Es reicht nicht, gut zu sein, man muss barmherzig sein

Die goldene Regel, die in allen Religionen und spirituellen Wegen präsent ist, lautet: “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst”. Oder mit anderen Worten ausgedrückt: “Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu”.

Das Christentum verkörpert diese Minimalethik und schreibt sich damit in diese uralte Tradition ein. Es schafft jedoch alle Grenzen der Liebe ab, so dass sie wirklich universell und bedingungslos ist. Diese Ethik lautet: “Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters seid. Denn er lässt die Sonne aufgehen über Bösen und Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? (Mt 5,44-47).

Die Version, die uns das Lukasevangelium gibt, ist lehrreich: “Ihr aber sollt eure Feinde lieben … Liebt eure Feinde. So werdet ihr Söhne und Töchter des Höchsten sein, denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist” (Lk 6,35-36).

Diese Aussage ist zutiefst tröstlich. Wer fühlt sich nicht manchmal “undankbar und böse”? Dann trösten uns diese ermutigenden Worte: Der Vater ist gütig, trotz unserer Schlechtigkeit, und so werden wir von der Last unseres Gewissens befreit, die uns überallhin verfolgt. Hier erklingen die tröstlichen Worte des ersten Johannesbriefes: “Wenn unser Herz uns anklagt, so wisst, dass Gott größer ist als unser Herz” (1 Joh 3,20). Diese Worte sollten jedem sterbenden Gläubigen ins Ohr geflüstert werden.

Ein solches göttliches Verständnis bringt uns zurück zu den Worten eines der ermutigendsten Psalmen der Bibel, Psalm 103: “Der Herr ist reich an Barmherzigkeit. Er klagt nicht immer an, noch hegt er einen ewigen Groll. Je höher der Himmel über der Erde ist, desto mehr überwiegt seine Barmherzigkeit. Wie ein Vater sich über seine Söhne und Töchter erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn lieben; denn er kennt unser Wesen und weiß, dass wir Staub sind (Ps 103,9-14).

Eine der Eigenschaften des biblischen Gottes ist seine Barmherzigkeit, denn er weiß, dass wir zerbrechlich und vergänglich sind “wie die Blumen auf dem Felde; der Hauch des Windes genügt, dass wir nicht mehr sind” (103,15). Trotzdem hört er nie auf, uns als geliebte Söhne und Töchter zu lieben und unsere moralischen Schwächen zu bemitleiden.

Eine der grundlegenden Eigenschaften des Gottesbildes, die uns der Meister vermittelt hat, ist gerade seine grenzenlose Barmherzigkeit.  Für ihn reicht es nicht, gut zu sein. Er muss auch barmherzig sein.

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn illustriert dies mit seltener menschlicher Zärtlichkeit. Der Sohn war von zu Hause weggegangen, hatte sein ganzes Erbe in einem ausschweifenden Leben vergeudet und beschloss plötzlich aus Heimweh, nach Hause zurückzukehren. Der Vater stand lange und wartete auf ihn, schaute an der Straßenecke, ob er auftauchen würde. Siehe da, “als er noch weit weg war”, wie es im Text heißt, “sah der Vater seinen Sohn und lief, von Mitleid ergriffen, zu ihm und küsste ihn auf den Hals” (15,20). Es ist genug, wieder im Haus des Vaters zu sein. Und er bereitete für ihn, voller Freude, ein großes Fest.

Dieser barmherzige Vater repräsentiert den himmlischen Vater, der die Undankbaren und Bösen liebt. Er nahm mit unendlicher Barmherzigkeit den Sohn auf, der seinen Weg im Leben verloren hatte. Der einzige Sohn, der kritisiert wird, ist der gute Sohn. Er diente seinem Vater in allem, arbeitete, hielt alle Gebote. Er war gut, sehr gut. Aber für Jesus war es nicht genug, gut zu sein. Er musste auch barmherzig sein. Und das war er nicht. Deshalb ist er der einzige, der eine Zurechtweisung erhält, weil er seinen Bruder, der zurückkehrte, nicht verstand.

Aber es ist wichtig, einen Punkt zu betonen, der die Einzigartigkeit der Botschaft des Nazareners zeigt. Er will über die bloße Nächstenliebe hinausgehen, den wir lieben sollen wie uns selbst. Wer ist der Nächste für Jesus? Es ist nicht mein Freund und auch nicht derjenige, der neben mir steht. Ein Nächster für Jesus ist jeder, dem ich mich nähere, unabhängig von seiner Herkunft oder seinem moralischen Zustand. Es reicht aus, ein Mensch zu sein.

Sinnbildlich ist das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,30-37). Ein Niemand liegt am Straßenrand, “halbtot”, das Opfer eines Raubüberfalls. Ein Priester geht vorbei, vielleicht zu spät zu seinem Dienst im Tempel; auch ein Levit geht vorüber, der sich beeilt, den Altar vorzubereiten. Sie sahen ihn beide und “gingen vorbei”. Ein Samariter kommt vorbei, ein Ketzer in den Augen der Juden; “er nahm sich seiner an und erbarmte sich seiner”, heilte seine Wunden und brachte ihn in eine Herberge, und bezahlte alles, was nötig war, und darüber hinaus. “Wer von den dreien war der Nächste?”, fragt der Meister. Es war der Ketzer, der sich dem Opfer der Räuber näherte. Die Liebe macht keine Unterschiede, jeder Mensch ist der Liebe und Barmherzigkeit würdig. Sicherlich waren der Priester und der Levit gute Menschen, aber es fehlte ihnen das Wichtigste: Barmherzigkeit, ein Herz, das vom Schmerz anderer bewegt wird.

Kurz gesagt, wenn Jesus uns sagt, wir sollen unseren Nächsten lieben, dann meint er damit, dass wir die Unbekannten und Diskriminierten lieben sollen; er impliziert, dass wir die Unsichtbaren, die sozialen Nullen, die, die niemand ansieht und an denen jeder vorbeigeht, lieben sollen, die er am jüngsten Tag, wenn alles ausgelöscht wird, “meine kleinen Geschwister” nennt. “Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan” (Mt 25,40).

Der heilige Franziskus von Assisi war derjenige, der dieses einzigartige “Mehr” der Botschaft Jesu am besten verstanden hat. Deshalb bittet er in seinem Gebet: “dass ich mehr zu trösten suche, als getröstet zu werden, mehr zu verstehen, als verstanden zu werden, und mehr zu lieben, als geliebt zu werden.

Covid-19 zeigt vor allem in den Peripherien, unter den kritisierten Mitgliedern der Landlosen- und Obdachlosenbewegung und anderen, dass die Botschaft der barmherzigen Liebe, die vom Sohn Gottes gelebt wird, nicht erloschen ist und immer noch lebendig ist und brennt.

Leonardo Boff ist Theologe und Autor von „Jesus Christus, der Befreier“, Herder Verlag 1992.

Übersetzt von Bettina Gold-Hartnack

Consumare il mondo o salvaguardare il mondo? Paradigmi opposti. Un testo di Leonardo Boff

La pandemia ci mette, sempre più, davanti ai limiti del nostro paradigma capitalistico. In queste breve, intenso, testo, che pubblichiamo per gentile concessione dell’autore, il teologo brasiliano Leonardo Boff ci offre spunti per un diverso paradigma
etico-sociale.

Leonardo Boff

“Consumare il mondo” o “salvaguardare il mondo” sono una metafora, frequente in bocca ai leader indigeni, che mettono in discussione il paradigma della nostra civiltà, la cui violenza li ha quasi fatti scomparire. Ora è stato messo sotto scacco dal Covid-19. Il virus ha colpito come un fulmine il paradigma del “consumare il mondo”, ovvero sfruttare senza limiti tutto ciò che esiste in natura in un’ottica di crescita / arricchimento senza fine. Il virus ha distrutto i mantra che lo sostengono: centralità del profitto, raggiunto attraverso la concorrenza, la più agguerrita possibile, accumulato privatamente, a scapito delle risorse naturali. Se obbediamo a questi mantra, saremmo sicuramente sulla strada sbagliata. Ciò che ci salva è ciò che è nascosto e invisibile nel paradigma del “consumare il mondo”: la vita, la solidarietà, l’interdipendenza tra tutti, la cura della natura e l’uno dell’altro. È il paradigma imperativo della “salvaguardia del mondo”.

Il paradigma del “consumare il mondo” è molto antico. Proviene dall’Atene del V secolo a.C., quando lo spirito critico irruppe e ci fece percepire la dinamica intrinseca dello spirito, che è la rottura di ogni limite e la ricerca dell’infinito. Tale scopo era pensato dai grandi filosofi, dagli artisti, compare anche nelle tragedie di Sofocle, Eschilo ed Euripide ed è praticato dai politici. Non è più il medén ágan del tempio di Delfi: “niente di troppo”.

Questo progetto di “mangiarsi il mondo” ha preso forma nella stessa Grecia con la creazione dell’impero di Alessandro Magno (356-323), che all’età di 23 anni fondò un
impero che si estendeva dall’Adriatico al fiume Indo in India.

Questo “consumare il mondo” si è approfondito nel vasto Impero Romano, rafforzato nella moderna era coloniale e industriale e culminato nel mondo contemporaneo con la globalizzazione della tecno-scienza occidentale, espansa in tutti gli angoli del pianeta. È l’impero senza limiti, tradotto nello scopo (illusorio) del capitalismo / neoliberismo con la crescita illimitata verso il futuro. Basta prendere come esempio, di questa ricerca di crescita illimitata, il fatto che nell’ultima generazione sono state bruciate più risorse energetiche che in tutte le precedenti generazioni dell’umanità. Non c’è luogo che non sia stato sfruttato per l’accumulo di merci.

Ma ecco, è emerso un limite insormontabile: la Terra, limitata come pianeta, piccola e
sovrappopolata, con beni e servizi limitati, non può sostenere un progetto illimitato. Tutto ha dei limiti. Il 22 settembre 2020, le scienze della Terra e della vita lo hanno identificato come l’Earth Overshoot Day, ovvero il limite dei beni e dei servizi naturali rinnovabili, fondamentali per mantenere la vita. Si sono esauriti. Il consumismo, non accettando limiti, porta alla violenza, togliendo alla Madre Terra ciò che non può più dare. Stiamo consumando l’equivalente di una Terra e mezzo. Le conseguenze di questa estorsione si manifestano nella reazione dell’esausta Madre Terra: aumento del riscaldamento globale, erosione della biodiversità (circa centomila specie eliminate ogni anno e un milione in pericolo), perdita di fertilità del suolo e crescente desertificazione, tra altri fenomeni estremi.

Attraversare alcuni dei nove confini planetari (cambiamento climatico, estinzione di specie, acidificazione degli oceani e altri) può causare un effetto sistemico, facendo crollare i nove e inducendo così il collasso della nostra civiltà. L’emergere del Covid-19 ha messo in ginocchio tutti i poteri militaristici, rendendo inutili e ridicole le armi di distruzione di massa. La gamma di virus precedentemente annunciata, se non modifichiamo il nostro rapporto distruttivo con la natura, potrebbe sacrificare diversi milioni di persone e assottigliare la biosfera, essenziale per tutte le forme di vita.

Oggi l’umanità è presa dal terrore metafisico di fronte ai limiti insormontabili e alla
possibilità della fine della specie. Il Great Reset del sistema capitalista è illusorio. La Terra lo farà fallire.

È in questo drammatico contesto che emerge l’altro paradigma, quello della “salvaguardia del mondo”. È stato allevato in particolare da leader indigeni come Ailton Krenak, Davi Kopenawa Yanomani, Sônia Guajajara, Renata Machado Tupinambá, Cristine Takuá, Raoni Metuktire e altri. Per tutti loro c’è una profonda comunione con la natura, di cui si sentono parte. Non hanno bisogno di pensare alla Terra come alla Grande Madre, Pachamama e Tonantzin perché la sentono così. Proteggono naturalmente il mondo perché è un’estensione del proprio corpo.

L’ecologia del profondo e dell’integrale, come si riflette nella Carta della Terra (2000), nelle Encicliche di Papa Francesco Laudato SI: come prendersi cura della nostra casa comune (2015) e Fratelli tutti (2020), e il programma “Pace, Giustizia e Preservazione del Creato” del Consiglio Ecumenico delle Chiese, tra gli altri gruppi, hanno assunto la “salvaguardia del mondo”. Lo scopo comune è quello di garantire le condizioni fisico chimico-ecologiche che sostengono e perpetuano la vita in tutte le sue forme, in particolare la vita umana. Siamo già nella sesta estinzione di massa e l’Antropocene la sta intensificando. Se non leggiamo emotivamente, con il cuore, i dati della scienza sulle minacce che pesano sulla nostra sopravvivenza, difficilmente ci impegneremo a salvaguardare il mondo.

Papa Francesco ha seriamente ammonito nella Fratelli tutti: “O ci salviamo insieme o nessuno si salva” (n. 32). È un avvertimento quasi disperato se non si vuole “gonfiare il corteo di chi va alla propria tomba” (Z. Bauman). Facciamo il salto della fede e crediamo in ciò che dice il Libro della Sapienza: “Dio è l’amante appassionato della vita” (11,26). Se è così, non ci permetterà di scomparire così miseramente dalla faccia della Terra. Lo crediamo e lo speriamo.

Leonardo Boff ha scritto: Cuidar la Tierra-Proteger la vida, cómo evitar el fin del mundo, Record 2010; Covid-19, la Madre Tierra contraataca a la Humanidad: advertencias de la pandemia, Vozes 2020.

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti).

Este Brasil faz mal à saúde

Publicamos este interessante artigo da Dra.Inez Padula Anderson “Esse Brasil faz mal à saúde”. Ela mostra como a saúde não é uma questão meramente individual. O ser humano vive dentro de uma teia de relações. A saúde depende em muito da qualidade destas relações. Atualmente nosso país vem atravessado por uma onda de ódio, de mentiras, de calúnias e ofensas a pessoas e a instituições. Tais atitudes são doentias em si mesmas e irradiam doenças que atingem o corpo, a mente, o espírito  e atmosfera social dentro da qual todos vivemos. Infelizmente somos (des)governados por uma autoridade suprema que revela forte pulsão de morte. Faz apologia das torturas e dos ditadores mais cruéis. Não elaborou nenhum projeto governamental de enfrentamento ao terrível Covid-19 que já fez mais de 400 mil vítimas. Antes, por palavras e atos fez-se aliado ao vírus.Raramente e de forma meramente  formal mostrou empatia para com as famílias enlutadas. A alma do Brasil está doente e adoece todo seu corpo social. Eu mesmo escrevi no meu blog/site um artigo na mesma linha da Dra.Inez: ”A lição do Covid-19: adoecemos a Terra e a Terra nos adoece”. A Mãe Terra inteira toda está doente porque lhe fizemos tantas agressões que acabou adoecendo. E como somos filhos e filhas da Mãe Terra ou melhor, somos a própria Terra que sente, pensa, ama e cuida, ela acabou nos adoecendo também. A demonstração disso é a intrusão do Covid-19. Só restabelecendo o pacto natural de amor e de cuidado para com ela e entre todos nós, poderemos vencer esta doença que nos ameaça a todos.

Leonardo Boff


Este Brasil Faz Mal à Saúde

Todas e todos sabemos que, além dos aspectos biológicos, fatores sociais, ambientais, psicológicos têm alto impacto nas condições de saúde das pessoas, das famílias e das comunidades.

Muitas vezes, ou talvez grande parte das vezes, não refletimos sobre isso na nossa vida em sociedade e seguimos, no ritmo frenético do cotidiano, sem questionar como estamos vivendo, o que acontece e o que está sendo feito relativamente a estes aspectos.

Naturalmente, cada pessoa, sua família, têm ou deveriam ter responsabilidade e condições de cuidar da sua saúde da melhor maneira possível.

Mas, quando falamos da saúde da população, dos grandes, dos macro-fatores que afetam a saúde de todos nós, ao fim e ao cabo, quem seriam os maiores responsáveis para cuidar destes aspectos?

As políticas públicas, os governos, os políticos, os empresários da saúde e da educação, os grandes empresários da comunicação e marketing, os grandes produtores de alimentos, os que detém maior poder de compra (não importa de que ramo) são os maiores e centrais atores que podem transformar as condições que nos circundam a todos e todas, em meio de cultivo de saúde ou de doença.

Estamos acostumados a pensar que a saúde é um bem, uma característica individual, que depende somente de a pessoa cuidar bem ou mal da sua saúde, e há quem ganhe (muito) com esta falsa premissa.

Infelizmente, a saúde não tem e nunca terá uma origem individual, uma vez que, apesar de se manifestar no individuo, a saúde e a doença serão sempre o resultado de aspectos de cunho individual, familiar, mas, fortemente, simultaneamente, de fatores sócio-ambientais e culturais. Sabemos que ela depende da água que bebemos, da comida que comemos, do ar que respiramos. Mas muitos se esquecem de alguns aspectos fundamentais que têm igual ou maior força na capacidade de nos adoecer ou nos manter saudáveis: a carga de estresse que vivemos, as condições de trabalho, as condições do tráfego, a presença ou ausência de espaço e tempo para o ócio, para o contato com a natureza, para a prática de atividades físicas, para o lazer e para a arte, para o tempo que temos para amar e ser amados, para dar e receber afeto, para cuidar do outro (o cuidado é essencial para nos concebermos como humanos), do reconhecimento e pertencimento a uma coletividade, de podermos nos identificar com uma cultura que nos orgulhe, enfim do tempo que passamos vivendo, ou simplesmente sobrevivendo.

O Brasil, esta bela e rica terra abençoada, que nos têm dado tantas possibilidades de ter saúde, nunca foi uma nação onde, de modo geral, os governantes, os políticos e detentores do poder, cuidaram bem do seu povo, ao contrário. Ao longo dos seus mais de 500 anos de história, salvo períodos espasmódicos, temos sido governados, direta e indiretamente, por representantes que mantém políticas que, cada vez mais, cuidam dos seus interesses individuais e corporativos, e que fazem e continuarão fazendo isso, sem remorso, sem quaisquer questionamentos de ordem ética. Estamos uma nação sem educação, sem amor-próprio; aporofóbica, racista e preconceituosa. Talvez o símbolo mais nefasto desta trajetória, e para o qual precisamos ter plena consciência – é que somos um povo que – em pleno século XXI – escolheu para presidente um homem que faz a apologia da morte, da tortura, do extermínio e age em conformidade com estes princípios.

Estou aqui me perguntando por que estou escrevendo tudo isso? Para quem? Quem sou eu? Penso que sou uma pessoa que tem sofrido, como tantos e tantas brasileiras e brasileiros, a tristeza de ver, especialmente nos últimos 3 anos, um país sendo despedaçado, de forma consciente e determinada por políticas públicas que não interessam ao povo brasileiro, exceto aquela parcela de sempre, que detém o poder e os benefícios deste modo de produção.

Sei que para enfrentar estes desafios não há solução mágica. Tenho somente convicção que não dependerá somente de uma pessoa, de um político… Dependerá de todas e todos, cada um de nós assumirmos alguma atitude que contribua para a reversão deste quadro.

Se o que escrevi contribuir para a reflexão, e quem sabe para alguma ação no sentido contrário a esta tragédia que estamos mergulhados, terá compensado.

Maria Inez Padula Anderson, mãe, avó, médica de família e comunidade, professora da Universidade do Estado do Rio de Janeiro, mestrado e doutorado em saúde coletiva e, atualmente, diretora cientifica da Sociedade Brasileira de Medicina de Família e Comunidade

No basta ser bueno; hay que sermisericordioso

  Leonardo Boff*

La ley áurea, presente en todas las religiones y caminos espirituales es: “ama al prójimo como a ti mismo”, o dicho de otra manera: “no hagas a los demás lo que no quieres que te hagan a ti”. 

El Cristianismo incorpora esa ética mínima y así se inscribe dentro de esta tradición ancestral. Sin embargo, él borra todos los límites del amor para que sea realmente universal e incondicional. Afirma: “amad a vuestros enemigos y orad por los que os persiguen para que seáis hijos de vuestro Padre que está en los cielos, pues Él hace nacer el sol para buenos y malos, y llover sobre justos e injustos. Si amáis a quien os ama, ¿qué mérito tenéis? ¿No hacen también eso los cobradores de impuestos? Si saludáis solo a vuestros hermanos, ¿qué hay de extraordinario en eso? ¿No hacen eso también los paganos? (Mt 5,44-47).

Es muy instructiva la versión que san Lucas da en su evangelio: ”Amad a vuestrosenemigos. Así seréis hijos e hijas del Altísimo que es bondadoso con los ingratos y malos; sed misericordiosos como vuestro Padre es misericordioso”(6,35-36).Esta afirmación es profundamente consoladora. ¿Quién no se siente a veces “ingrato ymalo”? Entonces nos confortan estas alentadoras palabras: el Padre es bondadoso, a pesar de nuestras maldades. Y así aliviamos el fardo de nuestra conciencia que nos persigue por dondequiera que vamos.

Aquí resuenan las consoladoras palabras de la primera epístola de San Juan: “si nuestro corazón nos acusa, sabe que Dios es mayor que tu corazón”(1Jn 3,20). Estas palabras deberían ser susurradas al oído de todo moribundo con fe.

Tanta comprensión divina nos remite a las palabras de uno de los más alentadores salmos de la Biblia, el salmo 103: “El Señor es rico en misericordia. No está siempre acusando niguarda rencor para siempre. Cuanto se elevan los cielos sobre la tierra, tanto prevalece su misericordia. Como un padre siente compasión por sus hijos e hijas, así el Señor secompadece de los que lo aman, porque conoce nuestra naturaleza y sabe que somos polvo (9-14).

Una de las características del Dios bíblico es su misericordia, porque sabe que somos frágiles yfugaces “como las flores del campo; basta un soplo de viento y dejamos de existir” (103,15). Así y todo nunca deja de amarnos como hijas e hijos queridos y de compadecerse de nuestras debilidades morales.

Una de las cualidades fundamentales de la imagen de Dios que el Maestro nos comunicó fue exactamente su misericordia ilimitada. Para él no basta ser bueno. Hay que ser misericordioso

La parábola del hijo pródigo (Lc 15,11-32lo ilustra con rara ternura humana. El hijo se marchó de casa, malbarató toda su herencia en una vida disoluta y, de repente, añorando, resolvió volver a casa. El padre estuvo largo tiempo esperando que volviese mirando hacia la vuelta del camino para ver si aparecía. Y he aquí que “de lejos”, como dice el texto, “el padre vio a su hijo y, conmovido, corrió a su encuentro y le abrazó llenándole de besos” (Lc 15,20).

Es el supremo amor que se hace misericordia. No le reprocha nada. Basta con que haya vuelto a la casa paterna. Y, lleno de alegría, le preparó una gran fiesta, “por que estaba muerto y volvió a la vida, estaba perdido y fué encontrado”(Lc 15,32).

Ese padre misericordioso representa al Padre celestial que ama a los ingratos y malos. Acogió con infinita misericordia al hijo que se había perdido en la vida. El único hijo que es criticado es el hijo bueno. Sirvió al padre en todo, trabajó, observó todos los mandamientos. Era bueno, muy bueno, mas para Jesús no bastaba ser bueno. Tenía que ser misericordioso. Y no lo fue. Por eso es el único que recibe una reprimenda por no comprender al hermano que regresaba.

Pero es importante destacar un punto que muestra lo singular del mensaje del Nazareno.Él quiere ir más allá del simplemente amar al prójimo como nos amamos a nosotros mismos.

¿Quién es el prójimo para Jesús? No es mi amigo, mi el que está cerca de mi, a mi lado. Prójimo para Jesús es todo aquel a quien yo me aproximo. Poco importa su origen o su condición moral. Basta que sea un ser humano.

La parábola del buen samaritano es emblemática (Lc 10,30-37). A la vera del camino yace un infeliz, medio muerto, víctima de un asalto. Pasa un sacerdote, tal vez va atrasado para su servicio en el templo; pasa también un levita, apresurado en la preparación del altar. Ambos lo vieron y “pasaron de largo”. Pasa un samaritano, un hereje para los judíos; “se preocupa de él y tiene misericordia de él”, le cura las heridas, lo lleva a la posada y deja todo pagado antes de marchar, más lo que pueda necesitar. 

“¿Quién de los tres fue el prójimo?” pregunta el Maestro. El hereje que se acercó a la víctima de los asaltantes. El amor no discrimina, cada ser humano es digno de amor y de misericordia. Seguramente el sacerdote y el levita eran gente buena, pero les faltaba lo principal: la compasión, el corazón que se conmueve delante del dolor del otro.

Resumiendo, cuando Jesús manda amar al prójimo, significa amar a ese desconocido y discriminado; implica amar a los invisibles, a los ceros sociales, a aquellos a quien nadie mira y pasan de largo, amar a aquellos que en el momento supremo de la historia, cuando todo sea sacado a la luz él los llama “mis hermanos más pequeños”. “Cuando amaste a uno de esos, fue a mí a quien lo hiciste” (Mt 25,40).Es amor que todas las tradiciones predican y practican,tiene un “más”. Va al encuentro del otro más otro y se queda con él. San Fracisco de Asís no entendió bien y lo expresa en su famosa oración por la paz: “que yo consuele más que ser consolado, que no yo comprenda más que ser comprendido y que yo ame más que ser amado. En ese “más”se encuentra la originalidad del amor de Jesús, de los cristianos que se ponen en su seguimiento.

La Covid-19 está mostrando, especialmente en las periferias, junto a los criticados miembros del Movimiento de los Sin Tierra y de los Sin Techo y de otros, que el mensaje de amor misericordioso vivido por el Hijo del Hombre no se ha apagado, que está vivo y encendido todavía.

*Leonardo Boff  es teólogo y ha escrito Jesucristo, el liberador, Vozes y Sal Terrae 1972, varias ediciones.

Traducción de M.ª José Gavito Milano