Tod und Begräbnis der Kleinen Schwester Geneviève, Hebamme des Tapirapé-Volks

Am 24. September 2013 starb im Dorf der Tapirapé, in der Nähe des Flusses Araguaia, die Kleine Schwester Jesu, Geneviève, aus Frankreich. Sie und ihre Gefährtinnen machten eine Erfahrung, die der Anthropologe Darcy Ribeiro als eine der beispielhaftesten in der Geschichte der Anthropologie erachtet: die Begegnung und das Zusammenleben einer Weißen mit der indigenen Kultur.

 

Canuto, der das Leben und Werk der Kleinen Schwester Geneviève kennt, beschreibt ihren Tod folgendermaßen:

 

„Am Morgen des Dienstag, 24. September, ging es Geneviève gut. Sie hatte Ton angerührt, um das Haus zu reparieren. Sie aß in aller Ruhe mit Schwester Odile. Als sie sich ausruhten, beklagte sie sich über Schmerzen im Brustkorb. Odile organisierte sogleich ein Auto, um sie zum Krankenhaus von Confresa zu bringen. Auf dem Weg dorthin wurde Genevièves Atmung immer mühsamer. Sie starb noch vor ihrer Ankunft im Krankenhaus.

 

Im Dorf herrschte große Bestürzung. Geneviève hatte während der 61 Jahre ihres gemeinsamen Lebens mit ihnen bei fast 100 % der Geburten der Apyãwa (wie sich die Tapirapé früher nannten und auch heute wieder selbst nennen) Beistand geleistet. Die  Apyãwa wollten sie nach ihrem eigenen Ritus beerdigen, so als handele es sich um eine der Ihren. Die Trauerlieder, begleitet von den sich im Rhythmus befindlichen Schritten, dauerten lange an, die ganze Nacht hindurch und am folgenden Tag. Viel Jammern und Weinen war zu hören.

Dem Ritus der  Apyãwa gemäß wurde Geneviève im Innern des Hauses begraben, in dem sie gelebt hatte. Das Grab wurde sorgfältig von den  Apyãwa ausgehoben, begleitet von rituellen Gesängen. Auf ca. 40 cm Bodenhöhe wurde an jeder Extremität des Grabs je ein Querbalken platziert. An diesen beiden Enden wurde ihre Hängematte befestigt, so als schliefe sie darin. Darüber wurden Bretter gelegt. Auf die Bretter folgte Erde, die zuvor, der Tradition gemäß, von den Frauen gesiebt worden war. Am darauf folgenden Tag wurde die Erde befeuchtet und so bearbeitet, dass sie dick und fest wurde wie gestampfte Erde. All dies wurde von rituellen Gesängen begleitet.  

 

In der Hängematte, in der sie täglich schlief, hält Geneviève nun den ewigen Schlaf inmitten derer, die sie als ihr Volk ausgewählt hatte.

 

Die Nachricht ihres Todes breitete sich schnell in der ganzen Region aus sowie in  Brasilien und in der ganzen Welt. Viele Vertreter aus Kirchengemeinden kamen. Die Koordinatoren des CIMI (Rat der Indigenen Missionare) aus Cuiabá kamen nach einer Reise von mehr 1100 km, als der Leichnam bereits im Grab lag und vorerst nur mit Brettern bedeckt war. Damit diejenigen, die gekommen waren, um sie ein letztes Mal in ihrer Hängematte zu sehen, einen letzten Blick auf sie werfen konnten, nahmen die  Apyãwa die Bretter nochmals heraus.

 

Unter die Gesänge der Tapirapé mischten sich andere Gesänge und Schilderungen des christlichen Lebenswegs der Kleinen Schwester Geneviève. Zum Abschluss sagte das Oberhaupt, die  Apyãwa seien alle sehr betrübt über den Tod der Schwester. Indem er auf Portugiesisch und in der Sprache der Tapirapé sprach, brachte er den Respekt zum Ausdruck, mit dem die Apyãwa während der sechzig Jahre gemeinsamen Lebens mit den Schwestern immer behandelt worden waren. Und er erinnerte daran, dass die  Apyãwa ihr Überleben den Schwestern zu verdanken hätten, denn als diese kamen, waren die  Apyãwa nicht sehr zahlreich. Heute hingegen bestehen sie aus fast 1000 Personen.

 

 In die Erde der Tapirapé eingebettet, ruht Geneviève als ein Denkmal für Kohärenz, Stille und Demut, Respekt und Anerkennung des Anderen und als Zeugnis, dass es möglich ist, mit einfachen und kleinen Gesten das Leben eines ganzen Volkes zu retten.

 

Ein letzter Gruß, Canuto“

 

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Im September 2002 schrieb ich nach einem Treffen mit Schwester Geneviève einen kleinen Artikel für eine Zeitung in Brasilien, den ich hier auszugsweise wiedergebe:

 

Die Kleinen Schwestern von Foucauld zeugen von einer neuen Form der Evangelisierung, von der viele in Lateinamerika träumen: statt die Menschen zu bekehren, ihnen Doktrinen zu geben und Kirchen zu bauen, beschlossen sie, sich ganz in die Kultur der indigenen Völker einzuleben und mit ihnen zu leben und  zu sein.Nur danach hat einen Sinn von Evangelium zu reden.

In unserem Zeitalter wurde dieser Weg  von Bruder Charles de Foucauld beschritten, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den Moslems in die algerische Wüste zog, nicht um zu verkündigen, sondern um mit ihnen zu leben und die Unterschiedlichkeit ihrer Kultur und ihrer Religion offen anzunehmen. Das Gleiche taten die Kleinen Schwestern Jesu bei den Tapripé, den Indios im Nordwesten des Mato Grosso in der Nähe des Flusses von Araguaia. Am 17. September 2002 nahm ich an der Feier des 50. Jahrestags ihrer Anwesenheit bei den Tapirapé teil. Da war die Pionierin noch da, die Kleine Schwester Geneviève, die im Oktober 1952 begann, mit dem dortigen Volk zu leben.

 

Wie kamen sie dorthin? Die Kleinen Schwestern erfuhren durch die französischen Dominikanerbrüder, die im Land des Araguaia missionierten, dass sich die Tapirapé in Gefahr befänden. Ihre frühere Anzahl von 1500 war durch die Überfälle der Kayapós, die Krankheiten der Weißen und durch den Mangel an Frauen auf 47 Personen geschrumpft. So beschlossen sie im Geiste des Bruders Charles de Foucauld, zusammen zu leben statt zu bekehren, sich dem leidenden Volk anzuschließen.

 

Bei ihrer Ankunft hörte die Kleine Schwester Geneviève das Oberhaupt Marcos sagen: „Die Tapirapé werden untergehen. Die Weißen werden uns auslöschen. Die Erde hat einen Wert, die Fische haben einen Wert, die Jagd hat einen Wert. Nur der Indio ist wertlos.“ Sie hatten verinnerlicht, wertlos zu sein und sogar, dass sie unausweichlich zum Aussterben verdammt seien.

Die Kleinen Schwestern standen ihnen zur Seite und baten um eine Unterkunft. Sie begannen, mit ihnen das Evangelium der Geschwisterlichkeit zu leben: auf den Feldern, im Kampf ums tägliche Maniok, im Erlernen ihrer Sprache und in der Ermutigung zu allem, was ihnen eigen war, einschließlich ihrer Religion. Dies geschah auf einem Weg der Solidarität ohne Umkehr. Mit der Zeit wurden sie als Stammesmitglieder aufgenommen. 

Das Selbstwertgefühl der Tapirapé kam zurück. Durch die Vermittlung der Kleinen Schwestern, wurde es möglich, Karajá-Frauen dazu zu bringen, Tapirapé-Männer zu heiraten und so deren Volk zu Nachkommen zu verhelfen. Aus den damaligen 47 sind inzwischen fast 1000 geworden. In 50 Jahren haben sie nicht ein einziges Stammesmitglied bekehrt. Doch sie erreichten viel mehr: Sie wurden zu Hebammen eines Volkes im Lichte dessen, der seine Mission verstand als „das Leben zu geben, und es in Überfülle zu geben“: Jesus.

 

Als ich das Gesicht der Tapirapé-Frauen sah und das gealterte Gesicht von Schwester Geneviève, dachte ich: Hätte sie ihre weißen Haare mit  Tucum gefärbt, hätte man sie voll und ganz für eine Tapirapé-Frau halten können. Sie setzte tatsächlich die Prophezeiung der Begründerin um: „Die Kleinen Schwestern werden Tapirapé sein, um von hier aus auf die anderen zu zu gehen und sie zu lieben, doch sie werden immer Tapirapé sein.“ 

 

Ist es nicht genau dieser Weg, den das Christentum einschlagen muss, wenn es in dieser globalisierten Welt eine Zukunft haben will: den Weg eines Evangeliums des sanften und geschwisterlichen Zusammenlebens und frei von Macht? 

 

 

 

 Übersezt von Bettina Gold-Hartnack

 

Muerte y sepultura de la hermanita Genoveva,partera del pueblo Tapirapé

El 24 de septiembre de 2013 murió en la aldea de los indígenas Tapirapé, en el Araguaia, la Hermanita de Jesús Genoveva, francesa de origen. Ella y sus compañeras han vivido una experiencia que el antropólogo Darcy Ribeiro consideraba una de las más ejemplares de toda la historia de la antropología: el encuentro y la convivencia de alguien de la cultura blanca con la cultura indígena.

Este es el testimonio de Canuto, que sabe bien de la vida y obra de la Hermanita Genoveva. Así describe su muerte:
«En la mañana del martes 24 Genoveva estaba bien. Había amasado barro para el arreglo de la casa. Almorzó tranquilamente con la hermanita Odile. Estaban descansando cuando se quejó de dolor en el pecho. Odile fue rápidamente a conseguir transporte para llevarla al hospital de Confresa. En el camino la respiración se fue haciendo más difícil. Murió antes de llegar al hospital.

De vuelta a la aldea, consternación general. Genoveva había visto nacer casi al 100% de los Apyãwa (así se llamaban a sí mismos los Tapirapé. Así vuelven a autodenominarse hoy), en estos 61 años de vida compartida.
Los Apyãwa quisieron sepultarla según sus costumbres, como si hubiese muerto otra Apyãwa. Los cantos fúnebres, ritmados con los pasos, se prolongaron por mucho tiempo, durante la noche y el día siguiente. Se oían muchos lloros y lamentaciones.

Según el ritual Apyãwa, Genoveva fue enterrada dentro de la casa donde vivía. La tumba fue abierta con todo cuidado por los Apyãwa, acompañada de cánticos rituales. A una altura de unos 40 centímetro del suelo fueron colocados dos travesaños, uno en cada extremo. A estos travesaños fue amarrada la hamaca que quedó como una hamaca tendida como quien está durmiendo. Por encima de los travesaños se colocaron tablas y sobre las tablas se colocó la tierra. Toda la tierra que pusieron encima fue peñerada por las mujeres, como es la tradición. Al día siguiente esta tierra se mojó y se moldeó de forma que quedara firme y espesa como la tierra batida. Todo acompañado de cánticos rituales.
En su hamaca donde dormía todos los días, Genoveva duerme el sueño eterno entre aquellos que escogió para que fueran su pueblo.

La noticia de su muerte voló por la región, por Brasil y por el mundo. Vinieron muchos Agentes de Pastoral. Los coordinadores del CIMI (Consejo Indígena Misionero) de Cuiabá, llegaron después de un viaje de más de 1.100 kms cuando el cuerpo estaba ya en la tumba, todavía cubierto sólo con las tablas. Los Apyãwa las retiraron para que los que acababan de llegar la viesen por última vez en su hamaca.

A los cánticos rituales de los Tapirapé se fueron mezclando otros cánticos y testimonios de la caminada cristiana de la hermanita Genoveva. Al final, el cacique dijo que los Apyãwa estaban todos muy tristes con la muerte de la hermanita. Hablando en portugués y en tapirapé resaltó el respeto con el que siempre fueron tratados por las hermanitas durante estos sesenta años de convivencia. Recordó que los Apyãwa deben su supervivencia a las hermanitas, pues cuando ellas llegaron, ellos eran muy pocos y hoy llegan a casi mil personas.

Plantada en territorio Tapirapé está Genoveva, un monumento de coherencia, silencio y humildad, de respeto y reconocimiento de lo diferente, probando cómo es posible, con acciones simples y pequeñas, salvar la vida de todo un pueblo. Saludos: Canuto».
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En septiembre de 2002 después de un encuentro con la Hermanita Genoveva escribí un pequeño artículo en el Jornal do Brasil que retomo aquí en parte.

Las Hermanitas de Foucauld son testimonio de la nueva forma de evangelización, soñada por tantos en América Latina: en vez convertir a las personas, darles la doctrina y construir iglesias, decidieron encarnarse en la cultura de los indígenas y vivir y convivir con ellos. En nuestro tiempo este camino fue vivido por el Hermano Carlos de Foucauld que al principio del siglo XX se fue al desierto de Argelia, entre los musulmanes, no para anunciar, sino para convivir con ellos y acoger la diferencia de su cultura y de su religión. Eso mismo han hecho las Hermanitas de Jesús entre os indios Tapirapé en el noroeste del Mato Grosso, cerca del río Araguaia.

El día 17 de septiembre de 2002 asistí a la celebración de los cincuenta años de su presencia junto a los Tapirapé. Allí estaba la pionera, la Hermanita Genoveva, que en octubre de 1952 comenzó su convivencia con la tribu

¿Cómo llegaron allí? Las hermanitas supieron a través de los frailes dominicos franceses que misionaban en tierras del Araguaia, que los Tapirapé se estaban extinguiendo. De los 1500 que había antiguamente se habían reducido a 47, a causa de las incursiones de los Kayapó, de las enfermedades de los blancos y de la falta de mujeres. En el espíritu del Hermano Carlos, de ir para convivir y no para convertir, decidieron unirse a la agonía de un pueblo.

A su llegada, la Hermanita Genoveva oyó del cacique Marcos: “Los Tapirapé van a desaparecer. Los blancos van a acabar con nosotros. Tierra vale, caza vale, pez, vale. Sólo el indio no vale nada”. Ellos habían internalizado que no valían nada y que estaban condenados a desaparecer inexorablemente.

Ellas fueron donde ellos y les pidieron hospedaje. Comenzaron a vivir con ellos el evangelio de la fraternidad, en el campo, en la lucha por la yuca de cada día, a aprender su lengua y a incentivar todo lo de ellos, religión incluida, en un recorrido solidario y sin retorno. Con el tiempo fueron incorporadas como miembros de la tribu.

La autoestima de ellos creció. Gracias a la mediación de ellas consiguieron que mujeres Karajá se casasen con hombres Tapirapé y se garantizase así la multiplicación del pueblo. De 47 hoy llegan a casi mil. En 50 años ellas no convirtieron ni a un sólo miembro de la tribu. Pero consiguieron mucho más: se hicieron parteras de un pueblo, a la luz de aquel que entendió su misión de “traer vida y vida en abundancia”, Jesús.

Cuando vi el rostro de una india tapirapé y el rostro envejecido de la hermanita Genoveva, pensé: si hubiese teñido su pelo blanco con tucum podría pasar por una perfecta mujer tapirapé. Realizó de hecho la profecía de la fundadora: “Las hermanitas se harán Tapirapé, para desde aquí ir a los otros y amarlos, pero serán siempre Tapirapé”.

¿No debería seguir por ahí el cristianismo si quisiera tener futuro en un mundo globalizado? ¿el evangelio sin poder y la convivencia tierna y fraterna?

Leonardo Boff es teólogo y ha escrito América Latina: de la conquista a la nueva evangelización, 1992.

Traducción M. J. Gavito

With Pope Francis, the Third World has come to the Vatican

There is broad awareness of the many innovations that Pope Francis, the Bishop of Rome, as he likes to be called, has introduced in papal behavior and in his style of presiding over the Church, with tenderness, comprehension, dialogue and compassion.  More than a few are perplexed, because they were accustomed to the classic style of the popes, forgetting that it is a style handed down from the pagan Roman emperors, from the name «Pope» to that richly adorned cape on their shoulders, the muceta, the symbol of absolute imperial power, which Francis promptly rejected.

We must remember once again that the present Pope comes from the periphery of the central European Church. He has a different ecclesiastical experience, with new customs and with a different way of experiencing the world and its contradictions. As he consciously expressed it in his lengthy interview with the Jesuit magazine, Civilta Catolica: «The young Churches have developed a synthesis of faith, culture and the life hereafter, which therefore is different from that developed by the older Churches». They are not characterized by change, but by stability and it is hard for them to incorporate new elements coming from the modern secular and democratic culture.

Here Pope Francis emphasizes the difference. He has the consciousness that he comes from a different manner of being Church, which has matured in the Third World. The Third World is characterized by profound social injustices, by the absurd number of favelas, shanty towns, that surround almost every city, by the always despised native cultures, and by the legacy of slavery shadowing the afro-descendants, who are subjected to great discrimination. The Church understands that, besides her specific religious mission, she cannot avoid her urgent social mission: to stand with the weak and oppressed, and to struggle for their liberation. In several gatherings the Bishops of the Latin-American and Caribbean continent, (CELAM), developed the preferential option for the poor in challenging their poverty, and the liberating evangelization.

Pope Francis comes from this ecclesiastical and cultural breeding ground. Here, in the Third World, these options, with their theological reflections, with their form of living the faith in community networks and with celebrations that incorporate the popular style of praying to God, are obvious matters. But they are not so for Christians of the old European Christianity, who are filled with traditions, theologies, cathedrals and a sense of the world impregnated with the Greek-Roman-Germanic culture in the articulation of the Christian message. Because the Pope comes from a Church that gave centrality to the poor, he first visited the refugees in the Isle of Lampedusa, continued with the Jesuit center in Rome, and then the unemployed in Corsica. It is natural for him, but it is almost a «scandal» for the Roman curia, and unprecedented to other European Christians. The option for the poor reaffirmed by the last Popes was purely rhetorical and conceptual. There was no real encounter with the poor and with those who suffer. Francis does exactly the opposite: the good news is affective and effective praxis.

Perhaps these words by Francis clarify his style of living and of seeing the mission of the Church: «I see the Church as a field hospital after a battle. It is useless to ask a gravely wounded soldier if his cholesterol and blood sugar are high. First the wounds must be healed, then we can talk of the rest». «The Church, –Pope Francis continues–, often focuses on small things, on petty precepts. The most important, much better, is to first announce: “Jesus saved you”. For this, the ministers of the Church must in the first place be ministers of mercy.  The structural and organizational reforms are secondary, that is, they come later.  Therefore, the first reform must be the reform of attitude». «The ministers of the Gospel must be capable of warming people’s hearts, of walking with them in the night, knowing how to dialogue, and also being able to enter their night, their obscurity, without getting lost». «The people of God –Pope Francis concludes– want pastors, not functionaries or clerics of the State». In Brazil, talking to the Bishops of Latin America, the Pope tasked them with forging a «revolution of tenderness».

Therefore, centrality is not given to doctrine and discipline, so dominant lately, but to humans, and their searches and inquires, be they believers or not, as Pope Francis showed in his dialogue with Eugenio Scalfari, the former editor of the Roman daily, La Repubblica, who himself is a non-believer. These are new winds that blow from the new peripheral Churches, touching the whole Church. Spring is really coming, filled with promises.

Free translation from the Spanish sent by
Melina Alfaro, alfaro_melina@yahoo.com.ar,
done at REFUGIO DEL RIO GRANDE, Texas, EE.UU.

Gravidade dos problemas ambientais e a inconsciência generalizada

Somos gratos a Washinton Novaes por toda semana em O Estado de São Paulo nos brindar com dados e reflexões atualizadas sobre o estado da Terra, da vida e da Humanidade. Ajuda a superar a geral inconsciência da maioria da população mas especialmente de nossos governantes, na linguagem de Fritjof Capra verdadeiros “analfabetos ecológico”. Estamos rumando na direção de um abismo e eles continuam a discutir taxas de juros, inflação, metas como se tivéssemos todo o tempo futuro à sua disposição. Não se preocupam com o principal que é o pressuposto de todos os demais problemas. Publicamos aqui seu artigo que apareceu em O Estado de São Paulo no dia de São Francisco, 4/10/2013 sob o título: Vamos ter que esperar por racionamentos?  Lboff                     

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 É cada vez mais freqüente na sociedade a sensação de que as instituições das áreas de políticas públicas  (Executivo, Legislativo; no Judiciário os problemas têm outros formatos)  parecem  sempre mais distantes da formulação de macropolíticas e projetos capazes de resolver nossos gravíssimos problemas sociais. Suas decisões ou são muito limitadas na abrangência ou atendem a interesses específicos dos formuladores e dos que os apóiam – não da sociedade nem da solução de graves carências que a afligem.

 

     Ainda há poucos dias (28/9), este jornal publicou em várias páginas as gravíssimas conseqüências das alterações no clima do planeta enumeradas no novo relatório do Painel Intergovernamental de Mudanças Climáticas (IPCC, da ONU) e endossadas pela quase totalidade dos cientistas. Que conseqüências ou desdobramentos isso está tendo em nossas políticas internas ? Que urgência está sendo dada às recomendações do IPCC, embora seu secretário-geral, Rajendra Pachauri, tenha dito que o mundo está “a cinco minutos da meia noite” ?

 

         Não que nos faltem, internamente, informações capazes de embasar políticas adequadas. Ainda há poucas semanas, o próprio relatório de 345 cientistas do Painel Brasileiro de Mudanças Climáticas – onde o governo federal está representado – afirmou que a temperatura no nosso Semiárido (que já passa pela maior seca em 50 anos)  poderá aumentar de 3 a 4,5 graus Celsius até o fim do século, com a 40 a 50% menos de chuvas; na Amazônia poderão ser 6 graus mais; na Mata Atlântica do Sudeste poderá haver 30% mais de chuvas, no Cerrado 40% menos. Vamos mudar algo ? Estudo de grupo interdisciplinar de 26 pesquisadores da Unicamp alerta (1/10) que, ao contrário, a expansão da cana-de-açúcar no Centro-Oeste, em função de vantagens econômicas de curto prazo, esconde problemas sociais e ambientais que “tendem a se agravar por causa de mudanças climáticas”. A necessidade de irrigação intensa, principalmente, está levando a conflitos pelo uso de recursos hídricos cada vez mais escassos – quando o conveniente seria gerar variedades mais resistentes às condições locais. Enquanto isso, as administrações públicas “parecem fascinadas demais pela riqueza fácil” trazida pela cultura.

 

         Nessa área dos recursos hídricos, não é preciso trazer de novo os dramas do saneamento, com quase 90 milhões de pessoas no país sem ligação de suas casas com redes de esgotos, quase 15 milhões sem receber água tratada – e com todas as nossas bacias hidrográficas, da Bahia ao Sul,  em “situação crítica”, segundo a Agência Nacional de Águas, por causa do despejo de esgotos sem tratamento.

 

         Mas não é só aqui. Na recente 23.a Semana Mundial da Água, em Estocolmo, lembrou-se (2/9) que as insuficiências no abastecimento de água provocam 5 mil mortes diárias no mundo, quase 2 milhões por ano. 350 cientistas reunidos no seminário “Water in the Anthropocene”, em Bonn, asseguraram (New Scientist, 1/6) que “em apenas uma ou duas gerações a maioria da população da Terra sofrerá com a falta de água de boa qualidade”.Mais de metade dos rios e córregos dos Estados Unidos, diz a Agência de Proteção Ambiental daquele país (16/4), já tem problemas graves  de contaminação dos peixes, contaminação por bactérias fecais e nutrientes contidos em fertilizantes, que fazem proliferar algas, poluem com fósforo e nitratos. A cada ano, diz o Programa das Nações Unidas para o Meio Ambiente – PNUMA que 100 milhões de toneladas de nitrogênio usadas nas lavouras chegam aos oceanos. O respeitado Thomas Friedman (The New York Times) contou neste jornal (STADO, 10/5) que ao visitar o Iêmen encontrou uma cidade na região de montanhas  (Taiz) onde as pessoas  só podem usar as torneiras de suas casas por 36 horas a cada 30 dias; no restante do tempo, têm de pagar por água transportada por caminhões que a comercializam.

 

         A gravidade progressiva dos conflitos por água já está à vista. O volume de água necessário para produzir energia dobrará no mundo em 15 anos, segundo a Agência Internacional de Energia (O Globo, 31/3). Enquanto isso, já chegamos à perda de 50% das áreas úmidas no planeta, com o avanço da exploração agropecuária, industrial e urbana. E ainda precisaríamos aumentar o consumo de água para irrigação, de 70% do total atual para 90%, com o aumento da população. Como ? No Forum Mundial da Água, em junho, em Foz do Iguaçu, o brasileiro Benedito Braga, seu presidente, enfatizou que o Nordeste brasileiro “já precisa armazenar água”. E foi ao ponto central abordado no início deste texto:   “Soluções técnicas nós temos; mas a questão é política; e necessita de recursos financeiros.”

 

         Enquanto não chegamos às macropolíticas e à conjugação de projetos, vamos com ações isoladas. São Paulo lança pacote de barragens e diques urbanos, mas continuamos com centenas de milhares de pessoas morando em áreas de preservação obrigatória às margens de reservatórios para abastecimento. Enquanto se vai buscar mais água a dezenas de quilômetros de distância e a custos altíssimos; outras tantas pessoas vivem em áreas de risco, sujeitas a deslizamentos, desmoronamentos. Não se consegue evitar que dezenas de afluentes do Tietê, sepultados sob o asfalto, levem para o rio mais lixo e sedimentos; e ele tem mais de 100 quilômetros de suas águas sob um mar de espuma, que o transforma no rio mais poluido do país, embora a nascente, em Salesópolis, continue a fornecer água potável (ESTADO, 22/9).

 

         Onde teremos de chegar ? Todos os dias discutimos o crescimento ou recuo do produto interno bruto, o avanço ou decréscimo da dívida pública, o progresso ou retrocesso deste ou daquele setor econômico, mais ou menos empregos – mas sem discutir o que está na base física de tudo: os recursos naturais (que não são infinitos). Será preciso enfrentarmos racionamentos, penúrias ?  Não teremos competência para formular políticas adequadas ?