Unsere Verantwortung angesichts des Zeitalters des Pyrozäns

Leonardo Boff

Angesichts des Ausbruchs des Pyrozäns (der Erde in Flammen), das sich auf allen Kontinenten mit Bränden zeigt, die uns durch ihr Ausmaß erschrecken, stellt sich die Frage: Welche Verantwortung tragen wir angesichts dieser Notlage? Diese Frage ist berechtigt, da man davon ausgeht, dass ein großer Teil der Brände, insbesondere in Brasilien, von Menschen verursacht wurde. Unsere Verantwortung besteht jedoch darin, die Ökosysteme und den lebenden Planeten Gaia, Mutter Erde, zu pflegen und zu schützen. Aber wir erscheinen wie ein vernichtender Engel aus der Apokalypse.

Um das Gefühl der Verzweiflung und der Angst vor dem Ende der Arten zu überwinden, das sich aus der kochenden Erde ergibt, sind wir gezwungen, ernsthafte Überlegungen anzustellen, um unsere Verantwortung für solche verheerenden Ereignisse besser zu verstehen.

Die Erde und die Natur sind keine Uhr, die ein für alle Mal erscheint. Sie entstammen einem sehr langen evolutionären und kosmischen Prozess, der seit 13,7 Milliarden Jahren andauert. Alle Faktoren, die zum Aufbau eines jeden Ökosystems mit seinen Lebewesen und Organismen beitragen, haben ihre Vorgeschichte, ihre Latenzzeit und dann ihr Auftauchen. Sie alle haben ihre eigene unumkehrbare Geschichte, typisch für die historische Zeit. Das kosmogene Prinzip ist permanent am Werk.

Ilya Prigogine, Nobelpreisträger von 1977, hat gezeigt, dass offene Systeme wie die Erde, die Natur und das Universum das klassische Konzept der linearen Zeit, das von der klassischen Physik postuliert wurde, in Frage stellen. Die Zeit ist nicht länger ein bloßer Bewegungsparameter, sondern das Maß für die inneren Entwicklungen einer Welt, die sich in einem ständigen Veränderungsprozess befindet, der vom Ungleichgewicht zu höheren Ebenen des Gleichgewichts führt (vgl. Entre o tempo e a eternidade, Companhia das Letras, S. Paulo 1992, 147ff). Das ist die Kosmogenese.

Die Natur stellt sich als ein Prozess der Selbsttranszendenz dar; während sie sich entwickelt, überwindet sie sich selbst, indem sie neue Ordnungen schafft. In der Natur ist stets das kosmogene Prinzip (schöpferische Energie) am Werk, durch das Lebewesen entstehen und im Ausmaß ihrer Komplexität die Unerbittlichkeit der Entropie, die für geschlossene Systeme charakteristisch ist, überwinden. Diese Selbsttranszendenz der sich entwickelnden Wesen kann auf das verweisen, was die Religionen und spirituellen Traditionen seit jeher als Gott, als absolute Transzendenz oder als jene Zukunft bezeichnen, die nicht mehr „thermischer Tod“ ist, sondern die höchste Vollendung von Ordnung, Harmonie und Leben (vgl. Peacoke, A. R., Creation in the World of Science, Oxford Univ. Press, Oxford l979; Pannenberg, W., Toward a Theology of Nature. Essays on Science and Faith, John Knox Press, 1993 29-49).

Diese Erkenntnis zeigt, wie unwirklich die starre Trennung zwischen Natur und Geschichte, zwischen Welt und Mensch ist, eine Trennung, die so viele andere Dualismen legitimiert und gefestigt hat: Alle sind Teil einer einzigen, gewaltigen Bewegung: der Kosmogenese.  Wie alle Lebewesen ist auch der Mensch mit seiner Rationalität, seiner Fähigkeit zur Kommunikation und seiner Liebe das Ergebnis dieses kosmischen Prozesses.

Die Energien und alle Elemente, die vor Milliarden von Jahren im Inneren der großen roten Sterne heranreiften, sind Teil ihrer Verfassung. Sie haben dieselbe Abstammung wie das Universum. Es besteht eine Ursprungs- und Schicksalsverbundenheit mit allen anderen Wesen im Universum.  Sie kann nicht außerhalb des kosmogenen Prinzips gesehen werden, als ein unberechenbares Wesen, das von einer schöpferischen Gottheit zur Erde geschickt wurde. Wenn wir diese Gottheit akzeptieren, müssen wir sagen, dass alle von ihr gesandt sind, nicht nur die Menschen.

Diese Einbeziehung des Menschen in alle Lebewesen und als Ergebnis eines kosmogenen Prozesses verhindert das Fortbestehen des Anthropozentrismus (der konkret ein Androzentrismus ist, der den Mann unter Ausschluss der Frau in den Mittelpunkt stellt).  Dies offenbart eine enge, von anderen Wesen losgelöste Sichtweise. Sie besagt, dass der einzige Sinn der Evolution und der Existenz anderer Wesen in der Produktion von Menschen, Männern und Frauen, besteht. Natürlich wurde das ganze Universum zum Komplizen bei der Zeugung des Menschen. Aber nicht nur er, sondern auch andere Wesen. Wir sind alle miteinander verbunden und hängen von den Sternen ab. Sie wandeln Wasserstoff in Helium um, und aus der Kombination der beiden entstehen Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor und Kalium, ohne die es keine Aminosäuren oder Proteine gäbe, die für das Leben unerlässlich sind. Ohne die stellare Strahlung, die bei diesem kosmischen Prozess freigesetzt wird, würden Millionen von Sternen abkühlen, die Sonne würde möglicherweise gar nicht existieren, und ohne sie gäbe es kein Leben, und wir würden nicht hier sein und über diese Dinge schreiben.

Ohne die Präexistenz aller lebensfördernden Faktoren, die sich im Laufe von Milliarden von Jahren entwickelt haben, und, beginnend mit dem Leben im Allgemeinen und als Unterkapitel, dem menschlichen Leben, wäre das persönliche Individuum, das jeder von uns ist, niemals entstanden. Wir gehören zusammen: die Urelemente des Universums, die Energien, die seit dem Urknall aktiv sind, die anderen konstituierenden Faktoren des Kosmos und wir selbst als eine Spezies, die entstanden ist, als 99,98 % der Erde bereit waren. Daraus ergibt sich, dass wir kosmozentrisch denken und ökozentrisch handeln müssen.

Daher ist es wichtig, jeglichen Anthropozentrismus und Androzentrismus als illusorisch und arrogant hinter sich zu lassen. Allerdings sollten wir den Anthropozentrismus nicht mit dem andropischen Prinzip verwechseln (1974 von Brandon Carter formuliert, vgl. Alonso, J. M., Introducción al principio antrópico, Encuentro Ediciones, Madrid, 1989).  Damit meint er Folgendes: Wir können die Überlegungen, die wir anstellen, nur anstellen, weil wir Träger von Bewusstsein, Sensibilität und Intelligenz sind. Es sind nicht Amöben, Besserwisser oder Pferde, die diese Fähigkeit besitzen. Wir haben diese Fähigkeiten von der Evolution erhalten, um über all dies sprechen zu können und um der Erde durch uns zu ermöglichen, ihre Brüder und Schwestern, die Planeten und die anderen Sterne zu betrachten, und damit wir unser Leben leben und feiern können. Deshalb sagen wir, dass wir die Erde sind, die fühlt, denkt und liebt. Deshalb existieren wir inmitten von anderen Wesen, mit denen wir uns verbunden fühlen. Diese unsere Einzigartigkeit führt nicht dazu, dass wir mit ihnen brechen, denn wir fügen sie in das Ganze ein, das wir sehen.

Da wir Wesen mit Gewissen, Sensibilität und Intelligenz sind, haben wir einen ethischen Imperativ: Es ist unsere Aufgabe, uns um Mutter Erde zu kümmern und für alle Bedingungen zu sorgen, die es ihr ermöglichen, am Leben zu bleiben und Leben zu schenken.

Wir stehen jetzt vor der vielleicht größten Herausforderung unserer Existenz auf der Erde: Wir dürfen nicht zulassen, dass sie bis auf die Grundmauern niederbrennt, wie es in den christlichen Schriften heißt. Und wenn sie es tut, dann wegen unserer Verantwortungslosigkeit und Unachtsamkeit. Wir haben das Zeitalter des Anthropozäns eingeläutet. Mit anderen Worten: Wir, und nicht irgendein fliegender Meteor, bedrohen das Leben auf der Erde. Im Moment ist der Höhepunkt, vielleicht auch das Ende des Anthropozäns das Pyrozän, das Zeitalter des Feuers. Das Feuer hat die Erde erobert. Bis vor kurzem kontrollierten wir das Feuer. Jetzt kontrolliert das Feuer uns. Es kann den Planeten zum Kochen bringen und ihn unbewohnbar machen.

Daraus ergibt sich unsere Verantwortung, den Planeten zu schützen, damit er nicht dem Inferno des Feuers zum Opfer fällt, sondern seine Biokapazität gewährleistet, um uns mit allem zu versorgen, was wir zum Leben brauchen, und unsere Zivilisation zu erhalten, die sich radikal verändern muss. Ob wir eine Zukunft haben oder vom Feuer verbrannt werden, hängt von uns ab.

Leonardo Boff  Autor von: Cuidar da Terra-proteger a vida, Record 2010; Cuidar da Casa comum,Vozes 2023; Habitar a Terra, Vozes 2021

Übersetzung von Bettina Goldharnack

A nossa responsabilidade face à era do piroceno

Leonardo Boff

Com a irrupção do piroceno (a Terra sob fogo) se mostrando em todos os continentes com queimadas que nos assustam por sua dimensão,surge a pergunta: qual é a nossa responsabilidade face a esta emergência? Essa questão é válida porque grande parte dos incêndios, especialmente, no Brasil, teriam sido causados por seres humanos. Nossa responsabilidade, no entanto, é cuidar e guardar os ecossistemas e o planeta vivo, Gaia, a Mãe Terra. Mas comparecemos como  um anjo exterminador do Apocalipse.

Para superarmos nosso sentimento de desolação e de medo do fim da espécie que resulta da Terra fervendo, nos obrigamos a fazer uma séria reflexão  para  compreendermos  melhor nossa responsabilidade por tais eventos devastadores.

A Terra e a natureza não são um relógio que já aparece montado uma vez por todas. Elas derivam de um longuíssimo processo evolutivo e cósmico que já tem 13,7 bilhões de anos. O “relógio” foi sendo montado lentamente, os seres foram aparecendo a partir dos mais simples para os cada vez mais complexos.Todos os fatores que entram na constituição de cada ecossistema com seus seres e organismos possuem sua ancestralidade, sua latência e em seguida a sua emergência. Todos possuem sua história, irreversível, própria do tempo histórico. O princípio cosmogênico atua permanentemente.

Ilya Prigogine, prêmio Nobel de 1977, mostrou que os sistemas abertos  como a Terra, a natureza e o universo põem em xeque  o conceito clássico de tempo linear, postulado pela física clássica. O tempo não é mais mero parâmetro do movimento mas a medida dos desenvolvimentos internos de um mundo em processo permanente de mudança, de passagem do desequilíbrio para patamares  mais altos de equilíbrio (cf. Entre o tempo e a eternidade, Companhia das Letras, S. Paulo 1992, 147ss). É a cosmogênese.

A natureza se apresenta como um processo de auto-transcendência; ao evoluir, ela se auto-supera criando novas ordens. Opera nela o princípio cosmogênico (a energia criadora) sempre em ação mediante o qual os seres vão surgindo e na medida de sua complexidade vão também ultrapassando a inexorabilidade da entropia, própria dos sistemas fechados. Esta auto-transcendência dos seres em evolução pode apontar para aquilo que as religiões e as tradições espirituais sempre chamaram de Deus, a transcendência absoluta ou aquele futuro que não é  mais a “morte térmica”; ao contrário, é a culminância  suprema  de ordem, de harmonia e de vida (cf.Peacoke, A. R., Criation in the World of Science, Oxford Univ.  Press, Oxford l979; Pannenberg, W., Toward a Theology of Nature. Essays on Science and Faith, John Knox Press, 1993 29-49).

Esta constatação mostra quão irreal é a separação rígida entre natureza e história, entre mundo e ser humano, separação  que  legitimou e consolidou tantos outros dualismos.Todos estão dentro de um único e imenso movimento: a cosmogênsese.  Como  todos os seres, o ser humano, com sua racionalidade, capacidade de comunicação e de  amor resulta também ele desse processo cósmico.

As energias e todos os elementos que maduraram no interior das grandes estrelas vermelhas, há bilhões de anos, entram em sua constituição. Possuem a mesma ancestralidade que o universo. Vigora uma solidariedade de origem e também de destino com todos os demais seres do universo.  Ele não pode ser visto fora do princípio cosmogênico, como um ser errático, enviado à Terra por alguma Divindade criadora. Se aceitarmos essa Divindade devemos dizer que todos são enviados por Ela não apenas o ser humano.

Esta inclusão do ser humano no conjunto dos seres e como  resultado de um processo cosmogênico impede a persistência do antropocentrismo (que concretamente é um androcentrismo, centrado no varão com exclusão da mulher).  Este revela uma visão estreita, desgarrada dos demais seres. Afirma que o único sentido da evolução e da existência dos demais  consistiria na produção do ser humano, homem e mulher. Lógico, o universo inteiro se fez cúmplice na gestação do ser humano. Mas não apenas dele, mas dos outros seres também. Todos estamos interconectados e dependemos  das estrelas. São elas que convertem o hidrogênio em hélio e da combinação  de ambos, provem o oxigênio, o carbono, o nitrogênio,o fósforo e o potássio sem os quais não haveria os aminoácidos nem as proteínas indispensáveis à vida. Sem a radiação estelar liberada  neste processo cósmico, milhões de estrelas resfriariam, o sol, possivelmente, nem existiria  e sem ele, não haveria vida nem nós estaríamos aqui escrevendo sobre estas coisas.

Sem a pre-existência  do conjunto dos fatores propícios à vida que foram se elaborando em bilhões de anos e, a partir da vida em geral e como sub-capítulo, a vida humana, jamais surgiria o indivíduo pessoal que somos cada um de nós. Pertencemo-nos mutuamente: os elementos primordiais do universo, as energias que estão ativas desde o big-bang, os demais fatores constituintes do cosmos e nós mesmos como espécie que irrompeu quando 99,98% da Terra estava pronta. A partir disso devemos pensar  cosmocentricamente e agir ecocentricamente.

Importa, pois, deixar para trás como ilusório e arrogante todo  antropocentrismo e androcentrismo. Não devemos, entretanto, confundir o antropecentrismo com  princípio andrópico (formulado em l974 por Brandon Carter, cf. Alonso, J. M., Introducción al principio antrópico, Encuentro Ediciones,Madrid l989).  Por ele se quer dizer o seguinte: somente podemos fazer as reflexões que estamos fazendo por que somos portadores de consciência, sensibilidade de inteligência. Não são as amebas, nem os sabiás ou os cavalos que possuem esta faculdade. Recebemos da evolução tais faculdades para exatamente falar disso tudo e  facultar à Terra,através de nós, contemplar seus irmãos, os planetas e as demais estrelas e nós podendo viver e celebrar nossa vida. Daí dizermos que somos Terra que sente, pensa e ama. Para isso que existimos no meio dos demais seres com os quais nos sentimos conectados. Essa singularidade nossa não nos leva a romper com eles, pois os inserimos no todo que vemos.

Por sermos seres de consciência, de sensibilidade e de inteligência surge um nós um imperativo ético: cabe a nós cuidar da Mãe Terra, zelar por todas as condições que lhe permitem continuar viva e dar vida.

Enfrentamos nesse momento talvez o maior desafio de nossa existência sobre a Terra: não permitir que ela se acaba sob o fogo, como aliás aventam as Escrituras cristãs. E se acabará é por nossa  irresponsabilidade e falta de cuidado. Inauguramos a era do antropoceno. Quer dizer, nós e não algum meteoro rasante, está ameaçando a vida na Terra. Nesse momento, o ponto culminante, talvez, final do antropoceno que é o piroceno, a era do fogo. O fogo tomou conta da Terra. Até há pouco controlávamos o fogo. Agora é o fogo que nos controla. Ele pode fazer ferver o planeta e torná-lo inabitável.

Daí se deriva nossa responsabilidade de salvaguardar o planeta para que não sucumba ao inferno do fogo mas garanta sua biocapacidade de nos entregar tudo o que precisamos para viver e sustentar nossa civilização que deverá mudar radicalmente. De nós depende se teremos futuro ou se seremos incinerados pelo fogo.

Leonardo Boff escreveu Cuidar da Terra-proteger a vida, Record 2010; Cuidar da Casa comum,Vozes 2023; Habitar a Terra, Vozes 2021.

Casa-Terra-Lavoro: mantra dei movimenti sociali popolari

Leonardo Boff

Papa Francesco è oggetto di una critica furiosa da parte di alcuni gruppi cattolici conservatori, incapaci di uscire dalla loro bolla tradizionalista. Il motivo risiede nella forma con cui si prende cura della Chiesa. Non lo fa nello stile tradizionale, direi, principesco e faraonico, ereditato dai primi imperatori cristiani che hanno trasmesso ai sacerdoti, ai vescovi e al Papa tutti i privilegi, stili di vita, modi di vestire degli imperatori, dei senatori e delle ricche élite imperiali.

Ciò risale dal terzo secolo e, fondamentalmente, continua fino ai giorni d’oggi. A vedere la sfilata dei cardinali quando s’incontrano tutti a Roma, sembra di essere al Sambódromo  di Rio o di San Paolo, tanto è lo sfarzo e il colore degli abiti. Tutto questo non ha nulla a che vedere con il povero Gesù di Nazaret.

Ma non è di questo che voglio trattare. Voglio riferirmi a una innovazione sorprendente che Papa Francesco ha introdotto. Poteva solo venire da lui, fuori dalla galassia cattolica mitteleuropea, ma da qualcuno che “viene dalla fine del mondo” come frequentemente lui stesso si è definito. Provenire dalla fine del mondo, significa venire dall’esperienza di una Chiesa che non è più specchio di quella europea, ma fonte propria, che affonda le sue radici negli ambienti popolari, che fa un’opzione preferenziale per i poveri ingiustamente posti ai margini del processo sociale attuale, controllato dalle classi dominanti organizzate in favore dei loro privilegi. Un tipo di Chiesa che non ha nulla di imperiale o faraonico, ma che assume il dolore e il destino tragico degli scartati dal sistema attuale.

Ne sono un esempio i numerosi incontri che ha tenuto con i Movimenti Sociali Popolari, provenienti da tutto il mondo. Questo mai si è mai visto nella storia. L’ecclesiologia dominante, cioè la dottrina sulla Chiesa, concentra ancora oggi tutto il potere decisionale nelle mani della gerarchia. Il Concilio Vaticano II (1962-1965) ha introdotto il concetto di Chiesa come Popolo di Dio che presuppone l’uguaglianza tra tutti. Ma ha prevalso il concetto di Chiesa come comunione. Ma ha presto svuotato il concetto dicendo che è una comunione gerarchica, il che equivale a dire che è come una scala, al suo interno ci sono persone che stanno nei gradini in alto e persone che stanno nei gradini in basso. Se è comunione, c’è uguaglianza tra tutti, non sono tollerate gerarchie, di persone in alto e persone in basso. Se esistono, sono solo funzionali perché nessuno fa tutto e si assume tutti i compiti, ma li distribuisce ai vari partecipanti. San Paolo lo ha formulato molto bene nelle sue epistole, utilizzando la metafora del corpo umano: «l’occhio non può dire alla mano, non ho bisogno di te, né la testa ai piedi, non ho bisogno di voi» (Cor 12,21 ). Tutti i membri sono ugualmente importanti. Né pensiamo alle donne che sono completamente private di ogni potere decisionale, anche se sono loro che svolgono la maggior parte dei servizi ecclesiastici.

A settembre si realizzeranno a Roma i dieci anni dal primo incontro del 2014 dei Movimenti Sociali Mondiali. Tra coloro che parleranno al pubblico ci sarà il nostro João Pedro Stédile del Movimento de gli senza Terra (MST) In questo incontro si riprenderà il mantra inaugurato nel 2014: le famose 3T: Teto-Terra-Trabalho così dettagliate: “Nessuna famiglia senza tetto, nessun contadino senza terra, nessun lavoratore senza diritti, nessuna persona senza la dignità che il lavoro (trabalho) conferisce”.

Per l’incontro di settembre già è stato definito lo slogan: “Piantare la bandiera contro la disumanizzazione”. Se attualmente esiste uno dei fenomeni più perversi, è proprio il processo accelerato di disumanizzazione. C’è qualcosa di più disumano nel fatto che quasi la metà della ricchezza mondiale è nelle mani dell’1% della popolazione (Global Wealth Report 2023) al lato di circa, secondo la FAO, 800 milioni di persone che soffrono la fame e un miliardo di persone con insufficienza alimentare? Se i 3mila miliardari pagassero solo il 2% delle loro fortune in tasse, si genererebbero 250 miliardi di dollari, come suggerito nel G20 da Brasile e Francia. Ciò garantirebbe la vita di tutti coloro che sono minacciati dalla fame e dalle malattie legate alla fame.

Il genocidio perpetrato dallo Stato di Israele nella Striscia di Gaza, uccidendo circa 12.300 bambini, con il sostegno di un presidente nordamericano cattolico e della Comunità Europea, dimentica la sua tradizione che fondava i diritti dei cittadini e le diverse forme di democrazia. Ciò è fatto a cielo aperto, rendendo complici i suoi sostenitori oltre a negare cibo, acqua ed energia a un’intera popolazione, un evidente crimine contro l’umanità.

Oltre alla guerra russo-ucraina in cui viene distrutta una venerabile civiltà sorella, l’Ucraina, ci sono 18 luoghi di gravi conflitti con un alto tasso di mortalità.

Nel frattempo, il Papa in Indonesia, nella più grande nazione musulmana del mondo, in un evento inter-religioso ha proclamato: “che tutti noi, insieme, coltivando ciascuno la sua propria spiritualità e praticando la sua propria religione, si possa camminare alla ricerca di Dio e contribuire alla costruzione di società aperte, basate sul rispetto mutuo e sull’amore reciproco”. Ha sfidato i cristiani con queste parole: «non stancatevi di salpare in alto mare, gettate le reti, non stancatevi di sognare e di costruire una civiltà di pace”.

Sono parole di speranza quasi disperata di fronte alla disumanizzazione imperante, con la coscienza di quanto affermato nell’enciclica Fratelli tutti: «siamo sulla stessa barca, o ci salviamo tutti o non si salva nessuno» (n. 32).

Ma tutti insieme e consapevoli possiamo dare una nuova direzione alla nostra storia comune, puntando verso una bio-civiltà e verso una Terra di Buona Speranza.

Leonardo Boff ha scritto Cuidando da Casa Comum, Vozes 2023; in stampa Sustentabilidade e cuidado: como assegurar o futuro da vida, 2024.

traduzione dal portoghes di Gianni Alioti

Travessias necessárias para uma sociedade biocentrada

Leonardo Boff

Há uma percepção mais ou menos generalizada de que a vida humana no planeta Terra assim como se apresenta não pode continuar. Na verdade, ela se encontra numa encruzilhada: ou muda ou corre o risco de ir ao encontro de uma incomensurável tragédia ecológico-social. Há indicadores inegáveis. O mais sensível é o acelerado aquecimento global. Só em 2023 foram lançadas na atmosfera perto de 40 milhões de toneladas de CO2 que permanece na atmosfera por cerca de cem anos. O aquecimento até 1,5ºC projetado para 2030 foi antecipado.

Das nove fronteiras planetárias (Planetary Boundieries: desde as mudanças climáticas até os microplásticos) seis já foram rompidas. Cientistas afirmam que se rompermos a sétima e a oitava pode ocorrer um desastre sistêmico,capaz de ameaçar a civilização. A disputa pelo domínio geopolítico do mundo entre os USA, Rússia e China pode culminar numa hecatombe nuclear,deixando o céu branco pelas partículas atômicas, introduzindo uma nova era glacial, extinguindo grande parte da humanidade e da biosfera, tornando miserável da vida dos sobreviventes. E outras mais como a grave escassez de água potável.

Se quisermos sobreviver sobre o planeta Terra precisamos fazer várias travessias inevitáveis.

– Da Terra tida como meio de produção e balcão de recursos entregue ao projeto de um crescimento ilimitado, para a Terra como um Super Organismo vivo,  Gaia, Pacha Mama ou Mãe Terra, com bens e serviços limitados,muitos não renováveis.

– Do paradigma do poder/dominação em vista da conquista do mundo  para o paradigma do cuidado da Terra viva e da comunidade de vida.

– De uma sociedade antropocêntrica, separada da natureza, para uma sociedade biocêntrica que se sente parte da natureza e busca ajustar seu comportamento à lógica da própria natureza e do processo cosmogênico que se caracterizam pela sinergia, pela interdependência  de todos com todos, pela cooperação e por ser mais com menos.

– De uma sociedade industrialista, mercantilista e consumista que depreda os bens naturais e desestrutura  as relações sociais de riqueza/pobreza para uma uma sociedade de sustentação de toda a vida e garantia dos meios de vida para todos os seres humanos.

– Da lógica da competição que se rege pelo ganha-perde e que opõem as pessoas e as empresas, para a lógica da cooperação do ganha-ganha que congrega e fortalece a solidariedade entre todos.

– Da era tecnozóica que, não obstante os benefícios reconhecidos  que nos trouxe, devastou grande parte dos ecossistemas, para a era ecozóica pela qual todos os saberes e atividades se  ecologizam e todos cooperam para  salvaguarda do futuro da vida.

Do antropoceno que faz do ser humano a grande ameaça à bioversidade para o ecoceno no qual a ecologia será a grande preocupação e todos os seres serão reconhecidos com um valor em si, portadores de direitos e devem ser respeitados.

– De redes sociais voltadas para a desinformação,divisões sociais e ameaças às instituições democráticas, para redes como espaços de comunicação social civilizada e novos conhecimentos.

– Do capital material sempre limitado e exaurível, para o capital  humano-espiritual ilimitado, feito de amor, de solidariedade, de respeito, de compaixão, de veneração e de uma confraternização como todos os seres da comunidade de vida.

– Dos Estados-nação para a Terra como a única Casa Comum que deve ser cuidada por uma governança plural para equacionar os problemas globais de toda a humanidade e do sistema-vida.

– Do projeto “um só mundo e um só império”, mantra da política externa estado-unidense,  para “um só mundo e um só projeto coletivo de convivência e sobrevivência”,  assumido por todos os povos.

Essa é a grande “conversão ecológica global” exigida pelo Papa Francisco em sua encíclica Sobre o cuidado da Casa Comum (2015, n.5). Em outro lugar diz:”estamos no mesmo barco, ou nos salvamos todos ou ninguém se salva”.

Para garantir o futuro  da humanidade e da própria biosfera, precisa  triunfar um consenso mínimo de natureza  ética: o conjunto de visões, valores e princípios que mais congregam pessoas e melhor projetam um horizonte de vida e de esperança para todos.

Seria  a já denominada biocivilização ou a Terra da Boa Esperança que corresponde à Noosfera sonhada já em 1933 lá no deserto de Gobi na China  por Pierre Teilhard de Chardin. Quer dizer, a esfera nova na qual mentes e corações convergem numa consciência coletiva de espécie, habitando a única Terra que temos.  

Essa biocvilização é viável e está dentro das possibilidades humanas construí-l na observância da ética da Terra, feita de cuidado, de responsabilidade universal, de acolhida de todas as diferenças e do sentimento de habitarmos uma Casa Comum junto com com toda a comunidade terrenal e  a comunidade de vida, sob o olhar benevolente do Criador “que ama tudo o que criou e que não odeia nada do que fez porque é “o soberano amante da vida”(Sab 11,24-26).

Leonardo Boff escreveu Habitar a Terra: qual o caminho para a fraternidade universal, Vozes 2022; Como cuidar da Casa comumI:  pistas para protelar o fim do mundo, Vozes 2024.