Hat die Menschheit noch eine Zukunft?

Leonardo Boff  

Es ist üblich, am Ende eines jeden Jahres Bilanz zu ziehen – eine Art oberflächliche Betrachtung, die nur das Wesentliche erfasst. Es gäbe zu viele Dinge, an die man sich erinnern müsste. Wir stellen lediglich fest, dass sich unsere Art, die Erde zu bewohnen, langsam, aber unaufhaltsam verschlechtert. Die globale Erwärmung nimmt jährlich zu und zeigt bereits weltweit ihre katastrophalen Auswirkungen in Form von schweren Überschwemmungen, Taifunen und verheerenden Waldbränden. In Rio Grande do Sul erlebten wir eine verheerende Flut, die Teile ganzer Städte zerstörte und zudem die Landwirtschaft schwer schädigte.

Es heißt, wir seien in ein neues geologisches Zeitalter eingetreten, das Anthropozän. Das bedeutet, der Meteor, der die Natur zerstört, sei niemand anderes als die Menschheit selbst. Andere gehen noch weiter und sprechen vom Nekrozän, dem Zeitalter des massenhaften Artensterbens, in dem laut dem bekannten Biologen Edward Wilson 70.000 bis 100.000 Arten aussterben. In letzter Zeit hat die Zahl der Brände weltweit so stark zugenommen, dass bereits vom Pyrozän (griechisch: pyros = Feuer) die Rede ist, der fortgeschrittensten und gefährlichsten Phase des Anthropozäns. Hinzu kommt die perverse soziale Ungleichheit: Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt mehr Vermögen als mehr als die Hälfte der Menschheit (4,7 Milliarden Menschen) – eine Schande und eine Verhöhnung der Menschlichkeit.

Angesichts dieses Ausmaßes an allgemeiner Degradierung, das vor dem Auftreten des Menschen im Evolutionsprozess noch nie zuvor gesehen wurde, fragen sich viele, darunter auch große Namen der Wissenschaft, ob wir nicht kurz vor dem möglichen Ende der menschlichen Spezies stehen. Und das zu Recht, denn es handelt sich nicht um Hirngespinste, sondern um beunruhigende Anzeichen. Der Nobelpreisträger für Biologie von 1974, Christian de Duve, behauptet in seinem ausführlichen Buch „Poeira Vital, a vida como imperativo cósmico” (Campus 1997), dass heutzutage „die biologische Evolution in rasantem Tempo auf eine gravierende Instabilität zusteuert; In gewisser Weise erinnert unsere Zeit an einen dieser bedeutenden Brüche in der Evolution, die durch Massensterben gekennzeichnet sind.” Der Wissenschaftler Norman Myers hat berechnet, dass allein in Brasilien in den letzten 35 Jahren täglich vier Arten ausgestorben sind. Théodore Monod, ein bedeutender Naturforscher, hinterließ als Vermächtnis einen Text mit dem Titel „Et si l’aventure humaine devait échouer” (2000)? Er behauptet: „Wir sind zu sinnlosem und wahnsinnigem Verhalten fähig; von nun an kann man alles befürchten, wirklich alles, sogar die Auslöschung der Menschheit”.

Seitdem der Mensch vor über zwei Millionen Jahren als Homo habilis auftrat, hat er sein Verhältnis zur Natur gestört. Bis vor 40.000 Jahren waren die ökologischen Schäden geringfügig. Doch ab diesem Zeitpunkt begann ein systematischer Angriff auf die Biosphäre. Innerhalb weniger Jahrhunderte rotteten Jäger Mammuts, Riesenfaultiere und andere prähistorische Säugetiere aus. Im Industriezeitalter (ab 1850) wurden Instrumente entwickelt, die die Beherrschung und Zerstörung der Natur ermöglichten. Heute hat sich dieser Prozess so weit verschärft, dass die neun Elemente (planetaren Grenzen), die das Leben erhalten, rapide zusammenbrechen und die Zivilisation letztlich unmöglich machen.

Seit 2 Millionen Jahren befinden wir uns in der Eiszeit. Die aktuelle Warmzeit begann vor 11.400 Jahren (Holozän). Nach den Mustern der Vergangenheit sollten wir nun in eine neue Kaltzeit eintreten. Allerdings hat unsere Spezies die Beschaffenheit der Atmosphäre tiefgreifend verändert. Verschiedene Treibhausgase wie CO2, Methan und andere wichtige Gase erwärmen den gesamten Planeten. Bis 2030 dürften wir zwei Grad nicht erreichen, da dies für einen Großteil der Menschheit und für die Natur katastrophal wäre. Bereits 2025 haben wir 1,77 °C erreicht.

Zu diesen Problemen kommt der Mangel an Trinkwasser (nur 3 % sind Süßwasser) und die Überbevölkerung der Menschheit hinzu, die bereits 83 % des Planeten besiedelt und ihn ausbeutet. Können Menschen in einem gemeinsamen Zuhause zusammenleben? Wir sind keine friedlichen Wesen, sondern extrem aggressiv, unfähig zu Kooperation und Rücksichtnahme. Der britische Astronom Sir Martin Rees schätzt in seinem Buch „Die letzte Stunde: Umweltkatastrophen bedrohen die Zukunft der Menschheit“ (2005), dass wir, wenn sich die Dinge nicht ändern, in diesem Jahrhundert ausgelöscht werden könnten.

Trotz dieser düsteren Aussichten Ende 2025 bewahre ich die Hoffnung, dass die Menschheit mit ihrer Intelligenz, ihrem mitfühlenden Verstand und ihrem Überlebensinstinkt sich für den Fortbestand des Lebens auf diesem Planeten und nicht für den kollektiven Selbstmord entscheiden wird.

Natürlich müssen wir Geduld mit der Menschheit haben. Sie ist noch nicht so weit. Sie hat noch viel zu lernen. Im Verhältnis zur kosmischen Zeit (13,7 bilionen Jahre) hat sie weniger als eine Minute zu leben. Doch mit ihr hat die Evolution einen Sprung vom Unbewussten zum Bewussten gemacht. Und mit dem Bewusstsein kann sie über ihr eigenes Schicksal entscheiden. Aus dieser Perspektive stellt die gegenwärtige Situation eher eine Herausforderung als eine Katastrophe dar, eine Reise zu einer höheren Ebene und kein Sturz in die Selbstzerstörung.

Nun liegt es an uns, die Liebe zum Leben in seiner majestätischen Vielfalt zu zeigen, Mitgefühl für alle Leidenden zu haben, rasch für soziale Gerechtigkeit zu sorgen und die Große Mutter Erde zu lieben. Die jüdisch-christlichen Schriften ermutigen uns: „Wähle das Leben, so wirst du leben“ (5. Mose 30,28). Lasst uns schnell handeln, denn wir haben nicht viel Zeit zu verlieren.

Leonardo Boff
29.12.2025
Autor von: Homem: satã ou anjo bom, Record 2008;Cuidar da Casa Comum:pistas para protelar o fim do mundo, Vozes 2024.

Natale: l’umanizzazione di Dio

Leonardo Boff

La tradizione teologica ha accentuato esageratamente il significato della incarnazione del Figlio di Dio, celebrata nel Natale, come la divinizzazione dell’essere umano. In verità, teologicamente, ciò che si vuole enfatizzare è un fatto ancora maggiore: l’incarnazione è l’umanizzazione di Dio. Tutte le Scritture affermano come San Giovanni apostolo: “Dio nessuno l’ha mai visto: proprio il Figlio unigenito, che è nel seno del Padre, lo ha rivelato.” (1,18). Dio, attraverso Gesù di Nazareth, ha fatto sua la nostra umanità, qualcosa di veramente inaudito. Pertanto, c’è qualcosa di Divino nel nostro essere umano, uomo e donna, che non può mai essere distrutto. È la nostra suprema dignità: portatori e portatrici di Dio. Per questo motivo, non può esserci tristezza quando la vita divina nasce in noi.

Il Natale è la celebrazione di questo evento benedetto. I Vangeli chiamano Gesù il Sole di Giustizia. La nascita di Gesù coincideva esattamente con la festa romana del Giorno del Sole Invitto (Sol Invictus). Questo giorno, per l’emisfero nord, è il più corto dell’anno e con la notte più lunga. Gli antichi temevano che il sole non sarebbe più sorto. Quando nasceva nuovamente, si celebrava la sua vittoria sulle tenebre. Gesù è presentato come il Sole invincibile che sconfiggerà tutte le tenebre della vita.

Se Gesù è Dio che si è fatto uomo, potremmo pensare che sia nato in un luogo ben sistemato, come in un palazzo, in una dimora molto confortevole o in un famoso reparto maternità. In definitiva, sarebbe un omaggio a qualcuno che è Dio, come facciamo con le persone importanti che ci visitano, come presidenti, celebrità famose e il Papa stesso.

Dio non ha voluto nulla di tutto ciò. Dobbiamo rispettare e amare il modo in cui Dio ha voluto entrare in questo mondo: nascosto, partecipando al destino di chi bussa alla porta di notte, al freddo, con una donna incinta, che tiene nel suo grembo il bambino che sta per nascere e che deve sentire queste dure parole: “non c’è posto per voi”.

Così Giuseppe e Maria se ne vanno e occupano, nell’urgenza, una stalla vicina. Lì c’era paglia, una mangiatoia, un bue e un asinello il cui respiro riscaldava il fragile e tremante corpo del neonato.

Dio, dunque, entrò in questo mondo silenziosamente, dalla porta di servizio. Chi viveva nella capitale, a Roma o a Gerusalemme, e altre persone importanti non lo sapevano nemmeno.

C’è una lezione da imparare da questo: quando Dio vuole manifestarsi non usa spettacoli grandiosi, ma il semplice silenzio delle piccole cose. Dobbiamo, quindi, capire che lui è venuto per tutti, ma in modo speciale, partendo dai poveri e dai semplici, perché era povero e povero è rimasto per tutta la vita, nella semplicità e nella privazione. Se fosse nato tra i ricchi, avrebbe lasciato fuori i poveri. Nascendo tra i poveri, è sempre vicino a loro, e a partire da loro può raggiungere anche chi si trova in una posizione migliore nella società. In questo modo, nessuno è escluso dall’essere toccato dalla presenza di Dio.

Al momento della nascita del bambino Gesù non c’erano solo persone comuni come i pastori, considerati spregevoli per il continuo contatto con gli animali. I Vangeli narrano che dall’Oriente vennero i re Magi. I primi cristiani conclusero che i Magi fossero uomini saggi, i cui nomi sono stati tramandati: Baldassarre, Melchiorre e Gaspare. Melchiorre era di razza bianca, Gaspare di razza gialla e Baldassarre di razza nera. Così loro rappresentavano tutta l’umanità.

I doni che offrirono sono simbolici. L’oro significa che riconobbero Gesù come re. L’incenso significa che Gesù è divino. La mirra esprime il dolore e la sofferenza. Il significato è il seguente: Gesù è un vero re, ma non come i re di questo mondo che dominano le persone. Gesù, al contrario, si prende cura di loro. Gesù è una persona divina che non deve essere esaltata e proclamata al punto da essere allontanata da noi. Al contrario, è un Dio con noi – Emmanuele – che vuole convivere e camminare al fianco di ogni essere umano.

La mirra amara esprime la modalità con cui Gesù fu re, dando la sua vita per il popolo e come abbia vissuto la sua divinità accettando la morte in croce per amore di tutti gli esseri umani.

Il grande poeta Manuel Bandeira ha espresso bene questa logica del Natale nella sua poesia

Racconto di Natale

Il nostro Bambino

È nato a Betlemme

È nato semplicemente

Per volere il bene.

È nato sulla paglia

Il nostro Bambino

Ma sua Madre sapeva

Che Lui era divino

Viene per soffrire

La morte in Croce.

Il nostro Bambino

Suo nome è Gesù.

Per noi Lui accetta

L’umano destino:

Lodiamo la gloria

Di Gesù Bambino.

A Natale abbiamo il diritto di essere pieni di gioia, perché non siamo più soli. Dio cammina con noi, soffre con noi e gioisce con noi. È il dono più grande che Dio Padre potesse farci. Per questo ci scambiamo doni tra di noi per ricordare sempre questo dono che il Padre Celeste ci ha fatto, donandoci Gesù, il suo amato figlio.

Leonardo Boff è un teologo e ha scritto: O Sol da Esperança: Natal, Histórias, Poesias e Símbolos, Rio 2007; Natal: a humanidade e a jovialidade de nosso Deus, Petrópolis 1976.

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

Leonardo Boff: ecología, espiritualidad y liberación

Juan José Tamayo*

       Carta abierta en su 87 cumpleaños

       Querido Leonardo

No quiero faltar a la celebración de tu 87 cumpleaños el día 14 de diciembre. Te escribo para expresarte mi amistad y mi reconocimiento en tu largo caminar por la senda de la liberación de las personas más vulnerables, de los colectivos empobrecidos, de los pueblos oprimidos y de la naturaleza depredada.

Nuestros encuentros

Nos conocimos hace cuarenta y ocho años. Fue en 1977 en la Semana Internacional de Teología sobre “Jesucristo en la historia y en la fe”, organizada por la Fundación Juan March. En ella intervinieron algunos de los teólogos europeos más prestigiosos, entre ellos, el francés Christian Duquoc, los alemanes Walter Kasper, Ernts Käsemann y Wolfhart Pannenberg y el español José María González Ruiz.

Eras el teólogo más joven, el único no europeo, el teólogo venido del Sur que discutía de igual a igual y en profundidad con tus colegas del Norte, con lo más granado de la teología europea. Tu conferencia versó sobre Jesucristo liberador desde la América Latina oprimida. No fue un discurso fácil, y menos aún demagógico, sino riguroso, aunque desde una lógica distinta de la eurocéntrica: la de los oprimidos, que rompía las reglas de la lógica de los satisfechos.

Recuerdo que en uno de los debates con Pannenberg, quizá el más tenso y de mayor altura intelectual de toda la semana, el teólogo alemán te recordó que la teología es la inteligencia de la fe. A lo que tú respondiste: “Profesor, lleva usted razón, pero es también aliento de vida y fuerza de liberación para los pobres y oprimidos”.

Tres años después volvimos a encontrarnos en Asturias en un Congreso sobre la III Conferencia del Episcopado Latinoamericano celebrada en Puebla (México) con la presencia del secretario general del CELAM, monseñor Quarrachino, que se comportó de manera autoritaria y verbalmente violenta contigo, pero sin aportar una sólida argumentación a tus críticas. Fue en aquel encuentro donde empezamos a forjar nuestra amistad, que dura hasta hoy.

De entonces para acá muchos han sido nuestros encuentros en Congresos de teología de la liberación en diferentes lugares del planeta, preferentemente en España y en varios países de América Latina, amén de nuestra comunicación epistolar permanente, las reseñas de nuestros libros y tus prólogos a mis libros La teología de la liberación en el nuevo escenario político y religioso (Tirant, Valencia, 2011, 2ª ed.) y Cristianismo radical (Trotta, Madrid, 2025, 3ª ed.), que nunca dejaré de agradecerte suficiente.

En 1999 escribí el libro Leonardo Boff. Ecología, mística y liberación (Desclée de Brouwer, Bilbao, 1999). En él recojo la larga conversación que mantuvimos durante varios días en mi casa de Madrid en octubre de 1997, hago un perfil intelectual tuyo y ofrezco una exposición sistemática de tus principales aportaciones en el campo teológico, pero prestando atención también a tus estudios sobre ecología, cosmología y antropología. El libro conserva la misma actualidad de entonces, ya que abordamos los temas mirando al futuro.

Volvimos a encontrarnos varias veces en los Foros Sociales Mundiales, donde creamos el Foro Mundial de Teología y Liberación (FMTL). Recuerdo dos de esos encuentros: el de Porto Alegre (Brasil), celebrado en 2005 bajo el lema “Teología para Otro Mundo Posible” y el de Belem de Pará (Brasil) en 2009 cuyo tema fue “Tierra, Agua y Teología para otro Mundo Posible”. Retengo en la memoria el vivo diálogo que mantuviste en el Foro de 2009 con tu compatriota la ecologista Marina Silva. No recuerdo si participaste en el FMTL de Nairobi (Kenia) bajo el título “Espiritualidad Para Otro Mundo Posible”.

Antes de la pandemia nos encontramos varias veces en Ciudad de México, Puebla de los Ángeles y Monterrey en los Congresos organizados por el colectivo Amerindia y la Fundación Valores. Recientemente hemos participado, virtualmente en el 41 y el 44 Congreso de Teología, organizados por la Asociación española de Teólogas y Teólogos Juan XXIII y otros colectivos cristianos de base. Tus conferencias fueron muy bien acogidas y evaluadas.

La del 21 Congreso fue “Hacia una Iglesia samaritana y cuidadora de la naturaleza”, en la que hablaste de la confrontación de dos paradigmas civilizatorios: el del dominus, dominador de la naturaleza, y el del frater, del hermano y de la hermana, inspirado en la encíclica del papa Francisco Fratelli tutti. La del 24 Congreso giró en torno a “Caminos de Paz: Shalom y justicia”. “La paz -dijiste- solo es posible en la medida en que las personas individuales y las colectividades se predispongan a desarrollar organizadamente la convivencia, el respeto, la cooperación y el amor”.

Preguntas que te interpelan

Durante los ochenta y siete años de vida has hecho un fecundo itinerario que se bifurca en múltiples sendas: la experiencia religiosa, la teología, la ecología, la política, la academia, los foros mundiales de teología y liberación dentro de los Foros Sociales Mundiales, los congresos de Amerindia, el acompañamiento a las comunidades eclesiales de base, al MST…

“Caminante no hay camino, se hace camino al andar”, dice Antonio Machado. Tú has hecho camino al andar dejando huella por donde has pasado y sigues pasando. Y siempre desde el pensamiento crítico, desde la experiencia de la ternura, del corazón, desde el amor a la Pacha Mama y del seguimiento de Jesús de Nazaret, el Cristo Liberador, sobre el que escribiste la primera cristología latinoamericana históricamente significativa en 1972. Luego vendrían otras de colegas y amigos, entre ellas las de Juan Luis Segundo y Jon Sobrino.

Te reconozco como uno de los teólogos más innovadores de la teología latinoamericana, que propones una ética centrada en las “virtudes para otro mundo posible”, en la construcción de una fraternidad sororal eco-humana y de una teología del cautiverio y de la liberación

“Lo mejor de la religión -escribía Bloch en el frontispicio de su libro El ateísmo en el cristianismo– es que crea herejes”. Creo que tú eres un excelente ejemplo de este aforismo, cambiando quizá “hereje” por “heterodoxo”. Ahí radica la creatividad en todos los campos de tu ser, tu saber y tu quehacer humano en los que has trabajado y sigues trabajando sin descanso. Tu vida y tu pensamiento demuestran que eres un intelectual que rompe esquemas (y algunos cráneos endurecidos de colegas, obispos y algún inquisidor, otrora mecenas tuyo), abres nuevos horizontes y propones alternativas donde parece que no hay salida o se cree que la salida es una sola.

Te reconozco como uno de los teólogos más innovadores de la teología latinoamericana, que propones una ética centrada en las “virtudes para otro mundo posible”, en la construcción de una fraternidad sororal eco-humana y de una teología del cautiverio y de la liberación.

En tu quehacer teológico has sabido compaginar ejemplarmente, durante más de cinco décadas, el rigor metodológico y la denuncia profética, otra manera de hacer teología y el compromiso político con los pobres de la tierra y con la naturaleza oprimida, cuyos gritos has sabido escuchar y a los que has querido responder desde la razón cordial y la ética del cuidado. El rigor metodológico lo demuestras con el recurso a la doble mediación de la teología de la liberación: socio-analítica y hermenéutica, que se aprecia en todas las páginas de tus libros y en los artículos con los que nos sorprendes a menudo por ser reflexiones a pie de página llenas de profundidad y de sabiduría vital.

Utilizas la mediación de las ciencias humanas y sociales para un mejor conocimiento de la realidad, para descubrir los mecanismos de opresión que atentan contra la vida de los pobres y de la naturaleza y para liberar a la teología de su -quizá falsa-, neutralidad social, de su -supuesta- neutralidad política y de su -sólo aparente- indiferencia ética.

Recurres a la hermenéutica, necesaria para el estudio y la interpretación de los textos fundantes del cristianismo y para no caer en el fundamentalismo, una de las manifestaciones más perversas de las religiones que, siguiendo el refrán latino corruptio optimi pessima, convierten el vino espumoso de los orígenes en vinagre imbebible. A través de la hermenéutica analizas el pre-texto y el con-texto de dichos textos, descubres su sentido primigenio emancipador y preguntas por su significación y sentido hoy a la luz de los nuevos desafíos y de las nuevas preguntas que nos plantea la dura realidad. No como otros colegas, que dan respuestas del pasado a preguntas del presente. Todo lo contrario. Intentas aportar respuestas creativas a las preguntas de cada realidad histórica.

Una realidad que hemos construido nosotros y nosotras, en la que no podemos instalarnos cómoda y acríticamente, sino que estamos llamados a de-construirla para re-construirla de manera creativa e inclusiva y un mundo en el que quepan todos los mundos, lema del Movimiento Zapatista. Desmientes así el viejo adagio conformista del pensamiento conservador: “las cosas son como son y no pueden ser de otra manera” y compartes, más bien, la afirmación del filósofo de la esperanza y de la utopía, Ernst Bloch, que inspira buena parte de nuestra teología: “Si los hechos no coinciden con el pensamiento, peor para los hechos”.

Eres considerado, y con razón, uno de los principales cultivadores de la teología de la liberación (TL). A ella accediste a partir del impacto que te produjeron las favelas de Petrópolis, donde llevaste a cabo un intenso trabajo socio-pastoral desde comienzos de la década de los setenta del siglo pasado. Tu reflexión teológica en clave liberadora nació, asimismo, de la necesidad de dar respuesta a las preguntas que te planteó un grupo de sacerdotes comprometidos con el mundo indígena de la selva amazónica hace ahora cinco décadas:

– ¿Cómo anunciar la muerte y la resurrección de Jesús a indígenas que están siendo exterminados y muriendo por las enfermedades de los blancos?

– ¿Cómo anunciar la buena noticia de la salvación a las poblaciones explotadas?

– ¿Cómo hablar de Dios inteligiblemente, y no de manera cínica, a personas indígenas que viven la experiencia de lo sagrado en contacto con la naturaleza?

Las experiencias vividas en el mundo de la pobreza extrema, de la marginación cultural y de la depredación de la naturaleza, por una parte, y la necesidad de responder a las preguntas que surgían de ahí, por otra, te llevaron a dedicarte por entero, profesional y vitalmente, a fundamentar la nueva metodología de la teología de la liberación, que comenzaste haciéndola en tiempos del cautiverio, vivido durante la dictadura brasileña y los regímenes militares del continente latinoamericano, que parecían “eternos”.

La ecología, en el corazón de tu teología

La teología y el cristianismo en general apenas han mostrado interés por la ecología. Tú has llenado ese vacío llevando a cabo una reflexión teológica en perspectiva ecológica, que cuestiona la supuesta – ¡y falsa!- fuerza emancipadora del paradigma científico-técnico de la modernidad. Un paradigma selectivo, centrado en el ser humano, que ni es universalizable ni integral, ¡ni siquiera humano!

Como alternativa propones un nuevo paradigma en el que el ser humano no compita con la naturaleza, sino que esté en diálogo y comunicación simétricos con ella, con relaciones de sujeto a sujeto, y no de sujeto a objeto. El ser humano y la naturaleza conforman un entramado de relaciones multidireccionales caracterizadas por la interdependencia y no por la autosuficiencia, por la fragilidad del mundo y la vulnerabilidad humana, y no por la omnipotencia, la insolencia y la arrogancia. Se establece, entonces, un pacto entre todos los seres del cosmos regido por la solidaridad cósmica, la fraternidad-sororidad sin fronteras, sin gremialismos ni tribalismos, y el cuidado, virtud fundamental de la ética eco-humana. Es “la opción Tierra”, título de uno de tus libros más bellos, que reseñé junto a otros en BABELIA-EL PAÍS.

Muchas somos las personas que seguimos tus lecciones de ecología integral, entre ellos el Papa Francisco en su encíclica Laudato Si’. Sobre el cuidado de la casa común, de 2015, que se inspira en tus textos y en tu testimonio de amor a la tierra, y se inicia con el Cántico de las criaturas, que tantas veces has citado: “Alabado seas, mi Señor, por la hermana nuestra madre tierra, la cual nos sustenta, gobierna y produce diversos frutos con coloridas flores y hierba… Esta hermana clama por el daño que le provocamos a causa del uso irresponsable y del abuso de los bienes que Dios ha puesto en ella”. La encíclica se hace eco de tus críticas al antropocentrismo, incluido el antropocentrismo cristiano.

“La razón no puede florecer sin esperanza, ni la esperanza puede hablar sin razón” escribe Ernst Bloch en su magna obra El principio esperanza, que leíste en alemán durante tus estudios en Munich y citas con frecuencia. Razón y esperanza o, mejor, optimismo militante, docta spes, son lo que mejor define tu vida, tu, tu obra. A tus 87 años sigues practicando la “esperanza contra toda (des)esperanza”.

Espiritualidad liberadora

No quiero terminar sin decir unas palabras sobre la espiritualidad en tu vida y tu obra, inseparable de la liberación de los seres humanos empobrecidos y de la naturaleza depredada.

“Lo que sustenta la práctica y la teoría (teología) liberadoras -escribes- es una experiencia espiritual de encuentro con el Señor en los pobres. Por detrás de toda práctica innovadora de la Iglesia, en la raíz de toda teología verdadera y nueva se esconde latente una experiencia religiosa típica. Esta constituye la palabra-fuente; todo lo demás resulta de esta experiencia totalizadora, es esfuerzo de traducción en los marco de una realidad históricamente determinada”.

Leonardo BoffLeonardo Boff | EFE

La espiritualidad eco-humana lleva derechamente a la práctica del cuidado, que constituye la esencia del ser humano y que defines como una relación no agresiva ni destructiva, sino amorosa y respetuosa con la realidad, con el planeta como totalidad, con los ecosistemas, con nuestro cuerpo, con nuestro ser interior. Se trata de un arte, más que de una técnica, e inaugura un nuevo paradigma de convivencia tridimensional: ser humano-vida-tierra. El presupuesto del cuidado es que los seres humanos somos parte de la naturaleza y miembros de la comunidad biótica y cósmica, y tenemos la responsabilidad de protegerla y regenerarla.

El cuidado activa nuestra sensibilidad hacia nosotros mismos y hacia todo lo que nos rodea. Comporta el reconocimiento y el respeto de la dignidad y los derechos de las otras y los otros y de la naturaleza. Si los seres humanos no nos cuidamos terminamos por deshumanizarnos. Si no cuidamos la naturaleza, que es nuestro hogar, nos quedamos a la intemperie, sin lugar donde vivir. El cuidado representa el lado subjetivo, afectivo, actitudinal, y la cultura constituye el eje vertebrador de la nueva relación eco-humana, que reformulas así: “O cuidamos la vida en todas sus formas, especialmente la vida humana, y cuidamos nuestra casa común, la Tierra, o podemos poner en peligro nuestra presencia en este planeta”[1].

El cuidado revoluciona la concepción de la inteligencia y de la razón que ha estado vigente durante siglos en la cultura occidental y que privilegiaba su carácter instrumental, analítico, utilitarista y funcional y se traducía en el principio “conocer es dominar”. En el nuevo paradigma se corrige tal concepción y se pone el acento en la razón sensible, cordial, compasiva y utópica. La ética del cuidado lleva a la compasión, que consiste en ver, sentir, vivir y pensar la realidad desde las víctimas, identificarse con sus sufrimientos y hacerlos propios[2].

No alargo más esta epístola, que solo quiere ser una expresión de amistad y una manifestación de agradecimiento. A veces has sido acusado de utópico, acusación que comparto contigo. No se dan cuenta nuestros críticos de que esa acusación, más que un insulto, es un elogio. Como en el poema de Eduardo Galeano, la utopía te sirve para caminar, que no es poco teniendo las piernas tan quebradas, razón por la cual, como dije en tu presentación en el Congreso de Amerindia de 2017 en la Ciudad de México, no puedes ni quieres arrodillarte ante el poder, cualquiera fuera este, incluido el del Vaticano. ¡Todo un milagro! El milagro de la esperanza y la utopía. Ad multos annos, Leonardo.

Tu amigo en la tribulación y la esperanza,

*Juan José Tamayo Director de la Cátedra de Teología y Ciencias de las Religiones “Ignacio Ellacuría”

Universidad Carlos III de Madrid

[1] Leonardo Boff, El cuidado necesario, p. 32.

[2] He desarrollado el tema de la compasión en Juan José Tamayo, La compasión en un mundo injusto, Fragmenta, Barcelona, 2023, 2ª ed.

Das Undenkbare denken: Leben und Zeit           

                  Leonardo Boff           

Wir müssen das Leben als höchsten Wert betrachten, über dem nur der Schöpfer allen Lebens steht, jenes Wesen, das allen Wesen Existenz verleiht. Wissenschaftler, insbesondere der bedeutendste unter ihnen, der sich mit dem Thema Leben befasste, der russisch-belgische Wissenschaftler Ilja Prigogine, stellten fest: Wir können die physikalischen, chemischen und ökologischen Bedingungen kennen, die vor 3,8 Milliarden Jahren die Entstehung des Lebens ermöglichten. Was dieses Leben jedoch ist, bleibt ein Rätsel.

Doch selbst wenn wir nicht begreifen können, was das Leben ist, können wir ihm dennoch Sinn geben. Der Sinn des Lebens ist zu leben, einfach zu leben, selbst unter einfachsten Bedingungen. Leben heißt, in jedem Augenblick die Feier dieses geheimnisvollen Ereignisses des Universums zu begreifen, das in uns und vielleicht auch in vielen anderen Teilen des Universums pulsiert.

Das Leben ist immer ein Leben mit und ein Leben für. Leben mit anderen Leben, mit menschlichen Leben, mit Leben in der Natur und mit Leben, die zufällig im Universum existieren und eines Tages mit uns kommunizieren können. Und das Leben ist dazu da, sich anderen Leben hinzugeben und sich mit ihnen zu vereinen, damit das Leben weiterlebt und sich immer wieder reproduzieren kann.

Das Leben wird von einem inneren Impuls angetrieben, der sich nicht zügeln lässt. Es will sich ausbreiten, entfalten und anderen Leben begegnen. Leben ist nur dann wirklich Leben, wenn es ein Leben mit und für andere ist.

Ohne „mit“ und „für“ gäbe es das Leben, wie wir es kennen, das von umfassenden Beziehungsnetzwerken umhüllt ist, die sich in alle Richtungen erstrecken, nicht.

Der unbändige Drang des Lebens bedeutet, dass es nicht nur dies oder jenes will. Es will alles. Es will sogar die Totalität, die Unendlichkeit. Letztlich will das Leben ewig sein, wie Nietzsche bereits sinnierte.

Sie trägt ein unendliches Projekt in sich. Dieses unendliche Projekt macht sie glücklich und unglücklich zugleich. Glücklich, weil sie anderen Leben und allem um sich herum begegnet, sie liebt und feiert; unglücklich, weil alles, was sie erlebt, liebt und feiert, endlich ist, langsam vergeht, der Entropie zum Opfer fällt und schließlich verschwindet. Trotz dieser Endlichkeit schwächt sie in keiner Weise ihre Sehnsucht nach dem Unendlichen und Ewigen.

Bei der Begegnung mit dieser Unendlichkeit findet sie Ruhe und erfährt eine Fülle, die ihr niemand geben kann, die aber nur sie selbst genießen und feiern kann. Die Unendlichkeit in uns ist das Echo einer größeren Unendlichkeit, die uns stets ruft und uns zu sich zieht.

Das Leben ist ganz und doch unvollständig. Es ist ganz, weil alles in ihm enthalten ist: das Reale und das Potenzial. Doch es ist unvollständig, weil das Potenzial, noch im Raum-Zeit-Kontinuum, noch nicht Wirklichkeit geworden ist. Und da das Potenzial grenzenlos ist, kann ein begrenztes Leben das Grenzenlose nicht umfassen. Deshalb ist es niemals wirklich vollkommen. Der Mensch ist ein Wesen im Ungleichgewicht. Doch er bleibt offen und wartet auf eine Vollkommenheit, die er sich wünscht und die eines Tages eintreten muss. Es ist eine Leere, die gefüllt werden will. Andernfalls hätte das Leben keinen Sinn. Ist der Tod nicht der Moment, in dem das Endliche dem Unendlichen begegnet?

Unser Leben entfaltet sich stets im Laufe der Zeit. Was ist Zeit? Niemand hat sie bisher definieren können, nicht einmal die klügsten Denker wie Augustinus und Heidegger. Ich für meinen Teil wage zu sagen: Zeit ist das Warten auf das, was geschehen mag. Dieses Warten ist unsere Offenheit, die uns fähig macht, das Kommende willkommen zu heißen. Diese Zeitspanne wäre die Zeit.

Wir müssen jeden Augenblick intensiv erleben! Die Vergangenheit existiert nicht mehr, weil sie vergangen ist, die Zukunft existiert noch nicht, weil sie noch nicht da ist. Nur die Gegenwart existiert. Lebe sie mit absoluter Intensität, schätze jeden Augenblick; er bringt die Zukunft in die Gegenwart und bereichert die Vergangenheit.

Jeder Augenblick ist ein Einbruch der Ewigkeit. Ich erkläre es Ihnen: Die Gegenwart lässt sich nur erleben. Sie lässt sich nicht fassen, einsperren oder aneignen. Sie ist einfach. Einst war sie (die Vergangenheit), und eines Tages wird sie sein (die Zukunft). Von der Zeit kennen wir nur die Vergangenheit. Die Zukunft ist uns unzugänglich, weil sie noch nicht da ist. Wir aber erleben das „Sein“ der Gegenwart, das wir niemals begreifen dürfen. Es durchdringt uns einfach und ist vergangen. Es besitzt die Natur der Ewigkeit, die ein beständiges „Sein“ ist. Zeit bedeutet somit einen Augenblick der flüchtigen Gegenwart der Ewigkeit. Wir sind in die Ewigkeit eingetaucht, weil wir in die Gegenwart eingetaucht sind.

Man muss dieses „Sein“ so leben, als wäre es das Erste und das Letzte. Dadurch wird der Mensch in gewissem Sinne ewig. Und indem man ewig wird, hat man Anteil an dem, was immer ist, ohne Vergangenheit und Zukunft: dem Wesen der Göttlichkeit.

Wir können über Zeit sprechen, doch es ist undenkbar. Wir brauchen Zeit, um über die Zeit nachzudenken. Dies ist ein Augenblick der Ewigkeit, verbunden mit dem, was die spirituellen und religiösen Traditionen der Menschheit als Mysterium, Tao, Shiva, Allah, Olorum, Jahwe, Gott bezeichnen – Namen, die in kein Wörterbuch passen und unser Verständnis übersteigen. Angesichts dessen ertrinken Worte. Nur edles Schweigen ist angemessen.

Dennoch hat jeder Einzelne, durch die flüchtige Gegenwart, Anteil am Wesen des Göttlichen, selbst wenn er sich dessen nicht bewusst ist. Indem sie in das Bewusstsein eintauchen, ergeben sie sich dieser höchsten Wirklichkeit. Sie geben ihr den Namen, der ihre Teilhabe an ihr ausdrückt. Dieser Name ist in ihr gesamtes gegenwärtiges Wesen eingeschrieben, pulsiert aber besonders in ihrem Herzen. Dann bilden ihr Herz und das Herz dessen, der ewig ist, ein einziges, unermessliches Herz: Es ist das All in seiner strahlenden Fülle.

Leonardo Boff Theologe, Philosoph und Autor von:  Tempo de Transcendência:o ser humano com projeto infinito, Vozes 2009; com Anselm Grün, O Divino em nós,Vozes 2017; com Frei Betto.Mística e espiritualidade, Vozes 2010.

Übersetxt von Bettina Gold-Harnack