Globalization or Planetization?

There is presently strong resistence to the process of globalization, aggravated by Donald Trump, who has forcefully pushed the idea of “The United States First”, or better said, “Only the United States”. Trump advocates war against global corporations, in favor of those wholly within the United States.

It is important to understand that this is about a struggle against the huge economic-financial conglomerates that control a large part of the world’s wealth, in the hands of a very small number of persons. According Joseph Stiglitz, 2001 Nobel laureate for economics, we have 1% multi-millionaires vs. the 99% who are dependent or impoverished.

This type of globalization is of an economic-financial character, dinosauric; as Edgar Morin puts it, the iron stage of globalization. But globalization is more than economics. It is about an irreversible process, a new stage in the evolution of the Earth, that began at the moment we discovered her as seen from outside, as the astronauts showed us from their spaceships. Then it was clear that Earth and Humanity form a unique complex entity.

The testimony of John W. Young, the Northamerican astronaut, on the fifth trip to the moon of April 16, 1972, is impactful: «Below is the Earth, the blue and white planet, amazingly beautiful, shining, humanity’s motherland. From here, the moon would fit in the palm of my hand. From this perspective, there are neither Whites nor Blacks on Earth, nor divisions between East and West, communists and capitalists, North and South. Together we form a single Earth. We must learn to love this planet of which we are part».

From this experience the 1933 words of Pierre Teilhard de Chardin become prophetic and provocative: «The age of nations is over. If we do not want to die, this is the moment to shake off the old prejudices and build the Earth. The Earth will be conscious of herself by no other means than by a crisis of conversion and transformation». This crisis is instilled in our minds: now we are responsible for the only Common Home we have. And we have invented the means of our own self destruction, which increases even more our responsibility for the whole planet.

If we look carefully, this consciousness arose early in the XVI century, precisely in 1521, when Ferdinand Magallan circled the globe for the first time, empirically proving that the Earth is round, and that we can get anywhere from whatever point where we find ourselves.

Globalization began to take form with the Westernization of the world. Europe commenced the colonial and imperialist adventure of conquest and domination of all the discovered and to be discovered lands, putting them at the service of the European interests, as manifested by the will to power, which we can very well translate as the will to unlimited enrichment, the imposition of the White culture, of their political institutions and their Christian religion.

From the point of view of the victims of this process, this adventure was carried out violently, with great genocides, ethnocides and ecocides. That adventure was a trauma and tragedy for the majority of the peoples, the consequences of which can be felt today, even among those who were the colonizers, who introduced slavery and forced surrender to the great imperialist powers.

We must now rescue the positive and essential meaning of the word planetization, a word that is better than globalization, given its economic connotations. On April 22, 2009, the United Nations made official the nomenclature, Mother Earth, to give it a connotation of something alive that must be respected and venerated, as we do our mothers. Pope Francis used the expression Common Home to show the profound unity of the human species that inhabits the common space.

This moment is a step forward in the process of geo-genesis. We cannot go back with a diminished consciousness, and close down, as Donald Trump pretends, within our national borders. We must prepare ourselves for this new step that the Earth has given, this living super organism, according to the thesis of Gaia. We are the moment of consciousness and of intelligence of the Earth. We are the Earth that feels, thinks, loves, cares and venerates. We are the only beings of nature whose ethical mission is to care for this sacred inheritance, to ensure that it is an inhabitable home for all of us, and for the entire community of living beings.

We are not rising to this call of the Earth herself. Therefore we must wake up and assume this noble mission of building planetizaton.

Leonardo Boff Theologian-Philosopher  of the Earthcharter Commission

Free translation from the Spanish sent by
Melina Alfaro, alfaro_melina@yahoo.com.ar.
Done at REFUGIO DEL RIO GRANDE, Texas, EE.UU.

Eine Ethik für Mutter Erde

Es ist eine wissenschaftlich anerkannte Tatsache, dass zu 95%iger Wahrscheinlichkeit der Klimawandel, der sich vor allem in der globalen Erwärmung ausdrückt, auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen ist. D. h. die Herkunft dieser Veränderungen liegt in gewalttätigem menschlichen Verhalten gegenüber der Natur. Ein solches Verhalten befindet sich nicht in Harmonie mit den Zyklen und Rhythmen der Natur. Die Menschen passen sich nicht der Natur an, sondern zwingen diese, sich den Menschen und ihren Interessen anzupassen. Ihr Hauptinteresse, das nun seit zwei Jahrhunderten dominiert, dreht sich um die Anhäufung von Reichtum und Vorteile für den Lebensstandard einiger Weniger, beginnend bei der systematischen Ausbeutung von Gütern und Dienstleistungen und vieler Völker, vor allem der indigenen Völker.

Die Staaten, die diesen Prozess anführen, gaben den Grenzen des Erdsystems nicht die angemessene Bedeutung. Sie unterwerfen noch immer Natur und Erde einem wahren Krieg, obwohl sie wissen, dass sie besiegt sein werden.

Mutter Erde äußert sich auf den Druck, der auf ihre vorgegebenen Grenzen ausgeübt wird, durch extreme Ereignisse (verlängerte Trockenperioden einerseits und zerstörerische Überflutungen andererseits, unvorhergesehene Schneestürme hier und unerträgliche Hitzewellen dort).

Angesichts solcher Ereignisse wurde die Erde zu einem deutlichen Gegenstand menschlicher Sorge.

Die diversen Klima-Konferenzen, die von der UNO organisiert wurden, erreichten niemals eine Übereinstimmung. Lediglich die Konferenz von Paris 21 (30.11.-13.12.2015) erreichte erstmalig einen Minimal-Konsens, der von allen unternommen wurde: die globale Erwärmung auf 2 Grad Celsius zu beschränken.

Bedauerlicherweise ist dieses Abkommen nicht bindend. Jeder Staat kann sich ihm anschließen, aber es ist nicht von zwingender Natur, wie sich im Nordamerikanischen Kongress zeigte, der die ökologischen Maßnahmen des Präsidenten Barack Obama rückgängig machte. Nun bezichtigt Präsident Donald Trump diese als sinnlos und betrügerisch.

Es wird immer klarer, dass es eher um eine ethische denn um eine wissenschaftliche Frage geht. D. h. die Qualität unseres Verhältnisses zur Natur und zu unserem Gemeinsamen Haus war und ist nicht adäquat. Tatsächlich ist es zerstörerisch.

Ich zitiere Papst Franziskus aus seiner inspirierenden Enzyklika Laudato Si von 2015 zum Thema Achtsamkeit für das Gemeinsame Haus: „Niemals haben wir unser gemeinsames Haus so schlecht behandelt und verletzt wie in den letzten beiden Jahrhunderten.Diese Situationen rufen das Stöhnen der Schwester Erde hervor, die sich dem Stöhnen der Verlassenen der Welt anschließt, mit einer Klage, die von uns einen Kurswechsel verlangt.“ (Nr. 53)

Wir brauchen dringend eine regenerative Ethik für die Erde, die ihre beschädigte Vitalität wiederherstellt, sodass sie uns weiterhin geben mag, was sie uns schon immer gab. Dabei muss es sich um eine Ethik der Achtsamkeit handeln, des Respekts für ihre Rhythmen und der gemeinsamen Verantwortung.

Doch eine Ethik für die Erde ist nicht ausreichend. Sie muss mit Spiritualität einhergehen.

Diese Spiritualität wurzelt in der Vernunft des Herzens und der Empfindsamkeit. Von dort kommt die Leidenschaft für Achtsamkeit und einer ernsthaften Hingabe zur Liebe, zur Übernahme von Verantwortung und zu Mitgefühl für unser Gemeinsames Haus, wie es am Ende der Enzyklika von Franziskus, dem Bischof Roms, ausgedrückt wird.

Der bekannte und allgemein bewunderte Antoine de Saint-Exupéry bekräftigt nachdrücklich in einem posthum veröffentlichten, 1943 geschriebenen Text „Brief an General X“: „Es gibt ein Problem und nur dies eine: zu entdecken, dass es ein Leben des Geistes gibt, das sogar über dem Leben der Intelligenz steht. Es ist das einzige, das den Menschen zufriedenstellen kann“ (Macondo Libri 2015, S. 31).

In einem anderen Text von 1936, als er Korrespondent des Paris Soir während des spanischen Bürgerkriegs war und der den Titel trägt „Es ist wichtig, dem Leben Bedeutung zu geben“, kommt Saint-Exupéry auf das Leben des Geistes zurück. Hier bekräftigt er: „Der Mensch verwirklicht sich nur in Gemeinschaft mit anderen Menschen, in Liebe und Freundschaft. Jedoch vereinen die Menschen sich nicht nur, indem sie einander nahe stehen, sondern durch ihren Zusammenschluss in derselben Gottheit. In einer Welt, die zur Wüste gemacht wurde, dürsten wir danach, Kum-panen zu finden, Kameraden, mit denen wir das Brot teilen können“ (Macondo Libri, S. 20).

Am Ende des Briefs an den General X schließt er mit den Worten: „Oh, wie sehr brauchen wir einen Gott!“ (a.a.O. S. 36).

In der Tat verleiht nur das Leben des Geistes dem Menschen die Fülle. Dies ist eine schöne Synthese von Spiritualität, die oft mit Religiosität identifiziert oder verwechselt wird. Das Leben des Geistes ist mehr. Es ist eine ursprüngliche und anthropologische Wirklichkeit wie die Intelligenz und die Willenskraft. Es ist etwas, das zu unserer essentiellsten Tiefe gehört

Wir wissen, wie wir uns um das Leben des Körpers zu kümmern haben. Dies ist inzwischen ein wahres Kulturphänomen, mithilfe so zahlreicher sportlicher Fitness-Center. Psychoanalytiker verschiedener Strömungen helfen uns, uns um das Leben der Seele zu kümmern, ein Leben relativen Gleichgewichts ohne Neurosen oder Depressionen zu führen.

Doch unsere kulturelle Praxis vergisst, das Leben des Geistes zu pflegen, d. h. unsere radikalste Dimension. Es ist der Ort, an dem die großen Lebensfragen, die waghalsigsten Träume verweilen und wo die größten Utopien entstehen. Das Leben des Geistes wird genährt durch Mitgefühl, Achtsamkeit und Offenheit für das Unendliche. Ohne das Leben des Geistes irren wir ziellos umher und ohne eine Richtung, die uns leitet und das Leben einladend und dankbar gestaltet.

Eine Ethik für die Erde ist nicht selbsterhaltend, nicht ohne den Zusatz der Seele, d. h. das Leben des Geistes. Es lässt uns fühlen, dass wir ein Teil von Mutter Erde sind, der wir Liebe und Achtsamkeit schulden.

Leonardo Boff  Theologe, Philosoph und von derErdcharta Kommission

 

 

“Er war immer eine feine Person” – Der Befreiungstheologe Leonardo Boff zu Papst Benedikt XVI.

Von Thomas Milz (KNA=Katholische Nachrichten Agentur). Dentro de pouco o Papa Bento XVI fará seus 90 snos de vida. Muitos teólogos e personalidades estão dando suas opiniões sobre esta figura que ocupou uma posição decisiva em Roma, primeiro como Prefeito da Congregação para a Doutrina da Fé e depois como Papa. Para além das diferenças que ambos tivemos, nunca deixei de admirá-lo como pessoa extremamente fina e uma inteligência soberana. Não pudemos cultivar a amizade que alimentávamos um dia, pelas diferentes instâncias que ocupávamos na Igreja: ele como uma autoridade doutrinária e eu um teólogo nas bases da Igreja. Nem por isso, deixei de desejar-lhe o  melhor neste seu entardecer da vida, ainda com lucidez e com produção teológica. Sou-lhe grato pelo serviço que prestou à inteligência da fé. O último juizo de tudo pertence a Deus e não a nós humanos. Que Deus o acompanhe nesta sua etapa derradeira da vida. LBoff. Aqui vai a entrevista que dei em alemão ao jornalista Thomas Milz no Rio de janeiro no dia 4 de abril de 2017.

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Rio de Janeiro (KNA) Der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff (78) hatte als Student eine enge Beziehung zu seinem Mentor Joseph Ratzinger. Anfang der 80er Jahre erteilte ihm die von Ratzinger geleitete Glaubenskongregation jedoch ein Lehrverbot. In Rio äußert sich Boff nun im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zum 90. Geburtstag von Ratzinger/Papst Benedikt XVI. und dessen Nachfolger Papst Franziskus.

KNA: Herr Boff, wie würden Sie Ihre Beziehung zum damaligen Kardinal Joseph Ratzinger beschreiben?
Boff: Es gibt zwei Phasen in meiner Beziehung zu ihm. In der ersten Phase war er ein bekannter und sehr intelligenter Professor. Er war immer eine feine Person, und ich habe als Student in München etliche Vorträge von ihm gehört. Später haben wir gemeinsam an der Theologiezeitschrift “Concilium” gearbeitet. Alle machten da stets eine Siesta, er aber nicht. Da hat er mich zu Spaziergängen eingeladen, bei denen wir über Theologie und über die Situation Lateinamerikas redeten. Wir waren tatsächlich befreundet. Derart, dass er für meine Doktorarbeit, die niemand veröffentlichen wollte, einen Verleger fand. Zudem hat er mir 14.000 DM für die Veröffentlichung gegeben. Im Vorwort habe ich mich dafür bei ihm bedankt. Das ist die erste Phase.

KNA: Dann kam aber der Bruch.
Boff: Ich habe ihn immer geschätzt als Theologen, er war eine feine Person. Aber die zweite Phase als Präfekt der Glaubenskongregation ist ein bisschen umstritten, weil er mich zu sich zitierte. Ich musste mich auf denselben Stuhl setzen, auf dem zuvor Galileo Galilei (1564-1642) und Giordano Bruno (1548-1600) gesessen hatten. Das war ein richtiger kanonischer, juristisch-doktrinärer Prozess. Es ging um mein Buch “Kirche: Charisma und Macht”. Ich habe “und” geschrieben, nicht “oder”. Charisma UND Macht, beides zusammen. Ratzinger fand, dass meine Art zu schreiben eher protestantisch als katholisch sei. Ich hatte ein bisschen Kritik geübt an der internen Praxis der Kirche. Es ging also nicht um unterschiedliche Lehren, sondern um meine allzu kritische Haltung gegenüber der Kirche.
Ich habe ihn trotzdem immer als Person und als Theologe geschätzt, denn ich habe verstanden, dass er nach der Logik der Glaubenskongregation verdammt war, mich zu zensieren. Jedes Mal wenn Journalisten Herrn Ratzinger später fragten, wie es mit Boff stehe, sagte er meist: Boff ist ein frommer Theologe. Und er wird eines Tages wieder zurückkommen zur guten Lehre der Kirche.

KNA: Was wünschen Sie ihm zu seinem 90. Geburtstag?
Boff: Zu seinen 90 Jahren wünsche ich ihm noch Gesundheit, Klarheit des Geistes, dass er stets ein Zeugnis der Treue, des Dienstes an der Kirche und an der Menschheit ist. Er musste aufgeben aufgrund des starken Drucks von Seiten der Amtskirche. Aber er ist stets ehrlich, und deswegen schätze ich ihn. Ich hoffe, dass er weiter Papst Franziskus unterstützt, wie er es immer getan hat. Wenn ich Papst Franziskus einmal treffen werde – er hat mich ja schon eingeladen – möchte ich auch Kardinal Ratzinger, den Papst Benedikt XVI., umarmen, um eine Art Versöhnung zu erreichen. Ich wünsche ihm, dass er weiterlebt und -denkt, um weiterhin ein Zeugnis des Glaubens abzugeben.

KNA: Gab es denn jemals eine Aussprache mit ihm?
Boff: Nein, nach dem Prozess habe ich ihn nie wieder getroffen. Ab und zu hat er mich kritisiert, aber das waren theologische Fragen. Er hat immer darauf bestanden, dass die katholische Kirche die einzige Kirche Christi sei. Ich aber sagte, dass die Kirche Christi konkret in der katholischen Kirche existiert, aber auch in den anderen. Denn auch sie stehen im Erbe Jesu Christi. Darüber ging unsere Diskussion, und dagegen hat er angeschrieben, wie im Jahr 2000 in der Erklärung “Dominus Iesus” (Über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche). Aber trotz allem hat er immer seine Eleganz, seine Fairness bewahrt.

KNA: Welche Veränderungen sind nun unter Franziskus spürbar?
Boff: Vieles ist anders geworden. Denn er ist nun mal kein europäischer Papst, sondern kommt aus der Peripherie – aus der kolonialisierten Kirche, die ein anderes soziales und kirchliches Milieu hat. Es ist eine Kirche, die an sozialer Gerechtigkeit sehr interessiert ist und die die Option für die Armen ernstgenommen hat. Diese Vision hat Franziskus ins Zentrum der Kirche gebracht. Daher betont er stets, dass wir die zwei Schreie hören müssen: den Schrei der Armen und den Schrei der Erde. Seine Enzyklika betont ja, dass wir diese beiden Schreie zusammen hören müssen – denn beide werden unterdrückt und müssen befreit werden. In diesem Sinne hat er eine andere Atmosphäre gebracht, mehr Hoffnung, mehr Einfachheit und nicht so sehr Lehre und Disziplin. Eher ein Zusammentreffen mit Jesus.
Dazu kommt das Thema Barmherzigkeit. Er hat einen Satz gesagt, der uns Theologen zum Nachdenken bringt: Es gibt keine immerwährende Verdammung. Es gibt die Gottesgerechtigkeit, aber sie wird durch die Barmherzigkeit überwunden. Das bringt eine Erleichterung für so viele Christen, die Angst vor der Hölle haben. Der Papst hat diese neue Atmosphäre gebracht – fast eine Frühlingsatmosphäre.

KNA: Gleichzeitig leben wir in einer Welt voller Konflikte, die auch religiöse Elemente haben. Was kann Papst Franziskus dabei bewirken?
Boff: Papst Franziskus hat ein religiöses und zugleich politisches Profil. Religiös im Sinne seiner Offenheit, die Kirche als eine Art Kriegslazarett anzusehen: offen für alle Verwundete, egal ob Muslim oder Christ. Politisch gesehen setzt er sich ständig für Dialog und Frieden ein. Er ist damit ein Referenzpunkt für die Politik. Es gibt einen Mangel an Propheten, an profilierten Personen, die für die Welt sprechen können. Neben dem Dalai Lama ist Franziskus eine der Personen, die Licht in die Welt bringen.

KNA: Trotzdem – wir erleben große Gegensätze, der Papst sagt sogar, dass wir vielleicht vor dem Dritten Weltkrieg stehen.
Boff: Wir sind in einer Übergangsphase, von einer alten Welt in eine neue mit planetarischem Bewusstsein. Wir sehen, dass wir nur ein einziges, gemeinsames Haus haben und dass wir alle gemeinsam dafür verantwortlich sind. Die Umweltenzyklika “Laudato si” ist in diesem Sinne geschrieben, um diese Mutter Erde zu bewahren. Die Enzyklika richtet sich an alle Welt mit der Botschaft: Wenn wir zusammenstehen, können wir das Schlimmste verhindern.
Hinweis: Fotos finden Sie in der KNA-Bilddatenbank auf http://www.kna-bild.de oder direkt hier

http://kna-bild.de/paket/170407-89-00044

Una ética para la Madre Tierra

Hoy es un hecho científicamente reconocido que los cambios climáticos, cuya expresión mayor es el calentamiento global, son de naturaleza antropogénica, con un grado de seguridad del 95%. Es decir, tienen su génesis en un tipo de comportamiento humano violento con la naturaleza.

Este comportamiento no está en sintonía con los ciclos y ritmos de la naturaleza. El ser humano no se adapta a la naturaleza sino que la obliga a adaptarse a él y a sus intereses. El mayor interés, dominante desde hace siglos, se concentra en la acumulación de riqueza y de beneficios para la vida humana a partir de la explotación sistemática de los bienes y servicios naturales, y de muchos pueblos, especialmente, de los indígenas.

Los países que hegemonizan este proceso no han dado la debida importancia a los límites del sistema-Tierra. Continúan sometiendo a la naturaleza y la Tierra a una verdadera guerra, a pesar de que saben que serán vencidos.

La forma como la Madre Tierra demuestra la presión sobre sus límites intraspasables es mediante los eventos extremos (prolongadas sequías por un lado y crecidas devastadoras por otro; nevadas sin precedentes por una parte y oleadas de calor insoportables por otra).

Ante tales eventos, la Tierra ha pasado a ser el claro objeto de la preocupación humana.

Las numerosas COPs (Conferencia de las Partes), organizadas por la ONU nunca llegaban a una convergencia. Solamente en la COP21 de París, realizada del 30 de noviembre al 13 de diciembre de 2015 se llegó por primera vez a un consenso mínimo, asumido por todos: evitar que el calentamiento supere los 2 grados Celsius.

Lamentablemente esta decisión no es vinculante. Quien quiera puede seguirla, pero no existe obligatoriedad, como lo mostró el Congreso norteamericano que vetó las medidas ecológicas del presidente Obama. Ahora el presidente Donald Trump las niega rotundamente como algo sin sentido y engañoso.

Va quedando cada vez más claro que la cuestión es antes ética que científica. Es decir, la calidad de nuestras relaciones con la naturaleza y con nuestra Casa Común no eran ni son adecuadas, más bien son destructivas.

Citando al Papa Francisco en su inspiradora encíclica Laudato Si: sobre el cuidado de la Casa Común (2015): «Nunca hemos maltratado y lastimado nuestra casa común como en los últimos dos siglos… estas situaciones provocan el gemido de la hermana Tierra, que se une al gemido de los abandonados del mundo, con un clamor que nos reclama otro rumbo» (n. 53).

Necesitamos, urgentemente, una ética regeneradora de la Tierra, que le devuelva la vitalidad vulnerada a fin de que pueda continuar regalándonos todo lo que siempre nos ha regalado. Será una ética del cuidado, de respeto a sus ritmos y de responsabilidad colectiva.

Pero no basta una ética de la Tierra. Es necesario acompañarla de una espiritualidad.

Ésta hunde sus raíces en la razón cordial y sensible. De ahí nos viene la pasión por el cuidado y un compromiso serio de amor, de responsabilidad y de compasión con la Casa Común, como por otra parte viene expresado al final de la encíclica del obispo de Roma, Francisco.

El conocido y siempre apreciado Antoine de Saint-Exupéry, en un texto póstumo escrito en 1943, Carta al General “X” afirma con gran énfasis: «No hay sino un problema, sólo uno: redescubrir que hay una vida del espíritu que es todavía más alta que la vida de la inteligencia, la única que puede satisfacer al ser humano» (Macondo Libri 2015, p. 31).

En otro texto, escrito en 1936 cuando era corresponsal de Paris Soir durante la guerra de España, que lleva como título Es preciso dar un sentido a la vida, retoma la vida del espíritu. En él afirma: «el ser humano no se realiza sino junto con otros seres humanos en el amor y en la amistad. Sin embargo los seres humanos no se unen sólo aproximándose unos a otros, sino fundiéndose en la misma divinidad. En un mundo hecho desierto, tenemos sed de encontrar compañeros con los cuales con-dividir el pan» (Macondo Libri p.20).

Al final de la Carta al General “X” concluye: «¡Cómo tenemos necesidad de un Dios!» (op. cit. p. 36).

Efectivamente, sólo la vida del espíritu da plenitud al ser humano. Es un bello sinónimo de espiritualidad, frecuentemente identificada o confundida con religiosidad. La vida del espíritu es más, es un dato originario y antropológico como la inteligencia y la voluntad, algo que pertenece a nuestra profundidad esencial.

Sabemos cuidar la vida del cuerpo, hoy una verdadera cultura con tantas academias de gimnasia. Los psicoanalistas de varias tendencias nos ayudan a cuidar de la vida de la psique, para llevar una vida con relativo equilibrio, sin neurosis ni depresiones.

Pero en nuestra cultura olvidamos prácticamente cultivar la vida del espíritu que es nuestra dimensión radical, donde se albergan las grandes preguntas, anidan los sueños más osados y se elaboran las utopías más generosas. La vida del espíritu se alimenta de bienes no tangibles como el amor, la amistad, la convivencia amigable con los otros, la compasión, el cuidado y la apertura al infinito. Sin la vida del espíritu divagamos por ahí sin un sentido que nos oriente y que haga la vida apetecible y agradecida.

Una ética de la Tierra no se sustenta ella sola por mucho tiempo sin ese supplément d’ame que es la vida del espíritu. Ella hace que nos sintamos parte de la Madre Tierra a quien debemos amar y cuidar.
Leonardo Boff es teólogo, filósofo y escribió: Como cuidar da Casa Comum, Vozes 2017.