Die Wiedervereinigung des Adlers und des Kondors:die Genocid in Süd und Nord-Amerika

Der Planet Erde befindet sich aufgrund der systematischen Aggressionen der letzten Jahrhunderte in einem deutlichen und gefährlichen Niedergang. Das Eindringen von Covid-19, das den gesamten Planeten und ausschließlich die menschliche Spezies direkt betrifft, ist eines der ernsten Zeichen, die uns die lebendige Erde sendet: unsere Lebensweise ist zu zerstörerisch und führt zum Tod von Millionen von Menschen und Naturwesen. Wir müssen unsere Art zu produzieren, zu konsumieren und im einzigen Gemeinsamen Haus zu leben, ändern, sonst droht uns ein ökologisch-soziales Armageddon.

Seltsamerweise treten im Gegensatz zu diesem Prozess, den manche als Eintritt in ein neues geologisches Zeitalter – das Anthropozän und das Nekrozän – sehen, also die systematische Zerstörung von Leben durch den Menschen selbst, die einheimischen Völker in Erscheinung, Träger eines neuen Bewusstseins und einer Vitalität, die jahrhundertelang verdrängt wurde. Sie sind dabei, sich biologisch neu zu erschaffen und als historische Subjekte aufzutreten. Ihre Art, mit der Natur und Mutter Erde freundschaftlich in Beziehung zu treten, ist zu unseren Meistern und Ärzten geworden. Sie fühlen sich mit diesen Realitäten so verbunden, dass sie sich selbst verteidigen, indem sie sie verteidigen.

Die europäischen Invasoren machten einen großen Fehler, als sie sie “Indianer” nannten, als ob sie Bewohner einer Region in Indien wären, die jeder suchte, aber in Wirklichkeit gaben sie sich selbst mehrere Namen: Tawantinsuyo, Anauhuac, Pindorama u. a. Es setzte sich der Name Abya Yala durch, der vom Volk der Kuna im Norden Kolumbiens und Panamas vergeben wurde und “reifes Land, lebendiges Land, blühendes Land” bedeutet. Es gab Völker mit Namen wie Taínos, Tikunas, Zapoteken, Azteken, Mayas, Olmeken, Tolteken, Mexikaner, Aymara, Inkas, Quechua Tapajos, Tupis, Guaranis, Mapuches und Hunderte von anderen.

Die Annahme des gemeinsamen Namens Abya Yala ist Teil der Konstruktion einer gemeinsamen Identität in der Vielfalt ihrer Kulturen und Ausdruck der Verbindungen, die sie in einer immensen Bewegung vereinen, welche vom Norden bis zum Süden des amerikanischen Kontinents reicht. Im Jahr 2007 gründeten sie den Abya Yala-Volksgipfel.

Doch über ihnen lastet ein gewaltiger Schatten, nämlich die Ausrottung durch die europäischen Invasoren. Es fand einer der größten Völkermorde der Geschichte statt. Etwa 70 Millionen Vertreter dieser Völker wurden durch Vernichtungskriege oder durch von den Weißen eingeschleppte Krankheiten, gegen die sie keine Immunität hatten, durch Zwangsarbeit und Zwangskreuzungen getötet.

Die zuverlässigsten Daten wurden von der Soziologin und Pädagogin Moema Viezzer und dem in Brasilien lebenden kanadischen Soziologen und Historiker Marcelo Grondin zusammengetragen. Das Buch mit einem Vorwort von Ailton Krenak trägt den Titel “Abya Yala: Genozid, Widerstand und Überleben der ursprünglichen Völker beider Amerikas” (Editora Bambual, Rio de Janeiro 2021). Darin werden die Daten über den Völkermord in den beiden Amerikas gesammelt. Wir geben hier eine kurze Zusammenfassung:                                                                                                  

In der Karibik gab es im Jahr 1492, als die Kolonisatoren ankamen, vier Millionen Ureinwohner. Jahre später gab es keine mehr. Sie wurden alle umgebracht, vor allem in Haiti.

In Mexiko gab es im Jahr 1500 25 Millionen indigene Völker (Azteken, Tolteken u. a.).

In den Anden gab es 1532 15 Millionen Indianer, nach wenigen Jahren lebte davon nur noch eine Million.

In Mittelamerika gab es 1492 in Guatemala, Honduras, Belize, Nicaragua, El Salvador, Costa Rica und Panama zwischen 5,6-13 Millionen Indigene. Von ihnen wurden 90% getötet.

In Argentinien, Chile, Kolumbien und Paraguay starben im Durchschnitt etwa eine Million Indianer, in manchen Ländern mehr, in anderen weniger.

Auf den Kleinen Antillen wie auf den Bahamas, Barbados, Curaçao, Grenada, Guadeloupe, Trinidad und Tobago und den Jungferninseln geschah die gleiche fast vollständige Vernichtung.

In Brasilien gab es, als die Portugiesen in dieses Land kamen, etwa 6 Millionen ursprüngliche Völker aus Dutzenden von ethnischen Gruppen mit ihren Sprachen. Das gewaltsame Ungleichgewicht reduzierte sie auf weniger als eine Million. Heute setzt sich dieser Sterbeprozess aufgrund der Nachlässigkeit der Behörden leider fort in Form von Opfern des Coronavirus. Ein weiser Mann des Yanomami-Volkes, der Schamane Davi Kopenawa Yanomamy, berichtet in seinem Buch “The Fall of Heaven”, was die Schamanen seines Volkes ahnen: Die Rasse der Menschheit steuert auf ihr Ende zu.

In den Vereinigten Staaten von Amerika gab es 1607 etwa 18 Millionen Ureinwohner, und bald darauf überlebten nur noch zwei Millionen.

In Kanada gab es 1492 zwei Millionen Ureinwohner, und 1933 waren es nur noch 120.000.

Das Buch berichtet nicht nur von der unermesslichen Tragödie, sondern vor allem vom Widerstand und, in unserer Zeit, von den verschiedenen organisierten Gipfeltreffen zwischen diesen Ureinwohnern aus dem Süden und dem Norden Amerikas. Dabei stärken sie sich gegenseitig, retten die uralte Weisheit der Schamanen, die Traditionen und die Erinnerungen.

Eine Legenden-Prophezeiung drückt die Wiedervereinigung dieser Völker aus: die zwischen dem Adler, der Nordamerika repräsentiert, und dem Kondor, der Südamerika repräsentiert. Beide wurden von der Sonne und dem Mond gezeugt. Sie führten ein glückliches Leben und flogen gemeinsam. Doch das Schicksal trennte sie. Der Adler beherrschte die Räume und führte fast zur Ausrottung des Kondors.

Doch dasselbe Schicksal wollte, dass in den 1990er Jahren, als die großen Gipfeltreffen zwischen den verschiedenen Urvölkern aus dem Süden und dem Norden stattfanden, der Kondor und der Adler sich wieder trafen und begannen, gemeinsam zu fliegen. Aus ihrer Liebe entstand der mittelamerikanische Quetzal, einer der schönsten Vögel der Natur, ein Vogel aus der Kosmovision der Maya, der die Vereinigung von Herz und Verstand, Kunst und Wissenschaft, männlich und weiblich ausdrückt. Es ist der Beginn einer neuen Zeit, der großen Versöhnung der Menschen untereinander, als Brüder und Schwestern, als Hüter der Natur, vereint durch das gleiche schlagende Herz, der auf der selben großzügigen Pachamama, der Mutter Erde, lebt.

Wer weiß, vielleicht ist diese Prophezeiung inmitten der Bedrängnisse der heutigen Zeit, in der unsere Kultur an ihre unüberwindlichen Grenzen stößt und sich zu einem Kurswechsel gedrängt sieht, die Vorwegnahme eines guten Endes für uns alle. Wir werden noch gemeinsam fliegen, der Adler des Nordens mit dem Kondor des Südens unter dem segensreichen Licht der Sonne, die uns den besten Weg zeigen wird.

Leonardo Boff Ökotheologe und  Schriftsteller: Hrsg. von: “Haus aus Himmel und Erde. Erzählungen der brasilianischen Urvölker” Gesammelt von Leonardo Boff. Aus dem Portugiesischen übersetzt und für die deutsche Ausgabe bearbeitet von Horst Goldstein.

Ubersetzt von Bettina Gold-Hartnack

Sin espiritualidad no salvaremos la vida en la Tierra

Leonardo Boff*

En momentos de grandes crisis, de desastres naturales y ahora con la epidemia del coronavirus, los seres humanos dejan salir a la superficie aquello que está en su esencia como humanos: la solidaridad, la cooperación, el cuidado de unos a otros y de su entorno y la espiritualidad.

En los encuentros para la elaboración de la Carta de la Tierra oímos de boca de Mijaíl Gorbachov, justamente de él considerado ateo por ser comunista y jefe de Estado: o desarrollamos una espiritualidad con nuevos valores, centrados en la vida y en la cooperación o no habrá solución para la vida en la Tierra.

Esta pandemia es un llamamiento a esa espiritualidad salvadora. Como dice la Carta de la Tierra: “Como nunca antes en la historia, el destino común nos convoca a un nuevo comienzo… Esto requiere un cambio en la mente y en el corazón; requiere un nuevo sentido de interdependencia global y de responsabilidad universal… solo así se llega a un modo sostenible de vida” (Conclusión).

Estamos viviendo una emergencia ecológica planetaria. Acertadamente nos alertó la Laudato Sì del Papa Francisco (2015): “Las previsiones catastróficas ya no se pueden mirar con desprecio e ironía. El ritmo de consumo, de desperdicio y de alteración del medio ambiente ha superado las posibilidades del planeta, de tal manera que el estilo de vida actual, por ser insostenible, sólo puede terminar en catástrofes” (n.161).

Esta advertencias refuerzan la urgencia de una espiritualidad de la Tierra. Ella demanda un nuevo paradigma, presentado por el Papa Francisco en su última encíclica Fratelli tutti (2020): debemos dejar de imaginar que somos los dueños (dominus) de la naturaleza para poder ser de hecho hermanos y hermanas (frater, soror). Si no hacemos esta transformación habra que tener presente esta advertencia: “nadie se salva solo, únicamente es posible salvarse juntos” (n. 32).

En función de esa misión común se ha establecido una colaboración y una articulación entre dos familias religiosas, con sus tradiciones espirituales, amigables con la creación y la vida de los más destituidos: los franciscanos con el Servicio Interfranciscano de Justicia, Paz y Ecología de la Conferencia de la Familia Franciscana de Brasil y los jesuitas con el Observatorio Luciano Mendes de Almeida, la Red de Justicia socioambiental de los Jesuitas y el Movimiento Católico Global por el Clima, sumándoseles como compañeros el centro juvenil MAGIS, y la Facultad Jesuita de Filosofía y Teología (FAJE).

Las espiritualidades y los valores de cada una de estas dos tradiciones nos podrán inspirar nuevas formas de cuidar la herencia sagrada que la evolución y Dios nos han entregado, la Tierra, la Magna Mater de los antiguos, la Pachamama de los andinos y la Gaia de los modernos.

En su encíclica de ecología integral Laudato Si, el Papa Francisco presenta a San Francisco “como el ejemplo por excelencia de todo lo que es débil y de una ecología integral, vivida con alegría y autenticidad. Es el santo patrono de todos los que estudian y trabajan en torno a la ecología, amado también por muchos que no son cristianos” (n.10). Y dice todavía más: “Corazón universal, para él cualquier criatura era una hermana, unida a él con lazos de cariño. Por eso se sentía llamado a cuidar todo lo que existe… hasta de las hierbas silvestres que debían tener su lugar en el huerto” de cada convento de los frailes (n.11.12).

Para San Ignacio de Loyola, gran devoto de San Francisco, ser pobre significaba más que un ejercicio ascético, un despojamiento de todo para estar más próximo a los otros y construir con ellos fraternidad. Ser pobre para ser más hermano y hermana.

Para los primeros compañeros de San Ignacio la vida en pobreza, individual y comunitaria, siempre acompañó el cuidado de los pobres, parte esencial del carisma jesuítico. Y San Francisco vivía estas tres pasiones: a Cristo crucificado, a los pobres más pobres y a la naturaleza. Llamaba a todas las criaturas, hasta al feroz lobo de Gubbio, con el dulce nombre de hermanos y hermanas.

Ambos vislumbraban a Dios en todas las cosas. Como lo expresó bellamente San Ignacio: “Encontrar a Dios en todas las cosas y ver que todas las cosas vienen de lo alto”. Y decía más, muy en la línea del espíritu de San Francisco: “No es el mucho saber lo que sacia el alma, sino el sentir y saborear internamente as cosas”. Sólo puede saborear internamente todas las cosas si las ama verdaderamente y se siente unido a ellas. En San Francisco abundan afirmaciones semejantes.

Tales modos de vida y de relacionarse son fundamentales si queremos reinventar una forma amigable, reverente y cuidadosa de la Tierra y la naturaleza. De ahí nacerá una civilización biocentrada. Como afirma la Fratelli tutti, fundada en una “política de la ternura y de la gentileza”, “en el amor universal y en la fraternidad sin fronteras”, en la interdependencia entre todos, en la solidaridad, la cooperación y el cuidado de todo lo que existe y vive, especialmente de los más desprotegidos.

La Covid-19 es una señal que la Madre Tierra nos envía para que asumamos la misión que nuestro Creador y el universo nos han confiado de “proteger y cuidar el Jardín del Éden”, es decir, de la Madre Tierra (Gn 2,15). Si juntos, estas dos Órdenes de los franciscanos y los jesuitas, asociados a otros, se proponen realizar este sagrado propósito, darán una señal de que no se ha perdido todo del Paraíso terrenal. Él empieza a crecer dentro de nosotros y se expande hacia fuera de nosotros, haciendo, de verdad, de la Madre Tierra, la verdadera y única Casa Común en la cual podremos vivir juntos en fraternidad, amorosidad, justicia y paz y alegre celebración de la vida. ¿Son sueños? Sí, son los Grandes Sueños, necesarios, que anticipan la realidad futura.

*Leonardo Boff, ecoteólogo, por parte de la familia franciscana.

Traducción de Mª José Gavito Milano

Sem espiritualidade não salvaremos a vida na Terra

                                    Leonardo Boff

Em momentos de grandes crises, de desastres naturais e agora com a epidemia do Coronavírus, os seres humanos deixam vir à tona aquilo que está na sua essência como humanos: a solidariedade, a cooperação, o cuidado de uns para com os outros e para o seu entorno e a espiritualidade.

Ouvimos da boca de Michail Gorbachev no encontros para a elaboração da Carta da Terra,exatamente dele considerado ateu por ser comunista e chefe de Estado: ou vamos desenvolver uma espiritualidade com novos valores,centrados na vida e na cooperação ou não haverá solução para a vida na Terra.

Esta pandemia significa uma conclamação para esta espiritualidade salvadora.Como diz a Carta da Terra:”Como nunca antes na história, o destino comum nos conclama a um novo começo…Isso requer uma mudança na mente e no coração; requer um novo sentindo de interdependência global e de responsabilidade universal…só assim se chega a um modo sustentável de vida”(Conclusão)

         Vivemos uma emergência ecológica planetária. Acertadamente nos alertou a Laudato Sì do Papa Francisco:”As previsões catastróficas já não se podem olhar com desprezo e ironia. O ritmo do consumo, desperdício e alteração do ambiente superou de tal maneira as possibilidades do planeta, que o estilo insustentável de vida atual só pode desembocar em catástrofes”(n.161).

         Esta advertências reforçam a urgência de uma espiritualidade da Terra. Ela demanda um novo paradigma, apresentado pelo Papa Francisco em sua última encíclica Fratelli tutti (2020): devemos deixar de nos imaginar os donos (dominus) da natureza para sermos de fato irmãos e irmãs (frater, soror). Se não fizermos essa travessia vale esta advertência:”Ou nos salvamos todos ou ninguém se salva”(n. 32).

Em função dessa missão comum se estabeleceu uma colaboração e uma articulação entre duas famílias religiosas com suas  tradições espirituais, amigáveis para com a criação, à vida, aos mais destituídos: os franciscanos com o Serviço Inter-franciscano de Justiça, Paz e Ecologia da Conferência da Família Franciscana do Brasil  e os jesuítas com o Observatório Luciano Mendes de Almeida, a Rede de Justiça socio-ambiental dos Jesuítas e o Movimento Católico Global pelo Clima, somando-se ainda como parceiros a MAGIS, A FAJE.

As espiritualidades e os valores de cada uma destas duas tradições  nos poderão inspirar novas formas de cuidar da herança sagrada que a evolução e Deus nos entregaram, a Terra, a Magna Mater dos antigos, a Pachamama dos andinos e a Gaia dos modernos.

Em sua encíclica de ecologia integral Laudato Si o Papa Francisco apresenta São Francisco “como o exemplo por execelência pelo cuidado pelo que é frágil, vivido com alegria e autenticidade. É o padroeiro de todos os que estudam e trabalham no campo da ecologia, amado também por muitos que não são cristãos”(n.10). Diz mais ainda:”Coração universal, para ele qualquer criatura era uma irmã, unida a ele por laços de carinho; por isso sentia-se chamado a cuidar de tudo o que existe…até das ervas silvestres que deviam ter o seu lugar no horto” de cada convento dos frades(n.11.12).

Para Santo Inácio de Loyola, grande devoto de São Francisco, e para este ser pobre significava mais que um exercício  acético, mas um despojamento de tudo para estar mais próximo dos outros e construir com eles fraternidade. Ser pobre para ser mais irmão e irmã.

Para os primeiros companheiros de Santo Inácio a vida em pobreza, individual e comunitária, sempre acompanhou o cuidado com os pobres, parte essencial do carisma jesuítico. E São Francisco vivia estas três paixões: ao Cristo crucificado, aos pobres mais pobres e à natureza. Chamava a todas as criaturas, até ao feroz lobo de Gubbio com o doce nome de irmãos e de irmãs.

Ambos vislumbravam Deus em todas as coisas. Como o expressou belamente Santo Inácio:“Encontrar Deus em todas as coisas e ver que todas as coisas vem do alto”. E dizia mais, bem na linha do espírito de São Francisco:” Não é o muito saber que sacia e satisfaz a alma, mas o sentir e saborear internamente as coisas”. Só pode saborear internamente todas as coisas se as ama verdadeiramente e e sente unido a elas. Em São Francisco abundam afirmações semelhantes.

Tais modos de vida e de relacionamento são fundamentais se quisermos reinventar uma forma amigável, reverente e cuidadosa para com a Terra e a natureza. Dai nascerá uma civilização biocentrada. Como afirma a Fratelli tutti, fundada numa “política da ternura e da gentileza”, “no amor universal e na fraternidade sem fronteiras”, na interdependência entre todos, na solidariedade, na cooperação e no cuidado para com tudo o que existe e vive, especialmente com os mais desprotegidos.

O Covid-19 é um sinal que a Mãe Terra nos envia para assumirmos nossa missão que o Criador e o universo nos confiaram: de “proteger e cuidar do Jardim do Éden”, isto é, da Mãe Terra (Gn 2,15). Se juntos, estas duas Ordens, dos franciscanos e dos jesuítas, associados a  outros, se propuserem realizar este sagrado propósito, darão um sinal de que nem tudo do Paraíso terrenal se perdeu. Ele começa a crescer dentro de nós e se expande para fora de nós, fazendo, de verdade, da Mãe Terra, a verdadeira e única Casa Comum na qual podemos viver juntos na fraternidade, na amorosidade, na  justiça, na paz e na alegre celebração da vida. São sonhos? Sim, são os Grandes Sonhos, necessários, que antecipam a realidade futura.

Leonardo Boff, ecoteólogo, da parte da família franciscana.

El reencuentro entre el águila y el cóndor: el genocídio en las Américas

Leonardo Boff*

El planeta Tierra está en un franco y peligroso declinar debido a la agresión sistemática de los últimos siglos. La irrupción de la Covid-19, afectando directamente a todo el planeta y exclusivamente a la especie humana, es una de las serias señales que la Tierra viva nos está enviando: nuestro modo de vida es demasiado destructivo y lleva a la muerte a millones de seres humanos y a otros seres de la naturaleza. Tenemos que cambiar nuestro modo de producir, de consumir y de vivir en nuestra única Casa Común, en caso contrario podemos conocer un armagedónecológico-social.

Curiosamente, a contracorriente de ese proceso, considerado por algunos como la inauguración de una nueva era geológica –el antropoceno y el necroceno– es decir, la sistemática destrucción de vidas perpetradas por el propio ser humano, irrumpen los pueblos originarios, portadores de una nueva conciencia y de una vitalidad reprimida durantesiglos. Están rehaciéndose biológicamente y surgiendo como sujetos históricos. Su manera de relacionarse amigablemente con la naturaleza y la Madre Tierra los hace nuestros maestros y doctores. Se sienten tan unidos a estas realidades que al defenderlas se están defendiendo a sí mismos.

Fue un gran error de los invasores europeos llamarlos “indios” como si fuesen habitantes de una región de la India que todos buscaban. Ellos, en realidad, se llamaban con diferentes nombres: Tawantinsuyo, Anauhuac, Pindorama entre otros. Prevaleció el nombre de Abya Yala, dado por el pueblo Kuna del norte de Colombia y de Panamá que significa “tierra madura, tierra viva, tierra que florece”. Eran pueblos con sus nombres como taínos, tikunas, zapotecas, aztecas, mayas, olmecas, toltecas, mexicas, aymaras, incas quechuas tapajós, tupís, guaranís, mapuches y cientos de otros. La adopción del nombre común, Abya Yala, forma parte de la construcción de una identidad común, en la diversidad de sus culturas y expresa las articulaciones que los unen en un inmenso movimiento que va del norte al sur del continente americano. En 2007 crearon la Cúpula de los Pueblos de Abya Yala.

Pero sobre ellos pesa una vasta sombra que fue el exterminio infligido por los invasores europeos. Ocurrió uno de los mayores genocidios de la historia. Por guerras de exterminio o por enfermedades traídas por los blancos contra las cuales no tenían inmunidad, por trabajos forzados y mestizaje forzado murieron cerca de 70 millones de representantes de estos pueblos. Los datos más seguros han sido recogidos por la socióloga y educadora Moema Viezzer y por el sociólogo e historiador canadiense radicado en Brasil, Marcelo Grondin. El libro, impresionante, con prefacio de Ailton Krenak lleva como título Abya Yala: genocidio, resistencia y supervivencia de los pueblos originarios de las Américas (Editora Bambual, Rio de Janeiro 2021). Recogen los datos del genocidio de las dos Américas. Demos un pequeño resumen:

En 1492, cuando llegaron los colonizadores había en el Caribe cuatro millones de indígenas. Años después no había ninguno. Fueron muertos todos, especialmente en Haití.

En 1500 había en México 25 millones de indígenas (aztecas, toltecas y otros), setenta años después quedaban solo dos millones.

En 1532 existían en los Andes 15 millones de indígenas, en pocos años quedó solo un millón.

En América Central en 1492 en Guatemala, Honduras, Belize, Nicaragua, El Salvador, Costa Rica y Panamá había entre 5,6 y 13 millones de indígenas, el 90% de los cuales fueron muertos.

En Argentina, en Chile, en Colombia y en Paraguay murieron en promedio, en algunos países más y en otros menos, cerca de un millón de indígenas.

Las Antillas menores como en las Bahamas, Barbados, Curação, Granada, Guadalupe, Trinidad-Tobago e Islas Vírgenes conocieron el mismo exterminio casi total.

En Brasil, cuando los portugueses atracaron en estas tierras, había cerca de 6 millones de pueblos originarios de decenas de etnias con sus lenguas. El desencuentro violento los redujo a menos de un millón. Hoy, lamentablemente, debido al descuido por parte de las autoridades, ese proceso de muerte continúa, víctimas del coronavirus. Un sabio de la nación yanomami, el pajé Davi Kopenawa Yanomamy relata en el libro La Caída del Cielo lo que los chamanes de su pueblo están vislumbrando: la carrera de la humanidad se dirige hacia su fin.

En los Estados Unidos de América vivían en 1607 cerca de 18 millones de habitantes de pueblos originarios y tiempo después sobrevivieron solo dos millones.

En Canadá había en 1492 dos millones de habitantes originarios y en 1933 apenas se contaban 120 mil.

El libro no solo narra la inconmensurable tragedia, sino especialmente las resistencias y las cúpulas organizadas modernamente entre esos pueblos originarios del sur y del norte de las Américas. Con ello se refuerzan mutuamente, rescatan la sabiduría ancestral de los chamanes, las tradiciones y las memorias.

Una leyenda-profecía expresa el reencuentro de esos pueblos: la del Águila, representando a América el Norte y el Cóndor, a América del Sur. Ambos, engendrados por el Sol y por la Luna, vivían felices volando juntos. Pero el destino los separó. El Águila dominó los espacios y casi llevó al exterminio al Cóndor.

Sin embargo, quiso ese mismo destino que a partir de la década de 1990, al iniciarse las grandes cúpulas entre los distintos pueblos originarios del sur y del norte, el Cóndor y el Águila se reencontraran y empezaran a volar juntos. Delamor de ambos nació el Quetzal de América Central, un de las aves más bellas de la naturaleza, ave de la cosmovisión maya, que expresa la unión del corazón con la mente, del arte con la ciencia, de lo masculino con lo femenino. Es el comienzo del tiempo nuevo de la gran reconciliación de los seres humanos entre sí, como hermanos y hermanas, cuidadores de la naturaleza, unidos por un mismo corazón pulsante y habitando en la misma y generosa Pachamama, la Madre Tierra.

Quien sabe si en medio de las tribulaciones del tiempo presente en que nuestra cultura ha encontrado sus límites insuperables y se siente urgida a cambiar de rumbo, esta profecía pueda ser la anticipación de un fin bueno para todos. Aún volaremos juntos, el Águila del Norte con el Cóndor del Sur, bajo la benéfica luz del Sol que nos mostrará el mejor camino.

*Leonardo Boff escribió El casamiento entre el Cielo y la Tierra: cuentos de los pueblos indígenas de Brasil, Mar de Ideias, Rio de Janeiro 2014.

Traducción de Mª José Gavito Milano