Der Gipfel der indigenen Völker:Der Kondor und der Adler

Leonardo Boff

Der Volksgipfel: Der renommierte Historiker und Kulturtheoretiker Emmanuel Todd prangerte bereits 2024 in scharfem Ton „Die Niederlage des Westens“ (La défaite de l’Occident) an. Er zeigte überzeugend auf, wie der Westen sich selbst besiegte, indem er nicht in der Lage war, sich aus seinen bereits nekrotischen Wurzeln – dem Kondor und dem Adler – neu zu erschaffen.

Was Todd über den Westen sagte, ließe sich auf die gesamte Zivilisation des Planeten übertragen, vielleicht mit Ausnahme Chinas unter Xi Jinping, das versucht, die ethischen und spirituellen Wurzeln der chinesischen Washeit wiederzuentdecken. Doch das Problem ist der Mangel an Freiheit. Die Geschichte lehrt uns, dass es dem Menschen zutiefst widerstrebt, seiner größten Gabe, der Freiheit, beraubt zu werden, mit der er sein Schicksal gestalten und seine Visionen verwirklichen kann.

Während die globalisierte Zivilisation fast vollständig orientierungslos ist, gilt dies nicht für die indigenen Völker von Abya Yala, dem Kuna-Namen für die amerikanischen Ureinwohner, der „reifes Land“ bedeutet. Dieser Name ist bereits von fast allen ethnischen Gruppen übernommen worden. Ein langer Weg wurde zurückgelegt. Auf dem Ersten Interamerikanischen Indigenenkongress, der 1940 in Pátzcuaro (Mexiko) stattfand, wurde die kolonialistische These der Homogenisierung und Assimilation der indigenen Völker in die dominante westliche Kultur noch immer vertreten.

Ab den 1960er Jahren begann sich alles zu verändern, als insbesondere unter jungen Menschen ein libertärer Geist aufkam. In diesem Kontext erwachte in allen südamerikanischen Ländern auch das indigene Bewusstsein. Die indigenen Völker weigerten sich, als „Eingeborene“(Naturais) bezeichnet zu werden, um sie von den „Zivilisierten“ abzugrenzen. Sie wollten das sein, was sie sind: wahre Völker: Maya, Inka, Azteken, Olmeken, Tolteken, Tupi-Guarani, Pataxó, Yanomami und Dutzende andere.

Ab 1990 fanden mehrere Treffen zwischen den indigenen Völkern des südlichen und nördlichen Amerikas statt. Sie suchten nach einer gemeinsamen, einzigartigen Identität. Schnell erkannten sie, dass sie nur im Widerstand und im Schutz ihrer Kultur etwas Gemeinsames finden konnten. Um jedoch Stärke zu erlangen, mussten sie ein Bündnis schmieden, das alle Völker des Nordens mit denen des Südens vereinen würde. Vereint konnten sie der dominanten westlichen Kultur entgegentreten, die sie seit jeher zu assimilieren versucht, ihre Identität, Kultur, Religion, angestammten Feste und Mythen zu opfern und ihnen ihr Land zu rauben.


Als Reaktion darauf wurde 2007 der Gipfel der Völker von Abya Yala ins Leben gerufen. Von großer Bedeutung war das Treffen in Porto Alegre im Jahr 2012, bei dem Dutzende von Ethnien und Unterstützergruppen das „Manifest der indigenen Völker von Abya Yala” verabschiedeten. Es enthielt folgende Forderungen: „Zur Verteidigung von Mutter Erde, für ein gutes Leben, ein erfülltes Leben und gegen die Kommerzialisierung des Lebens und von Mutter Natur”.

Der Text ist eindeutig: „Unsere Beziehung zu unserem Land und unseren Territorien ist die Grundlage unserer Existenz als Völker, die Grundlage unseres guten Lebens und unserer Erfüllung, in Harmonie mit Mutter Natur.“        Sie verstanden, dass die sogenannte „Entdeckung Amerikas oder Brasiliens“ eine Invasion und Eroberung durch die Europäer war, die sie mit beispielloser Gewalt kolonisierten, sich ihr Land aneigneten und vor allem nach Gold, Silber und Edelhölzern suchten. Heute schließen sich alle zusammen, um Widerstand zu leisten und ihre Identität wiederzugewinnen, was bedeutet, ihre Sprachen, Traditionen, Religionen und das Wissen der Ältesten und Schamanen zu bewahren.

Ein Schatten begleitet sie: die Ausrottung ihrer Vorfahren durch die europäischen Invasoren. Es kam zu einem der größten Völkermorde der Geschichte. Etwa 60 Millionen Angehörige dieser Urvölker wurden durch Vernichtungskriege oder durch von den Weißen eingeschleppte Krankheiten, gegen die sie keine Immunität hatten, sowie durch Zwangsarbeit getötet.

Die neuesten Daten wurden von der Pädagogin Moema Viezer und dem in Brasilien lebenden kanadischen Soziologen und Historiker Marcelo Grondin erhoben. Das Buch mit einem Vorwort von Ailton Krenak, ein Fürer der Indigenen beschreibt Region für Region, wie die systematische Ausrottung von Indigenen und sogar ganzen Völkern, wie im Fall von Hati, ablief. Es trägt den Titel Abya Yala: Völkermord, Widerstand und Überleben der Ureinwohner Amerikas (Verlag Bambual, Rio de Janeiro 2021).

Im Bewusstsein dieser Tragödie, die seine Brüder ereilt hatte, warnte der Schamane Davi Kopenawa Yanomami, ein Weiser der Yanomami-Nation, in dem Buch „Der Fall des Himmels“ vor der Fortsetzung dieses tödlichen Prozesses und sagte voraus, was die Schamanen seines Volkes spüren: „Die Menschheit steuert ihrem Ende entgegen“ (Companhia das Letras, 2015).

Am Ende einer dieser Begegnungen zwischen den Völkern des Großen Südens und des Großen Nordens erhob sich ein Schamane und sprach mit kräftiger, ruhiger Stimme: „Brüder und Schwestern, meine Verwandten. Hört diese Prophezeiung, die ein Ältester aus uralten Zeiten verkündet hat. Es wird ein Tag kommen, da der Adler des Nordens, der den Kondor des Südens vertrieben hat, hierher fliegen wird. Er wird den Kondor finden. Er wird ihn nicht länger verfolgen. Er wird ihn einladen, mit ihm zu fliegen. Und so geschah es. Mit ihren gewaltigen Schwingen begannen die beiden, der Kondor und der Adler, gemeinsam über jene Berge und Täler zu fliegen. Und sie wurden nie wieder getrennt.“

(Es versteht sich von selbst, dass der Adler die Vereinigten Staaten von Amerika und der Kondor Abya Yala den indigenen Kontinent Amerikas repräsentierte).

Und der Schamane schloss: „Der Tag ist gekommen: Hier sind wir, aus allen Teilen der Welt, aus dem Norden und dem Süden. Wir sind alle miteinander verwandt und die Erde ist unsere Große Mutter. Lasst uns unseren Brüdern und Schwestern aus aller Welt helfen, unsere Große Mutter zu lieben, zu achten und zu stärken. So können wir alle zusammen in diesem großen gemeinsamen Dorf leben.“ Er sprach und sagte es.

Diese Prophezeiung erfüllt sich unter den indigenen Völkern. Möge sie sich auch in uns erfüllen, solange wir noch Zeit haben.

Leonardo Boff,Autor für das ICL-Magazin LIBERTA

(https:// www.revistaliberta.com.br). Er schrieb auch „Caring for Our Common Home: How to Postpone the End of the World, Vozes 2025“. (https://www.leonardoboff.com)

Übersetzt von Bettina Goldhacker

O fracasso ético e moral da humanidade

Leonardo Boff

Nossa origem se encontra na África. Por isso somos todos africanos. O Vale do Rift que pode ser visto da Lua, com a extensão de  3 mil km, começando no norte da Síria e chegando ao centro de Moçambique é uma zona privilegiada. Nesse Vale se produziu uma grande divisão: de um lado,mais alto, ficaram as florestas nas quais nossos antepassados antropoides  e depois os símios  superiores como os gorilas e orangotangos viviam e tinham abundância de alimentos. Não precisavam evoluir para sobreviver.

Alguns ficaram na parte rebaixada do Vale do Rift tornada uma espécie de savana. Nossos ancestrais neste “nordeste seco” evoluíram em seu corpo, começaram a andar em pé e em seu cérebro com mais sinapses de seus neurônios, propiciando um pensamento inicial, no afã de buscar o necessário para a sobrevivência. Ecologicamente a vida  na savana não é tão abundante em meios de vida quanto as demais bioregiões. Em 1974 descobriu-se um fóssil bastante completo,  no deserto de Afar na Etiópia, datado de 3,18 milhões de anos. Parecia ser  de uma mulher. Por isso, foi chamada de “Lucy”, nome tirado de uma canção dos Beatles “Lucy in the Sky with Daimonds”.

         Concluindo: a bioantropologia deixou claro que nós, seres humanos, derivamos de um ancestral comum. Não era um macaco como comumente se pensa, mas um primata primitivo que se bifurcou: por um lado deu origem aos grandes símios, acima referidos, e por outro as várias fases do ser humano,como o homo habilis, depois o homo erectus e, por fim, o homo sapiens, donde nós procedemos

A grande mudança começou com o homo habilis há mais de 2 milhões de anos. Ele já utilizava instrumentos como pedras pontiagudas, paus aguçados e ossos grossos com os quais intervinha na natureza e facilitava a caça de animais. Mas essa intervenção não era ainda destrutiva.

         Com a diferença de centenas de anos, surgiu o homo erectus, já bípede que utilizava instrumentos mais potentes a ponto de, em grupos coordenados, caçar bovinos e até elefantes. Usou pela primeira vez  o fogo introduzindo uma verdadeira revolução cultural passando do cru para o cozido, como foi estudado pelo antropólogo Claude Levy Strauss. Cresceu a intervenção na natureza atingindo animais maiores, como as grandes preguiças.

Depois de ter permanecido por milênios na África, migrando de um lugar ao outro,mas sempre dentro do continente africano, começou a grande migração do  homo erectus.Emigrou para a Eurásia, para a Ásia Central, chegando à Índia, à China até a Austrália. Mais tarde os seus descendentes o homo sapiens chegaram às Américas por volta de 20 mil  anos atrás e assim ocupar todo  o planeta.

Do emigrante  homo erectus chegamos ao homo sapiens de 100 mil anos atrás. Este introduziu há  10 mil anos talvez a maior revolução na história já realizada, a única universalizada, cujas consequências perduram e se aprofundaram até os dias atuais. É a revolução do neolítico. Os seres humanos ficaram sedentários: criaram vilas e cidades. A grande invenção foi a agricultura e a irrigação, especialmente junto aos grandes rios, Tigre, Eufrates, Nilo e Indo.

         Com a agricultura formou-se  um superavit de meios de vida.  Agora começa seu processo de violência e  agressão, não só contra a natureza como vinha fazendo crescentemente até esta data, mas  contra outros seres humanos. A produção agrícola produziu excedentes em boa quantidade. Isso possibilitou a guerra, pois havia reservas para alimentar os soldados. Foi nesse momento em que o historiador Arnold Toynbee em sua imensa obra  A Study of History viu o surgimento do fenômeno que jamais desapareceu da face da Terra: a guerra. Começou a verdadeira “abominação da desolação” como biblicamente se descreve o nível da destrutividade humana.

Mas a sistemática violência contra outros seres humanos e a natureza ganhou dimensões nunca vistas antes com o processo de colonização e escravização de África e da América Latina e de outras regiões a partir da Europa. Milhões foram sacrificados.Só nas Américas 61 milhões, no espaço de um século e meio. Foi o maior holocausto da história. Houve verdadeiros genocídios,atualizados nos dias atuais,como aquele da Faixa de Gaza contra os palestinos. A inauguração da industrialização moderna até a presente data com as formas mais sofisticadas de dominação de pessoas e da depredação de praticamente todos os ecossistemas, utilizando a IA, propiciou o auge do uso da violência. Até criarmos o princípio de autodestruição com todo tipo de armas mortais.

Devemos reconhecer que graças às ciências e às técnicas modernas o bem estar humano cresceu prodigiosamente.Tornou a vida mais cômoda e mais longeva,embora grande parte da humanidade seja condenada à exclusão desses benefícios.Indubitavelmente houve um progresso em todos os âmbitos,na saúde, da educação, na mobilidade e outras mil invenções. Mas não devemos nos orgulhar, pois como observou o geneticista francês André Langaney(*1942) as algas e as borboletas desenvolvera mais o DNA que nós. Em termos de massa, os vermes da terra a possuem mais do que a de toda a humanidade.

         Não obstante este desenvolvimento cultural,em termos morais (modos de organizar a vida) e éticos (os princípios que orientam a vida) estamos ainda na pré-história. Acompanhou-nos sempre  a maldade, a crueldade, a mentira intencionada e a falta de empatia como verificamos em nossos dias.Os escândalos de pedofilia e se abusos inomináveis a jovens meninas, atestados nos arquivos de Epstein,envolvendo o presidente Trump e outros nos testemunham o nível da degradação moral e ética.

Somos os últimos dos seres portadores de inteligência reflexa a entrar no processo da evolução. No derradeiro minuto antes da meia-noite, se reduzirmos a idade do universo (13,7 bilhões de anos) ao calendário de um ano.Será que ainda temos a chance de fazer predominar a bondade sobre a brutalidade, o cuidado sobre a destrutividade de nosso modo de viver? Um insano como o Presidente Donald Trump ameaça usar seu poder militar para submeter todos os países, com o risco de eliminar por uma guerra nuclear, a vida humana.Ou por sua incontida vontade de poder destrutivo seria aquele, o inimigo da vida, representante do Anti-Cristo, que poria fim à saga humana? A Terra continuará a girar por milênios ao redor do sol, mas sem nós ou apenas com os trilhões de trilhões micro-organismos no subsolo que sobreviverão. O destino está em nossas decisões,em nossas mãos. Como salvar a nós e a vida fazendo do amor,do cuidado e da empatia os eixos estruturadoras de um novo tipo de civilização? Sem isso não teremos futuro.

Leonardo Boff é ecoteólogo, filósofo e escritor e escreve para a revista LIBERTA do Instituto Conhecimento Liberta (ICL: (https://www.revistaliberta.com.br); A nova visão do universo:de onde viemos? Animus-Anima,Petrópolis 2025; site:www.leonardoboff.org

La disumanità dei proprietari di schiavi ieri e oggi

Leonardo Boff*

La parola schiavo deriva dal latino slavus, un nome generico per designare gli abitanti della Slavia, una regione dei Balcani, nella Russia meridionale e sulle rive del Mar Nero, un importante fornitore di schiavi per tutto il Mediterraneo. Erano bianchi, biondi e con gli occhi azzurri. I soli ottomani di Istanbul importarono circa 2,5 milioni di questi schiavi bianchi tra 1450-1700.

Nel nostro tempo, le Americhe sono state le grandi importatrici di persone dall’Africa che furono schiavizzate. Tra 1500-1867 il numero è spaventoso: 12.521.337 persone attraversarono l’Atlantico, di cui 1.818.680 morirono durante il viaggio e furono gettate in mare. Il Brasile fu il campione della schiavitù. Da solo importò, a partire dal 1538, circa 4,9 milioni di africani ridotti in schiavitù. Dei 36 mila viaggi transatlantici, 14.910 erano destinati ai porti brasiliani.

Queste persone schiavizzate erano trattate come merce, chiamati “pezzi”. La prima cosa che faceva l’acquirente per “portarli ben addomesticati e disciplinati” era castigarli “con frustate, catene e ceppi”. Gli storici dello schiavismo hanno creato la leggenda secondo cui la schiavitù qui [in Brasile] era mite, quando in realtà fu estremamente crudele.

Farò due esempi terrificanti:

Il primo: l’olandese Dierick Ruiters, di passaggio a Rio nel 1618, racconta: “Un negro affamato rubò due pani di zucchero. Il padrone, avendolo saputo, ordinò che fosse legato a faccia in giù a una tavola e ordinò a un negro di fustigarlo con una frusta di cuoio; il suo corpo rimase con una ferita aperta dalla testa ai piedi, e le parti risparmiate dalla frusta furono lacerate con un coltello; dopo la punizione, un altro negro versò sulle sue ferite un vaso contenente aceto e sale… Ho dovuto assistere – racconta l’olandese – alla trasformazione di un uomo in carne salata; e come se non bastasse, gli versarono pece fusa sulle ferite; lo lasciarono tutta la notte, in ginocchio, legato per il collo a un ceppo, come un miserabile animale” (Cfr. L. Gomes, Slavery vol. I, 2019, p. 304). Sotto tali castighi, l’aspettativa di vita di una persona ridotta in schiavitù era nel 1872 di 18,3 anni.

L’altro, non meno orribile, proviene dall’antropologo Darcy Ribeiro, che dipinge un quadro generale della schiavitù: “Senza l’amore di nessuno, senza famiglia, senza sesso se non la masturbazione, senza alcuna possibile identificazione con nessuno – il suo controllore poteva essere un nero, i suoi compagni di sventura nemici – cencioso e sporco, brutto e puzzolente, dolorante e malaticcio, senza alcun piacere o orgoglio per il suo corpo, viveva la sua routine. Questa consisteva nel subire ogni giorno il castigo quotidiano delle frustate sciolte, affinché lavorasse con attenzione e tensione. Settimanalmente, c’era una punizione preventiva, pedagogica, per non pensare alla fuga e, quando attiravano l’attenzione, su di lui ricadeva un castigo esemplare, sotto forma di mutilazione delle dita, di foratura dei seni, di ustioni con la brace, di rottura meticolosa di tutti i denti, o delle frustate alla gogna, trecento frustate in una volta per ucciderlo o cinquanta frustate al giorno, facendolo sopravvivere. Se fuggiva e veniva catturato poteva essere marchiato a fuoco, essere bruciato vivo, lasciato giorni in agonia alla bocca della fornace, oppure, all’improvviso, gettato dentro per bruciare come un ramoscello oleoso” (Cfr. Darcy Ribeiro, O Povo Brasileiro, Compagnia Das Letras, 1995, pp. 119-120).

Il gesuita André João Antonil disse: “Per lo schiavo sono necessarie tre P, vale a dire: pau, pão e pano“. Pau (bastone) per bastonare, Pão (pane) per non farlo morire di fame e Pano (stoffa) per nascondergli le vergogne. In generale la storia dei neri schiavizzati è stata scritta dalla mano bianca.

È sempre attuale il grido lacerante di Castro Alves in “Vozes d’Africa” ​​: “Oh Dio, dove sei che non rispondi? In quale mondo, in quale stella ti nascondi/ Avvolto nei cieli? Da duemila anni ti ho inviato il mio grido/ Che invano, da allora, percorre l’infinito… / Dove sei, Signore Dio?”. Quanto fa male! Jessé de Souza, nella sua opera, ha dimostrato che quello che i proprietari di schiavi hanno fatto ai neri, la maggioranza dell’attuale classe dominante lo traduce oggi in termini di disprezzo e odio per i neri.

Parlo da teologo: misteriosamente Dio è rimasto in silenzio, proprio come è rimasto in silenzio nel campo di sterminio nazista di Auschwitz-Birkenau, cosa che ha portato Papa Benedetto XVI, mentre era là, a chiedersi: “Dov’era Dio in quei giorni? Perché Egli è rimasto in silenzio? Come ha potuto permettere tanto male?

E pensare che i principali proprietari di schiavi furono cristiani. La fede non li ha aiutati a vedere in queste persone “immagini e somiglianze di Dio”, tanto meno “figli e figlie di Dio”, nostri fratelli e sorelle. Come è stata possibile la crudeltà nelle camere di tortura dei vari dittatori militari di Brasile, Argentina, Cile, Uruguay ed El Salvador, che si definivano cristiani o cattolici? E l’ex presidente, condannato per tentato colpo di Stato, Jair Bolsonaro, ha pubblicamente difeso la tortura come mezzo per affrontare gli oppositori.

Quando la contraddizione è così grande da trascendere ogni razionalità, che incontra qui il suo limite, restiamo semplicemente in silenzio. È il mysterium iniquitatis, il mistero dell’iniquità a cui fino a oggi nessun filosofo, teologo o pensatore ha trovato una risposta. Anche Cristo sulla croce ha gridato e sentito la “morte” di Dio. Ciononostante, vale la pena scommettere che tutte le tenebre insieme non possono spegnere una piccola luce di bontà che brilla nella notte umana. È la nostra speranza contro tutta la speranza.

Leonardo Boff è un filosofo e teologo che scrive per la rivista LIBERTA della ICL (https://www.revistaliberta.com.br) e ha scritto il libro Paixão de Cristo-paixão do mundo, Vozes 2009.

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

BALANÇO AOS SETENTA ANOS

Frei Sérgio Antônio Görgen

Poucos dias após de ter completado 70 anos o querido e bom confrade e amigo Frei Sérgio Görgen foi no dia 3 de fevereiro fulminado por um enfarte. Sua vida toda foi entregue à causa da justiça, da solidariedade e da convivência concreta com os pequenos, especialmente os pequenos camponeses rurais.Unia uma profunda fé com um engajamento direto, até expondo a vida, pelos direitos pessoais e sociais, pela reforma agrária e pela valorização do pequeno produtor rural. Curiosamente, era também um fino intelectual, com bons livros publicados a partir de sua prática. Conhecia bem a ecologia. Acompanhava a literatura recente. Tivemos longas conversas. Creio que foi um dos primeiros brasileiros ecologistas a se ocupar com o grande físico russo Igor Vernasky. Ele, antes de James Lovelock, propôs pensar a Terra como um todo e não apenas seus ecossistemas. Foi um dos primeiros a consagrar o termo Biosfera (1936 título de seu livro) como parte essencial do planeta vivo, a Terra.

Frei Sérgio cedo se deu conta que  para o futuro da humanidade é essencial preservar as sementes creoulas. Incentivava os camponeses a criar seu banco de sementes e trocá-las com outros companheiros. Mas o que mais aparecei nele era sua bondade, seu imenso coração e sua ternura para com os humildes. Era profundamente humano, seguir do Jesus histórico, nosso Deus humanado.

Perdemos uma das lideranças mais límpidas da causa dos pobres e oprimidos, da salvaguarda da vida e da Mãe Terra. Esse seu testamto pélos 70 anos representa um verdadeiro legado espiritual, humano e social.

Agora estará junto de seu pai São Francisco. Seu imenso coração pulsará junto com o coração do Universo e com o coração de Deus-Pai e Mãe de infinita bondade. junto ao seu filho e nosso irmão Jesus Cristo e ao Espírito que penetra toda a criação e suscita lideranças despojadas e coladas ao destino dos sofredores deste mundo. Que agora descanse da longa labuta que travou a vida inteira sempre do lado dos que mais precisam e que são os amados de Deus. De seu confrade L.Boff

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Ao completar setenta anos, roda um filme na cabeça da gente.Nunca imaginei chegar a esta idade.Mas se os anos se cumpriram, não resta dúvida, foi por Graça, pura Graça.

Então, só resta agradecer ao Senhor da Vida, em seu Filho e em sua Mãe. Com certeza, me ampararam e me seguraram. Muitas e muitas vezes, através das amizades, do companheirismo, da fortaleza comum, no suporte das duas famílias (a de sangue e a de hábito), das tantas e tantas orações, dos pedidos de “se cuide” (quase nunca obedecidos). É nos gestos que a Graça se faz prática e o Amor se faz vivo.

Chegar aos setenta tendo sofrido 6 acidentes de carro, passado por cinco greves de fome, inúmeros conflitos sociais e fundiários, saindo ferido em dois, como diz o ditado popular, “só por Deus”.

Vivi em situações de muita dor (até hoje ecoam nos meus ouvidos o choro de crianças com fome nos barracos de acampamento e até me dói no mais fundo de mim a dor de enterrar crianças que morriam de fome) e muita tensão em tantos e tantos conflitos vividos, mas os tempos de alegria e confraternização foram infinitamente maiores. Algumas decepções, mas os testemunhos edificantes foram e são infinitamente maiores.

Lembro, neste filme da vida, dos direitos que não tive.

Não tive o direito de ter medo, mesmo carregado de temor, porque em tantos conflitos, uma covardia minha seria a derrocada para muita gente.

Não tive o direito de vacilar, embora inseguro e cheio de dúvidas, por este vacilo comprometeria a firmeza na luta de tanta gente.

Não tive o direito ao desânimo, embora tantas vezes sem enxergar caminhos seguros, porque estavam tantos olhando em minha direção e uma pequena demonstração de desânimo de minha parte, contaminaria o coração de muita gente e desistiriam de lutar pela dignidade de suas vidas.

Não tive direito ao cansaço, embora tantas e tantas vezes, o espírito arrastou meu corpo exausto.

Não tive o direito de ter crise, nem vocacional, nem espiritual, nem de confiança no futuro, embora em meu interior, tenha passado por várias e tantas, porque sentia a responsabilidade e o peso do hábito de São Francisco sobre os ombros na vocação que abracei.

E desde aquele dia em que, num conflito de terra na ocupação da Fazenda Anonni, em que a Brigada Militar avançava em direção ao povo e uma mulher puxou minha camisa e me disse “Frei, o senhor não vai fazer nada?” e eu, cheio de vergonha, avancei do meio do povo e fui para frente dos policiais, incapaz de dizer uma única palavra, abri os braços e parei bem próximo a eles – e as crianças com flores na mão, me seguiram e os policiais pararam – desde aquele dia, perdi também o direito à omissão.

Por isto cheguei aos setenta meio assim, bruto, sincero demais, teimoso, xucro, irreverente, fora dos prumos estabelecidos, mas disposto e esperançoso na força do amor e da vida, pedindo sempre a Jesus e aqueles com quem caminho nas empreitadas da vida, que me fraquejem e corrijam, para que meus muitos defeitos não sejam mais salientes que a Graça de Deus.

Continuo acreditando na força do povo organizado, uma das expressões mais vigorosas da Graça e das Bênções divinas.

Um direito, porém, sempre me assistiu: a proteção de Maria e a presença amorosa e incômoda de Jesus.

Talvez, só por isto, tenha chegado aos setenta.

Gratidão enorme, a Deus e a tanta gente com quem os caminhos da existência propiciou encontrar.

Frei Sérgio Antônio Görgen ofm

29 de janeiro de 2026.