Die Apokalyptischen Reiter sind ausgebrochen: der Hamas-Israel-Krieg

In diesen Oktobertagen haben wir mit Erstaunen den Ausbruch des Krieges zwischen der Terrorgruppe Hamas in Palästina und dem Staat Israel, der überraschend angegriffen wurde, sowie die heftige Vergeltung des Staates Israel beobachtet. Angesichts der Gewalt, der auf beiden Seiten Hunderte von Menschen zum Opfer fielen, vor allem Unschuldige, scheint es, als sei das Pferd der Apokalypse, das Pferd des Vernichtungskrieges (Offb 9,13-19), ausgebrochen.

Die Raketen, die Raketen, die Drohnen, die Panzer, die Bomber, die Kampfflugzeuge, die intelligenten Bomben und die Soldaten selbst, die zu kleinen Tötungsmaschinen gemacht wurden, sehen aus wie Figuren direkt aus dem Buch der Offenbarung.

Wir alle, die wir von einer pazifistischen Weltanschauung, von der Ökologie der harmonischen Integration von Gegensätzen, vom evolutionären Prozess, der als offen für immer komplexere, höhere und geordnetere Formen von Beziehungen konzipiert ist, und sogar von den Warnungen von Papst Franziskus vor ökologischem Alarm ausgehen, fragen uns voller Sorge: Wie ist es möglich, dass wir ein solches Ausmaß an Zerstörung erreicht haben? Wie können wir die Phänomene verstehen, die diesen Krieg begleiten, wie den Einmarsch der Hamas-Terroristen in Israel, das wahllose Töten von Zivilisten, die Entführung von Menschen, Kindern, älteren Menschen und Militärangehörigen, die Fake News, die gezielte Verdrehung von Tatsachen und die Manipulation von religiösen Überzeugungen? Es ist wichtig, die vielen Jahre der harten israelischen Herrschaft über die Gaza-Region und die Palästinenser im Allgemeinen nicht zu vergessen. Dies hat zu Ressentiments und viel Hass geführt, was die Ursache für die anhaltenden Konflikte in der Region ist. Doch all dies lässt die Frage nicht verstummen: Wie sind wir Menschen zu einer solchen Barbarei fähig?

Und Kriege sind zunehmend zu totalen Kriegen geworden, die mehr Opfer unter der Zivilbevölkerung als unter den Kämpfern fordern. Max Born, Nobelpreisträger für Physik (1954), prangerte die hohe Zahl der zivilen Todesopfer in der modernen Kriegsführung an. Im Ersten Weltkrieg starben nur 5 % der Zivilisten, im Zweiten Weltkrieg 50 % und im Korea- und Vietnamkrieg 85 %. Und die jüngsten Zahlen zeigen, dass im Gegensatz zum Irak und dem ehemaligen Jugoslawien in der Ukraine 98 Prozent der Opfer Zivilisten sind. Im aktuellen Krieg zwischen der Hamas-Gruppe und Israel dürften die Zahlen ähnlich ausfallen, wie der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu drohend erklärte.

Laut dem Historiker Alfred Weber, dem Bruder von Max Weber, waren von den 3.400 Jahren der Menschheitsgeschichte, die wir mit Dokumenten belegen können, 3.166 Jahre Krieg. Die restlichen 234 Jahre waren mit Sicherheit kein Frieden, sondern ein Waffenstillstand und die Vorbereitung auf einen weiteren Krieg.

Angesichts dieses erschreckenden Dramas stellt sich eine radikale Frage: Was ist der Sinn des Seins, des Lebens und der Geschichte? Wie kann dieses Antiphänomen erhellt werden?

Wir haben keine andere Kategorie, um dieses Rätsel zu erhellen, als es zu erkennen: Es ist die Explosion und Implosion der Demenz, die dem Menschen, wie wir ihn kennen, eingeschrieben ist. Wir sind auch Wesen des Wahnsinns, des Exzesses, des Willens zu dominieren, zu erwürgen und zu morden. Das haben die Kriege des 20. Jahrhunderts mit 200 Millionen Toten, die spektakulären Taten des Terrorismus und des islamischen Fundamentalismus wie die Zerstörung der Zwillingstürme in den USA im Jahr 2001 und aktuell der überraschende und schreckliche Angriff der von den Palästinensern abgelehnten Terrorgruppe Hamas auf den Staat Israel deutlich gemacht.

Das Rätselhafte daran ist, dass diese Demenz immer mit Weisheit einhergeht. Weisheit ist unsere Fähigkeit zu lieben, sich zu kümmern, sich zu verzaubern und sich dem Unendlichen zu öffnen. Wir alle sind ausnahmslos sapiens und demens zugleich, also kluge und demente Menschen.

Das vorherrschende Paradigma unserer Kultur, das auf dem Willen zur Macht und zur Beherrschung beruht, hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich unser kollektiver Wahn kraftvoll manifestieren und durchsetzen kann. Dieser Geist des Krieges ist in der finanzgesteuerten Marktwirtschaft, im Krieg um Weizen, Mais, Autos, Computer, Mobiltelefone, religiöse Gruppen und sogar Forschungszentren präsent.

Auf der anderen Seite hat unsere weise Dimension nie aufgehört, zu jeder Zeit zu erscheinen. Überall auf der Welt füllen sich die Plätze mit Menschenmengen, die nach Frieden und nicht mehr nach Krieg rufen, wann immer die Gefahr eines Konflikts als Mittel zur Lösung von Problemen angesprochen wird. Politische, intellektuelle und religiöse Führer erheben ihre Stimme und fördern die helle und friedliche Seite des Menschen und lassen uns nicht verzweifeln. Jesus, der Heilige Franz von Assisi, M. Gandhi, Luther King Jr., Dom Helder Câmara und andere sind zu Vorbildern für die Bekämpfung von Gewalt und die Förderung des Friedens geworden.

Welche Lösung werden wir für dieses Problem mit den metaphysischen Dimensionen finden? Das wissen wir noch nicht genau.

Der realistischste und weiseste Ausweg scheint derjenige zu sein, der im Friedensgebet des Heiligen Franz von Assisi, des universellen Bruders der Natur, der Tiere, der Berge und der Sterne, zum Ausdruck kommt. In diesem Gebet, das durch die Makro-Ökumene, d.h. durch die Ökumene zwischen den Religionen und Kirchen, weithin bekannt gemacht und zu einem gemeinsamen Glaubensbekenntnis gemacht wurde, finden wir einen erhellenden Schlüssel.

Die Worte des Gebetes verdeutlichen das Bewusstsein der Widersprüchlichkeit des menschlichen Daseins, das aus Liebe und Hass, Weisheit und Dummheit besteht. Es geht von diesem Widerspruch aus, bejaht aber zuversichtlich den positiven Pol mit der Gewissheit, dass er den negativen Pol begrenzen und integrieren wird.

Die Lektion, die hinter dem Gebet des heiligen Franziskus steht, ist folgende: Demenz kann nur durch die Stärkung der Weisheit geheilt werden. Deshalb, mit seinen Worten: “Wo Hass ist, bringe ich Liebe; wo Zwietracht ist, bringe ich Einheit; wo Verzweiflung ist, bringe ich Hoffnung; wo Dunkelheit ist, bringe ich Licht”. Und es ist wichtig, “mehr zu lieben als geliebt zu werden, mehr zu verstehen als verstanden zu werden, mehr zu vergeben als vergeben zu werden, denn im Geben empfängt man, und im Sterben lebt man für das ewige Leben”.

In dieser Weisheit des Einfachen liegt vielleicht das Geheimnis der Überwindung des Willens, der Gewalt und Krieg als Mittel zur Lösung von Konflikten oder zur Durchsetzung der Interessen des einen gegen den anderen will, wie es im aktuellen Krieg zwischen Hamas und Israel geschieht.

Der Weg zum Frieden, so lehrte Gandhi, ist der Frieden selbst.  Nur friedliche Mittel schaffen Frieden. Frieden ist sowohl Ziel als auch Methode, Zweck und Mittel. Hoffen wir, dass dieser Geist am Ende über die brutale Gewalt im aktuellen, zutiefst asymmetrischen Krieg zwischen der kleinen und gewalttätigen Hamas-Gruppe und dem ebenfalls kleinen, aber mächtigen Staat Israel triumphiert.

Leonardo Boff, ist Ökotheologe, Philosoph und Schritsteller. Autor von: A busca da justa medida (I e II), Vozes  2023; A oração de São Francisco:uma mensagem de paz para o mundo atual,Vozes 2014; Fundamentalismo,terrorismo, religião e paz, Vozes 2009.

Irromperam os cavalos do Apocalipse:a guerra Hamas-Israel

Leonardo Boff

Nestes dias de outubro assistimos, espantados, a guerra que explodiu entre o grupo terrorista Hamas, da Palestina e o estado de Israel, atacado de surpresa e o forte revide deste último. Dada a violência empregada,vitimando centenas de pessoas de ambos os lados,especialmente população inocente, pareceria que irrompeu o cavalo do Apocalipse,aquele da guerra destruidora (Apoc 9,13-19).

Os foguetes, ao mísseis, os drones, os tanques, os bombardeiros, os caças, os  as bombas inteligentes e os  próprios soldados, feitos pequenas máquinas de matar, se parecem a figuras saídas das páginas do livro do Apocalipse.

Todos os que viemos de uma visão pacifista do mundo, da ecologia da integração harmônica das oposições, do processo evolucionário, concebido como aberto para formas cada vez mais complexas, altas e ordenadas de relações e mesmo as advertências do Papa Francisco sobre o alarme ecológico, nos perguntamos angustiados: como é possível chegarmos a tais patamares de destruição? Como entender os fenômenos que acompanham o cenário desta guerra, como a invasão de Israel por terroristas do Hamas, matando indiscriminadamente civis, sequestrando pessoas, crianças, idosos e militares, os fake news, a distorção planejada dos fatos e a manipulação das crenças religiosas? Importa não esquecer os muitos anos de dura dominação israelense sobre a região de Gaza e dos palestinos em geral. Isso provocou ressentimento e muito ódio que está na base dos permanentes conflitos na região. Mas tudo isso não cala a pergunta: o que  somos nós, seres humanos, capazes de tanta barbárie?

E  as guerras se transformaram cada vez mais em guerras totais, fazendo mais vítimas entre as populações civis do que entre os combatentes. Max Born, prêmio Nobel de física (1954) denunciou a prevalência da matança de civis na guerra moderna. Na primeira guerra mundial morriam só 5% de civis, na segunda guerra, 50%, na guerra da Coreia e Vietnam 85%. E dados recentes dão conta de que contra o Iraque e a ex-Iugoslávia,na Ucrânia 98% das vítimas são civis. Na presente guerra, entre o grupo Hamas e Israel os dados deverão ser de semelhante proporção,pelo que se deduz das palavras ameaçadores do premier israelense, Binyamin Netanyahu.

Segundo o historiador Alfred Weber, irmão de Max Weber, dos 3.400 anos de história  da humanidade que podemos datar com documentos, 3.166 foram de guerra. Os restantes 234 não foram certamente de paz mas de trégua e de preparação para outra guerra.

Face a esse drama assustador irrompe uma interrogação radical: qual é o sentido do ser, da vida e da história? Com o iluminar esse anti-fenômeno?

Não temos outra categoria para iluminar esse enigma senão reconhecer: é a explosão e a implosão da demência,inscrita no ser  humano assim como o conhecemos. Somos também seres de demência, de excesso, de vontade de dominar, esganar e assassinar. Isso foi amplamente ilustrado nas guerras do século XX que implicaram no morticínio de 200 milhões de pessoas e nos atos espetaculares perpetrados pelo terrorismo e fundamentalismo islâmico como a destruição das Torres Gemini nos EUA em 2001 e atualmente pela surpreendente e terrível ataque do grupo terrorista Hamas (parte rejeitada pelos palestinos) ao estado de Israel.

O enigmático é que essa demência vem sempre junto com a sapiência. A sapiência  é  a nossa capacidade de amar, de cuidar, de se extasiar e de abrir-se ao Infinito. Somos, simultaneamente, todos sem exceção, sapiens e demens, vale dizer, seres humanos sapientes e dementes.

O paradigma dominante de nossa cultura, assentado sobre a vontade de poder e de dominação, criou as condições para que nossa demência coletiva se manifestasse poderosamente e predominasse. Esse espírito de guerra está presente na economia de mercado financeirizada, na guerra do trigo, do milho, dos carros, dos computadores,dos celulares, dos grupos religiosos e até de centros de pesquisa.

Por outro lado, nunca deixou de aparecer, em tempo algum, também nossa dimensão sapiente. Praças do mundo inteiro se enchem de multidões clamando por paz e nunca mais a guerra, sempre que a ameaça de conflito é suscitada, como forma de resolução de problemas. Líderes políticos, intelectuais e religiosos, erguem sua voz e alimentam o lado luminoso e pacífico dos seres humanos e não nos deixam desesperar. Jesus,São Francisco de Assis, M. Gandhi, Luther King Jr, Dom Helder Câmara, entre outros se transformarem em referências da anti-violência e paladinos da paz.

Que saída encontraremos para esse  problema com dimensões metafísicas? Até hoje não sabemos exatamente.

A saída mais realista e mais sábia parece ser aquela,  expressa na oração da Paz de São  Francisco de Assis, o irmão universal, da natureza,dos animais, das montanhas e das estrelas. Nessa oração, amplamente divulgada e feita credo comum pelo macroecumenismo, vale dizer, pelo ecumenismo entre as religiões e as igrejas, encontramos uma chave iluminadora.

Os termos da oração deixam claro a consciência  do caráter contraditório da condição humana, feita de amor e de ódio, de sapiência e de demência. Parte-se desta contradição, mas se afirma confiadamente o polo positivo com a certeza de que ele irá limitar e integrar o polo negativo.

A lição, subjacente à oração de São Francisco, é essa: não se cura a demência senão reforçando a sapiência. Por isso, em suas palavras: “onde houver ódio, que eu eu leve o amor; onde houver discórdia que eu leve a união; onde houver desespero, que eu leve a esperança; onde houver trevas, que eu leve a luz”. E importa mais “amar que ser amado, mais compreender que ser compreendido, perdoar mais que ser perdoado, pois é dando que se recebe e é morrendo que se vive para a vida eterna”.

Nessa sabedoria dos simples se encontra, quiçá, o segredo  da superação das vontades que querem a violência e a guerra como forma de resolver conflitos ou de fazer valer os interesses de uns contra os outros, como está ocorrendo na atual guerra Hamas-Israel.

O caminho da paz, ensinava Gandhi, é a própria paz.  Só meios pacíficos produzem a paz. A paz é, a um tempo, meta e método, fim e meio. Oxalá esse espírito acabe triunfando sobre a violência brutal na presente guerra,profundamente assimétrica, entre o pequeno e violento grupo Hamas e o também pequeno mas poderoso   estado de Israel.

Leonardo Boff escreveu: A busca da justa medida (I e II), Vozes  2023; A oração de São Francisco:uma mensagem de paz para o mundo atual,Vozes 2014; Fundamentalismo,terrorismo, religião e paz, Vozes 2009.

Membros participantes das grandes religiões no mundo atual:muçulmanos são maioria

O prof.dr Fernando Altenmeyer Jr, professor na PUC-SP é seguramente o maior pesquisador no Brasil de assuntos ligados à Igreja Católica, às religiões, às ordens religiosas, e assuntos assemelhados, sempre com estatísticas tiradas das melhores fontes. Aqui nos oferece um panorama de como mundialmente se encontram as religiões. Note-se que os muçulmanos sunitas ultrapassam os cristãos; constituem 20% da humanidade com 1,5 bilhão de seguidores enquanto os católicos ocidentais e orientais constituem 17% da humanidade com 1,3 bilhões de professantes. Agradecemos a esse persistente pesquisador e colega na teologia comprometida com os injustiçados, por seu trabalho indispensável para se ter uma visão objetiva de como andam as religiões. No fundo, constatamos que a humanidade é fundamentalmente religiosa, enquanto a secularização é antes um fenômeno ocidental e limitado, sendo cada vez mais questionado por sociólogos, historiadores e pelos próprios teólogos ecumênicos. LBoff

  • Muçulmanos sunitas (20% da humanidade), ou seja, 1,5 bilhão de seguidores. 
  • Católicos ocidentais e orientais somam todos 1,3 bilhão de fiéis, ou seja, 59% dos cristãos e representam 17% da humanidade. 
  • Hinduístas somam 1,1 bilhão de membros, ou seja, 15% da humanidade. 
  • Budistas (7,1% da população mundial), ou seja, 525 milhões de adeptos.  
  • Protestantes: 500 milhões de membros, 6,7% da população mundial e, 22% dos cristãos em mais de 300 grandes confissões e cerca de 20 mil pequenas igrejas autóctones particularmente presentes na África e na América Latina. Das igrejas pentecostais contamos 150 milhões, metodistas 70 milhões, luteranos 65 milhões e reformados 30 milhões, Congregacionais 3 milhões. Há ainda valdenses (45 mil), morávios (800 mil) e dezenas de igrejas livres com 250 milhões de membros. Podemos dizer que existam 30 grandes famílias confessionais e centenas de ramificações no mundo evangélico protestante.  
  • Religiões tradicionais africanas, asiáticas e americanas – RTA (6% da pop. mundial), somando 400 milhões de adeptos.  
  • Ortodoxos 300 milhões, ou 4% da população mundial, em 15 Igrejas ou acefalias, somando 13,6% dos cristãos. 
  • Xiitas muçulmanos são estimados em 170 milhões, um décimo de todos os muçulmanos. São a maioria no Irã, Iraque, Bahrein, Azerbaijão e Iêmen. 
  • Anglicanos 85 milhões em igrejas autônomas com o primaz de Canterbury na Inglaterra, articulados por três ramos internos na Comunhão anglicana: High Church, Low Church e Broad Church.  
  • Grupos autônomos somam 3% dos cristãos, entre eles Mórmons com 10 milhões, Ciência Cristã e Testemunhas de Jeová (14 milhões), adventistas de sétimo dia com 12 milhões. Há também Batistas (35 milhões), Exército da Salvação (4 milhões), Amigos do Homem (110 mil), Quakers (500 mil), Menonitas (1,5 milhão), Milenaristas, Ciência Crista (1,5 milhão) Armênios gregorianos (5 milhões), Arminianos (40 mil), veterocatólicos (90 mil), nestorianos (170 mil) e mandeanos no Iraque e Irã (31 mil) . Na República Democrática do Congo há a denominação kimbanguista com quatro milhões de simpatizantes.  
  • Novas religiões orientais do Japão, Coreia do Sul e China (0,8% da população mundial). Particularmente destacamos a Perfect Liberty, Messiânica, Tenrikio, Seicho-no-ie, Caodaistas, Seita Moon (850 mil) e grupos budistas sincréticos. 
  • Judeus (0,2%), ou seja, de 14 a 20 milhões de membros. 
  • Sikhs – 16 milhões essencialmente presentes na India e Grã-Bretanha.    
  • 10 milhões de muçulmanos de diversas denominações: Karijitas (1,1 milhão), drusos (500 mil), yezidis (450 mil), sufis, alaouitas ou nusayris (1 milhão), ahmadis ou qakiyanis, com 4,5 milhões. 
  • Seguidores da Fé Bahaí são estimados em 7,3 milhões em 2010 espalhados em 218 países do planeta.  
  • Espiritismo com cinco milhões de seguidores, na maioria, brasileiros. 
  • Samaritanos presentes em Holon, Israel e Naplouse, na Cisjordania somam 500 pessoas.

Como enfrentar o novo regime climático da Terra?

Leonardo Boff

Ultimamente muitos me tem perguntado pelas razões de tantos eventos extremos que estão ocorrendo por todo o planeta: por que tantos tufões, ciclones, enchentes, nevascas, secas prolongadas e ondas de calor com cerca de 40C ou mais, seja na Europa e mesmo em grande parte de nosso país? Até alguns anos atrás os grandes centros científicos e mesmo o Painel Intergovernamental sobre Mudanças Climáticas (IPCC) não tinham certeza sobre seu caráter, se era algo natural ou consequência da atividade humana. Lentamente a frequência dos eventos extremos  foi crescendo até a ciência reconhecer que se tratava de um fato antropogênico, quer dizer, resultado da ação humana devastadora da natureza.

Alguns cientistas projetaram a hipótese que depois se confirmou como teoria (verdade em ciência enquanto não for refutada) de que uma nova era geológica havia se instaurado. Chamaram-na com razão de antropoceno que seguiu o holoceno de onde vínhamos já há mais de dez mil anos. Significa que o meteoro rasante que destrói a natureza e compromete o equilíbrio do planeta é o ser humano,especialmente, o processo produtivo explorador.Hoje esta compreensão se naturalizou nos discursos científicos e também no meios de comunicação.

Alguns biólogos vendo o extermínio de espécies vivas em razão da mudança climática começaram a falar do necroceno vale dizer, da morte (necro em grego), em grande escala, de vidas; seria um subcapítulo do antropoceno.A situação tornou-se muito mais grave com a irrupção de grandes incêndios em muitas regiões do planeta, inclusive naquelas que se imaginava as mais únidas como a Amazônia e a Sibéria. Para tal evento, extremamente perigoso para a continuidade da vida na Terra, criou-se a expressão piroceno (em grego piros é fogo).

Estaríamos neste momento no interior de várias manifestações de desequilíbrios no sistema-Terra e no sistema-Vida que nos obrigam a a  colocar a pergunta: como será daqui por diante o curso de nossa história? A não se fazer mudanças corajosas e seguir pelo caminho percorrido até o momento, poderemos conhecer  verdadeiras tragédias ecológico-sociais. António Guterrez, secretário geral da ONU tem usado expressões duras, afirmando: “ou reduziremos drasticamente a emisssão de gases de efeito estufa ou iremos ao encontro de um suicídio coletivo. Mais direto foi ainda o Papa Francisco, na encíclica Fratelli tutti: “estamos no mesmo barco,ou nos salvamos todos ou ninguém se salvará”(n.32).

O fato é que a Terra não é mais a mesma. O sistema de sua auto-sustentação em todas as esferas que compõe um planeta vivo, Grande Mãe ou Gaia, corre risco de entrar em colapso Os que anualmente calculam a Sobrecarga da Terra (The Earth Overshoot),  vale dizer, a redução crescente dos elementos mantenedores da vida, ocorreu  neste ano no dia 2 de agosto.Eles nos advertem, que  não podemos chegar a novembro porque aí todo o sistema planetário entraria em colapso.

Se tudo mudou, nós que somos parte  da Terra ou, mais corretamente,aquela porção consciente dela, também teremos que mudar  e incorporar aquelas adaptações que nos permitirão continuar sobre este planeta. Em que se basear para esta adaptação?

Seguramente a tecno-ciência é indispensável. Mas nela não se encontra a solução. Ela se ocupa com os meios. Mas meios para que fins? Estes fins constituem  aquele conjunto de princípios e valores que fundam uma sociedade humana e permitem um convivência minimamente pacífica, pois, largados aos seus próprios impulsos,os seres humanos podem se entre-devorar (superação da barbárie).

A fonte destes valores e princípios não se encontram em utopias conhecidas e superadas, em ideologias ou religiões. Para serem humanos, tais valores e princípios devem ser buscados na própria existência humana,quando observada com atenção e profundidade.

O primeiro dado:pertence ao DNA do ser humano como o mostrou um dos decifradores do genoma humano (J.Watson, DNA:o segredo da vida, 1953) o amor social. Por causa dele nos sentimos parentes com todos os portadores deste código, também nos seres vivos da natureza. Este amor social funda uma fraternidade sem fronteiras,constituindo a comunidade biótica e a sociabilidade humana. O cuidado essencial: desde a mais alta antiguidade  (a fábula 22 de Higino do tempo de César Augusto)  foi visto como a essência do ser humano e de todo e qualquer vivente. Se não for cuidado,garantido-lhe os nutrientes necessários, fenece e morre. A isso pertence manter as florestas em pé e reflorestar as áreas devastadas. Está também em nosso DNA o sentido da interdependência entre todos. Todos estamos dentro de uma rede de relações e nada existe e subsiste fora deste complexo de relações Ele constitui a matriz relacional, perdida no modo de produção capitalista que privilegia a competição e não a cooperação e dá  a centralidade ao indivíduo, apartado de sua relação para com a natureza. Cabe também ao nosso substrato humano, a percepção da corresponsabilidade coletiva e universal, pois, ou todos se unem e se salvam ou se dilacera a realidade com o risco de tragédias ecológico-sociais sem fim. Esse senso de corresponsabilidade coletiva sustenta o projeto social mais promissor, capaz de salvaguardar a vida que ganhou forma no ecosocialismo (cf. Michael Löwy). Seria a humanidade junto com a comunidade de vida vivendo dentro da mesma Casa Comum de forma colaborativa e acolhedora das diferenças. Dentro desta Casa Comum coexistem os vários mundos culturais com seus valores e e tradições, como o mundo cultural chinês, indiano, europeu,americano e dos povos originários  entre outros. A  espiritualidade pertence também à existência humana originária que se compõe pela valorização da vida, pela compaixão pelos mais fracos, pelo cuidado por  tudo o que existe e vive e pela total abertura ao infinito, já que somos um projeto de infinitas possibilidades a serem realizadas.Esta espiritualidade não se identifica com a religião, embora esta nasça da espiritualidade,mas nos valores acima referidos.

Para alcançar essa forma de habitar a Terra, os humanos deverão reunciar a muitas coisas, especialmente ao individualismo, ao consumismo,à busca insaciável de bens materiais e de poder sobre outros. São adaptações obrigatórias, se decidirmos continuar neste pequeno e belo planeta  ou então enfrentaremos o conjunto das crise acima referidas que poderão, no seu termo, liquidar com a espécie humana.

Nesse sentido podemos falar de uma recriação do ser humano que se adaptou à nova fase da Terra aquecida e equilibrada num nível mais alto de aquecimento (entre 38-40C?). Ela colocará a vida em seu centro e tudo o mais a serviço dela. Como já foi dito, será a Terra da Boa Esperança, finalmente, a antecipação do mito dos povos originários: a Terra sem Males.

Leonardo Boff é ecoteólogo e escreveu: Dignitas Terra: ecologa, grito da Terra-grito do pobre 1999; O doloroso parto da Mãe Terra: uma sociedade de fraternidade sem fronteiras e de amizade social, Vozes, 2021: Habitar a Terra:qual o caminho para a fraternidade universal, Vozes 2022.