Gastfreundschaft: Gegen Trumps Ausweisung von Einwanderern aus den USA

LeonardoBoff

Die Gewalt, mit der Donald Trumps Regierung gegen Einwanderer vorgeht, die keine Papiere haben, und sie auf den Straßen, in Schulen, Fabriken und sogar Kirchen jagt, lässt uns über Gastfreundschaft nachdenken. Die Erde ist das Gemeingut der Menschheit. Prinzipiell sollte sich jeder Mensch frei auf ihr bewegen können und das Recht haben, von seinen Mitmenschen aufgenommen zu werden. Diese wiederum haben die Pflicht, andere aufzunehmen, denn alle sind gleichberechtigt und Bürger desselben gemeinsamen Zuhauses. Doch die Realität sieht anders aus.

Wir greifen auf einen der schönsten Mythen der griechischen Kultur zurück, der von dem römischen Dichter Ovid (43-37 n. Chr.) in seinen Metamorphosen an die Nachwelt überliefert wurde und die hohe Tugend der Gastfreundschaft preist.

„Es war einmal Jupiter, der Vater und Schöpfer von Himmel und Erde, und sein Sohn Hermes, das Prinzip aller Kommunikation – von dem sich das Wort Hermeneutik ableitet –, die beschlossen, sich als arme Leute zu verkleiden. Sie wollten in die Welt der Sterblichen kommen, um zu sehen, wie die Schöpfung, die sie in Gang gesetzt hatten, voranschritt. Jupiter legte all seinen Ruhm ab, und Hermes entledigte sich seiner beiden Flügel, seines größten Symbols.“

Sie durchquerten viele Länder und begegneten vielen Menschen. Sie baten den einen und den anderen um Hilfe. Niemand reichte ihnen die Hand. Sie wurden misshandelt und beschimpft. Mehrmals wurden sie gewaltsam von ihren Häusern vertrieben. Viele beachteten sie nicht einmal. Das schmerzte sie am meisten: nicht einmal angesehen zu werden, als wären sie räudige Hunde. Deshalb litten sie Hunger und Entbehrungen aller Art.

Nachdem sie sich von allen zurückgewiesen fühlten, wünschten sie sich nichts sehnlicher als frisches Wasser zum Trinken, eine warme Mahlzeit, warmes Wasser für ihre Füße und ein Bett zum Ausruhen. Sie träumten von einem Mindestmaß an Gastfreundschaft!

Eines Tages kamen sie nach Phrygien, eine der abgelegensten und ärmsten Provinzen des Römischen Reiches, ein Ort, an den Rebellen und Verbrecher verbannt wurden. Dort lebte ein sehr armes Ehepaar. Sein Name war Philemon, auf Griechisch „freundlich und gütig“, und ihrer, Baucis, „zart und sanft“.

Auf einer kleinen Anhöhe bauten sie ihre Hütte, rustikal, aber sehr sauber. Dort verbanden sie noch als junge Menschen ihre Herzen. Die intensive Liebe machte das Leid leicht. Sie lebten in großem Frieden und Harmonie, denn einer half immer dem anderen. Wer befahl, war auch derjenige, der gehorchte. Sie waren schon alt, müde von der Arbeit und den Tagen.

Da kamen Jupiter und Hermes, als arme Sterbliche verkleidet, zu der Hütte. Sie klopften an die Tür. Wie groß war ihre Überraschung, als der gute alte Philemon lächelnd an der Tür erschien und ohne groß nachzudenken sofort sagte:

Fremde, ihr müsst sehr müde und hungrig sein. Kommt, tretet ein in unser Haus. Es ist bescheiden, aber bereit, euch zu beherbergen.

Die Unsterblichen mussten sich bücken, um hineinzukommen. Im Inneren spürten sie die wohlwollende Ausstrahlung der Gastfreundschaft. Baucis, die „zarte und liebevolle“, beeilte sich, ihnen zwei Stühle anzubieten, eigentlich zwei rustikale Holzhocker. Und sie holte frisches Wasser aus der Quelle hinter der Hütte.

Philemon wiederum begann, das fast erloschene Feuer wieder anzufachen. Er nahm dünne Zweige und größere Holzstücke, legte sie auf die glühenden Kohlen und stellte den Topf mit Wasser darauf, um es zu erhitzen. Schon bald war das Wasser lauwarm.

Báucis begann mit ihrer geflickten Schürze, Jupiter und Hermes die Füße zu waschen, indem sie ihnen warmes Wasser über die Beine bis knapp unterhalb der Knie goss, damit sie sich wirklich entspannen konnten.

Philemon ging in den Garten hinter der Hütte und pflückte einige Blätter und Gemüse, während Baucis das letzte Stück Speck, das noch übrig war, von einem Stock holte, an dem es aufgehängt war. Sie dachten sogar daran, den einzigen Hahn zu opfern, den sie hatten, der die arme Hütte bewachte. Aber die Unsterblichen hinderten sie entschlossen daran. Ihre Augen füllten sich jedoch mit Tränen.

In einem alten Tontopf kochten sie das Gemüse mit Speck. Ein köstlicher Duft nach hausgemachtem Essen verbreitete sich in der Hütte. 

Báucis nahm etwas von dem trüben, dickflüssigen Öl, das sie selbst herstellten, und goss es über die Suppe. Große Öltropfen schwammen auf der Oberfläche. Nachdem sie den Topf vom Herd genommen hatte, nahm sie einige Eier und legte sie unter die heiße Asche. Philemon erinnerte sich an den Wein, der in einem staubigen Gefäß in der Ecke des Hauses stand und als Medizin aufbewahrt wurde.  Es waren noch ein paar Brotreste vom Vortag übrig. Sie erwärmten sie auf dem Rand des Herdes.

Die Gastfreundschaft und die wohltuende Atmosphäre des Ortes ließen die Wartezeit vergessen. Und plötzlich stand alles auf sauberen Tellern auf dem Tisch.

„Liebe Gäste, lasst uns essen, denn ihr habt es euch nach all den Strapazen verdient. Verzeiht bitte die Einfachheit und die Bescheidenheit der Küche.“

Und um sie nicht in Verlegenheit zu bringen, setzten sich Baucis und Philemon, obwohl sie bereits gegessen hatten, ebenfalls an den Tisch, um mit ihnen zu speisen.

Dann standen Baucis und Philemon auf, holten Nüsse, getrocknete Feigen und Datteln aus einer Truhe, die als Ablage für Teller und Kerzen diente, und servierten sie als Nachtisch.

Schließlich boten die beiden alten Leute ihnen ihr eigenes Bett an, das einzige, das es in der Hütte gab, damit sie schlafen konnten. Gemeinsam machten sie sich daran, es herzurichten. Sie legten saubere, wenn auch sichtbar abgenutzte Laken darauf.  Über das Bett breiteten sie einen alten Teppich aus, den sie für Feste aufbewahrten. Jupiter und Hermes konnten ihre Rührung kaum zurückhalten. Tränen traten ihnen in die Augen.

Aufgefordert, sich zurückzuziehen, begaben sich Jupiter und Hermes zu Bett. Da kam plötzlich ein großer und unerwarteter Sturm auf. Blitze und Donner erhellten die Hütte und hallten durch das Tal. In einem Augenblick stieg das Wasser und bedrohte Menschen und Tiere.

Nachdem sie sich bei den Besuchern entschuldigt hatten, eilten Baucis und Philemon davon, um ihren Nachbarn zu helfen.

Da geschah die große Verwandlung. Plötzlich legte sich der Sturm. Und im Nu war die Hütte in einen strahlenden Marmortempel verwandelt. Ionische Säulen schmückten den Eingang. Die goldene Decke leuchtete wie die Sonne, die gerade aus den Wolken hervorgekommen war. Jupiter und Hermes zeigten endlich, wer sie waren: Götter in der vollen Pracht ihrer Herrlichkeit.

Philemon und Baucis waren erstaunt, voller Freude und zugleich voller ehrfürchtiger Bewunderung. Sie knieten nieder und neigten anbetend ihre Häupter zur Erde.

Jupiter, Herr des Himmels und der Erde, der Sonne und der Winde, sprach, nachdem er den Sturm gestillt hatte, gütig:

-„Freundlicher und liebenswürdiger“ Philemon, „zarte und sanfte“ Baucis, wünscht euch etwas, das ich, Jupiter, euch aus Dankbarkeit erfüllen möchte.

Baucis beugte sich zu Philemon hinüber und legte ihren grauen Kopf auf seine Brust.  Und als hätten sie es vorher abgesprochen, sagten sie unisono:

-Es ist unser Wunsch, euch in diesem Tempel für den Rest unseres Lebens zu dienen.

Und Hermes fügte hinzu:

Ich möchte euch außerdem bitten, mir als Dankeschön für eure Gastfreundschaft eine Bitte mitzuteilen.

Und sie flüsterten erneut, als hätten sie sich abgesprochen, gemeinsam:

– Nach so langer Liebe und Harmonie möchten wir gemeinsam sterben. So müssten wir uns nicht um das Grab des anderen kümmern.

Ihre Wünsche wurden erhört und ihnen wurde versprochen, dass sie erfüllt werden.

Tatsächlich dienten Philemon und Baucis, das gastfreundliche Ehepaar, viele Jahre lang im Tempel, solange sie lebten.

Eines Tages, als sie am späten Nachmittag im Atrium saßen, erinnerten sie sich an die Geschichte des Ortes und daran, wie sie, ohne es zu wissen, die Götter in ihrer Hütte beherbergt hatten. In diesem Augenblick sah Philemon, dass Baucis’ Körper von Kopf bis Fuß mit Zweigen und Blüten bedeckt war. Und auch Baucis sah, dass Philemons Körper ganz von grünem Laub bedeckt war. Sie konnten kaum noch stammeln, wie sie sich endgültig verabschiedeten, denn die große Verwandlung war vollendet: Philemon war zu einer riesigen Eiche geworden und Baucis zu einer belaubten Linde. Ihre Kronen und Zweige verschlungen sich über ihnen. Und so blieben sie, ineinander verschlungen, für immer vereint.“

Wer durch die Region Phrygien, die heutige Türkei, reist, hört noch heute diese fantastische Geschichte, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Man sieht die beiden jahrhundertealten Bäume Seite an Seite, deren Kronen und Äste ineinander verschlungen sind. Man erinnert sich an die Liebe von Philemon und Baucis, diesem gastfreundlichen Paar, und an die Wandlung, die sie aufgrund ihrer Gastfreundschaft durchmachten.

Und die Ältesten wiederholen diese Lehre bis heute: Wer den Pilger, den Fremden, den Migranten, den Flüchtling und den Armen aufnimmt, nimmt Gott anonym auf.

Leonardo Boff schreibt für das LIBERTA-Magazin von ICL. (https://www.revistaliberta.com.br); ebenfalls Autor von Tugenden für eine bessere Welt, Butzon & Bercker2009 (Webseite: http://www.leonardoboff.org)

Il fallimento etico e morale dell’umanità

Leonardo Boff

La nostra origine è in Africa. Ecco perché siamo tutti africani. La Rift Valley, visibile dalla Luna, con un’estensione di 3 mila km. dal nord della Siria al centro del Mozambico, è una zona privilegiata. In questa valle si è verificata una grande divisione: da un lato a settentrione restarono le foreste in cui vivevano i nostri antenati antropoidi e, in seguito, le scimmie superiori come i gorilla e gli orango-tanghi, che avevano abbondanza di cibo. Non avevano bisogno di evolversi per sopravvivere.

Alcuni rimasero nella parte inferiore della Rift Valley, che divenne una specie di savana. I nostri antenati in questa “zona arida” si evolsero nel corpo, iniziarono a camminare eretti e nel loro cervello con più sinapsi dei loro neuroni, si propiziò un processo di pensiero iniziale, nell’ansia di cercare ciò che era necessario per la sopravvivenza. Ecologicamente la vita nella savana non è così abbondante di risorse come in altre bioregioni. Nel 1974, nel deserto di Afar, in Etiopia, fu scoperto un fossile abbastanza completo, risalente a 3,18 milioni di anni fa. Sembrava appartenere a una donna. Per questo motivo, le fu dato il nome di “Lucy”, un nome tratto dalla canzone dei Beatles “Lucy in the Sky with Diamonds”.

In conclusione, la bio-antropologia ha chiarito che noi esseri umani deriviamo da un antenato comune. Non si trattava di una scimmia antropomorfa, come comunemente si pensa, ma di un primate primitivo che si è ramificato: da un lato, ha dato origine alle grandi scimmie antropomorfe menzionate sopra, e dall’altro, alle varie fasi dell’essere umano, come l’homo habilis, poi l’homo erectus e, infine, l’homo sapiens, da cui noi abbiamo origine.

Il grande cambiamento iniziò con l’homo habilis, più di 2 milioni di anni fa. Lui utilizzava già strumenti come pietre appuntite, bastoni affilati e ossa spesse con cui interveniva sulla natura e facilitava la caccia agli animali. Ma questo intervento non era ancora distruttivo.

A distanza di centinaia di anni emerse l’homo erectus, già bipede e dotato di strumenti più potenti al punto da cacciare, in gruppi coordinati, bovini e persino elefanti. Utilizzò per la prima volta il fuoco, inaugurando una vera e propria rivoluzione culturale, passando dal cibo crudo a quello cotto, come fu studiato dall’antropologo Claude Lévi-Strauss. L’intervento sulla natura aumentò, raggiungendo animali maggiori, come i grandi bradipi.

Dopo essere rimasti in Africa per millenni, migrando da un luogo all’altro, ma sempre all’interno del continente africano, iniziò la grande migrazione dell’homo erectus.

Emigrò in Eurasia, in Asia centrale, raggiungendo l’India, la Cina fino l’Australia. Più tardi i loro discendenti, l’homo sapiens, arrivarono nelle Americhe intorno a 20 mila anni fa, occupando così l’intero pianeta.

Dall’homo erectus emigrante, arriviamo all’homo sapiens di 100 mila anni fa. Lui ha introdotto da 10 mila anni, forse la maggiore rivoluzione realizzata della storia, l’unica che divenne universale, le cui conseguenze perdurano e si sono approfondite fino ai giorni nostri. È la rivoluzione del neolitico. Gli esseri umani divennero sedentari: crearono villaggi e città. La grande invenzione fu l’agricoltura e l’irrigazione, soprattutto lungo i grandi fiumi, Tigri, Eufrate, Nilo e Indo.

Con l’agricoltura, si formò un surplus di mezzi di sussistenza. Inizia in quel momento il suo processo di violenza e aggressione, non solo contro la natura, come era avvenuto in modo crescente fino a quella data, ma anche contro gli altri esseri umani. La produzione agricola produsse eccedenze in buona quantità. Questo rese possibile la guerra, poiché vi erano riserve per nutrire i soldati. Fu in questo momento che lo storico Arnold Toynbee, nella sua immensa opera “A Study of History“, vide l’emergere di un fenomeno che non è mai scomparso dalla faccia della Terra: la guerra. Iniziò il vero “abominio della desolazione”, come biblicamente si descrive il livello di distruttività umana.

Ma la violenza sistematica contro gli altri esseri umani e la natura ha raggiunto dimensioni mai viste prima con il processo di colonizzazione e schiavitù dell’Africa e dell’America Latina e di altre regioni, a partire dall’Europa. Milioni di persone furono sacrificate. Solo nelle Americhe, 61 milioni, nell’arco di un secolo e mezzo. Fu il più grande olocausto della storia. Ci furono veri e propri genocidi, attualizzati ai giorni nostri, come quello della Striscia di Gaza contro i palestinesi. L’avvento dell’industrializzazione moderna fino ad oggi, con le forme più sofisticate di dominio sulle persone e la depredazione di praticamente tutti gli ecosistemi, utilizzando l’intelligenza artificiale, ha portato al culmine dell’uso della violenza. Fino a creare il principio di autodistruzione con ogni tipo di armi mortali.

Dobbiamo riconoscere che, grazie alle scienze e alle tecniche moderne, il benessere umano è cresciuto prodigiosamente. Hanno reso la vita più confortevole e più longeva, sebbene gran parte dell’umanità sia condannata all’esclusione da questi benefici. Indubbiamente, ci sono stati progressi in tutti gli ambiti: nella salute, nell’educazione, nella mobilità e in mille altre invenzioni. Ma non dovremmo vantarci più di tanto, visto che, come ha osservato il genetista francese André Langaney (*1942), le alghe e le farfalle hanno sviluppato il loro DNA più di noi. In termini di massa, i lombrichi ne possiedono più di tutta l’umanità.

Nonostante questo sviluppo culturale, in termini morali (modi di organizzare la vita) ed etici (i principi che guidano la vita), siamo ancora nella preistoria. Ci ha accompagnato sempre la malvagità, la crudeltà, la menzogna ​​intenzionale e la mancanza di empatia, come verifichiamo ai nostri giorni. Gli scandali di pedofilia e gli indicibili abusi su bambine, attestati nei dossier Epstein, che coinvolgono il presidente Trump e altri, testimoniano il livello di degrado morale ed etico.

Siamo gli ultimi esseri dotati di intelligenza riflessa a entrare nel processo evolutivo. Siamo nell’ultimo minuto prima di mezzanotte, se riduciamo l’età dell’universo (13,7 miliardi di anni) a un anno solare. Sarà che ancora abbiamo una possibilità di far prevalere la bontà sulla brutalità, la cura sulla distruttività del nostro modo di vivere? Un insano mentale come il presidente Donald Trump minaccia di usare il suo potere militare per sottomettere tutti i paesi, con il rischio di eliminare la vita umana attraverso una guerra nucleare. Oppure, attraverso la sua sfrenata volontà di potere distruttivo, sarebbe lui, il nemico della vita, il rappresentante dell’Anticristo, che porrebbe fine alla saga umana? La Terra continuerà a ruotare attorno al sole per millenni, ma senza di noi o solo con i trilioni e trilioni di microrganismi nel sottosuolo che sopravviveranno. Il destino è nelle nostre decisioni, nelle nostre mani. Come possiamo salvare noi stessi e la vita facendo dell’amore, della cura e dell’empatia gli assi strutturali di un nuovo tipo di civiltà? Senza questo, non avremo futuro.

Leonardo Boff è un ecoteologo, filosofo e scrittore. Scrive per la rivista LIBERTA dell’Instituto Conhecimento Liberta (ICL: https://www.revistaliberta.com.br) e sul suo sito web: http://www.leonardoboff.org

Ha pubblicato recentemente il libro: “A nova visão do universo: de onde viemos?, Animus-Anima, Petrópolis 2025

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

O fracasso ético e moral da humanidade

Leonardo Boff

Nossa origem se encontra na África. Por isso somos todos africanos. O Vale do Rift que pode ser visto da Lua, com a extensão de  3 mil km, começando no norte da Síria e chegando ao centro de Moçambique é uma zona privilegiada. Nesse Vale se produziu uma grande divisão: de um lado,mais alto, ficaram as florestas nas quais nossos antepassados antropoides  e depois os símios  superiores como os gorilas e orangotangos viviam e tinham abundância de alimentos. Não precisavam evoluir para sobreviver.

Alguns ficaram na parte rebaixada do Vale do Rift tornada uma espécie de savana. Nossos ancestrais neste “nordeste seco” evoluíram em seu corpo, começaram a andar em pé e em seu cérebro com mais sinapses de seus neurônios, propiciando um pensamento inicial, no afã de buscar o necessário para a sobrevivência. Ecologicamente a vida  na savana não é tão abundante em meios de vida quanto as demais bio-regiões. Em 1974 descobriu-se um fóssil bastante completo,  no deserto de Afar na Etiópia, datado de 3,18 milhões de anos. Parecia ser  de uma mulher. Por isso, foi chamada de “Lucy”, nome tirado de uma canção dos Beatles “Lucy in the Sky with Daimonds”.

         Concluindo: a bio-antropologia deixou claro que nós, seres humanos, derivamos de um ancestral comum. Não era um macaco como comumente se pensa, mas um primata primitivo que se bifurcou: por um lado deu origem aos grandes símios, acima referidos, e por outro as várias fases do ser humano,como o homo habilis, depois o homo erectus e, por fim, o homo sapiens, donde nós procedemos

A grande mudança começou com o homo habilis há mais de 2 milhões de anos. Ele já utilizava instrumentos como pedras pontiagudas, paus aguçados e ossos grossos com os quais intervinha na natureza e facilitava a caça de animais. Mas essa intervenção não era ainda destrutiva.

         Com a diferença de centenas de anos, surgiu o homo erectus, já bípede que utilizava instrumentos mais potentes a ponto de, em grupos coordenados, caçar bovinos e até elefantes. Usou pela primeira vez  o fogo introduzindo uma verdadeira revolução cultural passando do cru para o cozido, como foi estudado pelo antropólogo Claude Levy Strauss. Cresceu a intervenção na natureza atingindo animais maiores, como as grandes preguiças.

Depois de ter permanecido por milênios na África, migrando de um lugar ao outro,mas sempre dentro do continente africano, começou a grande migração do  homo erectus.Emigrou para a Eurásia, para a Ásia Central, chegando à Índia, à China até a Austrália. Mais tarde os seus descendentes o homo sapiens chegaram às Américas por volta de 20 mil  anos atrás e assim ocupar todo  o planeta.

Do emigrante  homo erectus chegamos ao homo sapiens de 100 mil anos atrás. Este introduziu há  10 mil anos talvez a maior revolução na história já realizada, a única universalizada, cujas consequências perduram e se aprofundaram até os dias atuais. É a revolução do neolítico. Os seres humanos ficaram sedentários: criaram vilas e cidades. A grande invenção foi a agricultura e a irrigação, especialmente junto aos grandes rios, Tigre, Eufrates, Nilo e Indo.

         Com a agricultura formou-se  um superavit de meios de vida.  Agora começa seu processo de violência e  agressão, não só contra a natureza como vinha fazendo crescentemente até esta data, mas  contra outros seres humanos. A produção agrícola produziu excedentes em boa quantidade. Isso possibilitou a guerra, pois havia reservas para alimentar os soldados. Foi nesse momento em que o historiador Arnold Toynbee em sua imensa obra  A Study of History viu o surgimento do fenômeno que jamais desapareceu da face da Terra: a guerra. Começou a verdadeira “abominação da desolação” como biblicamente se descreve o nível da destrutividade humana.

Mas a sistemática violência contra outros seres humanos e a natureza ganhou dimensões nunca vistas antes com o processo de colonização e escravização de África e da América Latina e de outras regiões a partir da Europa. Milhões foram sacrificados.Só nas Américas 61 milhões no espaço de um século e meio. Foi o maior holocausto da história. Houve verdadeiros genocídios,atualizados nos dias atuais,como aquele da Faixa de Gaza contra os palestinos. A inauguração da industrialização moderna até a presente data com as formas mais sofisticadas de dominação de pessoas e da depredação de praticamente todos os ecossistemas, utilizando a IA, propiciou o auge do uso da violência. Até criarmos o princípio de autodestruição com todo tipo de armas letais.

Devemos reconhecer que graças às ciências e às técnicas modernas o bem estar humano cresceu prodigiosamente.Tornou a vida mais cômoda e mais longeva,embora grande parte da humanidade seja condenada à exclusão desses benefícios.Indubitavelmente houve um progresso em todos os âmbitos,na saúde, da educação, na mobilidade e outras mil invenções. Mas não devemos nos orgulhar, pois como observou o geneticista francês André Langaney(*1942) as algas e as borboletas desenvolvera mais o DNA que nós. Em termos de massa, os vermes da terra a possuem mais do que toda a humanidade.

         Não obstante este desenvolvimento cultural,em termos morais (modos de organizar a vida) e éticos (os princípios que orientam a vida) estamos ainda na pré-história. Acompanhou-nos sempre  a maldade, a crueldade, a mentira intencionada e a falta de empatia como verificamos em nossos dias.Os escândalos de pedofilia e se abusos inomináveis a jovens meninas, atestados nos arquivos de J.Epstein,envolvendo o presidente Trump e outros nos testemunham o nível da degradação moral e ética a que chegamos.

Somos os últimos dos seres portadores de inteligência reflexa a entrar no processo da evolução. No derradeiro minuto antes da meia-noite, se reduzirmos a idade do universo (13,7 bilhões de anos) ao calendário de um ano.Será que ainda temos a chance de fazer predominar a bondade sobre a brutalidade, o cuidado sobre a destrutividade de nosso modo de viver? Um insano como o Presidente Donald Trump ameaça usar seu poder militar para submeter todos os países, com o risco de eliminar por uma guerra nuclear, a vida humana.Ou por sua incontida vontade de poder destrutivo seria aquele, o inimigo da vida, representante do Anti-Cristo, que poria fim à saga humana? A Terra continuará a girar por milênios ao redor do sol, mas sem nós ou apenas com os trilhões de trilhões micro-organismos no subsolo que sobreviverão. O destino está em nossas decisões,em nossas mãos. Como salvar a nós e a vida fazendo do amor,do cuidado e da empatia os eixos estruturadoras de um novo tipo de civilização? Sem isso não teremos futuro.

Leonardo Boff é ecoteólogo, filósofo e escritor e escreve para a revista LIBERTA do Instituto Conhecimento Liberta (ICL: (https://www.revistaliberta.com.br); A nova visão do universo:de onde viemos? Animus-Anima,Petrópolis 2025; site:www.leonardoboff.org

O ser humano tem ainda futuro?

Leonardo Boff  

       É de praxe em cada final de ano se fazer um balanço,uma espécie de leitura de cego que capta apenas o que é relevante. Seriam demasiadas  coisas a serem lembradas. Apenas observamos que há uma lenta e irrefreável degradação do nosso modo de habitar a Terra. O aquecimento global está crescendo cada ano e já mostra seus efeitos catastróficos no mundo todo com grandes inundações, tufões e queimadas fenomenais. Assistimos no Rio Grande do Sul uma enchente desastrosa, destruindo partes de inteiras cidades, além dos danos na agricultura.

Fala-se que entramos numa era geológica nova, o antropoceno, vale dizer, o meteoro  rasante, destruidor da natureza não é outro senão o próprio ser humano. Outros vão mais longe e acrescentam que estamos na era do necroceno, quer dizer, a maciça morte (necro) de espécies, na ordem de 70-100 mil  segundo o conhecido biólogo Edward Wilson. Ultimamente o número de incêndios cresceram tanto no mundo inteiro que já se fala do piroceno (piros em grego é fogo), a fase mais avançada e perigosa do antropoceno. Acresce ainda a perversa desigualdade social, pois 1% de ricos possuem mais riqueza que mais da metade da humanidade (4,7 bilhões),o que é uma infâmia e uma negação de humanidade.

Face a tal nível de degradação  generalizada, nunca vista antes da presença do ser humano no processo de evolução, muitos, entre eles grande nomes da ciência se perguntam se não estamos próximos do fim possível da espécie humana. E com razão, pois não se trata de fantasmas mas de sinais perturbadores. O prêmio Nobel de biologia de 1974, Christian de Duve em seu minucioso livro Poeira Vital, a vida como imperativo cósmico (Campus 1997) afirma que nos dias de hoje “a evolução biológica marcha em ritmo acelerado para uma grave instabilidade; de certa forma, o nosso tempo lembra uma daquelas importantes rupturas na evolução, assinaladas por extinções em massa”. O cientista Norman Myers calculou que somente no Brasil, se estão extinguindo nos últimos 35 anos quatro espécies por dia. Théodore Monod, um notável naturalista, deixou como testamento um texto de reflexão com esse título: “E se a aventura humana vier a falhar”(2000)? Assevera: “somos capazes de uma conduta insensata e demente; pode-se a partir de agora temer tudo, tudo mesmo, inclusive a aniquilação da raça humana”.

Desde que surgiu como homo habilis há mais de dois milhões de anos vem desequilibrando sua relação para com a natureza. Até quarenta mil anos atrás os danos ecológicos eram insignificantes. Mas a  partir desta data começou um assalto sistemático à biosfera. Em poucos centenas de anos, os caçadores extinguiram os mamutes, as preguiças-gigantes e outros mamíferos pré-históricos. Na era industrial (1850) foram desenvolvidos instrumentos que tornaram bem sucedida a dominação/devastação da natureza. Nos dias atuais, este processo se agravou a ponto de que os noves itens (planetary bounderies)que sustentam a vida estão celeramente caindo, no termo,  tornando impossível a civilização.

Já há 2 milhões de anos que estamos  dentro da Idade do Gelo. A atual fase interglacial quente começou há 11.400 anos (período do Holoceno). Conforme os padrões do passado deveríamos ingressar num novo período de resfriamento. Entretanto nossa espécie alterou profundamente a natureza da atmosfera. Vários gases de efeito estufa como o CO2,o metano e outros importantes estão aquecendo todo o planeta. Até 2030 não poderia alcançar dois graus, pois seria desastroso para grande parte da humanidade e para a natureza. Já agora em 2025 atingimos 1,77ºC.

A estes problemas acresce a carência de água potável (só 3% é doce) e a super população da espécie humana que já ocupou 83% do planeta depredando-o. Poderão os seres humanos viver juntos numa única Casa Comum? Não somos seres pacíficos, mas extremamente agressivos, faltos de cooperação e de cuidado. O astrônomo real Sir Martin Rees da Inglaterra em seu livro “Hora Final: o desastre ambiental ameaça o futuro da humanidade”(2005) estima que, a correrem as coisas como correm, podemos nos liquidar ainda neste século.

Apesar deste quadro sombrio neste final de 2025 mantenho a esperança de que o ser humano,com sua inteligência, razão cordial e sentido de sobrevivência  decidirá pela continuidade da vida neste planeta e não pelo suicídio coletivo.

Lógico,  precisamos ter paciência para com o ser humano. Ele não está pronto ainda. Tem muito a aprender. Em relação ao tempo cósmico  possui menos de um minuto de vida no planeta. Mas com ele, a evolução deu um salto, de inconsciente se fêz consciente. E com a consciência pode decidir que destino quer para si. Nesta perspectiva, a situação atual representa antes um desafio que um desastre, a travessia para um patamar mais alto e não um mergulho na auto-destruição.

Agora cabe-nos mostrar amor à vida em sua majestática diversidade, ter com-paixão para com todos os que sofrem, realizar rapidamente a justiça social necessária e amar a Grande Mãe, a Terra. Incentivam-nos as Escrituras judaico-cristãs: “Escolha a vida e viverás (Deut 30,28)”. Andemos depressa, pois não temos muito tempo a perder.

Leonardo Boff escreveu: Homem: satã ou anjo bom, Record 2008;Cuidar da Casa Comum:pistas para protelar o fim do mundo, Vozes 2024.