Aslan Kurdi, der kleine ertrunkene Junge, bringt uns zum Weinen und Nachdenken

Der kleine 3- oder 4-jährige syrische Junge liegt leblos am Strand, ist blass und hat noch immer seine Kinderkleidung an. Mit dem Gesicht nach unten, dem Kopf seitlich gedreht, als wolle er noch atmen. Die Wellen haben sich seiner erbarmt und ihn an den Strand getragen. Die stets gefräßigen Fische hatten ihn verschont, da seine Unschuld sie so sehr berührte. Aylan Kurdi ist sein Name. Sein Vater konnte seine Jungen nicht halten, sie wurden ihm aus den Händen gerissen und vom Wasser verschluckt.

Lieber Aylan, du flohst vor dem Kriegshorror Syriens, wo die Truppen des Präsidenten Assad, mit Unterstützung der reichen Arabischen Emirate und Iran  die Truppen des grausamen Islamischen Staates bekämpfen, die diejenigen köpfen, die sich weigern, zu ihrer Religion überzutreten. Ich kann mir vorstellen, dass du Angst vor den mit Überschallgeschwindigkeit fliegenden Flugzeugen hattest, die ihre mörderischen Bomben fallen ließen. Aus Angst, das Haus könnte in Flammen aufgehen und in die Luft gehen, konntest du nicht schlafen.

Wie oft hast du wohl deine Eltern und Nachbarn sagen hören, wie bedrohlich diese Flugzeuge sind, die ohne Piloten fliegen, die Drohnen? Die Drohnen verfolgen und jagen Menschen durch die ausgedörrte hügelige Landschaft und töten sie. Hochzeitsfeiern, die trotz all des Horrors mit viel Freude begangen werden, werden auch bombardiert, weil vermutet wird, dass sich irgendein Terrorist unter den Gästen befindet.

Vielleicht kam dir nicht in den Sinn, dass derjenige, der solche Grausamkeiten ausübt und hinter all dem steckt, ein junger Soldat ist, der aus irgendeinem Flugzeugträger oder aus  einer Militärbaracke in Texas lebt. Er sitzt friedlich in seinem Wohnzimmer vor einem riesigen Fernsehbildschirm. Per Satellitenempfang zeigt der Bildschirm die Schlachtfelder in deinem Land, Syrien oder Irak. Wenn der junge Soldat argwöhnisch wird, feuert er durch einen einfachen Knopfdruck eine Waffe ab, die von einer Drohne transportiert wird. Der junge Soldat empfindet nichts. Er hört nichts. Er fühlt nicht einmal Schmerz. Auf der anderen Seite des Erdballs, Tausende von Kilometern entfernt, sterben plötzlich 30 oder 40 Menschen, Kinder wie du, Väter und Mütter wie die Deinen, Menschen, die nichts mit dem Krieg zu tun haben. Sie werden kaltblütig ermordet. Bei sich zu Hause in Texas lächelt der Soldat, da er sein Ziel getroffen hat.

Angesichts des Terrors aus der Luft und vom Boden und der Bedrohung, ermordet oder geköpft zu werden, beschlossen deine Eltern zu fliehen. Sie nahmen die ganze Familie mit. Sie waren nicht auf der Suche nach einem anderen Job. Sie wollten einfach nicht sterben oder getötet werden. Sie träumten davon, in einem Land zu leben, wo sie nicht mehr bedroht werden, an einem Ort, wo sie ohne Alpträume schlafen können.

Und du, lieber Aylan, könntest fröhlich auf der Straße mit deinen Spielkameraden spielen, deren Sprache du nicht verstanden hättest. Aber das wäre nicht schlimm gewesen, denn ihr Kinder sprecht alle ein Sprache, die alle kleine Jungen und Mädchen verstehen.

Du, Aylan, warst nicht in der Lage, einen solch friedvollen Ort zu erreichen. Doch nun, trotz aller Trauer, die wir empfinden, wissen wir, dass du, so unschuldig wie du bist, in einem Paradies angekommen bist, wo du endlich spielen, springen und überall herum rennen kannst in der Gesellschaft eines Gottes, der auch ein Kind war, mit Namen Jesus, und der, um dich nicht allein zu lassen, wieder zum Kind wurde. Und Er wird Fußball mit dir spielen. Er wird ein Kätzchen im Nacken fassen und hinter einem Hundewelpen her rennen; ihr werdet einander perfekt verstehen, als wärt ihr immer Freunde gewesen. Zusammen werdet ihr bunte Bilder malen, über die Puppen lachen, die ihr fabrizieren werdet, und schöne Geschichten miteinander teilen. Und du wirst sehr glücklich sein. Und schau mal, welche Überraschung: bei dir wird auch dein kleiner Bruder sein, der mit dir gestorben ist, und deine Mutter wird euch umarmen und küssen können, wie sie es schon so oft getan hat.

Du bist nicht gestorben, mein lieber Aylan. Du bist an einen anderen Ort gegangen, einen viel besseren Ort, um dort zu leben. Die Welt war deiner Unschuld nicht würdig.

Und nun denke ich bei mir: Was für eine Welt ist das, die die Kinder erschrickt und tötet? Warum wollen die meisten Länder keine Terror- und Kriegsflüchtlinge aufnehmen? Sind diese Flüchtlinge denn nicht unsere Brüder und Schwestern, die im selben Gemeinsamen Haus, der Erde, mit uns leben? Diese Flüchtlinge verlangen nichts. Sie möchten nur leben. Sie möchten Frieden haben und wollen nicht, dass ihre Kinder aus Angst weinen und unter Bombengedröhn aus dem Bett springen. Sie sind Menschen, die als Menschen willkommen geheißen werden wollen, ohne irgendjemanden zu bedrohen. Sie wollen nur auf ihre Weise Gott verehren und sich auf ihre Art kleiden, wie sie es schon immer taten.

Sind zweitausend Jahre Christenheit nicht genug, um die Europäer mit einem Mindestmaß an Mitmenschlichkeit, Solidarität und Gastfreundschaft auszurüsten? Aylan, der kleine syrische Junge, der tot am Strand liegt, ist eine Metapher für das heutige Europa: überwältigt, leblos, unfähig zu weinen oder bedrohtes Leben aufzunehmen. Haben nicht die Europäer so oft gehört, dass sie denjenigen, den sie als Fremden oder Verfolgten aufnehmen, unwissentlich Gott aufnehmen?

Lieber Aylan, möge das Bild von dir, wie du an den Strand gespült da liegst, in uns die Menschlichkeit hervorrufen, die wir immer in uns tragen, einen Funken an Solidarität, eine Träne des Mitgefühls, die wir nicht unterdrücken können, mit unseren Augen, die müde sind, so viel nutzloses Leid anzusehen, vor allem Leid von Kindern wie du. Hilf uns, so bitten wir dich, denn ansonsten könnte der göttliche Funke, der in uns flackert, erlöschen. Und wenn diese Flamme stirbt, werden wir alle untergehen, denn ohne Liebe und Mitgefühl wird nichts in der Welt Sinn ergeben.

*Leonardo Boff, ein Großvater aus einem fernen Land, der bereits viele Menschen aus deinem Land, Syrien, empfangen hat, der sich erbarmte, als er das Bild von dir am Strand sah, und der bittere Tränen des Mitgefühls darüber weinte.

übersetzt von Bettina Goldhartnack

 

 

O mito da hospitalidade e os refugiados de hoje

Os milhares de refugiados que estão fugindo da guerra na Síria e do norte da África e buscam simplesmente a paz nos países europeus, nos fazem lembrar um dos mais belos mitos da cultura grega: os dois velhinhos Báucis e Felêmon, transmitido pelo poeta latino Ovídeo em suas Metaformoses. Admiremos a beleza e o profundo sentimento desse mito.

“Certa vez Júpiter, pai-criador do céu e da terra e seu filho Hermes, princípio de toda comunicação (donde vem a palavra hermenêutica), resolveram disfarçar-se de pobres e vir ao reino dos mortais para ver como ia a criação que haviam posto em marcha. Ambos se desfizeram de sua glória Pareciam realmente pobres e andarilhos dos caminhos.

Passaram por muitas terras. Pediam ajuda a uns e a outros e ninguém lhes estendia a mão. Muitos outros sequer os olhavam. Era o que mais lhes doía, por não serem sequer olhados, como se fossem cães lazarentos da estrada. Assim passaram fome e toda sorte de privações. Depois de tanto peregrinar e de sentir-se alijados por todos, o que mais queriam era encontrar alguém que lhes desse uma mínima hospitalidade.

Até que um dia, chegaram à Frígia, província das mais longinquas e inóspitas do império romano. Ai vivia um casal muito pobre. Ele se chamava Filêmon (em grego, “aquele capaz de amar”) e ela Báucis, (em grego, “delicada e terna”).

Sobre uma pequena elevação construíram sua choupana, rústica, porém, muito limpa. Foi lá que, ainda jovens, uniram seus corações. Viviam em grande paz e harmonia pois ambos faziam tudo juntos, um auxiliando sempre o outro. Quem mandava era tambem quem obedecia.

Eis que chegaram Júpiter e Hermes, disfarçados de pobres mortais. Bateram à porta. Qual não foi a sua supresa quando o bom velhinho Filêmon, sorridente, apareceu à porta e, sem muito reparar, foi logo dizendo:

– “Forasteiros, vocês devem estar muito cansados e com fome. Venham, entrem na casa. É pobre, mas está aberta a hospedá-los”. Báucis, a delicada e terna, logo se apressou em lhes oferecer dois tamboretes de madeira para se sentarem.

Antes que manifestassem qualquer desejo, ambos, Filêmon e Báucis, começaram a reanimar o fogo, quase se apagando, para aquecer a água e aliviar os pés dos dois hóspedes. Filêmon foi à horta atrás da choupana e colheu algumas folhas e legumes, enquanto Báucis tirava da vara, o último pedaço de toucinho. Numa panela de barro, bem antiga, cozinharam os legumes com o toucinho que enchia a casa de perfume. Báucis tomou do azeite turvo e grosso, mas perfumado e o derramou por sobre a sopa. Depois tomou alguns ovos e os meteu sob a cinza quente. Filêmon se lembrou do vinho que jazia numa vasilha escura no canto da casa. Tomaram alguns pedaços de pão do dia anterior, aqueceram-nos na borda do fogão. E de repente tudo estava sobre a mesa em pratos quentes.

-“Queridos hóspedes, vamos comer pois vocês merecem se alimentar depois de tantas canseiras. Perdoem simplicidade e a pobreza da cozinha”. Os imortais comeram à saciedade. Muito comovidos ficaram quando os dois velhinhos ofereceram a própria cama para dormir. Colocaram lençois limpos, embora visivelmente gastos. Estenderam por sobre o leito uma cobertura de honra, um velho tapete, usado nas festas.

Quando Júpiter e Hermes estavam se levantando para ir dormir, eis que sobreveio grande e inesperada tempestade. Raios e trovões ribombavam pelo vale afora. Ocorrreu uma inundação vitimando pessoas e animais.

Báucis e Filêmon se desculparam junto aos Imortais e apressados, se preparavam para ajudar os flagelados. Mas Júpiter freou a devastadora tempestade.

Foi então que aconteceu a grande revelação. Báucis e Filêmon viram sua choupana se transformar num luzidio templo de mármore. Colunas em estilo jônico enfeitavam a entrada. O teto de ouro reluzia como o sol recém saido das nuvens. E Júpiter e Hermes mostraram toda sua glória.

Filêmon e Báucis cairam em si. Puseram-se de joelhos, inclinando a cabeça até o chão para venerar o Deus presente. Júpiter depois bondosamente disse: “Bom e justo Filêmon, digna e terna esposa Báucis: façam um pedido que eu, em agradecimento, quero atender”. Baucis se inclinou para Filêmon e colocou sua cabeça encanecida sobre o peito dele. E, como se tivessem previamente combinado, disseram unissonamente: “O nosso desejo é de servir a Deus nesse templo por todo o tempo que nos resta de vida”.

E Hermes acrescentou: “Eu também quero que façam um pedido para eu o realizar”. E eles, novamente, como se tivessem combinado, sussuraram conjuntamente: “Depois de tão longo amor e de tanta concórdia, gostaríamos de morrer juntos”.

Seus votos foram ouvidos e cumpridos. Filêmon e Báucis, os esposos hospitaleiros, serviram no templo enquanto durou sua respiração.

Certo dia enquanto, sentados no átrio, recordavam de como hospedaram, sem saber, Deus em sua choupana, Filêmon viu que o corpo de Báucis se revestia de folhagens floridas até a cabeça. E Báucis viu também que o corpo de Filêmon se cobria todo de folhagens verdes. Mal puderam balbuciar juntos o derradeiro adeus. Aconteceu a grande metamorfose. Filêmon foi transformado num enorme carvalho e Báucis numa frondosa tília. Em cima, as copas e os galhos se entrelaçaram. E assim abraçados ficaram unidos para sempre.

Quem passar por aquela região da Frígia, atualmente a Turquia, ainda hoje ouvirá esta fantástica história contada de geração em geração. Os mais velhos repetem sempre a lição: quem acolhe um pobre faminto, hospeda anonimamente Deus.

Leonardo Boff é filósofo e teólogo e articulista do JB on line

Sind sie nicht Menschen, unsere Brüder und Schwestern?

Der Grad an Zivilisation und Menschlichkeit einer Gesellschaft misst sich daran, wie sie diejenigen, die anders sind, willkommen heißt und mit ihnen zusammenlebt. An diesem Maßstab gemessen bietet Europa ein erbärmliches Beispiel, das an Barbarei grenzt. Europa zeigt sich so egozentrisch und selbstgefällig, das es ihm extrem schwer fällt, Andere willkommen zu heißen und mit ihnen zusammen zu leben.

Die allgemeine Strategie war und ist noch immer: den Anderen entweder auszuschließen oder zu zerstören. Genau dies geschah während der sich ausdehnenden Kolonialisierung in Afrika, Asien und hauptsächlich in Lateinamerika. Sie zerstörte ganze Nationen wie in Haiti, Mexiko und Peru.

Die wesentliche Beschränkung der westeuropäischen Kultur ist ihre Arroganz, die sich darin zeigt, dass sie sich für die am weitest entwickelte der Welt hält, dass sie glaubt, die beste Regierungsform (Demokratie) zu besitzen, das größte Rechtsbewusstsein, Schöpfer der Philosophie und Technologie zu sein und, als wäre dies noch nicht genug, Träger der einen, wahren Religion: des Christentums. Spuren dieser Arroganz finden sich immer noch in der Präambel der Konstitution der Europäischen Union. Dort heißt es lapidar:

„Der europäische Kontinent ist der Träger der Zivilisation, sein Volk bewohnte ihn seit Beginn der Menschheit in sukzessiven Phasen, und durch die Jahrhunderte entwickelten sie die Werte, die die Grundlage der Menschheit sind: Gleichheit aller Menschen, Freiheit und der Wert der Vernunft…“

Dieser Blickwinkel ist nur teilweise richtig. Er vergisst die häufigen Verstöße gegen diese Rechte, die Katastrophen, die Europa mit totalitären Ideologien verursachte, mit zerstörerischen Kriegen, erbarmungslosem Kolonialismus und wildem Imperialismus, der sich ganze Kulturen in Afrika oder in Lateinamerika unterwarf und zerstörte, ganz im Gegensatz zu den Werten, die es proklamiert. Der dramatische Zustand der heutigen Welt und die großen Zahlen an Flüchtlingen, die aus den Mittelmeerstaaten kommen, sind zum Großteil auf die Art der Globalisierung zurückzuführen, die Europa unterstützt, da es, konkret gesagt, eine Art von später Verwestlichung der Welt konstituiert, weniger die Entwicklung einer wahren globalen Gemeinschaft.

Dies ist der Hintergrund, der uns hilft, die Zweideutigkeit und den Widerstand der meisten europäischen Länder zu verstehen, Flüchtlinge und Immigranten bei sich aufzunehmen, die aus den Ländern Nordafrikas und dem Mittleren Osten kommen, von wo sie den Terror des Krieges fliehen, welcher zum Großteil durch westliche Intervention (NATO) und vor allem durch die imperialistische Politik der Vereinigten Staaten hervorgerufen wurde.

Gemäß den Daten des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) wurden allein in diesem Jahr 60 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Allein der syrische Konflikt ist verantwortlich für 4 Millionen Vertriebene. Die Länder, die am ehesten bereit sind, diese Opfer bei sich aufzunehmen, sind der Libanon mit über einer Million (1,1 Millionen) Flüchtlingen und die Türkei (1,8 Millionen).

Nun suchen Tausende von Menschen ein bisschen Frieden in Europa. Allein in diesem Jahr überquerten fast 300.000 Migranten und Flüchtlinge das Mittelmeer. Und ihre Anzahl steigt täglich. Sie werden mit Feindseligkeit empfangen. Faschistische und fremdenfeindliche Gesinnung in der Bevölkerung zeugen von großer Gefühllosigkeit, wenn nicht sogar von Mangel an Menschlichkeit. Erst nach der Tragödie von Lampedusa, der südlichen Insel Italiens, wo im April 2014 700 Menschen ertranken, wurde die Operation Mare Nostrum gestartet, die zur Aufgabe hat, nach Schiffen in Seenot zu suchen.

Die Aufnahme der Flüchtlinge wird von Vorfällen, besonders in Spanien und England, begleitet. Als das offenste und gastfreundlichste Land, ungeachtet der Anschläge auf Flüchtlingslager, hat sich Deutschland gezeigt. Die faschisten-freundliche Regierung Ungarns von Viktor Organ hat den Flüchtlingen den Krieg erklärt. Sie traf eine Entscheidung großer Barbarei, indem sie die Errichtung eines vier Meter hohen Stacheldraht-Zauns entlang der gesamten Grenze zu Serbien anordnete, um die Ankunft der Flüchtlinge aus dem Mittleren Osten zu versperren. Die Regierungen der Slowakei und Polens erklärten, sie würden nur christliche Flüchtlinge aufnehmen.

Diese Maßnahmen sind kriminell. Handelt es sich bei den Leidenden denn nicht um Menschen? Sind sie nicht unsere Brüder und Schwestern? Immanuel Kant war mit seinem letzten Buch „Zum ewigen Frieden“ einer der Ersten, die den Vorschlag einer Weltrepublik machten. Er sagte, die wichtigste Tugend dieser Republik wäre die Gastfreundschaft als das Recht aller, und sie muss für alle gelten, denn wir alle sind Kinder dieser Erde.

All dies wird durch die Mitglieder der Europäischen Union schamhaft verleugnet. Die jüdisch-christliche Tradition bekräftigte stets, dass derjenige, der den Fremden bei sich aufnimmt, unwissentlich Gott aufnimmt. Die Worte der Quantenphysikerin Danah Zohar, die sich am treffendsten über spirituelle Intelligenz ausdrückt, passen gut hierher: „In Wahrheit sind wir und die anderen eins, es gibt keine Trennung, wir und der „Fremde“ sind Aspekte des einen und einzigen Lebens“ (Conciencia espiritual, Record 2002, S. 219). Wie verschieden wäre das Geschick der Flüchtlinge, wenn diese Worte leidenschaftlich und voller Mitgefühl gelebt würden.

übersetzt von Bettina Gold-Harnack

 

 

 

 

 

FRANCISCO REACENDE A FÉ EM CUBA DIZ FREI BETTO

Por mais que tenha sido incompreendido e até caluniando FEI BETTO tem um mérito especial com referência a Cuba, ao Estado e à Igreja. Quando ainda era perigoso viajar ilha por causa da vigilância do regime dos militares, Frei Betto fez inúmeras viagens, de algumas delas participei, para cumprir uma dupla missão, solicitada por Fidel Castro: falar aos vários escalões de governo, desde ministros até funcionários de terceiro escalão, sobre o que é o marxismo, no seu sentido original (não como metafísica atéia mas como análise da sociedade de classes em conflito) para superar o marximo-cartilha elaborado pela União Soviética. E o fez com grande sucesso. A segunda tarefa era a de aproximar a Igreja Catolica ao regime de Fidel Castro, superando mútuos preonceitos. Foi um trabalho árduo, trabalhando nas duas frentes, sempre com extrema lealdade à fé cristã e ao mesmo tempo vontade de entender o socialismo cubano, quase garroteado pelo bloqueio dos Estados Unidos. Depois de largo trabalho, conseguiu-se finalmente o encontro da Conferência dos Bispos Cubamos com as mais altas instância do govereno socialista. Inaugurou-se profícuo diálogo que foi sancionado pelas duas visitas papais, de João Paulo II e de Benedito XVI. E por fim veio a paz político-religiosa como vem narrada no artigo de Frei Betto que publicamos abaixo. Grande parte deste desenvolvimento bem sucedido se deve ao empenho sério, religioso e político, no seu sentido ético mais alto, feito com generosidade e simplicidade por Frei Betto. Este seu artigo esclarece esta trajetória e desfaz preconceitos  e incompreensões que surgiram ao redor de sua atividade nestes últimos anos. Quero testemunhar a dupla lealdade que frei Betto sempre manteve: à Igreja Católica e aos ideais do socialismo democrático por representarem um avanço em humanidade, em igualdade e em fraternidade de que tanto precisamos. LBoff

HAVANA – Ao encerrar sua visita a Cuba, na terça, 22/9, papa Francisco declarou, em Santiago de Cuba, “me senti em casa, em família”. De fato, tinha motivos para comemorar. Atualmente são excelentes as relações entre a Igreja Católica e o governo cubano, após décadas de conflitos.

Dias antes de o papa desembarcar em Havana, no sábado, 20/9, o cardeal Jaime Ortega teve acesso ao programa de entrevistas de maior audiência televisiva no país. Quando se trata da delicada questão de liberar presos políticos, Raúl Castro recorre à mediação dele, gesto que comprova a admiração recíproca que os une.

Embora tenha merecido, em prazos relativamente curtos (em se tratando de pontífices), a visita de três papas – João Paulo II (1998), Bento XVI (2012) e, agora, Francisco – a ilha socialista não abriga uma nação católica. Sua religiosidade lembra a nossa Bahia. Predomina o sincretismo, que mescla cristianismo com espiritualidades oriundas da África, trazidas pelos escravos que vieram trabalhar nos engenhos de açúcar.

Calcula-se que, entre a população de pouco mais de 11 milhões de habitantes, apenas 5% podem ser considerados católicos, embora seja bem maior o número dos que foram batizados na Igreja Católica.

A Revolução cubana não se fez contra a Igreja. Fidel e Raúl estudaram, por longos anos, como alunos internos em escolas de lassalistas e jesuítas. Na missa celebrada pelo papa Francisco na Praça da Revolução, no domingo, 21/9, em Havana Raúl, ao cumprimentar-me, comentou com quem o rodeava: “Já assisti a mais missas do que Frei Betto.” Na primeira metade do século XX, alunos internos de escolas católicas eram obrigados à missa diária.

Lina, a mãe de Fidel e Raúl, fez os filhos prometerem que, se sobrevivessem à guerrilha de Sierra Maestra, cumpririam a promessa que ela fizera à santa de que depositariam suas armas aos pés da Virgem da Caridade do Cobre, padroeira nacional, cujo santuário fica próximo a Santiago de Cuba. Em minha primeira visita à Ilha, em 1981, ali estive e vi as armas expostas, agora transferidas a um museu.

A guerrilha de Sierra Maestra contou com um capelão, o padre Guillermo Sardiñas, que após a vitória, em janeiro de 1959, mereceu o máximo título de “Comandante da Revolução”. E foi autorizado pelo papa João XXIII a trajar batina verde oliva…

As tensões entre Igreja Católica e Revolução se iniciaram quando as medidas de estatização de propriedades nacionais e estrangeiras emitiram sinais de que o país caminhava para o comunismo. O catolicismo pré-conciliar, de forte conotação franquista, se posicionou ao lado dos que defendiam o capitalismo como mais adequado à liberdade religiosa, e identificavam no comunismo o anjo exterminador da fé cristã.

Em 1961, após a derrota dos mercenários que, patrocinados pelo governo Kennedy, tentaram invadir Cuba pela Baía dos Porcos, Fidel declarou o caráter socialista da Revolução. Pressionada pela bipolaridade da Guerra Fria, Cuba se abrigou sob as asas da União Soviética. Sacerdotes fizeram correr a notícia de que a Revolução enviaria à Rússia milhares de crianças destinadas a, longe de seus pais, serem educadas como militantes comunistas. A chamada Operação Peter Pan transferiu para os EUA 14 mil crianças, na esperança de que o socialismo cubano seria derrotado em breve e, assim, elas regressariam a seus lares…

Mudança de rumo

Francisco comemorou, em Havana, os 80 anos de relações ininterruptas entre a Santa Sé e o Estado cubano. De fato, graças às boas relações entre Fidel e o núncio apostólico Cesare Zacchi, jamais um sacerdote foi fuzilado ou um templo fechado. No entanto, a influência soviética introduziu nas escolas a disciplina do “ateísmo científico”, e a prática religiosa refluiu para dentro dos lares e das igrejas, com exceção da santería, equivalente ao nosso candomblé, que se salvou por ser enquadrada na categoria de “folclore”.

Os cristãos foram proibidos de exercer determinadas profissões, como o magistério, e rompeu-se o diálogo entre bispos católicos e dirigentes do país.

Na década de 1970, a Revolução viu abalado seu apego a preconceitos antirreligiosos incutidos pelos soviéticos. Em quase toda a América Latina despontava um catolicismo progressista nas Comunidades Eclesiais de Base, que deram origem à Teologia da Libertação. Na Colômbia, em 1966, o padre Camilo Torres tombara como guerrilheiro, de armas nas mãos. No Brasil, em 1969 descobriu-se que frades dominicanos colaboravam com a guerrilha urbana de Carlos Marighella. Em El Salvador e Nicarágua, cristãos participavam da luta revolucionária ombro a ombro com marxistas. A Revolução Cubana passou a rever seus conceitos frente ao fenômeno religioso.

Abertura religiosa

Em julho de 1980, conheci Fidel, em Manágua, no primeiro aniversário da Revolução Sandinista. Fiz-lhe duas perguntas. Qual a atitude da Revolução frente à Igreja Católica? Antes que respondesse, adiantei-lhe três hipóteses: perseguir, o que comprovaria a acusação de incompatibilidade entre Revolução e religião; manter indiferença, o que favoreceria os contrarrevolucionários que, sem poder sair da ilha, se abrigariam à sombra das sacristias; dialogar, como ente político, com todas as instituições cubanas, inclusive a Igreja Católica. Fidel concordou que a terceira era mais sensata, e que a Revolução precisaria mudar sua atitude.

Em seguida, indaguei-lhe por que o Estado e o Partido Comunista de Cuba eram confessionais. Fidel se espantou: “Como confessionais?” Fiz ver a ele que tanto a afirmação da existência de Deus quanto a negação são meras confessionalidades, e que a modernidade requer Estado e partidos laicos.

Aceitei o seu convite para empenhar-me na reaproximação entre bispos católicos e dirigentes cubanos e, pouco depois, mudanças na Constituição do país e no estatuto do partido introduziram a laicidade. Em 1985, Fidel me concedeu a longa entrevista publicada sob o título “Fidel e a religião” (livro com o qual presenteou o papa Francisco, a ser reeditado em breve, no Brasil, pela Companhia das Letras). Era a primeira vez na história que um líder comunista no poder falava positivamente do fenômeno religioso. A partir daí, como observou um bispo cubano, decresceram o medo dos cristãos e o preconceito dos comunistas.

Francisco surpreendeu

Raúl Castro, ao receber o papa, sabia tratar-se de um “companheiro”. Francisco fizera duras críticas ao capitalismo, qualificado por ele de “ditadura sutil”, em seus encontros mundiais com líderes de movimentos populares. Sua primeira encíclica, “Louvado seja – o cuidado de nossa casa comum”, é o mais contundente documento até hoje emitido sobre o tema socioambiental. O papa associa devastação da natureza ao crescimento da miséria e da pobreza, e aponta a ambição de lucro e a economia de livre mercado como responsáveis por isso. Raúl estava seguro de que Francisco não causaria surpresas.

O presidente de Cuba se equivocou. O papa surpreendeu por sua empatia com o povo cubano, cristãos e ateus. Dispensou o Mercedes blindado reservado a seus deslocamentos e, pressionado a receber os guerrilheiros das FARC que, sob mediação cubana, negociam em Havana um acordo de paz com o governo colombiano, optou por incluir em sua homilia, na missa na Praça da Revolução, seu apelo pelo bom êxito das negociações.

Ao escutar, na catedral, o depoimento de uma jovem religiosa que cuida de pessoas portadoras de deficiências, a emoção levou Francisco a abandonar o texto escrito de sua preleção e, de improviso, reforçar a opção pelos pobres da Igreja Católica e a misericórdia frente aos pecados alheios. Os cardeais da Cúria Romana que o acompanhavam devem ter ficado em pânico, pois o papa, revestido de infalibilidade em questões de fé e moral, não pode correr o risco de omitir uma opinião considerada equivocada.

No encontro com os jovens, Francisco ouviu um deles criticar a Revolução por ver seus colegas irem de pé nos ônibus a caminho do trabalho e da escola. Com óbvia sutileza, o papa fez ver a ele que, em Cuba, ao menos há ônibus e jovens ainda podem se dirigir ao trabalho e à escola. Quantos no mundo não têm nem ônibus, nem trabalho, nem escola.

Antes de Francisco embarcar em Santiago de Cuba, rumo aos EUA, Raúl Castro soprou-lhe ao ouvido que não lhe beijaria a mão, mas o traria sempre no coração. Francisco retribuiu com igual promessa.

Frei Betto é escritor, autor de “Paraíso perdido – viagens ao mundo socialista” (Rocco), entre outros livros.