Befriedung als Gewalt gegen den Frieden

Leonardo Boff*

         Der brasilianische Journalist Jamil Chade hat das grundlegende Ziel von Präsident Donald Trump treffend definiert: „Er wird keine Diplomatie betreiben. Er wird mit GEWALT vorgehen, sowohl militärisch als auch wirtschaftlich und handelspolitisch. Seine Schaffung einer neuen Ordnung erfolgt nicht durch FRIEDEN, sondern durch die KAPITULATION des Gegners.“ Was wir in seinen Worten und Taten beobachten, ist genau das, was Trump in die Praxis umsetzt: die Befriedung durch Gewalt, die die Verweigerung jeglichen Friedens darstellt.

Er folgt der Tradition von Thomas Hobbes (1588–1679) in dessen Werk „Leviathan“ (1651): Frieden ist ein negativer Begriff, also die Abwesenheit von Krieg und das Gleichgewicht der Einschüchterung zwischen Staaten und Völkern. Mit Trump ist dieses Gleichgewicht zerstört; brutale Gewalt wird eingesetzt, wie in Venezuela, um die Weltherrschaft in einer multipolaren Welt zu sichern. Der Einsatz dieser Gewalt beweist den Niedergang der Vereinigten Staaten und ihre Unfähigkeit, die Welt zu beherrschen. Tatsächlich verhält sich Trump, als wäre er der Kaiser der Welt. Er maßt sich das Recht an, überall auf dem Planeten im Interesse amerikanischer Interessen zu intervenieren, sei es in Venezuela, Grönland oder Panama. Es wäre nicht verwunderlich, wenn er eines Tages in seinem wahnhaften Eifer beschließt, den Amazonas zu besetzen, wo sich alle Lebensformen vereinen und der wichtigste strategische Reichtum schlummert.

Die Geschichte der Gewalt ehrt die Menschlichkeit nicht. Albert Weber (1868–1958), Bruder des berühmten Soziologen Max Weber, bemerkte in seinem 1943 erschienenen Werk „Das Tragische und die Geschichte“, dass von den 3400 Jahren Geschichte, die sich dokumentieren lassen, 3166 Kriegsjahre waren. Die verbleibenden 234 waren gewiss keine Friedensjahre, sondern Jahre des Waffenstillstands und der Vorbereitung auf weitere Kriege.

Die Vereinigten Staaten haben in den 249 Jahren ihres Bestehens seit dem 4. Juli 1776 222 Jahre Krieg geführt. Das Land hat praktisch keinen Frieden gekannt. Derzeit ist es an mehreren Fronten engagiert, meist in Stellvertreterkriegen. An den verschiedenen Staatsstreichen, insbesondere in Lateinamerika, sind die Vereinigten Staaten über ihre Sicherheitsbehörden CIA, FBI und das Außenministerium beteiligt.

In den verschiedenen Kriegen des 20. Jahrhunderts, insbesondere im Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie in anderen Kriegen in Afrika und Asien, wurden etwa 200 Millionen Menschen getötet.

Max Born, Physik-Nobelpreisträger (1954), prangerte an, dass in modernen Kriegen mehr Zivilisten als Soldaten getötet werden. Er verdeutlicht dies mit folgenden Beispielen: Im Ersten Weltkrieg waren nur 5 % der Todesopfer Zivilisten, im Zweiten Weltkrieg 50 % und in den Kriegen in Korea und Vietnam 85 %. Jüngste Daten zeigen, dass im Krieg gegen den Irak und das ehemalige Jugoslawien 98 % der Opfer Zivilisten waren. In einem Atomkrieg mit der gegenseitigen Vernichtung der Gegner könnte das Leben auf der Erde ausgelöscht werden.

Daher sehen wir uns in der gegenwärtigen Phase unter der Trump-Administration, die eindeutige Anzeichen einer psychischen Störung aufweist, mit der Bedrohung durch Massenvernichtungskriege und sogar der Dezimierung eines Großteils der Menschheit konfrontiert. Der pervertierte Verstand hat das Prinzip der Selbstzerstörung projiziert. Chemische, biologische, nukleare und kybernetische Waffen wurden entwickelt, die wiederholt und auf vielfältige Weise große Teile der Biosphäre zerstören und so die Menschheit teilweise oder vollständig von der Erde tilgen können.

Annie Jacobsen, eine auf Kernenergie und potenzielle Atomkriege spezialisierte Journalistin, präsentiert in ihrem Buch „Nuclear War, a Scenario“, das 2024 in Italien bei Panini erschien, die folgenden wahrhaft erschreckenden Daten, die sie vom Pentagon und der Atomenergiekommission zusammengetragen hat.

In den ersten Minuten würde eine thermonukleare Explosion alles in einem Radius von 160 Quadratkilometern vernichten. Wie viele Menschen würden sofort sterben? Zwischen einer und drei Millionen, je nachdem, ob die Bombe in der Luft oder am Boden explodiert, ob es regnet und ob Wind weht. Doch das wäre erst der Anfang. Die Übrigen würden langsam an den Folgen von radioaktiven Krankheiten sterben. Der Himmel würde sich grau färben, das Sonnenlicht würde kaum noch durchdringen, Pflanzen würden absterben, Photosynthese wäre unmöglich, und es käme zu massiver Zerstörung von Natur und Nutzpflanzen. Die Überlebenden würden verhungern. Weltweit gibt es mehr als 12.300 Sprengköpfe dieser Sprengkraft. Die USA und Russland haben 3.000 davon startbereit.

Angesichts dieser drohenden Tragödie bauen Millionäre und Milliardäre Bunker, ausgestattet mit allem Notwendigen zum Überleben. Logischerweise hält das alles eine Zeit lang. Dann müssen auch sie wieder an die Erdoberfläche zurückkehren und sich den tödlichen Folgen eines Atomkriegs aussetzen.

Manche Entscheidungsträger in militaristischen und nuklearen Mächten riskieren lieber ihr eigenes Leben, als ihre Macht abzugeben. Der weise Edgar Morin sagte kürzlich im Alter von 103 Jahren: „Die Tragödie ist, dass die Wahl nicht zwischen Frieden und Krieg besteht, sondern zwischen einem Frieden, der den nächsten Krieg verhindert, und einem Frieden, der die Agenda bestimmt.“ Jeffrey Sachs, ein Wirtschaftswissenschaftler der Columbia University, der Ökonomie und Ökologie miteinander verbindet und zu den wichtigsten Analysten der aktuellen Lage zählt, schrieb soeben: „Wir befinden uns in einer sehr, sehr ernsten Situation … Menschen sterben, und wir steuern auf einen Weltkrieg zu; ein Angriff auf den Iran hätte verheerende Folgen, da er im Nahen Osten, dem größten Brennpunkt der Instabilität auf dem Planeten, stattfinden würde.“

Die Tragödie dieser verheerenden Kriege stellt das menschliche Verständnis vor eine Herausforderung. Wie kann ein Wesen, das mit Vernunft und Intelligenz ausgestattet ist, der Barbarei, der Verlockung der Gewalt und den Vernichtungskriegen – ja der Vernichtung selbst – erliegen? Bedeutende Philosophen und Theologen haben sich mit dieser dramatischen Frage auseinandergesetzt, ohne dass jemand eine befriedigende Antwort gefunden hat.

Die Hoffnung bleibt, eine Hoffnung, die niemals stirbt, dass die Vernunft über die Dummheit des kollektiven Selbstmords siegen wird und dass die Entscheidung für das Leben die Besessenheit vom Tod überwinden wird.

Leonardo Boff, Veröffentlichung der Zeitschrift LIBERTA:  https://revistaliberta.com.br; Autor von: Sustentabilidade e cuidado: como assegurar o futuro da vida, Editora Conhecimento Liberta,2025; Cuidar da Casa Comum: pistas para protelar o fim do mundo, Vozes 2024.

Hat die Menschheit noch eine Zukunft?

Leonardo Boff  

Es ist üblich, am Ende eines jeden Jahres Bilanz zu ziehen – eine Art oberflächliche Betrachtung, die nur das Wesentliche erfasst. Es gäbe zu viele Dinge, an die man sich erinnern müsste. Wir stellen lediglich fest, dass sich unsere Art, die Erde zu bewohnen, langsam, aber unaufhaltsam verschlechtert. Die globale Erwärmung nimmt jährlich zu und zeigt bereits weltweit ihre katastrophalen Auswirkungen in Form von schweren Überschwemmungen, Taifunen und verheerenden Waldbränden. In Rio Grande do Sul erlebten wir eine verheerende Flut, die Teile ganzer Städte zerstörte und zudem die Landwirtschaft schwer schädigte.

Es heißt, wir seien in ein neues geologisches Zeitalter eingetreten, das Anthropozän. Das bedeutet, der Meteor, der die Natur zerstört, sei niemand anderes als die Menschheit selbst. Andere gehen noch weiter und sprechen vom Nekrozän, dem Zeitalter des massenhaften Artensterbens, in dem laut dem bekannten Biologen Edward Wilson 70.000 bis 100.000 Arten aussterben. In letzter Zeit hat die Zahl der Brände weltweit so stark zugenommen, dass bereits vom Pyrozän (griechisch: pyros = Feuer) die Rede ist, der fortgeschrittensten und gefährlichsten Phase des Anthropozäns. Hinzu kommt die perverse soziale Ungleichheit: Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt mehr Vermögen als mehr als die Hälfte der Menschheit (4,7 Milliarden Menschen) – eine Schande und eine Verhöhnung der Menschlichkeit.

Angesichts dieses Ausmaßes an allgemeiner Degradierung, das vor dem Auftreten des Menschen im Evolutionsprozess noch nie zuvor gesehen wurde, fragen sich viele, darunter auch große Namen der Wissenschaft, ob wir nicht kurz vor dem möglichen Ende der menschlichen Spezies stehen. Und das zu Recht, denn es handelt sich nicht um Hirngespinste, sondern um beunruhigende Anzeichen. Der Nobelpreisträger für Biologie von 1974, Christian de Duve, behauptet in seinem ausführlichen Buch „Poeira Vital, a vida como imperativo cósmico” (Campus 1997), dass heutzutage „die biologische Evolution in rasantem Tempo auf eine gravierende Instabilität zusteuert; In gewisser Weise erinnert unsere Zeit an einen dieser bedeutenden Brüche in der Evolution, die durch Massensterben gekennzeichnet sind.” Der Wissenschaftler Norman Myers hat berechnet, dass allein in Brasilien in den letzten 35 Jahren täglich vier Arten ausgestorben sind. Théodore Monod, ein bedeutender Naturforscher, hinterließ als Vermächtnis einen Text mit dem Titel „Et si l’aventure humaine devait échouer” (2000)? Er behauptet: „Wir sind zu sinnlosem und wahnsinnigem Verhalten fähig; von nun an kann man alles befürchten, wirklich alles, sogar die Auslöschung der Menschheit”.

Seitdem der Mensch vor über zwei Millionen Jahren als Homo habilis auftrat, hat er sein Verhältnis zur Natur gestört. Bis vor 40.000 Jahren waren die ökologischen Schäden geringfügig. Doch ab diesem Zeitpunkt begann ein systematischer Angriff auf die Biosphäre. Innerhalb weniger Jahrhunderte rotteten Jäger Mammuts, Riesenfaultiere und andere prähistorische Säugetiere aus. Im Industriezeitalter (ab 1850) wurden Instrumente entwickelt, die die Beherrschung und Zerstörung der Natur ermöglichten. Heute hat sich dieser Prozess so weit verschärft, dass die neun Elemente (planetaren Grenzen), die das Leben erhalten, rapide zusammenbrechen und die Zivilisation letztlich unmöglich machen.

Seit 2 Millionen Jahren befinden wir uns in der Eiszeit. Die aktuelle Warmzeit begann vor 11.400 Jahren (Holozän). Nach den Mustern der Vergangenheit sollten wir nun in eine neue Kaltzeit eintreten. Allerdings hat unsere Spezies die Beschaffenheit der Atmosphäre tiefgreifend verändert. Verschiedene Treibhausgase wie CO2, Methan und andere wichtige Gase erwärmen den gesamten Planeten. Bis 2030 dürften wir zwei Grad nicht erreichen, da dies für einen Großteil der Menschheit und für die Natur katastrophal wäre. Bereits 2025 haben wir 1,77 °C erreicht.

Zu diesen Problemen kommt der Mangel an Trinkwasser (nur 3 % sind Süßwasser) und die Überbevölkerung der Menschheit hinzu, die bereits 83 % des Planeten besiedelt und ihn ausbeutet. Können Menschen in einem gemeinsamen Zuhause zusammenleben? Wir sind keine friedlichen Wesen, sondern extrem aggressiv, unfähig zu Kooperation und Rücksichtnahme. Der britische Astronom Sir Martin Rees schätzt in seinem Buch „Die letzte Stunde: Umweltkatastrophen bedrohen die Zukunft der Menschheit“ (2005), dass wir, wenn sich die Dinge nicht ändern, in diesem Jahrhundert ausgelöscht werden könnten.

Trotz dieser düsteren Aussichten Ende 2025 bewahre ich die Hoffnung, dass die Menschheit mit ihrer Intelligenz, ihrem mitfühlenden Verstand und ihrem Überlebensinstinkt sich für den Fortbestand des Lebens auf diesem Planeten und nicht für den kollektiven Selbstmord entscheiden wird.

Natürlich müssen wir Geduld mit der Menschheit haben. Sie ist noch nicht so weit. Sie hat noch viel zu lernen. Im Verhältnis zur kosmischen Zeit (13,7 bilionen Jahre) hat sie weniger als eine Minute zu leben. Doch mit ihr hat die Evolution einen Sprung vom Unbewussten zum Bewussten gemacht. Und mit dem Bewusstsein kann sie über ihr eigenes Schicksal entscheiden. Aus dieser Perspektive stellt die gegenwärtige Situation eher eine Herausforderung als eine Katastrophe dar, eine Reise zu einer höheren Ebene und kein Sturz in die Selbstzerstörung.

Nun liegt es an uns, die Liebe zum Leben in seiner majestätischen Vielfalt zu zeigen, Mitgefühl für alle Leidenden zu haben, rasch für soziale Gerechtigkeit zu sorgen und die Große Mutter Erde zu lieben. Die jüdisch-christlichen Schriften ermutigen uns: „Wähle das Leben, so wirst du leben“ (5. Mose 30,28). Lasst uns schnell handeln, denn wir haben nicht viel Zeit zu verlieren.

Leonardo Boff
29.12.2025
Autor von: Homem: satã ou anjo bom, Record 2008;Cuidar da Casa Comum:pistas para protelar o fim do mundo, Vozes 2024.

Natale: l’umanizzazione di Dio

Leonardo Boff

La tradizione teologica ha accentuato esageratamente il significato della incarnazione del Figlio di Dio, celebrata nel Natale, come la divinizzazione dell’essere umano. In verità, teologicamente, ciò che si vuole enfatizzare è un fatto ancora maggiore: l’incarnazione è l’umanizzazione di Dio. Tutte le Scritture affermano come San Giovanni apostolo: “Dio nessuno l’ha mai visto: proprio il Figlio unigenito, che è nel seno del Padre, lo ha rivelato.” (1,18). Dio, attraverso Gesù di Nazareth, ha fatto sua la nostra umanità, qualcosa di veramente inaudito. Pertanto, c’è qualcosa di Divino nel nostro essere umano, uomo e donna, che non può mai essere distrutto. È la nostra suprema dignità: portatori e portatrici di Dio. Per questo motivo, non può esserci tristezza quando la vita divina nasce in noi.

Il Natale è la celebrazione di questo evento benedetto. I Vangeli chiamano Gesù il Sole di Giustizia. La nascita di Gesù coincideva esattamente con la festa romana del Giorno del Sole Invitto (Sol Invictus). Questo giorno, per l’emisfero nord, è il più corto dell’anno e con la notte più lunga. Gli antichi temevano che il sole non sarebbe più sorto. Quando nasceva nuovamente, si celebrava la sua vittoria sulle tenebre. Gesù è presentato come il Sole invincibile che sconfiggerà tutte le tenebre della vita.

Se Gesù è Dio che si è fatto uomo, potremmo pensare che sia nato in un luogo ben sistemato, come in un palazzo, in una dimora molto confortevole o in un famoso reparto maternità. In definitiva, sarebbe un omaggio a qualcuno che è Dio, come facciamo con le persone importanti che ci visitano, come presidenti, celebrità famose e il Papa stesso.

Dio non ha voluto nulla di tutto ciò. Dobbiamo rispettare e amare il modo in cui Dio ha voluto entrare in questo mondo: nascosto, partecipando al destino di chi bussa alla porta di notte, al freddo, con una donna incinta, che tiene nel suo grembo il bambino che sta per nascere e che deve sentire queste dure parole: “non c’è posto per voi”.

Così Giuseppe e Maria se ne vanno e occupano, nell’urgenza, una stalla vicina. Lì c’era paglia, una mangiatoia, un bue e un asinello il cui respiro riscaldava il fragile e tremante corpo del neonato.

Dio, dunque, entrò in questo mondo silenziosamente, dalla porta di servizio. Chi viveva nella capitale, a Roma o a Gerusalemme, e altre persone importanti non lo sapevano nemmeno.

C’è una lezione da imparare da questo: quando Dio vuole manifestarsi non usa spettacoli grandiosi, ma il semplice silenzio delle piccole cose. Dobbiamo, quindi, capire che lui è venuto per tutti, ma in modo speciale, partendo dai poveri e dai semplici, perché era povero e povero è rimasto per tutta la vita, nella semplicità e nella privazione. Se fosse nato tra i ricchi, avrebbe lasciato fuori i poveri. Nascendo tra i poveri, è sempre vicino a loro, e a partire da loro può raggiungere anche chi si trova in una posizione migliore nella società. In questo modo, nessuno è escluso dall’essere toccato dalla presenza di Dio.

Al momento della nascita del bambino Gesù non c’erano solo persone comuni come i pastori, considerati spregevoli per il continuo contatto con gli animali. I Vangeli narrano che dall’Oriente vennero i re Magi. I primi cristiani conclusero che i Magi fossero uomini saggi, i cui nomi sono stati tramandati: Baldassarre, Melchiorre e Gaspare. Melchiorre era di razza bianca, Gaspare di razza gialla e Baldassarre di razza nera. Così loro rappresentavano tutta l’umanità.

I doni che offrirono sono simbolici. L’oro significa che riconobbero Gesù come re. L’incenso significa che Gesù è divino. La mirra esprime il dolore e la sofferenza. Il significato è il seguente: Gesù è un vero re, ma non come i re di questo mondo che dominano le persone. Gesù, al contrario, si prende cura di loro. Gesù è una persona divina che non deve essere esaltata e proclamata al punto da essere allontanata da noi. Al contrario, è un Dio con noi – Emmanuele – che vuole convivere e camminare al fianco di ogni essere umano.

La mirra amara esprime la modalità con cui Gesù fu re, dando la sua vita per il popolo e come abbia vissuto la sua divinità accettando la morte in croce per amore di tutti gli esseri umani.

Il grande poeta Manuel Bandeira ha espresso bene questa logica del Natale nella sua poesia

Racconto di Natale

Il nostro Bambino

È nato a Betlemme

È nato semplicemente

Per volere il bene.

È nato sulla paglia

Il nostro Bambino

Ma sua Madre sapeva

Che Lui era divino

Viene per soffrire

La morte in Croce.

Il nostro Bambino

Suo nome è Gesù.

Per noi Lui accetta

L’umano destino:

Lodiamo la gloria

Di Gesù Bambino.

A Natale abbiamo il diritto di essere pieni di gioia, perché non siamo più soli. Dio cammina con noi, soffre con noi e gioisce con noi. È il dono più grande che Dio Padre potesse farci. Per questo ci scambiamo doni tra di noi per ricordare sempre questo dono che il Padre Celeste ci ha fatto, donandoci Gesù, il suo amato figlio.

Leonardo Boff è un teologo e ha scritto: O Sol da Esperança: Natal, Histórias, Poesias e Símbolos, Rio 2007; Natal: a humanidade e a jovialidade de nosso Deus, Petrópolis 1976.

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

Leonardo Boff: ecología, espiritualidad y liberación

Juan José Tamayo*

       Carta abierta en su 87 cumpleaños

       Querido Leonardo

No quiero faltar a la celebración de tu 87 cumpleaños el día 14 de diciembre. Te escribo para expresarte mi amistad y mi reconocimiento en tu largo caminar por la senda de la liberación de las personas más vulnerables, de los colectivos empobrecidos, de los pueblos oprimidos y de la naturaleza depredada.

Nuestros encuentros

Nos conocimos hace cuarenta y ocho años. Fue en 1977 en la Semana Internacional de Teología sobre “Jesucristo en la historia y en la fe”, organizada por la Fundación Juan March. En ella intervinieron algunos de los teólogos europeos más prestigiosos, entre ellos, el francés Christian Duquoc, los alemanes Walter Kasper, Ernts Käsemann y Wolfhart Pannenberg y el español José María González Ruiz.

Eras el teólogo más joven, el único no europeo, el teólogo venido del Sur que discutía de igual a igual y en profundidad con tus colegas del Norte, con lo más granado de la teología europea. Tu conferencia versó sobre Jesucristo liberador desde la América Latina oprimida. No fue un discurso fácil, y menos aún demagógico, sino riguroso, aunque desde una lógica distinta de la eurocéntrica: la de los oprimidos, que rompía las reglas de la lógica de los satisfechos.

Recuerdo que en uno de los debates con Pannenberg, quizá el más tenso y de mayor altura intelectual de toda la semana, el teólogo alemán te recordó que la teología es la inteligencia de la fe. A lo que tú respondiste: “Profesor, lleva usted razón, pero es también aliento de vida y fuerza de liberación para los pobres y oprimidos”.

Tres años después volvimos a encontrarnos en Asturias en un Congreso sobre la III Conferencia del Episcopado Latinoamericano celebrada en Puebla (México) con la presencia del secretario general del CELAM, monseñor Quarrachino, que se comportó de manera autoritaria y verbalmente violenta contigo, pero sin aportar una sólida argumentación a tus críticas. Fue en aquel encuentro donde empezamos a forjar nuestra amistad, que dura hasta hoy.

De entonces para acá muchos han sido nuestros encuentros en Congresos de teología de la liberación en diferentes lugares del planeta, preferentemente en España y en varios países de América Latina, amén de nuestra comunicación epistolar permanente, las reseñas de nuestros libros y tus prólogos a mis libros La teología de la liberación en el nuevo escenario político y religioso (Tirant, Valencia, 2011, 2ª ed.) y Cristianismo radical (Trotta, Madrid, 2025, 3ª ed.), que nunca dejaré de agradecerte suficiente.

En 1999 escribí el libro Leonardo Boff. Ecología, mística y liberación (Desclée de Brouwer, Bilbao, 1999). En él recojo la larga conversación que mantuvimos durante varios días en mi casa de Madrid en octubre de 1997, hago un perfil intelectual tuyo y ofrezco una exposición sistemática de tus principales aportaciones en el campo teológico, pero prestando atención también a tus estudios sobre ecología, cosmología y antropología. El libro conserva la misma actualidad de entonces, ya que abordamos los temas mirando al futuro.

Volvimos a encontrarnos varias veces en los Foros Sociales Mundiales, donde creamos el Foro Mundial de Teología y Liberación (FMTL). Recuerdo dos de esos encuentros: el de Porto Alegre (Brasil), celebrado en 2005 bajo el lema “Teología para Otro Mundo Posible” y el de Belem de Pará (Brasil) en 2009 cuyo tema fue “Tierra, Agua y Teología para otro Mundo Posible”. Retengo en la memoria el vivo diálogo que mantuviste en el Foro de 2009 con tu compatriota la ecologista Marina Silva. No recuerdo si participaste en el FMTL de Nairobi (Kenia) bajo el título “Espiritualidad Para Otro Mundo Posible”.

Antes de la pandemia nos encontramos varias veces en Ciudad de México, Puebla de los Ángeles y Monterrey en los Congresos organizados por el colectivo Amerindia y la Fundación Valores. Recientemente hemos participado, virtualmente en el 41 y el 44 Congreso de Teología, organizados por la Asociación española de Teólogas y Teólogos Juan XXIII y otros colectivos cristianos de base. Tus conferencias fueron muy bien acogidas y evaluadas.

La del 21 Congreso fue “Hacia una Iglesia samaritana y cuidadora de la naturaleza”, en la que hablaste de la confrontación de dos paradigmas civilizatorios: el del dominus, dominador de la naturaleza, y el del frater, del hermano y de la hermana, inspirado en la encíclica del papa Francisco Fratelli tutti. La del 24 Congreso giró en torno a “Caminos de Paz: Shalom y justicia”. “La paz -dijiste- solo es posible en la medida en que las personas individuales y las colectividades se predispongan a desarrollar organizadamente la convivencia, el respeto, la cooperación y el amor”.

Preguntas que te interpelan

Durante los ochenta y siete años de vida has hecho un fecundo itinerario que se bifurca en múltiples sendas: la experiencia religiosa, la teología, la ecología, la política, la academia, los foros mundiales de teología y liberación dentro de los Foros Sociales Mundiales, los congresos de Amerindia, el acompañamiento a las comunidades eclesiales de base, al MST…

“Caminante no hay camino, se hace camino al andar”, dice Antonio Machado. Tú has hecho camino al andar dejando huella por donde has pasado y sigues pasando. Y siempre desde el pensamiento crítico, desde la experiencia de la ternura, del corazón, desde el amor a la Pacha Mama y del seguimiento de Jesús de Nazaret, el Cristo Liberador, sobre el que escribiste la primera cristología latinoamericana históricamente significativa en 1972. Luego vendrían otras de colegas y amigos, entre ellas las de Juan Luis Segundo y Jon Sobrino.

Te reconozco como uno de los teólogos más innovadores de la teología latinoamericana, que propones una ética centrada en las “virtudes para otro mundo posible”, en la construcción de una fraternidad sororal eco-humana y de una teología del cautiverio y de la liberación

“Lo mejor de la religión -escribía Bloch en el frontispicio de su libro El ateísmo en el cristianismo– es que crea herejes”. Creo que tú eres un excelente ejemplo de este aforismo, cambiando quizá “hereje” por “heterodoxo”. Ahí radica la creatividad en todos los campos de tu ser, tu saber y tu quehacer humano en los que has trabajado y sigues trabajando sin descanso. Tu vida y tu pensamiento demuestran que eres un intelectual que rompe esquemas (y algunos cráneos endurecidos de colegas, obispos y algún inquisidor, otrora mecenas tuyo), abres nuevos horizontes y propones alternativas donde parece que no hay salida o se cree que la salida es una sola.

Te reconozco como uno de los teólogos más innovadores de la teología latinoamericana, que propones una ética centrada en las “virtudes para otro mundo posible”, en la construcción de una fraternidad sororal eco-humana y de una teología del cautiverio y de la liberación.

En tu quehacer teológico has sabido compaginar ejemplarmente, durante más de cinco décadas, el rigor metodológico y la denuncia profética, otra manera de hacer teología y el compromiso político con los pobres de la tierra y con la naturaleza oprimida, cuyos gritos has sabido escuchar y a los que has querido responder desde la razón cordial y la ética del cuidado. El rigor metodológico lo demuestras con el recurso a la doble mediación de la teología de la liberación: socio-analítica y hermenéutica, que se aprecia en todas las páginas de tus libros y en los artículos con los que nos sorprendes a menudo por ser reflexiones a pie de página llenas de profundidad y de sabiduría vital.

Utilizas la mediación de las ciencias humanas y sociales para un mejor conocimiento de la realidad, para descubrir los mecanismos de opresión que atentan contra la vida de los pobres y de la naturaleza y para liberar a la teología de su -quizá falsa-, neutralidad social, de su -supuesta- neutralidad política y de su -sólo aparente- indiferencia ética.

Recurres a la hermenéutica, necesaria para el estudio y la interpretación de los textos fundantes del cristianismo y para no caer en el fundamentalismo, una de las manifestaciones más perversas de las religiones que, siguiendo el refrán latino corruptio optimi pessima, convierten el vino espumoso de los orígenes en vinagre imbebible. A través de la hermenéutica analizas el pre-texto y el con-texto de dichos textos, descubres su sentido primigenio emancipador y preguntas por su significación y sentido hoy a la luz de los nuevos desafíos y de las nuevas preguntas que nos plantea la dura realidad. No como otros colegas, que dan respuestas del pasado a preguntas del presente. Todo lo contrario. Intentas aportar respuestas creativas a las preguntas de cada realidad histórica.

Una realidad que hemos construido nosotros y nosotras, en la que no podemos instalarnos cómoda y acríticamente, sino que estamos llamados a de-construirla para re-construirla de manera creativa e inclusiva y un mundo en el que quepan todos los mundos, lema del Movimiento Zapatista. Desmientes así el viejo adagio conformista del pensamiento conservador: “las cosas son como son y no pueden ser de otra manera” y compartes, más bien, la afirmación del filósofo de la esperanza y de la utopía, Ernst Bloch, que inspira buena parte de nuestra teología: “Si los hechos no coinciden con el pensamiento, peor para los hechos”.

Eres considerado, y con razón, uno de los principales cultivadores de la teología de la liberación (TL). A ella accediste a partir del impacto que te produjeron las favelas de Petrópolis, donde llevaste a cabo un intenso trabajo socio-pastoral desde comienzos de la década de los setenta del siglo pasado. Tu reflexión teológica en clave liberadora nació, asimismo, de la necesidad de dar respuesta a las preguntas que te planteó un grupo de sacerdotes comprometidos con el mundo indígena de la selva amazónica hace ahora cinco décadas:

– ¿Cómo anunciar la muerte y la resurrección de Jesús a indígenas que están siendo exterminados y muriendo por las enfermedades de los blancos?

– ¿Cómo anunciar la buena noticia de la salvación a las poblaciones explotadas?

– ¿Cómo hablar de Dios inteligiblemente, y no de manera cínica, a personas indígenas que viven la experiencia de lo sagrado en contacto con la naturaleza?

Las experiencias vividas en el mundo de la pobreza extrema, de la marginación cultural y de la depredación de la naturaleza, por una parte, y la necesidad de responder a las preguntas que surgían de ahí, por otra, te llevaron a dedicarte por entero, profesional y vitalmente, a fundamentar la nueva metodología de la teología de la liberación, que comenzaste haciéndola en tiempos del cautiverio, vivido durante la dictadura brasileña y los regímenes militares del continente latinoamericano, que parecían “eternos”.

La ecología, en el corazón de tu teología

La teología y el cristianismo en general apenas han mostrado interés por la ecología. Tú has llenado ese vacío llevando a cabo una reflexión teológica en perspectiva ecológica, que cuestiona la supuesta – ¡y falsa!- fuerza emancipadora del paradigma científico-técnico de la modernidad. Un paradigma selectivo, centrado en el ser humano, que ni es universalizable ni integral, ¡ni siquiera humano!

Como alternativa propones un nuevo paradigma en el que el ser humano no compita con la naturaleza, sino que esté en diálogo y comunicación simétricos con ella, con relaciones de sujeto a sujeto, y no de sujeto a objeto. El ser humano y la naturaleza conforman un entramado de relaciones multidireccionales caracterizadas por la interdependencia y no por la autosuficiencia, por la fragilidad del mundo y la vulnerabilidad humana, y no por la omnipotencia, la insolencia y la arrogancia. Se establece, entonces, un pacto entre todos los seres del cosmos regido por la solidaridad cósmica, la fraternidad-sororidad sin fronteras, sin gremialismos ni tribalismos, y el cuidado, virtud fundamental de la ética eco-humana. Es “la opción Tierra”, título de uno de tus libros más bellos, que reseñé junto a otros en BABELIA-EL PAÍS.

Muchas somos las personas que seguimos tus lecciones de ecología integral, entre ellos el Papa Francisco en su encíclica Laudato Si’. Sobre el cuidado de la casa común, de 2015, que se inspira en tus textos y en tu testimonio de amor a la tierra, y se inicia con el Cántico de las criaturas, que tantas veces has citado: “Alabado seas, mi Señor, por la hermana nuestra madre tierra, la cual nos sustenta, gobierna y produce diversos frutos con coloridas flores y hierba… Esta hermana clama por el daño que le provocamos a causa del uso irresponsable y del abuso de los bienes que Dios ha puesto en ella”. La encíclica se hace eco de tus críticas al antropocentrismo, incluido el antropocentrismo cristiano.

“La razón no puede florecer sin esperanza, ni la esperanza puede hablar sin razón” escribe Ernst Bloch en su magna obra El principio esperanza, que leíste en alemán durante tus estudios en Munich y citas con frecuencia. Razón y esperanza o, mejor, optimismo militante, docta spes, son lo que mejor define tu vida, tu, tu obra. A tus 87 años sigues practicando la “esperanza contra toda (des)esperanza”.

Espiritualidad liberadora

No quiero terminar sin decir unas palabras sobre la espiritualidad en tu vida y tu obra, inseparable de la liberación de los seres humanos empobrecidos y de la naturaleza depredada.

“Lo que sustenta la práctica y la teoría (teología) liberadoras -escribes- es una experiencia espiritual de encuentro con el Señor en los pobres. Por detrás de toda práctica innovadora de la Iglesia, en la raíz de toda teología verdadera y nueva se esconde latente una experiencia religiosa típica. Esta constituye la palabra-fuente; todo lo demás resulta de esta experiencia totalizadora, es esfuerzo de traducción en los marco de una realidad históricamente determinada”.

Leonardo BoffLeonardo Boff | EFE

La espiritualidad eco-humana lleva derechamente a la práctica del cuidado, que constituye la esencia del ser humano y que defines como una relación no agresiva ni destructiva, sino amorosa y respetuosa con la realidad, con el planeta como totalidad, con los ecosistemas, con nuestro cuerpo, con nuestro ser interior. Se trata de un arte, más que de una técnica, e inaugura un nuevo paradigma de convivencia tridimensional: ser humano-vida-tierra. El presupuesto del cuidado es que los seres humanos somos parte de la naturaleza y miembros de la comunidad biótica y cósmica, y tenemos la responsabilidad de protegerla y regenerarla.

El cuidado activa nuestra sensibilidad hacia nosotros mismos y hacia todo lo que nos rodea. Comporta el reconocimiento y el respeto de la dignidad y los derechos de las otras y los otros y de la naturaleza. Si los seres humanos no nos cuidamos terminamos por deshumanizarnos. Si no cuidamos la naturaleza, que es nuestro hogar, nos quedamos a la intemperie, sin lugar donde vivir. El cuidado representa el lado subjetivo, afectivo, actitudinal, y la cultura constituye el eje vertebrador de la nueva relación eco-humana, que reformulas así: “O cuidamos la vida en todas sus formas, especialmente la vida humana, y cuidamos nuestra casa común, la Tierra, o podemos poner en peligro nuestra presencia en este planeta”[1].

El cuidado revoluciona la concepción de la inteligencia y de la razón que ha estado vigente durante siglos en la cultura occidental y que privilegiaba su carácter instrumental, analítico, utilitarista y funcional y se traducía en el principio “conocer es dominar”. En el nuevo paradigma se corrige tal concepción y se pone el acento en la razón sensible, cordial, compasiva y utópica. La ética del cuidado lleva a la compasión, que consiste en ver, sentir, vivir y pensar la realidad desde las víctimas, identificarse con sus sufrimientos y hacerlos propios[2].

No alargo más esta epístola, que solo quiere ser una expresión de amistad y una manifestación de agradecimiento. A veces has sido acusado de utópico, acusación que comparto contigo. No se dan cuenta nuestros críticos de que esa acusación, más que un insulto, es un elogio. Como en el poema de Eduardo Galeano, la utopía te sirve para caminar, que no es poco teniendo las piernas tan quebradas, razón por la cual, como dije en tu presentación en el Congreso de Amerindia de 2017 en la Ciudad de México, no puedes ni quieres arrodillarte ante el poder, cualquiera fuera este, incluido el del Vaticano. ¡Todo un milagro! El milagro de la esperanza y la utopía. Ad multos annos, Leonardo.

Tu amigo en la tribulación y la esperanza,

*Juan José Tamayo Director de la Cátedra de Teología y Ciencias de las Religiones “Ignacio Ellacuría”

Universidad Carlos III de Madrid

[1] Leonardo Boff, El cuidado necesario, p. 32.

[2] He desarrollado el tema de la compasión en Juan José Tamayo, La compasión en un mundo injusto, Fragmenta, Barcelona, 2023, 2ª ed.