo: l’amore, la solidarietà, la cura, il senso di una fratellanza universale non solo tra gli esseri umani, ma anche con tutti gli altri esseri della natura e una totale apertura all’Infinito, al Dio che si è presentato come un appassionato «amante della vita» che abita dentro di noi”.

Die Unersättlichkeit des Kapitalismus brachte uns Covid-19

Ich habe die These vertreten, dass Covid-19 ein Gegenangriff von Mutter Erde gegen das System des Kapitals und dessen politischen Ausdruck, den Neoliberalismus, ist. Er hat die militaristischen Mächte, die mit ihren Massenvernichtungswaffen das Leben auf dem Planeten vernichten könnten, in die Knie gezwungen, gedemütigt. Wenn der Krieg gegen den Planeten weitergeht, will dieser uns vielleicht nicht mehr. Ein tödlicheres Virus, das gegen jeden Impfstoff immun ist, könnte einen großen Teil der menschlichen Spezies zu seinem Ende führen.

Eine solche Eventualität ist nicht unmöglich, weil dieses für Natur und Menschen Tod bringende System laut den Worten von Papst Franziskus eine selbstmörderische Tendenz hat. Es würde eher den Tod riskieren, als auf seine Gefräßigkeit zu verzichten.

Die folgende Kurzgeschichte von Leo Tolstoi (1828-1910), die er den Bauern seines Hofes Isnaya Poliana unter dem Titel “Wie viel Erde braucht der Mensch” erzählt, mag uns zum Nachdenken anregen.

“Es war einmal ein Bauer, der ein Stück Land bearbeitete, das nicht sehr fruchtbar war. Er arbeitete hart, aber ohne reiche Ernte. Er beneidete seine Nachbarn, die größeres Land und üppigere Ernten hatten. Er ärgerte sich sehr über die hohen Steuern, die er für das kleine Land und den mageren Verdienst noch zu zahlen hatte.

Eines Tages dachte er viel nach und beschloss: “Ich werde mit meiner Gefährtin weit weg von hier gehen, um besseres Land zu suchen.  Er erfuhr, dass es viele Meilen von seinem Zuhause entfernt Zigeuner gab, die Land sehr billig und sogar zu lächerlich niedrigen Preisen verkauften, wenn sie jemanden sahen, der bedürftiger und arbeitswilliger war.

Dieser Bauer, begierig darauf, mehr und mehr Land zu besitzen, um es zu bewirtschaften und reich zu werden, dachte: “Ich werde einen Pakt mit dem Teufel schließen. Dieser wird mir Glück bringen”, sagte er zu seiner Frau, die die Nase rümpfte. Sie warnte ihn:

“Mein Mann, hüte dich vor dem Teufel, es bringt nie etwas Gutes, einen Pakt mit ihm zu schließen.

Doch auf Drängen ihres Mannes beschloss sie, ihn bei der Verwirklichung seines ehrgeizigen Projekts zu begleiten. Damit machten sie sich auf den Weg, wobei sie nur wenige Habseligkeiten mitnahmen.

Als sie bei den Zigeunern ankamen, war der Teufel schon da, schön herausgeputzt und machte den Eindruck eines einflussreichen Landhändlers. Der Bauer und seine Frau begrüßten die Zigeuner höflich. Als sie gerade ihren Wunsch äußern wollten, Land zu erwerben, trat der Teufel kurzerhand vor und sagte:

“Guter Herr, ich sehe, dass Sie einen langen Weg hinter sich haben und von dem großen Wunsch ergriffen sind, gutes Land zu besitzen, um es zu bepflanzen und ein Vermögen zu machen. Ich habe einen ausgezeichneten Vorschlag für Sie. Das Land ist billig und erschwinglich für Sie. Ich mache Ihnen folgenden Vorschlag: Sie lassen einen angemessenen Geldbetrag in einer Tasche hier neben mir liegen. Wenn Sie einen ganzen Tag lang, vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang, durch das Gebiet wandern und zurück sind, bevor die Sonne untergeht, gehört das ganze Land, das Sie durchwandern, Ihnen. Andernfalls verlieren Sie das Geld im Beutel.

Die Augen des Bauern leuchteten vor Rührung und er sagte:

“Ich finde, das ist ein ausgezeichneter Vorschlag. Ich habe starke Beine und nehme den Vorschlag an. Morgen früh, bei Sonnenaufgang, werde ich laufen, und das ganze Gebiet, das meine Beine erreichen können, wird mein sein.

 Der Teufel, bösartig wie immer, lächelte breit.

In der Tat, sehr früh am Morgen, sobald die Sonne über den Horizont schien, begann der Bauer zu laufen. Er sprang über Zäune, überquerte Bäche und hielt, noch nicht zufrieden, nicht einmal an, um sich auszuruhen. Er sah vor sich eine lachende grüne Ebene und dachte sofort: “Hier werde ich Weizen in Hülle und Fülle pflanzen. Als er nach links schaute, tat sich ein sehr flaches Tal auf, und er dachte: “Hier kann ich eine ganze Plantage mit Leinen für feine Kleider anlegen.

 Etwas atemlos stieg er einen kleinen Hügel hinauf, und siehe da, am Fuße erschien ein Feld mit unberührtem Land. Da dachte er: “Dieses Land will ich auch haben. Dort werde ich Rinder und Schafe züchten und meinen Esel mit Geld füllen.

Und so reiste er viele Kilometer, nicht zufrieden mit dem, was er erobert hatte, denn die Orte, die er sah, waren attraktiv und fruchtbar und nährten sein unbändiges Verlangen, sie ebenfalls zu besitzen.

Plötzlich schaute er zum Himmel hinauf und erkannte, dass die Sonne hinter dem Berg unterging. Er sagte zu sich selbst:

“Wir haben keine Zeit zu verlieren. Ich muss schnell zurück, sonst verliere ich das ganze Land, das ich durchquert habe, und das Geld obendrein. Ein Tag des Schmerzes, ein Leben der Liebe”, dachte er, wie sein Großvater zu sagen pflegte.

Er begann mit einer Geschwindigkeit zu rennen, die zu schnell für seine müden Beine war, aber er musste rennen, ohne die Grenzen seiner angespannten Muskeln zu bemerken. Er zog sogar sein Hemd aus und ließ die Tasche mit etwas Essen darin fallen. Er schaute immer wieder auf den Stand der Sonne, die sich bereits dem Horizont näherte, riesig und rot wie Blut. Aber sie war noch nicht ganz untergegangen.  Obwohl er sehr müde war, lief er immer weiter und konnte seine Beine vor lauter Anstrengung nicht mehr spüren. Traurig dachte er: “Vielleicht bin ich zu weit gelaufen und könnte alles verlieren. Aber ich will weitermachen”.

Doch als er den Teufel feierlich in der Ferne stehen sah, mit seinem Geldsack neben sich, fasste er wieder Mut und war sicher, dass er ankommen würde, bevor die Sonne unterging. Er sammelte alle Energie, die er hatte, und unternahm eine letzte Anstrengung. Er rannte, ohne an die Grenzen seiner Beine zu denken, als ob er fliegen würde. Nicht weit von der Ziellinie entfernt, warf er sich nach vorne und verlor dabei fast das Gleichgewicht.

Dann brach er erschöpft und ohne jede Kraft auf dem Boden zusammen. Und er starb. Sein Mund blutete und sein ganzer Körper war mit Kratzern und Schweiß bedeckt.

Bösartig wie er war, lächelte der Teufel nur. Gleichgültig gegenüber dem toten Mann und gierig betrachtete er den Beutel mit Geld. Er machte sich sogar die Mühe, ein Grab von der Größe des Bauern zu machen und vergrub ihn darin. Es waren nur sechs Ellen Erde, der kleinste Teil, der ihm von all dem Land, das er durchwanderte, passte. Er brauchte nicht mehr als das. Die Frau sah dem Ganzen wie versteinert zu und weinte sehr.”

In dieser Erzählung klingen die Worte von João Cabral de Melo Neto (1920-1999) in seinem Werk Morte e Vida Severina (1995) nach. Bei der Beerdigung des Bauern sagt der Dichter: “Dieses Grab, in dem du liegst, gemessen nach Zentimetern, ist der kleinste Schein, den du im Leben genommen hast; es ist dein Anteil an diesem Latifundium”.

Von all den attraktiven Grundstücken, die er sah und besitzen wollte, blieben dem eifrigen Bauern am Ende nur die sechs Ellen für sein Grab.

Ist das nicht das Schicksal des Kapitalismus und des Neoliberalismus?

Leonardo Boff Autor von: Covid-19: Mother Earth Strikes Back at Humanity: Warnings from the Pandemic, Vozes 2020. 

Übersetzt von Bettina Goldharnackt