Autor: Leonardo Boff
Divina Terra
Naia Oliveira
Coordenadora do Programa Estação Gaia, uma Iniciativa da RED (Rede Estação Democracia) que reúne a Rede Soberania, Jornal Brasil de Fato RS, Jornal Já Porto Alegre, Rádio Ferrabrás FM e Estação Democracia Rádio e TV Web. Essa última vinculada ao Comitê em Defesa da Democracia e do Estado Democrático de Direito.
Ex-Conselheira da Fundação Gaia.
Recebi este texto da autora Naia Oliveira, belo, comovente e desafiador.
Ela evoca em todos a responsabilidade coletiva para com a natureza de onde nos veio o coronavírus. Ele é consequência de nossa ilimitada agressão àquela que tudo nos dá. Oxalá seu apelo angustiado e esperançador desperte a consciência de outros, para evitarmos um caminho sem retorno. LBoff
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Em pleno isolamento sanitário leio o livro de Leonardo Boff, A Mãe Terra Contra-Ataca a Humanidade, Advertências da Pandemia (Vozes 2020).
Constato impactada a falta de divulgação na grande mídia de que as agressões ao meio ambiente são a causa desse flagelo. Ao serem desalojados do seu habitat onde não provocam danos, alguns vírus se tornam letais, disseminando doenças.
Minha pele se arrepia, é essa a reação da primeira camada da minha proteção corporal. Penso na superfície da Terra sofrendo com queimadas, desmatamentos, assoreamentos.
Nossos corações batem uníssonos, mas apresentam desafios, o meu de bombear o sangue para circular na periferia do corpo, pois fiquei com os pés e as mãos gelados. Já os aquíferos do Planeta sofrem com as barreiras construídas, pois tentam cumprir com o ciclo da água.
Observo minha respiração, que está ofegante, me dou conta de que os pulmões são os órgãos mais afetados na covid-19, assim dificultam a oxigenação do sangue, resultando numa morte com grande sofrimento.
Sinto o Planeta Terra soçobrando e numa atitude arquetípica de Grande Mãe adverte para sobreviver.
Um caloroso e fraterno abraço,
Naia
Das Schlimmste steht uns noch bevor
Leonardo Boff
Die großen Überschwemmungen in Deutschland und in Belgien im Juli, dem Sommermonat in Europa, und noch die in Nordkorea und hinzu auch die grossen Fuerbrände in Grichenland und Australien die Hunderte von Opfern forderten und mit einer abrupten Erwärmung einhergingen, die an manchen Orten mehr als 50 Grad erreichte, zwingen uns zum Nachdenken und zu Entscheidungen im Hinblick auf das Gleichgewicht der Erde. Einige Analysten sind so weit gegangen zu sagen: Die Erde hat sich nicht erwärmt, sie ist an manchen Stellen zu einem Ofen geworden.
Das bedeutet, dass sich Dutzende von lebendigen Organismen nicht anpassen können und schließlich aussterben werden. Bei der derzeitigen Erwärmung, die im letzten Jahrhundert um mehr als ein Grad Celsius zugenommen hat, und wenn sie zwei Grad erreicht, werden etwa eine Million lebender Arten nach Millionen von Jahren des Lebens auf diesem Planeten kurz vor dem Aussterben stehen.
Wir verstehen die Resignation und Skepsis vieler Meteorologen und Kosmologen, die behaupten, dass wir bei der Bekämpfung der globalen Erwärmung zu spät dran sind. Wir setzen ihr nichts Entsprechendes entgegen, sondern sind ernsthaft daran beteiligt. Sie argumentieren düster, dass wir wenig tun können, weil sich das Kohlendioxid bereits übermäßig angesammelt hat, da es 100 bis 120 Jahre in der Atmosphäre verbleibt, verschärft durch das Methan, das 20-mal giftiger ist, obwohl es nur kurze Zeit in der Luft bleibt. Durch das Schmelzen der Polkappen und des Permafrosts, der sich von Kanada bis nach Sibirien erstreckt, ist es überraschend ausgebrochen und hat die globale Erwärmung verstärkt.
Das Eindringen von Covid-19 ist planetarisch und zwingt uns, anders zu denken und zu handeln. Es ist klar, dass die Pandemie eine Folge des Anthropozäns ist, d. h. des übermäßig aggressiven Fortschritts des herrschenden Systems, das auf unbegrenztem Profit basiert. Es hat die Grenzen des Erträglichen auf der Erde überschritten. Durch die Abholzung der Wälder à la Ricardo Salles/Bolsonaro, den Anbau von Monokulturen und die allgemeine Umweltverschmutzung wurde der Lebensraum der Viren zerstört. Da sie nicht wussten, wohin sie gehen sollten, sprangen sie auf andere Tiere über, die immun gegen die Viren sind, und von diesen wurden sie auf uns übertragen, die diese Immunität nicht besitzen.
Es lohnt sich, über die Bedeutung der Tatsache nachzudenken, dass der gesamte Planet betroffen ist, da einerseits alle Menschen gleich gesetzt werden und andererseits die Ungleichheiten zunehmen, weil die große Mehrheit nicht in sozialer Isolation leben kann und Ballungsräume, insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften, meidet. Die anderen Lebewesen, unsere Haustiere, waren davon nicht betroffen.
Wir müssen erkennen: Wir Menschen waren die Zielscheibe. Mutter Erde, seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts als lebendiger Organismus, Gaia, anerkannt und von der UN (am 22. April 2009)offiziel und wirklich als Mutter Erde anerkannt, hat uns ein Zeichen und eine Warnung geschickt: “Hört auf, alle Ökosysteme anzugreifen, die mich ausmachen; ich habe nicht mehr genug Zeit, um das, was ihr mir ein Jahr lang nehmt, wieder aufzufüllen und mich zu regenerieren”. In Wahrheit brauchen wir jährlich 1,6 Erde, um unseren Konsum zu garantieren.
Da das derzeitige Paradigma die Erde immer noch als bloßes Produktionsmittel im utilitaristischen Sinne betrachtet, wird ihren Warnungen keine Beachtung geschenkt. Als lebendiger Super-Organismus, Gaia, gibt sie uns unmissverständliche Zeichen, wie jetzt mit den großen Überschwemmungen in Europa, der übermäßigen Kälte in der südlichen Hemisphäre und der Reihe von Viren, die sich bereits ausbreiten (Zika, Ebola, Chikungunya u. a.).
Da wir starrköpfig sind und es an ökologischem Bewusstsein mangelt, könnten wir uns auf einem Weg befinden, von dem es kein Zurück mehr gibt.
Seltsamerweise verwandeln sich, wie andere kommentiert haben, “die Propheten des Neoliberalismus in Befürworter der Sozialwirtschaft, weil sie angesichts der aktuellen Katastrophe erkennen, dass es nicht mehr möglich sein wird, so weiterzumachen wie bisher, und dass es notwendig sein wird, zu sozialen Imperativen zurückzukehren”.
Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass wir wieder so werden wie vorher, voller perverser Widersprüche, feindlich gegenüber dem Leben der Natur und gleichgültig gegenüber dem Schicksal der großen Mehrheit der Armen, und bis an die Zähne bewaffnet mit Massenvernichtungswaffen, die angesichts der Viren absolut nutzlos sind.
Wir müssen uns notwendigerweise verändern, die alten Souveränitäten überwinden, die andere Länder sogar zu Feinden machten oder einem erbitterten Wettbewerb ausgesetzt haben. Der Virus hat gezeigt, dass die Grenzen der Nationen nichts zählen. Was wirklich zählt, ist die Solidarität unter allen und die Fürsorge, die wir füreinander und für die Natur aufbringen, damit sie uns, wenn sie erhalten bleibt, nicht noch schlimmere Viren schickt. Jetzt ist die neue Ära des gemeinsamen Hauses, in dem die Nationen drin sein werden.
David Quamen, der große Virenexperte, hat folgende Warnung hinterlassen: Entweder wir ändern unsere Beziehung zur Natur, indem wir respektvoll, synergetisch und vorsichtig sind, oder sie schickt uns andere Viren, vielleicht so tödliche, dass unsere Impfstoffe nicht in der Lage sind, sie zu bekämpfen, und die einen großen Teil der Menschheit vernichten.
Wenn wir die globale Erwärmung nicht aufhalten und unser Verhalten gegenüber der Natur nicht ändern, werden wir noch schlimmere Zeiten erleben. Wenn wir den Anstieg der globalen Erwärmung nicht mehr aufhalten können, können wir mit der Wissenschaft und der Technologie, die wir besitzen, zumindest die schädlichen Auswirkungen abmildern und so viel wie möglich von der immensen biologischen Vielfalt unseres Planeten retten.
Wie nie zuvor in der Geschichte liegt unser gemeinsames Schicksal in unseren Händen: Wir müssen uns entscheiden, ob wir denselben Weg einschlagen, der uns in den Abgrund führt, oder ob wir ihn ändern und eine Zukunft für alle garantieren, die sparsamer, solidarischer und fürsorglicher für die Natur und unser gemeinsames Haus ist.
Ich wiederhole diese Lektion nun schon seit 30 Jahren und fühle mich wie ein Prophet in der Wüste. Aber ich erfülle meine Pflicht, die die all jener ist, die eines Tages erwacht sind.
Leonardo Boff ,Ökologe und Philosoph, Autor von “Inhabit the Earth: the way to universal brotherhood” schon in Italien (Castelvecchi Verlag) erschienen und auch bei Vozes; Covid-19, Mother Earth Strikes Back against Humanity, Vozes, 2020.
El caos de la pandemia esconde un nuevo orden en la Tierra
Leonardo Boff*
Raramente en la ya larga historia de la vida ha ocurrido una situación de caos planetario como en los días actuales. Estábamos acostumbrados a regularidades y a órdenes sistémicas aunque en los últimos decenios hemos experimentado también con creciente frecuencia irregularidades como tsunamis, huracanes, terremotos y eventos extremos de calor y de frío. Tales fenómenos han llevado a los científicos a pensar e intentar comprender cómo dentro del orden dado podían ocurrir situaciones caóticas.
De ahí surgió toda una ciencia, la del caos, tan importante como las otras, hasta el punto de que algunos han llegado a decir que el siglo XX será recordado por la teoría de la relatividad de Einstein, por la mecánica cuántica de Heisenberg/Bohr y por la teoría del caos de Lorenz/Prigogine.
La esencia de la teoría del caos reside en que un cambio muy pequeño en las condiciones iniciales de una situación lleva a efectos imprevisibles. Se pone de ejemplo el “efecto mariposa”. Pequeñas modificaciones iniciales, aleatorias, como el aleteo de las alas de una mariposa en Brasil pueden provocar modificaciones atmosféricas hasta culminar en una tempestad en Nueva York. El presupuesto teórico es que todas las cosas están interligadas y van asumiendo elementos nuevos, creando complejidades en el curso de su existencia (en este caso, calor, humedad, vientos, energías terrestres y cósmicas) de forma que la situación final es totalmente diferente de la inicial.
El caos está en todas partes, en el universo, en la sociedad y en cada persona. Es decir, los órdenes no son lineales y estáticos. Son dinámicos, buscando siempre un equilibrio que los mantiene actuantes.
El universo se originó de un tremendo caos inicial (big bang). La evolución se hizo y se hace a lo largo de muchos milenios para poner orden en este caos.
Mas aquí surge una novedad: el caos nunca es sólo caótico, él guarda dentro de sí, en gestación, un nuevo orden. Lógicamente él tiene su momento destructivo, caótico, sin el cual el orden nuevo no podría irrumpir. El caos es generativo de este nuevo orden.
Quien analizó con detalle este fenómeno fue el gran científico ruso/belga Ilya Prigogine (1917-2003), premio Nobel de Química en 1977. Estudió particularmente las condiciones que permiten la aparición de la vida. Según este gran científico, siempre que exista un sistema abierto y siempre que haya una situación de caos (por tanto fuera del orden y lejos del equilibrio) y exista una no-linealidad, la conectividad entre las partes genera un nuevo orden, que sería la vida (cf. Order out of Chaos,1984).
Ese proceso conoce bifurcaciones y fluctuaciones. Por eso el orden nunca es dado a priori. Depende de varios factores que llevan en una u otra dirección, de aquí la inmensa biodiversidad.
Hacemos toda esta reflexión sumarísima para que nos ayude a entender mejor el actual caos pandémico. Vivimos innegablemente en una situación de caos completo, caos destructivo de millones de vidas humanas. Nadie puede decir cuándo terminará ni hacia dónde vamos. Él conoce múltiples variantes, es su triunfo sobre nuestras células. Es innegablemente caótico y está aterrorizando a toda la humanidad.
Nos plantea cuestiones fundamentales: ¿qué hemos hecho con la naturaleza para que ella nos castigue con un virus tan letal? ¿Dónde nos equivocamos? ¿Qué cambios debemos hacer en relación a la naturaleza para impedir que ella nos envíe una verdadera gama de otros virus?
Sabemos que hay oculto dentro de él un orden más alto y mejor. Lo peor que podría sucedernos es la continuidad o volver al pasado que originó el caos. Tenemos que usar nuestra fantasía creadora y sobre todo forjar, a través de una práctica histórica, un orden más amigo de la vida, tierno, fraterno y justo.
Sería el caos generativo. Tenemos que entender el contexto de donde vino el coronavirus. Él es una expresión del antropoceno, es decir, de la sistemática agresión del ser humano a la naturaleza y a Gaia, la Madre Tierra. Es la consecuencia de haber tratado a la Tierra como una mera reserva inerte de recursos a nuestra disposición y no como un superorganismo vivo que merece cuidado y respeto.
A partir de la revolución industrial la hemos explotado tanto que ella no consigue ya regenerarse y ofrecernos todos los bienes y servicios vitales. Tenemos que inaugurar una relación de sinergia y sostenibilidad para con la naturaleza, sintiéndonos parte de ella, responsables de su perpetuidad, y no sus dueños y señores. Si no realizamos esta conversión ecológica podremos conocer catástrofes inimaginables.
En el caso brasilero, lo primero que tenemos que hacer es preservar la inmensa riqueza ecológica que heredamos de la naturaleza, en términos de selvas húmedas, abundancia de agua, suelos fértiles y de una inmensa biodiversidad.
Después tenemos que superar la marginalización, el odio cobarde que tributamos a los pobres. El desprecio y las humillaciones hechas cruelmente contra las personas esclavizadas ha pasado a estos empobrecidos. Tal inhumanidad ha dejado marcas profundas en la población.
No en último lugar tenemos que liquidar el perverso legado de la Casa Grande traducido por el rentismo y por unos cuantos millonarios que controlan gran parte de nuestras finanzas. Hacen fortunas con la pandemia, sin empatía con los familiares que han perdido a más de medio millón de seres queridos. Ellos son el sustentáculo del actual gobierno necrófilo, cuyo presidente se ha hecho aliado del virus.
Estos puntos son el mayor obstáculo para la superación del caos instalado en Brasil.
Tenemos que formar un frente amplio de fuerzas progresistas y enemigas de la neocolonización del país para desentrañar el nuevo orden, oculto en el caos actual, pero que quiere nacer. Tenemos que consumar ese parto aunque sea doloroso. De lo contrario, continuaremos rehenes y víctimas de aquellos que siempre pensaron corporativamente sólo en sí mismos, de espaldas al pueblo, que devastaron la naturaleza con su agronegocio y refuerzan la irrupción del coronavirus entre nosotros.
Debemos inspirarnos en el universo, nacido del caos primordial, pero que, al evolucionar, fue creando órdenes nuevos y más complejos cada vez hasta generar la especie humana. Nuestra misión es garantizar la vida, la Madre Tierra y a nosotros mismos, crear la Casa Común dentro de la cual todos podamos vivir en justicia, paz y alegría. Este modelo deberá salir de las entrañas del actual caos y establecer las bases de un nuevo comienzo para la humanidad.
Leonardo Boff és ecoteólog y escribió Como habitar la Tierra: vias para la fraternidad universal a salir por Trotta 2121.
Traducción de Mª José Gavito Milano