„Einfache Leute“: eine Hommage und eine Reflexion                                     

“Gente humilde” (Einfache Leute) ist ein Lied von Chico Buarque, das er in Zusammenarbeit mit anderen geschrieben hat. Von seinem umfangreichen und komplexen Werk ist dieses Lied für mich das schönste und bedeutendste. Es spricht von den Sehnsüchten, die die Befreiungstheologie beseelen, die das “einfache Volk” in den Mittelpunkt stellt und in ihm eine historische Kraft erkennt, die von den Sozialanalytikern wenig gewürdigt wird. Ich möchte ihn zu seinem 80. Geburtstag mit einer kurzen Reflexion über dieses Lied würdigen. Alles, was er sagt, ist wahr.

Das Wahre und Identifizierende der Menschen wird jenseits des reflexiven Bewusstseins realisiert. Es sind Kräfte, die aus den Tiefen des Lebens und des Universums wirken, aus dem abgrundtiefen Unbewussten und aus uralten Archetypen, die in das Bewusstsein der Menschen gelangen und sich durch sie ankündigen und in der Geschichte auftauchen. Ich sage dies, um eine bestimmte Interpretation zu überwinden, die dem Subjekt und der bewussten Bedeutung, die es seinem Werk geben will, absoluten Wert beimisst. Die Bedeutung des Werks von Chico Buarque geht über die Bedeutung hinaus, die er selbst ihm vielleicht geben wollte. Er erhebt sicherlich nicht den Anspruch, ein Monopol auf die Bedeutung der von ihm besungenen und beschriebenen Realität zu haben. Es gibt mehrere Bedeutungsfacetten, die von den Zuhörern und Lesern erfasst werden können, die dann zu Mitautoren des Werks werden. Ich transkribiere das Lied “Gente Humilde”

“Es gibt Tage, da denke ich an mein Volk

Und ich spüre, wie sich meine ganze Brust zusammenzieht

Weil es ganz plötzlich zu geschehen scheint

Wie ein Wunsch zu leben, ohne mich zu bemerken

Genau wie sie, wenn ich durch die Vorstadt fahre

Ich bin gerade mit dem Zug von irgendwoher gekommen

Und dann bin ich neidisch auf diese Leute

Die vorwärts gehen

Ohne jemanden, auf den sie zählen können

Einfache Häuser mit Stühlen auf dem Bürgersteig

Und an der Fassade steht, dass es ein Zuhause ist

Auf dem Balkon, traurig, leere Blumen

Mit Freude, die sich nirgends anlehnen kann

Und es gibt eine Traurigkeit in meiner Brust

Wie eine Bosheit, die ich nicht bekämpfen kann

Und ich, der ich nicht glaube, bete zu Gott für mein Volk

Sie sind bescheidene Leute, ich möchte weinen.

Als Theologe, der seit 50 Jahren mit beiden Beinen im Leben steht, mit dem einen in der akademischen Welt und mit dem anderen bei den Armen, halte ich dieses Werk von Chico für das bewegendste und perfekteste. Es übersetzt auf wunderbare Weise zwei Realitäten.

Die erste, “des einfachen Volkes”, von seiner völligen sozialen Hilflosigkeit. Es gibt niemanden, der für sie da ist. Sie schlagen sich mit ihren wenigen Kräften durch und verlassen sich auf niemanden, nicht auf den Staat, nicht auf die Gesellschaft mit ihren ausgrenzenden Klasseninteressen, manchmal nicht einmal auf die Kirchen, obwohl ein Teil der katholischen Kirche eine Option für die Armen, gegen ihre Armut und für ihre Befreiung getroffen hat. Aber im Allgemeinen verlassen sie sich nur auf Gott und sich selbst. Ihre Häuser, wenn sie welche haben, sind einfach, mit Stühlen auf dem Bürgersteig, von wo aus sie die Welt sehen und Freundschaften pflegen. Sie haben einen hohen Sinn für Ethik und einen heiligen Sinn für Familie. Das Haus ist arm, aber es ist “ein Zuhause”. Traurige, verkümmerte Blumen, die ihnen ähnlich sind, schmücken das Haus, aber es herrschen diskrete Freude und Gelassenheit.

Die zweite Realität, die das Lied mit feiner ethischer und psychologischer Wahrnehmung wiedergibt, ist die Reaktion derjenigen, die keine “einfachen Leute” sind, sondern sensibel, menschlich und mitfühlend mit dieser condition humaine umgehen, in diesem Fall Chico, Vinicius de Morais und Garoto, die Mitautoren des Textes und der Musik. Der Komponist denkt “an meine Leute”, das heißt, für Chico existieren sie und sind da, während sie für so viele nicht nur unsichtbar sind, sondern gar nicht existieren oder schändlich verachtet werden. Er bemerkt den Unterschied im sozialen Status: er kommt sehr gut mit dem Zug, sie sicher zu Fuß, viel zu Fuß. Seine “Brust spannt sich an”, er würde gerne wie sie leben, anonym, unbemerkt. Mehr noch, er ist “neidisch auf diese Leute”, weil sie den Mut haben, sich dem Leben allein zu stellen, zu kämpfen und zu überleben, ohne dass ihnen jemand hilft.

Und dann brechen Solidarität und Mitgefühl im edlen Sinne des Wortes aus: Wie können wir ihnen helfen und für sie da sein? Das Gefühl der Ohnmacht bricht aus, “die Traurigkeit in […] der Brust/ wie ein Trotz, […] nicht kämpfen zu können”.

Die Befreiungstheologie, an der noch heute Tausende von Christen auf den verschiedenen Kontinenten beteiligt sind, begann angesichts der von Chico beschriebenen Situation: Diese Christen setzten sich im Vertrauen auf das “einfache Volk” und seine historische Kraft für die Befreiung ein. Doch die Wunde ist zu groß. Unsere Generation und die nächste sind vielleicht nicht in der Lage, sie zu schließen. Wir fühlen uns machtlos, aber wir verlieren nie die Hoffnung, dass eine andere Welt möglich und notwendig ist.

Das ist der Zeitpunkt, an dem wir uns dem letzten Hinweis zuwenden. Es muss jemanden geben, der Herr der Welt und des Laufs der Dinge ist, der dieser Erniedrigung ein Ende setzen kann. Selbst jemand, der nicht glaubt, aber seinen Sinn für Menschlichkeit nicht verloren hat, erkennt die befreiende Bedeutung der Kategorie “Gott”. Und dann singt der Dichter mit unbändiger Emotion: “Und ich, der ich nicht glaube, bitte Gott für mein Volk / es sind demütige Menschen, ich möchte weinen“.

Die Ohnmacht wird überwunden, weil das Gefühl des Herzens triumphiert. Gott wird verzweifelt als die letzte Quelle des Sinns angerufen. Angesichts der demütigen, leidenden, anonymen Menschen wäre jeder Unglaube Zynismus, jede Gleichgültigkeit Unmenschlichkeit. Das Endergebnis ist dasselbe: “Man möchte weinen”. Und man weint oder wischt sich diskret die Tränen der Rührung, der Empörung und des Mitgefühls weg.

Es vergeht kein Moment, in dem ich dieses Lied höre, ohne dass mir die Tränen in die Augen steigen, denn die Wahrheit ist so groß und das Gefühl so wahr, dass die einzig würdige Reaktion die Tränen sind, die nach dem heiligen Paulus eine Gabe des Heiligen Geistes sind. Das ist reiner Humanismus, wie ihn auch Jesus von Nazareth bezeugt hat, der von seinem Volk gerührt war, das verlassen war wie Schafe ohne Hirten.

Und hier ist die Reflexion eines Theologen über Chicos “Nicht-Glauben” in diesem Lied. Wir müssen unterscheiden, was wahrer Glaube ist und was falsch. Das wird deutlich, wenn wir die wahre Bedeutung von “Gott” erkennen und wo er sich unter anderen Namen finden lässt.

Es gibt diejenigen, die sagen, dass sie nicht glauben, sich aber um die “einfachen Leute” sorgen, sensibel für Gerechtigkeit sind und sich weigern, die perverse Welt, die sie vorfinden, zu akzeptieren. Und es gibt diejenigen, die an Gott glauben, aber die “einfachen Leute” gar nicht sehen und für soziale Ungerechtigkeit unempfindlich sind und sich stillschweigend in die perverse Welt, in der sie sich befinden, einfügen.

Wo ist Gott? Auf welcher Seite steht er? Nach allem, was wir von den Propheten und aus der christlichen Reflexion gelernt haben, steht Gott unfehlbar auf der Seite derjenigen, die sich den “einfachen Menschen” zuwenden, sich für Gerechtigkeit einsetzen und von heiligem Zorn gegen diese verkehrte Welt erfüllt sind. Denn der wahre Name Gottes ist Gerechtigkeit, Solidarität und Liebe.

Wer Gott ständig auf den Lippen hat und sich in seinen Worten zu ihm bekennt, sich aber vom “einfachen Volk” distanziert, sich den Forderungen der Gerechtigkeit verschließt und sich nicht um die Solidarität kümmert, ist weit von Gott entfernt und entbehrt seiner Gnade. Der Gott, an den er glaubt, ist nichts anderes als ein Götze, denn es gibt keine Liebe, keine Solidarität und keine Gerechtigkeit.

Chico hat sich, ohne es zu wollen, auf die Seite des lebendigen und wahren Gottes gestellt, weil er sich auf die Seite der “einfachen Leute” gestellt hat. Sein Engagement stellt ihn unfehlbar auf die Seite Gottes und in den Mittelpunkt seines Projekts für ein Reich der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens.

Mehr noch. Am Abend des Lebens, wenn alles entschieden sein wird, wird das Kriterium laut Jesus (siehe Matthäus-Evangelium 25,41-46) sein, wie sensibel wir gegenüber den “Einfachen”, den Hungrigen, den Durstigen, den Armen und den Bestraften unserer Geschichte gewesen sind. Diejenigen, die dies getan haben, werden die Worte der unendlichen Glückseligkeit hören: “Das habt ihr mir getan.”; “Kommt nun, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, und nehmt das Reich in Besitz, das euch seit der Erschaffung der Welt bereitet ist”.

Für mich würde “Gente Humilde” ausreichen, um Chico in den Herzen all derer zu verewigen, die nicht an den Gefallenen auf der Straße vorbeigehen, sondern als Samariter innehalten, mit ihnen leiden und weinen. Chico hat die gleiche Erfahrung gemacht wie sein Namenspatron Franz von Assisi. Diese Erfahrung machte ihn vom Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns zum Freund und Begleiter der Ärmsten der Armen, der Aussätzigen. Er bezeichnete sie als seine “gente poverella”, die einfachen Leute Umbriens. Als Bourgeois und Mitglied der “jeunesse dorée” ließ er alles fallen und wurde arm wie sie. Man nannte ihn einfach den “poverello von Assisi”.

Und nun sage ich als Theologe: Hinter diesen “einfachen Leuten”, den “poverellos”, verbirgt sich der Sohn Gottes. Die “einfachen Leute” zu würdigen, wie es Chico getan hat, bedeutet, das Beste des humanistischen Erbes unserer Geschichte und des historischen Jesus zu retten, der die Armen als die ersten Erben seines Traums sah. Er war immer auf der Seite der Blinden, der Lahmen, der psychisch Kranken (in der Sprache der damaligen Zeit: der Besessenen) und er hat sich selbst arm gemacht.

Man muss nicht religiös sein oder an Gott glauben, um diese Dimension zu leben. Wenn man allerdings religiös ist und an Gott glaubt, wird man gestärkt. Aber das ist nicht unerlässlich. Es reicht aus, ein Mensch zu sein, ein Liebhaber der Gerechtigkeit und ein Sänger der Liebe. Das ist der Ort, an dem sich authentische Religion verwirklicht und an dem der wahre Gott zu finden ist.

Leonardo Boff Ökotheologe, Philosoph und Schriftsteller

“Gente Humilde”: uma homenagem e uma reflexão

                                     Leonardo Boff

“Gente humilde” é uma canção de Chico Buarque feita em parceria com outros. De sua vasta e complexa obra, esta canção é para mim a mais bela e significativa. Ela fala dos anelos que animam a teologia da libertação que confere centralidade à “gente humilde” e reconhece neles uma força histórica, pouco valorizada pelos analistas sociais.Quero homenageá-lo pelos seus 80 anos com uma pequena reflexão a partir desta canção. Nela tudo é verdadeiro.

As coisas verdadeiras e identificadoras das pessoas se realizam para além da consciência reflexa. São forças que atuam a partir do profundo da vida e do universo, do inconsciente abissal e de arquétipos ancestrais que assomam à consciência das pessoas e através delas se anunciam e emergem na história. Digo isso para superar certa interpretação que dá valor absoluto ao sujeito e ao sentido consciente que ele pretende conferir à sua obra. O sentido da produção de Chico Buarque vai além do sentido que ele mesmo, talvez tenha querido dar a ela. Seguramente ele não pretende ter o monopólio do sentido da realidade por ele cantada e descrita. Há múltiplas facetas de sentido que podem ser captadas pelos ouvintes e leitores, que então se fazem co-autores da obra. Transcrevo a canção “Gente Humilde”

 “Tem certos dias em que eu penso em minha gente

E sinto assim todo o  meu peito se apertar

Porque parece que acontece de repente

Feito um desejo de eu viver sem me notar

Igual a eles como quando eu passo no subúrbio

Eu muito bem vindo de trem de algum lugar

E aí me dá como uma inveja dessa gente

Que vai em frente

Sem nem ter com quem contar

São casas simples com cadeiras na calçada

E na fachada escrito em cima que é um lar

Pela varanda flores tristes e baldias

Com a alegria que não tem onde encostar

E aí me dá uma tristeza no meu peito

Feito um despeito de eu não ter como lutar

E eu que não creio peço a Deus por minha gente

É gente humilde, que vontade de chorar”.

No ofício de teólogo e há 50 anos andando com os dois pés, um na academia e outro nos meios pobres, considero esta obra de Chico a mais comovente e perfeita. Ela traduz à maravilha duas realidades.

A primeira, “da gente humilde”, de seu completo desamparo social. Não há ninguém por eles. Vão em frente com suas poucas forças, sem contar com ninguém, nem com o Estado, nem com a sociedade fechada em seus interesses excludentes de classe, às vezes, nem com as igrejas, embora uma porção da Igreja Católica fez uma opção pelos pobres, contra sua pobreza e por sua libertação. Mas geralmente só contam com Deus e com eles mesmos. As casas, quando as têm, são simples, com cadeiras na calçada, de onde veem o mundo e compartem as amizades. Possuem um senso ético elevado e um sentido sagrado de família. A casa é pobre mas é “um lar”. Flores tristes, raquíticas, semelhantes a eles, enfeitam a casa, mas reina discreta alegria e serenidade.

A segunda realidade que a canção traduz com fina percepção ética e psicológica é a reação de quem não é “gente simples” mas é sensível, humano e solidário com esta condition humaine, no caso, do Chico, Vinicius de Morais e Garoto, co-autores da letra e da música. O compositor pensa “em minha gente”, quer dizer, para Chico, ela existe e está aí, quando para tantos ela não só é invisível como não existe ou é vergonhosamente desprezada. Percebe a diferença de estatuto social: ele vem muito bem de trem; eles, seguramente a pé, caminhando muito. Seu “peito se aperta”, gostaria de viver como eles, anônimos, sem ser notado. Mais ainda: tem “inveja desta gente” por sua coragem de enfrentar sozinha a vida, lutar e sobreviver sem ninguém para ajudar.

E aí irrompe a solidariedade e a compaixão no sentido nobre do termo: como ajudar e estar junto deles? Eclode o sentimento de impotência, “a tristeza no […] peito/ feito um despeito de […] não ter como lutar”.

A Teologia da Libertação, que envolve ainda milhares de cristãos nos vários continentes, começou ao se enfrentar com essa situação relatada por Chico.Esses cristãos assumiram um compromisso libertador, confiando na “gente humilde” e em sua força histórica. Mas a chaga é grande demais. A nossa geração nem a próxima talvez  não consiga fechá-la. Assola-nos um sentimento de impotência mas sem nunca perder a esperança de que um outro mundo é possível e necessário.

É então que recorremos à Última referência. Deve ter Alguém, senhor do mundo e do curso das coisas, que dê jeito nessa humilhação. Mesmo alguém que não crê, mas que não perdeu seu sentido de humanidade, percebe o sentido libertador da categoria “Deus”. E aí, com emoção incontida, canta o poeta: “E eu que não creio peço a Deus por minha gente/ é gente humilde, que vontade de chorar”.

A impotência é superada porque triunfa a comoção do coração. Deus é invocado, desesperadamente, como derradeira fonte de sentido. Diante da gente humilde, sofrida, anônima, toda descrença seria cinismo, toda indiferença, desumanidade. O efeito final é esse mesmo: “dá vontade de chorar”. E choramos ou enxugamos discretamente lágrimas de comoção, de indignação e de compaixão.

Não há vez que escute esta canção que não me venham lágrimas aos olhos, pois a verdade é tanta e o sentimento tão verdadeiro que a única reação digna são as lágrimas que, segundo São Paulo, é um dom do Espírito Santo. Isso é puro humanismo, testemunhado também por Jesus de Nazaré que se comoveu diante de seu povo abandonado como ovelhas sem pastor.

E aqui cabe uma reflexão de teólogo sobre “a não crença” de Chico, dita nesta canção. Precisamos fazer um discernimento e resgatar qual é a verdadeira crença e qual, a falsa. Isso aparece claro quando conscientizamos o sentido verdadeiro de “Deus” e onde Ele se deixa encontrar sob outros nomes.

Há os que dizem que não creem, mas se preocupam com a “gente simples”, são sensíveis à justiça e se recusam a aceitar o mundo perverso que encontram. E há os que creem em Deus mas nem veem a “gente simples” e são insensíveis à injustiça social e se inserem tranquilamente no mundo perverso em que se encontram.

Onde está Deus? De que lado Ele se encontra? De tudo o que aprendemos dos profetas e da reflexão cristã, Deus está infalivelmente do lado de quem se acerca da “gente simples”, se compromete com a justiça e se enche de iracúndia sagrada contra esse mundo perverso. Isso porque o verdadeiro nome de Deus é justiça, é solidariedade e é amor.

Quem tem Deus continuamente em seus lábios e O professa em suas palavras mas se distancia da “gente humilde”, se faz mouco aos reclamos da justiça e não se incomoda com a solidariedade, está longe de Deus e falto de sua graça. O Deus em que crê não passa de um ídolo porque não há amor, solidariedade e justiça.

Chico se colocou, sem pretendê-lo, ao lado do Deus vivo e verdadeiro porque se situou ao lado da “gente humilde”. Seu engajamento o situa infalivelmente do lado de Deus e no coração de seu projeto de um Reino de amor,de justiça e de paz.

Mais ainda. Na tarde da vida, quando tudo vai se decidir, o critério será, segundo Jesus (veja o evangelho de São Mateus 25, 41-46), o quanto tivermos sido sensíveis à “gente humilde”, aos famintos, aos sedentos, aos pobres e penalizados desta nossa história. Estes que assim fizeram, ouvirão as palavras de infinita bem-aventurança: ”foi a mim que o fizestes”; “vinde, pois, abençoados de meu Pai e tomai posse do Reino preparado para vós desde a criação do mundo”.

Para mim, bastaria “Gente humilde” para eternizar Chico no coração de todos os que não passam ao largo dos caídos na estrada, mas se detêm como samaritanos, sofrem e choram junto. Chico viveu a mesma experiência de seu patrono Francisco de Assis. Essa experiência o converteu de filho de um rico comerciante a um amigo e companheiro dos mais pobres dos pobres, os leprosos (hansenianos). Ele falava deles como sua “gente poverella”, gente humilde da Toscana. De burguês e membro da “jeunesse dorée” que era, largou tudo e fez-se pobrezinho como eles. Era chamado simplesmente de “o poverello de Assis”.

E agora digo como teólogo: atrás desta “gente humilde” de todos os “poverellos” se esconde o Filho de Deus. Dignificar a “gente humilde”, como fez Chico, é resgatar o melhor da herança humanística de nossa história e do Jesus histórico que  viu nos pobres, os primeiros herdeiros de seu sonho. Sempre esteve ao lado do cego, do coxo, do psicologicamente afetado (possessão,na linguagem da época) e se fez ele também um pobre.

Para viver esta dimensão não precisa ser religioso nem crer em Deus. Logicamente se é religioso e crê em Deus se vê reforçado. Mas não é indispensável. Basta ser humano, amante da justiça e um cantador do amor. Nisso se realiza a religião autêntica e aí se encontra o verdadeiro Deus.

En el mundo material búsqueda del mundo espiritual

Leonardo Boff*

Hay mucha gente harta de bienes materiales y del consumismo de nuestra cultura. Como contrapunto quiero situar el tema de los bienes espirituales en el contexto dramático, peligroso y esperanzador en el que se encuentra actualmente la humanidad, especialmente la humanidad humillada y ofendida que vive en el Sur Global, las víctimas de las 18 regiones en guerra, en particular en la Franja de Gaza, con visos de genocidio a cielo abierto, sin olvidar las muchas víctimas de la guerra Rusia-Ucrania. Nuestra reflexión quiere captar la emergencia del mundo espiritual e insistir en su urgencia apremiante ante las amenazas de desaparición de la especie y de liquidación de la biosfera, ya sea por una guerra nuclear, por exceso de calor debido a cambios climáticos o por cualquier factor de desequilibrio del mismo planeta Tierra. Podrían eventualmente poner  en peligro el futuro común de la Tierra y de la humanidad.

         En momentos así, dramáticos, el ser humano se sumerge en lo más profundo de sí y se plantea cuestiones básicas: ¿Qué hacemos en este mundo? ¿Cuál es nuestro sitio en el conjunto de los seres? ¿Cómo actuar para garantizarnos un futuro que sea esperanzador para todos y para nuestra Casa Común? ¿Qué que podemos esperar más allá de esta vida? Todas estas preguntas pertenecen al mundo espiritual.

En este contexto debemos plantearnos la cuestión del mundo espiritual, en otras palabras, de la espiritualidad. El mundo espiritual es una de las fuentes principales, aunque no la única, de inspiración de lo nuevo, de esperanza de buenos resultados, de generación de un sentido plenificador y de capacidad de autotrascendencia del ser humano, pues el ser humano sólo se siente plenamente humano cuando busca autosuperarse. La razón radica en que el ser humano se vivencia como proyecto infinito, repleto de virtualidades que, en parte, se realizan en la historia, y, en su totalidad, más allá de ella.

Esa preocupación por el mundo espiritual es recurrente en nuestra cultura, no sólo en el ámbito de las religiones, que es su lugar natural, sino también en el ámbito de las búsquedas humanas tanto de los jóvenes como de los intelectuales, de famosos científicos y –para nuestra sorpresa– de grandes empresarios. En los últimos años he dado charlas aquí y fuera del país, a personas pertenecientes a esos grupos.

         Que grandes empresarios se planteen cuestiones ligadas al mundo espiritual, o sea, a la espiritualidad confirma las dimensiones  de la crisis que nos asola. Significa que los bienes materiales que ellos producen, las lógicas productivistas y competitivas que incentivan, el universo de valores comerciales (todo se ha vuelto mercancía) que inspira sus prácticas no abordan los interrogantes referidos. Hay un vacío profundo, un hueco inmenso dentro de su ser. Por eso, pienso, que sólo el mundo espiritual puede llenarlo.

Es importante, sin embargo, mantener siempre nuestro espíritu crítico, porque con el mundo espiritual, con la espiritualidad, también se puede hacer mucho dinero. Hay verdaderas empresas que manejan discursos de espiritualidad, que no es raro que hablen más a los bolsillos que a los corazones. Hay líderes neopentecostales que son expresión del mercado con su predicación del evangelio de la prosperidad material y, recientemente, del dominio. Conquistan para los intereses de sus pastores a los fieles, religiosos y de buena fe.

Pero los portadores permanentes del mundo espiritual son las personas consideradas comunes, que viven la rectitud de la vida, el sentido de solidaridad y cultivan el espacio de lo Sagrado, ya sea en sus religiones e iglesias, ya sea en el modo como piensan, obran, interpretan la vida y cuidan de la naturaleza.

Lo que importa es que mundialmente hay una demanda de valores no materiales, de una redefinición del ser humano como un ser que busca un sentido plenificador, que está en busca de valores que propician alegría de vivir. En todas partes encontramos seres humanos, especialmente jóvenes, indignados con el destino previamente definido en términos de economía, cuando se dice que “no hay alternativa” (TINA=There is no Alternative), con el sistema de mercado bajo el cual estamos obligados a vivir, que se niegan a aceptar los caminos que los poderosos obligan a seguir a la humanidad. Esos jóvenes dicen: “No permitiremos que nos roben el futuro. Merecemos un destino mejor, necesitamos beber de otras fuentes para encontrar una luz que ilumine nuestro camino y nos de esperanza”.

Por eso resulta importante introducir desde el principio una distinción –no para separar, sino para distinguir– entre el mundo religioso, la religión, y el mundo espiritual, la espiritualidad. Lo ha hecho el Dalai Lama de forma extremadamente brillante y esclarecedora en el libro Una Ética para el Nuevo Milenio (Sextante, Rio de Janeiro 2000). Son términos que usamos sin saber con certeza lo que significan. Me permito citar un tema del libro cuya comprensión comparto y hago mía. 

«Juzgo que la religión (mundo religioso) está relacionada con la creencia en el derecho a la salvación predicada por cualquier tradición de fe, creencia que tiene como uno de sus aspectos principales la aceptación de alguna forma de realidad metafísica o sobrenatural, incluyendo posiblemente una idea de paraíso o nirvana. Asociado a esto hay enseñanzas o dogmas religiosos, rituales, oraciones, etc».

«Considero que la espiritualidad (mundo espiritual) está relacionada con aquellas cualidades del espíritu humano –tales como amor y compasión, paciencia y tolerancia, capacidad de perdonar, contentamiento, noción de responsabilidad, noción de armonía– que traen felicidad tanto a la propia persona como a los demás».

«Ritual y oración, junto con las cuestiones de nirvana y salvación, están directamente ligados a la fe religiosa, pero esas cualidades no precisan ser interiores. No existe por tanto ninguna razón por la que un individuo no pueda desarrollarlas, incluso en alto grado, sin recurrir a cualquier sistema religioso o metafísico» (p.32-33).

Como se deduce, esas reflexiones son cristalinas pues muestran la distinción necesaria entre el mundo religioso, la religión y el mundo espiritual, espiritualidad. Una vez distinguidas, pueden relacionarse y  convivir, pero sin depender necesariamente una de otra. Vivir el mundo espiritual puede mostrarnos caminos que nos saquen de la crisis de los tiempos actuales.

*Leonardo Boff, teólogo y filósofo ha escrito Espiritualidad: camino de transformación, Rio 2001; Meditación de la luz: camino de la sencillez, Vozes 2010.

Traducción de MªJosé Gavito Milano

In the material world the search for the spiritual world

Leonardo Boff

There are many who are fed up with material goods and the consumerism of our culture. As a counterpoint, I want to place the theme of spiritual goods in the dramatic, dangerous and hopeful context in which humanity currently finds itself, especially the humiliated and offended humanity that lives in the Global South, the victims of 18 regions of war, in particular in the Gaza Strip with an open-air genocide bias, without forgetting the many victims of the Russia-Ukraine war.

Our reflection wants to capture the emergence of the spiritual world and emphasize its pressing relevance in the face of the threats of the disappearance of the species and the liquidation of the biosphere, whether due to a nuclear war, excessive heat due to climate change or any factor of imbalance on planet Earth itself. They could eventually call into question the common future of Earth and humanity.

 In such dramatic moments, human beings dive into their depths and ask themselves basic questions: What are we doing in this world? What is our place in the group of beings? How can we act to guarantee a future that is hopeful for everyone and for our Common Home? What can we expect beyond this life? These are questions from the spiritual world.

It is in this context that we must pose the question of the spiritual world, in other words, spirituality. The spiritual world is one of the primary sources, although not the only one, of inspiration for the new, of joyful hope, of generating a fulfilling sense and of the human being’s capacity for self-transcendence. Because human beings only feel fully human when they seek to overcome themselves. The reason lies in the fact that it is experienced as an infinite project, full of virtualities that, in part, take place in history and, as a whole, beyond it.

This concern for the spiritual world is recurrent in our culture, not only in the context of religions, which is its natural place, but also in the context of human searches, both by young people and intellectuals, by famous scientists and – to our surprise -, of great businesspeople. I have spoken in recent years, here and abroad, to people linked to these groups.

The fact that big businesspeople ask questions linked to the spiritual world, that is, spirituality, attests to the dimensions of the crisis that is plaguing us. It means that the material goods they produce, the productivist logics and competition they encourage, the universe of commercial values ​​(everything has become a commodity) that inspires their practices do not address the aforementioned questions. There is a deep emptiness, an immense hole inside your being. Therefore, I think, only the spiritual world can fulfill it.

It is important, however, to always maintain our critical spirit, because with the spiritual world, with spirituality, we can also make a lot of money. There are real companies that manage spirituality discourses that, often, speak more to their pockets than to their hearts. There are neo-Pentecostal leaders who are an expression of the market with their preaching of the gospel of material prosperity and, recently, of domination. They win over the faithful, religious and in good faith, to the interests of their pastors.

However, the permanent bearers of the spiritual world are people considered common, who live the righteousness of life, the sense of solidarity and cultivate the space of the Sacred, whether in their religions and churches, or in the way they think, act and interpret life. and take care of nature.

What matters, however, is that worldwide there is a demand for non-material values, for a redefinition of the human being as a being that seeks fulfilling meaning, that is looking for values ​​that provide joy in living.

Everywhere we find human beings, especially young people, indignant with the destiny previously defined in terms of economics, when it is said that “there is no alternative”(TINA), the market system, under which we are forced to live, who refuse to accept the paths that the powerful coerce humanity to follow. These young people say: “We will not allow our future to be stolen from us. We deserve a better destiny, we need to drink from other sources to find a light that illuminates our path and gives us hope.”

That is why it is important, from the beginning, to introduce a distinction – without separating, but distinguishing – between the religious world, religion and the spiritual world, spirituality. In fact, the Dalai Lama did so in an extremely brilliant and enlightening way in the book Ethics for the New Millennium (2000). These are terms that we use without knowing exactly what they mean. I allow myself to quote a topic from the book whose understanding I participate in and make my own.

“I believe that religion (religious world) is related to the belief in the right to salvation preached by any faith tradition, a belief that has as one of its main aspects the acceptance of some form of metaphysical or supernatural reality, including possibly an idea of paradise or nirvana. Associated with this are religious teachings or dogmas, rituals, prayers, and so on.”

I consider spirituality (spiritual world) to be related to those qualities of the human spirit – such as love and compassion, patience and tolerance, ability to forgive, contentment, notion of responsibility, notion of harmony – that bring happiness both to the person himself and to the others”.

“Ritual and prayer, along with questions of nirvana and salvation, are directly linked to religious faith, but these inner qualities need not be. There is therefore no reason why an individual cannot develop them, even to a high degree, without resorting to any religious or metaphysical system” (p.32-33).

As can be seen, these reflections are crystal clear as they show the necessary distinction between the religious world, religion and the spiritual world, spirituality. Once distinct, they can relate and coexist, but without one necessarily depending on the other.

Experiencing the spiritual world can show paths that take us out of the crisis of current times.

Leonardo Boff,  brazilian theologian and philosopher wrote: Spirituality: path of transformation, Rio 2001; Light meditation: path of simplicity, Petropolis 2010.