COP26 HAT ES VERSÄUMT, AUF DEN KLIMANOTSTAND ZU REAGIEREN

Leonardo Boff

Dieser Artikel wurde zwar kurz vor dem Abschluss der COP26 geschrieben, aber meine Vermutungen wurden weitgehend bestätigt. Den Vertretern der Erde fehlte der Mut, einen tragischen Klimawandel bis 2030 wirksam zu verhindern. Der Vorschlag des „schrittweisen Ausstiegs“ aus der Nutzung von Kohle wurde insbesondere auf Druck Indiens auf „schrittweises Auslaufen“ geändert, d. h. Kohle mit hohen CO2-Emissionen darf weiterhin genutzt werden.  Es war eine Unverschämtheit der reichen Länder, gegen die Einrichtung eines Fonds zur Behebung der Schäden in den durch den Klimawandel bedrohten armen Ländern zu protestieren. Außerdem wurde kein verbindlicher Beschluss gefasst, was bedeutet, dass Länder wie Brasilien und andere wenig oder gar nichts tun, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Alles wurde sehr vage gehalten, um einen Minimalkonsens zwischen den 197 dort vertretenen Ländern zu erreichen. Das Problem ist global und ernst und erfordert Dringlichkeit und einen angemessenen Konsens über Grenzwerte, auf die wir nicht warten dürfen.

Das durch das Schmelzen der Polkappen und des Permafrosts freigesetzte Methan, das 80-mal schädlicher ist als CO2, hat die Klimastörungen erheblich verschärft, da es zu den anderen Treibhausgasen CO2, Ozon (O3) und Distickstoffoxid (N2O) hinzukommt. Wir werden also die globale Erwärmung nicht bewältigen. Wir sind in sie eingetaucht. Das Pariser Abkommen von 2015 über die Reduzierung von Treibhausgasen, das einige Hoffnungen weckte, wurde nicht erfüllt. Im Gegenteil, die Emissionen stiegen um 60 %. China ist mit 30,3 % der größte Emittent, gefolgt von den Vereinigten Staaten mit 14,4 % und den Europäern mit 6,8 %. Die Verschlechterung war weit verbreitet.

Wissenschaftler und Klimaexperten haben bereits den Klimanotstand ausgerufen. Patricia Espinosa, UN-Exekutivsekretärin für Klimawandel, sagte bei der Eröffnung der COP26: „Wir sind auf dem Weg zu einem globalen Temperaturanstieg von 2,7 Grad Celsius, obwohl wir das Ziel von 1,5 Grad erreichen sollten.“ Wir wissen, dass sich bei dieser Erwärmung viele Arten nicht anpassen können und verschwinden werden. Millionen von armen und schutzbedürftigen Menschen werden in großer Gefahr sein. Angesichts all dessen hat Papst Franziskus in seiner Schlussbotschaft zur COP26 zu Recht gesagt: „Wir haben einen Garten erhalten und überlassen unseren Kindern und Enkeln eine Wüste“.

Was ist die Ursache? Die Daten der Wissenschaftler, die zur COP26 entsandt wurden, um die richtigen Entscheidungen zu treffen, geben eine Antwort: „Der Klimawandel wird durch die Art der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung verursacht, die durch die Natur der kapitalistischen Gesellschaft hervorgerufen wird, die sich als nicht nachhaltig erweist“. Das Problem ist also nicht das Klima, sondern der Kapitalismus, der weder eine umweltbezogene noch eine sozialpolitische Ökologie kennt.

Angesichts der Dringlichkeit des ökologischen Notstandes waren die Ergebnisse der COP26 unzureichend, ja sogar frustrierend. Die einzigen Empfehlungen lauteten, die Gase und den Einsatz von Kohle bis 2030 schrittweise zu reduzieren. Sie sollten auf die Hälfte reduziert werden, aber niemand hat sich dieses Ziel gesetzt. Viele haben, vage, unter dem Druck der Kritik in ihren Ländern, wie z. B. Brasilien, Zusagen gemacht, jedoch ohne jegliche Verbindlichkeit. China und Indien, die für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel entscheidend sind, schwiegen, und erst im letzten Moment einigten sich China und die USA auf eine vorsichtigere Politik in Bezug auf die Kohlenutzung.

Wir können das verstehen: Auf den Konferenzen der Vertragsparteien (COP) sitzen Vertreter von Regierungen, praktisch alle von kapitalistischen Regimen. Letztere sind aufgrund ihrer inneren Dynamik überhaupt nicht an Veränderungen interessiert, da dies einen Widerspruch bedeuten würde. Sie werden von den großen Kohle-, Öl- und Gaskonzernen unterstützt, die sich stets gegen Änderungen gewehrt haben, um ihre Gewinne nicht zu verlieren. Sie waren stets bei allen COPs anwesend und übten starken Druck auf die Teilnehmer im Sinne der Verweigerung aus. Über Kohle und die Umstellung auf saubere Energie ist viel diskutiert worden, aber nur 13 kleine Länder haben sich dazu verpflichtet. Wie bereits erwähnt, haben sich China und die Vereinigten Staaten auf einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohlenutzung geeinigt.

Ein anderes Szenario ist die Parallelveranstaltung zur COP26, an der Tausende von Vertretern aller Völker der Welt auf der Straße teilnahmen. Dort wurde die Wahrheit gesagt, die die Machthaber nicht hören wollen: Wir haben wenig Zeit, wir müssen den Kurs ändern, wenn wir das Leben und unsere Zivilisation retten wollen. Auf vielen Plakaten stand: „Ihr stehlt unsere Zukunft, wir wollen eine lebendige Erde“. Daher die Worte von Papst Franziskus und anderen religiösen Führern in einer Botschaft an die COP26: „Wir haben einen Garten erhalten, und wir können unseren Kindern keine Wüste hinterlassen“.

In diesem Zusammenhang war der „5. Internationale Gerichtshof für die Rechte der Natur und des Amazonasgebiets“ wichtig. Neben anderen Unterstützern waren auch Vertreter der neun Länder des Amazonas anwesend. Die Tatsache, dass die Natur und die Erde Subjekte von Rechten sind, wurde bekräftigt, wie es bereits in den Verfassungen von Ecuador und Bolivien verankert ist und mehr und mehr zu einer neuen Realität im kollektiven Bewusstsein wird.

Das Amazonasgebiet mit seinen rund 6 Millionen Quadratkilometern, das von etwa 500 verschiedenen Völkern bewohnt wird, erhielt besondere Aufmerksamkeit. Der grundlegende Slogan lautete: „Der Amazonas: ein bedrohtes Lebewesen“. Indigene Völker kamen mit ihren verschiedenen Organisationen und legten Zeugnis ab von ihrem Widerstand, von der Ermordung ihrer Anführer, von der Invasion ihrer Gebiete, sie brachten Videos ihrer Kulturen, Tänze, Ausdrucksformen ihrer fernen Abstammung.

Aus den Tiefen des Dschungels kam der Ruf nach einer anderen Art zu leben und sich mit der Natur zu verbrüdern, um zu beweisen, dass es möglich ist, gut zu leben, ohne sie zu zerstören. Die Indigenen sind unsere Lehrmeister, denn sie empfinden die Natur als eine Erweiterung ihres Organismus, weshalb sie sie pflegen und lieben, als wäre sie ihr eigener Körper.

Nach einer gründlichen wissenschaftlichen Untermauerung, die als Grundlage für die Diskussionen, ob persönlich oder virtuell, diente, wurde dieses Urteil gefällt:

„Das Tribunal verurteilt diejenigen, die direkt für die Verbrechen des Ökozids, des Ethnozids und des Völkermords am Amazonas und seinen Völkern verantwortlich sind, nämlich: Banken, Finanziers von Megaprojekten; internationale Unternehmen: Bergbau- und Privatunternehmen, Unternehmen der Agrarindustrie. Und schließlich die Staaten, die kriminelle Handlungen gegen das Amazonasgebiet zulassen, für die strukturelle Gewalt, die die Handlungen krimineller Organisationen unterstützt, die in die Gebiete traditioneller Völker eindringen und ungestraft Morde, Entführungen von indigenen Führern und Verteidigern der Menschenrechte und der Rechte der Natur begehen“.

In dem Urteil werden mehrere Maßnahmen genannt, die vor allem zugunsten der indigenen Völker als natürliche Verteidiger des Amazonasgebietes, der Anerkennung des Amazonasgebietes als Rechtssubjekt, der Wiedergutmachung und Wiederherstellung seiner Integrität und der Dekommodifizierung der Natur ergriffen werden müssen. Es entstand der Ausdruck: Wir müssen uns amazonisieren, um das Klima zu regulieren und die Zukunft der biologischen Vielfalt zu sichern.

Es wurde beschlossen, im Juli 2022 ein pan-amazonisches Sozialforum in Belém do Pará im brasilianischen Amazonasgebiet abzuhalten. Es wird sich um Allianzen zwischen allen indigenen Völkern handeln, mit einer massiven Präsenz von Frauen, in der Überzeugung, dass der pan-amazonische Wald von grundlegender Bedeutung für die Regulierung des Klimas auf der Erde ist und den Fortbestand des Lebens auf dem Planeten garantiert. Das menschliche Leben wird vielleicht irgendwann verschwinden und die Erde wird sich weiter um die Sonne drehen, aber ohne uns. Dies kann vermieden werden, wenn es eine globale Allianz der Menschen zugunsten des Lebens in all seiner Vielfalt gibt. Wir haben die Mittel, Wissenschaft und Technologie. Uns fehlen nur der politische Wille und die gefühlsmäßige Verbundenheit mit der Natur und mit der großen und großzügigen Mutter Erde.

(übersetzt von Adalbert Krims)

El fracaso de la COP26: ausencia de la razón cordial y sensible

Leonardo Boff*

Es un lugar común decir, como en tantas pancartas de los manifestantes de la calle fuera de la gran Asamblea de las distintas COPs: “Lo que tiene que cambiar no es el clima sino el sistema” o también de forma más directa: “el problema no es el cambio climático sino el capitalismo”. En estos mensajes hay mucho de verdad, pero hay que ir más allá: el sistema y el capitalismo son expresiones de algo más profundo, el verdadero desencadenante de los cambios climáticos que se forman dentro del mencionado sistema y del capitalismo.

Por detrás del sistema y del capitalismo hay un tipo de racionalidad que adquirió características monopolísticas y, a veces, tiránicas, pues se impuso a todas las demás formas como la única válida. Se trata de la razón instrumental-analítica y burocrática sin sensibilidad ni cordialidad. Mediante ella se hizo realidad el mantra de los padres fundadores de la modernidad del siglo XVII-XVIII, Descartes, Francis Bacon y otros. Se estableció la voluntad de poder como eje estructurador del mundo a construir; poder entendido como dominación despiadada de la naturaleza, de la vida, de continentes, de pueblos, de clases y de personas. Max Weber, en su texto de 1919 “El oficio y la vocación del científico” afirmó: “El destino de nuestra época, caracterizada por la racionalización, intelectualización y sobre todo, por el desencantamiento del mundo, condujo a los seres humanos a retirar los valores supremos más sublimes de la vida pública”. En efecto, lo que cuenta hoy es el PIB calculado fríamente por los valores materiales producidos. En él todo lo que es valioso y da sentido a la vida humana, como el amor, la amistad, la solidaridad, la compasión, expresiones de la razón cordial, no viene computado. Ese mismo Max Weber en el Espíritu del Capitalismo mostró que el espíritu de cálculo, la racionalidad instrumental-analítica y la dominación burocrática son connaturales al capitalismo. Él no aprecia cualidades en la naturaleza, su esplendor y su rica complejidad, sino solo cantidades a ser explotadas para el disfrute humano. La Tierra es considerada un baúl de recursos que, explotados, producen riqueza material. El ser humano se entiende como “dominus: dueño y señor” de la naturaleza y no parte de ella. Olvida que viene también, como todos los seres, del polvo de la tierra, lo que le hace hermano y hermana universal, sueño mayor de la Fratelli tutti (2020) del Papa Francisco: el frater como alternativa al dominus. El mundo contemporáneo y cibernético ha llevado hasta las últimas consecuencias este destino, duramente criticado en la tercera parte de la encíclica papal Laudato Si (2015): “la raíz humana de la crisis ecológica” (n.101-114). Critica la indiferencia y la falta de sensibilidad hacia los demás humanos y hacia todos los seres de la naturaleza.

Ocurre que el ser humano no posee solo este ejercicio de la razón, forma dominante de organizar y dominar el mundo. Hay en él algo más ancestral que es la razón sensible y cordial. Ella alberga el sentimiento de pertenencia, el universo de los valores éticos, el amor, la empatía, el cuidado y la espiritualidad. Por encima de ella, irrumpe la razón como inteligencia que capta el sentido de todo y nos abre al infinito de nuestro deseo, que busca su adecuado objeto infinito: Aquel ser que hace ser a todos los seres. En estas dos expresiones de la razón –la cordial y la intelectual– se encuentran los valores que nos permiten simultáneamente oír y sufrir con el grito de la Tierra y con el grito del pobre, que nos hacen percibir la red de relaciones e interdependencias establecidas entre todos los seres de la naturaleza y de la humanidad.

Precisamente la razón cordial y la razón intelectual (que lee dentro: intus legere) han estado y están absolutamente ausentes en todas las COPs. En ellas ha predominado la razón utilitaria, económica y los intereses feroces de las grandes corporaciones, cuyo ejército de lobistas presiona a los representantes de todos los pueblos para que no acepten las medidas que perjudican sus negocios y sus capitales, como la eliminación del carbón y la superación gradual de las energías fósiles en dirección a fuentes de energía limpia. Se ha llegado al vergonzoso acto de obligar in extremis a cambiar el texto consensuado, en el mismo momento en que finalizaban los trabajos de la asamblea, por parte del representante de la India, apoyado por China. De no hacerlo, la COP26 habría terminado sin ninguna resolución: “abolir” el uso del carbón se sustituyó por “gradual superación”, lo que permite la continuidad de su uso y así aumentar el CO2. El presidente de la COP26, consciente de las consecuencias, dejó exteriorizar la razón sensible y cordial y lloró. 

Cómo sería de eficaz y transformador si las COPs empezasen mostrando imágenes bellísimas del frágil planeta Tierra colgado en el fondo oscuro del universo. Y después exhibir la devastación que hacemos de las selvas y de ecosistemas enteros en la tierra y en el mar, en el sentido de una ecología ambiental. Y terminar haciendo ver la abismal injusticia social con millones y millones de pobres y hambrientos, en la línea de una ecología política y social. Todo esto crearía las condiciones de una ecología ética y espiritual: comprometerse para preservar el jardín heredado e impedir que lo entreguemos a nuestros hijos y nietos como una estepa. Ahí surgiría, estoy seguro, la necesidad de un lazo afectivo con la naturaleza, y ese lazo, fundado en la razón cordial y sensible, nos llevaría a tomar medidas salvadoras de la vida y de nuestra propia civilización. Sin corazón no hay solución para los climas ni para la vida sobre este pequeño y amable planeta Tierra.

Urge enriquecer la razón instrumental-analítica, necesaria frente a la complejidad de nuestras sociedades, con la razón cordial y la razón intelectual. Tendríamos entonces la base de un nuevo paradigma de convivencia, o mejor, de convivialidad entre todos, de la técnica con la poesía, de la producción con la amorosidad, del ser humano con su Casa Común, incluida la naturaleza.

*Leonardo Boff ha escrito Los derechos del corazón, Trotta 2015, y El cuidado esencial: ética de lo humano – compasión por la Tierra, Trotta 2002.

Traducción de Mª José Gavito Milano

De banqueiro a companheiro:Eduardo Moreira

Publicamos aqui o prefácio que escrevi ao livro `TRAVESSIA:de banqueiro a companheiro’ de Eduardo Moreira presidente do Instituto Conhecimento Liberta. Era um rico ban,queiro na área de investimentos. Curioso, começou a desconfiar de sua bolha, a dos endinheirados e das teorias livrescas sobre riqueza, pobreza e desenvolvimento. Decidiu ir para o outro lado, ao mundo da pobreza e da miséria, ter uma experiência de pele, convivendo, trabalhando, passando fome com quilombolas, assentados do Movimento Sem Terra, com favelados e com indígenas sempre ameaçados de morte e realmente assassinados em Dourados-MT. A realidade desborda os conceitos e preconceitos. Deu-se conta de que as grandes virtudes de solidariedade, coragem, resiliência, humanidade emigraram dos centros do mundo civilizado e moderno para as periferias, onde tais virtudes são vividas e dão sustento às vítimas do sistema desumano que os faz oprimidos, para seguirem vivas, esperando e lutando por um mundo melhor. É comovedor ler as histórias do banqueiro rico que virou companheiro de todos estes. Fez mais. Criou O Instituto Conhecimento Liberta no qual são ministrados os principais saberes atuais desde a culinária, línguas como o mandarin chinês, até a cibernética, resumindo, temas nas áreas cultural, técnica e espiritual. Os cursos são de baixíssimo preço ou gratuitos ministrados pelas melhores cabeças deste país que têm um sentido ético do saber a ser o mais possível democratizado. Vale ler este livro pois poderá entusiasmar outros que buscam uma humanidade melhor do que esta metida em cifras, em dinheiros, em acumulação individualista e em consumo. LBoff

**************************************************

O livro de Eduardo Moreira –  Travessia: de banqueiro a companheiro – contém uma promessa e uma profecia.

Em primeiro lugar é uma promessa de que nem tudo está perdido, de que podemos mudar o mundo, fazê-lo ser melhor ou menos perverso. Basta auscultar nossa própria humanidade, aquilo que está presente mas recolhido em nossa existência: o amor, a solidariedade e o cuidado.

 Eduardo Moreira era por 20 anos um banqueiro de sucesso, um homem do stablisment financeiro.Mas mente aberta e sempre com vontade de aprender mais e mais, compreendeu o legado de Paulo Freire: aprendemos primeiro ao pronunciar o mundo e somente em seguida a pronunciar as letras. Eduardo não procurou o mundo que já conhecia sobejamente. Foi ao mundo ignoto, dos condenados da terra, dos feitos invisíveis, aqueles que para o sistema de produção e de consumo equivalem a óleo gasto e queimado.

Percorreu o país, o sertão tórrido, as favelas, as comunidades quilombolas, várias tribos indígenas, os assentamentos do Movimento dos sem Terra(MST) e outros. Não entrou pela porta da frente como especialista em finanças. Entrou pela porta dos fundos (quando a  havia) para ser companheiro, para ouvir, aprender e resgatar a sua humanidade perdida no meio de tantos intesses egoístas, de tantos preconceitos e real desprezo aos filhos e filhas da pobreza.

Uma coisa é conhecer os índices da pobreza pela literatura científica. Outra coisa é fazer uma visita e dar-se conta da pobreza e da miséria.Mas o extraordinário e realmente singular é inserir-se na vida dos pobres e marginalizados, participar de suas agruras, comer o que tem, mesmo recolhido do lixo,sofrer e alegrar-se com eles. Trata-se de uma experiência de pele, de sentir o  pulsar do coração do outro, de, não raro, assistir a violência brutal e sentir-se impotente, mas estar ai a seu lado, sofrendo junto e confortando.

Esta é a Travessia real e não retórica operada por Eduardo Moreira. Ela me recorda aquilo que Jesus chama da “metanoia”, vale dizer,  mudar a mente e o coração. Foi,  pois, esse processo alquímico que irrompeu na vida do banqueiro Eduardo.

Há um similar a ele, Francisco de Assis. Filho do mercador mais rico da cidade de Assis, Pedro Bernardone, que frequentava os mercados de tecidos desde Veneza, o Sul da França até Flandres ao norte, hoje Holanda. O filho da juventude dourada da época, Francisco. levava o bastão ornado que simbolizava o organizador das festas juvenis, cheias de canções de amor e de algazarras. De repente, depois de um crise existencial, abandonou os amigos e a casa paterna. Foi morar com os  mais desprezíveis do tempo, os leprosos. Confessa, o que antes lhe parecia abominável se lhe tornou uma doçura. Comia da mesma escudela deles e de braço com algum deles ia pelas vilas pregando o “amor não é amado”. Filho rico de um habitante da Comuna, fez sua travessia para o mundo dos semimortos. Tornou-se o poverello de todos e o Irmão , universal. Outro, filho do Mercado, fez sua travessia e buscou companheiros entre os mais covardemente marginalizados. E ai encontrou o que se perdeu no grande mundo dos negócios: a solidariedade, a colaboração e o sentido humano das relações.

Esse passo corajoso e sem retorno é testemunhado por este pequeno e rico livro Travessia. Não escreve palavras. Narra experiências vividas e sofridas, fonte de reflexões de grande atualidade.

Travessia é também uma profecia: Ele antecipa, assim creio, um mundo que vai chegar.  Não porque queremos ou não queremos. Seremos forçados a isso. Chegará um momento do estado da Terra – estamos dentro da sexta extinção em massa e da nova era geológica do antropoceno – em que se apresentará a alternativa: ou mudamos ou não teremos mais futuro.

Há 40 anos, mesmo antes de me agregar ao pequeno grupo que, sob a coordenação do ainda chefe de Estado Mikhail Gorbachev, que elaborou a Carta Terra, assumida pela UNESCO, acompanho assiduamente os estudos sobre o estado da Terra. De ano para ano os dados pioram. Quando parará o processo de degradação planetária? Para onde vamos?

Os donos das fortunas e das finanças mundiais exploraram de forma tão devastadora os bens e serviços da Terra que lhe sequestram a sustentabilidade. Todos os sinais entraram no vermelho. A intrusão  do Covid-19 é um dos sinais de que Gaia, a Mãe Terra, a  Pachamama dos andinos encostou nos seus limites. Ela não aguenta mais. Como o sistema do capital se globalizou, ele entrou em rota de colisão com o sistema-vida e o sistema-Terra. A continuar esta lógica depredadora, azeitada por estes grupos antivida,  cruéis e sem piedade face à miséria que causam à humanidade, percorreremos um caminho sem retorno. Ao não mudarmos nossa relação para com a natureza, sendo amigáveis e cuidadores, estamos engrossando o cortejo dos que rumam na direção de sua sepultura. Mas podemos mudar esse rumo. Eduardo Moreira aponta indicações inspiradoras.

Por isso, se fizermos aquilo que o homem das finanças, Eduardo Moraes, fez com os indígenas guarani-kaiová que com seu saber e experiência os assistiu na montagem de um projeto salvador, salvaremos a vida e garantiremos o futuro para nossa civilização. Creio que o exemplo de Eduardo é uma profecia que antecipa, na pós-pandemia, um futuro bom para a humanidade.

Levada ao extremos risco de desaparecer, ela dará um salto quântico, mudará o estado de consciência e extrairá de nossa própria natureza cujo DNA contém o amor, a colaboração e o cuidado, os meios que resgatarão um caminho promissor para a nossa curta existência nesse belo e radiante planeta.

A experiência de Eduardo Moreira e seu texto aponta para essa promessa e profecia. Se o  pensador italiano Antônio Gramsci disse: “A história ensina mas não tem alunos”, em Eduardo Moreira encontrou um diligente aluno. Socializou seu saber criando uma iniciativa do maior significado cultural o Instituto Conhecimento Liberta (ISL) que oferece, por preços irrisórios e até gratuitos dezenas de cursos, ministrados pelas melhores cabeças de nosso país. Imaginemos um país coberto por filiais deste Instituto: será uma nação sem analfabetos e de cidadãos instruídos, livres e libertados.

Tudo isso me foi inspirado na medida em que lia A Travesia. Por isso sou grato à criatividade e à grande generosidade de Eduardo Moreira.

                                           Leonardo Boff

O fracasso da COP26: a usência da  razão cordial e sensível

É lugar comum dizer-se como em tantos cartazes de manifestantes na rua, de fora da grande Assembleia das várias COPs:”o que deve mudar não é o clima mas o sistema” ou também de forma mais direta:”o problema não são as mudanças climáticas mas o capitalismo”. Nesses referidoslogans há muito de verdade. Mas temos que ir além: o sistema e o capitalismo são expressões de algo mais profundo esse sim, o verdadeiro deslanchador das mudanças climáticas que ganham corpo dentro do referido sistema e do capitalismo.

Por detrás do referudi sistema e do capitalismo está um tipo de racionalidade que ganhou feições monopolísticas e, por vezes, tirânicas, pois, se impôs a todas as demais formas como a única válida. Temos a ver com a razão instrumental-analítica e  burocrática sem sensibilidade e cordialidade. Por ela se realizou o mantra dos pais fundadores da modernidade do século XVII-XVIII Descartes, Francis Bacon e outros.  Estabeleceu-se a vontade de poder como eixo estruturador do mundo a construir, poder entendido com dominação impiedosa da natureza, da vida, de continentes, de povos, de classes e de pessoas. Max Weber, em seu texto de 1919 “O métier e a vocação do “savant” (pesquisador e erudito) afirmou: “O destino de nossa época, caracterizada pela racionalização, intelectualização e, sobretudo, desencantamento do mundo, conduziu os seres humanos a banir os valores supremos mais sublimes da vida pública”. Com efeito, hoje, o que conta, é o PIB calculado friamente pelos valores materiais produzidos. Nele tudo que é valioso e confere sentido à vida humana como o amor, a amizade, a solidariedade a compaixão, expressões da razão cordial, não vem computado. Esse mesmo Max Weber no Espírito do Capitalismo mostrou que o espírito de cálculo, a racionalidade instrumental-analítica e a dominação burocrática são co-naturais ao capitalismo. Ele não considera na natureza  qualidades, o seu esplendor e sua rica complexidade mas apenas as quantidades a serem exploradas para o desfrute humano. A Terra é considerada um baú de recursos que, explorados, produzem riqueza material. O ser humano se entende  como “dominus”,”mestre e dono” da natureza e não parte dela. Esquece que veio também do pó da terra como todos os seres que o faz irmão e irmã universal, sonho maior da Fratelli tutti (2020) do Papa Francisco: o frater como alternativa ao dominus. O mundo contemporâneo e cibernético levou às últimas consequências esse destino, duramente criticado na terceira parte da encíclica papal Laudato Si (2015): ”A raiz humana da crise ecológica” (n.101-114). Critica a indiferença e falta de sensibilidade para com os demais humanos e com os seres da natureza.

Ocorre que o ser humano não possui apenas este exercício da razão, a forma dominante de organizar e dominar o mundo. Há nele algo  mais ancestral que é a razão sensível e cordial. Ela alberga o sentimento de pertença, o universo dos valores éticos, o amor, a empatia, o cuidado e a espiritualidade. Acima dela, irrompe a razão como inteligência que capta o sentido do todo e nos abre  ao infinito de nosso desejo que busca o seu objeto infinito adequado: Aquele ser que faz ser todos os seres. Nestas duas expressões da razão – a cordial e a intelectual – se encontram os valores que nos permitem simultaneamente ouvir e sofrer com o grito da Terra e com o grito do pobre, que nos fazem perceber a rede de relações e interdependências estabelecidas entre todos os seres da natureza e da humanidade.

Exatamente a razão cordial e a razão intelectual (que lê dentro: intus legere) estão e estavam absolutamente ausentes em todas as COPs. Ai predominou a razão utilitarista, econômica e os interesses ferozes das grandes corporações, cujo exército de lobistas pressiona os representantes de todos os povos para não acolherem medidas que prejudicam seus negócios e seus capitais como a eliminação do carvão e a gradual superação das energias fósseis em direção de fontes de energia limpa. Chegou-se ao vergonhoso ato, de no momento mesmo do encerramento oficial dos trabalhos da assembleia, o representante da Índia, apoiado pela China, obrigou  in extremis a mudar o texto consensualizado, caso contrário a COP26 acabaria sem nenhuma resolução: ao invés de “abolir” o uso do carvão colocou-se por “gradual superação”, o que permite a continuidade de seu uso e assim fazer aumentar o CO2. O presidente da COP26, consciente das consequências, deixou vir à tona a razão sensível e chorou.

Como seria eficaz e transformador se as COPs começassem mostrando imagens belíssimas do frágil planeta Terra dependurado no fundo escuro do universo. Em seguida exibir a devastação que fazemos de florestas e de inteiros ecossistemas em terra e no mar, no sentido de uma ecologia ambiental. Por fim fazer ver a abissal injustiça social com milhões e milhões de pobres e famintos na linha de uma ecologia política e social. Tudo isso criaria as condições de uma ecologia ética e espiritual: comprometer-se para preservar o jardim herdado e impedir de entregá-lo a nossos filhos e netos como uma savana. Aí surgiria, estou seguro, a necessidade de um laço afetivo para com a natureza, pois esse laço, fundado na  razão cordial e sensível, nos levaria a tomar medidas salvadoras da vida e de nossa própria civilização.Sem coração não há solução para os climas e para a vida sobre esse pequeno e amável planeta Terra.

Urge enriquecer a razão instrumental-analítica, necessária face à complexidade de nossas sociedades, com a razão cordial e a inteligência intelectual. Teríamos então a base de um novo paradigma de convivência, melhor, de convivialidade entre todos, da técnica com a poesia, da produção com a amorosidade, do ser humano com sua Casa Comum, a natureza incluída.

Leonardo Boff escreveu Os direitos do coração, Paulus 2018 e Saber cuidar ética do humano-compaixão pela Terra, Vozes 1999/2021.