Der Zustand der Welt: Zivilisationskrise, Drama oder Tragödie?

                                        Leonard Boff*

Folgen Sie mir bei diesem Gedanken: Kann jemand sagen, wohin wir gehen? Weder der Dalai Lama, noch Papst Franziskus oder irgendeine andere Autorität werden es sagen können. Es gibt jedoch drei ernste Warnungen: eine von Papst Franziskus in seiner jüngsten Enzyklika Fratelli tutti von 2020: “Wir sitzen alle im selben Boot: Entweder sind wir alle gerettet oder niemand ist gerettet” (Nr. 32). Eine andere, ebenfalls sehr wichtige, ist die Erd-Charta von 2003: “Die Menschheit muss sich für ihre Zukunft entscheiden, und die Wahl ist folgende: eine globale Gesellschaft zu bilden, die sich um die Erde und um einander kümmert, oder die Zerstörung von uns selbst und der Vielfalt des Lebens zu riskieren” (Präambel). Die dritte stammt von UN-Generalsekretär António Guterres Mitte Juli 2022 auf einer Konferenz zum Klimawandel in Berlin: “Wir haben die Wahl: kollektives Handeln oder kollektiver Selbstmord. Es liegt in unserer Hand.”

Die meisten sitzen nicht im selben Boot, sorgen sich nicht um andere und führen keine gemeinsamen Aktionen durch. Betrachten wir einige Phänomene: Brasilien erlebt eine Welle des Hasses, der Lügen und der Gewalt gegen eine Vielzahl von Menschen, die feige verachtet und diffamiert werden, eine Welle, die von dem Präsidenten gefördert wird, der Folter und Diktaturen lobt und ständig die Verfassung verletzt. Ohne jeden Beweis stellt er die Sicherheit der Wahlen in Frage. Er ruft alle Botschafter auf, unsere Rechtsinstitutionen schlecht zu machen, und deutet an, dass er einen Staatsstreich durchführen wird, wenn er nicht wiedergewählt wird. Er begeht ein Verbrechen gegen das Land, ein Grund, seine Kandidatur in Frage zu stellen. Und damit meinen wir nicht den Hunger und die Arbeitslosigkeit von Millionen von Menschen im Lande.

Die ökologische Situation in der Welt ist nicht weniger besorgniserregend: Mitten im europäischen Sommer hat das Wetter 40 Grad oder mehr erreicht. In praktisch allen Ländern der Welt gibt es Brände. Das sind die Extremereignisse, die durch die globale Erwärmung noch verschärft werden. In diesem Jahr hatten wir in unserem Land große Überschwemmungen im Süden von Bahia, im Norden von Minas, am Tocantins-Fluss und am Amazonas sowie tragische Erdrutsche in Petrópolis und Angra dos Reis mit unzähligen Opfern und gleichzeitig eine lang anhaltende Dürre im Süden. Es gibt 17 Kriegsausbrüche in der Welt, der sichtbarste von allen in der Ukraine, die von Russland mit einer hohen Zerstörungskraft angegriffen wird.

Die Entscheidung der westlichen Länder, die der NATO angehören, deren Hauptakteur die Vereinigten Staaten sind, eine “neue strategische Verpflichtung” einzugehen und von einem Defensivpakt zu einem Offensivpakt überzugehen, ist sehr schwerwiegend. Sie erklärt ipsis litteris Russland zum gegenwärtigen Feind, und später auch China. Es handelt sich nicht um einen Konkurrenten oder Gegner, sondern um einen Feind, der aus der Sicht des Hitler-Juristen Carl Schmitt mit allen Mitteln bekämpft und vernichtet werden muss, auch mit militärischen und in letzter Konsequenz mit nuklearen Mitteln. Wie der renommierte Umweltökonom Jeffrey Sachs, bekräftigt durch Noam Chomsky, feststellte: Wenn dies geschähe, wäre es das Ende unserer Gattung. Das wäre die große Tragödie.

Die vielleicht größte Bedrohung geht von der bereits erwähnten beschleunigten globalen Erwärmung aus. Mit den gemeinsamen Anstrengungen aller Länder sollte die Erwärmung bis 2030 auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden. Jetzt wissen wir, dass sie sich beschleunigt hat; mit dem massiven Eintritt von Methan durch das Schmelzen der Polkappen und des Permafrostes wurde bis 2027 gerechnet. Der letzte dreibändige Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (bekannt unter der englischen Abkürzung IPCC), der vor einigen Monaten veröffentlicht wurde, warnte davor, dass es schon viel früher so weit sein könnte. Es besteht die Gefahr eines “abrupten Sprungs”, der die Temperatur um 2,7 oder mehr Grad Celsius ansteigen lassen kann, worauf zuvor die Nordamerikanische Akademie der Wissenschaften hingewiesen hatte. Der IPCC kommt zu dem Schluss, “dass die Auswirkungen auf der ganzen Welt eine Bedrohung für die Menschheit darstellen”.

Ein großer Teil der lebenden Organismen kann sich nicht anpassen und verschwindet schließlich. Genauso können Scharen von Menschen schrecklich leiden und auch vor ihrer Zeit sterben. Ein solches Ereignis kann in den nächsten 3-4 Jahren eintreten. Es scheint, dass Analysten und Planer diese Möglichkeit nicht in Betracht ziehen. Daher ist es verständlich, dass einige Klimawissenschaftler Technofatalisten und Skeptiker sind. Sie behaupten, dass wir mit den Milliarden Tonnen CO2 und anderen Treibhausgasen, die sich bereits in der Atmosphäre angesammelt haben (wo sie fast 100 Jahre lang verbleiben), nicht in der Lage sind, die globale Erwärmung zu verhindern. Wir sind zu spät dran. Extremereignisse werden unweigerlich kommen, häufiger werden und mehr Schaden anrichten und Teile der terrestrischen Biome und Meeresküsten verwüsten. Da wir über Wissenschaft und Technologie verfügen, können wir die schädlichen Auswirkungen nur abmildern, aber nicht verhindern. Es handelt sich um eine Krise unserer Zivilisation, die die natürlichen Lebensgrundlagen der Erde verwüstet.

Zu diesem dramatischen Bild kommt noch die Überlastung der Erde hinzu: Wir verbrauchen mehr, als sie uns bieten kann, denn wir brauchen mehr als anderthalb Erden (1,7), um den Bedarf an menschlichem Konsum zu decken, vor allem den üppigen der Oberschicht. Angesichts dieses unbestreitbar dramatischen Szenarios stellt sich die Frage, was wir denken sollen. Dass wir vielleicht an der Reihe sind, vom Angesicht der Erde ausgeschlossen zu werden? Angesichts der Unersättlichkeit des globalisierten Produktionsprozesses, der keine Mäßigung kennt, verschwinden jedes Jahr fast 100.000 Arten von Lebewesen.

Hier können wir die Worte des bedeutenden französischen Naturforschers Théodore Monod aufgreifen, die wir schon einige Male zitiert haben: “Wir sind zu wahnsinnigem und irrsinnigem Verhalten fähig; von nun an können wir alles fürchten, auch die Vernichtung der menschlichen Rasse: Das wäre der gerechte Preis für unsere Torheiten und unsere Grausamkeit”. Diese Meinung wird von anderen namhaften Persönlichkeiten wie Toynbee, Lovelock, Rees, Jacquard, Chomsky u. a. geteilt.

Wir können nicht wissen, wie unsere Zukunft aussehen wird. Aber sie kann nicht eine Verlängerung der Gegenwart sein. Das Wesen der kapitalistischen Logik wird sich nicht ändern, denn sonst müsste sie aufgeben, was sie ist und sein will: unbegrenzte Akkumulation ohne Rücksicht auf die externen Effekte. Wie Hans Jonas in seinem Buch „Das Prinzip Verantwortung“ gezeigt hat, kann der Faktor Angst und Furcht entscheidend sein. Wenn der Mensch erkennt, dass er verschwinden kann, wird er alles tun, um zu überleben, wie die antiken Schiffe, die, wenn sie zu sinken drohten, ihre gesamte Ladung ins Meer warfen. Es wird zu radikalen Veränderungen kommen, insbesondere in der Produktionsweise und im sparsamen und solidarischen Konsum.

Es gibt noch das Prinzip des Unwägbaren und des Unerwarteten der Quantenmechanik. Die Evolution ist nicht linear. In Momenten hoher Komplexität und großen Chaos kann sie einen Sprung zu einer neuen Ordnung machen und ein anderes Gleichgewicht erreichen. In unserem Fall ist das nicht unmöglich. Aber es wird sicherlich auch unter Einsatz vieler Menschenleben geschehen. Das ist unser Drama.

Schließlich haben wir die theologische Hoffnung, das jüdisch-christliche Erbe, das ebenfalls als ein Ergebnis des evolutionären Prozesses und nicht als etwas Exogenes verstanden werden muss. Sie bekräftigt das Prinzip des Lebens und des lebendigen und lebensspendenden Gottes, der alles aus Liebe geschaffen hat. Er wird in der Lage sein, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass sich die Menschen auf einen anderen Weg ihres Schicksals begeben und sich so selbst retten können. Aber “chi lo sa”? Es liegt an uns, die Hoffnung von Paulo Freire zu haben, d. h. die Bedingungen für eine lebensfähige Utopie zu schaffen, die Hoffnung, dass das Unerwartete geschieht und dass das Leben immer eine Zukunft hat und dazu bestimmt ist, sich zu verändern, um weiterzugehen und weiter zu leuchten.
 * Leonardo Boff ist Autor der Bücher Die schmerzhafte Geburt von Mutter Erde: A Society of Fraternity Without Borders and Universal Love, Vozes 2021 und Inhabiting the Earth, Vozes 2022; mit Mark Hathaway, The Tao of Liberatioon: explorind the ecology of transformation, Orbis Books, NY 2010.

State of the world: civilizational crisis, drama or tragedy?

                             Leonard Boff*

Follow me on this thought: can anyone tell where we’re going? Neither the Dalai Lama, nor Pope Francis nor any authority will be able to say. However, we have three serious warnings: one from Pope Francis in his latest encyclical, Fratelli tutti of 2020: “We are in the same boat: either we are all saved or no one is saved” (n.32). Another also of the greatest authority, the Earth Charter of 2003: «humanity must choose its future and the choice is this: form a global society to take care of the Earth and take care of each other or risk the destruction of ourselves and diversity of life” (Preamble). The third comes from UN Secretary General António Guterres in mid-July 2022 at a conference in Berlin on climate change: “We have this choice: collective action or collective suicide. It is in our hands.”

Most do not sit in the same boat or cultivate care and do not carry out collective actions. Let’s consider some phenomena: Brazil is going through a wave of hatred, lies and violence against an immense range of people, cowardly despised and defamed, a wave encouraged by the president who praises torture, dictatorships, constantly violates the Constitution. Without any evidence, he questions the security of the polls. He summons all the ambassadors to speak ill of our legal institutions and implies that, if he is not re-elected, he will carry out a coup. He commits a crime against the country, reason to challenge his candidacy. And we are not referring to the hunger and unemployment of millions of people in the country.

The ecological situation in the world is no less worrying: in the middle of European summer the weather has reached 40 degrees or more. There are fires in practically every country in the world. They are the extreme events aggravated by global warming. This year in our country we have had great floods in the south of Bahia, north of Minas, the Tocantins River and the Amazon and tragic landslides in Petrópolis and Angra dos Reis, with innumerable victims, and simultaneously prolonged drought in the south . There are 17 outbreaks of war in the world, the most visible of all in Ukraine attacked by Russia with a high power of destruction.

The decision of Western countries, included in NATO, whose main actor is the United States, by establishing “a new strategic commitment” and moving from a defensive pact to an offensive pact, has been very serious. It declares ipsis litteris to Russia as present enemy, and later to China. It is not a question of a competitor or adversary, but of an enemy, which, in the perspective of Hitler’s jurist Carl Schmitt, must be fought and destroyed using all means, including military and, in the limit, nuclear means. As the renowned environmental economist Jeffrey Sachs pointed out, reinforced by Noam Chomsky: if that happened, it would be the end of the species. This would be the great tragedy.

Perhaps the most serious threat comes to us from the aforementioned accelerated global warming. With the combined effort of all the countries until 2030, warming should be limited to 1.5 degrees Celsius until 2030. Now we know that it has accelerated; with the massive entry of methane due to the melting of the polar caps and permafrost has been anticipated to 2027. The last report in three volumes of the Intergovernmental Panel on Climate Change (known by the English acronym IPCC) published a few months ago warned that it could reach long before. There is a danger, previously pointed out by the North American Academy of Sciences, of an “abrupt jump”, which can raise the temperature by 2.7 or more degrees Celsius. The conclusion reached by the IPCC is “that the impacts around the world are a threat to humanity”.

A large part of living organisms fails to adapt and ends up disappearing. In the same way, multitudes of humans can suffer terribly and also die before their time. Such an event may occur in the next 3-4 years. It does not seem that analysts and planners are taking this eventuality into account. Hence it is understood that some climate scientists are technofatalists and skeptics. They claim that with the billions of tons of CO2 and other greenhouse gases already accumulated in the atmosphere (where they remain for nearly 100 years) we are not in a position to prevent global warming. We have arrived too late. Extreme events will inevitably come, becoming more frequent and more damaging, devastating parts of terrestrial biomes and seacoasts. Due to the fact of having science and technology we can only mitigate the harmful effects but not avoid them. It is a crisis of our kind of civilization, that devaste the natural commons of the Earth.

To this dramatic picture we must add the Overload of the Earth: we consume more than it can offer us, since we need more than one and a half Earths (1.7) to cover the demands of human consumption, especially the sumptuous of the upper classes. opulent Faced with this undeniably dramatic scenario, what to think? that perhaps our turn has come to be excluded from the face of the Earth? Given the voracity of the globalized productivist process that knows no moderation, each year nearly 100,000 species of living organisms are disappearing.

Here we can pick up the words of the eminent French naturalist Théodore Monod, which we have quoted a few times: “we are capable of insane and insane behavior; from now on we can fear everything, including the annihilation of the human race: it would be the just price of our follies and our cruelty». This opinion is shared by other notable personalities such as Toynbee, Lovelock, Rees, Jacquard, and Chomsky among others.

We cannot know what our future will be like. But it cannot be an extension of the present. The nature of capitalist logic will not change, if not, it would have to give up being what it is and wants to be: unlimited accumulation without taking care of externalities. As Hans Jonas showed in his book The Responsibility Principle, the fear and awe factor can be decisive. Realizing that it can disappear, the human being will do everything to survive, like the ancient ships that, in danger of sinking, threw all their cargo into the sea. There would be radical changes, especially in the mode of production and in frugal and supportive consumption.

There is still the principle of the imponderable and the unexpected of quantum mechanics. Evolution is not linear. In moments of high complexity and great chaos, it can take a leap towards a new order and achieve another balance. In our case it is not impossible. But it will surely be done at the sacrifice of many human lives as well. It’s our drama.

Finally, we have the theological hope, the Judeo-Christian legacy, which must also be understood as an emergence of the evolutionary process and not as something exogenous. She affirms the principle of life and of the living and life-giving God who created everything out of love. He will be able to create conditions for human beings to change towards another course of their destiny and thus be able to save themselves. But “chi lo sa”? It is up to us to be hopeful of Paulo Freire, that is, to create the conditions for a viable utopia, the hope that the unexpected will happen and that life will always have a future and is destined to change in order to continue and continue to shine.

*Leonardo Boff has written The Painful Birth of Mother Earth: A Society of Fraternity Without Borders and Universal Love, Vozes 2021 and Inhabiting the Earth, Vozes 2022; with Mark Hathaway, The Tao of Liberatioon: explorind the ecology of transformation, Orbis Books,NY 2010.

Situación del mundo: ¿crisis civilizacional, drama o tragedia?

Síganme en este pensamiento: ¿alguien puede decir hacia dónde vamos? Ni el Dalai Lama, ni el Papa Francisco ni ninguna autoridad lo podrá decir. Sin embargo tenemos tres advertencias serias: una del Papa Francisco en su última encíclica, Fratelli tutti de 2020: «Estamos en el mismo barco: o nos salvamos todos o no se salva nadie» (n.32). Otra también de la mayor autoridad, la Carta de la Tierra de 2003: «la humanidad debe elegir su futuro y la elección es esta: formar una sociedad global para cuidar la Tierra y cuidarnos unos a otros o arriesgarnos a la destrucción de nosotros mismos y de la diversidad de la vida» (Preámbulo). La tercera viene del Secretario General de la ONU António Guterres a mediados de julio de este año de 2022 en una conferencia en Berlín sobre el cambio climático: «Nosotros tenemos esta elección: acción colectiva o suicidio colectivo. En nuestras manos está». La mayoría no se siente en el mismo barco ni cultiva el cuidado y no elabora acciones colectivas.

Consideremos algunos fenómenos: Brasil está atravesado por una ola de odio, de mentiras y de violencia contra una gama inmensa de personas, cobardemente despreciadas y difamadas, ola incentivada por el presidente que elogia la tortura, las dictaduras, viola constantemente la Constitución. Sin ninguna prueba  cuestiona la seguridad de las urnas. Convoca a todos los embajadores para hablar mal de nuestras instituciones jurídicas y da a entender que, si no es reelegido, dará un golpe de estado. Comete un crimen de lesa patria, motivo para impugnar su candidatura. Y no nos referimos al hambre y al desempleo de millones de personas que campea en el país. Además los incendios en la Amazonia y en el Pantanal.

La situación ecológica del mundo no es menos preocupante: en pleno verano europeo el clima ha llegado a los 40 grados o más. Hay incendios prácticamente en todos los países del mundo. Son los eventos extremos agravados por el calentamiento global. En el presente año en nuestro país hemos tenido grandes inundaciones en el sur de Bahía, norte de Minas, del Río Tocantins y del Amazonas y trágicos deslizamientos de laderas en Petrópolis y Angra dos Reis, con innumerables víctimas, y simultáneamente sequía prolongada en el sur.

Hay 17 focos de guerra en el mundo, el más visible de todos en Ucrania atacada por Rusia con alto poder de destrucción. La decisión de los países occidentales, englobados en la OTAN, que tiene como principal actor a Estados Unidos, al establecer “un nuevo compromiso estratégico” y pasar de un pacto defensivo a un pacto ofensivo, ha sido gravísima. Declara ipsis litteris a Rusia como enemigo presente, y más adelante a China. No se trata de un concurrente o adversario, sino de enemigo, al que en la perspectiva del jurista de Hitler Carl Schmitt, cabe combatir y destruir usando todos los medios, inclusive los militares y, en el límite, los nucleares. Como señaló el reconocido economista ecologista Jeffrey Sachs, reforzado por Noam Chomsky: si ocurriera eso, sería el fin de la  especie. Esto sería la gran tragedia.

Tal vez la amenaza más grave nos viene del ya citado calentamiento global acelerado. Con el esfuerzo conjugado de todo los países hasta 2030 se debería limitar el calentamiento a 1,5 grados Celsius. Ahora constamos que se ha acelerado; con la entrada masiva de metano debido al deshielo de los cascos polares y del permafrost se ha anticipado al 2027. El último informe en tres volúmenes del Panel Intergubernamental del Cambio Climático (conocido por el acrónimo inglés IPCC) publicado hace pocos meses advertía que podría llegar mucho antes. Existe el peligro, apuntado ya anteriormente por la Academia Norteamericana de Ciencias, de un “salto abrupto”, que puede elevar la temperatura 2,7 o más grados Celsius. La conclusión a la que llega el IPCC es «que los impactos en todo el mundo son una amenaza para la humanidad». Gran parte de los organismos vivos no consigue adaptarse y acaba desapareciendo.

De igual manera, multitudes humanas pueden sufrir terriblemente y también morir antes de tiempo. Tal evento puede ocurrir en los próximos 3-4 años. No parece que los analistas y planificadores estén tomando en cuenta esta eventualidad.

De ahí se entiende que algunos científicos del clima, sean tecnofatalistas y escépticos. Afirman que con los miles de millones de toneladas de CO2 y de otros gases de efecto invernadero ya acumulados en la atmósfera (en la que permanecen cerca de 100 años) no estamos en condiciones de impedir el calentamiento global. Hemos llegado demasiado tarde. Los eventos extremos vendrán fatalmente, cada vez más frecuentes y dañinos, devastando partes de los biomas terrestres y de las costas marítimas. Por el hecho de disponer de ciencia y de tecnología podemos solo mitigar los efectos nocivos pero no evitarlos. Es una crisis de nuestro tipo de civilización que se construyó sobre la depredación de los recursos naturales.

A este cuadro dramático hay que añadir la Sobrecarga de la Tierra: consumimos más de lo que ella nos puede ofrecer, pues necesitamos más de una Tierra y media (1,7) para cubrir las demandas del consumo humano, especialmente el suntuoso de las clases opulentas.

Ante este escenario innegablemente dramático, ¿qué pensar? ¿que tal vez ha llegado nuestro turno de ser excluidos de la faz de la Tierra? Dada la voracidad del proceso productivista mundializado que no conoce moderación, cada año están desapareciendo,según el biologo E.Wilson, cerca de 100 mil especies de organismos vivos. Aquí cabe recoger las palabras del eminente naturalista francés Théodore Monod, que hemos citado algunas veces: «somos capaces de una conducta insensata y demente; a partir de ahora podemos temer todo, inclusive la aniquilación de la raza humana: sería el justo precio de nuestras locuras y de nuestra crueldad». Esta opinión es compartida por otras notables personalidades como Toynbee, Lovelock, Rees, Jacquard, y Chomsky entre otros.

No podemos saber cómo será nuestro futuro. Pero no puede ser una prolongación del presente. La naturaleza de la lógica capitalista no cambiará, si no, tendría que renunciar a ser lo que  es y quiere ser: acumular ilimitadamente sin cuidar las externalidades.

Como mostró Hans Jonas en su libro El Principio Responsabilidad, el factor miedo y pavor puede ser decisivo. Al darse cuenta de que puede desaparecer, el ser humano hará todo para sobrevivir, como los navíos antiguos que, en peligro de naufragar, tiraban toda la carga al mar. Habría introducir cambios radicales especialmente en el modo de producción y en el consumo frugal y  solidario.

Existe todavía el principio de lo imponderable y de lo inesperado de la mecánica cuántica. La evolución no es lineal. En momentos de alta complejidad y de gran caos puede dar un salto hacia un nuevo orden y conquistar otro equilibrio. En nuestro caso no es imposible. Pero se hará seguramente con el sacrificio de muchas vidas también humanas. Es nuestro drama.

Finalmente, tenemos la esperanza teologal, el legado judeocristiano, que debe ser entendido también como una emergencia del proceso evolutivo y no como algo exógeno. Ella afirma el principio de la vida y del Dios vivo y dador de vida que creó todo por amor. Él podrá crear condiciones para que los seres humanos cambien hacia otro rumbo de su destino y así puedan salvarse. Pero “chi lo sa”? A nosotros nos cabe el esperanzarse de Paulo Freire, es decir, crear las condiciones para la utopía viable, la esperanza, de que lo inesperado sucederá y que la vida siempre tendrá futuro y está destinada a cambiar para seguir y seguir brillando.

*Leonardo Boff ha escrito El doloroso parto de la Madre Tierra: una sociedad de fraternidad sin fronteras y de amor universal, Vozes 2021 y Habitar la Tierra, Vozes 2022.

Traducción de MªJosé Gavito Milano

CONCLAMAÇÃO PELA VIDA E PELA DEMOCRACIA

Este texto, CONCLAMAÇÃO Pela Vida e pela Democracia, nasceu como expressão de amor à pátria, ao povo brasileiro, especialmente, aos milhões de empobrecidos e marginalizadso que passam fome ou se encontram em grave insuficiência nutricional e às famílias que choram as mais de 676 mil vítimas do Coronavírus, a maioria delas, evitáveis.

Nasceu também como protestação contra os verdadeiros crimes cometidos pelo atual presidente contra o povo, os pobres, os povos indígenas, negros,quilombolas,  mulheres, de outra opção sexual e jovens, contra a natureza e a própria humanidade. Especialmente a forma torpe como enxovalhou membros do STF e do TSE e a segurança das urnas eletrônicas diante de 40 embaixadores estrangeiros convocados ao palácio presidencial.

O grande desafio consiste na reconstrução do que foi literalmente destruído e na criação de uma atmosfera de civilidade, de dignidade e de irmandade entre todas as pessoas.

Esse é o sentido desta CONCLAMAÇÃO Pela Vida e pela Democracia ssubscrita principalmente por pessoas ligadas aos direitos humanos, ao trabalho com comunidades de base, por professores universitários, psicólogas, por teólogos e teólogas de várias igrejas, filósofos, por intelectuais e pessoas do meio popular.

               CONCLAMAÇÃO PELA VIDA E PELA DEMOCRACIA

Vivemos tempos dramáticos, como mundo e como país, tempos que nos obrigam a fazer uma opção, especialmente pela forma como o presidente enxovalhou instituições nacionais e pôs em dúvida a segurança das urnas eletrônicas diante de 40 embaixadores de países estrangerios. Somamo-nos à indignação que veio das principais instâncias do país. Por imperativo humano, ético e também espiritual afirmamos:

Somos pela vida, em toda a sua diversidade, especialmente pela vida humana a partir daqueles que menos vida têm, condenados a morrer antes do tempo.

Somos contra a morte produzida pela violência secularmente praticada contra pobres, negros, indígenas, mulheres e LGBTIQ+, e hoje agravada, pois insuflada a partir de cima e naturalizada. Nos insurgimos contra a morte das mais de 676 mil pessoas vitimadas pela Covid-19 que, em grande parte, poderia ter sido evitada se não fosse a irresponsabilidade do governo.

Somos pelo ato de amar que move o céu, as estrelas e nossos corações.

Somos contra armar a população, o que fez disparar o número de mortes violentas na rua, no trânsito e nas casas, como claramente ocorreu em Foz do Iguaçu-PR.

Somos contra o ódio, a difamação, os maus hábitos e a violência simbólica, difundidos pelas redes sociais, Rádios, TVs e imprensa.

Somos pela verdade contra toda a mentira, as fake news e o ocultamento da realidade, como políticas de estado. Consequentemente condemos  orçamento secreto  parlamentar  sem transparência nem indicação clara da aplicção dos bilhões de reais  liberados.

Somos pelo cuidado e pela preservação de nossas riquezas naturais, de nossas florestas e biomas, Amazônia, Mata Atlântica, Cerrado, Caatinga e Pantanal, cada vez mais agredidos e devastados; de nossas águas e solos contaminados pelo excesso de adubação química e dos agrotóxicos.

Somos contra a sistemática devastação de nossos ecossistemas, via mineração, garimpos ilegais em terras indígenas, madeireiras, avanço das pastagens e do gado, da soja, algodão e outras monoculturas do agronegócio, voltadas para a exportação em detrimento da produção de alimentos para a população. Com a disparada dos preços, a fome voltou a rondar a mesa das famílias.

Somos pela defesa de nosso rico patrimônio cultural, pelo incentivo à educação de qualidade para todos, à ciência e à tecnologia para estarmos à altura da complexidade e das demandas de nossa sociedade.

Por esta razão, somos contra e condenamos veementemente a desmonte oficialmente conduzido de nosso  sistema educacional, de nossas instituições científico-técnicas, das universidades públicase do menosprezo de nossas  tradições populares, afro e indígenas.

Somos contra a privatização dos bens que pertencem a todo o povo, como a água, as terras públicas, as áreas de proteção ambiental, a energia, a Eletrobrás e a Petrobrás.

Somos contra um chefe de estado que não pratica as virtudes que deveriam ser abraçadas pelos cidadãos e pelas cidadãs, que é deseducado, usa palavras de baixo calão, exalta a violência e até mesmo a tortura e está permanentemente em conflito com as instituições que regem um estado democrático de direito.

Somos contra as constantes ameaças de uma ruptura institucional, por parte do chefe de estado, ao arrepio da constituição e no desrespeito às leis.

Somos pela democracia como valor universal a ser vivido em todas as instâncias e como forma de organização social, que busca representar os interesses gerais da população e não os interesses dos poderosos, com privilégios acobertados pelo orçamento secreto. Toda destinação de dinheiro público deve ser transparente, acompanhada pelos cidadãos, e auditada pelos Tribunais de Conta e controlada pelo parlamento e por uma imprensa livre.

Somos pela plena liberdade democrática na manifestação das opiniões, no direito de frequentar todos os espaços públicos e de ter acesso aos bens comuns.

Cultivamos a esperança de que a verdade triunfará sobre a falsidade e de que a convivência pacífica entre todos e todas corresponda ao anelo mais profundo do nosso ser.

Estimamos que a democracia representa uma das melhores formas de as pessoas participarem na construção do bem comum e construir relações que propiciem uma vida mais humana e espiritual e que torne mais fácil o amor, a solidariedade e o cuidado recíproco de uns pelos outros e pela Mãe Terra.

Estamos, finalmente, seguros de que a Vida seguirá abrindo uma senda de esperança no caminhar de nossa atribulada sociedade brasileira.

Petrópolis, 21 de julho de 2022.

Maria Helena Arrochellas– Diretora do Centro Alceu Amoroso Lima para a Liberdade/CAALL, Coordenadora Editorial do Boletim REDE de Cristãos e membro do grupo Emaús.

Leonardo Boff – Teólogo,filósofo e Membro da Iniciativa Internacional da Carta da Terra, do Centro de Defesa dos Direitos Humanos/CDDH de Petrópolis, escritor  e  do grupo Emaús.

Márcia Maria Monteiro de Miranda – Educadora popular, Teóloga, Co-fundadora do CDDH de Petrópolis e membro do grupo Emaús.
José Oscar Beozzo– Historiador, Coordenador Geral do Centro Ecumênico de Serviços à Evangelização e Educação Popular/CESEEP e membro do grupo Emaús.

Celso Carias –  professor universitário e do grupo Emaús.

Aurelina de Jesus Cruz Carias (Leu Cruz) Educadora, liturgista, animadora da Comunidade Batismo do Senhor – Duque de Caxias, RJ e membro do grupo Emaús.

Francisco Assis Dias de Araujo

Dayse de Paula Silva

Vilma Baptista

Márcia Cristina Ferreira

Marlene Bartolomeu de Oliveira Silva

Mariana Freire Lopes – Raiz Orgânica Agricultura

Valmira Freire Lopes

Maria Amélia Clemente Coelho

Jorge Luiz de Souza

Jorge Manoel Coelho

Wagner Jorge Clemente Coelho

Tatiana Coelho Gomes da Silva

Vera Neves Pereira

Roberto Martins Gomes da Silva

Umbandistas de Duque de Caxias, RJ

Maria de Lourdes Cruz

Anna Maria Hassel

Marta Aparecida Batista da Silva

Ildete Ferreira Neto

Flavio Luiz Oliva

Rafael Cruz Carias

Marcelo Barros – Monge, escritor, Teólogo niilista e membro do Grupo de Emaus.

Sarah Silva Telles – Socióloga, PUC Rio.

Ivo Lesbaupin -Sociólogo, coordenador do Iser Assessoria e do Gruupo Emaús.
Cesar Kuzma – Teólogo, professor da PUC-Rio, presidente da SOTER e membro do Grupo Emaús.

Rosemary Fernandes da Costa – Professora, assessora do MEL (Movimento de Juventudes e Espiritualidade Libertadora), membro do Grupo Emaús e da Comunidade Batismo do Senhor
Maria Clara Bingemer – Teóloga, Professora do Dpto. Teologia da PUC-Rio.

Cláudio Ribeiro – Pastor Metodista, teólogo, membro do grupo Emaús
Edward Guimarães – Teólogo e Professor Universitário PUC MG
Luiz Carlos Suzin – Teólogo e Professor Universitário PUC Rio Grande do Sul. Professor permanente e pesquisador do programa de pós-graduação em Teologia.
Edson Fernando de Almeida – Teólogo, Pastor da Igreja Cristã de Ipanema, professor universitário e membro do Grupo de Emaús

Anna Paula Florenzano de Almeida – pela Universidade Estadual de Londrina – PR e Pesquisadora Graduada em do Laboratório Interdisciplinar de Pesquisa em Atenção Primária à Saúde (LIPAPS/UERJ).

Rosi Schwantes – Doutora em Ciências da Religião e psicóloga.
Maurício Abdala -Professor de filosofia da UFES e membro da rede nacional de Assessores do Cefep.

Maria Tereza Sartorio – Pedagoga, membro da coordenação do Movimento Nacional Fé e Política, Juiz de Fora – MG

Pedro A. Ribeiro de Oliveira – Sociólogo, professor aposentado da UFJF e PUC-Minas, membro da coordenação do Movimento Nacional Fé e Política, de Juiz de Fora – MG.

Pastora Romi Márcia Bencke – Pastora da IECLB – Conselho Nacional de Igrejas Cristãs.

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