Die Verbindung von innerer und äußerer Ökologie:Der Sonnengesang des Franz von Assisi

Leonardo Boff

In seinem weit verbreiteten Artikel „Die historischen Wurzeln unserer ökologischen Krise“ aus dem Jahr 1967 beschuldigte der Historiker Lynn White Jr. das Judentum und das Christentum aufgrund seines tief verwurzelten Anthropozentrismus als Hauptursache der Krise, die heute so lautstark ausbricht. Darüber hinaus räumte er ein, dass dieses Christentum in der kosmischen Mystik des Heiligen Franz von Assisi ein Gegenmittel gefunden habe.

Um diese Idee zu bekräftigen, schlug er vor, ihn zum „Schutzpatron der Umweltschützer“ zu erklären, was Papst Johannes Paul II. am 29. November 1979 tat. Tatsächlich bezeugen alle seine Biographen, wie Thomas von Celano, der heilige Bonaventura, die Legende von Perugina (eine der ältesten Quellen) und andere zeitgenössische Quellen, „die freundschaftliche Verbindung, die Franziskus mit allen Geschöpfen schloss…“. Er gab allen Geschöpfen die süßen Namen „Brüder und Schwestern“, den Vögeln des Himmels, den Blumen auf den Feldern und sogar dem wilden Wolf von Gubbio.

Er schloss Bruderschaft mit den am stärksten Diskriminierten, wie etwa den Leprakranken, und mit allen Menschen, wie etwa dem muslimischen Sultan Melek el-Kamel in Ägypten, mit dem er lange Gespräche führte. Sie beteten gemeinsam. Der heilige Franziskus übernahm den höchsten Titel, den Muslime Allah verleihen: „Der Allerhöchste“. Der Sonnengesang beginnt mit „Der Allerhöchste“.

Im Mann von Assisi ist alles von Fürsorge, Mitgefühl und Zärtlichkeit umgeben. Der Philosoph Max Scheller, Martin Heideggers Lehrer, widmet Franz von Assisi in seiner bekannten Studie „Wesen und Formen der Sympathie“ (1926) brillante und tiefgründige Seiten. Er schreibt:

“Niemals in der Geschichte des Abendlandes ist eine Gestalt mit einer solchen Kraft universeller Sympathie und Ergriffenheit aufgetreten wie der heilige Franziskus. Nie wieder war es möglich, die Einheit und Integrität aller Elemente zu bewahren wie bei Franziskus, in den Bereichen der Religion, der Erotik, des sozialen Handelns, der Kunst und des Wissens” (1926, S. 110). Vielleicht hat Dante Alignieri ihn deshalb die „Sonne von Assisi“ genannt (Paradiso XI, 50).

Diese kosmische Erfahrung fand in seinem „Cantico di Frate Sole“ (dem „Gesang der Geschöpfe“) brillante Gestalt. Dort finden wir eine vollständige Synthese zwischen der inneren Ökologie (den Impulsen der Psyche) und der äußeren Ökologie, der freundschaftlichen und geschwisterlichen Beziehung zu allen Geschöpfen. Wir feiern den 800. Jahrestag des Sonnengesangs in einem so beklagenswerten Kontext wie dem heutigen. Auch wenn es seltsam erscheinen mag, ergibt es doch Sinn, denn inmitten unüberwindlichen körperlichen und seelischen Schmerzes hatte Franz von Assisi einen Moment der Erleuchtung und schuf und sang mit seinen Brüdern diesen Hymnus, der erfüllt ist von dem, was wir am meisten brauchen: der Vereinigung von Himmel und Erde, der sakramentalen Bedeutung von Sonne, Mond, Wasser, Feuer, Luft, Wind und Mutter Erde als Zeichen des Schöpfers und schließlich dem Frieden und der Freude am Leben und Zusammenleben inmitten der Drangsale, die er erlebte und von denen auch wir heimgesucht werden.

Betrachten wir zunächst den Kontext, in dem der Hymnus entstand. Die Perusina Legende enthält einen detaillierten Bericht. Zwei Jahre nach der Stigmatisierung auf dem Berg Alverna ergriff Franziskus eine große Liebe, die in der Sprache Bonaventuras einen Tod ohne Tod bedeutete. Franziskus war fast blind. Er konnte diese Sonne nicht sehen. Innere und äußere Leiden plagten ihn immer wieder. Der von ihm gegründete Orden wurde zu einer Institution und nicht mehr zu einer Bewegung, die sich streng an das Evangelium hielt. Dies verursachte ihm großes Leid.

Es war im Frühjahr 1225. Der Ort war die kleine Kapelle San Damiano, in der Klara und ihre Schwestern lebten. Voller Trauer fand er keinen Frieden. Fünfzig Tage verbrachte er in einer dunklen Zelle, ohne das Licht des Tages oder das Feuer der Nacht zu sehen. Der Schmerz in seinen Augen hinderte ihn am Schlafen und Ausruhen. Fast verzweifelt betete er: „Herr, hilf mir in meiner Krankheit, dass ich sie geduldig ertragen kann.“ Er bat nicht darum, von ihr befreit zu werden, sondern nur darum, sie ertragen zu können.

Sein Biograph Thomas von Celano berichtet, dass Franziskus während des Gebets große Qualen erlitt. In dieser Situation hörte er eine Stimme in seinem Inneren: „Sei glücklich, Bruder, und glücklich inmitten deiner Leiden und Krankheiten. In Zukunft wirst du so sicher sein wie diejenigen, die in meinem Königreich leben.

Franziskus war von unglaublicher Freude erfüllt. Der Tag dämmerte in der dunklen Nacht. Er fühlte sich in das Reich Gottes versetzt, Symbol der grenzenlosen Versöhnung der gefallenen Schöpfung mit dem Plan des Schöpfers.

Dann stand Franziskus auf, murmelte ein paar Worte und sang den Hymnus für alle Dinge: „Altissimu, omnipotente, bon Signore.“ Er rief seine Brüder zusammen und sang mit ihnen den Hymnus, den er gerade komponiert hatte.

„Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne,
welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet,
klar und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Feuer,
durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn
und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut.“

Wie der Franziskaner Éloi Leclerc (1977), ein Überlebender der Nazi-Todeslager, gezeigt hat, waren für Franziskus die äußeren Elemente wie Sonne, Erde, Feuer, Wasser, Wind und andere nicht nur objektive Realitäten, sondern symbolische, emotionale Realitäten, wahre Archetypen, die die Psyche zu einer Synthese zwischen dem Äußeren und dem Inneren und einer Erfahrung der Einheit mit dem Ganzen anregen. Franziskus singt von der Sonne, dem Mond, den Sternen und anderen Wesen, die er nicht sehen konnte, weil er am Ende seines Lebens praktisch blind war. Er erwähnt in seiner Lobrede das Schwierigste, was zu integrieren ist: den Tod. In der Biographie von Celano wird der Tod zum Gast von Franziskus. Er sagt jovial: „Willkommen, meine Schwester Tod“.

Durch seine Zärtlichkeit und grenzenlose Geschwisterlichkeit wurde Franziskus zu einem universellen Menschen. Er verwirklichte das menschliche Projekt der Harmonie mit der gesamten Schöpfung und fühlte sich ihr wie ein Bruder zugehörig. Er gab uns die Hoffnung, dass wir in Frieden mit Mutter Erde zusammenleben können.

Leonardo Boff

11.06.2025

Autor von: Zärtlichkeit und Kraft, Franz von Assisi, mit den Augen der Armen gesehen, Patmos, 1983

Übersetzung von Bettina Goldhanack

A união da ecologia interior com a exterior: O  cântico ao Irmão Sol de Francisco de Assis.

Leonardo Boff

Em 1967, em seu amplamente divulgado artigo “As Raízes Históricas de Nossa Crise Ecológica“, o historiador Lynn White Jr. acusou o judeu-cristianismo, devido ao seu antropocentrismo visceral, de ser o principal fator na crise que agora se tornou um clamor. Além disso, ele reconheceu que esse mesmo cristianismo tinha um antídoto no misticismo cósmico de São Francisco de Assis.

Para reforçar essa ideia, sugeriu proclamá-lo “padroeiro dos ambientalistas”, o que o Papa João Paulo II fez em 29 de novembro de 1979. De fato, todos os seus biógrafos, como Tomás de Celano, São Boaventura, a Lenda de Perugina (uma das fontes mais antigas) e outras fontes contemporâneas, atestam “a união amigável que Francisco estabeleceu com todas as criaturas…”Deu os doces nomes de irmãos e irmãs a todas as criaturas, às aves do céu, às flores do campo e até mesmo ao lobo feroz de Gubbio.

Estabeleceu fraternidade com os mais discriminados, como os leprosos, e com todas as pessoas, como o sultão muçulmano Melek el-Kamel, no Egito, com quem manteve longos diálogos. Rezavam junto. São Francisco assumiu o título mais alto que os muçulmanos dão a Alá “Altíssimo”. O Cântico das criaturas começa com o “Altíssimo”.

No homem de Assis, tudo é cercado de cuidado, simpatia e ternura. O filósofo Max Scheller, professor de Martin Heidegger, em seu conhecido estudo “A Essência e as Formas da Simpatia” (1926) dedica páginas brilhantes e profundas a Francisco de Assis. Ele afirma: 

“Nunca na história do Ocidente surgiu uma figura com tamanha força de simpatia e emoção universal como a que encontramos em São Francisco”. Nunca mais foi possível preservar a unidade e a integridade de todos os elementos como em São Francisco, nas esferas da religião, do erotismo, da ação social, da arte e do conhecimento” (1926, p. 110). Talvez seja por isso que Dante Alignieri o chamou de “sol de Assis” (Paraíso XI, 50).

Essa experiência cósmica tomou forma brilhante em seu “Cantico di Frate Sole” ou “O Cântico das Criaturas”. Ali encontramos uma síntese completa entre ecologia interior(os impulsos da psiqué) e ecologia exterior, a relação amigável e fraterna com todas as criaturas. Estamos celebrando o 800º aniversário do Cântico do Irmão Sol em um contexto tão lamentável como o atual. Embora possa parecer estranho, faz sentido porque, em meio a uma dor física e espiritual insuperável, Francisco de Assis teve um momento de iluminação e criou e cantou com seus irmãos este hino, que está repleto do que mais precisamos: a união do céu com a Terra, o significado sacramental do Irmão Sol, da Lua, da água, do fogo, do ar, do vento e da Mãe Terra, vistos como sinais do Criador e, finalmente, a paz e a alegria de viver e coexistir em meio às tribulações que estava vivenciando e pelas quais também  nós estamos assolados.

Consideremos primeiro o contexto em que o hino surgiu. A Legenda Perusina contém um relato detalhado. Dois anos após a estigmatização no Monte Alverna, Francisco foi tomado por um grande amor, que, na linguagem de Boaventura, significava uma morte sem morte. Francisco estava quase cego. Ele não conseguia ver este sol. Sofrimentos internos e externos o afligiam repetidamente. A ordem fundada estava virando uma instituição e não mais um movimento de seguimento estrito do Evangelho. Isso o fazia sofrer muito.

Era a primavera de 1225. O local era a pequena capela de São Damião, onde Clara e suas irmãs viviam. Cheio de dor, ele não conseguia encontrar paz. Passou cinquenta dias em uma cela escura, sem conseguir ver a luz do dia ou o fogo da noite. A dor nos olhos o impedia de dormir ou descansar. Quase desesperadamente, ele orou: “Ajuda-me, Senhor, na minha doença, para que eu possa suportá-la pacientemente.”Não pedia para livrar-se dela, apenas para suportá-la.

Enquanto orava, seu biógrafo Tomás de Celano observa que Francisco entrou em agonia. Em meio a essa situação, ouviu uma voz dentro de si: “Feliz, irmão, e feliz em meio às suas aflições e doenças. No futuro, você poderá estar tão seguro como quem está no meu reino.

Francisco ficou repleto de uma alegria incrível. O dia amanheceu na noite escura. Sentiu-se transportado para o reino de Deus, símbolo da reconciliação ilimitada da criação decaída com o desígnio do Criador.

Então Francisco levantou-se, murmurou algumas palavras e cantou o hino a todas as coisas: “Altissimu, onnipotente, bon Signore”. Chama os teus irmãos e canta com eles o cântico que acabara de compor.

Altíssimo, Onipotente, Bom Senhor, Tu és o louvor, a glória, a honra e toda a bênção. A Ti somente, Altíssimo, pertence, e nenhum homem é digno de Te mencionar. Louvado sejas, meu Senhor, com todas as tuas criaturas, especialmente nosso Senhor Irmão Sol, que é dia e, portanto, nos dá luz. E é belo e radiante com grande esplendor, De Ti, Altíssimo,ele é um significado. Louvado sejas, meu Senhor, por tua irmã, a lua e as estrelas. Coisas brilhantes, preciosas e belas se formaram no céu. Louvado sejas, meu Senhor, pelo irmão Vento, e pelo ar, pelas nuvens, pela serenidade e por todo o tempo, através do qual sustentas as tuas criaturas. Louvado sejas, meu Senhor, pela irmã Água. Ela é muito útil, humilde, preciosa e casta. Louvado sejas, meu Senhor, pelo irmão fogo, iluminas a noite, e que é belo, alegre, robusto e forte. Louvado sejas, meu Senhor, por nossa irmã Mãe Terra, que nos sustenta e governa, e produz vários frutos com flores e árvores coloridas. Louvado sejas, meu Senhor, por aqueles que te perdoam por teu amor e suportam doenças e tribulações. Bem-aventurados os que as suportam em paz, pois por ti, Altíssimo, eles serão coroados. Louvado sejas, meu Senhor, por nossa irmã, a morte corporal, da qual nenhum ser vivo pode escapar…. Louvai e bendizei meu Senhor, dai-Lhe graças e servi-O com grande humildade”.

Como demonstrou  o franciscano Éloi Leclerc ( 1977), sobrevivente dos campos de extermínio nazistas, para Francisco elementos externos como o sol, a terra, o fogo, a água, o vento e outros não eram apenas realidades objetivas, mas realidades simbólicas, emocionais, verdadeiros arquétipos que energizam a psique no sentido de uma síntese entre o exterior e o interior e uma experiência de unidade com o Todo. Francisco canta o sol, a lua, as estrelas e outros seres, incapaz de vê-los porque, no fim da vida, era praticamente cego. Ele inclui em seu elogio o que há de mais difícil de integrar: a morte. Na biografia de Celano, a morte é feita hóspede de Francisco. Ele jovialmente diz: “Bem-vinda, minha irmã Morte”.

São Francisco por sua ternura e irmandade ilimitada se tornou um homem universal. Realiza plenamente o projeto humano de harmonia com toda a criação,sentindo-se parte dela como um irmão.Ele suscita e nós a esperança de que podemos conviver em paz com a Mãe Terra.

Leonardo Boff, escreveu Francisco de Assis: ternura e vigor,Vozes 1982.

Cómo retrasar el fin del mundo: una espiritualidad ecológica

Leonardo Boff*

En la encíclica Fratelli Tutti el Papa Francisco propone una alternativa al paradigma dominante del dominus(dueño y señor),en el queel ser humano está fuera y por encima de la naturaleza, disponiendo de ella a su antojo, como si fuese su dueño. Esta visión está en la raíz de la crisis mundial de hoy. Frente a ella el Papa propone el paradigma del frater (hermano y hermana), del ser humano formando parte de la naturaleza, y por eso hermano y hermana de todos los demás seres creados por la Madre Tierra. Acompaña a la fraternidad universal el amor social y el perenne cuidado por la Madre Tierra.

Este paso es una una forma de encontrar una salida a la crisis actual, que amenaza el futuro de nuestra civilización. Para recorrer el camino de la hermandad universal y del amor social, necesitamos una ética del cuidado de la Madre Tierra y de todos sus hijos e hijas.

Pero no basta una ética. Tenemos que ir más profundo, allí donde pueden surgir nuevas ideas salvadoras. Es la espiritualidad, como bien vio la encíclica Laudato Sì del Papa Francisco. En ella se dice que debemos evocar “motivaciones que surgen de la espiritualidad para alimentar una pasión por el cuidado del mundo” (n.216).

Que quede claro que espiritualidad no es sinónimo de religiosidad. Aunque la religiosidad puede potenciar la espiritualidad, esta nace de otra fuente: de la profundidad del ser humano. Hoy muchos pensadores serios y científicos ven la espiritualidad como una parte esencial del ser humano, al igual que la corporalidad, la psique, la inteligencia, la voluntad y la  afectividad.

Neurolingüistas, los nuevos bioantropólogos y eminentes cosmólogos como Brian Swimme, David Bohm y biólogos como Watson y Collins, entre otros, reconocen que la espiritualidad forma parte de la esencia humana. Somos naturalmente seres espirituales, aun no siendo explícitamente religiosos. Por eso se habla especialmente en Estados Unidos y en la new science de la espiritualidad natural que debe ser vivida en todas las fases de la vida comenzando desde la infancia.

Esa parte espiritual en nosotros se revela por la capacidad de amar, por la solidaridad, por la cooperación, por la compasión, por la comunión y por la total apertura al otro, a la naturaleza, al universo, en una palabra al Infinito. La espiritualidad nos hace intuir que detrás de todas las cosas hay una Energía poderosa y amorosa que sustenta todo y lo mantiene abierto a nuevas formas en el proceso de la evolución. Algunos cosmólogos la llaman la Fuente originaria de todo ser. Yo prefiero la expresión: El Ser que hace ser a todos los seres.

Algunos neurólogos han identificado un fenómeno excepcional. Siempre que se abordan existencialmente temas ligados a Dios y a lo Sagrado, en el lóbulo frontal de nuestro cerebro se produce una aceleración descomunal de las neuronas de 9 hasta 30 herz. Ellos, no los teólogos, lo llamaron el  “punto Dios en el cerebro”. Así como tenemos órganos exteriores mediante los cuales captamos la realidad circundante, los ojos, los oídos, la piel, tenemos un órgano interior, es una ventaja evolutiva nuestra, para percibir a Aquel Ser que subyace a todos os seres, la Energía misteriosa que nos mantiene en la existencia.

Esta dimensión espiritual de nuestra naturaleza ha sido sofocada por nuestra cultura que venera más el dinero que la naturaleza, más el consumo individual que el compartir, que es más competitiva que cooperativa, que prefiere el uso de la violencia al diálogo para resolver conflictos y recurre a la amenaza y al eventual uso de armas de destrucción masiva. Pero son los valores ligados al frater, a la hermandad universal, que abrazan a la naturaleza y a la humanidad los que pueden salvar la vida.

Puesto que somos seres espirituales podemos darnos cuenta de los males que estamos causando a nuestra Casa Común. Ante el peligro de que nosotros mismos podamos desaparecer, existe la posibilidad de que demos un salto en nuestra conciencia y establezcamos una nueva relación de amor, de empatía y de cuidado de la Tierra y de todos los demás seres.

El gran pensador francés Edgar Morin, siempre preocupado por la situación ecológica de la Tierra, afirmó: “La historia ha mostrado varias veces que el surgimiento de lo inesperado y la aparición de lo improbable son plausibles y pueden cambiar el rumbo de los acontecimientos”. Como dijo un presocrático: “espera lo inesperado porque ahí puede estar lo nuevo”. Estemos atentos a lo inesperado y a lo improbable porque pueden ser plausibles e indicarnos un nuevo rumbo salvador para la Tierra, nuestra Magna Mater y Casa Común.

En verdad nadie puede decir hacia dónde va la actual situación de la Tierra, convulsionada por la disputa entre un mundo unipolar dominado por USA y el mundo multipolar, que tiene a Rusia, a China y a los BRICS como principales actores. Hay peligro de agravamiento y de que la guerra comercial de Trump termine en una guerra real que sería aterradora para la biosfera y la vida humana.

En situaciones así, los cristianos se fortalecen en la esperanza de que no suceda todo esto fundándose en la fe en un Dios que se presentó como “un apasionado amante de la vida” (Sabiduría 11,26). Él es el Señor del destino de la historia general y de la vida humana. Y actúa con bondad y  misericordia.

*Leonardo Boff ha escrito Cuidar de la Casa Común: cómo retrasar el fin del mundo, Vozes 2024.

Traducción de María José Gavito Milano

Come ritardare la fine del mondo: una spiritualità ecologica

Leonardo Boff

Nella sua enciclica Fratelli Tutti, Papa Francesco propone un’alternativa al paradigma dominante del dominus (proprietario e signore), dell’essere umano come qualcuno che è al di fuori e al di sopra della natura, disponendone a suo piacimento come se ne fosse il proprietario. Questa visione è alla radice dell’attuale crisi globale. In considerazione di ciò, il Papa propone il paradigma del frater (fratello e sorella), dell’essere umano come parte della natura e, quindi, fratello e sorella di tutti gli altri esseri, creati dalla Madre Terra. Esso accompagna la fraternità universale, l’amore sociale e la cura perenne per la Madre Terra.

Questa attraversata è una forma per trovare una via d’uscita dalla crisi attuale, che minaccia il futuro della nostra civiltà. Per percorrere il sentiero della fraternità universale e dell’amore sociale, abbiamo bisogno di un’etica della cura della Madre Terra e di tutti i suoi figli e figlie.

Ma un’etica non basta. Dobbiamo andare più in profondità, là dove possono sorgere nuove idee salvifiche. È la spiritualità, come ha individuato bene Laudato Sì di Papa Francesco. Lì si dice che dobbiamo evocare “motivazioni che derivano dalla spiritualità per alimentare una passione per la cura del mondo” (n. 216).

Sia chiaro: spiritualità non è sinonimo di religiosità, sebbene la religiosità possa potenziare la spiritualità. La spiritualità nasce da un’altra fonte: dal profondo dell’essere umano. Oggi i pensatori e gli scienziati più autorevoli vedono la spiritualità come parte essenziale dell’essere umano, come la fisicità, la psiche, l’intelligenza, la volontà e l’affettività.

Neuro-linguisti, i nuovi bio-antropologi ed eminenti cosmologi come Brian Swimm, David Bohm, biologi come Watson e Collins e altri riconoscono che la spiritualità è parte dell’essenza umana. Siamo esseri naturalmente spirituali, anche se non siamo esplicitamente religiosi. Per questo si parla, specialmente negli Stati Uniti e nella new science, di spiritualità naturale che deve essere vissuta in tutte le fasi della vita, a cominciare dall’infanzia.

Questa porzione spirituale dentro di noi si rivela nella nostra capacità di amare, nella solidarietà, nella cooperazione, nella compassione, nella comunione e nella totale apertura all’altro, alla natura, all’universo, in una parola all’Infinito. La spiritualità fa intuire agli esseri umani che dietro tutte le cose c’è un’Energia potente e amorevole che sostiene ogni cosa e la mantiene aperta a nuove forme nel processo evolutivo. Alcuni cosmologi la chiamano la Fonte originaria di tutto l’essere. Io preferisco la formula: l’Essere che fa esistere tutti gli esseri.

Alcuni neurologi hanno identificato un fenomeno eccezionale. Ogni volta che si affrontano temi esistenziali legati a Dio e al Sacro, si osserva un’enorme accelerazione dei neuroni, da 9 a 30 hertz, nel lobo frontale del cervello. Loro, non i teologi, lo hanno chiamato il “punto di Dio nel cervello“. Proprio come abbiamo organi esterni attraverso i quali percepiamo la realtà circostante, gli occhi, le orecchie, la pelle, abbiamo un organo interno che è il nostro vantaggio evolutivo, di percepire quell’Essere che è alla base di tutti gli esseri, quella misteriosa Energia che li mantiene in esistenza.

Questa dimensione spirituale della nostra natura è stata soffocata dalla nostra cultura, che venera più il denaro della natura, il consumo individuale più della condivisione, che è più competitiva che cooperativa, preferisce l’uso della violenza al dialogo per risolvere i conflitti e ricorre alla minaccia e all’eventuale impiego di armi di distruzione di massa. Ma sono i valori legati al frater, alla fratellanza universale che, coinvolgendo la natura e l’umanità, potranno salvare la vita.

In quanto siamo esseri spirituali, possiamo renderci conto dei mali che stiamo facendo alla nostra Casa Comune. Di fronte al rischio della nostra stessa scomparsa, sorge la possibilità di fare un salto nella nostra coscienza e stabilire una nuova relazione di amore, di empatia e di cura per la Terra e gli altri esseri.

Come affermò il grande pensatore francese Edgar Morin, sempre preoccupato per la situazione ecologica della Terra: “La storia ha dimostrato ripetutamente che l’emergere dell’inaspettato e l’apparire dell’improbabile sono plausibili e possono cambiare il corso degli eventi”. Come disse un pre-socratico: “aspetta l’inaspettato perché in esso può risiedere il nuovo”. Prestiamo attenzione all’inaspettato e all’improbabile, perché possono essere plausibili e indicarci un nuovo cammino salvifico per la Terra, la nostra Magna Mater e Casa Comune.

In verità, nessuno può dire dove ci porterà l’attuale situazione della Terra, sconvolta dalla disputa tra un mondo unipolare dominato dagli Stati Uniti e un mondo multipolare, c Leonardo Boff

Nella sua enciclica Fratelli Tutti, Papa Francesco propone un’alternativa al paradigma dominante del dominus (proprietario e signore), dell’essere umano come qualcuno che è al di fuori e al di sopra della natura, disponendone a suo piacimento come se ne fosse il proprietario. Questa visione è alla radice dell’attuale crisi globale. In considerazione di ciò, il Papa propone il paradigma del frater (fratello e sorella), dell’essere umano come parte della natura e, quindi, fratello e sorella di tutti gli altri esseri, creati dalla Madre Terra. Esso accompagna la fraternità universale, l’amore sociale e la cura perenne per la Madre Terra.

Questa attraversata è una forma per trovare una via d’uscita dalla crisi attuale, che minaccia il futuro della nostra civiltà. Per percorrere il sentiero della fraternità universale e dell’amore sociale, abbiamo bisogno di un’etica della cura della Madre Terra e di tutti i suoi figli e figlie.

Ma un’etica non basta. Dobbiamo andare più in profondità, là dove possono sorgere nuove idee salvifiche. È la spiritualità, come ha individuato bene Laudato Sì di Papa Francesco. Lì si dice che dobbiamo evocare “motivazioni che derivano dalla spiritualità per alimentare una passione per la cura del mondo” (n. 216).

Sia chiaro: spiritualità non è sinonimo di religiosità, sebbene la religiosità possa potenziare la spiritualità. La spiritualità nasce da un’altra fonte: dal profondo dell’essere umano. Oggi i pensatori e gli scienziati più autorevoli vedono la spiritualità come parte essenziale dell’essere umano, come la fisicità, la psiche, l’intelligenza, la volontà e l’affettività.

Neuro-linguisti, i nuovi bio-antropologi ed eminenti cosmologi come Brian Swimm, David Bohm, biologi come Watson e Collins e altri riconoscono che la spiritualità è parte dell’essenza umana. Siamo esseri naturalmente spirituali, anche se non siamo esplicitamente religiosi. Per questo si parla, specialmente negli Stati Uniti e nella new science, di spiritualità naturale che deve essere vissuta in tutte le fasi della vita, a cominciare dall’infanzia.

Questa porzione spirituale dentro di noi si rivela nella nostra capacità di amare, nella solidarietà, nella cooperazione, nella compassione, nella comunione e nella totale apertura all’altro, alla natura, all’universo, in una parola all’Infinito. La spiritualità fa intuire agli esseri umani che dietro tutte le cose c’è un’Energia potente e amorevole che sostiene ogni cosa e la mantiene aperta a nuove forme nel processo evolutivo. Alcuni cosmologi la chiamano la Fonte originaria di tutto l’essere. Io preferisco la formula: l’Essere che fa esistere tutti gli esseri.

Alcuni neurologi hanno identificato un fenomeno eccezionale. Ogni volta che si affrontano temi esistenziali legati a Dio e al Sacro, si osserva un’enorme accelerazione dei neuroni, da 9 a 30 hertz, nel lobo frontale del cervello. Loro, non i teologi, lo hanno chiamato il “punto di Dio nel cervello“. Proprio come abbiamo organi esterni attraverso i quali percepiamo la realtà circostante, gli occhi, le orecchie, la pelle, abbiamo un organo interno che è il nostro vantaggio evolutivo, di percepire quell’Essere che è alla base di tutti gli esseri, quella misteriosa Energia che li mantiene in esistenza.

Questa dimensione spirituale della nostra natura è stata soffocata dalla nostra cultura, che venera più il denaro della natura, il consumo individuale più della condivisione, che è più competitiva che cooperativa, preferisce l’uso della violenza al dialogo per risolvere i conflitti e ricorre alla minaccia e all’eventuale impiego di armi di distruzione di massa. Ma sono i valori legati al frater, alla fratellanza universale che, coinvolgendo la natura e l’umanità, potranno salvare la vita.

In quanto siamo esseri spirituali, possiamo renderci conto dei mali che stiamo facendo alla nostra Casa Comune. Di fronte al rischio della nostra stessa scomparsa, sorge la possibilità di fare un salto nella nostra coscienza e stabilire una nuova relazione di amore, di empatia e di cura per la Terra e gli altri esseri.

Come affermò il grande pensatore francese Edgar Morin, sempre preoccupato per la situazione ecologica della Terra: “La storia ha dimostrato ripetutamente che l’emergere dell’inaspettato e l’apparire dell’improbabile sono plausibili e possono cambiare il corso degli eventi”. Come disse un pre-socratico: “aspetta l’inaspettato perché in esso può risiedere il nuovo”. Prestiamo attenzione all’inaspettato e all’improbabile, perché possono essere plausibili e indicarci un nuovo cammino salvifico per la Terra, la nostra Magna Mater e Casa Comune.

In verità, nessuno può dire dove ci porterà l’attuale situazione della Terra, sconvolta dalla disputa tra un mondo unipolare dominato dagli Stati Uniti e un mondo multipolare, con Russia, Cina e BRICS come attori principali. C’è il rischio che l’escalation e la guerra commerciale di Trump si concludano in una vera e propria guerra, che sarebbe terrificante per la biosfera e la vita umana.

In situazioni come questa, i cristiani si fanno forza nella speranza che tutto ciò non accada, perché si basano sulla fede in un Dio che si è presentato come “un appassionato amante della vita” (Sap 11,26). Egli è il Signore del destino della storia generale e della vita umana. E la sua volontà è di bontà e misericordia.

Leonardo Boff ha scritto Cuidar da Casa Comum: como protelar o fim do mundo, Vozes 2024.

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

on Russia, Cina e BRICS come attori principali. C’è il rischio che l’escalation e la guerra commerciale di Trump si concludano in una vera e propria guerra, che sarebbe terrificante per la biosfera e la vita umana.

In situazioni come questa, i cristiani si fanno forza nella speranza che tutto ciò non accada, perché si basano sulla fede in un Dio che si è presentato come “un appassionato amante della vita” (Sap 11,26). Egli è il Signore del destino della storia generale e della vita umana. E la sua volontà è di bontà e misericordia.

Leonardo Boff ha scritto Cuidar da Casa Comum: como protelar o fim do mundo, Vozes 2024.

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)