Die Welt hat ihr Herz verloren

Leonardo Boff

Verfolgt man den gegenwärtigen Lauf der Welt, sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene, so sieht man einen regelrechten Tsunami von Hass, Lügen, Ausgrenzung, regelrechtem Völkermord und Massenvernichtung, wie im Gazastreifen, der uns ratlos macht. Wie weit kann das menschliche Böse gehen? Es gibt keine Grenzen für das Böse. Es kann bis zur Selbstauslöschung des Menschen gehen.

Wenn ich an unser Land denke, die Todesfälle, die Morde an jungen Schwarzen in den Randbezirken, die Kinder, die Opfer verirrter Kugeln werden, sei es von der Polizei (die tötet) oder von kriminellen Vereinigungen, die täglichen Frauenmorde und die Hunderte von Vergewaltigungen von Mädchen und Frauen, die Zerstückelung von Entführten, lassen eine ganze Stadt wie Rio de Janeiro ständig in Angst und Bedrohung leben. Sie verliert ihren ganzen Glanz. Dies geschieht in fast allen großen Städten unseres Landes, die Sérgio Buarque de Holanda als „herzlich“ bezeichnete (Raízes do Brasil, 1936). Die meisten Interpreten haben jedoch die Fußnote zu dem Begriff „herzlich“ nicht gelesen, in der er bemerkt: „Feindschaft kann ebenso herzlich sein wie Freundschaft, da beide aus dem Herzen geboren werden“ (Nr. 6). Brasilien zeigt also, vor allem unter der Regierung der Unwählbaren, die Feindschaft zwischen Freunden und in den Familien, die Banalität des Fluchens, des schlechten Benehmens und der Lüge: alle sind „herzlich“, weil sie aus einem „herzlichen“ (perversen) Herzen geboren werden.

Auf internationaler Ebene ist das Szenario noch abscheulicher. Mit der uneingeschränkten und mitschuldigen Unterstützung der USA und der beschämenden Unterstützung der Europäischen Gemeinschaft, die ihr Erbe der Bürgerrechte, der Demokratie und anderer zivilisatorischer Werte verraten hat, werden von der rechtsextremen Regierung Benjamin Netanjaus wahre Kriegsverbrechen an 40.000 Zivilisten und der unbestreitbare Völkermord an rund 1.300 unschuldigen Kindern im Gazastreifen verübt. Dies ist eine völlig unverhältnismäßige Vergeltungsmaßnahme für ein anderes, nicht weniger schreckliches Verbrechen der Terrorgruppe Hamas.  Netanhyau lässt solche Völkermorde zu, weil er kein Herz hat, weil er sich nicht in die Mütter und unschuldigen Opfer hineinversetzen kann. Es ist ihm egal, ob er, um einen Hisbollah-Führer zu töten, Dutzende anderer Menschen bei einem Bombenangriff opfern muss. Ähnliche Verbrechen finden in dem Krieg statt, den Russland gegen die Ukraine führt, mit Tausenden von Opfern, der Zerstörung einer uralten Schwesterkultur und unzähligen unschuldigen Opfern. Bleiben wir hier stehen auf diesem Kreuzweg der Schrecken, der mehr Stationen hat als der des kreuztragenden Gottessohnes.

Es stellt sich die Frage, wie dies am helllichten Tag geschehen kann, ohne dass eine anerkannte Autorität diese Ausrottung von Menschen und ganzen Städten stoppen könnte. Was ist die eigentliche Ursache für diese Ungerechtigkeit? Die Geschichte kennt Ausrottungen in der Vergangenheit, sogar im Namen Gottes, wie im schrecklichen Buch der Richter in der jüdisch-christlichen Bibel und in so vielen Kriegen der Vergangenheit. Israel hat mehr als 207 UN-Beamte getötet, Krankenhäuser, Schulen, Universitäten und Moscheen bombardiert und 80 Prozent des Gazastreifens zerstört. Heute besteht die ernste Gefahr eines totalen Krieges zwischen den militaristischen Mächten, die um die Vorherrschaft in der Welt wetteifern, was das Prinzip unserer Selbstzerstörung verwirklichen würde.

Ich bleibe bei der Interpretation, dass all dies möglich geworden ist, weil wir das Herz, den esprit de finesse (Pascal) und die Dimension der Anima (die Sensibilität von C.G. Jung) verloren haben. Die moderne Kultur ist auf dem Willen zur Macht als Herrschaft aufgebaut, die sich der Vernunft bedient, losgelöst von Herz und Gewissen, übersetzt in Techno-Wissenschaft für unser Wohl und mehr für kriegerische Zwecke. Wie Papst Franziskus in Laudato Sì feststellte: „Die Menschen sind nicht im richtigen Gebrauch der Macht erzogen worden, … weil sie nicht in Bezug auf Verantwortung, Werte und Gewissen begleitet wurden“ (Nr. 105). Die Vernunft hat ihre Willkür in Form des Rationalismus etabliert, indem sie andere Arten, die Wirklichkeit zu erkennen und zu empfinden, erniedrigt hat. Auf diese Weise wurde das Gefühl (Pathos) unter der falschen Annahme unterdrückt, dass es die Objektivität der Analyse behindern würde. Heute ist klar, dass es keine absolute Objektivität gibt. Das Subjekt forscht mit seinen eigenen Voraussetzungen und Interessen, so dass Subjekt und Objekt immer miteinander verwoben sind.

Tatsache ist, dass die Dimension des Herzens und der Wärme verdrängt wurde. Neben dem Reptiliengehirn, das das älteste ist, ist das limbische Gehirn unsere eigentliche Basis. Es entstand bei den Paläo-Säugetieren vor 150-200 Millionen Jahren und bei den höheren Säugetieren vor 40-50 Millionen Jahren, mit denen wir eine Wohngemeinschaft teilen. Wir sind rationale Säugetiere und daher empfindungsfähige Wesen. Das limbische Gehirn ist der Sitz unserer Emotionen, sei es Hass, Wut oder andere Negativität, aber vor allem beherbergt es die Welt der Exzellenz, der Liebe, der Freundschaft, der Empathie, der Werte, der Ethik und der Spiritualität. Das neokortikale Gehirn entstand mit dem Menschen vor 7-8 Millionen Jahren und erreichte seinen Höhepunkt vor etwa 100.000 Jahren mit der Entstehung des Homo sapiens, dessen Erben wir sind. Es ist die Welt der Vernunft, der Konzepte, der Sprache und der logischen Ordnung der Dinge.

Es war also eine späte Ankunft, aber mit seiner Entwicklung begründete es das Reich der Vernunft. Aber man darf nicht vergessen, dass wir es mit einem einzigen Gehirn zu tun haben, das diese drei Dimensionen umfasst, die immer miteinander verbunden sind (in MacLeans Version des dreieinigen Gehirns: reptilisch, limbisch, Neokortex). Die übermäßige Konzentration auf die Rationalität, mit der wir die Welt, die Frauen (Patriarchat) und die Natur auf Kosten der Gefühle beherrscht haben, hat zu sozio-historischen Missverständnissen geführt, deren schädliche Folgen wir jetzt ernten. Es ist dringend notwendig, das neokortikale Gehirn (Vernunft/Logos) mit dem limbischen Gehirn (Herz/Pathos) zu vereinen, wobei das Herz die rationalen Projekte mit Menschlichkeit und Sensibilität bereichert und umgekehrt in die Vernunft investiert, d.h. der Welt der Gefühle und des Herzens eine Richtung und ein angemessenes Maß gibt. Weil wir das Gefühl der gegenseitigen Zugehörigkeit, dass wir ausnahmslos alle Menschen sind, ertränkt haben, sind wir zu grausamen Völkermördern (gegenüber unserer Spezies) und Umweltmördern (gegenüber der Natur) geworden. Wir haben unsere Brüder und Schwestern versklavt, unterjocht und diskriminiert.

Der westliche, liberal-kapitalistische Humanismus ist bankrott, weil wir die Dimension des Herzens, des Geistes der Finesse (Pascal), der essentiellen Sensibilität (anima) nicht gerettet haben. Die so genannte „regelbasierte Ordnung“ (die sich immer nach der Bequemlichkeit der Mächtigen richtet) hat sich als Trugschluss erwiesen.

Wie eine hochrangige UN-Beamtin, Chelsea Ngnoc Minh Nguyen, warnte: „Die Gewalt und Brutalität der letzten Jahre sollte uns alle – ob im Süden oder im Norden, im Osten oder im Westen – dazu veranlassen, eine ehrliche und tiefe Selbstprüfung über die Art von Welt vorzunehmen, in der wir leben wollen“ (IHU 4/10/24). Ich sehe keine andere Alternative, als das Paradigma der Zivilisation (vom domus zum frater) zu ändern, als einen neuen Humanismus zu gründen, der in unserer eigenen Natur wurzelt. In ihm finden wir die anthropologischen Konstanten, die unserem Menschsein innewohnen: bedingungslose Liebe, essentielle Fürsorge, Kooperation, Empathie, Mitgefühl, Anerkennung des Anderen als Mitmensch, Respekt vor der Natur und der Erde, die uns alles gibt, Verzauberung durch das Schöne und Gute und Ehrfurcht vor dem Mysterium. Diese Werte wären die Grundlage einer anderen möglichen und notwendigen Welt. Andernfalls steuern wir auf das Unvorstellbare zu.

Leonardo Boff,ökotheoge und Schrifsteller.
 Übersetzung von Bettina Goldhartnack

Teto-Terra-Tabalho: mantra dos movimentos sociais populares

Leonardo Boff

O Papa Francisco está sujeito à crítica furiosa de alguns grupos católicos conservadores, incapazes de sair de sua bolha tradicional. A razão reside na forma como cuida da Igreja. Não o faz no estilo tradicional, diria, principesco e faraônico no seu estilo, herdado dos primeiros imperadores cristãos que passaram aos padres, aos bispos e ao Papa todos os privilégios, estilos de vida, modos de se vestir dos imperadores, dos senadores e das elites ricas imperiais. Isso vem desde o século terceiro e, fundamentalmente, perdura até os dias de hoje. Ao ver o desfile dos cardeais quando se encontram todos em Roma parece que estamos no Sambódromo do Rio ou de São Paulo, tal é a pompa e o colorido dos vestuários. Tudo isso não tem nada a ver com o pobre Jesus de Nazaré.

Mas não é disso que quero tratar. Quero me referir a uma inovação surpreendente que o Papa Francisco introduziu. Só poderia vir dele, fora da galáxia católica centro-europeia, mas de alguém que “vem do fim do mudo” como tem se expressado com frequência. Vir do fim do mundo, significa que vem da experiência de uma Igreja que não é mais espelho da europeia, mas fonte própria, que lança suas raízes nos meios populares, que faz uma opção preferencial pelos empobrecidos e injustamente colocados à margem do processo social vigente, controlado pelas classes dominantes e organizado em favor de seus privilégios. Um tipo de Igreja que não tem nada de imperial ou faraônico, mas  que assume as dores e o destino trágico dos descartados pelo sistema atual.

Exemplo disso são os muitos encontros que fez com os Movimentos Sociais Populares, vindos do mundo inteiro. Isso nunca se viu na história. A eclesiologia dominante, quer dizer, a doutrina sobre a Igreja concentra ainda hoje todo o poder de decisão nas mãos da hierarquia. O Concílio Vaticano II (1962-1965) introduziu o conceito de Igreja como Povo de Deus que pressupõe a igualdade entre todos. Mas prevaleceu o conceito de Igreja como comunhão. Mas logo esvaziou o conceito ao dizer que é uma comunhão hierárquica, que equivale dizer, que é como uma escada, dentro dela tem gente que está graus acima e gente que está graus abaixo. Se é comunhão vigora uma igualdade entre todos, não se toleram hierarquias, de gente em cima e de gente em baixo. Se estas existirem são apenas funcionais porque ninguém faz tudo e assume todas as tarefas mas as distribui aos vários participantes. São Paulo o formulou muito bem em suas epístolas,usando a metáfora do corpo humano:” o olho não pode dizer à mão, não preciso de ti, nem a cabeça aos pés, não preciso de vós” 1Cor 12,21). Todos os membros são igualmente importantes.Nem pensemos nas mulheres totalmente destituídas de qualquer poder decisório, embora sejam aquelas que fazem a maioria dos serviços eclesiais.

Em setembro realizar-se-á em Roma os dez anos depois do primeiro encontro feito em 2014 dos Movimentos Sociais Mundiais. Lá estará o nosso João Pedro Stédile entre aqueles que falarão para a multidão. Nesse encontro se retomará o mantra inaugurado em 2014: os famosos 3Ts:Teto-Terra-Trabalho assim detalhados: “Nenhuma família sem teto, nenhum camponês sem terra,nenhum trabalhador sem direitos, nenhuma pessoa sem a dignidade que o trabalho confere”.

No encontro em setembro já se definiu o lema: “Plantar a bandeira contra a desumanização”. Se há um fenômeno atualmente dos mais perversos é um processo acelerado de desumanização. Há algo de mais desumano o fato de que quase metade da riqueza no mundo está na mão de 1% da população (Global Wealth Report 2023) ao lado de cerca, segundo a FAO,  800 milhões de famélicos e um bilhão com insuficiência alimentar? Se os 3 mil bilionários pagassem somente 2% de suas fortunas em imposto geraria US 250 bilhões (RS 1.32 trilhão), como no G20 Brasil e França sugeriram. Isso garantiria a vida de todos os ameaçados pela fome e doenças da fome.

O genocídio perpetrado pelo Estado de Israel na Faixa de Gaza vitimando cerca de 12.300 crianças com o apoio de um Presidente norte-americano católico e pela Comunidade Europeia, esquecida de sua tradição que fundou os direitos dos cidadãos e as  várias formas de democracia. Isso é feito ao céu aberto, tornando cúmplices seus apoiadores além de negar comida, água e energia a uma inteira população, um manifesto crime contra a humanidade.

Além da guerra Rússia-Ucrânia na qual uma venerável civilização irmã está sendo destruída, a Ucrânia, existem 18 lugares de conflitos severos com alta letalidade de vidas.

Enquanto isso,o papa na Indonésia, na maior nação muçulmana do mundo,  num evento inter-religioso proclamava: “que todos nós, juntos, cada um cultivando a sua espiritualidade e praticando a sua religião, possamos caminhar à procura de Deus e contribuir para a construção de sociedades abertas, fundadas no respeito mútuo e no amor recíproco”. Desafiava os cristãos com estas palavras: “não se cansem de zarpar para o mar alto, lancem as redes, não se cansem de sonhar e de construir uma civilização de paz”.

São palavras de esperança quase desesperada face à desumanização reinante, com a consciência daquilo que disse na encíclica Fratelli tutti:”estamos no  mesmo barco, ou nos salvamos todos ou ninguém se salva”(n.32). Mas todos juntos e conscientizados podemos dar um rumo novo à nossa história comum, apontando para uma biocivilização e para uma Terra da Boa Esperança.

Leonardo Boff escreveu Cuidando da Casa Comum, Vozes 2023; no prelo Sustentabilidade e cuidado: como assegurar o  futuro da vida,2024.

Ist Glück möglich in einer so unruhigen Welt wie der unseren?

Leonardo Boff

Glück ist eines der von den Menschen am meisten gewünschten Güter. Aber man kann es nicht auf dem Markt, an der Börse oder in Banken kaufen. Trotzdem ist unter dem Namen „Selbsthilfe“ eine ganze Industrie darum herum entstanden. Auf der Grundlage von Wissenschaft und Psychologie wird eine unfehlbare Formel angeboten, mit der man „das Leben erreichen kann, von dem man immer geträumt hat“.

Angesichts des unumstößlichen Laufs der Dinge erweist sie sich jedoch als unhaltbar und trügerisch. Seltsamerweise stellt die Mehrheit der Glückssuchenden fest, dass sie es nicht in der reinen Wissenschaft oder in einem technologischen Zentrum finden können. Sie gehen zu einem bekanten Vater oder einer spezielle Mutter oder zu einem spirituellen Zentrum oder besuchen eine charismatische Gruppe, konsultieren einen Guru oder lesen das Horoskop oder studieren das I-Ging des Glücks.  Sie erkennen, dass die Erzeugung von Glück nicht in der analytischen und berechnenden Vernunft liegt, sondern in der sensiblen Vernunft und der emotionalen und herzlichen Intelligenz. Denn das Glück muss von innen kommen, aus dem Herzen und aus der Sensibilität.

Um es ganz offen zu sagen: Ohne weitere Mediation kann man nicht direkt glücklich werden. Diejenigen, die das tun, sind fast immer unglücklich. Ein bekannter Dichter hat einmal gesagt: „Zwischen Traum und Wirklichkeit ist die Farbe sehr unterschiedlich / Wer vom Glück träumt, ist fast immer unglücklich“. Glück resultiert aus etwas Vorhergehendem: aus dem Wesen des Menschen und einem Sinn für Gerechtigkeit in allem.

Das Wesen des Menschen liegt in seiner Fähigkeit zu Beziehungen. Er ist ein Rhizom von Beziehungen, dessen Wurzeln in alle Richtungen weisen. Er ist nur dann verwirklicht, wenn er seine Pan-Beziehung zum Universum, zur Natur, zur Gesellschaft, zu den Menschen, zu seinem eigenen Herzen und zu Gott ständig aktiviert.

Diese Beziehung zu anderen ermöglicht Austausch, Bereicherung und Veränderung. Dieses Spiel der Beziehungen führt zu Glück oder Unglück im Verhältnis zur Qualität dieser Beziehungen. Es gibt kein Glück außerhalb von Beziehungen.

Aber das ist nicht genug. Es ist wichtig, ein tiefes Gefühl für Gerechtigkeit im Rahmen der konkreten menschlichen Situation zu leben. Diese besteht aus Erfolgen und Frustrationen, Gewalt und Zuneigung, der Monotonie des Alltags und überraschenden Notfällen, Gesundheit, Krankheit und schließlich dem Tod.

Glücklich sein heißt, das richtige Gleichgewicht zwischen diesen Polarisierungen zu finden (siehe mein Buch Die Suche nach dem rechten Maß, LIT Verlag Münster (2023)). Daraus ergibt sich ein kreatives Gleichgewicht: weder zu pessimistisch zu sein, weil man die Schatten sieht, noch zu optimistisch, weil man die Lichter sieht. Konkret realistisch sein, die Unvollkommenheit des menschlichen Lebens kreativ aufgreifen und Tag für Tag versuchen, auf krummen Linien gerade zu schreiben. Einige betonen den Pessimismus stärker, wie Ariano Susassuna, der sich selbst als hoffnungsvollen Pessimisten bezeichnet. Antonio Gramsci, der große Theoretiker des humanistischen Marxismus, pflegte zu sagen: „Ich bin pessimistisch in meiner Intelligenz, aber optimistisch in meinem Willen“.

Das Glück hängt von dieser ars combinatoria ab, insbesondere wenn wir mit unvermeidlichen Grenzen konfrontiert sind, wie z. B. überwältigende Frustrationen und dem unvermeidlichen Tod. Der heilige Zorn über den von Israel im Gazastreifen verübten Völkermord. Die Welle des Hasses, die die Welt überzieht, der tägliche Femizid und der tägliche Tod von LGBTQ+ Menschen.

Doch es reicht nicht aus, sich über diese Tragödien zu ärgern oder sich einfach damit abzufinden, dass wir sie nicht ändern können.

Aber alles ändert sich, wenn wir kreativ sind: Wir verwandeln Grenzen in Quellen der Energie und des Wachstums. Das ist es, was wir Resilienz nennen: die Kunst, Schwierigkeiten und Misserfolge zu nutzen. Dies ist ein Weg, um eine tiefere Humanisierung anzustreben.

Hier kommt ein spiritueller Lebenssinn ins Spiel, der mehr ist als Religiosität, ohne den das Glück mittel- und langfristig nicht zu halten ist. Dann wird klar, dass der Tod nicht der Feind des Lebens ist, sondern ein Sprung zu einer anderen, höheren Ordnung. Wenn wir uns in Gottes Händen fühlen, sind wir heiter. Sterben bedeutet, in die Quelle einzutauchen. Wie Pedro Demo, der brasilianische Denker, der die „Dialektik des Glücks“ (in drei Bänden, veröffentlicht von Vozes) am besten studiert hat, sagt: „Wenn wir den Himmel nicht auf die Erde bringen können, können wir wenigstens den Himmel der Erde näher bringen“. Das ist das einfache und mögliche Glück, das wir als Söhne und Töchter des gefallenen Adam und der gefallenen Eva schmerzlich erreichen können.

In all dem Chaos ist der sicherste Weg, umso glücklicher zu sein, je mehr man andere glücklich macht und Empörung und Mitgefühl gegenüber den Perversitäten in unserem Land und in der Welt kultiviert. Es gilt immer die Hoffnung, dass das letzte Wort dem Herr aller Dinge gehört. Er kann die Richtung der Gechichte ändern und eine neue und bessere Zukunft eröffen.

Leonardo Boff Ökotheologe, Philosoph und Schriftsteller aus Brasiliwn

É possível a felicidade num mundo conturbado como o nosso?

Leonardo Boff 

A felicidade é um dos bens mais ansiados pelo ser humano. Mas não pode ser comprada nem no mercado, nem bolsa, nem nos bancos. Apesar disso, ao redor dela se criou toda uma indústria que vem sob o nome de auto-ajuda. Com cacos de ciência e de psicologia  se procura  oferecer uma fórmula infalível para alcançar “a vida que você sempre sonhou”.

Confrontada, entretanto, com o curso irrefragável das coisas, ela se mostra insustentável e falaciosa. Curiosamente, a maioria dos que buscam a felicidade intui que não pode encontra-la na ciência pura ou nalgum centro tecnológico. Vai  a um pai ou mãe de santo ou a um centro espírita ou freqüenta um grupo carismático, consulta um guru ou lê o horóscopo ou estuda o I-Ching da felicidade. 

Tem consciência de que a produção da felicidade não está  na razão analítica e calculatória mas na razão sensível e na inteligência emocional e cordial. Isso porque a felicidade deve vir de dentro, do coração e da sensibilidade.      

Para dizer logo, sem outras mediações, não se pode ir direto à felicidade. Quem o faz, é quase sempre iludido. Bem dizia um poeta popular: “Entre o sonho e a realidade é bem diverso o matiz/ Quem sonha felicidade é quase sempre infeliz”A felicidade resulta de algo anterior: da essência do ser humano e  de um sentido de justa medida em tudo.

A essência  do ser humano reside na capacidade de relações. Ele é um rizoma de relações, cujas raízes apontam para todas as direções. Só se realiza quando ativa continuamente sua panrelacionalidade, com o universo, com a natureza, com a sociedade, com as pessoas, com o seu próprio coração e com Deus.

Essa relação com o diferente lhe permite a troca, o enriquecimento e a transformação. Deste jogo de relações, nasce a felicidade ou a infelicidade na proporção da qualidade destes relacionamentos. Fora da relação não há felicidade possível.

Mas isso não basta. Importa viver um sentido profundo  de justa medida no quadro da concreta condição humana. Esta é feita de realizações e de frustrações, de violência e de carinho,  de monotonia do cotidiano e de emergências surpreendentes,  de saúde, de doença e, por fim, de morte.

Ser feliz é encontrar a justa medida em relação a estas polarizações (cf.Meu  livro A Busca da justa medida,Vozes,2023). Dai nasce um equilíbrio criativo: sem ser pessimista demais porque vê as sombras, nem otimista demais porque percebe as luzes. Ser concretamente realista, assumindo criativamente a incompletude da vida humana, tentando, dia a dia,  escrever direito por linhas tortas. Alguns acentuam mais o pessimismo como Ariano Suassuna e se identifica como um pessimista esperançoso. Antonio Gramsci,grande teórico do marxismo humanista dizia: “sou pessimista na inteligência,mas otimista na vontade”.

A felicidade depende desta ars combinatoria especialmente quando nos  confrontamos com os limites incontornáveis, como, por exemplo, as frustrações avassaladoras e a morte inevitável. A iracúndia sagrada face ao genocídio perpetrado por Israel na Faixa de Gaza. A onda de ódio que grassa pelo mundo, o feminicídio diário e morte de LGBTQ+ diturnamente.

Mas não basta de revoltar contra estas tragédias, se indignar ou simplesmente se resignar porque não podemos mudá-las.

Mas tudo muda se formos criativos: fazer dos limites fontes de energia e de crescimento. É o que chamamos de resiliência: a arte de tirar vantagens das dificuldades e dos fracassos. Tal situação é uma forma de buscar uma humanização mais profunda.

Aqui tem seu lugar um sentido espiritual da vida, que é mais que a religiosidades, sem o qual a felicidade não se sustenta a médio e a longo prazo. Então aparece que a morte não é inimiga da vida, mas um salto rumo a uma outra ordem mais alta. Se nos sentirmos na palma das mãos de Deus, serenamos. Morrer é  mergulhar na Fonte. Desta forma, como diz Pedro Demo, um pensador que no Brasil melhor estudou a “Dialética da Felicidade”(em três volumes, pela Vozes): ”Se não dá para trazer o céu para terra, pelo menos podemos aproximar o céu da terra”. Eis a singela e possível felicidade que podemos penosamente conquistar como filhos e filhas de Adão e Eva decaídos.

Em todos os caos, o caminho mais seguro é: alguém será tanto mais feliz quanto mais fizer outros felizes e cultivar indignação e compaixão contra as perversidades que ocorrem em nosso país e no mundo e nos esforçarmos em ser amáveis com todos, cuidadosos para com a natureza, solidários para com os desamparados, humildemente sermos amigos do Criador de todas e em fim colocar o amor no centro de nosssas vidas mortais.

Leonardo Boff, ecoteólogo, filósofo e escritor.