DER  KOSMISCHE CHRISTUS

Wie ein zeitgemeszer spiritueller Zugang zu Jesus Christus aussehen könnte

Von Leonardo Boff

Das »Gottesgerücht«,die Vermutung, dass unsere tiefe Sehnsucht nach dem Unendlichen nicht ins Leere läuft, ist offenbar nicht auszutilgen. In den vielfältigen Formen von Religionen und spirituellen Wegen – tastenden Versuchen, das letzte Geheimnis des Daseins zu benennen – nimmt es Gestalt an. Im christlichen Bekenntnis streift die Gottesidee jede Ambivalenz ab: Wer Gott ist, gewinnt für Christinnen und Christen letzte Eindeutigkeit in Jesus von Nazaret, in seinem Lebensschicksal und in der befreienden Praxis der jesuanischen Bewegung. Der tragende Grund allen Seins, der Ursprungsquell, aus dem alles hervorgeht, erweist sich als die bedingungslose Liebe und unendliche Vergebung, die wir mit Jesus zärtlich Abba, lieber Papa, nennen dürfen. Gott erweist sich als der, dessen Liebe zu allererst den Ausgegrenzten, den Armen und Leidenden gilt, denen eine Gesellschaft verheißen ist, in der alle Platz haben (Reich Gottes). Die christologischen Dogmen in ihren kaum mehr nachvollziehbaren philosophischen Kategorien haben letztlich keinen anderen Sinn, als diese Konkretisierung der Gottesidee zu bewahren.

Ein glauwürdiges Bekenntnis

Das Bekenntnis zu Jesus, einer konkreten Person aus dem Mittelmeerraum am Rand des Römischen Reiches, als dem Christus, in dem offenbar wird, wer Gott ist, steht heute allerdings vor zwei großen Herausforderungen. Wie entgeht man der Gefahr eines Exklusivismus und christlichen Kolonialismus, der andere Religionen entwertet und nicht mehr gelten lässt? Und: Wie lässt sich das christliche Bekenntnis glaubwürdig aussagen angesichts unserer Einsichten in einen sich entwickelnden Kosmos, angesichts der globalen Herausforderungen der »Planetarisierung« und der Herausbildung eines kollektiven Bewusstseins der gesamten Menschheitsfamilie?

Bereits die ersten christlichen Gemeinden entwickelten Kategorien, um die universale Bedeutung des historischen Jesus so zur Sprache zu bringen, dass sie im hellenistischen Kulturraum verständlich und akzeptabel war. Eine solche Kategorie ist etwa der »Logos« des Johannesevangeliums, der das in Jesus Fleisch gewordene Wort mit der Sinngestalt der Welt insgesamt verbindet. Mit der Denkfigur der »logoi spermatikoi«, der Samenkörner des Wortes, haben die Kirchenväter die Identifikation dieses Logos mit Jesus von Nazaret vor jedem Ausschließlichkeitsanspruch bewahrt und Offenbarungen Gottes in anderer Gestalt prinzipiell anerkannt. Die Rückbindung an Jesus blieb allerdings das Unterscheidungskriterium zwischen wahr und falsch.

Eine andere, bereits dem Ersten Testament entstammende Kategorie, um die Ordnung des Universums zum Ausdruck zu bringen, das nicht als eine unpersönliche Kraft gedacht werden kann, sondern als höchste Subjektivität und höchstes Bewusstsein, ist die der Weisheit (sophia). Es war die Feministische Theologie, die auf deren zentrale Bedeutung für das Verständnis Jesu hingewiesen hat. Die deuteropaulinischen Briefe haben die Vorstellung eines kosmischen Christus entwickelt, in dem »alles Bestand« hat, »auf den hin alle Dinge geschaffen wurden« (Kolosserbrief 1,15–17) und der das Haupt ist, in dem das All zusammengefasst ist (Epheserbrief 1,10).

Nimmt man das Bekenntnis des Konzils von Chalkedon (451 n. Chr.) ernst, welches das »wahre Menschsein« Christi festhält, dann ist diese kosmische Dimension Christi zunächst vor dem Hintergrund jener Voraussetzungen zu sehen, die Jesus mit allen Menschen teilt: Ihm eignet dieselbe menschliche Natur, die sich im Laufe von Milliarden Jahren herausgebildet hat. Konkret: In ihm sind alle Grundenergien des Universums sowie die physikalisch-chemischen Elemente vorhanden, die sich im Inneren der Sterne vor Milliarden Jahren gebildet haben, bevor sie explodierten und diese Elemente ins All hinausschleuderten.

Christisch und Christlich

Das Eisen, das in den Adern Jesu zirkulierte, der Phosphor und das Kalzium, der Stickstoff, der Sauerstoff und der Kohlenstoff machen aus Jesus wie aus allen anderen Menschen wahrhaft kosmische Wesen. Ihre Wurzeln finden sich in der Milchstraße, ihre Wiege im Sonnensystem, ihr Haus auf dem Planeten Erde. Wie alle übrigen Menschen gehörte Jesus zur Klasse der Säugetiere, der Ordnung der Primaten, der Familie der Hominiden, der Gattung Mensch und der Spezies Homo sapiens. Er dachte und handelte mit den Hilfsmitteln, die ihm seine Kultur bereitstellte.

Es war der große Naturwissenschaftler, Paläontologe und Mystiker aus dem Jesuitenorden, Pierre Teilhard de Chardin (1881–1955), der das Bekenntnis zum kosmischen Christus zeitgemäß erneuerte. Teilhard war einer der Ersten, der den christlichen Glauben innerhalb eines evolutiven Weltbildes neu formulierte. Seine wissenschaftliche Arbeit galt letztlich keinem anderen Ziel, als die Herztöne des Herzens Christi im Herzen der Materie zu vernehmen. Er überwand damit jeden Supranaturalismus, aber auch ein verkürztes Verständnis von Natur und Materie selbst. Das Evolutionsgeschehen lässt sich nach Teilhard nicht auf die Mechanismen von Zufallsmutation und Selektion reduzieren. In ihm lässt sich eine Richtung »nach vorne und oben« erkennen, Tendenzen zu immer mehr Komplexität, Innerlichkeit, Sich-Selbst-Gegebenheit, Personalisierung und Liebesfähigkeit. Christus kann er schließlich als den Konvergenzpunkt, als den »Punkt Omega«, identifizieren, im dem der Sinn und Grundimpuls des Evolutionsgeschehens offenbar wird. Eine seiner Kurzformeln des Glaubens lautet daher: »Ich glaube, das Universum ist eine Evolution. Ich glaube, die Evolution geht in Richtung des Geistes. Ich glaube, der Geist vollendet sich im Personalen. Ich glaube, das höchste Personale ist der Christus-Universalis.«

Teilhard de Chardin prägte den Ausdruck »christisch« im Unterschied zu »christlich«. Der Schöpfung und der Menschheit eignet eine christische Dimension. Sie ist ein objektiver Tatbestand, der eng verbunden ist mit dem Geheimnis der Schöpfung im Prozess der Evolution, der Ausdehnung und der Selbstschöpfung. Diese objektive Gegebenheit wird zu etwas Subjektivem, wenn sie im Menschen Jesus und seinen Jüngern und Jüngerinnen ins Stadium der Bewusstheit eintritt. Jüngerinnen und Jünger bildeten (und bilden weiterhin) eine Schicksalsgemeinschaft um diese neue Bewusstseinsstadium herum. Das »Christische« wird nun zum »Christlichen«.

Das heißt aber: Der historische Jesus schöpft nicht alle im Christischen enthaltenen Möglichkeiten aus. Das mit dem Geheimnis der Schöpfung verbundene Christische kann auch in anderen Gestalten zur Erscheinung kommen. In der Tat tritt es in jedem Menschen, in allen lebendigen Organismen, in jeder Seinsform des Universums, in der Materie, in der subatomaren Welt, in den Ursprungsenergien hervor. Das Christische ist an der Wurzel von von jenem Sein, das alles Seiende ins Dasein ruft. Achten wir auf die folgende Logik: Der Mensch Jesus wurde zu Christus, und Christus wurde zu Jesus von Nazaret. Jesus von Nazaret wurde so zur Offenbarung Christi, des Logos oder des Sohnes.

Erleuchtung und Inkarnation

Der Buddhismus kennt einen ähnlichen Weg. Zunächst existiert Siddhartha Gautama, die historische Gestalt, die sechshundert Jahre vor Christus lebte. Mittels eines Prozesses der Verinnerlichung und Askese gelangte er zur »Erleuchtung«, die ein radikales Eintauchen ins Sein bedeutet. Seither wurde er Buddha, »der Erleuchtete«, genannt. Doch diese Erleuchtung – das Buddha-Sein – ist nicht der Alleinbesitz von Siddharta Gautama. Sie wird allen angeboten. Es gibt also die »Buddhaschaft«, jene transzendente Wirklichkeit, die sich innerhalb der Geschichte der Menschen in verschiedener Gestalt selbst mitteilen kann. Der Buddha ist eine Erscheinungsweise der »Buddhaschaft«, die das reinste Licht, das göttliche Licht und das unnennbare Wesen darstellt.

So wird klar, dass der konkrete Inhalt von »Christus« und von »Buddha« auf dieselbe Wirklichkeit verweist. Beide offenbaren Gott. Siddhartha Gautama ist eine Erscheinungsweise des kosmischen Christus in ähnlicher Weise, wie dies auf seine Art Jesus von Nazaret ist. Und Jesus von Nazaret ist ein »Erleuchteter« wie Buddha. Beide waren für diese ihre Sendung »gesalbt«.

Besondere Erscheinungsweisen des Christischen und des kosmischen Christus oder der Erleuchtung beziehungsweise des Tao sind auf ihre jeweils eigene Weise Persönlihckeiten wie Krishna, Franziskus von Assisi, Mahatma Gandhi, Papst Johannes XXIII., Dom Hélder Câmara, Martin Luther King, Mutter Teresa von Kalkutta und viele andere. Sie schöpfen die Möglichkeiten dieser höchsten Wirklichkeit nicht aus, die in allen da ist. Doch in den Genannten erlangten sie eine solche Dichte, dass sie zu Bezugspunkten und Archetypen, zur Orientierung für zahlreiche Menschen wurden, welche sich selbst ebenfalls als Kinder Gottes und Träger von Erleuchtung und Tao entdecken. Der bekannte brasilianische Yoga-Meister Hermógenes fand hierfür die folgenden Worte:

Ich bat Krishna um seinen Segen,

und Christus segnete mich.

Ich betete zu Christus,

und Buddha war es, der mich erhört hat.

Ich rief Buddha an,

und es war Krishna, der mir antwortete.

Der Versuch, den christlichen Glauben in kosmischen Kategorien neu zu denken ist angesichts der ökologischen Katastrophe von ganz besonderer Relevanz. Heute kommt der Rede vom »kosmischen Christus« eine besondere Aktualität zu. Eine tragfähige Grundlage hat unser Engagement für ein solidarisches Zusammenleben in Harmonie mit der Natur nur dann, wenn dem Kosmos selbst Sinn eingestiftet ist, wenn er die Sinnstrukturen offenbart, die unser Handeln nicht zur Selbsttäuschung und Illusion werden lassen. So wie die Mythen der Völker einst eine kosmische Ordnung zum Ausdruck brachten, innerhalb derer der Einzelne geborgen war und Orientierung fand, so geht es auch heute darum, unseren eigenen Daseinsvollzug einzuordnen in ein umfassendes Verständnis der Wirklichkeit, das unser Bemühen um ein menschengerechtes Zusammenleben nicht scheitern lässt. Dem globalen Zerstörungsprozess liegt nicht zuletzt ein bestimmtes Wirklichkeitsverständnis, eine Kosmologie der Herrschaft, zugrunde. Diese prägt das Alltagsbewusstsein der Menschen. Sie ist verantwortlich für die gnadenlosen Ausbeutung der Natur. Sie macht den Einzelnen hierfür gefügig und sorgt dafür, dass er genau jene Verhaltensweisen verinnerlicht, die die kapitalistische Wachstumsmaschine weiter am Laufen halten. Die mit den heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr kompatible, wohl aber von vielen geteilten Auffassung einer »klötzchenhaft« gedachten Materie, von einem mechanisch funktionierenden Universum, dem keinerlei Sinn innewohnt, und von einem Evolutionsprozess, dessen bestimmende Faktoren lediglich Zufall und Konkurrenz sind, führt zur Verinnerlichung genau jener Verhaltensweisen und Gefühle, die wir am besten mit den Begriffen Sucht, Ohnmacht und Resignation beschreiben können. Diese tragen dazu bei, das System der Zerstörung und Selbstzerstörung aufrechtzuerhalten.

Kosmovision der Befreiung

Dieser Weltsicht, die mit der rücksichtslosen ökologischen Ausbeutung der Natur, mit einem »monokulturellen Denken«, mit Patriarchat und ökonomischem Nutzenkalkül korrespondiert, ist eine Kosmovision der Befreiung entgegenzusetzen, die in der Lage ist, dem Einsatz für die Erhaltung des Lebens eine tragfähige Grundlage zu geben: Anstelle eines fragmentierten Universums, das sich aus toten, miteinander nicht verbundenen Dingen zusammensetzt, legen die neue Kosmologie und die Quantenphysik nahe, dass wir es grundlegend mit einer Wirklichkeit dynamischer Beziehungen zu tun haben, innerhalb derer Raum, Zeit, Energie, Materie und Geist Teil eines größeren Zusammenhanges sind. Vor allem aber offenbart die Evolution des Kosmos als ganzen und der Erde im Besonderen einen allem zugrunde liegenden Sinn, eine Richtung hin zu größerer Vielfalt, Gemeinschaft und Interiorität.

So verstanden wird der »kosmische Christus« zu einer Bekenntnisformel dafür, dass die Reich-Gottes-Utopie des Nazareners in der Wirklichkeit des Kosmos selbst verankert ist, der in jener Fülle des Lebens mündet, die Gott selber ist.

Leonardo Boff, geboren 1938, ist einer der bekanntesten Vertreter der Befreiungstheologie. Die Übersetzung und Zusammenstellung der wichtigsten Gedanken seiner kosmologischen Christologie übernahm Bruno Kern. Näher ausgeführt werden diese Gedanken in den Boffs Büchern »In ihm hat alles Bestand. Der kosmische Christus und die modernen Naturwissenschaften« (Kevelaer 2013) und in Mark Hathaway / Leonardo Boff, »Die Weisheit des Kosmos. Ein zukunftsweisendes Weltbild« (Münster 2021).

C.G.Jung: la espiritualidad como dimensión esencial del alma

Hoy existe una preocupación fundamental: rescatar la razón sensible o cordial (del  corazón) para equilibrar el exceso desastroso de la razón instrumental-analítica. Tenemos que armonizar el logos con el pathos, el anima con el animus si queremos resolver los problemas sociales y enfrentar la alarma ecológica. La mente está incorporada siempre, por lo tanto, siempre impregnada de sensibilidad y no solo cerebrizada. Jung vivía esta conexión profunda.

En sus Memorias dice: “hay tantas cosas que me llenan: las plantas, los animales,  las nubes, el día, la noche y el eterno presente en los hombres. Cuanto más  inseguro me siento sobre mí mismo, más crece en mí el sentimiento de mi parentesco con todo” (p. 361).

En este contexto afirma: “es importante proyectarnos en las cosas que nos rodean. Mi yo no está confinado a mi cuerpo. Se extiende a todas las cosas que hice y a todas las cosas a mi alrededor. Sin esas cosas, yo no sería el  mismo, no sería un ser humano, sería tan solo un simio humano, un primate. Todo lo que me rodea es parte de mí… Estoy profundamente comprometido con la idea de que la existencia humana debe estar enraizada en la Tierra” (pp.189;190).

Para Jung, todas las cosas son más que cosas. Nos penetran en forma de símbolos y arquetipos, cargados de emociones y van componiendo  la constelación de nuestro yo  profundo. Viene al caso recordar esta confesión de C.G. Jung: “mi vida es la historia de la autorrealización del inconsciente”. No dice de “mi inconsciente”, sino del inconsciente colectivo que posee dimensiones humanas, cósmicas, animales y vegetales.  La culminación del proceso de individuación reside en la integración del todo del cual nos sentimos parte y parcela.

Pocos estudiosos del alma humana han dado más importancia a la espiritualidad que Jung. Veía en la espiritualidad una exigencia arquetípica fundamental de la naturaleza humana en la escalada rumbo a su completa individuación. La imago Dei o el arquetipo “Dios” ocupa el centro del Self: aquella energía poderosa, en lo más profundo de nuestra psique, que atrae todos los arquetipos y los ordena a su alrededor como el sol hace con los planetas (cf. el libro clásico de R. Hostie, C.G.Jung und die Religion, Karl Alber, Freiburg/München 1957).

Sin la integración de este arquetipo axial, el ser humano queda manco y con una incompletitud abismal. Por eso escribe:

“Entre todos mis clientes en la segunda mitad de la vida, es decir, con más de 35 años, no hubo uno solo cuyo problema más profundo no fuera la cuestión de su actitud religiosa. Todos en última instancia estaban enfermos por haber perdido aquello que una religión viva ha dado siempre, en todos los tiempos, a sus seguidores. Y ninguno se curó realmente sin recobrar la actitud religiosa que le era propia. Esto, está claro, no depende en modo alguno de la adhesión a un credo particular, ni de hacerse miembro de una iglesia, sino de la necesidad de integrar su dimensión espiritual”.

La función principal de la religión o de la espiritualidad es religarnos a todas las cosas y a la Fuente de donde promana todo ser, Dios. Ese es el propósito básico del Mysterium Conjunctionis que Jung consideraba su opus magnum. Pues en él se trata de realizar la conjuntio,  es decir, la conjunción del hombre integral con el mundus unus, el mundo unificado, el mundo del primer día de la creación cuando todo era uno y no había aún ninguna división ni diferenciación. Era la situación plenamente urobórica del ser. Esa fusión es el anhelo más secreto y radical del ser humano y el permanente llamado del Self.

El drama del hombre actual es haber perdido la espiritualidad y su capacidad de vivir un sentimiento de pertenencia.

Lo que se opone a la religión o a la espiritualidad no es el ateísmo o la negación de la divinidad. Lo que se opone es la incapacidad de ligarse y religarse con todas las cosas. Hoy las personas están desenraizadas, desconectadas de la Tierra, del anima, y por eso sin espiritualidad.

Para Jung el gran problema hoy es de naturaleza psicológica. No de la psicología entendida como disciplina o solo una dimensión de la psique, sino de la psicología en el sentido abarcador que le daba, como la totalidad de la vida y del universo en cuanto percibidos y articulados con el ser humano, sea por el consciente sea por el inconsciente personal y colectivo.  Y en este sentido escribe: “Es mi convicción más profunda que, a partir de ahora hasta un futuro indeterminado, el verdadero problema es de orden psicológico. El alma es padre y  madre  de todas las dificultades no resueltas que lanzamos en dirección al  cielo” (Cartas III, p.243). Siempre tuvo preocupación por el futuro de la humanidad. Previó, en sus visiones, a partir del inconsciente colectivo, la primera y la segunda guerra mundial. Ocurrieron como lo previó.

Me gustaría saber qué visiones tendría Jung sobre la alarma  ecológica actual.  Nos dejó una  pista: una semana antes de su muerte, el 6 de junio de 1961, tuvo una terrible visión que reveló a  Marie-Louise von Franz, que lo acompañó hasta el final: “gran parte del mundo sería destruído”. Pero añadió: “Gracias a Dios, no todo” (Jung vida e obra: uma memória biográfica por Barbara Hannah, Vozes 2022, p.478). Es lo que grandes analistas prevén en el caso  de que no cambiemos el rumbo de nuestra cultura anti-vida, consumista y materialista.

El hecho es que la  Tierra está enferma porque nosotros estamos enfermos. La Covid-19 lo mostró bien. En la medida en que nos transformamos, transformamos también la Tierra. Jung buscó esta transformación hasta su muerte. Es el único camino que nos puede librar de su visión terrible de destrucción de gran parte de nuestro mundo.

C.G.Jung demuestra ser un maestro y un guía que nos dibuja un mapa apto para orientarnos en estos momentos dramáticos en que vive la humanidad. Él creía profundamente en lo Transcendente y en el mundo espiritual. No será seguramente el capital material sino el capital espiritual, colocado ahora en el centro de nuestras búsquedas, el que nos permitirá evitar un armagedón ecológico. Entonces, así lo creo y espero, podremos vivir una fase nueva de la Tierra y de la Humanidad, la fase planetaria y ecoespiritual.

*Leonardo Boff es coeditor de la traducción de la obra completa de C.G.Jung (19 vol), publicada por la Editora Vozes.

Traducción de María José Gavito Milano

C.G.Jung: a espiritualidade como dimensão essencial da alma

Leonardo Boff

Hoje vige uma preocupação fundamental: o resgate da razão sensível ou cordial (do coração) para equilibrar o excesso desastroso da razão instrumental-analítica Temos que harmonizar o logos com o pathos a anima e o animus se quisermos equacionar os problemas sociais e enfrentar o alarme ecológico.A mente é sempre incorporada, portanto, sempre impregnada de sensibilidade e não apenas cerebrizada. Jung vivia esta profunda conexão.

Em suas Memórias diz:”há tantas coisas que me repletam: as plantas, os animais, as nuvens, o dia, a noite e o eterno presente nos homens. Quanto mais me sinto incerto sobre mim mesmo, mais cresce em mim o sentimento de meu parentesco com o todo”(p. 361).

Neste contexto afirma:”importa projetar-nos nas coisas que nos cercam. O meu eu não está confinado ao meu corpo. Estende-se a todas as coisas que fiz e a todas as coisas à minha volta. Sem essas coisas, não seria eu mesmo, não seria um ser humano, seria tão-só um símio humano, um primata. Tudo o que me rodeia é parte de mim… Estou profundamente comprometido com a ideia de que a existência humana deve estar enraizada na Terra”(pp.189;190).

Para Jung, as coisas todas, são mais que coisas. Penetram-nos na forma de símbolos e arquétipos, carregados e emoções e vão compondo  a constelação de nosso eu profundo. Vale lembrar a confissão de C.G. Jung:”minha vida é a história da autorrealização do inconsciente”. Não diz do “meu inconsciente”. Mas do inconsciente coletivo que possui dimensões humanas, cósmicas, animais e vegetais. A culminância do processo de individuação reside na integração do todo do qual nos sentimos parte e parcela.

Poucos estudiosos da alma humana deram  mais importância à espiritualidadade do que Jung. Via na espiritualidade uma exigência arquetípica fundamental da natureza humana na escalada rumo à sua completa individuação. A imago Dei ou o arquétipo “Deus” ocupa o centro do Self: aquela energia poderosa, no mais profundo de nossa psiqué, que atrái  todos os arquétipos e os ordena ao seu redor como o sol o faz com os planetas (cf. o livro clássico de R. Hostie, C.G.Jung und die Religion, Karl Alber, Freiburg/München 1957).

Sem a integração deste arquétipo axial, o ser humano fica manco e com uma incompletude abissal. Por isso escreve:

“Entre todos os meus clientes na segunda metade da vida, isto é, com mais de 35 anos, não houve um só cujo problema mais profundo não fosse constituído pela questão da sua atitude religiosa. Todos em última instância estavam doentes por terem perdido aquilo que uma religião viva sempre deu, em todos os tempos, aos seus seguidores. E nenhum curou-se realmente sem recobrar a atitude religiosa que lhe fosse própria. Isto está claro. Não depende absolutamente de uma adesão a um credo particular, nem de tornar-se membro de uma igreja, mas da necessidade de integrar  a sua dimensão espiritual.”

A função principal da religião ou da espiritualidade é nos religar a todas as coisas e à Fonte donde promana todo o ser, Deus. Esse é o propósito básico do Mysterium Conjunctionis que Jung considerava seu opus magnum. Pois nele se trata de realizar a conjuntio,  quer dizer, a conjunção do homem integral com o mundus unus, o mundo unificado, o mundo do primeiro dia criação quando tudo era um e não havia ainda nenhuma divisão e diferencição. Era a situação plenamente urobórica(de Uroboros, a serpente enrolada em si mesma) do ser. Essa fusão é o anseio mais secreto e radical do ser humano e o permanente chamado do Self.

O drama do homem atual é ter perdido a espiritualidade  e sua capacidade de viver um sentimento de pertencimento. O que se opõe à religião ou à espiritualidade não é o ateísmo ou a negação da divindade. O que se opõe é a incapacidade de ligar-se e religar-se com todas as coisas. Hoje as pessoas estão desenraizadas, desconectadas da Terra, da anima e por isso sem espiritualidade.

Para Jung o grande problema hoje é de natureza psicológica. Não da psicologia entendida como disciplina ou apenas uma dimensão da psiqué. Mas psicologia no sentido abrangente que lhe dava, como a totalidade da vida e do universo, enquanto percebidos e articulados com o ser humano seja pelo consciente seja pelo inconsciente pessoal e coletivo.  É neste sentido que escreve:“É minha convicção mais profunda de que, a partir de agora,  até a um futuro indeterminado, o verdadeiro problema é de ordem psicológica. A alma é o pai e a mãe  de todos as dificuldades não resolvidas que lançamos na direção do céu”(Cartas III, p.243).Sempre teve uma preocupação pelo futuro da humanidade. Previu,em suas visões,a partir do inconsciente coletivo,a primeira e a segunda guerra mundial. Ocorreram como previra.

Estaria curioso em saber que visões teria Jung sobre o atual alarme ecológico. Mas deixou-nos uma dica:uma semana antes de sua morte em 6 de junho de 1961 teve uma terrível visão que a revelou à Marie-Louise von Franz que o acompanhou até o fim:”grande parte do mundo seria destruído. Mas acrescentou:”Graças a Deus não todo”(Jung vida e obra:uma memória biográfica por Barbara Hannah,Vozes,2022 p.478). É o que grandes analistas preveem,caso não mudarmos de rumo de nossa cultura consumista e materialista.

O fato é que a  Terra está doente porque nós estamos doentes.O Covid-19 bem o mostrou. Na medida em que nos transformamos, transformamos também a Terra. Jung buscou esta transformação até a sua morte. É o único caminho que nos pode livrar de sua visão terrível de destruição de grande parte de nosso mundo.

C. G.Jung se mostra um mestre e um guia que nos desenha um mapa apto a nos orientar nestes momentos dramáticos em que vive a humanidade. Ele acreditava profundamente no Transcendente e no mudo espiritual. Não será seguramente o capital material mas o capital espiritual, agora colocado no centro de nossas buscas, que nos permitirá evitar um Armagedom ecológico. Então, assim creio e espero,poderemos viver uma fase nova da Terra e da Humanidade, a fase planetária e ecoespiritual.

Leonardo Boff é co-editor da tradução da obra completa de C.G.Jung (19 vol) pela Editora Vozes.