Dom Pedro Casaldaliga wird 90 Jahre alt: Armut und Befreiung

 

 

Der Pfarrer, Prophet und Poet Dom Pedro Casaldaliga feiert am 16. Februar 2018 seinen 90. Geburtstag. Wir möchten ihn gern mit einigen Gedanken ehren, die meiner Meinung nach den roten Faden aufzeigen, der sich durch sein Leben als Christ und Bischof zieht: das Verhältnis, das er zu Armut und Befreiung entwickelte. Unter Gefährdung seines eigenen Lebens erlebte und beobachtete er sowohl Armut als auch Befreiung der am meisten Unterdrückten, der Indigenen und der Landleute, die im Bereich von São Felix del Araguaia of Mato Grosso, Brasilien, ihres Landes beraubt wurden.

Armut hat schon immer humane Aktionen und alle Arten von Interpretationen hervorgerufen. Die Armen fordern uns so sehr heraus, dass unsere Haltung ihnen gegenüber Einfluss auf unsere ultimative Begegnung mit Gott hat. Dies bestätigt sowohl das Totenbuch aus Ägypten als auch die jüdisch-christliche Tradition, die im Text des Matthäus-Evangeliums 25,31ff kulminiert.

Vielleicht besteht das größte Verdienst von Bischof Dom Pedro Casaldaliga darin, dass er die Herausforderungen der Armen der ganzen Welt, vor allem aber derer von Lateinamerika, die mit uns verbunden sind, absolut ernst nahm, sowie auch deren Befreiung.

Gewiss lebte er nach dem folgenden Prozess: Vor jeglicher Überlegung oder Hilfestrategie ist die allererste Reaktion zutiefst menschlich: sich selbst betroffen fühlen und voll Mitgefühl sein. Wie könnten wir nicht auf ihr Flehen hören oder missverstehen, was ihre flehenden Hände versuchen, uns mitzuteilen? Wenn Armut zu Elend wird, erweckt sie in allen sensiblen Personen, wie auch in Dom Pedro, Gefühle der Empörung und heiligen Zorns, wie man es klar in den prophetischen Texten lesen kann, vor allem in denen gegen das kapitalistische und imperialistische System, das immer weiter Armut und Elend hervorruft.

Liebe und Empörung sind die Grundlage der Aktionen, denen es darum geht, Armut zu lindern oder zu beseitigen. Nur diejenigen, die zutiefst lieben und diese unmenschliche Situation nicht akzeptieren, sind wirklich auf der Seite der Armen. Und Dom Pedro bezeugte diese bedingungslose Liebe.

Doch wir sind auch Realisten, denn bereits im Buch Deuteronomium wird gewarnt: “Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mache ich dir zur Pflicht: Du sollst deinen notleidenden und armen Brüdern und Schwestern, die in deinem Land leben, deine Hand öffnen.“ Die Urkirche Jerusalems wird gelobt, dass es in ihr niemanden gab, dem es an etwas gemangelt hätte, denn sie teilten alles, was sie besaßen.

Die Empörung und das Mitgefühl waren es, was Dom Pedro dazu brachten, Spanien zu verlassen und nach Afrika zu gehen und schließlich nicht nur in Brasilien zu landen, sondern dort im Landesinnern, wo die Landleute und die Indigenen die Gier des nationalen und des internationalen Kapitalismus ertragen müssen.

  1. Lesart über den Skandal der Armut

Um die Anti-Wirklichkeit, welche die Armut darstellt, adäquat zu verstehen, sind folgende Klarstellungen hilfreich, die dazu dienen sollen, unser Zusammensein mit den Armen effizient zu gestalten. In den aktuellen Debatten sind drei unterschiedliche Auffassungen über Armut zu beobachten.

Als erstes die traditionelle Sichtweise, die unter einem Armen jemanden versteht, der nicht über die notwendigen Mittel zum Leben verfügt, um Miete zu bezahlen, ein Zuhause zu haben, mit einem Wort: dem es an materiellen Gütern mangelt. Die Armen überleben Arbeitslosigkeit oder unterbezahlte Arbeit und Niedriglöhne. Das System erachtet sie als ökonomische Nullen, verbranntes Öl, Überreste. Da besteht die Strategie in der Mobilisierung derer, die besitzen, um denen zu helfen, die nicht besitzen. Jahrhundertelang wurde eine breite Unterstützung in Namen dieser Vision organisiert. Eine Wohlfahrtspolitik, doch keine partizipatorische, wurde ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine Haltung und Strategie, die die Armen in einer Abhängigkeit hält. Die Armen haben ihr transformatives Potenzial noch nicht entdeckt.

Im zweiten Fall, der progressiven Sichtweise, ist das Potenzial der Armen erkannt und durchschaut, dass dieses Potenzial nicht genutzt wird. Durch Bildung und Ausbildung können die Armen sich qualifizieren und weiter entwickeln. Auf diese Weise werden die Armen in den Produktionsprozess einbezogen. Sie verstärken das System, werden Konsumenten, wenn auch auf einem niedrigen Niveau, und tragen dazu bei, die ungerechten sozialen Verhältnisse aufrechtzuhalten, die weiterhin Armut hervorbringen. Dem Staat kommt die Hauptrolle zu in der Schaffung von Arbeitsplätzen für die sozial Schwachen. Die moderne, liberale und progressive Gesellschaftsschicht hat diese Perspektive eingenommen.

Die traditionelle Sichtweise sieht zwar die Armen, erfasst aber nicht ihren kollektiven Charakter. Die progressive Lesart entdeckt zwar den kollektiven Charakter, hat aber nicht erkannt, dass dieser Charakter konfliktbeladen ist. Analytisch betrachtet resultiert die Armut aus Ausbeutungsmechanismen, die die Menschen verarmen und auf diese Weise einen ernsten sozialen Konflikt erzeugen. Diese Mechanismen aufzudecken war und ist immer noch das historische Verdienst von Karl Marx. Ein Gesellschaftstypus, der stets Arme und Ausgeschlossene produziert und reproduziert, ehe er sie in den laufenden Produktionsprozess integriert, muss immer kritisiert werden.

Die dritte Position ist die der Befreiung, die zutiefst davon überzeugt ist, dass die Armen das Potenzial haben, nicht nur die Arbeitskraft und das System zu verstärken, sondern wesentlich seine Mechanismen und seine Logik zu verändern. Die Armen, die ein Bewusstsein dafür haben, sich organisieren und mit anderen Verbündeten zusammentun, können einen neuen Typus von Gesellschaft bilden. Die Armen können nicht nur planen, sondern auch die Bildung einer Demokratie umsetzen, die offen ist für die Partizipation aller auf ökonomischem und sozial-ökologischem Gebiet. Die Universalität und Fülle dieser grenzenlosen Demokratie nennt sich Sozialismus. Dies ist weder eine Perspektive der Wohlfahrt noch ist sie progressiv. Es ist wahrhafte Befreiung, denn sie macht die Unterdrückten zu den Hauptakteuren ihrer eigenen Befreiung und zu den Schöpfern einer alternativen Vision von Gesellschaft.

Die Befreiungstheologie übernahm dieses Verständnis von Armut. Dieser Theologie geht es um die Option für die Armen gegen Armut und zugunsten des Lebens und der Freiheit. Aus Solidarität mit den Armen selbst arm zu werden ist ein Engagement gegen die materielle, wirtschaftliche, politische, kulturelle und religiöse Armut. Das Gegenteil von Armut ist nicht Reichtum sondern Gerechtigkeit und Gleichberechtigung.

Diese zuletzt genannte Perspektive war und ist immer noch zu beobachten und umgesetzt durch Dom Pedro Casaldaliga in all seinen pastoralen Tätigkeiten. Er setzt sogar sein Leben aufs Spiel, um die durch die Großgrundbesitzer von ihrem Land Vertriebenen zu unterstützen. Zusammen mit den Kleinen Schwestern Jesu aus dem Orden von Charles de Foucauld half Dom Pedro bei der Rettung der Tapire, die von der Auslöschung bedroht waren. Es gibt keine soziale und volksnahe Bewegung, die nicht durch diesen Seelsorger unterstützt worden wäre, der sich durch eine außerordentliche Menschlichkeit und Spiritualität auszeichnet.

  1. Die andere Armut: die essentielle Armut und die Armut des Evangeliums

Es gibt noch zwei weitere Dimensionen von Armut, die im Leben von Dom Pedro eine Rolle spielen: die essentielle Armut und die des Evangeliums.

Die essentielle Armut resultiert aus unserer Beschaffenheit als Geschöpfe, eine Armut, die konsequenterweise eine ontologische Grundlage hat, d. h. sie ist unabhängig von unserem Willen. Diese Armut entsteht aus der Tatsache, dass wir unsere Existenz nicht uns selbst zu verdanken haben. Wir existieren in Abhängigkeit von Nahrung, Wasser und den ökologischen Bedingungen des Planeten Erde. In diesem radikalen Sinn sind wir arm. Weder gehört die Erde uns noch haben wir sie geschaffen. Wir sind ihre Gäste, Durchreisende auf einem weiten Weg. Noch mehr: menschlich sind wir abhängig von Personen, die uns willkommen heißen und die mit uns leben, mit den Höhen und Tiefen die unserer menschlichen Kondition eigen sind. Wir sind alle gegenseitig voneinander abhängig. Niemand lebt in und von sich selbst. Wir alle sind involviert in einem Netzwerk von Beziehungen, die unser materielles, psychologisches und spirituelles Leben sichern. Daher sind wir arm und voneinander abhängig.

Diese Conditio humanae zu akzeptieren macht uns demütig und menschlich. Arroganz und übertriebene Selbstbehauptung haben hier keinen Platz, denn diese Eigenschaften können sich nicht selbst aufrechterhalten. Diese Situation lädt uns ein, großzügig zu sein. Wenn wir unser Dasein von anderen empfangen, müssen wir es auch anderen zur Verfügung stellen. Diese essenzielle Abhängigkeit lässt uns dankbar sein gegenüber Gott, dem Universum, der Erde und gegenüber allen, die uns so annehmen, wie wir sind. Dies ist essentielle Armut. Dieser Art von Armut machte Dom Pedro zu einem mystischen Bischof, der allen für alles dankbar ist.

Es gibt auch die Armut des Evangeliums, die von Jesus als eine der Seligpreisungen genannt wurde. In der Version des Matthäus-Evangeliums heißt es: „Selig, die arm sind von Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich“ (5,3). Diese Art von Armut steht nicht in direkter Verbindung zu Besitz oder Nicht-Besitz, sondern zu einer Seinsweise, einer Haltung, die wir als spirituelle Kindlichkeit bezeichnen könnten. Armut ist hier Synonym für Demut, Loslösung, inneres Leersein, Verzicht auf jeglichen Willen zur Macht und Selbstbehauptung. Sie impliziert die Fähigkeit, sich selbst zu leeren, um Gott aufzunehmen, Anerkennung der Beschaffenheit des Geschöpfs, vor dem Reichtum der Liebe Gottes, die uns ohne Gegenleistung zuteil wird. Das Gegenteil von Armut ist hier Stolz, Großtuerei und das Verschließen seiner selbst vor den anderen und vor Gott.

Diese Armut bezeichnete die spirituelle Erfahrung des historischen Jesus: Er war nicht nur materiell arm und nahm sich der Sache der Armen an, sondern er machte sich selbst auch arm im Geiste, denn „er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,7-9). Diese Armut ist der Weg der Evangelien, weshalb sie auch als evangelische Armut bezeichnet wird, wir der Hl. Paulus vorschlägt: „Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht“ (Phil 2,5).

Der Prophet Zefanja erlebte diese Armut im Geiste als er schrieb: „An jenem Tag brauchst du dich nicht mehr zu schämen wegen all deiner schändlichen Taten, die du gegen mich verübt hast. Ja, dann entferne ich aus deiner Mitte die überheblichen Prahler, und du wirst nicht mehr hochmütig sein auf meinem heiligen Berg. Und ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk, das seine Zuflucht sucht beim Namen des Herrn“ (Zef 3,11-12).

Diese evangelische Armut und spirituelle Kindlichkeit stehen für die sichtbarsten und überzeugendsten Eigenschaften der Persönlichkeit von Dom Pedro Casaldaliga in seiner armen, doch stets sauberen Kleidung, in seiner humorvollen Sprache, selbst wenn er die Absurditäten der finanzwirtschaftlichen Globalisierung und der neoliberalen Arroganz heftig kritisiert, oder wenn er prophetisch die mittelmäßige Vision der zentralen Führung der Kirche angesichts der Herausforderungen der Elenden dieser Erde anprangert oder wenn es um Themen geht, die die ganze Menschheit betreffen. Diese Haltung der Armut zeigt sich beispielhaft in den Begegnungen mit Christen der Basisgemeinschaften, die in der Regel arm sind, wenn er unter ihnen sitzt und mit tiefer Aufmerksamkeit dem zuhört, was sie sagen, oder wenn er zu den Füßen der Referenten sitzt, seien es Theologen, Soziologen oder Träger anderen qualifizierten Wissens, ihnen zuhört, sich ihre Ideen notiert und demütig Fragen stellt. Diese Offenheit enthüllt ein inneres Leersein, das es ihm ermöglicht, kontinuierlich zu lernen und seine weisen Gedanken über die Wege der Kirche, Lateinamerikas und der Welt darzulegen.

Wenn die gegenwärtigen turbulenten Zeiten vorbei sein werden, wenn Misstrauen und Bosheit vom Strudel der Zeit verschluckt sein werden, wenn wir zurück auf die Vergangenheit blicken und die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und des Beginns des 21. Jahrhunderts bedenken werden, werden wir einen Stern am Himmel unseres Glaubens erkennen, einen Stern, der scheint, nachdem er Wolken durchquert, Dunkelheit ertragen und Stürme überwunden hat: Es wird die einfache, arme, demütige, spirituelle und heilige Gestalt eines Bischofs sein, der, auch wenn er aus einem anderen Land stammte, einer der Unsrigen wurde, und der trotz seiner Distanz uns nahe kam und Bruder aller wurde, ein universeller Bruder: Dom Pedro Casaldaliga, der heute seinen 90. Geburtstag feiert.

Leonardo Boff Ökologe, Theologe und Philosoph  Mitglied der Erdcharta Kommission

Leonardo Boff, geb. 1938, ist ein Theologe, Philosoph und Autor, der mit Michail Gorbatschow, Maurice Strong u. a. das Dokument der UNO schrieb und publizierte: die Erd-Charta. Er ist bewegt, fasziniert und inspiriert durch Dom Pedro Casaldaliga.

 

Prisão de Lula será violência histórica

Kennedy Alencar é um de nossos melhores jornalistas e entrevistadores de TV. Sabe pesar os argumentos de um lado e do outro, deixando o leitor/a decidir por um deles. Publicamos aqui,tirado de seu blog, este texto, pela objetividade que mostra. Precisamos de informações sérias para evitar tantos fakes e distorções da verdade: En passant não posso deixar de dizer que se houver alguma convulsão social serão responsáveis  o STF especialmente sua presidente Carmen Lúcia que se negaram aceitar a análise do habeas corpus impetrado por Lula, como última instância.  Carmen Lúcia, por sua inconstância e até falta de prudência (ao encontrar-se com o Presidente fora do tempo oficial) não está se motrando à altura do supremo cargo que ocupa.É de cabeça fraca demais: Lboff

Prisão de Lula será violência histórica

Cresceu possibilidade de detenção até fim do mês de março
 KENNEDY ALENCAR
PARIS
Cresceu a possibilidade de o ex-presidente Lula ser preso até o fim do mês devido à condenação no processo do apartamento no Guarujá. Todos os sinais do STF (Supremo Tribunal Federal), corte que poderia impedir a prisão de Lula após o fim do julgamento de todos os recursos no TRF-4 (Tribunal Regional Federal) da 4ª Região, indicam isso.

A 8ª Turma do TRF-4 deverá analisar os recursos da defesa de Lula na última semana de março. Como a 8ª Turma tende a confirmar a condenação de janeiro, haveria a execução da pena em seguida. Ou seja, prisão do ex-presidente.

No STF, o ministro Edson Fachin, que poderia pedir ao plenário para julgar rapidamente o habeas corpus apresentado pela defesa de Lula, tem sinalizado que não fará isso. Portanto, o cenário mais provável é a possibilidade de prisão até o fim deste mês.

Se o TRF-4 deixasse para analisar o caso em abril e a presidente do STF, Cármen Lúcia, submetesse a análise do plenário duas ações de repercussão geral sobre a possibilidade de prisão após condenação em segunda instância, haveria chance de Lula evitar a prisão. Mas o TRF-4 tem acelerado o julgamento de Lula, e Cármen Lúcia já divulgou a pauta de abril sem prever inclusão das ações que permitiriam rediscussão do plenário sobre execução da pena de prisão após condenação em segunda instância.

É uma decisão política de uma juíza. A presidente do STF atua de forma contraditória na comparação com ocasiões do passado em que a classe política demandou a apreciação de casos de ampla repercussão política.

Por exemplo: ela levou a julgamento em outubro do ano passado uma ação de três partidos (SD, PP e PSC) que pedia que o afastamento do então presidente da Câmara, Eduardo Cunha, determinado pelo Supremo, tivesse de ser analisado previamente pela Câmara. Ao final, prevaleceu a decisão, por 6 a 5, de que o Congresso deve ser consultado antes da aplicação de medidas cautelares que impeçam o exercício do mandato.

Naquele episódio, havia pressão política semelhante à que existe hoje em relação à eventual prisão de Lula. Foi com o voto final de Cármen Lúcia que prevaleceu a decisão que acabaria beneficiando o senador Aécio Neves, do PSDB, e o manteria no exercício do mandato.

Há no Supremo um debate interno sobre a execução da pena após decisão condenatória na segunda instância. Existem duas ações de repercussão geral que poderiam levar a uma mudança dessa jurisprudência. Carmén Lúcia é contra essa alteração e não quer debater o tema.

Atualmente, o STF autoriza a possibilidade de prisão após a condenação na segunda instância. Se rediscutisse o caso, a corte poderia mudar essse entendimento, determinando a espera de uma decisão do STJ (Superior Tribunal de Justiça), já na terceira instância, para autorizar a execução da pena de prisão.

Cármen Lúcia já deu prova de que faz política quando julga conveniente, como ao receber o presidente Michel Temer no último fim de semana em sua casa. No caso de Lula, ela age de forma que prejudica o ex-presidente, ainda que mais à frente ele consiga ter sucesso num recurso no STJ ou no STF para tirá-lo da eventual prisão. Mas já teria ocorrido a ida dele para a prisão, o que tem enorme efeito simbólico.

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Acirrar ânimos

Do ponto de vista político, a eventual prisão vai acirrar ainda mais os ânimos no país. Deverá dividir ainda mais o Brasil.

As pesquisas mostram um país cindido em relação a Lula. Metade o quer na cadeia. A outra metade julga que ele não merece tal destino. Não será uma decisão que será aceita passivamente por uma parcela da sociedade.

Deverá haver protestos. Deverá haver enorme repercussão internacional. Terá peso simbólico triste a eventual prisão do primeiro presidente do Brasil que possui realmente uma origem popular.

Para alguns segmentos da sociedade, será mais um sinal de fim da impunidade, de aplicação da lei penal com mais rigor contra poderosos. Para outros setores sociais, será uma perseguição judicial, uma violência de uma Justiça seletiva que utiliza mais uma vez na História o discurso do combate à corrupção para enfraquecer projetos políticos que combateram a desigualdade social e beneficiaram os mais pobres do país.

Do ponto de vista eleitoral, a prisão pode fortalecer a capacidade de Lula transferir votos se for confirmada a sua exclusão das urnas.

A eventual prisão também deverá elevar o debate público sobre a condenação no processo do apartamento no Guarujá, considerada frágil por boa parte dos advogados criminalistas e professores de direito penal do país e defendida por Sergio Moro e as principais figuras da Lava Jato. Esse processo tem fragilidades jurídicas que tenderão a ser vistas no futuro como uma injustiça histórica.

L.G. Belluzzo:Não é ser petista, é ser justo

O economista Luiz Gonzaga Belluzzo, em artigo artigo especial, afirma que defender Lula é atitude de gente sensata, gente gente que sabe que o que está em jogo não é corrupção, apartamento triplex, sítio, pedalinho, nada disso. “O que está em jogo é o sistema democrático brasileiro”, explica o economista para então emendar: “Não é ser petista, é ser justo”

08/03/2018 11:28

 

“Defender Lula não é coisa de petista, nem de “esquerdista”. Defender Lula é atitude de gente sensata, gente que sabe que o que está em jogo não é corrupção, apartamento triplex, sítio, pedalinho, nada disso.

O que está em jogo é o sistema democrático brasileiro. O que está em jogo é a falência do sistema judiciário brasileiro que se tornou partidário e tão ou mais corrupto que o sistema político.

O que está em jogo é a imagem do Brasil perante o mundo porque nem mesmo os que acusam Lula estão convictos de que haja provas de corrupção do ex-presidente.

Vamos ser honestos, o processo é político e tem por objetivo tirar a maior liderança mundial da esquerda das eleições num país que vive um golpe de Estado, um golpe que tirou do poder uma mulher honesta, uma mulher nunca acusada, julgada e condenada por corrupção.

Sejamos honestos, o crime de Lula foi gerar ódio nessa elite que jamais aceitou que um torneiro mecânico, operário, nordestino e sem diploma tenha se tornado respeitado mundialmente, uma espécie de Nelson Mandela brasileiro, só que no combate à fome.

Sejamos honestos, os que defendem a sua prisão são os mais corruptos, comprovadamente corruptos, homens sem amor ao povo brasileiro, homens que por dinheiro venderiam até a alma, quem dirá vender a riqueza nacional como estão a vender.

Defender Lula é hoje um dever de qualquer patriota, qualquer democrata, independente de partidarismo.

Defender Lula é defender o Brasil e o que resta de dignidade nesse país. Lula não roubou, não recebeu dinheiro, não teve conta secreta descoberta na Suíça, nem dólares em paraísos fiscais.

Não caiu em áudio mandando matar, nem teve malas com milhões de reais com suas digitais. Lula elevou a condição de vida de milhões de brasileiros, provou que um homem de origem pobre e humilde pode ser Presidente e mais, pode ser o maior Presidente da história. Por isso a elite brasileira com seu complexo de inferioridade, com seu complexo de vira-latas jamais o perdoará.

O crime de Lula, na verdade, foi comandar um governo voltado para os mais pobres, um governo mais popular e independente, soberano e isso, amigos e amigas, jamais será aceito pela Casa Grande.

Defender Lula é defender a história, é defender a justiça, pois um homem respeitado no mundo todo não merece nos seus 72 anos de idade ser preso, condenado por um crime que não cometeu.

Lula merece o apoio de todo o povo a quem ele tanto dedicou sua vida.

*Luiz Gonzaga Belluzzo é doutor em economia pela Unicamp e fundador da Faculdades de Campinas (Facamp).

Nuovi tempi- nuovi tipi di formazione

Negli ultimi decenni, varie realtà del mondo sono mutate a tal punto, da incidere sul nostro stile di educazione. Ne cito alcune.

-Abbiamo costruito il principio della nostra auto-distruzione, con armi nucleari, chimiche e batteriologiche. Nulla è più assolutamente sicuro e un incidente qualsiasi potrà annientare la nostra civiltà.

-Il riscaldamento globale aumenta di giorno in giorno. Se non si fa nulla – è l’avvertimento della comunità scientifica nordamericana – tra non molti anni, potremo trovarci davanti a un riscaldamento improvviso da 4 a 6 C. Con questo, la maggioranza dei tipi di vita che noi conosciamo non resisterà e sparirà insieme con parte dell’umanità.

-La scarsità dell’acqua potabile (solo lo 0,3% è accessibile agli esseri umani e agli animali) potrà provocare guerre micidiali per garantirsi l’accesso alle sorgenti di acqua dolce. O anche leghe di cooperative.

-La planetizzazione è un fatto nuovo nella storia della Terra e dell’Umanità. Un bel giorno abbiamo lasciato l’Africa, dove avevamo soggiornato per 4-5 milioni d’anni. Per questo siamo tutti africani e ci siamo sparpagliati poi in giro per i continenti; ora si sta tornando e ci ritroveremo in un sol posto: la Casa Comune, la Terra.

-La crisi ecologica interessa direttamene il sistema-vita e il sistema-Terra. Stiamo distruggendo le basi chimico-fisiche che sostentano la Vita. Continuando il super sfruttamento della Terra, questa non potrà sopportare e la nostra civiltà sarà minacciata.

-C’è il rischio reale dei super batteri sloggiati dal loro habitat a causa del disboscamento e potranno invadere le città e decimare migliaia di persone, senza che noi sappiamo come affrontarli con potenti antibiotici.

Questi sono dati, non fantasia. La grande maggioranza non ha coscienza dei rischi che corre. E’ come ai tempi di Noè: tutti si divertivano e ridevano del vecchio. E venne il diluvio. Solo che oggi è diverso: non abbiamo un’arca di Noè che salvi qualcuno e lasci morire gli altri. Tutti possiamo perire.

Tutto questo ci obbliga a pensare al futuro comune della nostra specie e della Casa Comune. Tutto deve cominciare con una sensibilizzazione generale. È in casa e nella scuola che la suddetta nuova coscienza deve nascere.

Osservate che compiti nuovi devono affrontare gl’insegnanti e quale nuova percezione devono coltivare negli educandi. Logicamente la scuola deve portare avanti il suo compito-base come l’UNESCO ha elencato:

(1) Imparare a conoscere tutto quello che il passato ci ha lasciato in eredità, come ha scritto Montaigne (1533-1592) nei suoi saggi: “L’educatore deve avere una testa ordinata piuttosto che piena ”cioè, conoscere qual è la situazione reale della terra; e trasmetterla agli studenti.

(2) Imparare a pensare. Molto sappiamo e tutto si trova su Google , ma non pensiamo quello che sappiamo. Sapere è un potere che può costruire una bomba atomica o un antibiotico. Il sapere non è neutro. Pensare è scoprire ‘a che cosa serve’ e chi sono i padroni del sapere.

(3) Imparare a vivere che è costruirsi un carattere retto, amante della verità , essere un buon cittadino, solidale, con progetto solidario di vita.

(4) Imparare a convivere, dato che oggi viviamo in mezzo alle maggiori differenze razza, religioni, idee, opzioni sessuali. Non permettere che la differenza si trasformi in diseguaglianza; ognuno ha diritto di vivere a modo suo , l’importante è stare aperti attraverso le reti locali al destino dei popoli, a volte tragico come lo vive adesso la Siria; interessarsi alla sofferenza dei più poveri e esclusi.

(5) imparare ad aver cura; questa è una novità, perché sappiamo che l’aver cura è la legge basica di tutti i viventi e anche dell’universo; se non abbiamo cura dell’acqua, della spazzatura, di noi stessi e delle nostre relazioni sociali, possiamo dare spazio al degrado .Tutto quello che noi amiamo noi ne abbiamo cura.

(6) Imparare ad avere un’etica, una spiritualità. La religione può aiutare, ma non necessariamente, perché molte volte fanno guerre e uccidono; essere etico è orientarsi al bene, è assumersi la responsabilità dei propri atti, buoni o cattivi, optare per il bene comune, per la verità contro ogni tipo di corruzione; spiritualità è una dimensione antropologica, come sono la ragione, la volontà e la libido; siamo spirituali quando facciamo domande definitive: Perché sono qui? Qual è il senso dell’universo, della vita e della mia stessa esistenza?

-Essere spirituale significa sviluppare quello che i neurologi e i neurolinguisti chiamano “punto Dio” nel cervello: tutte le volte che abbordiamo argomenti come il sacro e il senso ultimo della vita, si sviluppa un’accelerazione nei nostri neuroni; e “il punto Dio” ci permette d’intuire che al di là di tutte le cose esiste una realtà amorosa e potente che regge tutto, le stelle e la nostra vita. “Il punto Dio” è fatto di amore, compassione, di solidarietà e di devozione; esso ci rende più sensibili agli altri e più umani; aver cura del ‘punto Dio’ è superare il materialismo attuale e nutrire speranza sul buon fine di Tutto.

Di tutte queste sfide gli educatori devono incaricarsi e trasmetterle agli educandi. Solo così-saremo all’altezza di gravi rischi che ci si presentano.

*Leonardo Boff ha scritto il libro: De onde vem o universo, a vida, o espírito, Mar de Idèias, Rio 2016.

Traduzione di Romano Baraglia e Lidia Arato