Der gegenwärtige Zusammenbruch der Ethik

Ich sehe unter anderem zwei Hauptfaktoren, die den Kern der Ethik angreifen: die Globalisierung des Raubtierkapitalismus und die Kommodifizierung der Gesellschaft.

Die Globalisierung des Kapitalismus als Produktionsweise und sein politischer Ausdruck, der Neoliberalismus, haben die perversen Folgen der kapitalistischen Ethik aufgezeigt: Ihre strukturierenden Achsen sind der unbegrenzte Profit, der individuell oder von großen Konzernen akkumuliert wird, der ungezügelte Wettbewerb, der Angriff auf die Güter und Dienstleistungen der Natur, die Lockerung der Gesetze und die Minimierung des Staates in seiner Funktion, eine minimal ausgeglichene Gesellschaft zu garantieren. Eine solche Ethik ist höchst konfliktträchtig, denn sie kennt keine Solidarität, sondern einen Wettbewerb, der alle Gegner, wenn nicht gar Feinde, zu Besiegten macht.

Ganz anders ist zum Beispiel die Ethik der Maya-Kultur. Hier steht das Herz im Mittelpunkt, da alle Dinge aus der Liebe zweier großer Herzen, des Himmels und der Erde, entstanden sind. Das ethische Ideal besteht darin, in allen Menschen sensible, gerechte, transparente und wahre Herzen zu schaffen.

Oder die Ethik des “bien vivir y convivir” der Andenbewohner, die auf dem Gleichgewicht mit allen Dingen, zwischen den Menschen, mit der Natur und mit dem Universum beruht.

Die Globalisierung, die alle Kulturen miteinander verbindet, hat schließlich auch die Vielfalt der ethischen Wege offenbart. Eine ihrer Folgen ist die allgemeine Relativierung der ethischen Werte. Wir wissen, dass Recht und Ordnung, Werte der grundlegenden ethischen Praxis, die Voraussetzungen für jede Zivilisation überall auf der Welt sind.

Wir beobachten, dass die Menschheit sich der Barbarei hingibt und sich auf ein wahres globales dunkles Zeitalter zubewegt, so groß ist der ethische Zusammenbruch, den wir erleben.

Das zweite große Hindernis für die Ethik ist die Kommodifizierung der Gesellschaft, die Karl Polaniy bereits 1944 als “Die große Transformation” bezeichnete. Es handelt sich dabei um das Phänomen des Übergangs von einer Marktwirtschaft zu einer reinen Marktgesellschaft.

Alles wird zur Ware, was schon Karl Marx in seinem Text “Das Elend der Philosophie” von 1848 voraussagte, als er auf die Zeit hinwies, in der die heiligsten Dinge wie Wahrheit und Gewissen auf den Markt getragen werden würden; es wäre “die Zeit der großen Korruption und der allgemeinen Käuflichkeit”. Denn wir leben in dieser Zeit: Wissen, Schulen, Universitäten, neupfingstliche Kirchen, Kurse, Vorlesungen, Beratung, Sex, menschliche Organe, alles, wirklich alles ist ein Objekt von Geschäft und Gewinn. Es herrscht ein eigennütziges und merkantilistisches Verhältnis vor, das die Solidarität, die Zusammenarbeit und die Gegenseitigkeit stark schwächt.

Die Wirtschaft, insbesondere die spekulative, diktiert die Richtung der Politik und der Gesellschaft als Ganzes, die durch die Entstehung einer tiefen Kluft zwischen den wenigen Reichen und der großen verarmten Mehrheit gekennzeichnet ist. Hier zeigen sich Spuren von Barbarei und Grausamkeit wie selten zuvor in der Geschichte.

Welches ist die Ethik, die uns als Menschheit, die im selben gemeinsamen Haus lebt, leiten kann? Es ist die Ethik, die in dem verwurzelt ist, was uns als Menschen eigen ist, und die daher universell ist und von allen übernommen werden kann.

Ich glaube, dass an erster Stelle die Ethik der Fürsorge steht. Nach der Fabel 220 des Sklaven Higino aus der römischen Kaiserzeit, die von Martin Heidegger in Sein und Zeit gut interpretiert und von mir in Wissen, wie man sich kümmert, ausführlich dargestellt wurde, bildet sie das ontologische Substrat des menschlichen Wesens, d. h. die Gesamtheit der objektiven Faktoren, ohne die der Mensch und andere Lebewesen niemals entstehen würden.

Da die Fürsorge zum Wesen des Menschseins gehört, kann jeder sie erfahren und ihr je nach Kultur konkrete Formen geben. Die Fürsorge setzt eine freundliche und liebevolle Beziehung zur Wirklichkeit voraus, mit einer ausgestreckten Hand für die Solidarität und nicht mit einer geballten Faust für den Wettbewerb. Im Zentrum der Fürsorge steht das Leben. Die Zivilisation muss bio-sozio-zentriert sein.

Eine weitere Tatsache unseres menschlichen Wesens ist die Solidarität und Ethik, die sich daraus ableiten. Durch die Bioanthropologie wissen wir heute, dass es die Solidarität unserer anthropoiden Vorfahren war, die uns den Sprung von der Tierwelt zum Menschen ermöglichte. Sie suchten Nahrung und verzehrten sie in Solidarität. Wir alle leben, weil es ein Mindestmaß an Solidarität gab und gibt, angefangen bei der Familie. Was gestern die Grundlage war, ist auch heute noch die Grundlage.

Ein anderer ethischer Weg, der mit unserer strengen Menschlichkeit verbunden ist, ist die Ethik der universellen Verantwortung. Verantwortlich zu sein bedeutet, sich der positiven oder negativen Folgen unseres persönlichen und gesellschaftlichen Handelns bewusst zu sein. Entweder wir nehmen das Schicksal unserer gemeinsamen Heimat verantwortungsvoll in die Hand, oder wir werden einen Weg ohne Wiederkehr beschreiten. Wir sind verantwortlich für die Nachhaltigkeit von Gaia und ihren Ökosystemen, damit wir weiterhin mit der gesamten Lebensgemeinschaft zusammenleben können.

Der Philosoph Hans Jonas, der das “Prinzip Verantwortung” als Erster ausgearbeitet hat, fügte ihm die Bedeutung der kollektiven Angst hinzu. Wenn diese auftritt und die Menschen zu erkennen beginnen, dass sie ein tragisches Ende finden und sogar als Spezies verschwinden könnten, bricht eine uralte Angst aus, die sie zu einer Ethik des Überlebens führt. Die unbewusste Annahme ist, dass der Wert des Lebens über jedem anderen kulturellen, religiösen oder wirtschaftlichen Wert steht.

Es ist auch wichtig, die Ethik der Gerechtigkeit für alle zu retten. Gerechtigkeit ist das Mindestmaß an Recht, das wir dem anderen zugestehen, damit er weiter existieren kann und wir ihm das geben, was ihm als Person zusteht: Würde und Respekt. Vor allem die Institutionen müssen fair und gerecht sein, um die Privilegien und sozialen Ausschlüsse zu vermeiden, die so viele Opfer hervorbringen, vor allem in Brasilien, einem der ungleichsten, d. h. ungerechtesten Länder der Welt. Das erklärt den Hass und die Diskriminierung, die die Gesellschaft zerreißen, und die nicht von den Menschen, sondern von den reichen Eliten ausgehen, die keine Rechte für alle akzeptieren, sondern ihre Privilegien bewahren wollen.

Gerechtigkeit gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Natur und die Erde, die Träger von Rechten sind und daher in unser Konzept der sozial-ökologischen Demokratie einbezogen werden müssen.

Schließlich müssen wir eine Ethik der gemeinsamen Nüchternheit einbeziehen, um das zu erreichen, was Xi Jinping, der oberste Führer Chinas, als “eine mäßig wohlhabende Gesellschaft” bezeichnet hat. Damit ist ein minimales und erreichbares Ideal gemeint.

Dies sind einige grundlegende Parameter für eine Ethik, die für jedes Volk und für die gesamte Menschheit gilt, die im Gemeinsamen Haus versammelt ist. Andernfalls könnten wir ein soziales und ökologisches Armageddon erleben.

Leonardo Boff ist Autor von: Wie man sich um das Gemeinsame Haus kümmert, Petropolis/Rio 2018.

El colapso actual de la ética

Leonardo Boff*

Hemos vivido y sufrido en Brasil tiempos sombríos bajo el gobierno de Jair Bolsonaro, donde la ética fue enviada al limbo y prácticamente valía todo (las fake news, las mentiras, la predicación de la violencia y la exaltación de la tortura). En el  momento actual  asistimos desolados a la guerra Rusia-Ucrania. Esta guerra representa la negación de todos los valores  civilizatorios, pues una  gran potencia nuclear está literalmente destruyendo una pequeña nación y a su pueblo.

Sin perder de vista los dos datos que hemos mencionado, percibo, entre otros, dos factores  principales que alcanzan el corazón de la ética: la globalización del capitalismo depredador y la mercantilización de la sociedad.

La mundialización del capitalismo, como modo de producción, y su expresión política, el neo-liberalismo, ha mostrado las consecuencias perversas de la ética capitalista: sus ejes  estructuradores son el lucro ilimitado, acumulado individualmente o por grandes corporaciones, la competencia desenfrenada, el asalto a los bienes y servicios de la naturaleza, la flexibilización de las leyes y la minimización del estado en su función de garantizar una sociedad mínimamente equilibrada. Tal ética es altamente conflictiva porque no conoce la solidaridad, sino la competencia que hace de todos adversarios, si no enemigos a ser vencidos.

Es muy diferente, por ejemplo, la ética de la cultura maya. Esta cultura pone todo centrado en el corazón, ya que todas las cosas nacieron del amor de dos grandes corazones, del Cielo y de la Tierra. El ideal ético es crear en todas las personas corazones sensibles, justos, transparentes y verdaderos. O la ética andina del “bien vivir y convivir”, basada en el equilibrio con todas las cosas, entre los humanos, con la naturaleza y con el universo.

La globalización, al interrelacionar todas las culturas, ha acabado por revelar la pluralidad de caminos éticos. Una de sus consecuencias está siendo la relativización general de los valores éticos. Sabemos que la ley y el orden, valores de la práctica ética fundamental, son los requisitos previos de cualquier civilización en cualquier parte del mundo.

Lo que observamos es que la humanidad está cediendo ante la barbarie, poniendo rumbo  hacia una verdadera edad de las tinieblas global, tal es el descalabro ético que estamos viendo.

El segundo gran obstáculo para la ética es la mercantilización de la sociedad, lo que Karl  Polanyi llamaba ya en 1944 La Gran Transformación. Es el fenómeno del paso de una economía de mercado a una sociedad puramente de mercado.

Todo se transforma en mercancía, algo ya previsto por Karl Marx en su texto “La miseria de la filosofía” de 1848, cuando se refería a la época en que las cosas más sagradas como la verdad y la conciencia serían llevadas al mercado; sería “el tiempo de la gran corrupción y de la venalidad universal”. Pues estamos viviendo ese tiempo.

La economía, especialmente la especulativa, dicta el rumbo de la política y de la sociedad en su conjunto, que se caracteriza por generar un profundo foso entre los pocos ricos y las grandes mayorías empobrecidas. Aquí se revelan huellas de barbarie y crueldad como pocas veces en la historia.

¿Qué ética puede orientarnos como humanidad que vive en la misma Casa Común? La ética que hunde sus raíces en lo que nos es propio como humanos y que, por tanto, es universal y puede ser asumida por todos.

Creo que en primer lugar está la ética del cuidado. Según la fábula 220 del esclavo Higino, bien interpretada por Martin Heidegger en Ser y Tiempo y detallada por mí mismo en Saber cuidar, el cuidado constituye el sustrato ontológico del ser humano, es decir, el conjunto de factores objetivos sin los cuales el ser humano y los demás seres vivos no podrían existir.

Dado que el cuidado está en la esencia del ser humano, todos pueden vivirlo y darle formas concretas, según las distintas culturas. El cuidado presupone una relación amigable y afectuosa con la realidad, una mano tendida para la solidaridad, no el puño cerrado para la competición. En el centro del cuidado está la vida. La civilización deberá ser bio-socio-centrada.

Otro dato de nuestra esencia humana es la solidaridad y la ética que de ahí se deriva. Hoy sabemos por la bioantropología que fue la solidaridad de nuestros antepasados antropoides la que nos permitió dar el salto de la animalidad a la humanidad. Buscaban los alimentos y los consumían solidariamente. Todos vivimos porque ha existido y existe un mínimo de solidaridad, empezando por la familia. Esto que ayer fue fundamento sigue siéndolo todavía hoy.

Otra vía ética, ligada a nuestra estricta humanidad, es la ética de la responsabilidad universal. Ser responsable es ser consciente de las consecuencias beneficiosas o perjudiciales de nuestros actos personales y sociales. O asumimos juntos responsablemente el destino de nuestra Casa Común o recorreremos un camino sin retorno. Somos responsables de la sostenibilidad de Gaia y de sus ecosistemas para que podamos seguir conviviendo con toda la comunidad de vida.

El filósofo Hans Jonas, que elaboró por primera vez el Principio de Responsabilidad, le agregó la importancia del miedo colectivo. Cuando surge este miedo y los humanos empiezan a darse cuenta de que pueden tener un final trágico e incluso desaparecer como especie, surge un miedo ancestral que les lleva a una ética de  supervivencia. El supuesto inconsciente es que el valor de la vida está por encima de cualquier otro valor cultural, religioso o económico.

También es importante rescatar la ética de la justicia para todos. La justicia es el derecho mínimo que debemos a los demás para que puedan seguir existiendo y darles lo que les corresponde como personas: dignidad y respeto. Las instituciones, especialmente, deben ser justas y equitativas para evitar los privilegios y las exclusiones sociales que producen tantas víctimas, particularmente en Brasil, uno de los países más desiguales, es decir, más injustos del mundo. De ahí el odio y la discriminación que desgarran la sociedad, que no provienen del pueblo, sino de las élites adineradas que no aceptan la ley para todos, sino que quieren preservar sus privilegios.

La justicia no sólo se aplica a los seres humanos, sino también a la naturaleza y a la Tierra, que son portadoras de derechos y deben, por tanto, incluirse en nuestro concepto de democracia socioecológica.

Por último, debemos incorporar una ética de sobriedad compartida para alcanzar lo que  decía Xi Jinping, Jefe Supremo de China: “una sociedad moderadamente acomodada”. Esto significa un ideal mínimo y alcanzable.

Estos son algunos parámetros básicos para una ética, válida para cada pueblo y para la humanidad reunida en la Casa Común. De lo contrario, podríamos vivir un Armagedón social y ecológico.

*Leonardo Boff ha escrito Cómo cuidar de la Casa Común, Vozes 2018.

Ecodecálogo

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Por MICHAEL LÖWY*

Dez mandamentos para salvar a vida neste planeta

O autor destas notas não se julga um novo Moisés e não considera ter recebido este Ecodecálogo de Jeová. Trata-se simplesmente de uma tentativa de responder, com um toque de ironia, em duas páginas breves, à pergunta que muitos se fazem atualmente: o que fazer? O que fazer diante da crise ecológica e da catástrofe climática?

(i) Levarás a sério a crise ecológica. Não se trata apenas de um problema entre muitos outros, é a questão política, econômica, social e moral mais importante do século XXI. É uma questão de vida ou de morte. Nossa casa comum arde em fogo. Não há tempo a perder. Tu tens outras preocupações? Estás preocupado, com toda razão, com o preço da gasolina e do gás e te preocupas injustamente com o grande número de árabes, negros, ciganos, judeus, mexicanos e gays em teu país? Tens que modificar tuas inquietações. A crise climática é mais grave. Muito mais grave? Infinitamente pior. Trata-se da tua sobrevivência e/ou da de teus filhos e netos.

(ii) Não adorarás os ídolos da religião capitalista: “Economia de mercado”, “Energias fósseis”, “Crescimento do PIB”, “Organização Mundial do Comércio”, “Fundo Monetário Internacional”, “Competitividade”, “Pagamento da dívida”, etc. Estes são falsos deuses, ávidos por sacrifícios humanos e responsáveis pelo aquecimento global.

(iii) Agirás diariamente de acordo com os princípios ecológicos. Recusarás viagens de avião nas distâncias cobertas por ferrovias. Reduzirás drasticamente teu consumo de carne. Evitarás as armadilhas do consumismo. Terás consciência da interdependência de todos os seres vivos e agirás com prudência e respeito pela natureza. Mas rejeitarás as ilusões do “beija-florismo”: a crença de que a mudança ecológica resultará da soma de pequenas ações individuais.

(iv) Apoiarás ações coletivas, por exemplo, qualquer luta ecológica concreta, em teu país e no mundo. Consoante o caso, optarás por manifestações de rua, atos de desobediência civil, ZADs [Zonas a Defender], sabotagem de oleodutos. Participarás ou apoiarás movimentos, ONGs, etc. que lutem pelas causas ecológicas, privilegiando as mais radicais.

(v) Nunca oporás o social e o ecológico. Tentarás, por todos os meios, favorecer a convergência entre lutas sociais e ecológicas. Agirás para garantir empregos alternativos aos trabalhadores das empresas poluentes, que devem fechar. Tentarás aproximar sindicatos e movimentos ecológicos.

(vi) Serás solidário, militante e/ou financeiramente, com os refugiados do clima e as vítimas de catástrofes ecológicas. Exigirás que as fronteiras de teu país lhes sejam abertas e que os países ricos do Norte indenizem os países pobres do Sul pelos danos causados pelas mudanças climáticas.

(vii) Lutarás sem trégua contra os políticos ecocidas e/ou negacionistas do clima, os Donald Trump, Jair Bolsonaro, Scott Morrison e cia. Todos os meios são bons para desalojá-los, trocá-los, neutralizá-los.

(viii) Rejeitarás o teu apoio àqueles que invocam o nome da ecologia em vão. Ou seja, os políticos que fazem belos discursos, mas não agem contra as emissões e os combustíveis fósseis. Ou que propõem falsas soluções como os “direitos de emissão”, os “mecanismos de compensação” e outras mistificações do capitalismo verde e do greenwashing.

(ix) Combaterás, por todos os meios, as empresas da oligarquia fóssil, ou seja, o enorme complexo econômico-financeiro-político-militar ligado às energias fósseis: petróleo, carvão, gás. Lutarás por sua expropriação e pela criação de um serviço público de energia, resolutamente orientado para as energias renováveis (solar, eólica, hídrica, etc.) e capaz de oferecer serviços gratuitos às camadas populares.

(x) Sabendo que o problema é sistêmico e que, consequentemente, nenhuma solução verdadeira será possível no marco do capitalismo, participarás, de uma forma ou de outra, dos partidos ou movimentos que propõem alternativas anticapitalistas: ecossocialismo, ecologia social, decrescimento, etc.

*Michael Löwy é diretor de pesquisa em sociologia no Centre nationale de la recherche scientifique (CNRS). Autor, entre outros livros, de O que é o ecossocialismo (Cortez).

¿Cómo vivir la Pascua en medio de tantas crisis?

Leonardo Boff*

Muchas crisis están asolando a la humanidad: la crisis económica que ha hundido a los grandes bancos de los países centrales, la crisis política con el ascenso mundial de las políticas de derecha y extrema derecha, la crisis de las democracias en casi todos los países, la crisis del Estado que se burocratiza cada vez más, la crisis del capitalismo globalizado que no puede resolver los problemas que él mismo ha creado, generando una acumulación de riqueza en muy pocas manos en un mar de pobreza y miseria, la crisis ética, pues ya no cuentan los valores de la gran tradición de la humanidad, sino el vale todo posmoderno (anything goes), la crisis del humanismo pues imperan relaciones de odio y de barbarie en las relaciones sociales, la crisis de civilización que ha comenzado a introducir la inteligencia artificial autónoma que articula miles de millones de algoritmos y toma decisiones independientes de la voluntad humana, poniendo en riesgo nuestro futuro común, la crisis sanitaria que ha alcanzado a toda la humanidad a través de la Covid-19, la crisis ecológica que, si no cuidamos la biosfera, nos alerta de una posible tragedia terminal del sistema-vida y del sistema-Tierra. Detrás de todas estas crisis hay una crisis aún mayor: la crisis del espíritu que representa una crisis de la vida humana en este planeta. 

El espíritu es el momento de la vida consciente en el cual nos damos cuenta de que pertenecemos a un todo mayor, terrenal y cósmico, y que estamos a merced de una Energía poderosa y amorosa que sustenta todas las cosas y a nosotros mismos. Tenemos la facultad específica de poder dialogar con ella y de abrirnos a ella, identificando un Sentido mayor que impregna todo y que atiende nuestro impulso de infinitud. La vida del espíritu (que algunos neurólogos llaman el “punto Dios” en el cerebro) está siendo sepultada por la voluntad irrefrenable de acumular bienes materiales, por el consumismo, por el egoísmo y por una profunda falta de solidaridad.

Desde agosto de 1945, cuando los Estados Unidos lanzaron dos bombas nucleares sobre Hiroshima y Nagasaki, se nos abrió la conciencia de que podemos autoaniquilarnos. Ese peligro aumentó con la carrera armamentista, que incluye a nueve naciones con armas químicas, biológicas y cerca de 16.000 cabezas nucleares. La guerra actual entre Rusia y Ucrania ha hecho que Putin amenace con el uso de armas nucleares, suscitando el temor apocalíptico del fin de la especie humana.

En este escenario, ¿cómo celebrar la mayor fiesta de la cristiandad que es la Pascua, la resurrección del Crucificado, Jesús de Nazaret? La resurrección no debe ser entendida como la reanimación de un cadáver como el de Lázaro. Resurrección, en las palabras de San Pablo representa la irrupción del “novissimus Adam” (1Cor 15,45), es decir, del ser humano nuevo, cuyas infinitas virtualidades presentes en él (somos un proyecto infinito) afloran totalmente. Aparece así como una revolución en la evolución, una anticipación del fin bueno de la vida humana. El Resucitado alcanzó una dimensión cósmica, nunca más ha dejado el mundo y llena todo el universo.

En este sentido la resurrección no es la memoria de un pasado, sino la celebración de un presente, siempre presente para suscitarnos alegría, la suave sonrisa de que la muerte en la cruz de Jesús de Nazaret, el Viernes Santo, es solo una travesía a una vida libre de muerte y plenamente realizada: la resurrección. El horizonte sombrío se aclaró e irrumpió el Sol de la esperanza.

Pensando en términos del proceso cosmogénico que engloba todo, la resurrección no está fuera de él. Por el contrario, es una emergencia nueva de la cosmogénesis, de ahí su valor universal, más allá del salto de la fe. La resurrección es la síntesis de la dialéctica, de donde Hegel sacó su dialéctica, de la vida (tesis), la muerte (antítesis) y la resurrección (síntesis). Esta es el final de todo, ahora anticipado para nuestra alegría. Es el verdadero génesis, no del principio, sino del fin alcanzado ya.

Considero que la versión del evangelio de San Marcos sobre la resurrección es la más realista y verdadera. Él termina el texto con Jesús resucitado diciendo a las mujeres: “id a decir a los apóstoles, y a Pedro, que él (el Resucitado) va delante de vosotros a Galilea. Allí le veréis, como os dijo” (Mc 16,7). Y así termina. Las apariciones relatadas, es convicción de los estudiosos que serían un añadido posterior. Es decir: todos estamos en camino hacia Galilea para encontrarnos con el Resucitado. Él personalmente ha resucitado, pero su resurrección no se ha completado, mientras sus hermanos y toda la naturaleza no hayan resucitado aún. Por esta razón, el mundo fenomenológicamente sigue igual o peor, con guerras y momentos de paz, con bondades y maldades, como si la resurrección no hubiera tenido lugar como signo de superación de esta realidad ambigua.

Incluso así, después que Cristo resucitó ya no podemos estar tristes: el fin bueno está garantizado. 

Feliz fiesta de Pascua para todos los que pueden realizar este camino y también para los que no puedan hacerlo. 

*Leonardo Boff ha escrito: La resurrección de Cristo. Nuestra resurrección en la muerte, Sal Terrae, varias ediciones.

Traducción de Mªjosé Gavito Milano