Warum wir dort sind, wo wir sind: planetarische Risiken

Leonardo Boff

 Niemand kann glauben, dass die Weltlage gut ist. Was wir in den digitalen/sozialen Medien sehen, sind Szenen des Krieges, unschuldige Kinder, die durch die Wut der Angriffe gegen die Hamas ermordet werden, die unrechtmäßige Opferung eines ganzen palästinensischen Volkes im Gazastreifen, der seit drei Jahren andauernde Krieg zwischen Russland und der Ukraine und 18 weitere Orte der Gewalt und Kriegsverbrechen in Afrika und anderswo.

Nach Angaben der renommierten Nichtregierungsorganisation Oxfam,2024, wird das Privatvermögen der 36 reichsten Personen der Welt im Jahr 2024 dem Einkommen von mehr als der Hälfte der Menschheit, nämlich 4,7 Milliarden Menschen, entsprechen. In Brasilien besitzen die reichsten 3.390 Personen (0,0016 %) 16 % des gesamten Reichtums des Landes, mehr als 182 Millionen Brasilianer (85 % der Bevölkerung).

Aus der gleichen Quelle erfahren wir, dass alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren an Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen stirbt. Wer ist nicht in seiner minimalen Menschlichkeit von solchen dramatischen Szenen, von wahren menschlichen Tragödien, berührt? Wir scheinen die Grenzen der Endzeit erreicht zu haben. Es sind Szenen, die im Buch der Offenbarung stehen könnten.

Um die gegenwärtige Krise zu verstehen, müssen wir ins 17./18. Jahrhundert zurückgehen, als das Paradigma der Moderne aufkam. Die Gründerväter, Francis Bacon und insbesondere René Descartes und andere, brachen mit einer langen Tradition der Menschheit. Letztere verstanden die Natur, die Erde und den Kosmos selbst als etwas Lebendiges und Sinnvolles.

Dann kam Descartes und führte einen grundlegenden Dualismus mit schwerwiegenden historischen Folgen ein. Er unterschied die res cogitans, das denkende und geisttragende Wesen, von der res extensa, dem extensiven und materiellen Ding, den anderen Wesen. Einziger Träger des Geistes, res cogitans, ist der Mensch. Die res extensa, die anderen Wesen, handeln mechanisch und ohne erkennbaren Sinn. Damit führte er einerseits einen strengen Anthropozentrismus und andererseits einen groben Materialismus ein. Die Erde und die Natur haben nur insofern einen Sinn, als sie dem Menschen geordnet sind, der sie nach Belieben behandelt. Diese materialistische Auffassung von der nicht-menschlichen Welt hat Raum für alle Arten von Nutzung und Missbrauch und für die wissenschaftliche Forschung selbst eröffnet, ohne ethische Bedenken hinsichtlich der Folgen, die sich daraus ergeben könnten.

Daraus entstanden alle modernen Wissenschaften und ihre praktische Anwendung in einem technischen Betrieb. Die Technowissenschaft war das große Instrument im Dienste der einzigen Träger des Geistes, der Menschen, die in der Natur getrennt und “Herren und Herrinnen” (Descartes) über sie waren und dann zu Kolonisatoren, Sklavenhaltern und systematischen Zerstörern der Natur wurden. Die Wissenschaft wurde nicht in den Dienst des Lebens gestellt, sondern in den der Beherrschung der anderen und der Natur.

Aus diesem anfänglichen Dualismus haben sich andere Dualismen entwickelt: Geist und Materie, Kultur und Natur, zivilisiert und wild, Idealismus und Materialismus, die die menschliche Erfahrung auseinandergerissen haben. Die Vision der Totalität ist verloren gegangen.

Mit diesen Voraussetzungen wurde die Architektur des atomisierten Wissens entworfen, in der es keine Beziehung zwischen den einzelnen Erkenntnissen gibt, so dass wir immer mehr über immer weniger wissen.

Zweifellos hat dieses Paradigma der Moderne allen Bereichen des menschlichen Lebens große Vorteile gebracht: Es hat die Schmerzen gelindert, die Mittel zur Heilung verfeinert, die Instrumente zur Fortbewegung und die großen Wege der digitalen Kommunikation geschaffen und uns in den Weltraum gebracht, zum Mond und zum Mars und in die entferntesten Winkel des Universums, bereits außerhalb des Sonnensystems.

Dieses Paradigma konzentriert sich auf den Bereich der Mittel, ohne dass selten (oder nie kollektiv) der Zweck definiert wird, dem die Mittel dienen sollen. Der Kapitalismus hat das Problem gut verstanden und ein Ziel dafür definiert: unbegrenztes Wachstum durch die individuelle Anhäufung von Reichtum, in der Logik des größtmöglichen Wettbewerbs, wobei die Ressourcen der Natur so weit wie möglich ausgebeutet werden, in der falschen Annahme, dass die Erde ebenfalls unbegrenzte Ressourcen hat.

Ab 1972, mit dem Dokument Die Grenzen des Wachstums, wurde das kollektive Bewusstsein für die Grenzen der Erde und ihre Unfähigkeit, ein unbegrenztes Projekt zu unterstützen, geweckt. Das große Produktionssystem hat dieser Tatsache nie viel Aufmerksamkeit geschenkt. Das Entscheidende ist, Profite und Reichtum zu garantieren.

Unternehmer und große Wirtschafts- und Finanzkonglomerate vertrauen auf die Allmacht der Wissenschaft, die für alle Probleme eine Lösung bereithält. Dies war und ist ihre große Illusion. Ihr global integriertes Wirtschafts- und Finanzsystem ist so gut geölt, dass es weder die Voraussetzungen noch den Willen hat, damit aufzuhören. Aufzuhören hieße, sein Ziel, die unbegrenzte Akkumulation, aufzugeben, von einem Verhältnis der Ausbeutung zu einem naturfreundlichen zu wechseln, mit anderen Worten, sich selbst zu verleugnen. Es wird jetzt deutlich, dass das Weltsystem angesichts der Veränderungen im Gesicht der Erde in Agonie ist.

Angesichts der Ungeheuerlichkeit des globalen Systems der Ausbeutung/Verwüstung der Natur hat die lebendige Erde auf verschiedene Weise reagiert: mit extremen Ereignissen, mit der Freisetzung von Viren, von denen einige mysteriös sind, wie das X-Virus, das zehnmal tödlicher ist als das Coronavirus und den gesamten Planeten bedeckt. Es hat die Grenzen zwischen den Nationen verwischt und die gesamte Menschheit auf gefährliche Weise in Mitleidenschaft gezogen.

In letzter Zeit scheint der Klimawandel einen unumkehrbaren Punkt erreicht zu haben. Die Erde hat sich aufgrund der unverantwortlichen Praktiken (Anthropozän) derjenigen verändert, die politische Entscheidungen treffen, die globalen Kapital- und Finanzströme kontrollieren und die Natur immer weiter zerstören. Es wäre ungerecht, diesen Klimawandel einfach den Aktivitäten der großen verarmten Mehrheiten zuzuschreiben, die im Vergleich zu den oben Genannten wenig dazu beitragen. Wir erleben die schädlichen Auswirkungen dieser Veränderungen weltweit: extreme Ereignisse. Wissenschaft und Technik werden nicht mehr in der Lage sein, diese Veränderung rückgängig zu machen, sondern nur noch vor bedrohlichen Ereignissen (Überschwemmungen, Stürme, Tsunamis, langanhaltende Dürren und furchterregende Schneestürme) zu warnen und ihre schädlichen Auswirkungen zu minimieren.

Jetzt können wir die Frage beantworten: Warum sind wir da, wo wir sind? Weil die dominierenden Länder des globalen Nordens vor drei Jahrhunderten beschlossen haben, die einzige gemeinsame Heimat, die wir haben, auf diese gefährliche und verheerende Weise zu bewohnen. Sie haben ihre Art zu leben, zu produzieren, zu konkurrieren und zu konsumieren allen aufgezwungen. Wir werden nicht als Bürger betrachtet, sondern als Kunden und Verbraucher.

Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem wir aufgrund der Häufung planetarischer Krisen und unserer Fähigkeit zur Selbstzerstörung mit Atomwaffen einen Punkt erreicht haben, an dem eine Rückkehr praktisch unmöglich ist. Wenn wir den vor Jahrhunderten eingeschlagenen Weg weitergehen, sind wir auf dem Weg in unser eigenes Grab.

Ich stimme dem alten Martin Heidegger zu: “Nur ein Gott kann uns retten”.

Leonardo Boff Autor von: A busca da justa medida: com equilibrar o planeta Terra, Vozes 2013;Cuidar da Terra-proteger a vida: como escapar do fim do mundo, Record, 2010.

Übersetzt von Bettina Goldhartnack

Tirar del freno de seguridad: ante la  gravedad de la crisis actual

Leonardo Boff*

Nos encontramos en el corazón de una espantosa y generalizada crisis sobre la forma como habitamos y nos relacionamos con nuestro planeta, devastado y atravesado por guerras de gran destrucción y movido por odios raciales e ideológicos. Además, la era de la razón científica ha creado la irracionalidad del principio de autodestrucción: con las armas ya construidas podemos poner fin a nuestra vida y a la de gran parte de la biosfera, si no de toda.

No son pocos los analistas de la situación mundial que nos alertan sobre  el eventual uso de tales armas de destrucción  masiva. La razón de fondo sería la disputa sobre quién manda  en la humanidad y quién tiene la última palabra. Tiene que ver con el  enfrentamiento entre la unipolaridad sustentada por Estados Unidos y la multipolaridad requerida por China, por Rusia, y eventualmente por el conjunto de los países que forman los BRICS. Si hubiera una guerra nuclear, en ese caso se realizaría la fórmula: 1+1=0: una potencia nuclear destruiría a otra y  juntas acabarían con la humanidad y con una parte sustancial de la vida.

Dadas estas circunstancias, nos vemos en la necesidad de tirar del freno de seguridad del tren de la vida, pues, desenfrenado, puede  precipitarse en un abismo. Tememos que este freno esté ya oxidado y haya quedado inutilizable. ¿Podemos salir de esta amenaza? Tenemos que intentarlo, según el dicho de Don Quijote: “antes de aceptar la derrota, tenemos que dar todas las batallas”. Y las vamos a dar.

Voy a servirme de dos categorías para aclarar mejor nuestra situación. Una del teólogo y filósofo danés Soren Kierkegaard (1813-1885), la angustia, y otra del también teólogo y filósofo alemán, discípulo notable de Martin Heidegger, Hans Jonas (1903-1993), el miedo.

La angustia (O conceito de angústia,Vozes 2013) para Kierkegaard no es solo un fenómeno psicológico, sino un dato objetivo de la existencia humana. Para él como pastor y teólogo, además de eximio filósofo, sería la angustia frente a la perdición eterna o la salvación. Pero es aplicable a la vida humana. Esta se presenta frágil y sujeta a morir en cualquier instante. La angustia no deja a la persona inerte, la mueve continuamente a fin de  crear condiciones para  salvaguardar la vida.

Hoy tenemos que alimentar ese tipo de angustia existencial ante las amenazas objetivas que pesan sobre nuestro destino, que pueden resultar fatales. Ella es algo saludable que pertenece a la vida, no es algo enfermizo a ser tratado psiquiátricamente.

Hans Jonas en su libro O princípio responsabilidade,  (Contraponto, Rio 2006) analiza el miedo a vernos colocados al borde del abismo y caer fatalmente en él. Estamos en una situación de no retorno. Ya no se trata de una ética del progreso o del perfeccionamiento, sino de prevención de la vida contra las amenazas que pueden traernos la muerte. El miedo aquí es sano y  salvador, pues nos obliga a una ética de la responsabilidad colectiva en el sentido de aportar todos su colaboración para preservar la vida humana en la Tierra.

La situación actual a nivel planetario escapa al control humano. Hemos creado la Inteligencia Artificial Autónoma que ya no depende de nuestras decisiones. ¿Quién, con sus miles y miles de millones de algoritmos, impide que ella pueda optar por la destrucción de la humanidad?

En primer lugar tenemos una tarea que cumplir: responsabilizarnos del mal que estamos visiblemente causando al sistema-vida y al sistema-Tierra, sin capacidad de impedirlo o frenarlo, solo aminorando sus efectos dañinos. El sistema de producción mundial energívoro está de tal modo engrasado que no tiene manera ni quiere  parar. No renuncia a sus mantras de base: aumento ilimitado del lucro individual, competición feroz  y la super explotación de los recursos de la naturaleza.

Además de esto, es importante responsabilizarnos también del mal que no supimos evitar física y espiritualmente en el pasado y  cuyas consecuencias se han vuelto inevitables, como las que estamos sufriendo con el calentamiento creciente del planeta y la erosión de la biodiversidad.

El miedo del que estamos poseídos se relaciona con el futuro de la vida y la garantía de poder todavía seguir vivos sobre este planeta. En función de ese desiderátum Jonas formuló un imperativo ético categórico:

Obra de modo que los efectos de tu acción sean compatibles con la permanencia de una vida humana auténtica sobre la Tierra; o expresado negativamente: obra de modo que los efectos de tu acción no sean destructivos para la posibilidad futura de una tal vida; o, simplemente, no pongas en peligro la continuidad indefinida de la humanidad en la Tierra” (Op. cit. 2006, p. 47-48). Yo añadiría “no pongas en peligro la continuidad indefinida de todo tipo de vida, de la biodiversidad, de la naturaleza y de la Madre Tierra”.

Estas reflexiones nos ayudan a alimentar alguna esperanza en la capacidad de cambio de los seres humanos, pues poseemos libre albedrío y flexibilidad.

Pero, como el peligro es  global, se impone una instancia global y plural (representantes de los pueblos, de las religiones, de las universidades, de los pueblos originarios, de la sabiduría popular) para encontrar una solución global. Para eso tenemos que renunciar a los nacionalismos y a las fronteras obsoletos entre las naciones.

Como se puede observar, las distintas guerras hoy en curso son por conflictos entre las fronteras de las naciones; la afirmación de los nacionalismos y la creciente onda de conservadurismo y de políticas de extrema derecha se alejan mucho de esta idea de un centro colectivo para el bien de toda la humanidad.

Debemos reconocer que estos conflictos por las fronteras entre las naciones están despegados de la nueva fase de la Tierra-Casa Común, y representan movimentos regresivos y contrarios al curso irresistible de la historia, que unifica cada vez más el destino humano con el destino del planeta vivo.

Somos solo una Tierra y una sola humanidad a ser salvadas. Y con urgencia pues el tiempo del reloj corre en contra nuestra. Cambiemos nuestras mentes y nuestras prácticas.

*Leonardo Boff ha escrito Habitar la Tierra, Vozes 2022; Tierra madura: una teología de la vida, Planeta 2023.

Traducción de María José Gavito Milano

 L’urgenza di un umanesimo minimo

                          Leonardo Boff

Il mio sentimento del mondo mi dice che forse mai nella storia degli ultimi tempi abbiamo vissuto, a livello universale, tanta disumanità. Quando parlo di disumanità voglio esprimere il totale disprezzo per il valore dell’essere umano nei confronti di un altro essere umano che è diverso, sia esso per etnia (nero, indigeno, palestinese), sia politico (fondamentalisti, conservatori), sia religioso (musulmani, animisti), sia di genere (donne e LGBT+). Per un paio di scarpe da ginnastica qualcuno è morto. Una piccola disputa stradale può finire con un omicidio a colpi di arma da fuoco.

Per non parlare della guerra Russia-Ucraina (dietro ci sono gli USA e la Comunità Europea). La più spaventosa disumanità è vista apertamente dall’umanità intera, attraverso i media digitali: la decimazione di un intero popolo, i palestinesi della Striscia di Gaza e le migliaia di bambini innocenti sacrificati dalla furia vendicativa dell’attuale primo ministro israeliano di estrema destra, Banjamin Netanyahu. Il suo ministro della Difesa ha dichiarato esplicitamente che i palestinesi nella Striscia di Gaza (soprattutto il ramo militare di Hamas che ha perpetrato un atto terroristico contro Israele il 7 ottobre 2023 con più di mille vittime) sono come animali, sono subumani e dovrebbero essere così trattati, possibilmente, sterminati.

Circondati da ogni parte, come in un campo di sterminio, gli abitanti della Striscia di Gaza sono costantemente attaccati giorno e notte dal cielo, da terra e dal mare dalle forze di guerra del governo israeliano. Molti muoiono di sete, di fame, sotto le macerie e per le ferite riportate, perché tutto è stato loro negato.

Nemmeno lontanamente si alimenta l’idea che siamo tutti umani, della stessa specie di esseri e, quindi, che esiste un innegabile legame di fratellanza tra tutti. Tutti respirano, tutti mangiano, tutti camminano sullo stesso terreno, tutti ricevono gli stessi raggi del sole e le stesse gocce di pioggia. Tutti, non importa quanto sia alta la loro posizione sociale, devono soddisfare i bisogni della natura. Il re d’Inghilterra non può dire al suo servitore: vai a fare pipì al mio posto. In questo caso regna la democrazia più radicale, a grado zero, che comprende re, regine, papi, milionari, gente semplice del popolo, uomini e donne, bambini e anziani.

Perché non siamo in grado di trattarci a vicenda umanamente? Cioè accogliendoci come membri della stessa specie homo, rispettandoci reciprocamente nei diversi modi di organizzare la vita sociale e personale, nelle abitudini, nelle tradizioni, nelle espressioni religiose e nelle pratiche sessuali. Cosa c’è in noi che ci rende nemici gli uni degli altri, omicidi, fratricidi, etnocidi e, ultimamente, biocidi? C’è chi sostiene che l’uomo di Neanderthal, anch’egli uomo pensante, sarebbe stato sterminato dall’homo sapiens.

È già stato osservato dai bio-antropologi che siamo una specie estremamente attiva, irrequieta, violenta e forse di breve durata su questo pianeta. D’altra parte, genetisti e neurologi confermano che appartengono al nostro DNA (cfr. Watson, Crik, Maturana) l’amore, la solidarietà e il sentimento di appartenenza. Esistono modi per mettere sullo stesso piano questi dati apparentemente contraddittori? Perché abbiamo raggiunto gli attuali livelli di disumanità?

Non conosco alcuna risposta soddisfacente. Ciò che possiamo dire, come hanno sostenuto tanti pensatori, è che l’essere umano, per la sua condizione esistenziale, è contemporaneamente sapiens e demens. È mosso da impulsi contraddittori che convivono nella stessa persona, uno di distruzione e l’altro di costruzione. Ho lavorato con due categorie: la dimensione sim-bolica dell’essere umano (ciò che unisce e aggrega) e la dimensione dia-bolica (ciò che disunisce e disaggrega). Entrambe coesistono, si confrontano e portano dinamismo alla storia.

Per un certo periodo, per molteplici ragioni che non possiamo qui discutere, ha prevalso la dimensione sim-bolica. Cosi emerge una società di convivenza pacifica e collaborativa. In un altro prevale la dimensione dia-bolica, che lacera il tessuto sociale, produce violenza e perfino guerre. Temo che attualmente siamo sotto il predominio del dia-bolico, poiché prevalgono il pensiero fondamentalista, fascista e l’uso della violenza per risolvere i problemi umani.

Non basta descrivere questa fenomenologia della dualità. Dobbiamo scavare più a fondo. Credo che la causa principale della disumanità attuale e storica risieda nell’erosione della Matrice Relazionale (Relational Matrix). Ovvero, nel corso della storia, lentamente ma alla fine in modo completo, abbiamo rotto la sensazione che siamo tutti interconnessi, che si stabiliscono relazioni tra tutti gli esseri, formando il grande insieme della natura, della Terra e perfino del cosmo.

Con l’irruzione della ragione e il suo utilizzo come potere di dominio, abbiamo rotto con la Matrice Relazionale. Ci siamo considerati signori e padroni delle cose. Possiamo usarle senza scrupoli a nostro beneficio, con il falso presupposto che esse non abbiano valore in sé e, quindi, siano prive di scopo, compreso il pianeta Terra. Così è stato fondato il paradigma della modernità.

Questa rottura si mostra oggi estremamente dannosa, poiché la natura, o la Terra, si sta rivoltando contro di noi, inviandoci eventi estremi, una serie di virus letali e, negli ultimi tempi, il riscaldamento globale ormai diventato irreversibile. Ha introdotto una nuova e pericolosa fase del pianeta Terra e della storia umana.

La rottura della Matrice Relazionale con gli esseri della natura ha portato alla rottura con la sua origine, con il Creatore di tutte le cose. Quella che è stata chiamata “la morte di Dio” significa che abbiamo perso quel Legame che dava coesione e senso di pienezza alla nostra vita e all’esistenza di un Senso ultimo della vita e della storia. La proclamazione della morte di Dio (la sua assenza nella nostra coscienza personale e collettiva) ha dato origine a esseri umani sradicati e immersi in una profonda solitudine. L’opposto di una visione umanistico-spirituale del mondo che sostiene che la vita ha un senso e che la storia non finisce nel vuoto, non è il materialismo o l’ateismo. È lo sradicamento e il sentimento di essere soli nell’universo e perduti, cosa che una visione umano-spirituale del mondo impediva.

Oggi dobbiamo ritornare alla nostra essenza per rifondare un umanesimo minimo. Cioè, ponendo come linee guida della nostra esistenza e convivenza su questo pianeta la cura reciproca e per con la comunità di vita, l’amore come la più grande forza aggregante e umanizzante di tutte le relazioni, facendo emergere interiormente la nostra forza di solidarietà soprattutto con quelli che restano indietro, un’opzione collettiva per la corresponsabilità per il destino comune e, infine, l’aprirci a quell’Energia potente e amorevole che intuiamo nel nostro proprio essere come ragione e sostegno di tutta la realtà. Possiamo dargli mille nomi o nessuno. Le religioni lo chiamano Dio, i cosmologi lo chiamano Abisso che nutre tutti gli esseri, o come preferisco, “quell’Essere che fa esistere tutti gli esseri”. Dimentichiamo i nomi e concentriamoci su questa Energia Intelligente e Suprema che sostiene ed è alla base di tutti gli esseri e fenomeni. È una visione umano-spirituale delle cose.

Su questi presupposti potremo fondare un umanesimo minimo, con il quale tutti si riconosceranno come compagni dello stesso viaggio su questo pianeta, come fratelli e sorelle di tutte le cose (poiché abbiamo la stessa base genetica) reciprocamente. Per essere realistici, il dato sim-bolico e dia-bolico saranno presenti, ma sotto la reggenza del sim-bolico.

In questo modo costruiremo una convivenza umana nella quale non sarà tanto difficile accoglierci reciprocamente e nella quale potrà fiorire la solidarietà essenziale e l’amore “che muove il cielo, tutte le stelle” e i nostri cuori. O faremo questo passo oppure ci divoreremo a vicenda.

Leonardo Boff ha scritto Terra madura: uma teologia da vida, São Paulo, Planeta 2023. (traduzione dal portoghese di Gianni

La urgencia de un humanismo mínimo

    Leonardo Boff*

Mi sentimiento del mundo me dice que posiblemente nunca en la historia de los últimos tiempos hemos vivido, a nivel universal, tanta inhumanidad. Cuando hablo de inhumanidad quiero expresar  el total desprecio del valor del ser humano para otro ser humano diferente, ya sea de etnia (negros, indígenas, palestinos), sea político (fundamentalistas, conservadores), sea de religión (musulmanes, umbandistas), sea de género (mujeres y personas LGBT+). Por unas zapatillas se mata a una persona. Una pequeña discusión de tráfico puede terminar en un asesinato a tiros.  

Sin  hablar de la guerra Russia-Ucrania (por detrás estan los USA y la NATO), toda la humanidad está presenciando la más terrible inhumanidad, a través de los medios  digitales, a cielo abierto: la destrucción de todo un pueblo, los palestinos de la Franja de Gaza, con miles de niños inocentes sacrificados por la furia vengativa del actual primer ministro israelí Benjamín Netanyahu. Su ministro de Defensa declaró explícitamente que los palestinos de la Franja de Gaza (especialmente el brazo militar de Hamas que perpetró un acto terrorista contra Israel el 7 de octubre de 2023 con más de mil víctimas) son como animales, son sub-humanos y así deben ser tratados, eventualmente, exterminados.

Cercados por todas partes, como en un campo de exterminio, los que viven en la Franja de Gaza están siendo  atacados permanentemente de día y de noche, por tierra, mar y aire por las fuerzas de guerra del gobierno israelí. Muchos mueren de sed, de hambre bajo los escombros y de sus heridas, pues les es  negado todo.

Ni de lejos se alimenta la idea de que todos somos humanos, del mismo género de seres y, por lo tanto, que existe un lazo innegable de hermandad entre todos. Todos respiramos, todos pisamos el mismo suelo, todos recibimos los mismos rayos de sol y las gotas de lluvia. Todos, por altos que sean sus cargos, tenemos que atender las necesidades de la naturaleza. El rey de Inglaterra no puede decir a su servidor: vete a hacer pipí por mi. En este punto reina la más radical democracia en grado cero, que incluye a reyes, reinas,  papas, millonarios, gente sencilla del pueblo, hombres y mujeres, niños y ancianos.

¿Por qué somos incapaces de tratarnos humanamente? Es decir, de acogernos  como miembros de la misma especie homo,  respetarnos en nuestras distintas formas de organizar la vida social y personal, los hábitos, tradiciones,  expresiones religiosas y prácticas  sexuales. ¿Qué existe en nosotros que nos hace  enemigos unos de otros, homicidas, fratricidas, etnocidas y últimamente biocidas? Hay algunos que afirman que el hombre de Neandertal, también un humano pensante, habría sido exterminado por el homo sapiens.

Los bioantropólogos ya han observado que somos una especie extremadamente activa, inquieta, violenta y posiblemente con poca duración sobre este planeta. Por otro lado, genetistas y neurólogos  (cf.Watson, Crik, Maturana) constatan que pertenece a nuestro ADN el amor, la solidaridad,  el sentimiento de pertenencia. ¿Hay cómo   encajar estos datos aparentemente contradictorios? ¿Por qué  hemos llegado a los niveles de inhumanidad actuales?

No conozco ninguna respuesta satisfactoria. Lo que podemos decir, como han sostenido tantos pensadores, es que el ser humano, por su condición existencial, es simultáneamente sapiens y demens. Está movido por impulsos contradictorios que conviven en la misma persona, uno de destrucción y otro de construcción. He trabajado con dos categorías:  la dimensión sim-bólica del ser humano (la que une y congrega) y la dimensión dia-bólica (la que desune y desagrega). Ambas conviven, se enfrentan y aportan dinamismo a la historia.

En ocasiones, por múltiples razones que no podemos exponer aquí, predomina la dimensión simbólica. Así surge una sociedad de convivencia pacífica y colaboradora. En otras, impera la dimensión dia-bólica que desgarra el tejido social, produce violencia e incluso guerras. Temo que estamos en este momento bajo el predominio de lo dia-bólico, pues prevalece el pensamiento fundamentalista, fascista y de uso de la violencia para resolver los problemas humanos.

No basta describir esta fenomenología de dualidad. Tenemos que cavar más hondo. Estimo que la causa principal de la inhumanidad actual e histórica reside en la erosión de la Matriz Relacional (Relational Matrix). Es decir, a lo largo de la historia, lentamente pero finalmente de forma cabal, rompemos el sentimiento de que todos estamos interligados, de que se instauran relaciones entre todos los seres, formando el gran todo de la naturaleza, de la Tierra e incluso del cosmos.

Con la irrupción de la razón y su uso como poder de dominación, hemos roto con la Matriz Relacional. Nos hemos considerado señores y dueños de las cosas. Podemos usarlas sin el menor escrúpulo en  benefício nuestro, con el falso supuesto de que ellas no poseen valor en sí mismas y, por eso, carecen de propósito, inclusive el planeta Tierra. Así se fundó el  paradigma de la modernidad.

Esa ruptura se muestra hoy extremadamente dañina, pues la naturaleza, o la Tierra, están volviéndose contra nosotros, enviándonos eventos extremos, una gama de virus letales y, en los últimos tiempos, el calentamiento global, que ya no tiene vuelta atrás. Ha iniciado una nueva y peligrosa fase del planeta Tierra y de la historia humana.

La ruptura de la Matriz Relacional con los seres de la naturaleza llevó a una ruptura con su origen, con el Creador de todas las cosas. Lo que se llamó “la muerte de Dios” significa que perdimos aquel Eslabón que daba cohesión y sentido de plenitud a nuestra vida y la existencia de un Sentido último de la vida y de la historia. La proclamación  de la muerte de Dios (su ausencia en nuestra  conciencia personal y colectiva) dio origen a seres humanos desenraizados y hundidos en una profunda soledad. Lo opuesto a una visión  humanístico-espiritual del mundo, que sustenta que la vida tiene sentido y la  historia no termina en el vacío, no  es el materialismo o el ateísmo: es el desenraizamiento y el sentimiento de que estamos solos en el universo y perdidos, cosa que una visión humano-espiritual del mundo impedía.

Hoy tenemos que volver a nuestra propia esencia para refundar un humanismo mínimo. Quiero decir,  colocar como marcos orientadores de nuestra existencia y coexistencia en este planeta  el cuidado de unos a otros y de la comunidad de vida, el amor como la mayor fuerza congregadora y humanizadora de todas las relaciones, desentrañar de nuestro interior nuestra potencia de solidaridad especialmente con los que quedaron atrás, una opción colectiva por la co-responsabilidad sobre el destino común, y, finalmente, abrirnos a aquella Energía poderosa y amorosa que intuimos en nuestro propio ser como razón y soporte de toda la realidad. Podemos darle mil nombres o ninguno. Las religiones la llaman Dios, los cosmólogos, Abismo alimentador de todos los seres, o lo que prefiero, “aquel Ser que hace ser a todos los seres”. Olvidemos los nombres y concentrémonos en esa Energía Inteligente y Suprema que sustenta y subyace a todos los seres y fenómenos. Es una visión humano-espiritual de las cosas.

Sobre estos presupuestos podremos fundar un humanismo mínimo, mediante el cual todos nos reconoceremos como compañeros del mismo  caminar en este planeta y como hermanos y hermanas de todas las cosas (pues tenemos la misma base genética) y unos de otros. Para ser realistas, el dato sim-bólico y dia-bólico estará presente, pero bajo la regencia de lo sim-bólico.

De esta forma construiremos una convivencia humana en la cual no será tan difícil acogernos los unos a los otros y en la que podrá florecer la solidaridad esencial y el amor “que mueve el cielo, todas las estrellas” y nuestros  corazones. O damos este paso o nos devoraremos unos a otros.

*Leonardo Boff ha escrito Tierra madura: una teología de la vida, São Paulo, Planeta 2023.

Traducción de María José Gavito Milano